Es geht weiter mit der Bundesliga

Die Deutsche Fußballliga (DFL) hat sich festgelegt. Einen Tag nachdem von der Politik grünes Licht gegeben wurde, soll es am 16. Mai 2020 mit dem 26. Spieltag weitergehen. Seit dem 8. März war die Saison unterbrochen, letztmals wurde am 11. März gespielt. Die Nachhol-Partie Gladbach gegen Köln war bereits ein Geisterspiel.

Die Bundesliga ist somit Vorreiter für die europäischen Fußballligen, sieht man mal von Weißrussland ab, wo die Saison seit 7 Spieltagen läuft, als wenn nichts wäre. Entweder wird die Bundesliga zum Krösus der Corona Zeit oder das Ganze endet in einem Desaster. „Jedem muss klar sein: Wir spielen auf Bewährung. Ich erwarte von jedem, dass er dieser Verantwortung gerecht wird. Unser Konzept kann nur das Ziel haben, Infektionen frühzeitig zu entdecken.“ so äußerte sich Liga-Boss Seifert.

Zu klären ist noch ein Hygienekonzept für die Schiedsrichter, dafür ist der DFB zuständig. „Der DFB hat uns mitgeteilt, dass er die Umsetzung des Konzepts in die Hand nimmt. Das wird auch Testungen vor dem ersten Spieltag beinhalten.“, so die Aussage der DFL. Im Kölner Keller wird für die Videoassistenten umgebaut werden müssen. Bisher ist laut dem Fachmagazin Kicker kein Schiedsrichter auf Covid-19 getestet worden. Müssen sie, wie die Mannschaften, vor dem Spiel in Quarantäne ? Wer steht überhaupt zur Verfügung ? Können sie, wie üblich, einen Tag vorher anreisen ?

Unterzubringen sind weiterhin die Halbfinals, das Finale im DFB-Pokal und die Relegation. Es soll zudem möglich werden, dass statt 3 nun 5 Spieler ausgewechselt werden dürfen. Diese Regelung soll nur temporär für diese Saison gelten. Der Regelkomission (Ifab) wurde seitens der FIFA ein entsprechender Vorschlag unterbreitet. Die Vereine der Bundesliga 1 und 2 werden darüber kurzfristig entscheiden.

Für unsere Berliner Vertreter bedeutet das, Hertha spielt am Samstag, 16.05. in Hoffenheim und der 1. FC Union empfängt einen Tag später, Sonntag 18:00 Uhr den FC Bayern München in der Alten Försterei.

Soll man sich darüber freuen, endlich wieder Fußball schauen, wenn auch nur im Home-Office ? „Jedem muss klar sein: Wir spielen auf Bewährung. Ich erwarte von jedem, dass er dieser Verantwortung gerecht wird. Unser Konzept kann nur das Ziel haben, Infektionen frühzeitig zu entdecken.“ Es geht nur so, daran müssen alle halten und bitte keine dämlichen Aktionen aus der Kabine oder dem aus dem Umfeld der Stadien.

Hans-Peter Becker

Unsere Hauptstadt hat zwei Fußball-Bundesligisten

Endlich – der 1.FC Union hat es in der Relegation gegen Stuttgart gepackt! Nach dem 2:2 im Hinspiel in Stuttgart war klar, Union würde ein 0:0 oder 1:1 in der Alten Försterei reichen. Ja die Eisernen hättenmit etwas Glück sogar gewinnen können. Es war ein torloses, trotzdem packendes, spannendes Match. Pfostenschüsse, Rauchbomben, Abseitstor, Videobeweis, hoher Einsatz, ein Turban-Duo, Gelbe Karten, ein Spiel voller Emotionen, tiefer Trauer und Freudensprüngen. Die Begeisterung der Union-Anhänger kannte nach Spielschluss keine Grenzen. Mitten unter ihnen unser Reporter Hans-Peter Becker. Wir dürfen auf seinen Bericht vor Ort gespannt sein.

