Hertha rettet sich

Um ehrlich zu sein, auch der Kommentator gehörte zu den Skeptikern, was die Chancen der „Alten Dame“ für das Rückspiel in Hamburg anging. Das Fünkchen Hoffnung näherte sich rein aus der Tatsache, dass lediglich ein einziges Tor aufzuholen war. Zudem äußerte mein Kollege Frank Toebs:“Fußball ist ein verrückter Sport und man hat schon die tollsten Dinge erlebt.“ Wir hatten beide kurz zuvor das Endspiel um den Berliner AOK-Pokal gesehen, als der VSG Altglienicke durch gleich zwei Treffer in der Nachspielzeit der Sieg entrissen wurde.

Hertha versuchte ein schnelles Tor zu erzielen, ging, wie man so sagt, sofort vorne drauf. Erzwang gleich einen Eckball und nach nur vier Minuten war der Rückstand aus dem Hinspiel wettgemacht. Besser ging es nicht. Hertha Kapitän Boyata und Belfodil stiegen gemeinsam zum Kopfball hoch, vielleicht wurde der HSV Keeper dadurch leicht irritiert, das Ding war drin. Die Stimmung Volkspark gleich einmal etwas eingefroren und den HSV zum Nachdenken gebracht.

Mit zunehmender Spieldauer zeigten die aufgebotenen Herthaner eine in dieser Spielzeit selten gesehene mannschaftliche Geschlossenheit. Da ackerte einer für den anderen. Zu erwähnen ist, dass Kevin-Prince Boateng fast das gesamte Spiel absolvierte und seinen Beitrag als „agressiv-leader“ auf dem Platz ausfüllte. Er sah nach 30 Minuten die erste Gelbe Karte des Spiels.

Die Abwehr stand sicher, vor allem der im Hinspiel so schmerzlich vermisste Ascacibar räumte als einziger Sechser konsequent vor Abwehr auf. Auf den Außenverteidiger-Positionen ließen die beiden Routiniers Pekarik und Plattenhardt wenig zu. Im Tor hatte Christensen nicht allzu viel zu tun. Am Ende zählte die Statistik 10 Torschüsse für den HSV. Davon waren lediglich zwei richtig gefährlich.

Ähnlich verhielt es sich für den HSV-Keeper Heuer Fernandez. Der musste allerdings in der 63. Minute erneut den Ball passieren lassen. Diesmal war es ein direkt verwandelter Freistoß von Plattenhardt. Halblinks, ziemlich spitzer Winkel, direkt mit Schnitt auf das Tor gezirkelt, was für ein Traumtor vor der Tribüne, wo sich die ganz beinharten HSV versammeln. Die endgültige Entscheidung verpasste Jovetic, der frei auf den Torwart zulaufen konnte, leider zu zentral abschloss.

Nach einer über sechsminütigen Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Aytekin die Partie und somit war es amtlich. HSV Ikone Felix Magath hatte seine Mission erfüllt. Zudem bleibt sein Nimbus, als Trainer niemals abgestiegen zu sein, weiter erhalten.

Hertha bleibt das Schicksal eines erneuten Abstiegs erspart und der HSV muss einen neuen Anlauf nehmen. Hinzu kam die Tragik des aktuellen HSV Spielers Jonas Meffert. Er scheiterte bereits zum dritten Mal in der Relegation. 2015 mit dem Karlsruher SC, pikanterweise am HSV, er war es, der das umstrittene Handspiel begangen haben soll, das zu dem Freistoß führte, der das entscheidende Tor für den Verbleib in der Bundesliga ermöglichte. Im vergangenen Jahr 2021 verlor er als Spieler von Holstein Kiel gegen den 1. FC Köln, der Rest ist bekannt.

Berlin darf sich in der kommenden Saison wieder auf ein Stadtderby freuen, Hamburg auch und Felix Magath will Holzhacken gehen.

