Volleyball 2. Bundesliga Damen – Neun Sätze und ein Halleluja

BBSC Berlin – VC Olympia Münster         3:1 (15, -22, 18, 13 )

BBSC Berlin – USC Münster II                     2:3 (17, 22, -20, -21, -13)

Etwa 220 Minuten reine Spielzeit absolvierte der BBSC am vergangenen Wochenende in den Partien gegen VC Olympia Münster und den USC Münster II. Neun Sätze voller Einsatz, voller Emotionen und mit viel Begeisterung des Publikums.

Das Samstagabend Spiel (11.11.2023) gegen die Talente des VC Olympia gestaltete sich nicht so schnell erfolgreich, wie so manch einer gehofft hatte. Mit guter Ausbildung und Kampfkraft stemmten sich die jungen Wilden gegen die drohende Niederlage. Höhepunkt der Gäste war der 2. Satz, als der BBSC keinen Zugriff auf das Spiel bekam und die gestern einen Satzgewinn für sich verbuchen konnten. Ab dem 3. Satz lief es wieder auf Berliner Seite rund: Mit starkem Aufschlagspiel wurden die Youngster auf Distanz gehalten und nach 100 Minuten der Sieg gefeiert.

Zum MVP des Abends kürten die Trainer Berlins Libera Annika Kummer sowie Münsters 1,93m- Außenangreiferin Sina Siebert.

Erstligaakteure im Aufgebot, fünf waren vormals in den Nachwuchsnationalmannschaften oder sogar in der A-Nationalmannschaft nominiert. Auf dem Feld entwickelte sich – gerade auch wegen der Qualität der Gäste – ein außerordentlich gutes Zweitligaspiel. Vom ersten Ballwechsel an schenkten sich beide Teams wirklich nichts. Mit hohem Einsatz wurden auf beiden Seiten in der Abwehr die Bälle vom Boden gekratzt, dass es für die Zuschauer eine reine Freude war. Die variabel vorgetragenen Angriffsaktionen, egal ob mit voller Wucht oder mit dem Blick für die Lücke, beschäftigten die Abwehrreihen beider Teams ganz heftig, doch wurde selten die Ordnung verloren. Während Berlin den 1. Satz für sich entscheiden konnte, lag man im 2. Satz schon fast hoffnungslos mit 11:19 zurück, holte jedoch mit einer wahren Energieleistung noch den 2. Satzgewinn. Ab dem 3. Satz setzte sich die große Erfahrung der Gäste durch. Mit zeitweise gleichzeitig fünf früheren Erstliga-Spielerinnen auf dem Parkett zelebrierte der USC Münster II ein Musterbeispiel an Teamwork in der Abwehr und Durchschlagskraft im Angriff gerade über Ines Bathen und Rebecca Schaperklaus.

Auch wenn die folgenden 3 Sätze für die Berlinerinnen verloren gingen: Hier konnte nicht mal ein selten zufriedenzustellender Berliner meckern. Der BBSC hielt voll dagegen und dies auch in den Spielsituationen, in denen Trainer Jens Tietböhl dem Nachwuchs umfangreiche Chancen gab, sich zu beweisen. Junge Athletinnen wie Daniela Ligacheva oder Leni Kirchhoff sammelten genau wie Jovana Dordevic nicht nur Einsatzzeit, sondern vor allem auch Selbstbewusstsein ob der eigenen gelungenen Aktionen. Und das Publikum war jedenfalls für Berliner Verhältnisse außerordentlich begeistert – die Stimmung auf dem Feld und auf den Rängen übertrug sich gegenseitig. Neun Sätze am Wochenende hatten das Berliner Team voll gefordert – aber die Leistung war wirklich ein Halleluja wert.

So hatten es die Trainer sicher auch schwer bei der MVP-Wahl, denn viele Spielerinnen waren an diesem Nachmittag herausragend in ihrer Leistung. Letztendlich wurde erneut die mittlerweile erkältete Annika Kummer auf Berliner Seite sowie Juniorinnenweltmeisterin 2009 Ines Bathen zum MVP gekürt.

Die Berlinerinnen treffen am nächsten Wochenende auswärts auf den Nachwuchs des Schweriner SC, ehe am 25. November 2023 um 18:00 Uhr der BSV Ostbevern in der Hämmerlinghalle zu Gast ist.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Rebekka Hauri, Leni Kirchhoff, Angelina Meyer, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Elisa Daus, Daniela Ligacheva, Frances Kauffmann, Emely Radügge

Burkhard Kroll

Hertha holt einen Punkt und Union chancenlos in Leverkusen

Unterschiedlicher konnten die Gefühlslagen nach dem Abpfiff des Bundesligaspieles zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Union nicht sei. Leverkusen bestätigte die Tabellenspitze und die Eisernen rutschten auf den letzten Tabellenplatz ab. Die rote Laterne brennt jetzt bis zum nächsten Spieltag in der Alten Försterei. Dann kommt der FC Augsburg und ein erneuter Punktverlust würde den freien Fall weiter beschleunigen.

Allzu viel war von der Partie aus Sicht des 1. FC Union eh nicht zu erwarten. Wenigstens gut verkaufen, alles tun für eine mögliche kleine oder große Überraschung, es gelang wieder nicht. In der Champions League zogen sie sich achtbar aus der Affäre und erkämpften sich den ersten Punkt. Leverkusen spielte knapp 72 Stunden zuvor in Baku in der Europa League. Wie ein Champions League Teilnehmer wirkten lediglich die Schützlinge von Xabier Alonso. Bei den Köpenickern dagegen blieb wieder alles in Ansätzen stecken. Die Bayer-Abwehr ließ nur zwei Torschüsse zu und lediglich ein Eckball sprang bei den Angriffsbemühungen heraus. So etwas nennt man chancenlos.

