Fahrplan für die Vorbereitung mit Zwischenstopp in Hildesheim

Während einige BR Volleys Akteure aktuell bei der Europameisterschaft glänzen, schuften vier Berliner bereits intensiv im Horst-Korber-Sportzentrum. Sukzessive wird der Kader des Deutschen Meisters wachsen, doch noch ist ein Stück weit Improvisation gefragt. Deshalb sind Nehemiah Mote & Co am Montag (04. Sep2023) zu den Helios Grizzlys Giesen ins Trainingslager gereist.

Die Not macht erfinderisch. Individuelles Athletik- und Techniktraining stand in den ersten Tagen zunächst auf dem Programm. Viel mehr ist für Nehemiah Mote, Adam Kowalski, Leon Dervisaj und Daniel Malescha aktuell nicht möglich und deshalb tun sich die Hauptstädter für die zweite vollständige Trainingswoche nun mit den Helios Grizzlys zusammen. In der Hildesheimer Volksbank-Arena wird gemeinsam mit den Giesenern gearbeitet, denn auch die Niedersachsen sind durch ihre Teilnehmer an der Euro Volley 2023 noch nicht vollzählig. Dazu gehört auch, dass sowohl auf Berliner Seite (Joel Banks/Finnland) als auch bei den Grizzlys (Itamar Stein/Israel) die Headcoaches mit ihren Nationalteams im Einsatz sind.

So ist bei den BR Volleys Markus Steuerwald verantwortlich und der begrüßt die etwas ungewöhnliche Maßnahme, sich in dieser Phase der Vorbereitung mit einem späteren Bundesliga-Konkurrenten zusammenzutun: „Wir haben damit eine Trainingsgruppe von 13 Leuten, die auch die nötigen Positionen nahezu komplett abbildet, um gut in Spielformen und im 6-gegen-6 zu arbeiten. Das wird uns helfen, zu analysieren, was noch nicht auf dem nötigen Level ist. Daran können wir dann bei uns in Berlin wieder im kleineren Kreis gezielt arbeiten. Insgesamt ist das eine gute Sache und wir freuen uns, mit den Grizzlys diese Lösung gefunden zu haben.“

Der internationale Spielkalender zwingt die BR Volleys einmal mehr zu solchen Mitteln, denn insgesamt neun Nationalspieler werden noch auf sich warten lassen – der eine länger, der andere kürzer. Die letzten Teammitglieder treffen erst rund zehn Tage vor dem offiziellen Pflichtspielstart beim Bounce House Cup (20.-22. Oktober) in der Hauptstadt ein. Somit wird die Reise zum Vorbereitungsturnier nach Polen (Golas Memorial 13./14. Okt) der erste Betriebsausflug in voller Mannschaftsstärke. Zuvor stehen bereits vier Testspiele in Berlin an, darunter eben auch gegen die Grizzlys, die dann direkt zum Heimauftakt am 27. Okt in den Volleyballtempel kommen.

Christof Bernier

Die Testspiele in der Übersicht:
Helios Grizzlys Giesen | 12. Sep | 16.30 Uhr | Horst-Korber-Sportzentrum*
Helios Grizzlys Giesen | 13. Sep | 16.30 Uhr | Horst-Korber-Sportzentrum*
Cuprum Lubin (POL) | 06. Okt | 16.30 Uhr | Horst-Korber-Sportzentrum*
Cuprum Lubin (POL) | 07. Okt | 13.00 Uhr | Horst-Korber-Sportzentrum*

Memorial Arkadiusz Golas Turnier
PGE Skra Belchatow (POL) | 13. Okt | 20.30 Uhr | Zalasewo
Project Warschau/ Zaksa Kedzierzyn-Kozle (POL) | 14. Oktober | 12.30/15.00 Uhr | Zalasewo

Bounce House Cup
TSV Haching München/SSC Karlsruhe | 20. Okt | 20.00 Uhr | Arena Giesen
Weiterer BHC-Spielplan >>> HIER <<<

Bundesliga-Heimauftakt
Helios Grizzlys Giesen | 27. Okt | 20.00 Uhr | Max-Schmeling-Halle

© Foto: Elisabeth Kloth

Berliner Profifußball vereint in der Niederlage

Die 1. und 2. Bundesliga wird am kommenden Wochenende unterbrochen durch eine Länderspielpause. Genügend Zeit für die Verantwortlichen und Spieler über die Gründe für die Niederlagen nachzudenken, zudem können angeschlagene Akteure ihre Blessuren kurieren.

Hertha versuchte in Magdeburg wie sein könnte, mal ohne Verteidigung ein Spiel zu gestalten. Immerhin konnten sie so eine Halbzeit für sich entscheiden, wenn es dann allerdings nicht gelingt, die andere Halbzeit wenigstens unentschieden zu gestalten oder den Vorsprung an Toren zu behaupten, sind die Punkte weg. Der Alten Dame reichten vier Tore nicht für einen Sieg, es sprang nicht einmal ein Unentschieden dabei heraus. Dreimal geführt und am Ende alles verloren, ein schönes Spektakel für die Zuschauer, sofern sie es nicht mit der Hertha halten. Da gibt es eine Menge auszuwerten und Pal Dardai verkündete an den Basics arbeiten zu wollen.

