BR Volleys erzwingen Entscheidungsspiel

Die Playoff-Finals 2022 bekommen ihren Höhe- und Schlusspunkt am Samstagabend, 29. April im Berliner Volleyballtempel. Mit einem 3:1-Auswärtssieg (24:26, 26:24, 26:24, 25:20) beim VfB Friedrichshafen treiben die BR Volleys die Finalserie auf die Spitze. Nach dem nervenstarken Auftritt in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm haben die Berliner nun erstmals in der Bundesliga-Geschichte die Chance, einen 0:2-Rückstand im Finale noch zu drehen.

Beide Mannschaften standen sich in diesem Finale vor 2.319 Zuschauern abermals in unveränderter Startformation gegenüber. Auf Berliner Seite reichte es bei Jeffrey Jendryk erneut nicht für mehr als das Trikot des zweiten Liberos, bei Friedrichshafen streifte sich Blair Bann dieses über. Die Hausherren traten erwartungsgemäß druckvoll auf und zeigten früh ihre bekannte Blockstärke. Benjamin Patch blieb an jener Häfler Wand hängen (2:4), doch Timothée Carle bügelte dies per Ass wieder aus (6:6). Einmal mehr in dieser Serie war Luciano Vicentin der Mann, der für Friedrichshafen lange den Unterschied machte (12:16). Ruben Schott fand hingegen nur kurzzeitig über den Aufschlag ins Spiel (19:20), tat sich aber erneut im Angriff schwer. Mit Nehemiah Mote am Service gelang den Berlinern beim zweiten Häfler Satzball zwar das wichtige Break (24:24), aber Hirsch nutzte die dritte Gelegenheit zur Satzführung für das Heimteam (24:26).

Wie schon beim ersten Spiel in der ratiopharm Arena erarbeitete sich der VfB zunächst weiter das Spielglück. Beim Zwischenstand von 8:10 in Satz zwei setzte Cedric Enard auf Samuel Tuia anstelle von Schott. Ein im Nachhinein entscheidender Eingriff. Berlin lief zunächst weiter hinterher, bis Georg Klein zum Service ging und sich das Blatt wendete. Nehemiah Mote blockte, der “Officer“ servierte das Ass und plötzlich führten die Hauptstädter (16:13). Bei den Hausherren stieg zwischenzeitlich die Fehlerquote, doch nach einem Block von Vicentin gegen Patch stand es pünktlich zur Crunchtime natürlich wieder pari (22:22). Doch Grankin & Co behielten die Nerven und Patch erschmetterte nach einem Hin und Her den Satzausgleich (26:24).

Diesen Moment steckte Friedrichshafen gut weg und legte in Person von Daniel Muniz wieder zu (7:10). Vicentin spielte unentwegt stark, während die Berliner Außenangreifer weiter für jeden Punkt hart arbeiten mussten (13:15). Nun ersetzte Marek Sotola Ben Patch, als der Rückstand auf 14:18 anwuchs. Zwei Blockpunkte konnte Tuia setzen, doch er musste auch den wichtigen gegen Vicentin schlucken (18:21). Aber der Franzose gab die Antwort am Aufschlag und mit Sotola meldete sich endlich auch ein Berliner gegen Vicentin im Block an (23:21). Natürlich spitzte sich auch dieser Satz bis zur Verlängerung zu, bis Muniz den Ball ins Aus jagte (26:24).

Dieser Satzgewinn war der Bigpoint für den Titelverteidiger. Tuia und Sotola machten ihren Job nun hervorragend und die BR Volleys kippten endgültig das Spiel (9:7). Der Franzose traf weiter sein Service und der Tscheche blieb mutig im Angriff (19:15). Jetzt agierten die Hauptstädter clever im Angriff und ließen keine Zweifel mehr am Auswärtssieg aufkommen (23:19). Nach einem Aufschlag von Matthew West war es natürlich Tuia, der den Ausgleich in der Serie perfekt machte (25:20). Damit dürfen die Berliner noch einmal in ihre Max-Schmeling-Halle zurückkehren und vor ihrem Publikum, das alles entscheidende fünfte Finale bestreiten. Es wartet ein Volleyballfest und würdiger Abschluss dieser Saison im Volleyballtempel.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Die Männer von der Bank haben heute den Unterschied gemacht. Samu Tuia war mit seiner Routine und Moral überragend. Er war der Weckruf für unsere Mannschaft. Auch Marek Sotola hat das phänomenal gemacht. Der Junge kommt in dieser Drucksituation auf den Court und löst das so cool. Am allermeisten freut mich dieser Sieg für unsere Fans. Nach dem, was bereits am Samstag in unserer Arena los war, wird die Max-Schmeling-Halle garantiert wieder brennen. “

Samuel Tuia: „Wir wussten, dass wir kämpfen müssen und uns keinen weiteren Fehler in dieser Serie mehr leisten durften. Das war ein Sieg des gesamten Teams und des Willens. Heute konnten wir von der Bank den wichtigen Impuls geben, den die Mannschaft brauchte. Darauf haben wir gewartet und das macht mich sehr glücklich. Jetzt fühlen wir uns einfach bereit für dieses fünfte Spiel zu Hause und freuen uns auf eine riesige Kulisse, vor der wir uns hoffentlich die Goldmedaille holen können.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Marek Sotola, Matthew West, Samuel Tuia

Topwerte
Carle 15 Punkte, 2 Asse | Patch 12 Punkte | Tuia 11 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Günter Kram

BR Volleys – Platz eins gesichert

Die BR Volleys gehen in der Saison 21/22 als bestplatziertes Team in die Zwischenrunde: Dieser Etappenerfolg ist dem Deutschen Meister nach dem 14. Sieg in der Volleyball Bundesliga nicht mehr zu nehmen. Im Berlin-Brandenburg-Derby gaben die Gastgeber zwar ihren ersten Satz der Saison in eigener Arena ab, doch – auch dank eines überragenden Georg Klein – entschieden die Hauptstädter das Duell gegen die Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee mit 3:1 (22:25, 25:18, 25:15, 25:19).