“Aus dem Spiel hatten sie in der ersten Hälfte nicht allzu viele Möglichkeiten, aber wenn man sie dann so einlädt, kannst du nichts machen. Dass die Ecke vor dem zweiten Gegentor unberechtigt war, passt einfach ins Bild. Jetzt müssen wir die Dinge ansprechen. Wenn du im Abstiegskampf spielst, dann muss man einiges sicherlich anders machen”, lautete das Fazit von Cheftrainer Urs Fischer.

Ja, es ist richtig, dem Tor zum 0:3 in der 73. Minute ging ein Eckball voraus, den es hätte nicht geben dürfen. Spielentscheidend war es nicht. Union bekam nicht einmal ansatzweise einen Zugriff auf den Gegner. Es darf getrost von der bis hierhin schlechtesten Saisonleistung gesprochen werden.

Es sind noch 23 Spiele zu bestreiten und 69 Punkte zu vergeben und nicht jeder Gegner ist so spielstark wie die Werkself.

Während uns das Kollektiv aus Köpenick weiter Sorgen macht, ist die Situation im Westen etwas entspannter. Zwar wurde erneut nicht gewonnen, wie in Rostock, gegen Karlsruhe ein möglicher Sieg verschenkt, doch die Alte Dame wirkte weiter formverbessert. Vor der stattlichen Kulisse von über 58.000 Zuschauern drehte Hertha das Spiel und verpasste leider die endgültige Entscheidung. Ein Flippertor brachte die Gäste zurück und beide bekamen ihren Punkt. Zudem konnte mit diesem Ergebnis die besondere Verbundenheit der Vereine gut zum Ausdruck gebracht werden.

Am kommenden Wochenende können die Eisernen ihre Wunden lecken, die Profis, sofern nicht für ihre Nationalteams im Einsatz, bekommen von Urs Fischer ein freies Wochenende. So großzügig ist der Trainer in Charlottenburg nicht, um im Rhythmus zu bleiben, wurde ein Spiel mit der VSG Altglienicke vereinbart. Das aktuell von Union-Ikone Torsten Mattuschka betreute Team unterlag zuletzt in Eilenburg. Für das Spiel im Amateurstadion wird kein Eintritt verlangt.

Hans-Peter Becker

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Tabellenführung eindrucksvoll untermauert

Mit einer imposanten Angriffsleistung gewannen die BR Volleys auch das dritte Spiel der laufenden Saison gegen den VfB Friedrichshafen. In überzeugender Manier setzte sich der Tabellenführer der Volleyball Bundesliga mit 3:0 (25:21, 25:19, 25:20) in der erneut ausverkauften SPACETECH ARENA am Bodensee durch. Nach vier Auswärtsspielen in Serie kehren die Hauptstädter nun am Mittwoch gegen den VC Bitterfeld-Wolfen in ihre Arena zurück.

Satoshi Tsuiki fand sich erstmals wieder in der Startformation der Berliner wieder und neben dem Japaner war Nehemiah Mote die zweite Veränderung im Lineup von Joel Banks. Die BR Volleys starteten extrem fokussiert und konsequent ins Wiedersehen mit den Häflern. Marek Sotola kam direkt im Angriff und Aufschlag ins Laufen und sorgte mit viel Druck dafür, dass Pekovic’ Annahme gleich zweimal an der Decke landete (9:3). Doch der VfB stellte schnell wieder seine sichtbare Blockstärke unter Beweis. Break um Break sammelte das Team von Mark Lebedew und Zuspieler Batak blockte Auge um Auge gegen Tim Carle zum Ausgleich (15:15). Einmal mehr in dieser noch jungen Saison stimmte die Berliner Reaktion. Dank Ruben Schott am Aufschlag kehrten Druck, Breaks und Momentum zurück (23:19). Mit 70 % Angriffsquote entschieden die Hauptstädter Satz eins dann doch für sich (25:21).

Das Match blieb auf gutem Niveau und die BR Volleys konnten ihre hohe Effektivität im Angriff erhalten. Hinzukamen nun auch direkte Blockpunkte. Mote stoppte spektakulär Fornal (11:9) und Johannes Tille sammelte ebenfalls einen Block (16:13). Dennoch ließ Friedrichshafen nicht abreißen, das Team von Joel Banks bot allerdings kaum Angriffsfläche im eigenen Sideout. Dazu griff Mote sich auch noch Peter (24:19) und Cody Kessel bewies beim ersten Satzball einmal mehr all seine Qualitäten als Einwechselspieler (25:19).

Das Bild sollte sich an diesem Abend nicht mehr ändern. Mote bewarb sich mit weiteren Highlights erneut für die MVP-Wahl, der Titel ging aber diesmal an Johannes Tille. Satoshi Tsuiki war beim ersten Spiel von Anfang an nach seiner Verletzung sofort wieder eine Konstante im Berliner Spiel und Tilles Zuspielleistung war einmal mehr hervorzuheben (8:6, 14:10). Auch dank dieser zwei Faktoren brannte im letzten Satz für den Deutschen Meister nichts mehr an. Am Spielverlauf änderte auch eine harte Ansage in der Auszeit von Lebedew nichts mehr (17:14).  Schott wickelte den kurzen Aufschlag ins Häfler Feld (20:15) und Carle beendet das Match spektakulär (25:20). Nun setzen sich die Berliner noch einmal in den Bus, bevor am Mittwoch der Volleyballtempel mit den heimischen Fans wieder auf sie wartet.