Bei dem Eishockeyergebnis von 4:6 aus Sicht der Hertha, boten beide Mannschaft streckenweise ein Abwehrverhalten wie in der E-Jugend. In der 69. Minute hatten die Magdeburger das Spiel gedreht und mehr Luft im Schlussspurt und machten in der Nachspielzeit endgültig den Deckel drauf. Bei Herthas Trikotsponsor, dem Crazy Buzzer, hätte es bestimmt eine schöne Quote gegeben, auf eine Ergebniswette. Fünf Tore pro Halbzeit, wer hätte das gedacht?

Kurz vor Toresschluss wurden noch die nötigen Verstärkungen (hoffentlich) für das Mittelfeld geholt. Aus Schweden kam Bilal Hussein und aus der türkischen Liga Andreas Bouchalakis. Die Kaderstärke ist jetzt mit 33 Spielern beachtlich, laut transfermarkt de liegt das Durchschnittsalter bei 23,7 Jahren, so jung ist keine andere Mannschaft der Liga.

Stadion Alte Försterei Eingang Waldseite © Foto Becker

Im Vergleich, der Altersdurchschnitt bei den Eisernen beträgt 26,8 Jahre, in Köpenick setzt man auf Erfahrung, könnte vielleicht auf Kosten der Geschwindigkeit gehen. Gegen die bei Unions-Fans besonders beliebten Red Bull-Rasenballer riss die imposante Serie, saisonübergreifend blieben sie ungeschlagen in 24 Heimspielen. Zur Erinnerung, es war der 13. Februar 2022, 22. Spieltag der Saison 20221/22, zu Gast in der Alten Försterei war Borussia Dortmund und gewann mit 3:0 und pikanterweise, auf der Trainerbank saß Marco Rose. Sein Gedächtnis hat unglaubliche 385 Tage gehalten. Er fand wieder den richtigen Dreh mit seinem aktuellen Team, wie die Festung in Köpenick zu nehmen ist. Die Eisernen wurden mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Zudem machte sich das Fehlen von Rani Khedira im zentralen defensiven Mittelfeld bemerkbar. Taktisch stellte Urs Fischer daher um und versuchte das Fehlen von Khedira durch eine Doppelsechs mit Aissa Laidouni und Alex Kral zu kompensieren. Im Sturm wurden drei Angreifer aufgeboten. Das 3-4-3 System funktionierte nur bedingt. In der 64. Minute musste Kevin Volland mit einer glatten Roten vom Platz. Zu diesem Zeitpunkt führte RB bereits mit 1:0 und das Ding war gelaufen. Urs Fischer fand: “In der ersten Halbzeit hat es die Mannschaft wirklich gut gemacht. Bis zur roten Karte war es ein ausgeglichenes Spiel, aber in Unterzahl ist es gegen eine Mannschaft wie Leipzig, die den Ball gut laufen lassen kann, natürlich extrem schwer. Das zweite Gegentor hat das Spiel dann entschieden.“ Für mich eine sehr optimistische Einschätzung, Union hatte in der ersten Halbzeit lediglich eine wirkliche Torchance.

Christopher Lenz im Trikot der Eisernen © Foto: Becker

Die ersten fünfzehn Spielminuten sollte geschwiegen werden, was wohl immer weniger Dauerkarteninhaber befolgen. Ein Ex-Unioner hat sich dem Kader von RB Leipzig angeschlossen, er stand zwar nicht im Spieltagskader, wurde aber trotzdem von Christian Arbeit genannt, der angerufene Fußballgott kam etwas verhaltener von den Rängen. Gemeint war Christopher Lenz, der gebürtige Berliner, der drei Jahre das Trikot des 1. FC Union trug.

Das Konstrukt RB Leipzig widerspricht angeblich den Werten, für die der 1. FC Union eintritt. Es mag ja sein, dass man einfacher Mitglied beim 1. FC Union werden kann als bei RB in Leipzig. In Leipzig kann jeder eine Fördermitgliedschaft für einen Jahresbeitrag von 100 EUR erwerben. Mal ehrlich, welche Mitspracherechte hat den ein Vereinsmitglied bei den ganz wichtigen Fragen? Egal, der Fußball, den die Leipziger bisher geboten haben, war sehenswert. In dieser Verfassung werden sie ganz vorne mitspielen. Bei den Eisernen wird die Heimniederlage hoffentlich keine tieferen Spuren hinterlassen haben. Ein Trost bleibt den Fans des 1. FC Union, die Profi-Frauenmannschaft, die Eisernen Ladies, setzten sich am 3. Spieltag der Regionalliga Nordost mit 1:0 gegen RasenBallsport Leipzig II durch. Celine Frank erzielt in der 22. Minute den Treffer des Tages. Mit dem Sieg bleiben die Unionerinnen in der Regionalliga weiterhin ohne Punktverlust.

Hans-Peter Becker

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Vor dem 6. Spieltag – auch in der NOFV-Oberliga Nord Länderspielpause

Zumindest führen fünf Berliner Vereine die Tabelle an. Lediglich der Rostocker FC auf Platz sechs unterbricht die Berliner Serie, denn Tasmania, Eintracht Mahlsdorf und Tennis Borussia rangieren auf den Plätzen sieben bis neun. Etwas abgeschlagen, lediglich auf Rang 13, CFC Hertha 06, letztes Saisonergebnis Platz sieben. Wann hat es das aus Berliner Sicht bei den neun Vertretern Berlins einmal gegeben? Besonders beeindruckend FC Hertha 03 mit fünf Siegen und 15 Punkten an der Tabellenspitze. Geradezu genial der 5:0 Auswärtssieg am 5. Spieltag beim Rostocker FC.