Bereits beim Verkünden der Startformation brannte im Volleyballtempel ein erstes Mal großer Jubel auf: Der reaktivierte Georg Klein durfte vor dem Berliner Publikum sein Starting-Six-Comeback geben und wie es ein guter Kapitän eben macht, bekam der Mittelblocker von Sergey Grankin direkt den erfolgreich verwandelten Pass (2:1). Die BR Volleys nahmen den Schwung aus dem Champions League unter der Woche zunächst mit (11:8), aber schnell hatten sich die Gäste mit der kürzesten Anreise aller Bundesligisten in das Match gearbeitet. Tomasz Wasilkowski zauberte im Diagonalangriff den jungen Max Schulz aus dem Hut und der trumpfte auf (13:13, 16:18). Während die Netzhoppers-Brust von Punkt zu Punkt breiter wurde, hakte es im Berliner Spiel (20:21). Schließlich legte der Mann mit den meisten Assen der Liga, Theo Timmermann, ein entscheidendes nach (22:25).

Im zweiten Spielabschnitt kam Sergey Grankin allmählich auf Touren und auch Samuel Tuia konnte sich mit gutem Service hervortun (14:8). Georg Klein fügte sich währenddessen weiter ein, als wäre er nie weg gewesen. Fünf von fünf Angriffen hatte der 30-Jährige Mitte des zweiten Satzes verwandelt und auch zum Schiedsrichter nahm er nach strittiger Situation bereits Kontakt auf (17:11). Sotola war erneut Berlins Punktemaschine und zügig war der erste Satzverlust in eigener Arena wettgemacht, als Klein krachend blockte (25:18). Nun hatten die Hauptstädter, bei denen weiterhin Anton Brehme und Cody Kessel fehlten, das Match unter Kontrolle und die nächsten Ausrufezeichen setzten wieder Klein und Carle per Block (14:9). Die wackeren Gäste aus Brandenburg mussten im Angriff federn lassen, auch weil der eingewechselte Adam Kowalski in der Abwehr zwischenzeitlich heiß lief (21:13) und wer blockte zum nächsten Satzgewinn? Natürlich Georg Klein (25:15).

Der Mittelblocker hatte in Satz vier sogar noch ein Ass für die 1.866 Zuschauer parat (2:0) und sein Nebenmann Nehemiah Mote wurde in der Folge von Jeffrey Jendryk entlastet. Unbeirrt gingen die BR Volleys ihren Weg und das Derby war in Durchgang vier frühzeitig entschieden (8:5, 16:10). Zum Matchball war Klein diesmal nicht auf dem Court um zu blocken und so machte ein Aufschlagfehler der Gäste den wettbewerbsübergreifend achten Heimsieg der Saison für die Berliner perfekt (25:19). Der Volleyballtempel ahnte, was kommen würde: Wasilkowski wählte Klein zum MVP, der vom Publikum entsprechend gefeiert wurde. 626 Tage nach dem abrupten Saisonabbruch 19/20 und seinem virtuellen Abschiedsspiel bekam der angehende Polizist damit noch einmal unverhofft seinen ganz großen Auftritt vor den eigenen Fans.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Es war ein komisches Spiel, aber das war irgendwie auch erwartbar. Es ist nur menschlich, zwischen zwei so wichtigen Matches den Fokus nicht direkt zu finden. Am Mittwoch haben wir in Lissabon ein ganz wichtiges Spiel gewonnen und am kommenden Mittwoch geht es in Friedrichshafen um extrem viel. Da ist dieser erste Satz verkraftbar. Das Ergebnis ist am Ende zufriedenstellend, auch wenn wir heute auf manchen Positionen in der Annahme Probleme hatten. Für Georg freue ich mich einfach unheimlich. Dieser feine Kerl hat sich das einfach verdient.“

Georg Klein: „Ich glaube, nach dem guten Start haben wir vielleicht gedacht, es wird heute ein Selbstläufer. Aber so einfach ist das gegen die Netzhoppers nicht, die hier gut aufgetreten sind. Wir konnten uns zum Glück retten und der eine Satzverlust schärft die Sinne. Es war ein geiles Gefühl, mein Comeback in der Max-Schmeling-Halle zu geben und dem Team so helfen zu können. Mit meiner Performance kann ich dabei auch ganz zufrieden sein. Die Krönung des Tages war, dass ich das vor den Augen meiner Familie noch einmal so erleben durfte.“

BR Volleys Formation
Samuel Tuia und Timothée Carle (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Marek Sotola (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Ruben Schott, Matthew West

Topwerte
Sotola 19 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Klein 12 Punkte, 4 Blocks, 80 % Angriffsquote | Tuia 12 Punkte, 2 Asse

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Halbfinaleinzug geschafft

Die Berlin Recycling Volleys stehen im Playoff-Halbfinale, in dem ab Samstag die SWD powervolleys Düren auf die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard warten. Mit dem zweiten 3:0-Erfolg (25:22, 25:14, 25:21) setzten sich die Hauptstädter im Playoff-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee durch. Neben MVP Sergey Grankin überzeugte Samuel Tuia als Topscorer (12 Punkte), beide werden nun auch im Duell mit dem Hauptrundenzweiten besonders gefordert sein.