In Halbzeit Eins dominierte Stuttgart. Das änderte sichein wenig nach dem Wechsel. Den Gästen aus dem Schwabenland schien die Luft auszugehen und die Beine schwerer zu werden. Die Leistungen des Bundesligisten sind als erstaunlicherweise schwach zu bezeichnen. Stuttgart setzte in der Schlussphase bei fünfminütiger Verlängerung alles auf eine Karte. Union aber blieb Herr der Lage. Der Sieg des Zweitligisten und der Abstieg der Stuttgarter geht also völlig in Ordnung und die Alte Försterei brach mit 22.012 Zuschauern, natürlich ausverkauft, fast aus den Nähten. Wie soll das bloß werden, wenn Bayern München, Borussia Dortmund, etc. kommen. Die Berliner können sich auf das Derby mit dem Ortsrivalen freuen.

Christian Zschiedrich

Die Aufstiegschance ist gestiegen !

Der 1. FC Union hat den VfB Stuttgart mächtig geärgert und die Ausgangssituation für dem Relegationsrückspiel zu seinen Gunsten verändert. Nach dem überraschenden 2:2 im Hinspiel griffen die Stuttgarter zu Durchhalteparolen. „Es ist erst Halbzeit und die Entscheidung fällt erst nach dem nächsten Spiel.“ Der Verlauf des Spiels war so nicht erwartet worden. Die Eisernen hatten das knappe Scheitern in Bochum erstaunlich gut weggesteckt, ein Kompliment an die sportliche Leitung, die die Psyche der Spieler wieder aufgerichtet hatte.

Ein Blick in die Spielstatistik zeigt, zwar hatten die Stuttgarter mehr Ballbesitz, gewannen mehr Zweikämpfe, in der Laufleistung dagegen hatten die Köpenicker klar die Oberhand. Die Spieler des 1. FC Union liefen in der Endabrechnung fast 2 Kilometer mehr als die Stuttgarter. Sie mussten das Spiel nicht machen, konnten auf den Gegner reagieren und das tat ihnen sichtlich gut. Ein 4-2-3-1 im flexiblen Wechsel mit einem 4-3-3 war bei den Offensivaktionen zu sehen. In der Sturmspitze, als Zielspieler verdiente sich Sebastian Andersson Bestnoten, für den 1: 1 Ausgleich durch Suleiman Abdullahi lieferte er die Vorlage. Es waren kleine Änderungen die Urs Fischer vornahm, auf der linken Offensivseite bekam Marcel Hartel mal wieder einen Startelfeinsatz. Er hatte es schwer gegen den französischen Weltmeister Benjamin Pavard und wurde gegen Joshua Mees ausgetauscht.

In der Schlussphase waren die Eisernen sogar einer Sensation nahe, zwei Riesenmöglichkeiten zum Siegtreffer boten sich. Im Verlaufe des Spiels kassierten Kapitän Christopher Trimmel und der für Manuel Schmiedebach eingewechselte Felix Kroos, gelbe Karten mit Folgen. Das Rückspiel können sie nur von der Tribüne aus verfolgen, auf dem Rasen nicht mithelfen.

Eines ist klar, gewonnen haben die Eisernen noch nichts, die Chancen stehen jetzt 50 zu 50, haben sich verbessert. Im Rückspiel wird es spannend, Stuttgart mehr zu verlieren, sie müssen gewinnen oder mindestens drei Tore schießen und höchstens drei zulassen. Die Spannung steigt jetzt von Tag zu Tag. Es könnte was ganz Großes in der Luft liegen.

Hans-Peter Becker

Bleiben oder Aufsteigen – 1. FC Union spielt die Relegation

Vor der Saison war es das erklärte Ziel, nach Köln und Hamburg als Drittplatzierter die Saison abzuschließen. Nach der Saison sah es etwas anders aus, es wurde die Chance verpasst, sogar direkt aufzusteigen. Jetzt heißt die letzte Ausfahrt für den Urlaub in der 1. Bundesliga die Relegation gegen den VfB Stuttgart.

Am Donnerstag, 23.05. kommt es in Stuttgart zum ersten Aufeinandertreffen und am darauffolgenden Montag wird die Frage geklärt sein, wer das Adverb „noch“ vor seiner Liga-Zugehörigkeit durch das Adjektiv „neuer“ ersetzen darf. Oder bleibt jeder da, wo er vorher war. Wird der Reflex von Bochums Keeper in der 96. Minute im letzten Saisonspiel mit dem ersten Aufstieg in die oberste Bundesliga vergessen gemacht oder bleibt im Falle des Scheiterns ein kleines Trauma übrig. Die Niedergeschlagenheit unmittelbar nach dem Abpfiff in Bochum in positive Energie umleiten, das würde sich Unions Trainer Urs Fischer so sehr wünschen.