Hans-Peter Becker

Hertha BSC in Quarantäne – zunächst drei Spiele abgesetzt

Ein weiterer positiver Test auf das Corona-Virus zwingt die Lizenzspielermannschaft und den Trainerstab von Hertha BSC mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Die heutige (15.04.2021) PCR-Testung wies bei Marvin Plattenhardt einen positiven Befund auf. Er ist symptomfrei und wurde umgehend von der Gruppe separiert.

Nachdem aufgrund der positiven Testungen bei Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio eine heutige (15.04.2021) beginnende 14-tägige Isolation der Mannschaft, des Trainerstabes und enger Mitarbeiter um die Mannschaft vereinbart war, sah sich das für Hertha BSC zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf nach diesem weiteren positiven Befund nun zu dieser verschärften Maßnahme gezwungen.

Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragen musste.

Arne Friedrich: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt. Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf, um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren. Die Mannschaft wird sich während der häuslichen Quarantäne unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen.“

Quelle: Hertha BSC

Berliner Mannschaften im kommenden DFB-Pokal

In diesem Jahr ist alles anders. Es stehen zwar noch nicht alle Teilnehmer an der 1. DFB-Pokal Runde fest, der Pokaltag der Amateure fiel der ersten Corona-Welle zum Opfer und soll im August irgendwie nachgeholt werden, gelost wurde trotzdem. So kamen halt Platzhalter zum Einsatz und vor der Auslosung wurde gezeigt, wie es mal war, in vollbesetzten Stadien, auf überfüllten Sportplätzen in der Provinz, als die Behelfstribünen wackelten, wenn Favoritenstürze bejubelt werden konnten.

Die beiden Berliner Proficlubs hatten nicht unbedingt das, was als Losglück bezeichnet werden kann. Hertha BSC hat wenigstens keine lange Anreise und muss beim Zweitligaaufsteiger oder besser Rückkehrer Eintracht Braunschweig ran. Die Braunschweiger hatten zuvor ihre weitere Teilnahme am Pokal des Niedersächsischen Verbandes abgesagt. „Wir möchten so den Weg frei machen, um den drei Regionalligisten TSV Havelse, VfB Oldenburg und BSV Rehden einen sportlich fairen Wettbewerb um die Teilnahme am DFB-Pokal zu ermöglichen“, erläutert Peter Vollmann, Sportdirektor von Eintracht Braunschweig.“ Hertha ist in Braunschweig als Pokalgegner kein Unbekannter. Bereits drei Mal waren sie an der Hamburger Straße zu Gast. So lautete der erste Kommentar aus dem Hertha-Lager. „Wieder nach Braunschweig. – Es wird auch dieses Mal ein hartes Stück Arbeit, solche Duelle haben immer eine gewisse Brisanz. Aber natürlich kann unser Ziel nur lauten, weiterzukommen“, kommentierte Michael Preetz die Paarung, die es so schon vor zwei Jahren gab. Damals gewannen die Spreeathener nach Toren von Marvin Plattenhardt und Vedad Ibisevic mit 2:1.“ Davor allerdings, 2004 und 1974 wurde verloren.

Der 1. FC Union muss etwas weiter anreisen. Gegner ist ein alter Bekannter aus der 2. Bundesliga, der aktuelle Zweitligist Karlsruher SC. Weitere Worte zum Gegner waren bisher aus der Alten Försterei nicht zu hören. Im Pokal ist diese Begegnung eine Premiere, als Zweitligisten spielten sie 20 Mal gegeneinander. Die Bilanz ist recht ausgeglichen, 7 Siege, 7 Niederlagen und 6 Unentschieden stehen zu Buche.

Geplant ist, dass die Spiele zwischen dem 11. und dem 14. September 2020 stattfinden. Der dritte Teilnehmer aus Berlin wird noch ermittelt, sportlich oder vielleicht per Los ? Der Gegner steht bereits fest. Es wird, wie 2018, der 1. FC Köln sein, damals ein Zweitligist, es war ein deutlicher Sieg gegen den BFC Dynamo. Diese Partie könnte eine erneute Auflage erfahren. Der BFC steht im noch nicht ausgetragenen Halbfinale.