Keinen Grund für Veränderungen sah Enard nach dem Auftaktsieg in dieser „best of three“-Serie und schickte die identische Formation um Kapitän Grankin auch in der Max-Schmeling-Halle auf die Platte. Bei den Netzhoppers fanden sich sowohl Karli Allik als auch Filip John, die bereits in Spiel eins Schwung von der Bank brachten, diesmal in der Starting-Six wieder. Schwungvoller begannen allerdings die Berliner, bei denen Anton Brehme beim Zwischenstand von 7:4 bereits dreimal per Schnellangriff erfolgreich war. Die BR Volleys knüpften an ihren Aufschlagdruck aus der Landkost-Arena an und lagen nach dem zweiten Ass von Timothée Carle mit 14:10 in Front. Theo Timmermann brachte die Brandenburger mit guten Aufschlägen wieder heran (15:14), aber Éder blockte die Ausgleichschance der gut aufspielenden Gäste ab (18:16). Anschließend stimmte das Berliner Sideout-Spiel wieder und nach einem Aufschlagfehler der Netzhoppers war der erste Satzgewinn perfekt (25:22).

Nachdem Satz eins gewonnen war, legten die BR Volleys mit einem Blitzstart im zweiten Durchgang direkt nach (5:0). Johns Service machte das Spiel aber schnell wieder spannend (6:6). 9:9 stand es, dann zündete Brehme, der in dieser Saison des Öfteren mit seinem Aufschlag haderte, ein Feuerwerk mit genau diesem (18:9). Wenig später belohnte sich der Youngster noch einmal selbst mit dem verwandelten Satzball (25:14). Auch im dritten Satz konnten die Brandenburger eine Berliner Führung (8:3) noch einmal wettmachen (15:15). Inzwischen war es kein schönes Volleyballspiel mehr, aber zumindest war Samuel Tuia mit überlegten Angriffen zur Stelle und brachte die Berliner endgültig auf Kurs „Halbfinale“ (19:16). Ein abschließender Aufschlagfehler von Allik bescherte dem Hauptstadtclub schließlich den Einzug in die Runde der letzten Vier. Dort warten nun die seit neun Spielen ungeschlagenen Powervolleys, die als besserplatzierte Mannschaft mit Heimvorteil in die „best of three“-Serie gehen.

Stimmen zum Spiel
Samuel Tuia: „Heute hat uns in einigen Momenten der Fokus gefehlt, aber wir haben sehr gut im Aufschlag und im Block gearbeitet. Das können wir mitnehmen. Jeder im Team muss Verantwortung übernehmen und hat seine Aufgaben zu erledigen, wenn wir uns gegen Düren durchsetzen und ins Finale kommen wollen. Aber wir haben Spieler in unseren Reihen, die schon zwei oder drei Jahre hier sind und in K.o-Matches vorangehen müssen. Dazu zähle ich mich selbst.  Wir wollen jetzt als Team den Kampf gegen Düren annehmen.“
Kaweh Niroomand: „Von den fünf Spielen gegen die Netzhoppers in dieser Saison war das die schwächste Partie von beiden Teams. Wir waren teilweise unkonzentriert und haben uns nur dank unseres besseren Aufschlags durchgesetzt. Um gegen Düren den nächsten Schritt machen zu können, müssen wir uns deutlich steigern.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L)

Topscorer
Tuia 13 Punkte, 4 Blocks | Brehme 11 Punkte, 3 Asse | Éder 10 Punkte, 4 Blocks

Die Termine der Playoff-Halbfinalserie
20. März | 16.00 Uhr | SWD powervolleys Düren vs. BR Volleys
24. März | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. SWD powervolleys Düren
(27. März | 19.30 Uhr | SWD powervolleys Düren vs. BR Volleys)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem überzeugenden 3:0-Auswärtssieg (25:16, 25:21, 25:20) sind die BR Volleys am Mittwochabend, 10. Mrz in die Playoffs 2021 gestartet. Damit trennt die Hauptstädter im Berlin-Brandenburg-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee noch ein weiterer Erfolg vom Halbfinale. Die erste Gelegenheit, diesen einzufahren, hat die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard am Dienstag (16. Mrz um 19.30 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle.

Die BR Volleys gingen in der zu erwartenden Playoff-Besetzung in dieses erste Viertelfinale. Im Block war Youngster Anton Brehme, der wie viele seiner Nebenmänner gegen Herrsching noch eine Pause bekam, zurück und sofort sehr präsent. Die Berliner Block-Abwehr ließ wenig Angriffe des Heimteams auf den Boden und Asse von Éder (5:2) und Timothée Carle (13:7) standen exemplarisch für den hohen Aufschlagdruck der Gäste. Die BR Volleys zeigten die nötige Zielstrebigkeit, die es in den Playoffs braucht und gaben keinen Deut nach. Patch legte ein weiteres Ass nach (18:10) und der Auftaktsatz ging mit 25:16 an die Hauptstädter.