Zur Pressekonferenz vor der Abreise nach Stuttgart fand sich eine rekordverdächtige Zahl von Journalisten ein und es dauerte fast eine Halbzeit lang, bis Pressesprecher Christian Arbeit sich für die Teilnahme bedanken durfte. Der Sonderzug für die Fans war schon vorher bestellt und 3.000 Tickets für Stuttgart wurden zügig verkauft. Es werden wohl bis zu 5.000 Anhänger der Berliner, die in Stuttgart ihre Mannschaft unterstützen werden.

Die Ruhe selbst scheint Urs Fischer zu sein. Mit der Zuverlässigkeit der schweizerischen Bundesbahn spult er die Vorbereitung ab und lässt nicht in die Karten gucken. Personell hat er keine Sorgen, lediglich in der Innenverteidigung muss er eine Alternative für den gelb-gesperrten Florian Hübner finden. Die Erfahrung dürfte für Michael Parensen sprechen. Die Eisernen gehen als Außenseiter in die Relegation. Wie stehen die Chancen ? Alles abrufen und dabei auf eine gehörige Portion Matchglück hoffen. Vielleicht unterschätzt der VfB ja die Eisernen ein bisschen.

Die Stuttgarter haben ebenso keine größeren personellen Probleme und sie nicht erst im letzten Augenblick in die Situation gerutscht. Ihr letztes Saisonspiel in Gelsenkirchen war bereits eine Vorbereitung auf den Relegations-Pokal, wie es Stuttgarts Trainer Nico Willig ausdrückte. Er hat die Mannschaft wieder stabilisiert.

Eine TV-Liveübertragung gibt es nur im Pay-TV, wer in Berlin diese Kosten sparen will, sollte sich am Donnerstag ins Stadion in der Wuhlheide begeben. Es gibt dort wieder kostenfreies Public-Viewing. Das Spiel beginnt am 20:30 Uhr und wird mit Videoschiedsrichter und Torlinientechnik unterstützt. Hoffen und Bangen, stehen die Chancen bei 50 zu 50 oder ungünstiger ?

„Union Berlin hat genug Qualität, um dem VfB weh zu tun, wenn die Stuttgarter nicht ihre Leistung bringen.“ (TV Experte und Ex-Profi u.a. beim VfB Stuttgart Matthias Sammer)

Hans-Peter Becker

1. FC Union muss nacharbeiten

Es hätte der größte Moment in der Vereinsgeschichte seit dem Pokalgewinn im Jahre 1967 sein können. Suleiman Abudullahi wäre ein Logenplatz in der Vereinschronik sicher gewesen, wenn er in der in der 6. Minute der Nachspielzeit den Ball an Bochum Torwart Manuel Riemann vorbei bekommen hätte. Auf der Linie ist Bochum Torwart einer der Besten, ein souveräner Beherrscher seines Strafraumes wird er wohl nicht mehr. Da fällt einem hätte, hätte Fahrradkette ein, es blieb so beim Endergebnis von 2:2. Die Könige des Remis hatten in Bochum wieder zugeschlagen. Sie zogen nach Punkten gleich mit Steffen Baumgarts SC Paderborn, das Torverhältnis beförderte die Ostwestfalen direkt in die Bundesliga.

Die Eisernen müssen nachsitzen und sind versetzungsgefährdet. Noch kann alles gut werden und die verpasste Chance von Bochum muss sich nicht zum Trauma auswachsen. Selbst die Schützenhilfe der Dresdner Dynamos wurde liegengelassen. Beim Public Viewing im Stadion „An der Alten Försterei“ und in der berühmten Fankneipe „Abseitsfalle“ durchlebten die Anhänger, die nicht mit nach Bochum gefahren waren, ein Wechselbad der Gefühle. Erst war es aussichtslos, Paderborn ging schnell in Dresden in Führung, Ausgleich in Dresden und der Rückstand in Bochum, viel Bier musste fließen zur Beruhigung der Nerven.