Geplant ist: „Am 22. August 2020 wollen sich am Finaltag der Amateure weitere unterklassige Mannschaften qualifizieren. Über 90 Vereine kämpfen dann noch um die 23 freien Plätze in der erste Pokalrunde. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach wie vor spürbar: Alle Amateurclubs müssen bis Mitte August eine Heimspielstätte benennen und vor allem ein mit den zuständigen Behörden abgestimmtes Hygienekonzept vorlegen.“

Hans-Peter Becker

Herthinho mit den Hertha Profis in den USA – Wer ist Max Kappler ?

Während die Profis des 1. FC Union in der Saison nachsitzen müssen, sind die Kollegen vom Lokalrivalen bereits in Urlaubsstimmung und pflegen internationale Kontakte. So besuchten die Profis Kalou, Duda und Dilrosun die sportliche Heimat des gebürtigen Berliners und Minnesota Twins Stars Max Kappler. Leider unterlief in der von Hertha BSC verbreiteten Presseerklärung ein peinlicher Verschreiber, ausgerechnet im Namen des gebürtigen Berliners und das gleich doppelt. Es sei hier richtig gestellt, der betreffende Baseball-Profi heißt Maximilian „Max“ Kepler-Rozycki oder kurz Max Kepler und nicht Kappler.

Weiter heißt es in der Mitteilung: „

Javairo Dilrosun, Salomon Kalou und Ondrej Duda im Target Field Fotocredits dfl/herthabsc

Neben einer ausgiebigen Stadionführung durch das Target Field, die durch die Vip-Bereiche, über die Zuschauerränge, neben das Spielfeld, die Fitness- und Regenearationsräume führte, konnten die Hertha-Profis Salomon Kalou, Ondrej Duda und Javairo Dilrosun ihre Fähigkeiten im Baseball unter Beweis stellen und die Aufwärmanlage der Twins testen.

In der Kabine der Twins erwarteten die Herthaner dann noch ein ganz besonderes Geschenk. Maximilian Kappler, der einst Torhüter in der Hertha BSC Nachwuchs-Akademie war, ließ den Hertha-Profis ein Trikot und Baseball-Caps überreichen. Kappler selbst konnte aufgrund des Auswärtsspiels der Twins am Abend leider nicht persönlich vor Ort sein.

Neben dem Besuch bei den Twins stand auch eine Visite bei Schüler und Schülerinnen der Twin Cities German Immersion School‘ auf dem Programm.

Dort gestalteten die Hertha-Spieler für die Schülerinnen und Schülern verschieden Unterrichtseinheiten von der ersten bis zur achten Klasse in deutscher Sprache.

ST PAUL, MN – MAY 21: Fabian Lustenberger #28 and Marius Gersbeck #35 of Hertha Berlin speak to a class at Twin Cities German Immersion School on May 21, 2019 in St. Paul, Minnesota. (Photo by Hannah Foslien/Bundesliga/DFL via Getty Images )

Anschließend gab es – noch vor dem gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa – eine Fragerunde, bei der natürlich das Leben der Fußballprofis im Mittelpunkt stand: Welche Bedeutung der Fußball in Berlin hat, wie man eigentlich Profi wird und wie die Schulzeit selbst verlief – das waren nur drei der häufig gestellten Fragen.

„Für uns war das eine coole Geschichte. Es hat Spaß gemacht, mit den Kids zu sprechen“, sagte Marvin Plattenhardt.

„So haben wir auch etwas über die Stadt und die Leute erfahren“, ergänze Pascal Köpke.

„Wir sind mit fast 600 Schülerinnen und Schülern die größte deutschsprachige Schule Nordamerikas“, erklärte Direktor Ted Anderson beim Empfang der blau-weissen Delegation.

Sport durfte auf dem Stundenplan nicht fehlen: Torschüsse mit Marius Gersbeck und Dennis Smarsch, Passübungen mit Fabian Lustenberger oder Sprints mit Lukas Klünter – und natürlich so manches Trainingsspiel in kleineren Gruppen. Auf jeden Fall zeigten die Schülerinnen und Schüler auch auf dem grünen Rasen, dass sie die Hertha-Mannschaft nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch auf dem Sportplatz ganz gut ins Schwitzen bringen können – auch beim Basketball und Football.

