Hertha verschenkt zwei Punkte und Union verteidigt Tabellenführung

Das Ding geht durch die Decke, so äußerte sich Union-Präsident Dirk Zingler nach dem 6. Spieltag, da übernahmen sie die Tabellenführung. Okay, eine schöne Momentaufnahme und nicht mehr. Einen Spieltag weiter grüßen die Eisernen weiter von der Tabellenspitze, mit fünf Punkten Vorsprung vor dem amtierenden Meister.

Erschreckend schwache Wolfsburger wurden mit einer 0:2 Niederlage zurück an den Mittellandkanal geschickt. In Halbzeit eins stimmte bei der Kovac-Truppe wenigstens die Defensivarbeit. Das war es dann auch, nach der Pause kam nichts mehr. Die Eisernen wollten einfach mehr und wurden belohnt. Zwei wunderschöne Treffer durch das Sturmduo Jordan Siebatcheu und Sheraldo Becker entschieden die Partie. Vor der Länderspielpause konnten die Eisernen die Tabellenführung verteidigen und sind als einziges Team in dieser Saison noch ungeschlagen. Wie soll das weitergehen? Wahrscheinlich müssen sie sich öfter zwicken, kann das denn wahr sein?

Ein schöner Sonntag für den 1. FC Union, am Freitag zuvor spielte Hertha 1:1 in Mainz. Buchstäblich in letzter Sekunde gaben sie den Sieg aus der Hand. Seherische Fähigkeiten hatte Sportick-Chefredakteur Christian Zschiedrich, als er in seinem Vorbericht auf die Gefährlichkeit der Mainzer in der Schlussphase hinwies. Hertha steht mit sechs Punkten nach sieben Spieltagen nicht besser da, als in der letzten Saison. Allerdings machen die Auftritte, das sieht fußballerisch etwas besser aus, Mut auf den Klassenerhalt.

Am 8. Spieltag, nach der Länderspielpause, muss Union nach Frankfurt zur Eintracht reisen. Hertha spielt einen Tag später im Olympiastadion gegen die TSG Hoffenheim.

Hans-Peter Becker

Daumendrücken für Hertha in Mainz

Die Saison wird diesmal hoffentlich eine bessere für die Berliner, als die letzte, krisenhafte. Der Fan schaute voller Argwohn auf die Spiele und den meist abstiegsbedrohten Tabellenstand. Auch wenn es jetzt nach sechs Spielen keinen Anlass zur Freude gibt. Vielleicht ein bisschen beim 2:2 gegen Leverkusen wurde im Vergleich zur letzten Saison wenigstens Fußball gespielt. Insofern, es lohnt sich wieder ins Olympiastadion zu gehen. Am 7. Spieltag, zum Freitagabend gilt es in Mainz zu bestehen. Sollten sich da einige Spieler nicht mit der richtigen Einstellung auf das Feld begeben, könnte es ein Fiasko geben, zudem kehrt Hertha-Trainer Sandro Schwarz an seine einstige Wirkungsstätte zurück.

Kommentar Christian Zschiedrich © Foto: Sportick

Hertha steht dem Punktestand nach mit Wolfsburg und Stuttgart, jeweils fünf, auf dem Relegationsplatz. Hat sich Hertha, wäre wünschenswert, mit annehmbaren Ergebnissen gefestigt? Können wir mit konstanteren Leistungen, Spiel für Spiel, rechnen? Wenn nicht, ein Blick auf die Tabelle, hätte Hertha in Augsburg nicht gewonnen oder etwa gegen Leverkusen verloren, wo stünde Hertha vor dem 7. Spieltag? Die Krisenstimmung konnte vermieden werden. Das geht in der Bundesliga eben wirklich sehr schnell. Fast jeder kann jeden schlagen. Es ist sehr ausgeglichen, man schaue sich nur mal die Tabellenspitze an.

Das Selbstvertrauen kann bereits in nur einem Spiel wieder verloren gehen und reicht allein keineswegs. Wer glaubt, gegen Mainz ist es einfacher als gegen Leverkusen zu spielen, überall hängen die Trauben hoch. Mainz geht mit mannschaftlicher Geschlossenheit und großem Einsatz zu Werke. Sie geben bis zum Schluss nicht auf, gegen Augsburg gelang ihnen der Siegtreffer in der dritten Minute der Nachspielzeit. Gegen Mainz ist ein Erfolg möglich. Im Falle eines Sieges sähe, mit acht Punkten, die Welt gleich wieder viel freundlicher aus. Bis zum nächsten Heimspiel vergehen 2 Wochen, erst am 2. 10. kommt Hoffenheim ins Olympiastadion. Im Falle eines Erfolges in Mainz traue ich Hertha sogar die Punkte gegen Hoffenheim zu. Die TSG steht ja mit oben, will wieder ins internationale Geschäft. Jetzt erst einmal Mainz, das nächste Spiel ist ja immer das schwerste. Also haut euch ordentlich rein ins Match am Freitagabend.