Das buchstäbliche Schnecken-Rennen hinter dem 1. FC Köln hielt am letzten Spieltag an. Paderborn ging die Luft aus und die Eisernen kamen zu spät in den Schlussspurt. Die beiden Tore in der Schlussphase waren zu wenig, dicht daneben ist auch vorbei. Die Aussicht auf die sichere Relegationschance wirkte sich auf beide nicht gut aus. Während im Lager der Eisernen sich ein bisschen Frust breitmachte, kannte der Jubel in Dresden keine Grenzen. Christian Fiel, der Trainer der Dynamos konnte reinen Herzens seinem ehemaligen Mannschaftskameraden und jetzigen Trainerkollegen Steffen Baumgart zum Aufstieg gratulieren. Was für eine verrückte Geschichte des Trainers Steffen Baumgart, als er nach Paderborn geholt wurde konnte er den Abstieg aus der 3. Liga nicht verhindern, durfte aber in der Liga bleiben, weil 1860 München aus wirtschaftlichen Gründen runter musste und es folgten zwei Aufstiege in Folge.

Baumgart hatte den Paderbornern einen bedingungslosen Angriffsfußball verordnet und es geschafft, den eher limitierten Kader zu einer Einheit zu verschweißen. Kaderplaner Markus Krösche holte genau die passenden Verstärkungen, an erster Stelle ist hier Philipp Klement zu nennen. In Berlin waren die Paderborner mit ihrem beherzten Angriffsfußball erfolgreich. Nach dem 1. FC Köln stellten sie mit 76 Toren den erfolgreichsten Angriff. Die Eisernen dagegen verfügten über die erfolgreichste Abwehr mit nur 33 Gegentoren. Auf Platz Zwei kommt in dieser Wertung der HSV mit 42 Gegentreffern. Es ist eine Binsenweisheit im Fußball, der Sturm schießt die Tore und die Abwehr gewinnt das Spiel oder holt die Meisterschaft. Für den 1. FC Union scheint die Regel außer Kraft gesetzt. Man tat sich schwer gegen defensiv agierende Mannschaften. Es reichte nur zu 14 Saisonsiegen, es dauerte zwar bis zum 18. Spieltag bis die erste Niederlage hingenommen werden musste, bis dahin waren bereits 10 Unentschieden.

Jetzt wartet der VfB Stuttgart, die Chancen stehen 50 zu 50 ? Seit Wiedereinführung der Relegation 2009 hat es erste zweimal der Zweitligist geschafft am Ende aufzusteigen. Bei den Eisernen soll Druck von der Mannschaft genommen werden, schließlich haben die Stuttgarter mehr zu verlieren.

Hans-Peter Becker

Der 1. FC Union blickt durch die Tür zur Bundesliga

Ist es nur noch ein Spiel oder muss die Saison für die Eisernen durch die Relegation verlängert werden ? Die Relegation ist bereits sicher, das Restrisiko, dass der HSV nach Punkten zwar gleichziehen kann, ist bei dem Torverhältnis zu vernachlässigen. Der Grundstein wurde mit einem überzeugenden 3:0 Sieg gegen den 1. FC Magdeburg gelegt.

In der seit Wochen ausverkauften „Alten Försterei“ brachte Grischa Prömel mit seinem artistischen Treffer zur 1:0 Führung nach 8 Minuten früh auf die Siegerstraße. Magdeburg hatte nichts zu bieten, es waren von den abgegebenen 12 Torschüssen, lediglich ganze zwei darunter, die die Qualität eines möglichen Torerfolges in sich trugen. Diese mangelnde Durchschlagskraft, nur 34 Tore in der laufenden Spielzeit, der schlechteste Wert aller Zweitligisten, war mit dafür verantwortlich, dass die Magdeburger wieder runter müssen.

Nach dem Schlusspfiff des sehr großzügig leitenden Schiedsrichters Robert Schröder aus Hannover sanken die Spieler in Blau-Weiß zu Boden und einige fingen an zu weinen. Während die Rot-Weißen feierten, sie hatten getan was notwendig war. Die erreichten 56 Punkte und der damit so gut wie sichere Tabellenplatz Drei sind der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte seit der deutschen Vereinigung. Gratulationen wollte man im Lager der Eisernen dafür nicht entgegenehmen. Verständlich, den der Fahrstuhl nach oben ist noch nicht betreten worden und im ungünstigen Fall geht die Tür wieder zu.