Natürlich erfüllten die Herthaner – unterstützt von Maskottchen Herthinho – unzählige Foto- und Autogrammwünsche.

Herthinho mit Schülern Twin Cities German Immersion School . (Photo by Hannah Foslien/Bundesliga/DFL via Getty Images )

Ein kleines Wiedersehen wird es schon am Mittwochabend, 22.05. geben, wenn der Hauptstadtclub ab 19 Uhr bei Minnesota United FC antritt. Im neu gebauten Stadion werden die Blau-Weißen die erste internationalen Gäste sein, die das MSL-Team herausfordert. Schülerinnen und Schüler, sowie Lehrerinnen und Lehrer wurden dazu von Hertha BSC eingeladen.

Quelle: Hertha BSC

ST PAUL, MN – MAY 21: Hertha Berlin is greeted by students at Twin Cities German Immersion School on May 21, 2019 in St. Paul, Minnesota. (Photo by Hannah Foslien/Bundesliga/DFL via Getty Images )

Lehrgeld für die Alte Dame

Es lag eine merkwürdige Stimmung über dem Olympiastadion. Die Ostkurve hat Zoff mit der Herthaführung oder umgekehrt. Eine Stunde lang gab es keinen Support, zu hören waren fast nur die Fans von RB Leipzig. Auf dem Rasen sahen dann auch die Leipziger wie die Heimmannschaft aus. Die Alte Dame bekam eine Lektion erteilt. Das Spiel ging am Samstagabend, 3.11. mit 0:3 verloren. Die Gäste begannen offensiv und druckvoll, ließen die Herthaner kaum aus dem eigenen Strafraum. Bereits in der 7. Minute schlug es ein im Hertha-Kasten, Timo Werner war der Torschütze. Ja hätte Salomon Kalou in der 21. Minute getroffen, vielleicht wäre dann alles nicht so schlimm gekommen. So machten die Leipziger weiter nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung. Aus Hertha-Sicht war an der ersten Halbzeit nur eins bemerkenswert, sie lagen trotz drückender Unterlegenheit nur mit 0:1 hinten.

Trainer Pal Dardai entschied sich in der Abwehr zu einer 3er Kette, davor ein 4er Mittelfeld und dazu sollten drei Stürmer für Gefahr vor dem Tor sorgen. Der Matchplan war schnell über den Haufen geworfen. Nach 20 Minuten sortierten sich die Herthaner zu einem 4-4-2. Die bis dahin etwas artfremd eingesetzten Verteidiger Marvin Plattenhardt und Maximilian Mittelstädt rückten wieder auf ihre angestammten Plätze.

In der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser. Déjà-vu, es dauerte nur eine Minute länger und der Ball zappelte im Hertha-Tor, erneut hatte Timo Werner getroffen. Nach 53. Spielminuten stand ein ernüchterner Zwischenstand auf der Anzeigetafel. Ein Doppelwechsel in der 59. Minute bescherte ein paar Torschüsse, doch mit zunehmender Spieldauer schwand die Hoffnung. Erst recht, als in der 75. Minute Matheus Cunha mit dem dritten Tor für Leipzig den Deckel zu machte.

Der Schlusspfiff war für die Herthaner eine Erlösung, ein Abend zum vergessen ging im Olympiastadion vorüber. Leipzig war eine Nummer zu groß.