Stimme zum Spiel
Johannes Tille: „Wir haben es heute deutlich besser gemacht als am Samstag und vor allem die eigenen Fehler abgestellt. Man hat Friedrichshafen angemerkt, dass sie eine harte Reise und ein intensives Spiel in Lüneburg in den Knochen hatten. Das konnten wir jeweils zum Satzende ausnutzen. Wir haben immer wieder eine Schippe draufgelegt und deshalb auch verdient gewonnen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Leon Dervisaj,

Topwerte
Sotola 16 Punkte, 3 Asse | Carle 13 Punkte | Mote 9 Punkte, 3 Blocks

Christof Bernier/BR Volleys

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC vor Doppelspieltag in Köpenick

Am kommenden Wochenende (11.11.2023) trifft der BBSC Berlin in der Köpenicker Hämmerlinghalle auf zwei Münsteraner Mannschaften. Nach dem Spiel am Samstag um 18:00 Uhr gegen die Talente des VC Olympia Münster folgt am Sonntag, 12.11.2023 um 15:00 Uhr bereits das Spiel gegen USC Münster II mit der Garde der Altnationalspielerinnen.

Am Samstag, 11.11.2023 um 18:00 Uhr wird zunächst der Vergleich mit dem VC Olympia Münster angepfiffen. Zunächst also ein Spiel, dass auf dem Papier einfacher zu sein scheint, denn die Mannschaft besteht aus hoffnungsvollen Talenten der Jahrgänge 2005-2008, die jetzt in der 2. Bundesliga Nord an das höhere Leistungsniveau herangeführt werden sollen und sich ihre ersten Sporen verdienen sollen. Bisher war das Team trotz einiger geholter Sätze noch nicht in der Lage, Spiele siegreich zu gestalten, aber der 11. Platz ist die Anerkennung für die bisher gezeigten Leistungen. Nie zu unterschätzen sind die jungen Teams, zumal Leistungssprünge bei der Jugend nicht selten auf der Tagesordnung stehen.

Ein großes Aufgebot an Stars der 2000er und 2010er Jahre bringt der USC Münster mit seiner 2. Mannschaft am Sonntag um 15 Uhr auf das Berliner Parkett. Fünf Athletinnen waren vormals in den Nachwuchsnationalmannschaften aktiv, sechs in der 1. Bundesliga. Die geborene Berlinerin Linda Dörendahl bringt sogar viel internationale Erfahrung aus dem Europacup, mit dem Schweriner SC und der A-Nationalmannschaft mit. Mit Ines Bathen ist zudem die U20-Weltmeisterin von 2009 (damals im Jahrgang mit den Köpenickerinnen Sandra Sydlik und Saskia Hippe) mit an Bord. Auch Chiara Hoenhorst, Rebekka Schäperklaus, Lea Quabeck (vormals Hildebrand) und Johanna Müller-Scheffsky verfügen über viel Erstligaerfahrung. Hoenhorst würde ohne ihre schwere Kopfverletzung, die ihr vor 5 Jahren bei einer Amokfahrt eines Münsteraners zugefügt wurde, heute vielleicht noch in der 1. Liga spielen. Kein Wunder, dass diese erfahrene und leistungsstarke Truppe in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga mitmischt.

Das Wochenende wird demzufolge nicht nur für die Berliner Zuschauer interessant, die durchaus in Erinnerungen schwelgen dürfen, sondern auch eine Herausforderung für den BBSC Berlin. Gegen VC Olympia Münster ist der BBSC in der Favoritenrolle, was gegen den USC Münster II wohl nicht gilt. Die Berlinerinnen können unbedrängt aufspielen. Zwei Spiele also, die viel Konzentration, spielerische Lockerheit und gute Kondition verlangen.

Wir freuen uns über lautstarke Unterstützung von den Rängen!

Burkhard Kroll

Altglienicke feuert Karsten Heine

Man musste es befürchten, die VSG Altglienicke verlor am 13. Spieltag der Regionalliga Nordost das Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz mit 2:3. Nach nur sechs Minuten lagen die Heine Schützlinge mit 0:2 hinten. Erst in der 42. Minute gelang Tolcay Cigerci der Anschlusstreffer. Die Gäste erwischten in Halbzeit Zwei erneut einen Blitzstart und die Volkssportler rannten einem 1:3 Rückstand hinterher. Das 2:3 durch Martin Kobylanski gelang erst in der 83. Minute und das war zu spät. Für die sportliche Leitung und die Geldgeber war das Maß voll. Die Situation ist verführerisch in dieser Saison, der Meister steigt direkt auf. So wurde mächtig aufgerüstet. Die beiden Torschützen stehen dafür und ein weiterer klangvoller Name ist Mittelfeldspieler Akaki Gogia, alles samt Akteure, die Erfahrung aus weit höheren Klassen mitbringen. Durch die Niederlage ist der ersehnte Aufstiegsplatz bereits acht Punkte entfernt. Allerdings ist zu fragen, wollen sie wirklich in die 3. Liga? Gegen Meuselwitz verloren sich gerade einmal 151 Zuschauer im Jahnsportpark. Ein Nachfolger für Karsten Heine wird noch gesucht. Bis auf Weiteres wird die Mannschaft von den beiden Co-Trainern Torsten Mattuschka und Dan Twardzik betreut.

