Olympiasieger und Trainer verlassen Wasserfreunde Spandau 04

Am vergangenen Wochenende hat sich das Team der Wasserfreunde Spandau 04 von ihrem Trainer Petar Kovacevics und ihrem Spielmacher Nikola Dedovic bei einem Brunch im Restaurant Casa Charlotta in der Clayallee 222 verabschiedet.

Petar Kovacevic leitete das Team von 2014-2022 als Trainer. Er konnte in dieser Zeit 9 deutsche Titel, Deutscher Meisterschaft, Pokal und Supercup, gewinnen. Einmal erreichte er die Qualifikation des Teams für das Final 8 der Champions League (in Genua). Er wird in der nächsten Saison in Frankreich für den ENT Lille am Beckenrand stehen.

Nikola Dedovic hatte während seiner Spandauer Zeit den persönlich größten sportlichen Erfolg. Er gewann 2021 in Tokio bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille mir der serbischen Nationalmannschaft.

Die Wasserfreunde bedanken sich bei beiden Akteuren für ihre geleistete Arbeit. Sie bleiben für immer ein Part der Spandauer Wasserballfamilie.

Nach der überraschenden Mitteilung Petar Kovacevics, seinen Vertrag als Trainer der Wasserfreunde Spandau 04 aus privaten Gründen frühzeitig zu beenden, ist es gelungen, einen neuen Trainer für den Rekordmeister zu verpflichten.

Athanasos Kechagias

Der Verein ist sehr glücklich, mit Athanasios Kechagias einen international erfahrenden Coach für die Herrenmannschaft der Wasserfreunde gewonnen zu haben.

Folgende Station hat der Grieche bisher in seiner Trainerkarriere absolviert:

seit 2019 Cheftrainer, Rumänien Herren Nationalmannschaft 2013 – 2014: Cheftrainer, Griechenland Herren Nationalmannschaft

2004 – 2011: Cheftrainer verschiedener Herrenmannschaften

2017 – 2018: Cheftrainer, Australien Frauen Nationalmannschaft

2016: Cheftrainer, Griechenland Frauen Nationalmannschaft

Kechagias wird bei den diesjährigen Europameisterschaften im September in Split noch das rumänische Team als Trainer betreuen. Er wird dabei in der Gruppenphase mit seiner Mannschaft auf die Auswahl von Deutschland treffen. Anschließend wird er seine Arbeit in Berlin beginnen.

„Es ist eine große Ehre, Mitglied eines so großen Teams mit großer Tradition und großem Erfolg zu werden. Ich möchte Herrn Ηagen Stamm, Herrn Peter Röhle und dem Verein Spandau 04 danken, die mir die Leitung der Mannschaft anvertraut haben. Das Einzige, was ich sagen möchte, ist, dass wir hart arbeiten und versuchen werden, unser Bestes zu geben, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen“, war das erste Statement des neuen Trainers.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

FC Viktoria 1889 – Saison im Rückspiegel

Leider hat es der FC Viktoria nicht geschafft, die Klasse zu halten. Der Aufstieg kam ein bisschen wie aus dem Nichts. Bedingt durch die Pandemie konnten in der Regionalliga Nordost während der Spielzeit 2020/21 lediglich 13 von geplant 38 Spieltagen ausgetragen werden. Mit lediglich 11 absolvierten Spielen, die alle gewonnen wurden, konnten die Himmelblauen direkt aufsteigen, dank einer Quotientenregel und dem Rotationsprinzip, das 2021 den direkten Aufstieg für den Meister der Nordost-Staffel vorsah. Nach erfolgreicher Suche einer geeigneten Spielstätte, konnte es am 25.Juli 2021 losgehen. Vor 1.112 zahlenden Zuschauern wurde im Jahnsportpark das Premierenspiel gegen den Namensvetter aus Köln mit 2:1 gewonnen. Den ersten Drittliga-Treffer erzielte Yannis Becker nach 37. Minuten zum zwischenzeitlichen 1:1.

Marco Antwerpen, damals Trainer des 1. FC Kaiserslautern nach der 0:4 Niederlage

Zum Auftakt, Berlin war vor Viktoria bisher nur mit dem 1. FC Union in dieser Liga vertreten, hatten sich, neben den im Tagesgeschäft tätigen Sportjournalisten, auch einige Edelfedern der Zunft akkreditieren lassen. Gesichtet wurden die Experten für die Fankultur, Anne Hahn und Frank Willman. Ein weiterer Augenzeuge des Spiels war Christoph Biermann. Ausreichend Stoff für ein Buch hat er wohl nicht gefunden. Es reichte nur für einen Artikel des Chefreporters der 11 Freunde. Der Fußballverein aus dem Berliner Süden ist feuilletonistisch schwerer zu greifen und hat zudem den Ruf, ein sogenannter Investoren-Verein zu sein. Biermann fasste das unter der Überschrift „Start up mit Tradition“ zusammen. Was den 11 Freunden sonst noch im Saisonverlauf berichtenswert erschien, stammte von anderen Autoren. Trotz der langen Geschichte des Vereins, so ziert das Logo einen Stern mit einer Zwei, lang ist es her, gemeint sind die Meistertitel von 1908 und 1911, existierte der Verein in der Fußballneuzeit weit unter dem überlokalen Wahrnehmungsradar.

Nach der ersten Saisonniederlage, 0:1 gegen Halle, verabschieden sich beide Trainer.