Hans-Peter Becker

Hertha spielte mit
Tor: Jarstein Abwehr: Stark, Lustenberger, Rekik, Plattenhardt (59. Dilorsun) Mittelfeld: Lazaro, Duda, Maier, Mittelstädt Sturm: Ibisevic (59. Selke), Kalou (67. Leckie)

Berliner Proficlubs erreichen 2. Hauptrunde

Mit dem 1. FC Union und Hertha BSC sind die beiden Berliner Profi-Vereine mehr oder minder souverän in die 2. Hauptrunde des DFB-Pokals eingezogen. Beide mussten auswärts bei einem Dritt-Ligisten bestehen. Die Eisernen waren am Sonntag in Jena erfolgreich. Das Spiel stand natürlich auch im Zeichen des Jubiläums des bisher einzigen Titels in der Vereinsgeschichte der Unioner. So sahen auch einige Helden und Unterlegene des Pokalendspiels von 1968 den 4:2 Sieg des 1. FC Union gegen den FC Carl-Zeiss Jena. Das tradionsbeladene Ernst-Abbe Sportfeld war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Jenaer oder Jenenser (Jenenser ist nur derjenige, der in Jena geboren wurde, alle anderen sind Jenaer) leisteten großen Widerstand, mussten sich am Ende dem größeren spielerischen Potential der Wuhlheider beugen. Leider musste Felix Kroos nach einem Zusammenstoß des Spielfeld vorzeitig verlassen. Zum Glück war es nicht ganz so schlimm, wie es zunächst aussah, gegen St. Pauli wäre er wieder zu einem Einsatz bereit. Jetzt hoffen die Wuhlheider auf ein Heimspiel, am Besten gegen Schalke 04. Es wäre ein Wiedersehen mit Steven Skrzybski, der ja unter Tränen seinen Herzensverein verlassen hat.

Am Montag, 20.08. war Hertha BSC in Braunschweig dran. Aller Anfang ist schwer und ohne Wettkampfpraxis zum Saisonauftakt zu einem Drittligisten, der zudem bereits durch vier absolvierte Punktspiele voll Geschäft ist, da gibt es angenehmere Aufgaben. Es lief zunächst recht zäh an, bis Marvin Plattenhardt in der 38. Minute ein Traumtor schoss. Er schickte einen vom Braunschweiger Torwart weggefausteten Ball postwendend zurück, der dann unhaltbar im Kasten landete. Braunschweig war zunächst geschockt. Nach der Halbzeitpause schaltete die Alte Dame zu sehr in den Verwaltungsmodus. Die Braunschweiger Eintracht kämpfte und wurde in der 81. Minute mit dem Ausgleich belohnt. Hertha war gnadenlos effektiv, sie ließen die Braunschweiger etwas feiern und erzielten vom Anstoß weg den erneuten Führungstreffer. „Der alte Mann und das Tor“, so beschrieb der TV-Kommentator den Treffer von Vedad Ibisevic. Der Kapitän behauptete den Ball perfekt gegen einen Verteidiger und schob ihn aus kurzer Distanz ein. Eine drohende Verlängerung blieb der Hertha erspart. Die erste Aufgabe in der Saison wurde erfüllt. In der Bundesliga steht jetzt der 1. Spieltag bevor, Hertha erwartet am Samstag, 25.08. im Olympiastadion Aufsteiger Nürnberg und am Sonntag, 26.08. kommt der FC St. Pauli in die Alten Försterei.

Hans-Peter Becker

 

Berliner Fußballerin und Amateurfußballer der Saison 2017/18

Lisa Heiseler (1. FC Union) und Christian Gawe (SV Lichtenberg 47) heißen die Sieger in den Kategorien „Fußballerin“ und „Amateurfußballer“ der Saison 2017/18.

Christian Gawe, der Linksfuß und Mittelfeldakteur des SV Lichtenberg 47, setzte sich gegen Rufat Dadashov (BFC Dynamo) und Sebastian Huke (FC Hertha 03) durch. Christian Gawe dankte den Wählerinnen und Wählern und ergänzte: „Die Auszeichnung ,Amateurfußballer der Saison‘ ist auch ein Zeichen dafür, dass es meiner Mannschaft und dem Verein gelingt, uns Spieler so zu unterstützen, dass wir sogar solche Titel gewinnen können.“