Nach einem Patch-Block gaben die Männer in Orange auch in Satz zwei früh den Ton an (6:3). Headcoach Christophe Achten reagierte auf Netzhoppers-Seite mit den Einwechslungen von Außenangreifer Karli Allik und dem gerade erst vom VCO nachverpflichteten Diagonalen Filip John, der den Vorzug gegenüber James Jackson erhielt. John brachte sich ausgesprochen gut ein, doch auf der anderen Seite machte vor allem Tim Carle ein starkes Spiel. Als sein Powertipp zum vermeintlichen 15:9 weggepfiffen wurde, gab er direkt die krachende Antwort (15:10). Die Gastgeber meldeten sich mit zwei Blockpunkten zurück (18:16), aber Kapitän Grankin & Co revanchierten sich ebenfalls umgehend per Block (21:17). Folgerichtig durfte Coach Enard an der Seitenlinie auch den zweiten Satzgewinn bejubeln (25:21).

Obwohl die Brandenburger nun deutlich besser im Spiel waren, brachte Éder die Annahme der Gastgeber in Nöte (12:8). Den Ballwechsel des Tages verbuchten allerdings die Netzhoppers für sich und sendeten ein eindrucksvolles Lebenszeichen zum 12:11-Zwischenstand. Dann machte erneut der spätere MVP und Topscorer Carle in Aufschlag und Angriff den Unterschied (18:13). So verwandelte wenig später Benjamin Patch den ersten Matchball (25:20) für den Drittplatzierten der Hauptrunde und bescherte seinem Team die 1:0-Führung in der „best of three“-Serie.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Heute haben alle Elemente gut funktioniert und wir haben uns keine Schwächephasen erlaubt. Man hat von Beginn an gesehen, dass wir gut auf den Gegner eingestellt waren. Dazu war Tim überragend. Wenn wir am Dienstag an diese Leistung anknüpfen, sind unsere Chancen auf das Halbfinale groß.”
Benjamin Patch: „Wir haben guten Volleyball gespielt und von Beginn an war die Stimmung auf dem Spielfeld positiv. Aufschlag und Block waren so, wie wir es brauchen. Mit gleicher Energie wollen wir das Rückspiel angehen, aber weiter von Schritt zu Schritt denken.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel

Topscorer
Carle 16 Punkte | Patch 12 Punkte, 3 Blocks | Éder 8 Punkte, 2 Asse, 71 % Angriffsquote

Nächste Spiele
16. März | POV 2 | BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee
(17. März | POV 3| BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee – wenn nötig)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Aus im Champions-League Viertelfinale

Wie schon im Hinspiel boten die BR Volleys Itas Trentino zwei Sätze beherzt Paroli, doch erneut fehlten Kleinigkeiten, um den Drittplatzierten der italienischen Superliga entscheidend in Bedrängnis zu bringen. Nach zwei Durchgängen mussten die Berliner am Donnerstagabend die Segel in der CEV Champions League streichen und unterlagen in der BLM Group Arena von Trento schließlich mit 0:3 (22:25, 21:25, 14:25).

Beide Mannschaften begegneten sich in unveränderter Startformation zum Hinspiel und die BR Volleys fanden sehr gut in dieses Auswärtsspiel. Sergey Grankin etablierte konsequent das schnelle Spiel über die Mitte und Fehler unterliefen den Berlinern nur am Aufschlag (3:3, 8:8). Nach gutem Service von Samuel Tuia erschmetterte Timothée Carle die erste Führung (12:11). Es war ein Auftaktsatz auf Augenhöhe (19:17, 21:23), in dem die Hauptstädter letztlich ihre Breakchancen nicht konsequent genug nutzten. Natürlich war es der schon im Hinspiel überragende Nimir Abdel-Aziz, der den ersten Satzball für die Italiener verwertete, nachdem dieser aufgrund eines nicht aufzuklärenden Drückduells zwischen Carle und Giannelli wiederholt wurde (22:25).

Auch in Satz zwei hielten die BR Volleys die Annahme stabil und zwangen nach einem Block von Tuia gegen Lucarelli Trentino zur Auszeit (11:8). Davon ließen sich die Gastgeber aber erneut nicht aus der Ruhe bringen und fingen den zehnmaligen Deutschen Meister pünktlich zur Crunchtime wieder ab (15:15, 20:20). Als Julian Zenger einen “Dankeball“ ins eigene Feld tropfen ließ (20:22) und wenig später mit der „Pancake-Abwehr“ deutlich unter dem Ball war, die BR Volleys aber keine Video-Challenge mehr zur Verfügung hatten, nahmen die Dinge ihren Lauf. Trentino setzte sich entscheidend ab (21:24) und wieder war es Topscorer (12 Punkte) und MVP Abdel-Aziz, der den zweiten Satz beendete (21:25). Durch das 1:3 im Hinspiel war damit der Halbfinaleinzug für Trentino perfekt. Im Anschluss wechselten beide Trainer nahezu komplett durch. Die Luft war deutlich raus aus der Begegnung, doch die zweite Formation von Trentino zeigte sich motivierter. Die BR Volleys hatten nun in veränderter Besetzung große Probleme in der Annahme (1:5, 10:16, 14:22) und den letzten Ball des Abends setzte Cody Kessel ins Aus (14:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Es war zwei Sätze lang ein gutes Spiel von beiden Seiten. Wir haben im Vergleich zum Hinspiel etwas zu viele Fehler am Aufschlag gemacht. Bei uns hat das letzte Quäntchen gefehlt, deshalb hat sich Trentino den Platz im Halbfinale verdient.“
Samuel Tuia: „Wir wussten, dass es heute wieder auf die Details ankommen wird. Aber diese haben wir eben nicht so umgesetzt, wie wir es gebraucht hätten. Genau diese Details machen allerdings den Unterschied auf diesem Niveau aus, wenn es um ein Halbfinale in der Champions League geht. Wir hatten mehrfach gute Chancen, um davonzuziehen, stattdessen haben wir mir kleinen Fehlern den psychologischen Vorteil abgegeben und Trentino aufgebaut. Das ist uns in den beiden ersten Sätzen so passiert und damit können wir ihnen nur zum Weiterkommen gratulieren und uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Denys Kaliberda, Kévin Le Roux, Renan Michelucci, Davy Moraes