Zu einer Vorschau aus Berliner Sicht gehört natürlich auch der 1. FC Union, bisher wurde der Tabellenführer in der Eliteliga noch gar nicht erwähnt. Der spielt zu Hause gegen Niko Kovac mit dem VfL Wolfsburg, in der Alten Försterei, am Sonntag, um 15.30 Uhr. Ein Sieg wird nicht einfach. Sollten die Wölfe in der Wuhlheide verlieren, wird die Luft für Kovac noch dünner.

Warum sind sie Spitzenreiter? Die mannschaftliche Geschlossenheit beeindruckt, wenn es auch international nicht so gut läuft. Mal sehen, wie es nach dem Spieltag aussehen wird.

Christian Zschiedrich

Union geht durch die Decke und Hertha punktet

Der 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga Saison 2022/23 wird den fußballbegeisterten Berlinern in besonderer Erinnerung bleiben. Hertha scheint auf dem langsamen Weg der Besserung zu sein und holte vor 40.643 Zuschauern im Olympiastadion immerhin einen Punkt. Partie gedreht, die zwischenzeitliche 2:1 Führung hielt nur fünf Minuten. Das Unentschieden wurde den gezeigten Leistungen auf dem Platz gerecht.

Einen Tag später, am Sonntag, 11. September traten die Eisernen aus Köpenick beim 1. FC Köln an. Der FC Bayern hatte im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart Federn gelassen und mit einem Sieg in Müngersdorf wären sie Tabellenführer, wenigstens bis zum Schlusspfiff in Freiburg. Ein durch Sheraldo Becker erzwungenes Eigentor nach nur vier Spielminuten brachte den Sieg. Union verschoss noch einen Elfer und erzielte ein Abseitstor. Mit 14 Punkten sind die Wuhlheider jetzt alleiniger Tabellenführer der Bundesliga. Wer darauf vor der Saison gewettet hätte, könnte davon eine ganze Weile seine zukünftigen Strom- oder Gasrechnungen begleichen. In Berlin, vereinzelt sogar in den Westbezirken, wurden Reste vom letzten Silvesterfeuerwerk verbraten. Das ist mehr als nur eine kleine Sensation. „Das Ding ist durch die Decke gegangen“, so die Worte von Präsident Dirk Zingler.

Für die Liga selbst ist das ein kleines Armutszeugnis. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt. Solide Handwerksarbeit zahlt sich aus. Vor allem kommt es auf die Abwehr an. Nur vier Gegentore in sechs Spielen und noch ohne Niederlage, das ist beachtlich.

Die nächsten Aufgaben lauten FSV Mainz 05 auswärts, für die Hertha und Union spielt zu Hause gegen den VfL Wolfsburg, der Max Kruse ausgebootet hat.

Hans-Peter Becker

Foto: Christian Zschiedrich

Hertha BSC: Wenige Stunden vor dem Spiel gegen Mainz 05

Die Auffassung – ob medial oder bei den Hertha-Fans – die Alte Dame sei ja schon so gut wie gerettet, stimmt einfach nicht. So jedenfalls sagt einer ganz laut, der es wissen muss: Trainer Felix Magath. Gerettet ist der Tabellenneunte Mainz 05 mit 42 Punkten. Das ist gut so für die Berliner. Erfahrungsgemäß kämpfen (bis zum Umfallen) die mehr, deren Existenz in Liga Eins noch nicht in trockenen Tüchern ist. Hertha hat bis zum vorletzten Spieltag 33 Punkte gesammelt. Am letzten Spieltag hat Hertha beim BVB in Dortmund anzutreten. Ob Hertha da Punkte holen kann, darf in dieser Saison bezweifelt werden. Umso mehr zählt das Ergebnis im „Topspiel“ im Olympiastadion. Sollte Hertha beide Spiele verlieren und der VfB Stuttgart entsprechend punkten, müssen nicht die Schwaben, sondern die Berliner in die Relegation. Herthas miserables Torverhältnis 35:67, Stuttgart 37:56, muss rechnerisch auch bedacht werden.

