Niederlagen für die Clubs aus der Hauptstadt

Es war nicht die Stunde der Berliner Profi-Clubs, dieser 13. Spieltag der Saison 2019/20. Im Freitagspiel verloren die Eisernen mit 1:2 auf Schalke, dabei sah es lange nach einem Punktgewinn aus. Ein individueller Fehler von Innenverteidiger Neven Subotic leitete den Siegtreffer für die Schalker ein. Das Matchglück hatte die Eisernen verlassen. Beim Ausgleichstreffer war der Schiedsrichter auf ihrer Seite, der wohl mehr auf eine Schwalbe hereinfiel und auf Foulstrafstoß entschied. Ansonsten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab, musste sich letzlich der Leistungssteigerung des Gegners in Halbzeit Zwei sowie der größeren individuellen Klasse der Schalker geschlagen geben.

Keine 24 Stunden später startete die Alte Dame mit neuem Trainerstab in das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Die Problemzonen wurden sofort sichtbar. Motiviert und nervös nahmen die Spieler in Blau und Weiß die Partie auf. Bereits in der Anfangsphase bekamen sie einen brutalen Doppelschlag verpasst. Die Abwehr wackelte weiter, das waren Gegetreffer 26 und 27 und erst 13 Spiele absolviert. Nach nur 17. Minuten lagen sie 0:2 hinten und Jürgen Klinsmann war das sonst so freundliche Gesicht eingefroren. Dass die Hertha anschließend nicht auseinander fiel, sondern kämpfte war das einzig positive an diesem Spiel. Die Belohnung folgte in der 34. Minute, mit dem Anschlusstreffer durch Vladimir Darida. Kurz vor der Pause flog Dortmunds Mats Hummels mit Gelb-Rot vom Platz. Aus den über 45 Minuten Überzahl konnten die Herthaner nichts machen. Ein Tor von Davie Selke fand nach Videobeweis keine Anerkennung.

Vor Jürgen Klinsmann und seinem Team liegt jetzt eine Menge Arbeit. Auf der Tribüne saß Lars Windhorst und wird sich seinen Teil gedacht haben. Das bemerkenswerteste an diesem Spiel war ein Interview mit dem Manager Michael Preetz. Er wurde gefragt, ob sich jetzt seine Rolle im Verein verändern wird. Verärgert ließ er den Reporter wissen, “ ..einem Acki Watzke würden sie solch eine Frage wohl nicht stellen…“.

Hertha, mit größeren Ambitionen in die Saison gestartet, hat erst 11 Punkte und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Fortuna Düsseldorf ist durch ein bemerkenswertes 1:1 bei der TSG Hoffenheim auch noch vorbeigezogen. Da werden böse Erinnerungen wach an die Saison 2009/10.

Hans-Peter Becker

Hertha hat wieder einen wertvollen Knipser

Javeiro Dilrosun, ein Holländer, trifft selbst und bereitet auch vor, so zum dritten Mal in Folge bei nunmehr drei Siegen der  Hertha hintereinander. Technisch gut ausgebildet und dazu sehr schnell, welch ein Gewinn für die Berliner Hertha. Die Hertha hing nach dem 4. Spieltag mit einem Pünktchen im Keller, jetzt schossen die Schützlinge von Ante Covic auf Platz 10 mit 10 Punkten hoch. Dank Dilrosun! In Köln hatte er zuletzt zum 1:0 getroffen, davor beim 2:1 gegen Paderborn und aktuell beim 3:1 über Fortuna Düsseldorf stellte er mit dem 2:1 vor dem Pausentee (44.) die Weichen auf Sieg. Sozusagen ein Hattrick bei drei Spielen in Folge. Wer hätte das nach dem 4. Spieltag gedacht?  Dabei hatte er, wie sich das für einen Torjäger „gehört“, noch weitere Chancen liegen lassen. Vergessen wir nicht Vedad Ibisevic, den Kapitän. Er blüht neben Dilrosun richtig auf – ebenfalls erfolgreich.

Weiterhin unverkennbar, Fußball bleibt ein Mannschaftssport, braucht aber solche Typen wie Dilrosun und Ibisevic. Wer sich bei den Berlinern auf der Bank tummelt, muss sich bei Gelegenheiten recht ordentlich anstrengen. Wiederum anders gedacht, wer dort gegen Düsseldorf Platz nehmen musste, der sorgt natürlich konkurrenzmäßig dafür, dass die Startnominierten Leistung bringen müssen.  Diesmal bestand die Reservebank wie folgt: Kraft, Kalou, Plattenhardt, Rekik, Torunarigha, Duda, Lukebakio, Selke und Leckie. Da  braucht Hertha für die Zukunft nicht Bange zu sein.