Topscorer
Patch 8 Punkte | Tuia 7 Punkte, 71 % Angriffsquote | Éder 7 Punkte, 100 % Angriffsquote

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Neuzugang kommt aus der Wüste

Kultur- und Klimawandel für den vierten und letzten Außenangreifer der BR Volleys. JT Hatch wechselt von Al-Ahli in Katar an die Spree und unterschreibt für die Saison 2019/2020 beim Deutschen Meister einen Einjahresvertrag. Der 23-jährige US-Amerikaner komplettiert mit Moritz Reichert, Samuel Tuia und Cody Kessel die Außen-Annahme-Position des Hauptstadtclubs.

JT Hatch ist mit einem Ball in der Hand aufgewachsen. „Meine Eltern waren beide Trainer, also war ich von Kindesbeinen an immer in der Sporthalle und habe dort Volleyball oder Basketball gespielt. Letztendlich ist es die Karriere im Volleyball geworden“, erzählt der 1.89-Meter-Mann. Nach seinem High-School-Abschluss nahm diese Laufbahn an der University of California in Los Angeles (UCLA) richtig Fahrt auf.

Pressefoto: UCLA

Nach vier erfolgreichen Jahren bei den Bruins, so der Spitzname des UCLA-Teams, entschied sich Hatch für Al-Ahli als erste Auslandsstation und ist voll des Lobes über sein Jahr im Emirat am Persisches Golf: „Katar war ein schöner Ort, um eine Karriere in Übersee zu starten. Ich wurde dort herzlich aufgenommen, konnte wertvolle Erfahrungen sammeln und als Spieler sowie als Person wachsen.“ Am Saisonende erreichte Hatch mit seinem Team das Playoff-Halbfinale. Jetzt fühlt er sich bereit für größere Aufgaben und möchte mit den BR Volleys noch mehr erreichen: „Berlin kämpft jedes Jahr um Titel und dabei will ich helfen. Ich freue mich, auf absolutem Topniveau zu trainieren und hoffentlich auch zu spielen.“

Vom fünften US-Amerikaner in seinem Kader verspricht sich Trainer Cedric Enard viel: „Wir haben jemand gesucht, der zu unseren anderen Außenangreifern passt. Also einen Spieler, der vielleicht weniger physisch ist, dafür aber stabil in Annahme und Abwehr – und mit einer guten Technik schnelle Pässe verwerten kann. JT ist genau dieser Spielertyp. Er ist hochmotiviert und wollte unbedingt zu uns. Ich habe mich auch mit US-Nationalcoach John Speraw über ihn ausgetauscht, denn JT war Captain des College-Teams unter John. Ich glaube, wir dürfen uns auf einen sehr intelligenten jungen Kerl freuen.“

Wie sein zukünftiger Teamkollege Benjamin Patch ist auch Hatch leidenschaftlicher Fotograf und sieht für seinen neuen Lebensabschnitt neben dem sportlichen Wettstreit noch eine andere große Herausforderung: „Ich komme aus Arizona, wo es extrem warm ist. So warm, dass man im Sommer gar nicht vor die Tür gehen möchte. Ähnlich war es zuletzt im Mittleren Osten. Also bin ich ziemlich gespannt, was im deutschen Winter auf mich zukommt. Mit Sicherheit Schnee.“

JT Hatch wird beim offiziellen Trainingsstart Ende August noch nicht dabei sein, weil er zu diesem Zeitpunkt für die amerikanische B-Nationalmannschaft aktiv ist. Dennoch kann der Neuzugang seine Ankunft in Berlin kaum erwarten. „Ich freue mich riesig, ein Spieler des BR Volleys Teams zu werden und den Club und seine Fans kennenzulernen!“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Meisterlich gefeiert

Zwei Tage nach dem Gewinn der zehnten Deutschen Meisterschaft kamen Fans, Partner und Unterstützer der BR Volleys am Dienstagabend zusammen, um den Saisonabschluss 2018/19 zu zelebrieren. 580 Gäste feierten ausgiebig und lauschten gespannt den Lippen von Geschäftsführer Kaweh Niroomand, der zum einen verdienstvolle Spieler – allen voran Kapitän Sebastian Kühner – verabschiedete und zum anderen die BR Volleys Anhängern mit einigen spruchreifen Vertragsverlängerungen begeisterte.