Chefredakteur
Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Sportick

Es hat den Anschein, als würden die Zehlendorfer im Vergleich zur letzten Saison begriffen haben, was Konstanz bedeutet, wie man es schreibt und umsetzt. Das 5:0 wird lediglich vom erstaunlichen 7:0 Heimsieg von Lichtenberg 47 gegen Optik Rathenow übertroffen, wohl wissend, dass die Schützlinge von Urgestein Ingo Kahlisch um den Verbleib in der Oberliga kämpfen. Der SC Staaken konnte letzthin den Abstieg gerade mal so verhindern, startete zur neuen Saison bisher ungeschlagen, mit drei Siegen und zwei Unentschieden, mit 10 Punkten auf Platz 4. Was bloß geht in Lichtenberg ab? Aufsteiger Sparta Lichtenberg steht mit 10 Punkten, ebenfalls ungeschlagen, auf Platz 3 – hinter Lichtenberg 47, vier Siege, eine Niederlage, Platz 2 mit 12 Punkten.

Schauen wir auf den Regionalliga-Absteiger Tennis Borussia. Die Statistik: 2 Siege, 2 Remis und eine Niederlage, Platz 9. Heißt, in der jungen Mannschaft der Knoten platzen noch platzen. Nur viel Zeit bleibt den Borussen nicht. Der direkte Wiederaufstieg ist erst einmal, sieben Punkten Rückstand zur Tabellenspitze, mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Am Freitagabend, 01.09.2023 verhinderte vor 402 Zuschauern die Unerfahrenheit beim 1:1 zwei sicher geglaubte Heimpunkte. Es war Fauxpas ihres Keepers Baur, der im Strafraum einen verunglückten Kurzpass spielte und damit den Neustrelitzern den Ausgleich schenkte. Von Stabilität kann noch keine Rede sein. In den Heimspielen sollte dem Gegner das Fürchten gelehrt werden.

Die beiden Berlin-Derbys gingen jeweils mit einem 1:0 Ergebnis aus, sonst stünden der SC Staaken bei Eintracht Mahlsdorf und auch Hertha 06, Heimniederlage gegen TuS Makkabi, noch besser da. Apropos Berlin-Derbys, zum 6. Spieltag nach der Länderspielpause stehen gleich drei Derbys auf dem Programm. Bereits am Donnerstag, dem 14.09.2023, 19.00 Uhr, TuS Makkabi – Tennis Borussia, Sonntag, 17.09.2023, 14.00 Uhr, FC Hertha 03 – CFC Hertha 06 und zeitgleich SC Staaken – Sparta Lichtenberg.

Christian Zschiedrich

Berliner Profifußball zwischen den Spieltagen

Der 1. FC Union hat in der Bundesliga einen Start nach Maß hingelegt. Nach zwei Spieltagen bietet das Tabellenbild eine hübsche Momentaufnahme. Die Eisernen liegen in Front, punktgleich mit fünf anderen Teams, es zählen die erzielten Tore und nicht einmal den Bayern ist es gelungen, acht Tore in zwei Spielen zu erzielen.

In bemerkenswerter Form ist Kevin Behrens, der Mittelstürmer, der nicht nur mit seinen Toren für Schlagzeilen sorgt, sondern auch mit seiner Bodenständigkeit. Fand es doch die PR-Abteilung in Köpenick tatsächlich der Erwähnung wert, dass er zu den Spielen und dem Training öfter mit dem Fahrrad kommt. Sehr praktisch, angesichts der Verkehrsanbindung der „Alten Försterei“, Baustellen über Baustellen und der S-Bahnhof ist eine Dauerbaustelle.

Coach Urs Fischer
Unions Trainer Urs Fischer, Start gelungen. © Foto: Hans-Peter Becker

Beim Spiel in Darmstadt musste Union ab der 21. Minute mit einem Spieler weniger auskommen, was die gnadenlos effektiven Fischer Schützlinge nicht davon abhielt in Unterzahl noch drei Dinger reinzuhauen. Das dritte Tor steuerte der Radfahrer und Kopffußballer (auch seine Frisur ist beachtenswert) bei. Einige Chancen, mehr als Union, erspielten sich ebenso die Darmstädter, insgesamt war der Gegner aus der Hauptstadt eine Nummer zu groß. Der nächste Gegner wird mindestens auf Augenhöhe sein. Die in Köpenick besonders beliebten Leipziger Rasenballer kommen. Die Liga darf bis zum Sonntag weiter über den (Nicht)-Hauptstadtclub staunen.