Dementsprechend selbstbewusst war die Gangart und der daraus resultierende Sieg, nämlich überzeugend und verdient. Vergleichsweise zu den Samstagspielen traute man mitunter seinen Augen und Ohren nicht. da lag Borussia Dortmund in Freiburg in der 90. Spielminute 2:1 auf der Siegerstraße, kassierte aber enttäuschend noch den 2:2 Ausgleich. Bayern München erwischte es noch schlimmer zu Hause gegen Hoffenheim, verlor der 7:2-Tottenham-Bezwinger die Partie letztendlich 1:2. Ab sofort spricht man von der ausgeglichenen Saison. So kann es von mir aus weitergehen.

Christian Zschiedrich  

Der Pokal hat seine besonderen Reize

Allein deshalb, weil gewonnen werden muss. Es gibt kein Unentschieden. Nah dran, zumindest an einer Verlängerung von zweimal 15 Minuten, eventuell sogar am Elfmeterduell, war Viktoria Berlin gegen Arminia Bielefeld im Jahnstadion. Trainer Benedetto Muzzicato hatte seine Regionalliga-Mannschaft gegen den Zweitligisten auf eine geschlossene Verteidigungsarbeit eingestimmt. Bielefeld hatte demzufolge im ersten Spielabschnitt 74 Prozent Ballbesitz und dazu das frühe Tor – ein wuchtiger Kopfball aus acht Metern von  Voglsammer, der ungehindert einköpfen durfte. Das reichte der Arminia, dessen Trainer Uwe Neuhaus den Sieg „unspektakulär“ nannte. In der Tat war es ein glanzloses Weiterkommen. Sein Team konnte sich sogar bei Torwart Ortega bedanken, dass die Berliner Viktoria infolge der Rettungstaten gegen Brand (23.) und Becker (27.) nicht zum Ausgleich kam.

Die als Bundesliga-Deppen geltenden Verlierer vom Samstag heißen Augsburg und Mainz. Augsburg verlor 1:2 gegen Verl (Regionalligist) und Mainz zog in Kaiserslautern (3.Liga) mit 0:2 den Kürzeren.

Außerdem spielten am Freitag und Samstag:

KFC Uerdingen (3.Liga) – Borussia Dortmund (BL) 0:2

SV Sandhausen (2.Liga) – Mönchengladbach (BL) 0:1

FC Ingolstadt (3.Liga) – 1.FC Nürnberg (2.Liga) 0:1

1.FC Kaiserslautern (3.Liga) – FSV Mainz 05 (BL) 2:0

Wacker Nordhausen (RL) – Erzgeb. Aue (2.Liga) 1:4

SC Verl (RL) – FC Augsburg (BL) 2:1

Alemannia Aachen (RL) – B. 04 Leverkusen (BL) 1:4

1.FC Magdeburg (3.Liga) – SC Freiburg (BL) 0:1 n.V.

TuS Dassendorf (OL) – Dynamo Dresden (2.Liga) 0:3

FC Villingen (OL) – Fortuna Düsseldorf (BL) 1:3 n.V.

SV Drochtersen/Assel – Schalke 04 (BL) 0:5

FC Viktoria 89 (RL) – Arminia Bielefeld (2.Liga) 0:1

SSV Ulm 1846 (RL) – 1.FC Heidenheim (2.Liga) 0:2

KSV Baunatal (Hessenliga) – VfL Bochum (2.L.) 2:3

Würzburger Kickers (3.L.) – TSG Hoffenheim (BL) 4:5 i.E.

Atlas Delmenhorst (5. Liga) – Werder Bremen (BL) 1:6

Spiele am Sonntag: In den neun Sonntag-Nachmittag-Spielen gab es in zwei die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Lübeck gegen St. Pauli 3:3 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung und St. Pauli gewinnt am Ende das Elfmeter-Duell. Mit hervorragender Moral wurde gar der 0:2-Rückstand wettgemacht. Bundesligist Paderborn kassierte in regulärer Spielzeit das 2:2 in Rödinghausen, verwandelte jedoch im Elfmeterschießen  alle zum 4:2 vom Punkt. Die hohen Kantersiege sprechen ansonsten eine deutliche Sprache.

Waldhof Mannheim (3.Liga) – E. Frankfurt (BL) 3:5

VfB Lübeck (RL) – FC St. Pauli (2.Liga)  2:4 i.E.