Die weibliche Gewinnerin in dieser Kategorie kommt, wie die letztjährige Gewinnerin (Dina Orschmann), ebenfalls aus den Reihen des 1. FC Union Berlin: Lisa Heiseler verwies Frieda Barck (Berolina Mitte) und Anna-Sophie Fechner (Blau-Weiß 90) auf die Plätze zwei und drei. Sie freute sich sichtlich über die Auszeichnung: „Dieser Preis ist wirklich eine tolle Sache und motiviert mich, vor allem aufgrund meiner aktuellen Verletzung (Anm. d. Red.: Kreuzbandriss), weiter am Ball zu bleiben. Ich freue mich schon auf meine Rückkehr in den Spielbetrieb.“

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, beglückwünscht die beiden zur Wahl zur Fußballerin und zum Amateurfußballer der Saison 2017/18: „Ich gratuliere Lisa Heiseler und Christian Gawe herzlich zu dieser Auszeichnung. Beide haben in der vergangenen Saison tolle Leistungen erzielt. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg auf ihrem sportlichen und persönlichen Weg.“

Die Fußball-Woche (FuWo) und der Berliner Fußball-Verband (BFV) suchten mit Unterstützung der Deutschen Klassenlotterie in den vier Kategorien Profi, Fußballerin, Amateurfußballer und Amateurtrainer die Berliner Fußballer der vergangenen Saison 2017/18. Bei der diesjährigen Wahl wurden rund 27.000 Stimmen abgegeben.

Die Ergebnisse im Überblick:

Berliner Amateurfußballer der Saison 2017/18
1. Christian Gawe (SV Lichtenberg 47)
2. Rufat Dadashov (BFC Dynamo)
3. Sebastian Huke (FC Hertha 03)
4. Tunay Deniz (Berliner AK)
5. Kevin Gutsche (Blau-Weiß 90)
6. Dennis Freyer (SFC Stern 1900)
7. Sanid Sejdic (Sparta Lichtenberg)
8. Stefan Flauder (Tennis Borussia)

Berliner Fußballerin der Saison 2017/18
1. Lisa Heiseler (1. FC Union)
2. Frieda Barck (Berolina Mitte)
3. Anna-Sophie Fechner (Blau-Weiß 90)
4. Josephine Bonsu (1. FC Union II)
5. Franziska Schöber (BSC Marzahn)
6. Emina Wacker (SFC STERN 1900)
7. Hülya Kaya (FC Viktoria 89)
8. Therese Martin (FC Internationale)

Die Preisübergabe fand im Rahmen der BFV-Meisterehrung im Landesleistungszentrum Wannsee statt. Zum Profifußballer wurde Steven Skrzybski (1. FC Union) mit 20 Prozent der abgegebenen Stimmen gewählt. Er konnte nicht an der Preisverleihung teilnehmen, da er sich mit dem FC Schalke 04 bereits im Trainingslager in China befand. Skrzybski dankte den Wählerinnen und Wählern per Videobotschaft. Amateurtrainer der Saison wurde Marco Gebhardt, der mit der Herren-Mannschaft von Blau-Weiß 90 die Meisterschaft in der 11teamsports Berlin-Liga und den Aufstieg in die Oberliga feiern durfte. Marco Gebhardt sagte über das Wahlergebnis: „Ich freue mich sehr, dass ich den ersten Platz gemacht habe und bin zugleich überrascht, weil ich mich bei der Wahl unter sehr guten Kandidaten wiedergefunden habe. Dieser Preis spornt mich natürlich an, diesen Weg weiterzugehen – auch mit Blau-Weiß 90 in der Oberliga. Die Mannschaft hat Großes geleistet in der vergangenen Saison. Mein Dank gilt nicht nur allen, die an der Umfrage teilgenommen haben, sondern auch meinem gesamten Team von Blau-Weiß. All das und auch die Auszeichnung ,Trainer der Saison‘ wären nicht möglich gewesen ohne diese Geschlossenheit und Disziplin.“

Beide Ergebnisse in der Übersicht:

Amateurtrainer der Saison 2017/18
1. Marco Gebhardt (Blau-Weiß 90)
2. Uwe Lehmann (SV Lichtenberg 47)
3. Rene Rydlewicz (BFC Dynamo)
4. Detlef Schneider (Berolina Stralau)
5. Markus Zschiesche (Berliner AK)
6. Thomas Brdaric (Tennis Borussia)
7. Jeffrey Seitz (SC Staaken)
8. Dragan Kostic (Sparta Lichtenberg)

Berliner Profifußballer der Saison 2017/18
1. Steven Skrzybski (1. FC Union)
2. Marvin Plattenhardt (Hertha BSC)
3. Davie Selke (Hertha BSC)
4. Rune Jarstein (Hertha BSC)
5. Christopher Trimmel (1. FC Union)
6. Michael Parensen (1. FC Union)
7. Karim Rekik (Hertha BSC)
8. Niklas Stark (Hertha BSC)

Fußball-WM und die anderen Dinge

Der Chefredakteur hat zum WM-Auftakt des noch amtierenden Weltmeisters alles gesagt. Die Mexikaner bzw. ihr Trainer hatten die bessere Idee. Es reichte, Toni Kroos aus dem Spiel zu nehmen und nichts ging mehr. Die taktische Grundformation bis zur Auswechselung von Sami Khedira (ab 60. kam Marco Reus) änderte sich, aus dem 4-2-3-1 wurde ein 4-1-4-1. Zwei Minuten zuvor wurde Carlos Vela vom Feld genommen. Er war der Kettenhund für Kroos und hatte ihm gründlich die Spielfreude genommen. Es wurde tatsächlich besser. In der 79. stellte Löw nochmals um, der Rückstand sollte wenigstens egalisiert werden. Für den Herthaner Marvin Plattenhardt kam Mario Gomez, ein zusätzlicher Stürmer für einen Verteidiger. Als sich Timo Werner endgültig erfolglos müde gelaufen hatte, kam Julian Brandt und der hätte es fast geschafft, das Tor zutreffen. Der Fußballgott wollte nicht und verpaßte den fußballinteressierten Deutschen einen frustigen Sonntagabend.

Die Welt dreht sich trotzdem weiter. Der 1. FC Union hat zwei weitere Neuverpflichtungen bestätigt. Aus Freiburg kommt Rafal Gikiewicz, ein Torwart und der angebahnte Wechsel von Ken Reichel (Ex-Eintracht Braunschweig) ist nun perfekt. Reichel ist gebürtiger Berliner und lernte das Fußballspielen einst beim TSV Rudow und Tasmania Gropiusstadt bevor es ihn zum HSV verschlug. Seit 2007 spielte er für Braunschweig, der linke Außenverteiger soll Kristian Pedersen ersetzen.

Anderer Ballsport wurde auch betrieben. Alba Berlin zog im entscheidenden Spiel 5 im Play-off Finale gegen Bayern München den kürzeren und so blieb die tolle Saison der Berliner ungekrönt. So holte sich die Sportstadt München das Triple und stellt den Meister 2018 im Fußball, Eishockey und Basketball.

Die Fußball WM in Rußland wird das alles beherrschende Thema bleiben. Bis kommenden Samstag, 23. Juni, dann steht das 2. Vorrundenspiel gegen Schweden an, hat die deutsche Mannschaft Zeit, in der Abgeschiedenheit des WM-Quartiers vor den Toren Moskaus eine Lösung zu finden. Ein Sieg wird gebraucht gegen den Italienbezwinger in der Qualifikation.

Hans-Peter Becker

Hertha benötigte zwei Standards zum 2:1 über Hamburg

Marvin Plattenhardt trat den Eckball zum 1:0 durch Niklas Stark. Foto: Christian Zschiedrich