Ein Aufstieg in die 3. Liga ist mit Auflagen an die Spielstätte verbunden. Ein fernsehtaugliches Flutlicht und eine Rasenheizung sind vorgeschrieben. Das zur umfassenden Rekonstruktion vorgesehene Jahnstadion musste wieder in Betrieb genommen werden. Für das Flutlicht sorgte der Investor. Am 4. Spieltag war die Premiere, im künstlichen Licht musste Viktoria die erste Saisonniederlage gegen Halle hinnehmen. Ein Treffer von Terrence Boyd entschied das Spiel und Benedetto Muzzicato musste erstmals eine Niederlage erklären. Die Saison war zu diesem Zeitpunkt noch lang und die darauf folgende englische Woche brachte mit dem Auswärtspunkt in Zwickau und mit dem folgenden Heimsieg gegen den SV Waldhof vier weitere Punkte auf das Konto.

Fans des 1. FC Kaiserslautern

Am 30.Oktober ist Viktoria weiter voll im Plan, Borussia Dortmund II wird knapp, Dank eines späten Treffers von Lucas Falcao, mit 2:1 besiegt. In der Tabelle sind die Himmelblauen mit 21 Punkten auf Platz 3 zu finden. Bis zum Abschluss der Hinrunde wird allerdings nur ein einziger Punkt dazugekommen sein. Dieser Punkt, ein 0:0 am 18.Spieltag gegen Türkgücü München, wurde zum Muster ohne Wert. Durch die Insolvenz der Bayern wurden ihre Spiele aus der Wertung genommen. Ihr Fußballjahr 2021 beschließen sie mit einem 4:1 Auswärtssieg bei den rechtsrheinischen Kölnern im Sportpark Höhenberg. Es ist der Beginn der Rückrunde und der Aufsteiger kann mit 25 Punkten Weihnachten feiern.

Pressekonferenz

Eigentlich sollte das neue Fußballjahr 2022 für Viktoria am 15. Januar mit dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig beginnen. Corona machte die Planungen zu Makulatur. Das Virus hatte auch die Viktoria fest im Griff. Die Mannschaft tritt personell arg gebeutelt am 22. Januar auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern an. Das Hinspiel hatten sie sensationell mit 4:0 gewonnen, im Rückspiel waren sie chancenlos und verloren mit 0:2.

In der Winterpause verließ der Torjäger Tolcay Ciğerci den Verein in Richtung Türkei. Die sportliche Führung reagierte, nicht nur auf den Weggang des Torjägers (14 Spiele/7 Tore), auch auf die Erfolglosigkeit. Vier neue Spieler werden verpflichtet, Martin Gambos für das zentrale Mittelfeld, Cebrail Makreckis für die rechte offensive Seite, Stürmer Franck Evina, Bryang William Kayo für das offensive Mittelfeld und Brooklyn Kevin Ezeh als Allrounder für die linke Seite.

Neues Flutlicht

Das erste Heimspiel im Jahre 2022 konnte erst 13.Februar ausgetragen werden. Viktoria empfing den SC Verl. Ein kampfbetontes Spiel, dass nur 589 Zuschauer sehen wollten, endete 1:1. Spieler des Tages wurde Viktorias Torhüter Julian Krahl. Er hielt in der Nachspielzeit einen Elfer. Seit der 68. Minute waren die Himmelblauen dezimiert. Gambos sah innerhalb von drei Minuten zwei Mal Gelb.

Nur drei Tage später stand das Nachholspiel gegen Eintracht Braunschweig an. Trainingsrückstand, keine richtige Vorbereitung und eine lange Verletztenliste, Viktoria bekam eine Klatsche verpasst. Das 0:6 war zugleich die höchste Niederlage während der gesamten Spielzeit. Braunschweig nahm Revanche, für die in der Hinrunde erlitten Niederlage. Das 4:0 in Braunschweig war der höchste Sieg der Viktoria. Das darauffolgende Spiel bei Wehen-Wiesbaden ging verloren. Jetzt schwebte das Abstiegsgespenst über dem Verein. Das Spiel in der Hessischen Landeshauptstadt war das Letzte von Trainer Muzzicato. Die Trennung erfolgte im beiderseitigen Einvernehmen. Mehr und mehr zeichnete sich ab, dass Viktoria ein harter Abstiegskampf bevor stehen wird, zunehmende sportliche Erfolglosigkeit und die anstehende Qualifikation Muzzicatos zum Fußballlehrer führten zu dem Entschluss.

Für das Heimspiel gegen Freiburg II übernahm Co.Trainer David Pietrzyk die Verantwortung. Der Nachwuchs des Bundesligisten war effektiver und Viktoria verlor mit 0:2. Das nächste Spiel in Havelse wurde bereits mit einem neuen Trainer bestritten. Der Einstand von Farak Toku verlief durchwachsen, es reichte nur für einen Punkt beim Mitaufsteiger und Schlusslicht im Montagabendspiel in Hannover. In HDI-Arena, wo eigentlich Hannover 96 zu Hause ist, hatten lediglich 443 Zahlende Interesse an der Partie.