Der einst selbsternannte und gefühlte Hauptstadtclub durfte sich über den ersten Saisonsieg und Tore freuen. Die Null Punkte, verbunden mit null Toren, sind endlich Geschichte. Gegen die Greuther Fürth waren die Blau-Weißen ähnlich effizient wie die anderen Hauptstädter eine Klasse höher. Trainer Pal Dardai ärgerte sich, trotz des hohen Sieges, über die „Sport-Journallie“. Im Interview nach dem Spiel bekam Sky-Reporter Yannick Erkenbrecher den Frust des Trainers zu spüren. Es bisschen recht hat er ja, die Berichterstattung nahm streckenweise die Form von Mobbing an. Der Trainer muss trotzdem seinen Job erledigen und brachte eine schöne Formulierung: „….aus dem Nichts kommt nicht so etwas.“ Die aktuell Verantwortlichen bei der Hertha haben ein schweres Erbe übernommen und es ist nicht gesagt, dass alles gut ausgehen wird. Da führte Hertha-Ikone Axel Kruse Arminia Bielefeld als warnendes Beispiel an und ein Aufstieg nach dieser Saison ist nicht mehr realistisch. Der 1. September ist zum Glück nicht mehr fern, dann steht der endgültige Kader und man weiß, woran man ist. Eines kann jetzt bereits konstatiert werden, da musste leider notgedrungenermaßen viel Qualität verkauft oder ziehen gelassen werden.

Für Hertha geht auswärts weiter, der in dieser Saison noch unbesiegte 1. FC Magdeburg wartet in der MDCC-Arena auf den Absteiger aus der Hauptstadt. Um die Punkte haben beide Vereine noch nie gegeneinander gespielt.

Acht Berliner bei der Europameisterschaft

Die CEV EuroVolley 2023 steht vor der Tür und ab dem heutigen Montag (28. Aug) sind insgesamt sieben Spieler der BR Volleys und der neue Cheftrainer Joel Banks mit ihren Nationen auf Medaillenjagd. Die DVV-Auswahl, zu der Ruben Schott und Hannes Tille zählen, steigt am Mittwoch (30. Aug.2023) gegen Estland ins Turnier ein und bestreitet die Vorrunde in Italien.

Die Europameisterschaft findet in diesem Jahr in vier Ländern statt. 24 Nationalteams teilen sich dabei auf vier Vorrundengruppen in Bulgarien, Nordmazedonien, Israel und Italien auf. Jeweils vier Mannschaften aus den Sechsergruppen ziehen in die K.o.-Phase ein, welche im Achtel- und Viertelfinale dann nur noch in Bulgarien und Italien ausgetragen wird. Die verbliebenen vier Nationen begegnen sich ab dem Halbfinale im PalaLottomatica von Rom, wo die BR Volleys 2017 im Champions-League-Final-Four standen.

Rom ist also das Traumziel für gleich acht Berliner Akteure, die bei der Kontinentalmeisterschaft an den Start gehen. Die aussichtsreichsten Chancen haben wohl Saso Stalekar mit seinen Slowenen (drei Silbermedaillen seit 2015) und Olympiasieger Frankreich mit Timothée Carle im Aufgebot. Eher als Außenseiter gehen Marek Sotola (CZE), Jiri Hänninen und sein Trainer Joel Banks (FIN) sowie Timo Tammemaa (EST) ins Rennen. Letztgenannter und neuer Mittelblocker des Hauptstadtclubs trifft am Mittwoch um 18.00 Uhr auf die deutsche Mannschaft. Nationalcoach Michal Winiarski setzt dabei auf Ruben Schott und Hannes Tille. Insgesamt dürften sieben aktuelle oder ehemalige Berliner im Kader stehen. Nach einer durchwachsenen Volleyball Nations League gewinnt das DVV-Team durch die Rückkehrer Georg Grozer, Julian Zenger und Moritz Karlitzek wieder gewaltig an Qualität. In dieser Bestbesetzung wollen Grozer & Co bei der EM gut abschneiden und damit wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation sammeln. In den fünf Vorrundenspielen dürfte die Stärke der Gegner sukzessive ansteigen. Der Spielplan lautet: Estland, Schweiz, Belgien, Serbien und Gastgeber Italien.

Der BR Volleys Zuspieler und MVP der vergangenen Bundesliga-Saison Hannes Tille erspielte sich mit starken Leistungen in der VNL einen Kaderplatz für die Euro und sieht die Deutschen deutlich besser gewappnet als zuletzt: „Wir sind jetzt wesentlich weiter als bei der VNL. Im athletischen Bereich und der Umsetzung unseres Spielsystems sind klare Fortschritte erkennbar. Es hilft natürlich, dass Georg als Antreiber wieder dabei ist. Das Trainingsniveau ist auch mit den anderen Rückkehrern gestiegen. Das Ziel sollte immer eine Medaille sein, aber wir sind gut beraten, wirklich von Spiel zu Spiel zu denken und unser Potenzial zunächst einmal konstanter abzurufen.“ Über seine persönliche Rolle sagt der 26-Jährige: „Ich glaube, dass mein Stellenwert im Team deutlich größer geworden ist. Lukas (Kampa, Anm. d. Red.) dürfte aufgrund seiner Erfahrung und Verbindung mit Georg bei der EM schon anfangen, aber sollte es mal nicht so gut laufen, mache ich natürlich ein komplett anderes Spiel und kann damit hoffentlich helfen.“ Die ausführliche Meinung von Hannes Tille ist in der neuen Podcast-Folge von „Feinherb & Spritzig“ mit dem Titel „Dyn ist mein ganzes Herz“ hörbar.

Die Europameisterschaft wird am Montagabend (28. Aug.2023 um 21.00 Uhr) mit dem Auftaktmatch Italien gegen Belgien eröffnet.