Und atmete erleichtert auf, das so wichtige Spiel für sich entschieden zu haben. Dass es schwer werden würde, war vorher klar. Wenn sich zwei Mannschaften gegenüberstehen, die seit sieben Pflichtspielen verunsichertsind und nicht mehr gewonnen haben, da ist wohl nicht mehr zu erwarten – viele Unterbrechungen, zerfahrene Aktionen mit den üblichen Ungenauigkeiten. Kein Wunder also, dass zwei Standards herhalten mussten, um zum Erfolg zu kommen. 1:0 (17.) Kopfball Stark, nach Eckball Plattenhardt, 2:0 (50.) Kopfball Rekik, Eckball Weiser. HSV-Trainer Gisdol wechselte den erst 17jährigen Arp (56.) für Ekdal ein. Der brachte enorm viel Schwung in das Angriffsspiel der Hamburger und erzielte das 2:1(73.), volley nach Ablage von Papadopoulos. Ab der 73. Minute brachte Dardai wieder für seinen Kapitän Ibisevic Neuzugang Selke. Hertha zitterte sich zum Sieg. Maier (87.) kam noch für Lazaro und Torunarigha /90 + 1) für Kalou.

Für mich erstaunlich die Aussage des Berliner Coachs: Hertha sei deshalb unter Druck geraten, weil „Fans und Medien“ von außen eine Krise herbei geredet hätten. Er selbst habe kein bisschen Druck verspürt. Nun, das Wort „Krise“ hatte ich nicht in den Mund genommen. Meine Kritik war tiefgreifender. Ich sprach und spreche von unattraktiver Spielweise und begründete, weshalb sich viele Berliner nicht mit dem Club identifizieren können. Darüber wiederum wurde kein Wort verloren. Meiner Meinung nach aber sollte darüber nachgedacht werden. Sonnt Euch bitte nicht mit 13 Punkten über den 10. Tabellenplatz im Mittelfeld der Tabelle. Ich erinnere einfach an die zwei Heimniederlagen in Folge und das Pokal-Aus am vergangenen Mittwoch, ganz zu schweigen von den mauen Auftritten in der Europa League. Jetzt am Donnerstag kommt Luhansk zum Rückspiel. Am kommenden Sonntag, 5.11., ist beim Tabellendreizehnten VfL Wolfsburg bei entsprechender Effizienz der eine oder andere Punkt drin. Am Samstag, 18.11., ist dann das nächste Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
Christian Zschiedrich

Interview mit Marvin Plattenhardt Hertha BSC

Marvin Plattenhardt (links) Hertha BSC – Berlins Profi-Fußballer der Saison 2016/17 Foto: Sportick

„Ohne Hertha hätte ich das wohl nicht geschafft“, so freute sich der Ausgezeichnete. Herthas Neu-Nationalspieler Marvin Plattenhardt gewann die Wahl zum Profi-Fußballer der Saison 2016/2017. Trainer Pal Dardai weiß, was er an seinem zuverlässigen, 25jährigen Offensivverteidiger hat. Der Coach lobt unter anderem seine Konstanz und Schußtechnik, dazu kann er maßgenau flanken. Er ist ein Meister der ruhenden Bälle. Für relativ wenig Geld kam Plattenhardt, es sollen 500.000 Euro gewesen sein, im Juli 2014 vom Absteiger 1.FC Nürnberg. Der Start in Berlin verlief zunächst etwas holprig. Das aber zeichnet den sympathischen Sportsmann aus, nicht aufgeben. Als Pal Dardai die Geschicke von Hertha BSC übernahm, war Plattenhardt erste Wahl. Die Nominierung von Bundestrainer Jogi Löw für den Confed Cup in Russland krönte seine bisherige Laufbahn. Er gewann die Wahl hauchdünn vor seinem Teamkollegen, dem norwegischen Torhüter Rune Jarstein. Hertha kann stolz sein, denn unter den ersten sechs sind allein vier Spieler Herthaner: 1. Marvin Plattenhardt, 2.Rune Jarstein, 5. Vedad Ibisevic und der nach Wolfsburg abgewanderte John Anthony Brooks. Zur Erinnerung, im letzten Jahr rangierte der 1.FC Union mit Bobby Wood auf Platz Eins. In diesem Jahr sind aber auch vier Unioner unter den ersten Acht: Toni Leistner und Steven Skrzybski teilen sich Platz 3, Damir Kreilach und Christopher Trimmel waren unter den zehn Besten.

Christian Zschiedrich