Tabellenführer ist Energie Cottbus nach einem deutlichen 4:1 Heimerfolg gegen Babelsberg vor über 7.000 Zuschauern. Er tat seinem Präsidenten den Gefallen und erzielte ein ähnliches Ergebnis wie zuvor der FC Bayern in Dortmund. „Klar, wir sind ja das Bayern München der Regionalliga“ meinte augenzwinkernd Pele Wollitz. An der Spitze geht es weiter eng zu. Cottbus führt jetzt lediglich dank des besseren Torverhältnisses die Tabelle an. Der Greifswalder FC leistete sich einen kleinen Ausrutscher, spielte daheim lediglich 0:0 gegen Chemie Leipzig.

Viktoria wird immer besser und erledigte die Pflichtaufgabe gegen Luckenwalde souverän mit 2:0. Im Stadion Lichterfelde waren unter Flutlicht immerhin 400 Zuschauer. Zeitgleich spielte der BAK im Poststadion gegen den FC Carl-Zeiss Jena und verlor knapp mit 0:1. Ab der 66. Minute mussten sie mit nur 9 Feldspielern auskommen. Innenverteidiger Hendrik Wurr sah die glatt rote Karte von Schiedsrichter Christoph Dallmann.

Einen Rückschlag auf dem Weg nach vorn erlitt der BFC Dynamo. Das Spitzenspiel in Erfurt bei den Rot-Weißen ging mit 1:3 verloren. Die Erfurter beendeten damit ihre Serie von zuletzt sieben sieglosen Spielen. Der BFC agierte im Endeffekt zu harmlos.

Hans-Peter Becker

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Foto: © BFV

Der nächste Tiebreak-Auswärtssieg

Keine 48 Stunden lagen zwischen den zwei schweren Auswärtsspielen in Pokal und Bundesliga und dennoch haben sich die BR Volleys auch am Montagabend im Münchener BMW Park knapp durchsetzen können. Obwohl das Berliner Spiel von Höhen und Tiefen geprägt war, stand am Ende ein 3:2-Erfolg (25:19, 22:25, 25:16, 17:25, 15:12) bei den WWK Volleys Herrsching zu Buche.

Zwei Tage nach dem Pokal-Marathon in Friedrichshafen veränderte Headcoach Joel Banks sein Team nur auf einer Position. Tobias Krick rückte für Nehemiah Mote in die Startformation. Im Diagonalangriff fehlte Banks eine Wechseloption, denn der Ex-Herrschinger Daniel Malescha musste den Roadtrip in den Süden mit einer Blinddarmentzündung vorzeitig beenden und reiste schon am Sonntag zurück nach Berlin. Beim BR Volleys Team war trotz des hohen Pensums zunächst kein Spannungsabfall spürbar. Dank einer überragenden Aufschlagleistung wurde Satz eins souverän gewonnen. Sechs Asse, davon zwei von Marek Sotola (14:11) und ganze vier von Johannes Tille (24:16), gaben der anfänglichen Dominanz Ausdruck. Den vierten Satzball verwandelte der von Beginn an auffällige Krick (25:19).

Im zweiten Satz durfte Satoshi Tsuiki anstelle von Adam Kowalski die Bälle annehmen und abwehren. Den Ballwechsel des Abends beendete Tille zum 5:4 für die Berliner, aber Herrsching hielt diesmal Schritt (11:11). Eine Aufschlagserie von Timothée Carle (15:12) konterte Schneidmiller spektakulär. So ersetzte Robert Täht den Franzosen Carle, musste aber auch direkt ein Ass des Amerikaners schlucken (16:19). Zum Satzende wurde es kurios: Banks hatte Saso Stalekar zur Blockverstärkung gebracht, konnte aber aufgrund des erreichten Wechsellimits den Rückwechsel nicht vornehmen. Herrsching nutzte die Verwirrung im Berliner Zuspiel zum Satzausgleich (22:25).

Die Reaktion des Deutschen Meisters stimmte und schnell zog man den mutigen Herrschingern in Durchgang drei den Zahn. Aufschlag und Angriff liefen wieder deutlich besser (4:0, 12:8) und die Fehlerquote bei den Hausherren stieg. Cody Kessel ersetzte in der Endphase Schott und konnte zum nächsten Satzgewinn beitragen (20:13, 25:16). Dann glich Satz vier wieder dem zweiten Durchgang. Krick machte zwar ein bärenstarkes Spiel im Angriff (8:3) und Aufschlagjoker Leon Dervisaj konnte sich in der Abwehr auszeichnen (15:11). Doch wieder kam es zum Bruch im BR Volleys Spiel, diesmal mit dem Herrschinger Filip John am Service (16:13, 16:24). Nach dessen spektakulärer Aufschlagserie kochte die Arena und Herrsching glich nach Sätzen aus (17:25).  

Der zweite Tiebreak binnen zwei Tagen stand also auf dem Plan und Cody Kessel ersetzte früh Täht (3:5). Wie schon am Bodensee entdeckten die Berliner ihr Kämpferherz und kippten das Match ein weiteres Mal (10:7). Timo Tammemaa blockte entscheidend gegen Mayaula (14:10), der revanchierte sich aber noch einmal (14:12), bevor die mitgereisten Berliner Fans doch noch mit ihrer Mannschaft den Matchgewinn bejubeln durften (15:12). Beim Arbeitssieg der Hauptstädter wurde der Herrschinger Filip John MVP, weil er den Hausherren mit seiner Aufschlagserie einen Punkt bescherte.

