Füchse für Saisonfinale gerüstet: 37:31 Sieg gegen Frisch Auf Göppingen

Der Hans, der Hans …der kann`s“ ! Mit diesem bewährten Schlachtruf feierte der Fan-Klub „Füchse-Power“ auch noch nach Spielende Hans Lindberg. Wieder mal war der Däne erfolgreichster Werfer der Gastgeber. Seine zehn Tore hatte er diesmal „gerecht“ aufgeteilt: Fünf vom 7-Meter-Punkt und fünf aus dem Spiel heraus. Wobei er dreimal nach unwiderstehlichem Sprint über das gesamte Spielfeld Konter erfolgreich abschloss.

Das Besondere ist dabei nicht nur Lindbergs konstant herausragende Form. Mit 213 Treffer ist er zur Zeit der Top-Goalgetter in der Bundesliga (85,3% Wurfeffektivität), sondern, dass er am 1.August seinen 41. Geburtstag feiern kann. Noch ist seine Vertragsverlängerung nicht offiziell verkündet worden. Sie scheint aber nur noch Formsache zu sein. Nicht nur Lindberg spielte gegen Frisch Auf Göppingen auf hohem Niveau. Die gesamte Füchse-Mannschaft präsentiert sich im Saisonendspurt in guter Form.

Rein tabellarisch war das Spiel gegen FA Göppingen ein Duell der Tabellen-Nachbarn – Vierter gegen Fünfter. Die Schwaben als die Besten vom „Rest“ der Bundesliga (hinter den „großen Vier“) hatten vor der Partie jedoch schon 13 Punkte Rückstand auf die Berliner.

Das Angriffsspiel der Füchse lief nach dem 0:1-Rückstand auf Hochtouren. Entscheidend absetzen konnten sie sich jedoch zunächst nicht, weil Göppingen nach Gegentoren mehrfach blitzschnell konterte und die noch nicht wieder formierte Füchse-Abwehr überraschte. Außerdem verzichtete Füchse-Coach Jaron Siewert lange Zeit auf Abwehrchef Viran Morros (der nach Saisonende in die Schweiz wechselt) und probierte verschiedene Deckungsvarianten aus. In der kämpferisch geprägten Partie konnten sich Berliner erst in der Schlussphase der ersten Hälfte absetzen. Zur Pause stand es 22:18

Nach Pause präsentierte sich Abwehr dann sattelfester und fand besseren Zugriff auf die Würfe der Göppinger. Dazu steigerte sich Torhüter Milosavljev (15 Paraden) und kaufte mit spektakulären Aktionen, u.a. ein gehaltener Siebenmeter von Nationalspieler Marcel Schiller) den Gästen den Schneid ab. In dem temporeichen Spiel ließ bei Gästen zunehmend die Konzentration nach. So gerieten die Füchse nicht mehr Gefahr und konnten den Gegner auf Abstand halten. Die 37 Tore sind Saisonbestwert für die Berliner.

Weiter geht es am Sonntag, 22. Mai, in Erlangen. Zeitgleich treffen am selben Tag die Mitkonkurrenten um den zweiten Tabellenplatz (Champions-League-Teilnahme) Flensburg und Kiel aufeinander.

Herbert Schalling

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 6, Holm 4, Andersson 2, Lindberg 10/5, Beneke 1, Vujovic 4, Marsenic 7, Drux 2

Siegesserie der Füchse gerissen

32:32 gegen Hannover-Burgdorf

Die 44. Minute hätte für die Füchse zum Wendepunkt des Spiels werden können. Zum ersten Mal (!!) gingen sie gegen den Tabellen-14. in Führung. Abwehrchef Viran Morros traf vom eigenen Kreis ins leere Gästetor. Hannover hatte wegen einer Zeitstrafe den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Der Treffer des 38-jährigen Spaniers sorgte auch für den erwarteten Push. Zehnmal warfen die Gastgeber danach einen Vorsprung heraus, einmal sogar mit zwei Toren (29:27/55.). Zum Sieg reichte es aber nicht, weil sich die Berliner nach jedem erfolgreichen Torwurf einen Konter einfingen. Als Hannover zwei Sekunden vor der Schlusssirene mit schönem Kempa-Trick-Tor zum letztlich gerechneten 32:32 ausglich, war die Füchse-Serie von acht Bundesliga-Siegen in diesem Jahr gerissen.

Bereits der Start ins Spiel war den Füchsen vor 5.866 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle misslungen. Bereits nach fünf Minuten lagen sie gegen die „Recken“ aus der niedersächsischen Metropole mit 2:5 zurück. Hannover spielte mit sehr variabler Deckung und die Abwehrspieler fassten auch hart zu. Das schien die Füchse zu beeindrucken. Zu kompliziert zogen sie ihr Angriffsspiel auf, warfen teilweise über-hastet oder scheiterten an Hannovers Torhüter.

Die Gäste, die von Ex-Fuchs Sören Christophersen und Assistenz-Trainer Hedmar Felixsson gecoacht wurden (Cheftrainer Christian Prokop in Corona-Quarantäne) traten selbstbewusst auf und waren sowohl vom Kreis, als auch mit Würfen aus dem Rückraum erfolgreich. Zudem hatte Füchse-Torhüter Dejan Milosavlev nicht seinen besten Tag erwischt. Erst kurz der Pause ging ein Ruck durch die Reihen der Gastgeber. Dennoch ging es mit 13:15 in die Pause. „Die ersten 30 Minuten waren wir nicht da, haben nicht das Niveau erreicht, welches wir zeigen können“. Lautete die ernüchternde Bilanz von Füchse-Coach Jaron Siewert.

Mit sichtbar anderer Körpersprache und zum Teil veränderter Aufstellung (Milos Vujovic auf Linksaußen) hatten die Berliner in der zweiten Spielhälfte mehr Zugriff auf das Spiel. Weil die Zahl der Fehler beim Abschluss und im Abwehrverhalten jedoch nicht entscheidend reduziert werden konnte, reichte es nur zum Remis.

Die Füchse rutschten dadurch in der Tabelle auf Rang 3 ab. „Wir haben immer noch die Chance und solange geben wir alles“, fasste Jakob Holm mit Blick auf den verlustig gegangenen zweiten Platz (berechtigt zur Teilnahme an der Champions-League) zusammen. „Als Nächstes ist Magdeburg dran. Das ist ein vier-Punkte-Spiel“, so der dänische Nationalspieler.

Die Partie beim Bundesliga-Tabellenführer findet nach Länderspiel-Pause und Pokal-Final-Four-Turnier am 1.Mai in Magdeburg statt.

Für die Füchse im Einsatz: Wiede (3), Holm (3), Andersson (3), Lindberg (11/8), Morros (1),Matthes (1) Vujovic (4), Marsenic (3), Drux (3)

Herbert Schalling