Christof Bernier/BR Volleys

Regionalliga Nordost im Überblick

Der 5. Spieltag begann am Freitagabend, 25.08.2023 mit zwei Heimspielen von Berliner Vertretern. In Lichterfelde sahen 647 Zahlende das Südberliner Derby zwischen Viktoria und der VSG Altglienicke. Tobias Gunte, gefühlt ein ewiger Viktorianer, es war noch ungewohnt, ihn im Stadion Lichterfelde im Trikot von Altglienicke spielen zu sehen, kehrte erstmals an seine einstige Wirkungsstätte zurück. Die Himmelblauen setzten ihren Minimalistenfußball fort. Das Team von Semih Keskin gewann gegen die VSG mit 1:0. Das einzige Tor des Abends erzielte der Brasilianer Lucas Falco, mit vollständigen Namen heißt er Bradley Lucas Falcão Cini, neben der brasilianischen besitzt er auch die italienische Staatsbürgerschaft. Es lief die 56. Minute, da segelte ein Eckball in den Strafraum der Gäste, zweimal zu kurz abgewehrt, dann war Falcao zur Stelle und erzielte das Tor des Abends. Viktoria hat nach fünf Spielen ein Torverhältnis von 4 zu 3 und dabei beachtliche 8 Punkte geholt. Altglienicke hatte Pech, Tolcay Cigeri traf nur den Pfosten und Schiedsrichter Tobias Hagemann übersah ein Foul mit Handspiel im Strafraum. Es hätte Elfmeter für die Gäste geben müssen. Altglienickes Co. Trainer Torsten Mattuschka war darüber so erbost und muss ein paar unflätige Worte in Richtung Schiedsrichter gerufen haben, sodass er für den Rest des Spieles auf die Tribüne musste.

Zeitgleich spielte im Berlin Osten, in Hohenschönhausen der BFC Dynamo gegen den FC Carl Zeiss Jena. Hier hatten sich beim Treffen ehemaliger DDR-Oberligisten 2.699 Zuschauer eingefunden, darunter ein beachtlicher Anhang der Thüringer. Jena, ähnlich ambitioniert wie der BFC, ging in der 31. Minute durch Joshua Endres in Führung. Der BFC brauchte anschließend nur acht Minuten, um das Spiel zu drehen. Doppeltorschütze, wer konnte es anderes sein, als Rufat Dadashov in der 33. und 37. Minute. Was hat der für einen Lauf? Mit sechs Toren nach fünf Spielen führt er zusammen mit Jorden Winter vom FSV Luckenwalde die Torschützenliste an.

Am Samstag gab es kein Spiel mit Berliner Beteiligung. In Cottbus kam Energie nicht über ein 1:1 gegen Chemie Leipzig hinaus. Den Punktverlust sahen im Stadion der Freundschaft 5.326 Zuschauer. Cottbus drückte, ein Festival der Chancen im Chemiestrafraum, sie versuchten alles, um die Führung der Chemiker, seit der 9. Minute durch Paul Horschig, wettzumachen. Mehr als der Ausgleich in der 71. Minute durch Tim Heike gelang nicht. Cottbus war klar die bessere Mannschaft, was nützt das, wenn der Ball nicht über die Linie geht.

Am Sonntag erkämpfte sich der BAK im Rostocker Ostsee-Stadion ein 1:1. Endlich gelang das erste Saisontor, erzielt von Ifran Brando, der vom Regionalliga-Absteiger Lichtenberg 47 zu den Athleten wechselte. Der Führungstreffer aus der 31. Minute hatte Bestand bis zur 64. Minute, da war Patrick Nkoa für den Rostocker Nachwuchs erfolgreich. Der BAK hatte Glück, nach dem Ausgleich wurde Hansa immer stärker. Der BAK wirkte trotzdem weiter Form-verbessert. Im nächsten Spiel empfangen sie keinen geringeren als Energie Cottbus.

Mit demselben Ergebnis trennten sich die Hertha Bubis vom ZFC Meuselwitz. Im Stadion am Wurfplatz bejubelten zunächst 1.015 Zuschauer die Herthaführung durch Derry Scherhant, der Ausgleich fiel noch vor der Pause. Florian Hansch traf für Meuselwitz. Es wurden die ersten Verlustpunkte für Hertha II. Mit 13 Punkten stehen sie aktuell mit zusammen mit Rot-Weiß Erfurt und dem Greifswalder FC an der Tabellenspitze.

Die Partie zwischen dem Chemnitzer FC und Babelsberg findet erst am Dienstag, 29.08.2023 statt.

Hans-Peter Becker

Eisbären Testspiel gegen Sparta Prag

Die Eisbären Berlin bestritten am Sonntag, 27.08.2023 einen Härtetest in der heimischen Arena am Ostbahnhof. Vor und nach dem Spiel wurde zusätzlich einiges für die treuen Eisbärenfans geboten. Das Spiel gegen den HC Sparta Prag wurde genutzt zur offiziellen Saisoneröffnung, im nächsten Spiel in der Arena geht es dann bereits um Punkte in der DEL. Das Spiel begann um 14:00 Uhr, los ging auf dem Vorplatz der Arena bereits ab 10:00 Uhr und nach dem Spiel standen die Spieler noch für Autogramme ihren Fans zur Verfügung.