Stimme zum Spiel
Joel Banks: „Erst einmal ist es gut, dass wir uns wieder in fünf Sätzen durchgekämpft haben. Zu Beginn waren wir mit dem Aufschlag dominant, im zweiten Satz haben wir unsere Energie verloren. Plötzlich erlangte Herrsching Selbstvertrauen. Die lange Pause tat uns gut, denn danach machte unsere Block-Abwehr wieder den Unterschied. Dann haben wir auch im vieren Satz bis 15 Punkte gut gespielt, bis wir mit Filip John am Aufschlag extrem Probleme bekamen. Aber wir haben noch einmal die Wende geschafft. Es war sowohl physisch als auch mental ein harter Roadtrip, doch am Ende konnte wieder unsere Bank entscheidend helfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Tobias Krick (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Satoshi Tsuiki, Robert Täht, Leon Dervisaj, Saso Stalekar, Nehemiah Mote

Topwerte
Sotola 22 Punkte, 3 Asse | Krick 14 Punkte, 2 Blocks, 69 % Angriffsquote | Tille 4 Asse | Tammemaa 3 Blocks

Nächstes Spiel
VfB Friedrichshafen vs. BR Volleys | 10. Nov | Freitag | 20.00 Uhr | Spacetech Arena

Viertelfinale beim Zweitligisten

Keine 48 Stunden lagen zwischen den zwei schweren Auswärtsspielen in Pokal und Bundesliga und dennoch haben sich die BR Volleys auch am Montagabend im Münchener BMW Park knapp durchsetzen können. Obwohl das Berliner Spiel von Höhen und Tiefen geprägt war, stand am Ende ein 3:2-Erfolg (25:19, 22:25, 25:16, 17:25, 15:12) bei den WWK Volleys Herrsching zu Buche.

Nach dem hart erkämpften 3:2-Pokalerfolg in Friedrichshafen gehen die BR Volleys auch im Viertelfinale des DVV-Pokals auf Auswärtsreise. Wie schon im Vorjahr reisen die Berliner zu den Blue Volleys Gotha. Diese Paarung zog “Losfee“ Alexander Walkenhorst am Montagabend in Düsseldorf aus dem Topf. Im letzten Jahr siegten die Hauptstädter beim aktuellen Tabellenführer der 2. Bundesliga Süd ungefährdet mit 3:0. Was in Erinnerung blieb, war die erstklassige Atmosphäre in der Goldberghalle. Diesmal tritt der Titelverteidiger in zwei Wochen, am Sonntag, den 19. November bei den Thüringern an.

Christof Bernier/BR Volleys

Union verliert weiter

Der 1. FC Union verschickte am Sonntag, 05.11.2023 die übliche Einladung zur Pressekonferenz für das aktuell anstehende Spiel, am Dienstag, dem 07.11.2023 um 19:30 Uhr im Grand Hotel Vesuvio (Via Partenope, 45, 80121 Neapel, Italien). Zuvor findet am Dienstagvormittag zwischen 10:30 Uhr und 10:45 Uhr auf dem Trainingsplatz am Stadion An der Alten Försterei ein medienöffentliches Training statt. Thema der Pressekonferenz ist das Auswärtsspiel des 1. FC Union Berlin gegen die SSC Neapel im Rahmen der UEFA Champions League. Cheftrainer Urs Fischer, Abwehrspieler Leonardo Bonucci und Geschäftsführer Kommunikation Christian Arbeit stehen Ihnen als Gesprächspartner zur Verfügung.

Allzu viel Journalisten von Berliner Medien dürften bei der abendlichen Runde in Italien nicht vor Ort sein. Die finanziellen Mittel für eine Berichtserstattung vor Ort werden immer kleiner, man greift auf Agenturen zurück. Der Ersatz, in Form des medienöffentlichen Trainings vor dem Abflug der Mannschaft nach Neapel wird sicherlich auf reges Interesse stoßen, wenn es auch auf lediglich 15 Minuten begrenzt ist.

Urs Fischer bleibt Trainer, es geht nicht anders. Gegen Frankfurt gab es die 12. wettbewerbsübergreifende Niederlage, seit 509 Minuten ist die Mannschaft ohne Torerfolg und am 20.08.2023 konnte der letzte Torerfolg in der Alten Försterei bejubelt werden. Gegen Frankfurt war der Ball im Tor, leider war die Hand mit im Spiel und so fand der langersehnte Treffer keine Anerkennung. Ein Kopfball von Kevin Behrens ging knapp daneben und einmal hatte das Torgestänge als Glücksbringer aufseiten der Gäste gestanden. Es läuft alles gegen die Eisernen, nichts wird ihnen gegönnt. Warum kassiert Unions Gegner nicht mal ein Kacktor, der Fußballgott hat sie verlassen und allen Dusel mitgenommen. Schlussendlich stand eine deutliche 0:3 Niederlage auf dem Totomat (Schwyzerdütsch für Anzeigetafel). Es reichte wieder nicht. Der blanke Horror hat Einzug gehalten am Rande der Wuhlheide. Nur dank eines besseren Torverhältnisses stehen sie nicht auf einem direkten Abstiegsplatz. Dass sie mit diesem Kader so weit abrutschen könnten, hätte wohl niemand vor der Saison für möglich gehalten.