Farat Toku

Die Heimpremiere verlief für den neuen Trainer noch ernüchternder, gegen 1860 München wurde mit 0:2 verloren. Das Flutlichtspiel am Freitagabend, des 11. März lockte immerhin 3.398 Zuschauern in den Jahnsportpark. Ein bisschen Psychologie, die Mannschaftsbänke wurden getauscht und Toku verordnete seiner Mannschaft ein 4-4-2 System. Wann gibt es mal wieder einen Dreier? Beim Zweitliga-Absteiger in Osnabrück war nichts zu holen und es kam das Heimspiel gegen den Spitzenreiter und späteren Meister 1. FC Magdeburg, alte Tradition gegen noch ältere. Ausgerechnet gegen die Truppe von Trainer Christian Titz gelang mal wieder ein Sieg. Den Erfolg brachte eine ausgeklügelte Defensivtaktik (5-2-2-1) Ein Tor aus dem Nichts von Jakob Lewald und ein Treffer von Soufian Benyamina gleich nach der Halbzeitpause, Magdeburg brachte lediglich den Anschlusstreffer zustande. Die fast 3 Tausend Schlachtenbummler aus Sachsen-Anhalt fuhren enttäuscht nach Hause und Viktoria durfte wieder hoffen. Nach 31 Spielen hatte Viktoria 31 Punkte gesammelt.

Der Trainerwechsel schien endlich zu wirken. Der Sieg gegen Magdeburg konnte einen Spieltag später veredelt werden. Im Signal-Iduna Park wurde die 2. Mannschaft der Dortmunder Borussia mit 1:0 geschlagen. Das Siegtor erzielte erneut Benyamina. Gelingt jetzt mit einer kleinen Siegesserie der Klassenerhalt? Leider kam das Stoppschild im Abstiegsduell, Heimspiel am 34. Spieltag gegen den MSV Duisburg. Keeper Leo Weinkauf erwischte einen Sahne-Tag und spielte zu null, schlussendlich verloren sie mit 0:1. Die von Toku verordnete Defensivtaktik, die gegen Magdeburg so gut funktioniert hatte, ging nicht auf.

Ein richtiger Tiefschlag folgte in Würzburg, bei den so gut wie abgestiegenen Kickers wurde mit 0:3 verloren. Das war die berüchtigte, eine Niederlage zu viel. Es waren nur noch 2 Spiele zu absolvieren und der Blick auf die Tabelle machte nicht gerade Mut. Mit nur einem Punkt Vorsprung standen sie zwar über dem Strich, doch Verl blieb die Chance auf 9 Punkte, während für Viktoria nur 6 Punkte im Bereich des Möglichen lagen.

Arbeitsplatz

Das vorletzte Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken musste unbedingt gewonnen werden, der Freitagabend, allein das Flutlicht sorgte für ein dramatisches Fluidum und der Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit. Der Glückliche für die Himmelblauen war Kimmo Hovi. Der SC Verl siegte einen Tag später in seinem Ausweichstadion, der Benteler-Arena in Paderborn mit 3:0 gegen den SV Wehen-Wiesbaden. Bis auf einen einzigen Punktwaren die Verler jetzt den Himmelblauen auf die Pelle gerückt und hatten zudem eine um 7 Treffer bessere Tordifferenz.

Am vorletzten Spieltag hatten die Viktorianer spielfrei. Eigentlich war anlässlich des letzten Auswärtsspieles der Saison eine Fahrt mit allen Vereinsmitarbeitern, als Dankeschön-Geste nach München geplant. So traf man sich auf dem Vereinsgelände am Wildspitzweg in Berlin-Mariendorf zum Grillen und gemeinsamen Schauen der Partie Dortmund II gegen den SC Verl. Lange sah es gut aus, Dortmund ging in Führung und sah wie der sichere Sieger aus. Verl drehte das Spiel, beim Stand von 2:1 erhielten die Dortmunder einen Hand 11-Meter, in der sechsten Minute der Nachspielzeit, zugesprochen. Schicksal spielte der Dortmunder Kapitän Franz Pfanne, sein Strafstoß wurde gehalten. Oh Nein, in der Tabelle vor dem letzten Spieltag zog der SC Verl mit 2 Punkten Vorsprung vorbei.

Am letzten Spieltag durften die Verler nicht gewinnen und die Viktoria war zum Siegen verdammt. Es gelang nicht, die zwei Punkte aufzuholen, Verl lag bei Halbzeit zurück und im Jahnsportpark stand es bei der Pausenmusik 0:0. Das war zu wenig. Verl holte sich den einen notwendigen Punkt und Viktoria verabschiedete sich mit einem Torfestival aus der 3. Liga. Das vorläufig letzte Drittligaspiel endete, unter der Leitung von Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich, mit einer 3:4 Niederlage. Gegner war der SV Meppen. Das letzte Tor der Spielzeit für Viktoria erzielte Abwehrecke Tobias Gunte. Es war das 3:3, was nur eine knappe Minute Bestand hatte. Hätte er sich während der Saison nicht verletzt, fehlte im Januar und Februar, wären es mehr als 24 Einsätzen geworden. Er stammt aus dem Nachwuchs des Vereins, seit 2006 ist er ein Himmelblauer. Diesen Treffer, sein vierter in der Saison, hat ihm jeder gegönnt. Leider war er ohne Auswirkung auf das Ergebnis. Dass nach dem Abpfiff die Enttäuschung groß, einige Tränen vergossen wurden, war verständlich.

Das teilweise gesperrte Tribünen-Gebäude des Jahnsportparks.