Der Testspielgegner aus der Extra-Liga Tschechiens war der erwartete harte Prüfstein. Die zurückliegende Saison verlief für die Prager nicht ganz so zufriedenstellend. Es reichte zwar für die Playoffs, dort war dann bereits im Halbfinale Schluss. So gab es nicht nur einige Wechsel im Spielerkader, auch das Trainerteam wurde ausgetauscht. Neuer Chef hinter der Bande ist der in Berlin nicht ganz unbekannte Pavel Gross. Er sah zunächst, wie sein neues Team in einen Rückstand geriet. Die Eisbären zogen mit 2:0 davon. In der 7. Minute schloss Marco Nowak die erste gelungene Kombination mit einem erfolgreichen Torschuss ab. Sparta drängte auf den Ausgleich, ein weiteres Tor gelang allerdings denn Eisbären. Erneut war es ein Verteidiger, der Erfolg hatte. Der neue Kapitän der Eisbären, Kai Wissmann setzte in der 16. Minute den Puck in die Maschen. Der Eindruck, dass die Gäste immer stärker wurden, bestätigte sich nur zwei Minuten später, als Pavel Kousal einen zunächst von Eisbären-Goalie Jake Hildebrand abgewehrten Puck doch noch im Tor unterbringen konnte.

Der Mittelabschnitt gehörte weitgehend den Gästen. Sie drehten das Spiel. Zunächst stellte Jan Buchtele mit einem Flachschuss in der 30. Minute das Ergebnis pari. Das zweite Powerplay war erfolgreich, der Torschütze Josh Kestner, da waren 35 Minuten gespielt. Jetzt führten die Gäste mit 3:2, sehr zur Freude der etwa 50 aus Prag angereisten Schlachtenbummler. Mit der knappen Führung für die Gäste wurden dann nochmals die Seiten gewechselt.

Ein alter Bekannter hinter Bande der Gäste, Pavel Gross. © 2023 Foto: Hans-Peter Becker

Im Schlussabschnitt bekamen die Eisbären die sprichwörtliche zweite Luft und sie hatten mit Jake Hildebrand einen bestens aufgelegten Goalie. In der 53. Minute gelang der Ausgleich zum 3:3 und endlich ein Stürmertor durch Frederik Tiffels. Eine kleine Schrecksekunde gab es kurz vor dem Ende des Schlussdrittels, ein Linienschiedsrichter wurde unglücklich in die Bande befördert, konnte glücklicherweise nach einer kurzen Behandlung auf das Eis zurückkehren. Nach 60 effektiven Spielminuten stand es leistungsgerecht Unentschieden. Der Test lief nach den DEL-Regeln ab, so bekamen die 9.877 anwesenden Zuschauer noch das Spektakel einer Verlängerung geboten.

In der Verlängerung hatten beim 4 gegen 4 beide ihre Chancen das Spiel zu entscheiden. Die Größte hatten die Eisbären, in der 65. Minute vergab Blaine Byron einen Penalty. Im anschließenden Shootout traf keiner der Eisbären, ein klein wenig besser machten es die Gäste. Roman Horak konnte Jake Hildebrand überwinden und so gewannen die Gäste das Testspiel mit 4:3 nach Penalty.

Pavel Gross stand nach dem Spiel in der Mixed-Zone Rede und Antwort. Er war mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden und von den Eisbären hatte er den Eindruck, dass die Mannschaft im Vergleich zur vergangenen Saison schneller geworden ist. In dieser Phase der Saisonvorbereitung läuft noch nicht alles rund. Da wird experimentiert, was die Zusammenstellung der Reihen betrifft und an den taktischen Systemen gefeilt.

Hans-Peter Becker

Tegler Gespräche – Dirk und Frank Steffel in Aktion

Die richtige Idee und dazu bestens organisiert und umgesetzt, garantiert auch in der heutigen Zeit großen Zuspruch. Seit 1999 ist Dirk Steffel bemüht, Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport nach Tegel zu lotsen. Dazu gehört viel Fingerspitzengefühl und die Wahl eines geeigneten Veranstaltungsortes. Für die 68. Auflage der Tegeler Gespräche hatte der Gastgeber am 23. August 2023 in den Freiheitsweg 20-26 eingeladen, dort sind Reinickendorfer Füchse zu Hause. Jeder denkt dabei natürlich an die erfolgreichen Bundesligahandballer.

Zu Gast beim Handball-Europapokalsieger 2023 Füchse Berlin am Freiheitsweg in Reinickendorf und dazu passend auf dem Podium neben Gastgeber Dirk Steffel, sein Bruder Frank, Präsident der Füchse Berlin, Bob Hanning, der Geschäftsführer Füchse Berlin und Handball-Manager sowie der Handball-Profi Paul Drux. Aktuell ist der 127fache Nationalspieler leider verletzt.

Unser Chefredakteur mit Bob Hanning und Handballnationalspieler Paul Drux © Fotos: Sportick

Es ging aber keineswegs nur um den Handball. Frank Steffel, Füchse-Präsident seit 2005, ehemaliges Mitglied im Deutschen Bundestag und dort im Sportausschuss tätig, konnte einiges erzählen. Bei allen Erfolgen der Handball-Profis ist ihm sehr viel am Breitensport und der Nutzung der Sportanlagen gelegen. Außerdem hat er eine Menge Ideen von weiteren Baumaßnahmen und der Wirtschaftlichkeit im Vereinssport.