Würde man die Gründe dafür genau benennen können, wäre Besserung in Sicht. „Im Moment ist es so, dass wir einfach nicht gut genug sind. Nicht nur, dass wir keine Tore schießen – wir haben auch wieder drei bekommen. Ich spüre zwar jeden Tag, dass der Trainer und auch die Mannschaft alles geben – trotzdem reicht es aktuell einfach nicht. Es ist schwer zu erklären, aber wir müssen weiter jeden Tag hart arbeiten, uns entwickeln, besser werden und alles geben, um da wieder rauszukommen“, betonte Kapitän Christopher Trimmel.

Dazu kommt eine, aufgrund der Niederlagen-Serie, mentale Blockade. Das erste Gegentor fiel bereits nach zwei Minuten und resultierte aus einem Freistoß, der unnötig war. Nach einem geklärten Angriffsversuch war der rechte Außenbahnverteidiger nicht rechtzeitig in seiner Position und musste das Foul ziehen. Die Baustellen betreffen alle Mannschaftsteile, Verletzungspech und Formschwäche einiger Leistungsträger kommen hinzu. Bewies bei der Kaderplanung Oliver Ruhnert ein sicheres und glückliches Händchen, so stellt sich das aktuell anders dar. In Anbetracht der verbesserten finanziellen Situation wurde in höherwertigen Regionen nach Verstärkungen gesucht. Funktioniert hat es bisher lediglich bei Robin Gosens.

Der 1. FC Union und Trainer Urs Fischer, das ist ein Verhältnis der besonderen Art. Die Auftritte seiner Mannschaft ließen sich selten mit dem Attribut „chancenlos“ benennen. Wenn trotzdem verloren wird, ist es wohl ebenso eine Frage der Qualität, das betrifft den Spielerkader und die sportliche Leitung gleichermaßen.

Hans-Peter Becker

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Pokalspektakel am Bodensee mit gutem Ende

Der Traum von einer Rückkehr nach Mannheim lebt! Das BR Volleys Team kämpfte sich am Samstagabend in einem hochintensiven Match beim VfB Friedrichshafen zurück und entschied das Topspiel des DVV-Pokal-Achtelfinals mit 3:2 (25:20, 22:25, 26:28, 25:19, 15:13) für sich. In dem waschechten Pokalfight über mehr als zweieinhalb Stunden gab die Tiefe der Berliner Bank letztlich den Ausschlag. So wurde der eingewechselte Robert Täht MVP. Die Auslosung des Viertelfinals findet am Montag (06. Nov. um 19.15 Uhr) statt, also kurz bevor die Hauptstädter bei den WWK Volleys Herrsching gastieren (20.00 Uhr).

In der ausverkauften Spacetech Arena entwickelte sich sofort der erwartet harte Schlagabtausch und beide Mannschaften schlugen zu Spielbeginn stark auf. Joel Banks schickte seine aktuell erste Wahl, bestehend aus Ruben Schott, Timothée Carle, Timo Tammemaa, Nehemiah Mote, Marek Sotola, Johannes Tille und Libero Adam Kowalski auf die Platte. Besonders Berlins Tscheche Sotola fand in Angriff und Abwehr gut ins Spiel und entschied das wichtige Diagonalangreifer-Duell mit Michal Superlak im ersten Satz klar für sich (8:8, 13:10). Das BR Volleys Team war vor allem nach erfolgreichen Abwehraktionen effizienter als die Gastgeber und sammelte so die entscheidenden Breaks zum Gewinn des Auftaktsatzes (18:13, 25:20).

Als Sotola im zweiten Satz das erste Mal am Häfler Block hängen blieb, gerieten die Hauptstädter unter Druck (7:10). Jan Fornal wurde in dieser Phase zur Führungsfigur für Friedrichshafen und glänzte im Angriff und Aufschlag (14:18). Ein Ass von Kapitän Schott hielt den Titelverteidiger im Satz (19:19), dann aber trumpften die Männer vom Bodensee wieder auf (20:23). Der eingewechselte Robert Täht setzte zwar direkt Akzente im Angriff, verschlug aber auch sein Service zum Satzverlust (22:25).

Ein weiteres Ass von Schott und der erste direkte Blockpunkt gaben den BR Volleys in Satz drei früh Rückenwind (5:2). Das erfolgreiche Spiel der Berliner über die Mitte war über die gesamte Spieldauer der auffälligste Unterschied zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Tille setzte Mote und Tammemaa gleichermaßen effizient ein und der Deutsche Meister schien auf einem guten Weg (11:7, 16:12). Als Friedrichshafen zurück in den Satz fand, setzte Banks Tobias Krick und Daniel Malescha ein (18:17). Aber der VfB war mit besserer Blockarbeit zum Satzende plötzlich vorn (23:24) und am Ende auch willensstärker (26:28).

Täht, Tammemaa und Sotola standen in Durchgang vier auf dem Court und der junge Diagonalspieler servierte stark (8:3). Auf dem Weg in den Tiebreak wurde neben dem nun wieder deutlich verbesserten Berliner Aufschlag auch der Este Täht immer mehr zum Faktor. Gleichzeitig feierte Satoshi Tsuiki sein Comeback und gab dem erneut starken Adam Kowalski eine Pause (21:16). Ein seltener Blockpunkt der Berliner sorgte endgültig für den Tiebreak (25:19).

Damit spitzte sich der Pokalkracher endgültig zu und den BR Volleys ging der Aufschlagdruck zunächst wieder etwas verloren (6:6). Ein Ass von Mote (8:6) und ein Block von Sotola (11:9) gaben den Männern in Orange den Vorteil, der jeweils von den Gastgebern wieder einkassiert wurde. Dann waren es Motes Block und Schotts Abgeklärtheit im Angriff, die dem amtierenden Pokalsieger zwei Matchbälle einbrachten (14:12), und Sotola schlug Fornals Block beim zweiten Matchball erfolgreich an (15:13). Damit bleibt der Titelverteidiger im Rennen um das Ticket zum Finale nach Mannheim und muss aber schon am Montagabend in München gegen Herrsching zum Bundesligaalltag zurückkehren.