Bevor der stimmungsvolle Abend in der Max-Schmeling-Halle seinen Lauf nahm, war das BR Volleys Team am Nachmittag schon zu Gast beim Regierenden Bürgermeister Michael Müller und durfte sich einmal mehr in das Goldene Buch der Stadt Berlin eintragen. Kaweh Niroomand sprach aus diesem Anlass von einer „fast schon schönen Tradition, die aber aufgrund ihrer Bedeutung garantiert nie zur Gewohnheit werden würde“, während Müller die BR Volleys als „ein herausragendes Aushängeschild der Sportmetropole“ lobte. Wenige Stunden später wurden die Meistermannschaft unter dem tosenden Applaus der Fans des Hauptstadtclubs gefeiert und die Trikots von Sebastian Kühner und Co zugunsten der SCC JUNIORS versteigert – mit dem Rekorderlös von 12.800 €. Zuvor wurde ausführlich bei den Fanclubs, Volunteers und Partnern „Dankeschön“ für eine in jeder Hinsicht erfolgreiche Jubiläumssaison „10 Jahre Volleyballtempel“ gesagt.

Trotz der Partystimmung standen natürlich auch diesmal schmerzliche Abschiede auf dem Programm. Nach zwei Titeln mit den BR Volleys sagen Kyle Russell und Adam White „Goodbye“. Die Liberos Nicolas Rossard (nach Frankreich) und Dustin Watten (nach Polen) verlassen den Verein. Auch Nationalspieler Linus Weber sucht sein Volleyballglück zukünftig im Ausland. Mehr Spielpraxis und wichtige Erfahrung will Egor Bogachev in der kommenden Saison sammeln. Der Außenangreifer wird in der Spielzeit 2019/2020 für einen anderen Bundesligisten schmettern, soll danach jedoch seinen Vertrag in Berlin fortsetzen.

Besonders emotional wurde es bei der Verabschiedung des Meisterkapitäns Sebastian Kühner. Nach sieben Jahren mit insgesamt acht Titeln für die Berliner beendet der 32-jährige Zuspieler seine äußerst erfolgreiche Karriere und widmet sich zukünftig dem Familienleben sowie einer beruflichen Laufbahn abseits des Sports. „Es fühlt sich gerade für mich genau richtig an. Meine Entscheidung habe ich aus persönlichen und privaten Gründen getroffen. Ich möchte einfach mehr Zeit mit meiner kleinen Familie verbringen. Das Ende mit dem Titel in allerletzter Sekunde hätte gar nicht schöner sein können“, sagte der frühere SCC JUNIOR. Niroomand verabschiedete ihn mit einem Sonderlob: „Sebastian ist in große Fußstapfen getreten und hat überragende Arbeit als Kapitän in dieser turbulenten Saison geleistet.“

Der Geschäftsführer verkündete jedoch auch erfreuliche Personalentscheidungen: „Die Startformation des letzten Playoff-Finalspiels bleibt uns erhalten“, erklärte Niroomand zur Freude der Fans. Das bedeutet: Der “Anführer“ Samuel Tuia und der „Matchwinner“ Moritz Reichert erfüllen ihre bestehenden Verträge. Dazu wird der BR Volleys Mittelblock in der Saison 2019/20 unverändert bleiben: Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Georg Klein bilden weiterhin die „Berliner Mauer“. Auch Benjamin Patch schlägt im neuen Spieljahr für den Deutschen Meister auf. Tosender Jubel brannte im bis auf den letzten Steh- und Sitzplatz gefüllten Saal auf, als Niroomand zum Abschluss verlauten ließ, dass auch Zuspieler Sergey Grankin weiterhin das orange Trikot des Hauptstadtclubs tragen wird.

Die BR Volleys sagen „Danke“ für jedwede Unterstützung in der Spielzeit 2018/2019!

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Dämpfer zum Auftakt

Mit einer 0:3-Niederlage (22:25, 23:25, 17:25) sind die BR Volleys in der ZF Arena denkbar schlecht ins Finale um die Deutsche Meisterschaft gestartet. Viel zu selten konnten die Berliner ihre Annahme stabil zusammenhalten und waren so zum Auftakt der Endspiele dem VfB Friedrichshafen klar unterlegen. Am Donnerstag (02. Mai um 18.30 Uhr) müssen die Hauptstädter ihrem Publikum in der Max-Schmeling-Halle definitiv ein ganz anderes Gesicht zeigen, um in dieser Finalserie wieder für Spannung zu sorgen.

Samuel Tuia, Moritz Reichert, Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Benjamin Patch, Sergey Grankin und Libero Nicolas Rossard bekamen von Cheftrainer Cedric Enard zunächst das Vertrauen beim Auftakt der Finals 2019.

In dieser Besetzung hatte man sich viel vorgenommen, doch konnte man davon wenig in die Tat umsetzen. Friedrichshafen war in heimischer Arena sofort dominant und schlug vor allem in Person von Boladz brillant auf. Grankin musste lange Wege gehen und im Angriff gab es so kein Durchkommen (2:6, 4:11).  Mit sich stabilisierender Annahme kamen die BR Volleys endlich ins Spiel und sammelten regelmäßig Breakpunkte. Kyle Russell ersetzte dauerhaft Patch und fand nun einige Lücken in der Block-Abwehr des starken VfB (15:19). Aber der Rückstand war nicht mehr aufzuholen und Heimtrainer Vital Heynen hatte nach einer halben Stunde Grund zur Freude (22:25).