Bob Hanning, immer ein sehr unterhaltsamer Gesprächspartner, gab interessante Einblicke in den Handball als Leistungssport. Darüber hat er zudem Buch geschrieben mit dem vielsagenden Titel: „Hanning macht Handball – Geheimnisse aus dem Innersten eines faszinierenden Sports“. Dem viel beschäftigten Manager, Geschäftsführer und Trainer sind oft 24 Stunden am Tag zu wenig. Die Einstellung zur Sache macht’s eben. Seine Ausführungen zogen die geschätzt mindestens 150 Zuhörer in ihrem Bann. Das anschließende Grill-Büffet durfte gern ein wenig warten. Schließlich beantwortete auch Paul Drux noch die Fragen nach seinem Zustand und dem leider nicht so schnellen Saisoneinstieg. Sein Sehnenriss bedarf bedauerlicherweise einer langwierigen Behandlung. Immerhin macht er Fortschritte und hofft auf eine baldige Genesung. Paul Drux wurde an diesem Abend feierlich in die Ehrengalerie der Handballhelden aufgenommen.

aufmerksame Zuhörer am Freiheitsweg
Cover des Buches von Bob Hanning
Ehemaliges Hertha-Präsidiumsmitglied Ingmar Pering mit Christian Zschiedrich
links im Bild der Chef der Bundesligaschiedsrichter Lutz Michael Fröhlich
Dirk und Frank Steffel mit Bob Hanning auf dem Podium
Dirk Steffel, der Macher des Tegler Gesprächs

Alles in allem eine rundum gelungene Veranstaltung. Da wurden viele Hände geschüttelt und so manches Wiedersehen gefeiert. Zahlreiche Prominente waren unter den Gästen. Ich freute über ein Wiedersehen mit den früheren Fußball-Bundesligaschiedsrichtern Peter Gabor und Lutz Michael Fröhlich (aktueller Vorsitzender aller deutschen Schiedsrichter), ebenso mit dem ehemaligen Bürgermeister von Reinickendorf und Bundestagsabgeordneten Detlef Dszembritzki und besonders mit der unverwüstlichen Box-Trainer Legende Ulli Wegner.

Der Abend klang aus mit einer Autogrammstunde und einem Fototermin.

Christian Zschiedrich

Hertha stürmt an die Tabellenspitze

Berlin, 24.08.2023

Im Nachholspiel des 2. Spieltages der Regionalliga Nordost schlug Hertha II am Mittwochabend, 23.08.2023, im Poststadion vor offiziell 2.079 Zuschauern, den BAK mit 1:0. Der siegbringende Treffer fiel erst in der 89. Minute, Torschütze war Abwehrspieler Joel Miguel Da Silva Kiala. Der Nachwuchs der Alten Dame ist aktuell die einzige Mannschaft, die bisher alle Spiele gewinnen konnte. Vor dem 5. Spieltag, da empfangen sie den ZFC Meuselwitz, grüßen die Schützlinge von Trainer Stephan Schmidt einsam von der Tabellenspitze. Der Trainer ist realistisch genug, sieht seine Mannschaft keineswegs als Favorit und spricht von einer schönen Momentaufnahme.

In der 1. Mannschaft werden die Sorgen eher größer. Der Kapitän ist von Bord gegangen, sie hatten gehofft bei der sportlichen Führung, dass er bleibt, bekam die Binde und viel Vertrauen. Die 50 zu 50 Chance ging zuungunsten der Hertha aus. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Fürth, an der neben Trainer Pal Dardai auch Sportdirektor Benjamin Weber teilnahm, war von dem kommenden Gegner nur in den einleitenden Worten der Pressesprecherin Vera Krings etwas zu hören. Die vielen Nebengeräusche unter Woche provozierten andere Fragen.

Nachgefragt wurde auch nach einem Artikel des Journalisten Robert Schreier von der Sport-Bild. „…überfordert äußern sich Spieler über die Situation, dass gleich drei Trainer-Söhne mit in der Kabine sitzen. Zwar wird Palko (24), Marton (21) und Bence Dardai (17) ein einwandfreier Charakter attestiert, und doch fühlen sich viele Hertha-Profis gehemmt, die Kabine als meinungsfreien Raum anzusehen, aus dem keine offen geführte Diskussion ans Trainerteam gelangt. Auch das sei ein Grund dafür, dass sich in Krisenzeiten im Team keine Dynamik mit klaren Worten entwickeln kann.“ Woher er seine Weisheit bleibt ungenannt, Pal Dadai nahm dazu ausführlich Stellung, da wollte wohl einer viel Klicks generieren. Gern kann er herkommen und sich vor Ort ein Bild machen. Trotz der Niederlagen, hat man nicht den Eindruck, dass die Mannschaft in Grüppchen zerfallen ist, wie in der Abstiegssaison. Mehrfach nahm Dardai das Wort Mobbing in den Mund, angesichts der schwierigen Situation sollte Fairness gelten.

Die aktuelle Situation macht sich zunehmend bei den geplanten Neuverpflichtungen bemerkbar. Man muss schon gute Nerven und viel Selbstvertrauen haben, wer sich jetzt auf ein Arbeitspapier bei Hertha BSC einlässt. Die Aussicht auf eine schnelle Rückkehr in die Bundesliga schwindet mehr und mehr, 4 bis Jahre könnte es dauern, wenn kein Wunder geschieht. Wunschkandidat Diego Demme hat wohl der Alten Dame, auch aus diesem Grund, einen Korb gegeben. Offiziell ist noch nichts.