VfL Osnabrück (2.Liga) – RB Leipzig (BL) 2:3

1.FC Saarbrücken (RL) – J. Regensburg (2.Liga) 3:2

FSV Salmrohr (Rheinlandliga) – H. Kiel (2.Liga) 0:6

Oberneuland (5. Liga) – Darmstadt (2.L.) 1:6

Germania Halberstadt (RL) – 1.FC Union (BL) 0:6.

Der 1.FC Union beeindruckte in Halberstadt. Urs Fischer vertraute in seiner Anfangsformation auf fünf Sommer-Neuzugänge: Becker, Bülter, Schlotterbeck, Ingvartsen und Gentner durften allesamt ran. Das Team scheint für die Eliteliga bereit zu sein.

Schlotterbeck besorgte die 1:0-Führung in der 27.Minute. So wurden auch die Seiten gewechselt. Apropos Wechsel, Urs Fischer brachte Mees in der 60. für Becker. In der 65. erhöhte Andersson auf 2:0 und keine zwei Minuten später, sozusagen per Doppelschlag, war Lenz der Vollstrecker zum 3:0. Der eingewechselte Mees besorgte in der 71. das 4:0, Andrich (76.) das 5:0 und Ujah (in der 71. Andersson sorgte kurz vor Ultimo (89.) für das Endresultat von 6:0.

VfB Eichstätt (RL) – Hertha BSC (BL)  1:5. Freude auch bei der Hertha, die sich im Pokal sonst Jahr für Jahr sehr schwer tat. Ein erhebendes Gefühl eine Runde überstanden zu haben. Gegen Regionalligist Eichstätt gab es zwar kein 15:1, aber immerhin fünf Tore zum deutlichen 5:1. Ein früher Doppelschlag durch Darida(11.) und Ibisevic(12.) gab schnell die Richtung vor. Wenn das so weitergeht, wird’s historisch anmutend. Ibisevic(31.)  gelang dann vor der Pause noch das 3:0. Torunariglu sah in Minute 18 die Gelbe. Ante Covic wechselte ihn zur Pause gegen Esswein aus. Nach dem Wechsel war erstaunlicherweise Eichstädt (52.) durch Kügel mit dem 1:3 am Zuge. Das 4:1 (62.) gelang Kalou und Esswein zeigte sich nach langer Zeit in Pflichtspielen mit dem Treffer zum 5:1(75.) dankbar für seine Einwechslung.

SV Rödinghausen (RL) – SC Paderborn (BL) 3:4 i.E.

MSV Duisburg (3.Liga) – Greuther Fürth (2.Liga) 2:0

Chemnitzer FC (3.Liga) – Hamburger SV (2.Liga) 5:6 i.E. In zwei von den drei Abendspielen fiel die Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Welch eine Dramatik und Hochspannung. Chemnitz war drauf und dran, den HSV aus dem Wettbewerb zu kippen, führte in der regulären Spielzeit 2:1 und sogar in der Endphase des Elfmeterduells. Dann aber flatterten die Nerven, wie bei Wehen Wiesbaden. Der 1.FC Köln rettete sich mit viel Glück und Geschick und dank Torsteher Horn, der drei Elfmeter in Folge parierte.

Wehen Wiesbaden (2.Liga) – 1.FC Köln (BL) 2:3 i.E.

Spiele am Montag:

Hansa Rostock (3.Liga) – VfB Stuttgart (2.Liga) 9:1

Karlsruher SC (2.Liga) – Hannover 96 (2.Liga) 2:0

Hallescher FC (3.Liga) – VfL Wolfsburg (BL) 3:5

Energie Cottbus (RL) – Bayern München (BL) 1:3. 22.500 Zuschauer sahen eine mit Leidenschaft kämpfende Pele Wollitz-Truppe, die die Räume für die Bayern eng machten und kaum ein Durchkommen ermöglichten. Torlos blieb es bis zur 32.Minute. Die Torwart-Leihgabe vom 1.FC Union, Moser; hielt prächtig, reagierte auch den Kopfball von Coman(32.), Lewandowski erzeilte das 0:1 unhaltbar im Nachschuß. Mit 0:1 wurden die Seiten gewechselt. Dann dauerte es bis Minute 65. Coman zog nach innen und vollstrechte aus 19 Metern ins lange Eck zum 0:2. Das 0:3 blieb dann wieder Lewandowski (85.) vorenthalten, er lenkt Goretzkas Schuß ins Netz.. In der 90. Minute hielt der eingewechselte Goretzka Taz im Strafraum – Foulelfmeter, den Taz selbst sicher verwandelte, er verlud Keeper Neuer ins falsche Eck.