Stimmen zum Spiel
Nehemiah Mote: „Wir wussten, dass es hier heute ein richtig harter Kampf und Schlagabtausch werden würde. Das Ergebnis vom Bounce House Cup war in den Köpfen beider Mannschaften abgeschlossen. Friedrichshafen hat stark gespielt und uns ans Limit getrieben. Wir brauchten unsere gesamte Bank, um dieses Match für uns zu entscheiden, und haben das zum Glück als Team gemeistert.“

Joel Banks: „Uns war klar, dass wir in diesem Spiel unsere Komfortzone verlassen müssen. Ein so wichtiges Match, so früh in der Saison und auswärts hat uns alles abverlangt. Ohne einen guten Aufschlag haben wir Friedrichshafen im zweiten Satz ins Spiel kommen lassen. Dann hat man aber den Wert und die Tiefe unseres Kaders gesehen und wir konnten wichtige Impulse geben. Am Ende war es nicht der schönste Volleyball, aber dieses Match war eine reine Mentalitätsfrage. Das Resultat stimmt und wir sind eine Runde weiter, deshalb dürfen wir absolut glücklich sein.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Timo Tammemaa + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Saso Stalekar, Robert Täht, Cody Kessel, Tobias Krick, Daniel Malescha, Satoshi Tsuiki

Topwerte
Sotola 22 Punkte, 3 Asse | Mote 14 Punkte, 2 Blocks, 70 % Angriffsquote | Täht 11 Punkte | Kowalski 68 % pos. Annahme

Nächstes Spiel
WWK Volleys Herrsching vs. BR Volleys | 06. Nov.2023 | Montag | 20.00 Uhr | BMW Park (Bundesliga)

Christof Bernier/BR Volleys

Köln gewinnt Nullnummer in Berlin

DEL 17. Spieltag

03.11.2023 19:30 MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Kölner Haie 0:1 n.P. (0:0/0:0/0:0/0:0)

Vier Wochen war es her, am 6.10.2023, da kehrten die Eisbären mit einem klaren 5:2 Sieg aus Köln zurück. Im ersten Rückspiel der DEL Saison 2023/24 war die Halle am Ostbahnhof ausverkauft. Das ewig junge Duell zwischen den Haien und den Eisbären hat von seiner Anziehungskraft nichts eingebüßt. Zumal sich einige Bekannte auf dem Eis und hinter der Bande begrüßen konnten. Haie Trainer Uwe Krupp, Goalie Tobias Ancicka, sowie Hakon Hänelt, Mark Olver, Alexandre Grenier und Louis-Marc Aubry waren einst für die Eisbären tätig.

Das Spiel versprach intensives Eishockey und nicht unbedingt eine Torflut, wie zuletzt in Nürnberg. Im ersten Drittel hatten die Eisbären zwar Chancenvorteile, doch der Puck wollte nicht über die Linie, zwei Überzahlspiele verliefen ungenutzt. In der 20. Minute erscholl der Torjubel, nach Sichtung der Videobilder und bereits auf dem Eis wurde entschieden, dass der Kölner Torwart unzulässig behindert wurde.

Im Mittelabschnitt blieben die Bemühungen, das ersehnte Ziel eines Eishockeyspiels zu erreichen, leider fruchtlos. Tobias Ancicka, jetzt im Tor der Haie, wurde regelrecht von seinen ehemaligen Mannschaftskameraden warm geschossen. In der ersten zwei Drittel hielt er 23 Schüsse. Die Kölner hatten etwas weniger. Ein vertändelter Puck während eines Überzahlspiels hatte fast die Kölner in Front gebracht. Justin Schütz konnte allein auf Jake Hildebrand skaten und der Eisbären Goalie entschärfte den Schuss. So kam auch nach 40 effektiven Spielminuten nichts Zählbares auf den großen Videowürfel.

In der letzten Drittelpause versenkte der kleine Leon den Puck und gewann zwei Vip-Karten für ein Spiel seiner Wahl. Den Schlussabschnitt begannen die Eisbären in Unterzahl. Korbinian Geibel musste noch für 1:20 Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Ein Eishockeyspiel mit einem Stand von 0:0 bei verrinnenden Minuten im Schlussdrittel ist nichts für schwache Nerven. Der kleinste Fehler kann die Entscheidung bedeuten. Die Kölner trafen in der 50. Minute das Gehäuse, ebenso die Eisbären, unfassbar, die schwarze Scheibe weigerte sich beharrlich, die gefährliche Linie zu überqueren.

Fünf Minuten vor dem Ende stand weiter die Null. Ancicka schien die Pucks magnetisch anzuziehen und Hildebrand zeigte sich bei den Kölner Kontern auf dem Posten. Die beiden letzten Spielminuten zählten bereits runter und weiter nichts Zählbares. Die ausverkaufte Halle bekam einen Nachschlag.

In der kleinen Pause spielte der DJ den Blitzkrieg-Bob der Ramones. Ein schnelles Tor fiel nicht, zumal die Schiedsrichter gar nichts mehr ahnden wollten. Es war zu befürchten, es blieb beim 0:0.