Grafik © Sportick

Wenn Hertha absteigen sollte, hat das, trotz aller Erfahrung des Clubs, Auswirkungen nicht nur für die Angestellten im Verein. Schalke 04, Werder Bremen und der Hamburger SV können aktuell ein Lied davon singen. Entscheidungen über den Verbleib der nominell auflaufenden Spieler und sogar einige Finanzpoker um ausgeliehene Spieler, es geht um zehn Profis, stehen dann zu Buche. Augsburg würde gern mit Vorkaufsrecht den leistungsmäßig überzeugenden Arne Maier behalten. Omar Alderete (Florenz) und Krzysztof Piatek (Italien) haben sich in ihren Vereinen empfohlen. Die bereits abgestiegene SpVgg. Fürth möchte gern mit Jessic Ngankam die Kaufoption ziehen. Daishawn Redan (Zwolle Niederlande) ist der Verbleib noch nicht bestätigt. Zwolle ist in der 1. Liga auch noch nicht gerettet.

Vor der vertragsmäßigen Rückkehr zu Hertha BSC stehen ´fünf Spieler, die natürlich davon ausgehen, weiter in der 1. Bundesliga ihr Geld zu verdienen. Dodi Lukebakio (Wolfsburg), Jordan Torunarigha (Gent), Javairo Dilrosun (Bordeaux), Deyovaisio Zeefuik (Blackburn) und Eduard Löwen (Bochum). Da kommt auf Fredi Bobic einiges an Arbeit und viel Verhandlungsgeschick zu.

Die 05er haben ihre Klasse in der Eliteliga schon öfter bewiesen und Spiele in den Schlussminuten dank ihrer superschnellen Außen- und torgefährlichen Stürmer gedreht. Das heißt, Hertha muss bis zum Schlusspfiff konzentriert zur Sache gehen. In Erinnerung sei der Treffer der Bielefelder bei ansonsten dominantem Spiel der Hertha. Garantiert wird wieder einige Minuten nachgespielt werden. Felix Magath hat die Mannschaft garantiert darauf einstellt, und das Team wird es hoffentlich diesmal vor 70.000 Fans umsetzen. Einsatz, Kampf und Leidenschaft wird von voraussichtlich folgender Startelf gefordert und eben auch von allen Wechselspielern wann und wo auch immer.

So könnte Hertha beginnen: Lotka – Pekarik, Boyata, Kempf, Björkan – Ascacíbar, Tousart – Darida, Boateng, Serdar – Selke. Magath dürfte auf das zuletzt bewährte 4-2-3-1 System vertrauen

Die Arena öffnet am 07.05.2022 um 16.30 Uhr. Hertha erwartet ein ausverkauftes Haus. Der öffentliche Nahverkehr in Berlin will, wie alle Herthaner, sein Bestes geben.

Christian Zschiedrich

Hertha BSC im Abstiegskampf

Das Positive, Abstiegskampf ist spannender als Mittelfeldgeplänkel, das Negative, die Gefahr abzusteigen. Hertha hat nach 19 Spielen 22 Punkte und rangiert momentan auf Platz 13. Erfahrungsgemäß spielt Hertha gegen namhafte Gegner erstaunlich gut, vor allem, wenn dadurch die Spieler im Blickpunkt stehen und das Match mehr als üblich großes Interesse hat. Insofern braucht man sich keine Gedanken machen, wie Hertha am Sonntag gegen Bayern München zu Werke gehen wird. Garantiert viel besser als gegen Union. Da begann Hertha, als wenn es um nichts gehen würde. Macht nur weiter so. Ihr werdet schon sehen, wohin das führt.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert

Wer gegen Union erst erstmal einem Rückstand hinterherlaufen muss, hat es schwer. Union hat folgerichtig 31 Punkte nach 19 Spielen und könnte, auch wenn es Cheftrainer Urs Fischer nicht hören will, wieder im internationalen Geschäft, Kurs Europa, mitmischen. Momentan ist es, trotz zwangsweiser Umstellungen auf fünf Positionen, ein Kurs auf die Champions-League. Das kommende Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach verspricht Spannung, weil die Borussen unbedingt gewinnen wollen, sogar müssen, stehen enttäuschend punktgleich mit Hertha auf einem Platz im unteren Tabellendrittel.