Christian Zschiedrich

Herthas Rekordtransfer

Gerade waren die Herthaner nach dem Trainingslager in Berlin gelandet, da erfuhren sie von einem neuen Mitspieler: Dodi Lukébakio wird ab sofort für die Blau-Weißen stürmen. Den Transfer des 21-Jährigen, der vom Watford FC an die Spree wechselt, wickelte der Hauptstadtclub am Donnerstag (01.08.19) endgültig ab. „Dodi Lukébakio ist ein dynamischer Offensivspieler, der nicht nur Tore schießen kann, sondern auch das Auge für den Mitspieler hat. In der vergangenen Saison hat er seine Qualitäten in der Bundesliga unter Beweis gestellt. Wir freuen uns, dass wir ihn von Hertha BSC überzeugt haben und glauben fest daran, dass er sich bei uns weiterentwickeln und der Mannschaft mit seinen Fähigkeiten helfen wird“, sagte Geschäftsführer Michael Preetz.

Nach der Vertragsunterschrift zeigte sich der junge Belgier, der langfristig unterschrieb, sehr zufrieden. „Hertha ist ein großer Club in Deutschland und hat sehr viel Interesse an mir gezeigt. Das hat mich schnell überzeugt, dass ich nach Berlin wechseln wollte. Ich möchte mich anbieten, viel spielen und viele Tore schießen“, fiebert der Neuzugang, der bei den Berlinern künftig die Nummer 28 tragen wird, seiner neuen Aufgabe entgegen.

In der vergangenen Saison lief Lukébakio leihweise für Fortuna Düsseldorf auf. Der Rechtsaußen, der auch im Zentrum und über links kommen kann, schoss für den damaligen Aufsteiger in 31 Partien zehn Tore und legte vier weitere auf. Im DFB-Pokal gelangen dem Linksfuß in drei Begegnungen vier Tore und ein Assist. Der Angreifer entstammt der Nachwuchsabteilung des RSC Anderlecht. Nachdem Lukébakio diverse Jugendmannschaften des belgischen Rekordmeisters durchlief, debütierte er 2015/16 in der Jupiler Pro League. Nach Leihstationen beim französischen Erstligisten FC Toulouse und dem belgischen Team Sporting Charleroi entschied sich die schnelle Offensivkraft im Winter 2018 für den Schritt nach Watford in die englische Premier League. Nach einem Liga-Einsatz wagte der belgische U21-Nationalspieler, der für die ‚Roten Teufel‘ vier Mal in 17 Duellen traf, nach einem halben Jahr den Sprung nach Deutschland. Nun hat er beim Hauptstadtclub ein neues sportliches Zuhause gefunden. Nach Dedryck Boyata, Eduard Löwen und Daishawn Redan ist Lukébakio der vierte externe Neuzugang der Blau-Weißen.

Quelle: Hertha BSC Medien

Was bloß ist mit den Berliner Vereinen los ?

Die Frage, was los ist, kann natürlich an unserem Bundesligisten und an den 1. FC Union gerichtet sein. Naja, das 0:0 in Dresden und aktuell Platz 3, das geht noch, wäre zuvor das 1:3 zu Hause gegen Paderborn und die 1:2-Niederlage in Heidenheim nicht ins Gewicht gefallen. Über Herthas Heimniederlage gegen Düsseldorf hänge ich am besten den Mantel des Schweigens. Jeder weitere Kommentar wäre aus meiner Feder nur kritisches Beiwerk und damit noch negativer. Das 0:5 in Leipzig spricht für sich.

Der Blick in die Regionalliga ist an diesem Wochenende keineswegs tröstlicher. Nicht ein Berliner Verein konnte gewinnen. Der Berliner AK verlor zu Hause 1:3 gegen den 1.FC Lok Leipzig und Hertha BSC unterlag 0:2 in Auerbach, beim Tabellen14.. Meine Formulierung in der letzten Woche, „dass Hertha profitieren könne“, war wohl zu optimistisch.

Der Tabellenführer Chemnitzer FC gewann 3:0 gegen Optik  Rathenow, hat damit 10 Punkte Vorsprung und mit jetzt 67 Punkten das wesentlich bessere Torverhältnis. BAK bleibt bei 57 Punkten und Hertha noch weitere sieben Punkte weniger. Die anderen drei Berliner Vertreter spielten remis. Dynamo 1:1 gegen Meuselwitz, Altglienicke 0:0 in Bautzen und Viktoria 1:1 in Babelsberg.