Im Penaltyschießen war es Maximilian Kammerer, der in der Verlängerung traf, zuvor hatten sechs Schützen, passend zum Spiel, versagt.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten:

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Melchiori, Finkelstein; J. Müller, Wissmann (C); Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Byron, Eder; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Veilleux, Cormier, Hördler; Mik, Wiederer, Heim – Trainer: Serge Aubin   

Kölner Haie: Ancicka (Pantkowski) – Dietz, Sennhenn; M. Müller, Aichinger; Glötzl, Sustr – Storm, Aubry, Proft; Kammerer, MacLeod, Grenier; Schütz, McIntyre, Olver; Lindner, van Calster, Hänelt – Trainer: Uwe Krupp

Tore
0:1 – 65:00 – Kammerer – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (0, 4, 0, 0, 0) Minuten – Kölner Haie: 10 (4, 4, 2, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, Andre Schrader (Tobias Treitl, Marcus Höfer)

Zuschauer
14.200 (ausverkauft)

Pokalkracher in Friedrichshafen

Erfolgreich und mit durchaus ansprechenden Auftritten sind die BR Volleys in die Spielzeit 23/24 gestartet. Am Samstagabend (04. Nov. um 20.00 Uhr) wartet nun das erste Duell, in dem die Berliner unter einem hohen Druck stehen. In der Auftaktrunde des DVV-Pokals gastiert der Titelverteidiger beim VfB Friedrichshafen.

„Wir können mit unseren Ergebnissen bis hierhin zufrieden sein. Beim Bounce House Cup haben wir bereits ganz ansehnlichen Volleyball gezeigt. Am vergangenen Freitag haben wir dann jedoch zum einen gesehen, wie stark Giesen in dieser Saison sein wird, und zum anderen, dass wir sowohl im Spielrhythmus als auch im individuellen körperlichen Zustand noch weit von dem entfernt sind, was wir zum Erreichen unserer Ziele benötigen. Es war ein Sieg des Willens und nicht der spielerischen Leichtigkeit“, resümiert Geschäftsführer Kaweh Niroomand das bisherige Saisongeschehen. Dem 3:1-Kraftakt vor heimischer Kulisse gegen die Helios Grizzlys Giesen folgte am Dienstag ein ungefährdeter 3:0-Sieg bei den Energiequelle Netzhoppers KW.

Der morgige Pokalgegner aus Friedrichshafen hat die Spielzeit 23/24 trotz eines personellen Umbruchs ebenfalls mit Erfolg und Schwung begonnen. Seine beiden Bundesliga-Partien gegen die Aufsteiger Karlsruhe und Freiburg gewann der Rekordpokalsieger souverän mit 3:0. Beim Bounce House Cup feierte die Mannschaft von Trainer Mark Lebedew zunächst zwei Erfolge (3:1 vs. Bitterfeld-Wolfen / 3:2 vs. Lüneburg), im Finale zeigten die Berliner dann jedoch die bessere Frühform.

Michal Superlak, Tim Peter und Nikola Pekovic sind dem VfB-Team als wichtige Stützen erhalten geblieben. Im Außenangriff kristallisiert sich der Pole Jan Fornal als zweite Stammkraft neben Peter heraus und als Zuspieler zieht fortan der Serbe Aleksa Batak die Fäden. Probleme haben die Häfler zurzeit auf der Mittelblockposition. Einzig Marcus Böhme steht hier weiterhin zur Verfügung. Der neuverpflichtete Finne Severi Savonsalmi erlitt im Sommer einen Bandscheibenvorfall, konnte aber am Wochenende in Freiburg seinen ersten Bundesliga-Einsatz bestreiten. Aufgrund von Einreise-Komplikationen wartet man noch sehnlichst auf den Kubaner Jose Alvarez. Vertreten wird der Neuzugang aktuell vom reaktivierten Marc-Anthony Honore. Der 39-jährige Routinier aus Trinidad und Tobago wurde mit Friedrichshafen dreimal Deutscher Meister und hilft seinem Verein, in dem er eigentlich als Nachwuchstrainer vorgesehen ist, in der aktuell misslichen Lage.

Kaweh Niroomand fällt eine sportliche Einschätzung des VfB zu diesem frühen Saisonzeitpunkt schwer: „Auch Friedrichshafen muss sich noch finden, schließlich kam der neue Zuspieler erst vor kurzer Zeit an. Ich kann das Leistungsvermögen der Mannschaft noch nicht einordnen, denn der Bounce House Cup hatte dafür nur wenig Aussagekraft. Viel hängt sicher davon ab, wie Michal Superlak ins Spiel kommt. Unabhängig davon bin ich jedoch überzeugt, dass sich unser Gegner in einem K.o.-Match selbstbewusst präsentieren wird und seinen Heimvorteil nutzen will.“

Im BR Volleys Team meldet sich Libero Satoshi Tsuiki wieder spielfähig, nachdem der Japaner in dieser Woche in das Mannschaftstraining zurückgekehrt war. Damit ist der 14er-Kader des Deutschen Meisters pünktlich zu diesem wichtigen Pokalspiel komplett. Wie alle Teilnehmer des Achtelfinals steigen auch die beiden Dauerrivalen mit dem großen Ziel Mannheim in den Wettbewerb ein. Am Samstagabend wird dann jedoch nur noch einer der beiden Mitfavoriten seine Reise fortsetzen können und Niroomand ist sich sicher: „Dieses Match wird weniger spielerisch, sondern vor allem mental entschieden. Für uns kann es nur über eine Willensleistung eine Runde weiter gehen.“

Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Justus Stegemann