Es war zudem Respekt, den Urs Fischer gegenüber seinem Kollegen Michael Oenning bekundete: „Es ist heute nicht einfach: auf der einen Seite ein Trainer, der noch etwas gewinnen kann, auf der anderen Seite ein Coach, der gerade abgestiegen ist.“

Leider gab es zum Ende des Spiels Szenen, die keiner in einem Stadion sehen will. Magdeburger Fans versuchten die Plexiglasscheiben, die den Gästeblock abgrenzen, einzutreten. Vereinzelt wurden Metallteile in Richtung Spielfeld und Zuschauer geworfen. Einsatzkräfte der Polzei mussten vorübergehend für Ordnung sorgen. Das Spiel war unterbrochen. Im Block an der Waldseite, dort wo die Ultras des 1. FC Union stehen, wurden ein Banner und Fan-Utensilien des 1. FC Magdeburg gezeigt. Sebastian Polter begab sich an den Zaun, darauf verschwanden die Sachen aus dem Sichtfeld.

Es ist müssig darüber zu spekulieren wer angefangen hat, im Stadion sind auch Zuschauer, die sich einfach am Fußball erfreuen wollen und denen Ultra-Rituale gänzlich egal sind. Auf jeden Fall sind Strafen seitens des DFB zu erwarten.

Hans-Peter Becker

Niederlagen im Berliner Profifußball

Am Donnerstag, 21. März stimmen die Vereine der 2. Bundesliga darüber ab, ob wie in der höchsten Spielklasse bereits vorhanden, der Videobeweis eingeführt werden soll. Die Niederlage des 1. FC Union in Heidenheim hätte auch nach Videobeweis Bestand gehabt. Ein bisschen Pech und widrige Witterungsverhältnisse machten die technischen Vorteile der Eisernen zunichte. Tiefes Geläuf bei Dauerregen erschwerten die Spielkontrolle, dazu wollten die Heidenheimer in der zweiten Halbzeit den Sieg etwas mehr als die Berliner. Es gelang zwar durch Robert Zulj kurz vor der Halbzeitpause die Führung, am Ende gewannen die Heidenheimer.

Die Folgen hielten sich in Grenzen, zwar schmolz das Punktepolster zu den Mitkonkurrenten ab Tabellenplatz vier, dafür blieb der Abstand zum direkten Aufstiegsplatz zwei. Der Hamburger Sportverein leistete sich eine 1:2 Heimniederlage gegen Darmstadt, die drei wichtige Punkte im Abstiegskampf einsammelten. Das Spiel zu drehen schaffte auch Aufsteiger Paderborn und die kommen nach der Länderspielpause in die Alte Försterei. Sollte der HSV seine Schwächephasen nicht in den Griff bekommen und sie müssen noch in Berlin antreten, der direkte Aufstieg für die Eisernen bliebe im Sichtfeld. Die Relegation sollte vermieden werden, vorgesehen für den 23. und 27. Mai und es könnte, wenn Schalke so weitermacht, die Rückkehr von Steven Skrzybski bedeuten.

Union verlor am Freitagabend und die Alte Dame machte es knapp 24 Stunden später nicht besser. Im ausverkauften Olympiastadion hatte der Gast aus Dortmund nach leidenschaftlichen und kämpferischen Verlauf knapp die Nase vorn. Einen Punkt hätten die Herthaner verdient gehabt, die Bundesliga ist halt kein Wunschkonzert. Es läuft gerade nicht und die graue Maus kommt wieder mehr zum Vorschein. Der Schiedsrichter Tobias Welz hatte einen schlechten Tag. Er übersah einen klaren Foulelfmeter, den Hertha hätte bekommen müssen, okay dafür war der Handelfer umstritten. Übersehen hatte er zunächst die Kindergartenaktion von Herthas Kapitän Vedad Ibisevic. Der hatte gezeigt, dass er als Handballer gut treffen kann. Dortmunds Torwart Roman Bürki bekam den Ball an den Kopf. Ein Assistent und der Keller in Köln hatten es gesehen, glatt Rot war die Folge.

Die Alte Dame verabschiedet sich langsam von allen Ambitionen und wird die Saison im Windschatten der eigenen Erwartungen zu Ende bringen. Vier Heimspiele sind es noch, die Gäste kommen aus Düsseldorf, Hannover, Stuttgart und Leverkusen.

Hans-Peter Becker