Altglienicke (15.) steht mit 29 Punkten im abstiegsgefährdeten Bereich. Der BFC Dynamo sollte sich mit vier Punkten besser (33 P.) als Tabellenelfter nicht zu sicher sein und Viktoria 89 scheint mit 35 Punkten jenseits von Gut und Böse. Bis zum Saisonende sind es nur noch sechs Partien. Bereits am Freitag, 12. April, muss BAK 07 nach Rathenow. Am Samstag, 13. April 13.30 Uhr,  empfängt VSG Altglienicke zu einem entscheidenden Match Union Fürstenwalde (11.), während Hertha II es mit Germania Halberstadt (8.) zu tun bekommt. Viktoria 89 darf sich am Sonntag, 14. April ab 13.30 Uhr, im Stadion Lichterfelde im Berlin-Derby gegen den BFC Dynamo wohl auf einen ordentlichen Besuch freuen.

Christian Zschiedrich

Hertha geht in Düsseldorf unter

Das Stadion in Düsseldorf ist kein gutes Pflaster für die Alte Dame. Vor dem Spiel gegen den Aufstieger wurde die alte Geschichte der Relegation aus dem Jahre 2012 herausgeholt. Ein Chaosspiel, das 2:2 endete und den erneuten Abstieg für die Hertha bedeutete. Im Jahr darauf stieg Düsseldorf ab und Hertha kehrte sofort zurück. Dass die Fortuna aus Düsseldorf fünf Jahre brauchte, um in die Beletage des deutschen Fußballs zurückzukehren macht sich im bisherigen Saisonverlauf bemerkbar.

Nun kreuzte, seit diesem unsäglichen Relegationsspiel, erstmals Hertha BSC wieder zu einem Pflichtspiel in Düsseldorf auf. Ausgerechnet in dieser Konstellation gelang der zweite Saisonsieg für Düsseldorf, nach sechs Niederlagen in Folge. Bei den Spielern dürfte das erwähnte Chaosspiel keine Rolle gespielt haben. Auf Düsseldorfer Seite waren von damals nur zwei Akteure dabei und bei der Hertha war lediglich Ersatztorwart Kraft  ein direkt Beteiligter.

Trainer Friedhelm Funkel, der in Berlin ja nicht unbekannt ist, führt bei der Fortuna ein Himmelfahrtskommando. Er soll versuchen, eine nicht erstligataugliche Mannschaft über dem Strich zu halten. Dabei sind kämpferische Tugenden gefragt. Kratzen und beissen sind angesagt, ein Fußball, der dem Gegner weh tut. Der Hertha bereitete das große Probleme.

Die Alte Dame ist gerade dabei sich ihren guten Saisonstart zu versauen. Bis auf die ersten zwanzig Spielminuten bot Hertha eine katastrophale Vorstellung. Es ist keine Entschuldigung, dass der jungen Mittelstädt für ein dämliches taktisches Foul gelb-rot sah und Hertha dezimiert in die zweite Halbzeit gehen musste. Düsseldorfs Sportvorstand Ruthemöller meinte im Halbzeitinterview, dass es für seine Mannschaft auf Grund der spielerischen Defizite gegen 10 Berliner jetzt noch schwerer werden könnte und das Zwischenergebnis von 0:0 ein gutes Endergebnis wäre. Wie hat er sich verschätzt. Nach dem Führungstreffer von Usami in der 51. Minute brach Hertha förmlich auseinander. Die vier Gegentore kassierten die Berliner völlig zu Recht. Zum Glück hieß der Gegner an diesem verregneten Novembertag nur Fortuna Düsseldorf, sonst wäre es womöglich noch ärger gekommen. Als der eingewechselte Selke in der 88. Minute zum zwischenzeitlich auf 1:3 verkürzte, hob er als Reaktion nur bedauernd die Arme. Ein Tor für die Statistik. Düsseldorf legte noch einen nach und feierte den zweiten Sieg seit dem 15. September. Vier Tore hatten sie dem Gegner fröhlich eingeschenkt, davor hatte sie in zehn Ligaspielen nur sechs Mal getroffen.

„Bloß von hier weg, so weit wie möglich..“   heißt es in einer Liedzeile der Band Keimzeit, die Fans aus Berlin hatten das Stadion längst verlassen, als der Song der Toten Hosen „An Tagen wie diesen“ erklang. Es ist bedenklich, seit fünf Ligaspielen ist die Hertha jetzt ohne Sieg – der letzte war tatsächlich gegen die Bayern – und dazu sieben Gegentore aus den beiden letzten Begegnungen. Die Länderspielpause dürfte für Hertha gerade recht kommen. Der nächste Gegner ist die TSG Hoffenheim.