Zur Abschiedsvorstellung hatten sich noch einmal 2.403 Zuschauer, darunter einige Hundert aus dem Emsland, eingefunden. Ein kleines Trostpflaster folgte eine Woche später, Viktoria holte sich den Berliner Pokal, in einer dramatischen Schlussphase wurde die VSG Altglienicke mit 2:1 bezwungen. In der abschließenden Pressekonferenz gab Trainer Toku bekannt, dass er in Berlin nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

In der Rückschau bleibt hier festzustellen, der Klassenerhalt war möglich. Zu Beginn des Jahres hatte leider Corona seine unheilvolle Hand mit im Spiel. So wurden in der Rückrunde lediglich 15 Punkte geholt, das war der zweitschlechteste Wert der Liga. Es sollte ebenso nicht vergessen werden, dass nur die wenigsten Akteure über Erfahrung in einer Profiliga verfügten. Bei der Erklärung von Niederlagen sprach der abgelöste Trainer Muzzicato davon, „dass nicht vergessen werden sollte, wo man herkommt.“ Der Sprung von der Regionalliga zur 3. Liga ist ein größerer, als von der 3. in die 2. Liga. In der Regionalliga reicht es gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte auch mit etwas weniger Einsatz für die nötigen Punkte. Es ist nicht so ausgeglichen, wie in den Profiligen.

Der Investor bleibt an Bord, wertvolle Erfahrungen konnten gesammelt werden und wenn am Schluss das Ziel auch nicht erreicht wurde, Viktoria will zurückkommen.

In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals spielt Viktoria gegen den Bundesligisten VfL Bochum.

Hans-Peter Becker

Wasserfreunde verlieren entscheidendes Spiel in Hannover

Waspo Hannover hat am Mittwochabend, 25. Mai mit dem dritten Erfolg im Best of Five-Finale um das 101. Deutsche Wasserballchampionat der Männer die dritte nationale Meisterkrone in Folge gewonnen. Im vierten Match der Serie gegen Rekord-Titelträger Wasserfreunde Spandau 04 (37 Titel seit 1979) holten sich die Niedersachsen mit 16:9 (3:0,5:3,4:3,4:3) den nötigen dritten Sieg zu ihrem neunten Titel.

Nach zwei Auftakterfolgen und der spektakulären 13:14-Niederlage am vergangenen Sonntag in Berlin zeigte sich Waspo gut erholt und mit starker Reaktion gegen Spandau, das nach Strafen aus dem Spiel zuvor ohne Schlüsselspieler Dmitri Kholod und Co-Trainer Peter Röhle antreten musste.

Die Partie im Freibecken des Volksbades Limmer begann mit der 1:0-Führung des Gastgebers durch Petar Muslim nach einer Minute. Waspo agierte mit starker Defense und konzentrierten Angriffen. Spandau konnte im Angriff wenig Druck entwickeln, die Überzahlsituation nicht nutzen und lag nach dem ersten Viertel mit 0:3 hinten.

Der zweite Abschnitt setzte die klare Dominanz der Niedersachsen fort, die folgende Verkürzung des Spandauer Rückstandes auf 2:4 war nur ein kurzes Aufflackern des angekündigten Spandauer Aufbegehrens. Waspos 8:3-Halbzeitführung war mehr als die halbe Miete zum Titel.

Die zweite Hälfte blieb spannungsarm, Hannover durfte sich bereits aufs große Feiern vorbereiten. Beim 13:6 des Teams von Trainer Karsten Seehafer waren Ivan Nagaev (4) und der seine Laufbahn beendende Julian Real (3) die Top-Torschützen, bei Spandau trafen Marin Restovic, Yannek Chiru und Denis Strelezkij (je 2) am besten.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball – Bundesliga 2021/2022

Finale 4 / Playoff / Best of Five

5. Mai 2022

Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04

16:9 (3:0,5:3,4:3,4:3)

Spielort: Volksbad Limmer, Stockhardtweg 6, 30453 Hannover

Der Kapitän kehrt nicht zurück

Pressefoto Credit: © Maximilian Franz

Die BR Volleys und ihre Fans müssen den Abschied einer den Verein und die Volleyball Bundesliga prägenden Figur hinnehmen. Der Kapitän und dreifache Deutsche Meister Sergey Grankin hat nach seiner Ankunft in Russland für sich entschieden, zur nächsten Saison nicht nach Deutschland zurückzukehren und stattdessen wieder in der heimischen Superliga zu spielen. Der Abgang des Olympiasiegers ist keine sportliche, sondern eine dem weltpolitischen Geschehen geschuldete Entscheidung.

„Granking“, „Maestro“, „Granisimo“: Sergey Grankin hat sich mit seinen Ausnahmefähigkeiten in vier Jahren bei den Berlin Recycling Volleys einige Spitznamen verdient und mindestens so viele Titel gewonnen. Dreimal wurde der Russe mit dem Hauptstadtclub Deutscher Meister (2019, 2021, 2022) und holte vor mehr als 10.000 Zuschauern den DVV-Pokal (2020). Zudem führte der 37-Jährige die Mannschaft in den letzten beiden Jahren als Kapitän auf das Spielfeld und dabei zweimal in das Viertelfinale der CEV Champions League. Neben Erfolgen bei allen drei Supercup-Teilnahmen (2019, 2020, 2021) stehen insgesamt 23 MVP-Medaillen in der Bundesliga und vier der neugeschaffenen BOUNCE HOUSE-Awards zu Buche. Viel mehr geht nicht!

„Was Sergey für unseren Verein in vier Spielzeiten geleistet hat, ist schlicht großartig. Er war die Lichtgestalt der Bundesliga. Seiner Qualität und Führungsstärke war es maßgeblich zu verdanken, dass uns im diesjährigen Playoff-Finale das Comeback geglückt ist und wir den 0:2-Rückstand noch gedreht haben“, sagt Geschäftsführer Kaweh Niroomand und erklärt, warum es nun dennoch zum schmerzlichen Abschied kommt: „Die nach reiflicher Überlegung getroffene Entscheidung ist ihm wirklich sehr schwergefallen, aber die politischen und familiären Umstände machen ein weiteres Engagement im Ausland schwierig. Bei uns sind seine Beweggründe auf Verständnis gestoßen. Deshalb haben wir seinem Wunsch entsprochen und den Vertrag aufgelöst.“ Obwohl sich Grankin auch in Berlin längst heimisch fühlte, wird der Zuspieler somit seinen ursprünglich noch bis 2023 laufenden Kontrakt nicht erfüllen. Trotz der vier Jahre in Deutschland ist er in seinem Heimatland eng verwurzelt und sieht die private Zukunft bei und mit seiner Familie in Russland.