Hertha hat das nächste Heimspiel gegen Bayern München auszutragen. Vielleicht gut gespielt, aber gewinnen, da steht ein großes Fragezeichen. Im Fußball ist zwar vieles möglich, nur in dieser Saison wohl kein Sieg über die Bayern. Bayern hat mehr als das Doppelte an Punkten geholt, es sind bisher 46, dazu ein Torverhältnis von 61:18, Hertha BSC kann lediglich 21 Tore verweisen. Hertha kann wohl nur beten, dass der VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld nicht zu nahe kommen. Für mich steht bereits fest, Hertha wird der große Verlierer in dieser Woche der Wahrheit sein.  

Christian Zschiedrich

Hertha lehrt Dortmund das Fürchten

Nach dem 0:4 gegen Mainz 05 und der schwankenden Leistungen wegen, gaben viele Berliner keinen Pfifferling mehr auf Hertha BSC gegen Borussia Dortmund. Bielefeld hatte tags zuvor in Leipzig 2:0 gewonnen und damit Hertha in der Tabelle überholt. Sogar eingefleischte Herthaner rechneten: Wenn Hertha bei 18 Punkten nach der Hinrunde bleibt und genauso viele in der Rückrunde holt, dann käme Hertha am Ende auf 36 Punkte. Damit sind aber schon viele Vereine abgestiegen. Um sicher zu gehen, benötigt man zum Klassenerhalt erfahrungsgemäß 40 Punkte. Entsprechend dieser Hochrechnung hätte Hertha schließlich 42 Punkte und bliebe in der Bundesliga. Dem Geld und der eigenen Ansprüche nach keinesfalls das Gelbe vom Ei, aber immerhin…

Kommentar Chefredakteur Christian Zschiedrich Foto: © Sportick

Der 17. Spieltag bescherte den Berliner Clubs, wer hätte das gedacht, sechs Punkte. Der 1. FC Union gewann auswärts in Bochum, keineswegs etwa einfach, 1:0 und sicherte sich mit den letzten drei gleich 27 Punkte, Hertha BSC kommt auf 21 Punkte und damit auf Tabellenplatz 11. Union muss zum Rückrundenauftakt nach Leverkusen und Hertha hat am Sonntag, 09. Januar 2022 gleich wieder ein Heimspiel, empfängt um 15.30 Uhr den 1. FC Köln. Die Kölner müssen sich warm anziehen, wenn Hertha mit der Einstellung über 90 Minuten und Nachspielzeit wie gegen Dortmund spielt. Aber Moment mal, die Kölner können doch auch leidenschaftlich kämpfen. Weshalb jedoch wurde der 3:2-Sieg der alten Dame über Dortmund überhaupt möglich? Trotz des Pausen-Rückstandes und obwohl  Hertha-Trainer Tayfun Korkut nach der Blamage in Mainz einige Ausfälle ausgerechnet gegen die Borussen zu verkraften hatte.    

Jeder der Zuschauer sah von der ersten Minute an, wie sich Hertha gegen die Umstände und einer im Grunde überlegenen Mannschaft stemmte. Mit solch einer Körpersprache war Hertha bisher nicht aufgelaufen. Geradezu bissig und aggressiv wurde um jeden Ball und jeden Zentimeter Boden gekämpft. Zweikämpfe wurden nicht nur angenommen, sondern sogar gesucht – mit großem  Durchsetzungsvermögen und starkem Willen in den Duellen. Natürlich liefen die Herthaner gegen Ende auf dem Zahnfleisch. Doch die Willenskraft  erlahmte nicht. Welch großartiges Laufvermögen. Da war doch tatsächlich einer für den anderen Mitspieler da und in der Regel Sekunden vor den Dortmundern am Ball. Lobenswert wie die Lücken geschlossen und wie zielstrebig Konter gefahren wurden. Der Ball wurde nie aus den Augen gelassen und der Gegner auch nicht. Keiner verkroch sich. Der Ball wurde sogar leidenschaftlich gefordert. Imponierend das Nachsetzen und Abwehrverhalten der Stürmer. Na bitte, Hertha kann’s doch!  Ab jetzt weiß Hertha, was Geschlossenheit im Mannschaftsspiel  bedeutet. Arme Kölner!

Christian Zschiedrich

Robert Andrich wechselt nach Leverkusen

Mittelfeldspieler Robert Andrich verlässt den 1. FC Union Berlin mit sofortiger Wirkung und schließt sich dem Ligakonkurrenten Bayer 04 Leverkusen an. Darauf verständigten sich beide Vereine und der 26-Jährige am Montag, 16.08.2021.