Hans-Peter Becker

Siege am Karnevalssamstag

In der Wuhlheide wurde endlich mal wieder gewonnen. Am 22. Spieltag schickten die Eisernen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit einer 1:3 Niederlage zurück in den Karneval. Die unheilvolle Serie von 8 Spielen ohne Sieg wurde beendet. Vor allem kämpferisch überzeugten die Eisernen in der ausverkauften Alten Försterei. In der Mannschaft grassierte ein Grippevirus, so dass sich die Mannschaft quasi von selbst aufstellte. Auf der Bank saßen fast nur Nachwuchsspieler.

Zu keiner Phase des Spiels liessen  die Unioner einen Zweifel darüber, wer hier als Sieger von Platz gehen soll. Trotzdem gingen die Gäste, begleitet von 2.500 Fans am Karnevalswochenende in der 41. Minute durch Florian Neuhaus in Führung. Es war der erste und einzige brauchbare Angriff der Fortuna in der ersten Halbzeit. Sofern man es mit dem 1. FC Union hält, war Welt nicht mehr zu verstehen. Es war eine sehr glückliche Halbzeitführung.

Nach dem Pausentee rackerten die Eisernen unverdrossen weiter, getreu dem Motto aus der Vereinshymne, immer weiter ganz nach vorn. Der unermüdliche Kampf wurde belohnt. Der mehr als verdiente Ausgleich fiel in der 67. Minute durch einen verwandelten Handelfmeter. Steven Skrzybski übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher. Nur vier Minuten später war das Spiel gedreht. Akai Gogias Schuss wurde zunächst abgewehrt, Sebastian Polter war zur Stelle und drückte den Ball über die Linie. Ein bisschen was versuchte der erstaunlich schwach aufspielende Tabellenführer noch. Ernsthaft in Bedrängnis kamen die Eisernen nicht, im Gegenteil der überragend spielende Skrzybski machte in der Nachspielzeit alles klar und erzielte das 3:1.

Für die Fortuna war es ein vorgezogener Aschermittwoch, sollte am kommenden Montag der 1. FC Nürnberg beim FC St. Pauli gewinnen, dann hätten die Eisernen sogar den Tabellenführer gestürzt. Der Lohn für die Bemühungen ist zunächst der Tabellenplatz 7 und, da Kiel in Kaiserslautern verloren hat, lediglich 5 Punkte Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsplatz.  12 Spiele bis zum Saisonende, geht da noch mehr als gedacht.

Nach den Eisernen war die Hertha dran und besiegte, ganz in der Nähe der Karnevalshochburg Köln, nicht unbedingt erwartet, die Werkself aus Leverkusen. Hertha konnte ausgeruht anreisen, während Leverkusen unter Woche gegen Bremen im Pokal einen 0:2 Rückstand in einen Sieg ummünzen konnten. Gegen Hertha gelang das nicht. Die Alte Dame wirkte ganz frisch ging durch Treffer von Valentino Lazaro (43.) und Salomon Kalou (57.) mit 2:0 in Führung und dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Der Aschermittwoch begann für die Fans der Leverkusener bereits am Samstag. Bei diversen Karnevalsveranstaltungen und beim Rosenmontagszug gibt viele Möglichkeiten, Trost zu finden. Der FC aus Köln verlor in Frankfurt und Mainz machte es in Hoffenheim nicht besser. Für die Fans der Karnevalsvereine heisst das, ab ins Getümmel, es kann nur besser werden.  Leider waren die Berliner Teams die Spielverderber.
Hans-Peter Becker

Nach Bielefeld kommt der Tabellenführer

Der 1. FC Union erwartet den aktuellen Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf zum nächsten Heimspiel in der „Alten Försterei“. Nach 21 Spieltagen trennen beide Mannschaften stolze 15 Punkte. Das Hinspiel gewannen die Rheinländer mit 3:2 und legten bereits 5 Punkte Abstand zu den Eisernen. Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel stapelte damals tief. Union hat den stärksten Kader der Liga und wird bestimmt am Ende der Saison als Tabellen-Erster aufsteigen. Vor dem Rückspiel hat er lediglich den zweiten Teil seiner damals getroffenen Aussage korrigiert. Tabellen-Erster könnte Union zwar theoretisch noch werden, allerdings müssten sie dann alle ausstehenden 13 Spiele gewinnen. Selbst die kühnsten der Optimisten werden das nicht in Betracht ziehen und die Fortuna Düsseldorf wird alles daran setzen, dass der ein Aufschwung der Eisernen nicht am bevorstehenden 22. Spieltag beginnt.