Zum Abschied sagt Grankin selbst: „Ich möchte mich bei allen für vier unheimlich schöne Jahre in Berlin bedanken. Ich habe es genossen, für diesen Verein und in dieser Atmosphäre der Max-Schmeling-Halle zu spielen. Ich hoffe, in der aktuellen Situation kann man meine Entscheidung dennoch nachvollziehen. Eure Unterstützung war immer fantastisch. Danke!“ Sein neuer Verein ist noch nicht offiziell bekannt.

Die Spuren, die der Regisseur in Berlin hinterlässt, könnten tiefer kaum sein: Als Grankin im Januar 2019 zu seiner ersten und einzigen Auslandsstation nach Deutschland kam, ging sportlich direkt ein Ruck durch die Mannschaft, der noch zum Titelgewinn führte. Von Monat zu Monat taute der zunächst kühl wirkende Russe auf, bewies zu seiner ganzen sportlichen Klasse auch Nahbar- und Herzlichkeit. Auf diese Weise war Grankin nicht nur Zuschauermagnet im Volleyballtempel, sondern auch in den anderen Arenen der Liga. Ihn – vor allem in Kombination mit Benjamin Patch – auftreten und spielen zu sehen, hat viele neue Fans angezogen. Bei den letzten beiden Meistertiteln 2021 und 2022 unterstrich der Weltklassespieler in den entscheidenden Phasen eindrucksvoll seinen Wert für die Mannschaft.

Somit macht Kaweh Niroomand auch deutlich: „Sergey Grankin wird mit seiner Persönlichkeit und Qualität nicht zu ersetzen sein. Wir werden trotzdem versuchen, diese riesige Lücke bestmöglich zu schließen“, ist der 69-Jährige sich der Schwierigkeit der Aufgabe für Management und Trainerteam bewusst. Zweifellos wird Sergey Grankin in die Geschichte der Volleyball Bundesliga als einer ihrer besten Zuspieler aller Zeiten eingehen.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Hertha rettet sich

Um ehrlich zu sein, auch der Kommentator gehörte zu den Skeptikern, was die Chancen der „Alten Dame“ für das Rückspiel in Hamburg anging. Das Fünkchen Hoffnung näherte sich rein aus der Tatsache, dass lediglich ein einziges Tor aufzuholen war. Zudem äußerte mein Kollege Frank Toebs:“Fußball ist ein verrückter Sport und man hat schon die tollsten Dinge erlebt.“ Wir hatten beide kurz zuvor das Endspiel um den Berliner AOK-Pokal gesehen, als der VSG Altglienicke durch gleich zwei Treffer in der Nachspielzeit der Sieg entrissen wurde.

Hertha versuchte ein schnelles Tor zu erzielen, ging, wie man so sagt, sofort vorne drauf. Erzwang gleich einen Eckball und nach nur vier Minuten war der Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht. Besser ging es nicht. Hertha Kapitän Boyata und Belfodil stiegen gemeinsam zum Kopfball hoch, vielleicht wurde der HSV Keeper dadurch leicht irritiert, das Ding war drin. Die Stimmung Volkspark gleich einmal etwas eingefroren und den HSV zum Nachdenken gebracht.

Mit zunehmender Spieldauer zeigten die aufgebotenen Herthaner eine in dieser Spielzeit selten gesehene mannschaftliche Geschlossenheit. Da ackerte einer für den anderen. Zu erwähnen ist, dass Kevin-Prince Boateng fast das gesamte Spiel absolvierte und seinen Beitrag als „agressiv-leader“ auf dem Platz ausfüllte. Er sah nach 30 Minuten die erste Gelbe Karte des Spiels.

Die Abwehr stand sicher, vor allem der im Hinspiel so schmerzlich vermisste Ascacibar räumte als einziger Sechser konsequent vor Abwehr auf. Auf den Außenverteidiger-Positionen ließen die beiden Routiniers Pekarik und Plattenhardt wenig zu. Im Tor hatte Christensen nicht allzu viel zu tun. Am Ende zählte die Statistik 10 Torschüsse für den HSV. Davon waren lediglich zwei richtig gefährlich.

Ähnlich verhielt es sich für den HSV-Keeper Heuer Fernandez. Der musste allerdings in der 63. Minute erneut den Ball passieren lassen. Diesmal war es ein direkt verwandelter Freistoß von Plattenhardt. Halblinks, ziemlich spitzer Winkel, direkt mit Schnitt auf das Tor gezirkelt, was für ein Traumtor vor der Tribüne, wo sich die ganz beinharten HSV versammeln. Die endgültige Entscheidung verpasste Jovetic, der frei auf den Torwart zulaufen konnte, leider zu zentral abschloss.

Nach einer über sechsminütigen Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Aytekin die Partie und somit war es amtlich. HSV Ikone Felix Magath hatte seine Mission erfüllt. Zudem bleibt sein Nimbus, als Trainer niemals abgestiegen zu sein, weiter erhalten.