In Satz zwei begegnete man sich von Anfang an auf Augenhöhe. Bis zum 10:10 sah der mitgereiste Fanclub „7. Mann“ ein Ass von Russell und eines von Tuia. Das Spiel wog jetzt hin und her und es entwickelten sich lange Ballwechsel mit dem meist besseren Ende für die Berliner (13:10, 17:15). Doch die Häfler wendeten das Blatt, weil sich beim Titelverteidiger erneut Unsicherheiten einschlichen (18:20). Adam White ersetzte Reichert. Collin blockte entscheidend (23:21) und dann kam einmal mehr in den Playoffs Kapitän Sebastian Kühner und servierte aus der Kalten heraus das Ass (23:23). Boladz gab mit breiter Brust die Antwort und entschied auch Durchgang zwei mit einem Aufschlag perfekt ins Eck (23:25).

Nun war der VfB komplett oben auf. Beim Stand von 1:5 mussten die BR Volleys bereits drei direkte Blockpunkte gegen sich hinnehmen. Enard versuchte alles, nahm die frühe Auszeit und wechselte Nicolas Le Goff ein. Ob Tuia in der Annahme oder Russell im Angriff, das Berliner Spiel war nun viel zu fehlerhaft (3:10). Linus Weber durfte daher für Russell weitermachen und Kühner durfte zuspielen. Friedrichshafen ließ die Hauptstädter aber nicht mehr zurückkommen (7:14, 11:20). Bezeichnenderweise kamen die Männer in Orange selbst ohne Block nicht durch und Sossenheimer beendete das Spiel mit einem erstklassigen Winkelschlag (25:17).

Topscorer und MVP Boladz (18 Punkte) bekam man letztlich zu keinem Zeitpunkt in den Griff. Bester Berliner Punktesammler war Samuel Tuia (11). „Wir waren in keinem Element annährend am Optimum. Die Annahme war sicher ein Punkt, aber wir haben auch unsere Eigenfehler nicht in den Griff bekommen“, legte Spielführer Sebastian Kühner den Finger in die Wunde. „Zwei Sätze haben wir nicht gut gespielt und es im dritten Satz komplett aus der Hand gegeben. Aber: Niederlagen gehören dazu und wir müssen diese jetzt aufarbeiten.“ Der 32-Jährige weiß, was bis zu Spiel zwei am Donnerstag zu tun ist: „Wir schlafen eine Nacht über das Spiel, gehen in die Analyse und zeigen dann ein anderes Gesicht. Zuletzt waren wir sehr heimstark. Mit unseren Fans können wir den Rhythmus wiederfinden!“ Dazu benötigen die BR Volleys jede Unterstützung.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

Eine Belohnung bleibt aus

Zum Abschluss ihrer 2019 CEV Champions League Saison zeigten die BR Volleys beim polnischen Meister PGE Skra Belchatow noch einmal eine couragierte Leistung, mussten sich am Mittwochabend aber doch mit 0:3 (25:27, 23:25, 29:31) geschlagen geben. Mit der Niederlage vor 2.450 Zuschauern in der Hala Energia beenden die Berliner die Königsklasse mit fünf Punkten als Vierter ihrer Gruppe.

In Belchatow schickte Cedric Enard zunächst Kapitän Sebastian Kühner und mit ihm Georg Klein, Jeffrey Jendryk, Adam White, Moritz Reichert, Benjamin Patch und Libero Nicolas Rossard auf die Platte. Die BR Volleys traten von Beginn an beherzt auf und wollten ihre gut 25 Auswärtsfans für die weite Reise belohnen. Adam White war lange Zeit der Mann des ersten Satzes. Seine Aufschlagserie bedeutete eine frühe Drei-Punkte-Führung (7:4), welche die Berliner geschickt und lange verteidigten. White schlug immer wieder gekonnt dem Skra-Block an die Finger (16:12), aber Belchatow startete ein Comeback und in der Endphase brachten erfolgreiche Video Challenges auf beiden Seiten zusätzliche Spannung (23:23). Die BR Volleys hatten zwei Satzbälle, ehe die Annahme einmal zu oft wackelte (25:27).

Auch von diesem bitteren Ausgang des Auftaktsatzes ließ man sich nicht schocken und startete abermals gut in den nächsten Durchgang. Beim Stand von 12:9 hatte Kühner zweimal selbst gepunktet und Reichert ein Ass serviert. Der überragende Este Teppan (23 Punkte, 74 % Angriffsquote) fing die BR Volleys aber wieder ab (12:14), die trotz teils wackliger Annahme weiter gut im Spiel blieben (19:19). Das entscheidende Break gelang den Polen als Klein seinen Schnellangriff nicht verwerten konnte (21:23). Trotz eines erneut bärenstarken Benjamin Patch (16 Punkte, 68 % Angriffsquote) belohnte man sich wieder nicht (23:25).

Enard wechselte für den dritten Durchgang Samuel Tuia an alter Wirkungsstätte ein. Der Franzose trug in der Saison 13/14 das Belchatow-Trikot. Nach schlechtem Start (4:9) reagierte der BR Volleys Headoach mit den nächsten Wechseln. Kyle Russell und Jan Zimmermann kamen ins Match. Der US-Amerikaner zeigte seine Blockstärke direkt dreimal (9:11). Die Berliner kämpften und schafften nach drei Russell-Assen gar die Führung (20:19). Dank Tuia hatte man zweimal Chance auf zumindest einen Satzgewinn (25:24), doch dann schlug Belchatow mit dem fünften Matchball und einem Block gegen Jendryk zu (29:31).