Im Union-Lager hofft man natürlich, dass die unheilvolle Serie von 8 sieglosen Spielen in Folge, darunter sogar 3 Heimniederlagen hintereinander endlich durchbrochen wird. In Bielefeld war man bereits sehr nah dran und die letzten 20 Minuten des Spiels lassen auf bessere Zeiten hoffen. Die dort ausprobierte 3-5-2 Taktik könnte gegen Düsseldorf weiter zur Anwendung kommen. Ganz sicher war sich Unions Trainer Andre Hofschneider in der Pressekonferenz zum bevorstehenden Spieltag nicht. Innenverteidiger Toni Leistner darf nach seiner Sperre wieder spielen und so könnte es wieder eine 4er Kette in der Abwehr werden.

Die Fortuna aus Düsseldorf holte auswärts bisher 20 Punkte und sie ließen dabei nur 9 Gegentore zu, das ist mit Abstand der Liga-Bestwert. An dieser Aufgabe werden sich die Eisernen beweisen müssen. Schließlich ist ein Sieg nur möglich, wenn Tore erzielt werden. An der Unterstützung durch die Fans wird es nicht mangeln. Es wird ein fast ausverkauftes Stadion am Sonnabend erwartet. Trotz Karneval wurden etwa 2.500 Karten für den Gästeblock verkauft.

Ein neues Spiel, ein neues Glück, so könnte die Situation für die Eisernen beschrieben werden. Trainer Andre Hofschneider hat bis auf den den rot-gesperrten Philipp Hosiner und die langzeitverletzten Kenny Redondo, Stephan Fürstner und Fabian Schönheim alle anderen an Deck. Nicht mehr zur Mannschaft gehört der ehemalige Kapitän Damir Kreilach, der in die US-amerikanische Fußball-Liga wechselt und dort für Real Salt Lake City spielen wird. Er wird sich in der Halbzeitpause von den Fans verabschieden. Kreilach kam mit Beginn der Saison 2013/14 zu den Eisernen, trug insgesamt 149 Mal das Union-Trikot und erzielte 33 Tore.

Bei den Gästen wird Kapitän Oliver Fink wegen einer Verletzung nicht dabei sein. Der Hertha-Leihspieler Genki Haraguchi erlitt im Spiel der Fortuna gegen den SV Sandhausen eine Gehirnerschütterung und wird ebenso die Reise nach Berlin nicht antreten können.

Die Partie wird in der Wuhlheide um 13:00 Uhr von Schiedsrichter Robert Hartmann angepfiffen werden. Übrigens, Friedhelm Funkel traut den Eisernen nach wie vor zu, dass sie eine Serie starten und oben angreifen können. Punkte müssen auch so dringend her, der Abstiegs-Relegationsplatz ist nur 6 Punkte entfernt und sollte nicht näher rücken. Der letzte Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf liegt eine ganze Weile zurück. Am 19. August 2013 gab es einen 2:1 Sieg, Andre Hofschneider war damals der Assistent von Uwe Neuhaus.

Hans-Peter Becker

Erste Saisonniederlage für die Eisernen

Die Düsseldorfer Arena war im aktuellen Kalenderjahr kein gutes Pflaster für den 1. FC Union. Im Auswärtsspiel der letzten Saison im April büßten sie in der 90. Minute den Sieg ein, als Özkan Yildirim per Kopf den glücklichen Ausgleich für die Fortuna besorgte. Ein paar Monate später traf es die Eisernen noch ärger. Nach Rückstand hatten sie das Spiel gedreht, dann den Ausgleich hinnehmen müssen und als wenigstens ein Punkt als Lohn für die Steigerung in der 2. Halbzeit unter Dach und Fach zu sein schien, wurden sie kalt erwischt. Die 90 Minuten waren gerade abgelaufen, Union im Vorwärtsgang, verloren den Ball und Florian Neuhaus, vor der Saison von München 60 gekommen, marschierte in Richtung Tor von Jakub Busk und ließ einen beherzten Schuss los. Jakob Busk war dran, doch es reichte nicht, den Ball um den Pfosten zu lenken. Fast in Zeitlupe rollte er über die gefährliche Linie. Schade, wie schon in Nürnberg kassierten sie einen entscheidenden Gegentreffer mit dem Schlusspfiff vor Augen. Die Düsseldorfer konnten ihr Glück kaum fassen. Das Spiel war ein Wechselbad der Gefühle. Die erste Halbzeit gehörte der Fortuna. Union hatte große Probleme beim Spielaufbau. Vor der 4er Abwehrkette operierte Stephan Fürstner als zentraler  6er, Damir Kreilach und Felix Kroos operierten auf den Aussenbahnen im Mittelfeld, davor waren 3 Stürmer aufgeboten. Fürstner, die erste Anspielstation, nach Balleroberung vor dem eigenen Strafraum hatte einen gebrauchten Tag. Skrzybski Ersatz Akaki Gogia wirkte übermotiviert, hätte in der 51. Minute nach dem zweiten gelbwürdigen Foul auch vom Platz fliegen können. Er wurde wie Fürstner, ausgewechselt. Für Fürstner kam Marcel Hartel und für Gogia durfte Uchida ran. In der Schlussphase des Spiels, mit der Einwechselung von Uchida (75.) stellte Jens Keller von 4-3-3 auf 4-4-2 um. In dieser Phase ging Union in Führung und büßte sie wieder ein. Keller wollte gewinnen und brachte Hosiner für Hedlund. Leider kam es anders. Aus einem möglichen angeschmutzten Sieg wurde noch eine unglückliche Niederlage. Es ist wie jedes Jahr, Union kommt schwer in die Gänge. Der Sommer ist vorbei, es kommt der Herbst, dann die Weihnachtspause und zitieren wir zur Beruhigung mal den Fußball-Philosophen Ulli Honeß, den der „Weihnachtsmann war noch nie der Osterhase.“

Hans-Peter Becker

Verflixte 13 – die Eisernen müssen nach Düsseldorf

Gegen die Düsseldorfer Fortuna haben die Eisernen schon oft um Punkte gekämpft. Vor dem Spiel am kommenden Sonntag, die Fortunen empfangen als Spitzenreiter die Wuhlheider, wird an ein Spiel erinnert, 13 Jahre zuvor, auf den Tag genau am 10. September 2004. Der 1. FC Union war aus der 2. Liga abgestiegen und musste in der damals drittklassigen Regionalliga in Düsseldorf ran. Es war der Testlauf für die gerade fertiggestellte schicke neue Arena, hervorgegangen aus dem alten Rhein-Stadion. Vor 38.000 Zuschauern erwiesen sich die Unioner als brave Gäste und verließen geschlagen mit 0 : 2 die damals noch LTU genannte Arena. In den 13 Jahren ist eine Menge passiert. Beide wechselten die Ligen, trafen erneut in der Regionalliga, der neugeschaffenen 3. Liga und der 2. Liga aufeinander. Es treffen sich zwei alte Bekannte, insgesamt wird es das 15 Zweitligaspiel.

Beide haben Ausfälle wichtiger Akteure zu beklagen. Bei den Eisernen wird Innenverteidiger Marc Torrejon wegen muskulärer Probleme auf jeden Fall fehlen. Nur geringe Hoffnungen gibt es, was einen Einsatz von Steven Skrzybski betrifft. Der Offensivspieler plagt sich seit einiger mit einer Reizung der Achillessehne herum. In der Innenverteidigung dürfte Fabian Schönheim neben Toni Leistner erste Wahl sein, während im offensiven Mittelfeld Akaki Gogia Skrzybski ersetzen könnte.

Es wird erwartet, dass Jens Keller seine Unioner in einem defensiveren 4-3-3, mit Stephan Fürstner auf der 6er Position antreten lässt. Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel bevorzugte zuletzt in der Abwehr eine 3er und in der Verteidigung eine 5er Kette. Ob das gegen die recht angriffsstarken Unioner so sein wird, daran hatte auf entsprechende Nachfrage Jens Keller seine Zweifel. In den bisherigen Saisonspielen traten die Düsseldorfer sehr offensiv auf. „Vielleicht können wir das für uns nutzen“, meinte Unions Trainer. Es könnte, wie im letzten Jahr hitzig und aggressiv werden. Bei den Düsseldorfern wird Stammtorhüter Michael Rensing wegen einer angebrochenen Rippe nicht spielen können. Als gleichwertiger Ersatz steht der erstligaerfahrene, von Werder Bremen gewechselte, Raphael Wolf bereit.

Eine verflixte 13 sollte es nicht werden, einen Punkt nach 90 Minuten zu holen, in der jetzt Esprit heißenden Arena als Minimalziel, gern darf es mehr sein. Auf lautstarke Unterstützung müssen die Spieler aus der Wuhlheide nicht verzichten, fast 1.000 Karten für den Gästeblock wurden bereits in Berlin verkauft und selbst wer ohne Karte anreist kann mit Einlass rechnen. Nach Angaben von Pressesprecher Christian Arbeit werden etwa 1.500 Schlachtenbummler im Gästeblock erwartet, wenn Schiedsrichter Arne Aarnink aus Nordhorn die Mannschaften auf das Feld führen wird. Der Anpfiff ist am Sonntag für 13:30 Uhr geplant.

Hans-Peter Becker