Der gebürtige Brandenburger, der nach seiner Ausbildung bei Hertha BSC für die SG Dynamo Dresden, den SV Wehen Wiesbaden und den 1. FC Heidenheim aktiv war, wechselte nach dem Aufstieg der Eisernen von Heidenheim nach Berlin-Köpenick und entwickelte sich im Team von Union-Trainer Urs Fischer zum Stammspieler. In zwei Jahren trug der Mittelfeldspieler maßgeblich zum Klassenerhalt und zur Qualifikation für die Play-Offs zur UEFA Euro Conference League bei. Er absolvierte insgesamt 66 Pflichtspiele für den 1. FC Union Berlin, dabei erzielte er neun Treffer und steuerte sechs Torvorlagen bei.

Auch wenn uns die Entscheidung als Verein nicht leichtfällt, den Spieler gehen zu lassen, haben wir gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Leverkusen eine Lösung gefunden, die für alle Parteien akzeptabel ist. Sportlich bedauern wir seinen Weggang, wünschen Robert aber auf seinem weiteren Weg alles Gute und bedanken uns für seine Leistungen im Trikot des 1. FC Union Berlin“, so Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball des 1. FC Union Berlin.

Quelle: Hannes Hahn/1. FC Union Berlin

Transfer coup – Union verpflichtet Taiwo Awoniyi

Es verwundert schon etwas, das der 1. FC Union in diesen Zeiten einen solchen Transfer tätigen konnte. In der vergangenen Saison spielte Taiwo Awoniyi auf Leihbasis für die Eisernen. „Wir verpflichten keine Spieler, die 7,5 Millionen Euro Ablöse kosten.“: so wird Unions Manager Oliver Ruhnert im Fachblatt Kicker zitiert. Vielleicht hat er durch geschicktes verhandeln den Preis für den wuchtigen Mittelstürmer etwas drücken können. Ein hübsches Sümmchen dürfte trotzdem an den FC Liverpool zu zahlen sein.

Awoniyi wechselte 2015 von der Imperial Academy in Nigeria zu den Reds an die Merseyside und sammelte auf Leihbasis beim FSV Frankfurt, NEC Nijmengen (Niederlande), KAA Gent und Royal Mouscron (beides in Belgien) Erfahrung. In der Bundesliga lief der Stürmer in der Saison 2019/20 in zwölf Pflichtspielen für Mainz 05 auf. Im letzten Sommer folgte dann der Wechsel zu Union, wo ihm der Durchbruch gelang. Im sechsten Saisonspiel erzielte er Ende November 2020 gegen den 1. FC Köln seinen ersten Treffer im Union-Trikot, dem bis Anfang des Jahres 2021 vier weitere folgten. Eine Verletzung unterbrach zwischenzeitlich den Lauf des Stürmers, der schließlich in den beiden letzten Partien der Spielzeit wieder zum Einsatz kam und mit dem Team den Einzug in die Europa Conference League feiern konnte.

„Ich freue mich, nach den vielen Leihstationen in den vergangenen Jahren nun endlich anzukommen und ein Zuhause zu haben. Union habe ich so viel zu verdanken, und dass ich jetzt fest verpflichtet worden bin, macht mich glücklich und stolz. Es ist fantastisch, dass ich den großartigen Weg mit dem Verein auch weiterhin gehen kann. Ich werde alles dafür geben, schnell da anzuknüpfen, wo ich vor meiner Verletzung war“, so Taiwo Awoniyi.

„Wir haben Taiwo in der letzten Saison kennen und schätzen gelernt. Seine Robustheit, seine Einsatzfreude und sein unbedingter Wille, dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln, haben für uns den Ausschlag gegeben, mit aller Kraft auf diesen Transfer hinzuarbeiten. Dass uns das tatsächlich gelungen ist, ist dem Bemühen aller Beteiligten zu verdanken, eine passende Lösung zu finden“, freut sich Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, über die Verpflichtung.

Taiwo Awoniyi ist ins Trainingslager der Mannschaft nach Oberlängenfeld in Tirol nachgereist. Er wird wie bereits in der vergangenen Saison mit der Rückennummer 14 auflaufen.

Quelle: 1. FC Union Berlin/Hans-Peter Becker

Kaderplanungen bei Hertha und Union

Das wichtige 2:1 erzielte der gebürtige Berliner Jessic Ngankam in der 74. Minute – eingewechselt kurz zuvor. Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt er für Hertha. Neun Spiele in Folge zuvor stand er nicht im Kader. Dramatisch war der Spielverlauf in der Veltins-Arena auf Schalke am 31. Spieltag.