Hertha bleibt das Schicksal eines erneuten Abstiegs erspart und der HSV muss einen neuen Anlauf nehmen. Hinzu kam die Tragik des aktuellen HSV Spielers Jonas Meffert. Er scheiterte bereits zum dritten Mal in der Relegation. 2015 mit dem Karlsruher SC, pikanterweise am HSV, er war es, der das umstrittene Handspiel begangen haben soll, das zu dem Freistoß führte, der das entscheidende Tor für den Verbleib in der Bundesliga ermöglichte. Im vergangenen Jahr 2021 verlor er als Spieler von Holstein Kiel gegen den 1. FC Köln, der Rest ist bekannt.

Berlin darf sich in der kommenden Saison wieder auf ein Stadtderby freuen, Hamburg auch und Felix Magath will Holzhacken gehen.

Hans-Peter Becker

Die Wasserfreunde leben noch

In der Finalserie um die 101. Deutsche Meisterschaft, in der am Mittwoch Spiel Nummer 4 der maximal fünf Vergleiche ansteht, haben die Wasserfreunde den ersten Sieg errungen. Titelverteidiger Waspo wollte sich am Sonntag in Berlin mit dem dritten Sieg bereits als erneuter Champion feiern lassen, doch daraus wurde nichts, nachdem Rekordmeister Spandau nach einem über drei Viertel starken Auftritt nach einer sieben-Tore-Führungen einen am Ende doch noch wackelnden 14:13-Erfolg ins Ziel brachte. Hintergrund war dabei, dass die Wasserfreunde durch 2 rote Karten ihrer beiden Spitzenspielern Dedovic (2. Viertel) und Kholod (3. Viertel) 2 Strafwürfe hinnehmen mussten und zusätzlich 4 Minuten in Unterzahl spielten. Doch am Ende konnten die Wasserfreunde das Match gewinnen und haben somit in der Serie auf den Gesamtstand von 1:2 verkürzt.

Waspo ließ trotzig verlauten, dann mache man das Meisterstück eben am Mittwochabend daheim im Freibecken des Volksbades Limmer. Aber für Spandau war das Berliner Match ein echter Mutmacher. Gelänge ein Auswärtscoup zur Wochenmitte, eröffnet sich die wunderbare Aussicht auf ein Finale furioso mit der fünften Begegnung am Samstag darauf in Schöneberg. Das würde erstmals auch den Playoff-Titelgewinn eines Teams bedeuten, das mit 0:2 Siegen in die Bestenermittlung gestartet ist.

Zweifellos, Hannover bleibt Favorit, aber vielleicht ist es genauso diese allgemeine Erwartungshaltung, die für die Niedersachsen eine Last sein kann, die ihnen schwer auf den Schultern liegt. Spandau ist mit seinem jungen Team über die drei Partien gewachsen. Spieler wie Yannek Chiru, Aleks Sekulic und Zoran Bozic konnten sich mit der meist erstmaligen längeren Endspielerfahrung deutlich profilieren. Laut scheidendem Headcoach Petar Kovacevic (der nach Frankreich wechselt) und Präsident Stamm „soll das ein Anfang einer hoffnungsvollen Entwicklung sein“.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball-Bundesliga 2021/22

Playoff Finale 4

5. Mai 2022

Waspo 98 Hannover – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 18:00 Uhr

Spielort: Volksbad Limmer, Stockhardtweg 6, 30453 Hannover

Viktoria holt sich den Pott

Am Abend wurde das jährliche Hochamt des Profifußballs zelebriert. Im Berliner Olympiastadion holte RB Leipzig in einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem SC Freiburg den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Es war restlos ausverkauft, eine Zusatztribüne errichtet, so konnten 74.322 Zahlende ins Stadion.

Zu mittäglicher Stunde desselben Tages, nur wenige Kilometer vom Olympiastadion entfernt, fand im Rahmen des Tages der Amateure das Endspiel um den Berliner Pokal statt. Bedauerlich, das muss man sagen, fast unter freiwilligem Ausschluss der Öffentlichkeit. Lediglich 1.215 Zahlende gab der wieder als Stadionsprecher engagierte Karsten Holland bekannt. Dabei war es eine alles andere als unattraktive Paarung im neuen Endspielort, dem Mommsenstadion. Der leider nun ehemalige Drittligist Viktoria spielte gegen die VSG Altglienicke. Es war ähnlich dramatisch, wie Stunden später im Olympiastadion.

Die Mannschaft, die die Saison im halbwegs bezahlten Fußball verbracht hatte, bestimmte über weite Strecken das Spiel. Nur das erste Tor im Spiel gelang den Volkssportlern, in der 40. Minute überwand Uzan Tugay den Torwart mit einer Bogenlampe. Philip Sprint sah da nicht gut aus. Es war das Tor aus dem Nichts, was sich so rein gar nicht andeutete.

In der zweiten Halbzeit hatte Viktoria weiter die größeren Spielanteile, während Altglienicke leidenschaftlich verteidigte und einige gefährliche Konter inszenierte. Der in der 60. Minute eingewechselte Paul-Vincent Manske hatte zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß und scheiterte.

Fotos:© Hans-Peter Becker

Der Traum vom Pokalsieg zerplatzte für den Regionalligisten auf die brutalst mögliche Weise. Zwei Tore in der Nachspielzeit durch Lukas Pinkert und Soufian Benyamina entrissen der Elf von Karsten Heine den Pott.