Samuel Tuia, dem bei seinem ehemaligen Club ein ganz besonderer Empfang bereitet wurde, zeigt sich nach dem Spiel angefasst: „Das war für mich heute schon hochemotional. Die Atmosphäre war klasse und die Fans bekamen ein gutes Spiel zu sehen. Uns war vorher klar, dass wir ausgeschieden sind und vielleicht war das der Grund, dass am Ende eines jeden Satzes ein Quäntchen fehlte. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Bundesliga.“ Sein Trainer Cedric Enard machte dann doch einen klaren Schwachpunkt aus: „Unsere Annahme war heute nicht so stabil, wie sie gegen einen solchen Gegner sein muss. Es waren drei richtig knappe Sätze, in denen wir kämpferisch gut dagegengehalten haben. Wir können aber sicher besser spielen. Das haben wir zuletzt gezeigt und wollen es auch am Samstag gegen die Netzhoppers wieder beweisen.“  Dann empfangen die BR Volleys Königs Wusterhausen zum Berlin-Brandenburg-Derby in der Max-Schmeling-Halle (02. Mrz 18:30 Uhr).

Quelle: Christof Bernier

Topspiel steigt am Main

Das Rennen um die besten Playoff-Startplätze ist in vollem Gange! Inmitten der „Big Six“ der Volleyball Bundesliga kämpfen die BR Volleys derzeit um eine gute Ausgangslage für den Saisonendspurt und am Donnerstagabend (07. Feb um 18.30 Uhr in der Fraport Arena) wartet bereits das nächste direkte Duell auf die Hauptstädter. Im SPORT1 Free-TV-Spiel gastieren die Berliner bei den United Volleys Frankfurt.

„Am Samstagabend habe ich bei meinem Team den Kampfgeist gesehen, den ich immer spüren will. Nur in Frankfurt müssen wir diesen schon mit dem ersten Ballwechsel an den Tag legen und nicht erst anfangen, wenn das Match schon beinahe verloren ist. Gegen Gegner dieser Qualität gelingt ein Comeback nicht alle Tage“ schlägt BR Volleys Cheftrainer Cedric Enard die Brücke zwischen dem jüngsten Auswärtssieg in Düren (3:2) und dem nun folgenden Duell der deutschen Champions-League-Teilnehmer.

Ihre von Enard hochgeschätzten Qualitäten haben die Frankfurter in dieser Spielzeit ebenso regelmäßig wie eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Beispielsweise im Hinspiel am 18. Nov in der Max-Schmeling-Halle, als die Uniteds beim großen Jubiläumsmatch zum „Partycrasher“ wurden und den BR Volleys eine heftige 0:3-Heimniederlage zufügten. Was macht die Frankfurter so stark? Der personelle Umbruch im Sommer ist dem Verein gelungen. Mit Mittelblocker van Berkel, Diagonalangreifer Mrdak oder Zuspieler Adam Kocian sind einige Verpflichtungen voll eingeschlagen. Im Team des neuen Headcoachs Stelio DeRocco brilliert jedoch allen voran Außenangreifer Moritz Karlitzek, der schon sechs goldene MVP-Medaillen einheimste, Bestwert der Liga! Außerdem untermauerte der Klub seine ehrgeizigen Ziele, indem man – wie nahezu alle Topteams – im laufenden Spielbetrieb noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wurde. Die BR Volleys müssen sich deshalb gegenüber dem Hinspiel auf zwei neue Gesichter einstellen: Den erfahrenen Serben Buculjevic im Zuspiel und den Griechen Fragkos als erste Alternative zu Karlitzek und Schwarz im Außenangriff.

Das Transferfenster wurde inzwischen, mit Beginn des Monats Februar, geschlossen und somit haben alle Bundesliga-Kontrahenten Gewissheit, wer oder was sie auf der anderen Seite des Netzes erwartet. Für die BR Volleys ist das am Donnerstag klar: Ein starker Gegner auf Augenhöhe, der in der Tabelle bei einem Spiel weniger nur einen Punkt Rückstand hat. Einen nächsten direkten Konkurrenten zu bezwingen ist daher das erklärte Ziel der Berliner. Dafür müssen die Enard-Schützlinge jedoch so auftreten, wie ab Mitte des dritten Satzes in Düren. Dort gesellte sich nämlich zu Kampfgeist und Aufschlagdruck eine französische Blockmauer bestehend aus Nicolas Le Goff und Samuel Tuia, die zeitweise für die Powervolleys unüberwindbar schien. „Wir haben mit Leidenschaft gespielt und mit zunehmender Matchdauer vieles gut gemacht. In der Abwehr können wir uns natürlich immer verbessern“, hat Enard einen Ansatzpunkt für das nächste Topduell.

Nicolas Le Goff ©Foto: E. Herfet

Das Verletzungspech bleibt den BR Volleys in dieser Saison treu. Mittelblocker Nicolas Le Goff zog sich am Montag im Training eine Bauchmuskelverletzung zu und wird Cheftrainer Cedric Enard für mindestens eine Woche fehlen.

Dabei ist Kapitän Sebastian Kühner und Co, wie zuletzt in Düren und sowieso immer, die Unterstützung der treuen Auswärtsfans des Fanclubs „7. Mann“ gewiss: „Dieser Rückhalt hat uns enorm geholfen“, sagt Enard. Das wichtige Auswärtsmatch in Frankfurt kann aber auch beim beliebten Public Viewing der „VolleyTigers“ im „Billiard International“ (Knesebeckstraße 38) verfolgt werden, denn ab 18.30 Uhr überträgt SPORT1 live.
Quelle: Christof Bernier / BR Volleys