Das Sportliche sollte im Vordergrund stehen, es müssen dringend Tore und Punkte her. Da ist es zielführender, den Trainer des kommenden Gegners Alexander Zorniger zu Wort kommen zu lassen. Die Startschwierigkeiten des Absteigers verwundern ihn überhaupt nicht. „Die 2. Liga ist einfach gut. Da kommt man nicht runter und sagt mit einer Truppe, die sich noch nicht gefunden hat: Wir holen jede Woche drei Punkte…“ Die 2. Liga ist kampfbetonter, die Gegenspieler sind zusätzlich motiviert, schließlich geht es gegen einen, zumindest gefühlt, großen Club. Trotzdem erwartet Zorniger „ein dickes Brett“, obwohl der Druck eindeutig bei der Hertha liegt.

Unter der Woche hat Dardai verstärkt Kombinationen und Torabschlüsse üben lassen. Mal sehen, ob es endlich für das erste Tor im Wettbewerb ausreicht. Und die zweite hat es vorgemacht, ein 1:0, möglichst kurz vor Schluss, reicht für einen Sieg. Für das Spiel am 26.08.2023 werden ca. 35.000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet.

Hans-Peter Becker

BR Volleys – neues Trainerteam bat zum Auftakt

Im ganz kleinen Kreis eröffneten die BR Volleys am Mittwoch (23. August 2023) ihre Saisonvorbereitung 2023/24. Während für viele der Berliner Nationalspieler die Europameisterschaft bevorsteht, nehmen vier Akteure von Beginn an das Training im Horst-Korber-Sportzentrum auf. Dabei trägt in den kommenden Wochen der neue Assistenztrainer Markus Steuerwald die Verantwortung, solange Headcoach Joel Banks bei der EM mit Finnland am Start ist.

Es ist wie oft in einem mit Länderspielen vollgepackten Volleyballsommer: Zum Vorbereitungsstart rund zwei Monate vor dem ersten Pflichtspiel ist die Trainingsgruppe der BR Volleys überschaubar. Adam Kowalski und Nehemiah Mote sowie die Neuzugänge Leon Dervisaj und Daniel Malescha fanden sich am Mittwochmittag im Horst-Korber-Sportzentrum ein. Zum Auftakt gab es lediglich ein lockeres Kennenlernen und eine Einweisung in die Abläufe, bevor ab Donnerstag im Kraftraum und der Volleyballhalle geschwitzt wird. Noch einige Zeit wird das Aufgebot dezimiert bleiben, denn gleich sieben Spieler aus dem Kader des Deutschen Meisters sind voraussichtlich ab dem 28. Aug bei der EM im Einsatz. Hannes Tille, Ruben Schott, Marek Sotola (CZE), Jiri Hänninen (FIN), Timo Carle (FRA), Saso Stalekar (SLO) und Timo Tammemaa (EST) dürfen in den nächsten Tagen mit ihrer offiziellen Nominierung rechnen. Neuzugang Hänninen wird dabei von Joel Banks betreut, der mit seinen Finnen in der Vorrunde unter anderem auf Stalekars Slowenen trifft. Außerdem befinden sich Cody Kessel (USA) und Satoshi Tsuiki (JAP) noch einige Wochen bei ihren Nationalkadern.

Aufgrund der Abwesenheit von Banks ist vor Ort in der Hauptstadt zunächst Markus Steuerwald am Ruder und der 34-Jährige, im Vorjahr noch Co-Trainer bei der Damenmannschaft des Dresdner SC, gewann einen sehr positiven ersten Eindruck: „Es wird Zeit, dass es losgeht, denn die Pause war wirklich lang. Unsere Gruppe ist klein, aber fein. Ich bin optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen gute Arbeit leisten und der Spaß auch nicht zu kurz kommt.“ Dem früheren Champions-League-Sieger stehen im Trainerstab zwei ebenfalls neue Gesichter zur Seite. Aaron Königsmann ist ab sofort Athletiktrainer beim 13-fachen Deutschen Meister. Der 26-Jährige betreibt selbst CrossFit als Leistungssport, war bereits für den Fitnesszustand der Bundesliga-Mannschaften des Berliner Hockey Clubs zuständig und ist Kollege seines Vorgängers Timo Kirchenberger bei „VIS Performance Coaching“. Der neue Fachmann für Spielanalyse kommt aus Brasilien und heißt Alexandre Leal. Zuletzt arbeitete „Alê“, so lautet sein Spitzname, in Saudi-Arabien mit Samuel Tuia zusammen. Auch Landsmänner und frühere Berliner wie Olympiasieger Eder begeisterten den hochmotivierten Scout für sein neues Engagement in Deutschland. Als Physiotherapeutin bleibt Sophia Fronicke dem Team erhalten.

In dieser Aufstellung steigen die BR Volleys nun in das Training ein und Steuerwald beschreibt die kurzfristigen Ziele so: „Der Fokus liegt jetzt auf dem Screening und der Entwicklung des körperlichen Zustandes. Wir wollen Grundlagen schaffen, verletzungsfrei bleiben und die Jungs in Form bringen. Ansonsten können wir nicht viel mehr machen, als individuell an technischen Details zu arbeiten, bis die Gruppe allmählich wächst. Jedem ist klar, dass uns eine hochintensive Saison bevorsteht. Um Spannung aufzubauen, wollen wir von Anfang an keine Langeweile aufkommen lassen.“

Christof Bernier/BR Volleys

© 2023 Pressefoto Credit: BR Volleys