In der Pressekonferenz äußerte Heine seine Kritik an Schiedsrichter Pascal Wien. Eine Tätlichkeit von Viktoria-Kapitän Christoph Menz blieb ungeahndet. „Der Menzer hätte das Spiel nicht beenden dürfen.“ Trotzdem gratulierte er seinem Kollegen zum Sieg und Viktorias Trainer verkündete auf Nachfrage, dass er bei Viktoria nicht weitermachen wird. Sein Vertrag galt nur für die 3. Liga.

Im Kader der Himmelblauen wird es weitere Veränderungen geben. Umso bemerkenswerter war, dass sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden Saisonende nochmals zu solch einer Energieleistung aufschwingen konnte.

Hans-Peter Becker

AOK Pokal Finale

21.05.2022 12:15 Uhr Mommsenstadion Berlin

VSG Altglienicke – FC Viktoria 1889 Berlin 1:2(1:0)

Mannschaftsaufstellungen

Viktoria: Sprint – Lewald – Makreckis (80. Hahn) – Theisen (77. Ogbaidze) – Küc – Falcao (65. Hovi) – Kapp – Seiffert – Jopek (65. Benyamina) – Pinckert – Menz

VSG Altglienicke: Bänge – Liebelt (ab 60. P.V. Manske) – Zeiger – Uzan (ab 69. Breitkreuz) – Derflinger (ab. 69. Skoda) – Inaler – Häußler – Belegu – J. Manske – Dem (ab 84. Pütt) – Brehmer

Schiedsrichter: Pascal Wien (SC Borsigwalde)

Assistenten: Fabian Zastrow, Marcel Mallassa, Gunnar Mielenz

Füchse für Saisonfinale gerüstet: 37:31 Sieg gegen Frisch Auf Göppingen

Der Hans, der Hans …der kann`s“ ! Mit diesem bewährten Schlachtruf feierte der Fan-Klub „Füchse-Power“ auch noch nach Spielende Hans Lindberg. Wieder mal war der Däne erfolgreichster Werfer der Gastgeber. Seine zehn Tore hatte er diesmal „gerecht“ aufgeteilt: Fünf vom 7-Meter-Punkt und fünf aus dem Spiel heraus. Wobei er dreimal nach unwiderstehlichem Sprint über das gesamte Spielfeld Konter erfolgreich abschloss.

Das Besondere ist dabei nicht nur Lindbergs konstant herausragende Form. Mit 213 Treffer ist er zur Zeit der Top-Goalgetter in der Bundesliga (85,3% Wurfeffektivität), sondern, dass er am 1.August seinen 41. Geburtstag feiern kann. Noch ist seine Vertragsverlängerung nicht offiziell verkündet worden. Sie scheint aber nur noch Formsache zu sein. Nicht nur Lindberg spielte gegen Frisch Auf Göppingen auf hohem Niveau. Die gesamte Füchse-Mannschaft präsentiert sich im Saisonendspurt in guter Form.

Rein tabellarisch war das Spiel gegen FA Göppingen ein Duell der Tabellen-Nachbarn – Vierter gegen Fünfter. Die Schwaben als die Besten vom „Rest“ der Bundesliga (hinter den „großen Vier“) hatten vor der Partie jedoch schon 13 Punkte Rückstand auf die Berliner.

Das Angriffsspiel der Füchse lief nach dem 0:1-Rückstand auf Hochtouren. Entscheidend absetzen konnten sie sich jedoch zunächst nicht, weil Göppingen nach Gegentoren mehrfach blitzschnell konterte und die noch nicht wieder formierte Füchse-Abwehr überraschte. Außerdem verzichtete Füchse-Coach Jaron Siewert lange Zeit auf Abwehrchef Viran Morros (der nach Saisonende in die Schweiz wechselt) und probierte verschiedene Deckungsvarianten aus. In der kämpferisch geprägten Partie konnten sich Berliner erst in der Schlussphase der ersten Hälfte absetzen. Zur Pause stand es 22:18

Nach Pause präsentierte sich Abwehr dann sattelfester und fand besseren Zugriff auf die Würfe der Göppinger. Dazu steigerte sich Torhüter Milosavljev (15 Paraden) und kaufte mit spektakulären Aktionen, u.a. ein gehaltener Siebenmeter von Nationalspieler Marcel Schiller) den Gästen den Schneid ab. In dem temporeichen Spiel ließ bei Gästen zunehmend die Konzentration nach. So gerieten die Füchse nicht mehr Gefahr und konnten den Gegner auf Abstand halten. Die 37 Tore sind Saisonbestwert für die Berliner.

Weiter geht es am Sonntag, 22. Mai, in Erlangen. Zeitgleich treffen am selben Tag die Mitkonkurrenten um den zweiten Tabellenplatz (Champions-League-Teilnahme) Flensburg und Kiel aufeinander.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 6, Holm 4, Andersson 2, Lindberg 10/5, Beneke 1, Vujovic 4, Marsenic 7, Drux 2

Hertha steht am Abgrund

Die schlimmsten Befürchtungen werden war, selbst gegen den spielerisch limitierten HSV fand Hertha keine Mittel. Schlussendlich verloren sie, wenn auch etwas unglücklich, mit 0:1. Über das Niveau des Spiels muss nicht ein einziges Wort verloren werden. Beide stellten unter Beweis, warum sie nachsitzen müssen und nur der Glücklichere ans Ziel kommen wird.