Vielleicht rette Ngankam Hertha BSC auf Schalke vor dem Abstieg. Er ist aus Herthas Jugend hervorgegangen. Nun kam die Kunde von der schweren Knieverletzung. Nicht nur das Kreuzband soll kaputt sein. Tragisch für ihn. Er war nicht für Herthas neuen Saison-Kader geplant, sondern nach Fürth ausgeliehen.

Hertha will nicht wieder in Abstiegsnöte geraten und hofft, dass Suat Serdar, für 7 Millionen Euro von Schalke 04 gewechselt, bei Herthas Sturm-Problemen helfen kann. Es hat sich herumgesprochen, dass Hertha Geld hat. Fredi Bobic wird bei der Kaderzusammenstellung mehr als den Verantwortlichen in den Jahren zuvor zugetraut.

Prince Boateng soll die Mannschaft auf und neben dem Platz führen. Seine Fitness lässt wohl noch zu wünschen übrig, es ist ja noch Zeit bis zum ersten Punktspiel.

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto: Hans Becker

Einen fähigen Kaderplaner kann auch der 1. FC Union vorweisen. Der Verein, hat in der vergangenen Saison den Rivalen aus Charlottenburg überflügelt. Wie wird es in der kommenden Saison aussehen, kann Hertha den Spieß wieder umdrehen? Wir sind am Ball und beobachten das Geschehen erforderlich kritisch.

Der 1. FC Union musste einige Leistungsträger abgeben. Erfahrungsgemäß ist der erneute Umbruch, Union verpflichtete bisher elf neue Spieler, eine ganze  Mannschaft, nie ganz einfach. Es braucht wieder eine Portion an Glück.

Bei der Hertha wird es zunächst darauf ankommen, dass die Chemie in der Führungsetage wieder stimmt. In Köpenick scheinen die Wege kürzer zu sein. Von Querelen in der sportlichen Leitung ist nichts bekannt. Wenn das Geld nicht so reichlich vorhanden ist, kommt es umso mehr auf die Geschlossenheit der Mannschaft an. Das hat in der letzten Saison gut funktioniert.

Im Fußball soll fast alles möglich sein. Warten wir ob, die Eisernen ihr Husarenstück wiederholen können. Schlussendlich führte der Weg bis in die neu geschaffene Conference League. Da laufen bereits die Qualifikationsrunden. Die Eisernen greifen erst in der Play-off Runde (ab dem 19. August) in das Geschehen ein. Sollten sie sich dort qualifizieren, müssen sie ihren Kader breiter aufstellen.

Für Olympia nominiert sind vier Spieler, die in Berlin unter Vertrag stehen. Zwei Unioner und zwei Herthaner, gerecht aufgeteilt, wurden von Trainer Stefan Kuntz berufen. Die Unioner Max Kruse und  Cedric Teuchert und von der Hertha Arne Meier und Jordan Torunarigha treten in Japan an. Max Kruse, voller Elan, freut sich und möchte sich auch in der Olympia-Auswahl beweisen. Arne Meier ist momentan erkrankt und bangt um Tokio. Am 22. Juli startet für die DFB-Auswahl das Turnier in Yokohama gegen Brasilien.

Christian Zschiedrich

Löwen-Leihe nach Bochum

Unser Mittelfeldspieler schließt sich in der Spielzeit 2021/22 dem Aufsteiger aus dem Ruhrpott an.

Eduard Löwen läuft in der kommenden Saison auf Leihbasis im Trikot des VfL Bochum auf. Darauf verständigten sich beide Clubs am Montag (28.06.21). „Das Leihgeschäft mit dem VfL ist eine gute Sache für alle Beteiligten. Wir freuen uns, dass ‚Edu‘ dort die Möglichkeit auf viel Spielpraxis in der Bundesliga bekommt und so einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Entwicklung machen kann“, unterstreicht Fredi Bobic die Vorteile der Vereinbarung mit dem Verein aus dem Ruhrgebiet.

Löwen wechselte im Sommer 2019 vom 1. FC Nürnberg zu unserem Hauptstadtclub. Nach einer Leihe zum FC Augsburg in der Rückrunde 2019/20 kehrte der 24-Jährige im vergangenen Sommer an die Spree zurück. Insgesamt trug der siebenfache deutsche U21-Nationalspieler bisher in 14 Bundesliga-Partien das Trikot mit der Fahne auf der Brust.

Quelle: Hertha BSC