Felix Magaths Betrachtung der Dinge nach dem Spiel war merkwürdig. Gefragt, ob seine Mannschaft hier wie ein Erstligist aufgetreten sei, „das ja, aber der HSV eben auch.“ Für mich bot die Hertha dagegen bereits eine zweitligareife Leistung. Sie fanden keine Mittel und ließen sich so auf das Niveau des HSV runterziehen. Ganze anderthalb Torchancen im gesamten Spiel, der Treffer von Belfodil konnte wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben werden und in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit versemmelte Jovetic eine gute Einschussmöglichkeit. Das war alles. Der HSV hatte im Gegenzug, nach der Möglichkeit durch Jovetic, den Fußballgott auf seiner Seite. Eine verunglückte Flanke von Reis segelte ins Tor.

Es bleibt ja noch das Rückspiel und mal ehrlich, da braucht Hertha schon ein kleines Fußballwunder. Für die maßlos enttäuschten Fans der Blau-Weißen bleibt die Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt. Wir können auch Otto Rehhagel zitieren, ziemlich genau vor 10 Jahren, es war am 10. Mai 2012, 1:2 Niederlage im Relegationshinspiel gegen Fortuna Düsseldorf, „noch sind wir nicht abgestiegen“.

Hans-Peter Becker

Mit Tsuiki geht die Sonne auf – ein Japaner für die BR Volleys

Die BR Volleys haben einen neuen Libero und Strahlemann aus dem Land der aufgehenden Sonne: Libero Satoshi Tsuiki wechselt aus Frankfurt in die Hauptstadt und unterschreibt an der Spree einen Zweijahresvertrag. Der 30-jährige Japaner ist damit der erste Spieler der Vereinsgeschichte aus Fernost.

© Pressefoto Credit: Corinna Beck

Ganze neunmal stand Satoshi Tsuiki den BR Volleys in der vergangenen Saison gegenüber. Mit den United Volleys Frankfurt, für die er insgesamt zwei Jahre lang aktiv war, kam es in Supercup, Pokal, Bundesliga und Playoffs zum Dauerduell mit den Berlinern. Dabei erhielt der Libero von seinem neuen Coach Cedric Enard dreimal die MVP-Medaille und war einmal in der Max-Schmeling-Halle notgedrungen sogar als Zuspieler im Einsatz. Zur kommenden Spielzeit wird der Japaner nun die Netzseite wechseln: „Das neue Trikot wird vielleicht kurze Zeit komisch für mich sein, denn so viele Vereinswechsel hatte ich in meiner Karriere noch nicht. Aber ich freue mich unheimlich auf diese neue Aufgabe. Die BR Volleys sind definitiv ein weltweit bekannter Klub und es ist für mich eine große Ehre, dieses Angebot aus Berlin bekommen zu haben“, formuliert Tsuiki seine Antrittsworte mit der typisch japanisch freundlichen und respektvollen Art.

Lange Zeit war der 1.74 Meter große Annahme- und Abwehrspezialist im Volleyball und in seiner Heimat als „Ide“ bekannt. Mit der Heirat nahm er den Namen seiner Frau Tsuiki an: „Mein Spitzname ist Sato. Das hätte ich gern auch auf dem Trikot stehen und so werde ich am liebsten genannt“. Von 2013 bis 2020 stand noch Ide auf dem Jersey, als er für die Toray Arrows aus Mishima City die Bälle verteidigte und im Jahr 2017 mit dem Club das Triple aus Pokal und nationaler sowie asiatischer Meisterschaft feierte. In Frankfurt konnte er mit dem Gewinn des DVV-Pokals 2021 ebenfalls einen großen Erfolg verzeichnen.

Tsuiki durfte während seiner Karriere also Volleyball aus zwei verschiedenen Welten kennenlernen: „In Japan wird der Sport in einem gut funktionierenden Konstrukt gespielt, aber die Professionalität ist nicht auf demselben Niveau wie hier. Die Spieler sind oft an die jeweiligen Firmen gebunden und nur wenige haben die Möglichkeit, sich wie ich im Ausland zu versuchen. Hier in Europa stehen die Ergebnisse und das Abschneiden viel stärker im Vordergrund. Es ist eine etwas andere Sicht auf den Sport. Mir gefällt diese ambitionierte Herangehensweise.“

BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand schätzt nicht nur den spürbaren Ehrgeiz, sondern auch die Klasse des Neuzugangs: „Mit Satoshi Tsuiki gewinnen wir einen sehr flexiblen Libero hinzu, der in allen Bereichen eine hohe Qualität mitbringt. Was er kann, hat er in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga eindrucksvoll bewiesen. Satoshi ist stabil in der Annahme, extrem stark in der Abwehr und hat ein gutes Zuspiel.“ Hinzukommt die japanische Mentalität, die in Person von Tsuiki erstmals ein BR Volleys Team bereichert: Extrem fleißig, sehr ehrgeizig und dabei zugleich zuvorkommend.

Durch den mutigen Schritt ins Ausland hatte „Sato“ sich im Jahr 2020 erhofft, den Sprung zu den Olympischen Spielen in Tokio zu schaffen, doch leider fand er bei den “Heimspielen“ damals keine Berücksichtigung. Auch diesen Sommer wird er statt bei der Nationalmannschaft „mit Reisen und etwas Arbeit in Japan verbringen“, bevor er sich in Berlin erneut für Olympia – dann 2024 in Paris – empfehlen will. „In Japan ist das Niveau unter den Liberos unheimlich hoch. Ich kämpfe um eine der bestbesetzten Positionen der Welt. Dennoch bleibt Olympia ein Ziel von mir.“ Auf dem Weg dorthin will der sympathische Neuzugang für die BR Volleys „in jedem Spiel die beste Leistung auf den Court bringen“.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier