Hertha BSC regelt die Zukunft der ehemaligen Cheftrainer Pal Dardai und Ante Covic

Pal Dardai wird Trainer der U16 bei Hertha BSC – Ante Covic übernimmt zunächst kein Nachwuchsteam

Nach seiner einjährigen Auszeit kehrt Pal Dardai wie geplant im Sommer als Trainer zu Hertha BSC zurück. Er wird ab dem 01.07.2020 die U16-Mannschaft übernehmen und gleichzeitig als Koordinator für den Aufbaubaubereich der Hertha BSC Akademie fungieren.

Michael Preetz: „Wie im vergangenen Sommer vereinbart kehrt Pal in unsere Akademie zurück und darüber freuen wir uns sehr. Er hat während seiner Auszeit sicher den ein oder anderen Anruf von anderen Vereinen bekommen. Dass er aber den zwischen uns bestehenden Vertrag weiterhin einhalten möchte, zeigt seine tiefe Verbundenheit zu Hertha BSC. Wie gewohnt war daher auch dieses Gespräch mit Pal eher kurz. Für Hertha BSC und insbesondere die Akademie ist er als Trainer eine große Bereicherung.“

Pal Dardai: „Ich habe dieses Jahr Auszeit sehr genossen. Die Zeit hat mir gut getan. Ich konnte ein paar Dinge aufarbeiten und vor allem körperlich wieder voll auftanken, denn die viereinhalb Jahre Bundesliga waren schon sehr Kräfte raubend. Jetzt freue ich mich auf den Sommer und den Wiedereinstieg im Nachwuchsbereich. Ich habe immer betont, dass mir die Arbeit mit dem Nachwuchs großen Spaß macht. Junge Talente zu fordern und zu fördern, ihnen etwas mit auf den Weg zu geben. Das ist eine wichtige Sache im Fußball. Zudem bin ich Herthaner, deshalb war es für mich auch keine Frage, dass ich selbstverständlich beim Teilgehaltsverzicht mitmache.“

Michael Preetz: „Auch mit Ante haben wir Gespräche über eine Rückkehr in den Nachwuchsbereich geführt und werden zu gegebener Zeit noch weitere führen. Die Tür bleibt für Ante auch weiterhin offen bei Hertha BSC. Denn Ante ist Herthaner und das hat er unter anderem damit gezeigt, in dem auch er den Teilgehaltsverzicht unterstützt hat.“

Quelle: Hertha BSC

Es geht weiter mit der Bundesliga

Die Deutsche Fußballliga (DFL) hat sich festgelegt. Einen Tag nachdem von der Politik grünes Licht gegeben wurde, soll es am 16. Mai 2020 mit dem 26. Spieltag weitergehen. Seit dem 8. März war die Saison unterbrochen, letztmals wurde am 11. März gespielt. Die Nachhol-Partie Gladbach gegen Köln war bereits ein Geisterspiel.

Die Bundesliga ist somit Vorreiter für die europäischen Fußballligen, sieht man mal von Weißrussland ab, wo die Saison seit 7 Spieltagen läuft, als wenn nichts wäre. Entweder wird die Bundesliga zum Krösus der Corona Zeit oder das Ganze endet in einem Desaster. „Jedem muss klar sein: Wir spielen auf Bewährung. Ich erwarte von jedem, dass er dieser Verantwortung gerecht wird. Unser Konzept kann nur das Ziel haben, Infektionen frühzeitig zu entdecken.“ so äußerte sich Liga-Boss Seifert.

Zu klären ist noch ein Hygienekonzept für die Schiedsrichter, dafür ist der DFB zuständig. „Der DFB hat uns mitgeteilt, dass er die Umsetzung des Konzepts in die Hand nimmt. Das wird auch Testungen vor dem ersten Spieltag beinhalten.“, so die Aussage der DFL. Im Kölner Keller wird für die Videoassistenten umgebaut werden müssen. Bisher ist laut dem Fachmagazin Kicker kein Schiedsrichter auf Covid-19 getestet worden. Müssen sie, wie die Mannschaften, vor dem Spiel in Quarantäne ? Wer steht überhaupt zur Verfügung ? Können sie, wie üblich, einen Tag vorher anreisen ?

Unterzubringen sind weiterhin die Halbfinals, das Finale im DFB-Pokal und die Relegation. Es soll zudem möglich werden, dass statt 3 nun 5 Spieler ausgewechselt werden dürfen. Diese Regelung soll nur temporär für diese Saison gelten. Der Regelkomission (Ifab) wurde seitens der FIFA ein entsprechender Vorschlag unterbreitet. Die Vereine der Bundesliga 1 und 2 werden darüber kurzfristig entscheiden.

Für unsere Berliner Vertreter bedeutet das, Hertha spielt am Samstag, 16.05. in Hoffenheim und der 1. FC Union empfängt einen Tag später, Sonntag 18:00 Uhr den FC Bayern München in der Alten Försterei.

Soll man sich darüber freuen, endlich wieder Fußball schauen, wenn auch nur im Home-Office ? „Jedem muss klar sein: Wir spielen auf Bewährung. Ich erwarte von jedem, dass er dieser Verantwortung gerecht wird. Unser Konzept kann nur das Ziel haben, Infektionen frühzeitig zu entdecken.“ Es geht nur so, daran müssen alle halten und bitte keine dämlichen Aktionen aus der Kabine oder dem aus dem Umfeld der Stadien.

Hans-Peter Becker

Finaltag der Amateure 2020 wird verlegt

Die Präsidenten und Geschäftsführer der 21 Landesverbände haben sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie befasst und entschieden, den geplanten Finaltag der Amateure terminlich zu verlegen. Ursprünglich sollte die fünfte Auflage der größten Fußball-Livekonferenz des Jahres am 23. Mai 2020 und damit wie auch schon 2019 am Tag des DFB-Pokalfinales steigen. Vor dem Hintergrund des aktuell ruhenden Spielbetriebs in Deutschland und der offenen Frage, wann dieser fortgesetzt wird, bleibt der Termin für den diesjährigen Finaltag der Amateure aktuell noch vakant.

Die Landesverbände haben jedoch das Ziel, die Pokalsaison der Landesverbände sportlich zu beenden, um primär die Teilnehmer im Wettbewerb des DFB-Pokals 2020/21 zu ermitteln. Dieser Zeitpunkt kann auch nach dem 30. Juni 2020 liegen. Die Teilnehmer für den DFB-Pokalwettbewerb der kommenden Saison müssen von den Landesverbänden rechtzeitig vor der 1. Runde ermittelt bzw. benannt sein. Für die Pokalwettbewerbe der 21 Landesverbände gilt derzeit grundsätzlich, dass die Beendigung der Wettbewerbe nur mit der Zustimmung der zuständigen Behörden und unter Einhaltung entsprechender medizinischer Vorgaben für mögliche Spiele ohne Zuschauer erfolgen können. Diesbezüglich sind die Landesverbände mit den jeweiligen verantwortlichen Behörden in den Bundesländern im Austausch.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „Eine Verlegung der fünften Auflage des Finaltags der Amateure ist bedauerlicherweise unumgänglich, jedoch die richtige Entscheidung. Die Gesundheit aller muss in der aktuellen Situation im Vordergrund stehen. Sofern die zuständigen Behörden eine entsprechende Erlaubnis erteilen, sind alle Beteiligten im Berliner Fußball-Verband bestrebt, im Wettbewerb des AOK-Landespokals der 1. Herren einen würdigen Sieger auf sportlichem Wege zu ermitteln.“

Steffen Simon, als Sportchef des WDR verantwortlich für die Koordination der Livekonferenz im Ersten, sagt: „In der aktuellen Corona-Pandemie muss auch der Sport seinen Beitrag gegen die Ausbreitung des Virus leisten. Daher ist die Verlegung des Finaltags der Amateure richtig und nachvollziehbar. Gleichzeitig möchte ich versichern, dass die ARD Sportschau auch weiterhin großes Interesse hat, den Finaltag der Amateure zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr live zu übertragen. Hierzu bin ich mit den Geschäftsführern der Landesverbände im engen Austausch. Bis dahin wünsche ich allen Fußballern viel Gesundheit und hoffe sehr, dass der Ball im Laufe des Jahres auch im Amateurfußball ohne Einschränkungen wieder rollt.“

Der Finaltag der Amateure ist ein besonderer Tag für den deutschen Fußball. 42 Mannschaften ermitteln in 21 Endspielen die Gewinner der Landespokalwettbewerbe. Die ARD überträgt alle Partien in einer großen Livekonferenz über den Tag verteilt. Der Amateurfußball ist damit in einen großen Sporttag in der ARD eingebettet. Vergangenes Jahr mündete dieser am Abend in der Übertragung des DFB-Pokalfinals aus dem Berliner Olympiastadion im Ersten. So war es auch für die Saison 2019/20 vorgesehen. Die Sieger der Landespokalendspiele sind automatisch für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert, in der sie auf einen Klub aus der Bundesliga oder der 2. Bundesliga treffen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband

Bundesligafußball in der Corona-Zeit

Die Bälle rollen und fliegen gerade nicht, es gibt keine aktuellen Ergebnisse zu verkünden und zu kommentieren. Sportjournalisten haben viel Freizeit.

Für die Fußballfans läuft ein Methadonprogramm, ansonsten wird sich daran abgearbeitet, ob in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Wettkampf in Form von Geisterspielen wieder aufgenommen werden soll. Diese Frage beschäftigt die Politik bis in die allerhöchsten Kreise. Die Deutsche Fußballliga (DFL) hat dafür mit deutscher Gründlichkeit ein Hygiene-Konzept ausgearbeitet. Auf 41 Seiten wird vorgestellt wie es gehen könnte. Die Entscheidung liegt bei der Politik, am 30. April soll ein Beschluss fallen, ob es weiter geht. Die letzte Rate der Fernsehgelder soll überwiesen werden. Sehnsüchtig warten einige Vereine auf den Geldeingang, sonst könnte es sehr schnell eng werden. Zu denen die es kaum erwarten können sollen glücklicherweise die beiden Berliner Bundesligisten nicht zählen. Hertha hat einen weißen Ritter gefunden und die Eisernen wohl gut gewirtschaftet

Hertha BSC hat für den 24. Mai zu einer Mitgliederversammlung geladen. Sie wird digital stattfinden, genaueres dazu wird noch bekanntgegeben. Bis Ende August sind Versammlungen verboten und in der Vergangenheit waren stets mehr als 1.000 Mitglieder anwesend. „Die turnusmäßigen Wahlen zum Präsidium werden in die für Herbst 2020 geplante Versammlung verschoben. Diese Vorgehensweise ist aufgrund der Vereinssatzung zulässig.“

Sollte die Saison überhaupt zu Ende gespielt werden oder dem Beispiel der Niederlande gefolgt werden ? Dort wurde die Saison abgebrochen, es gibt keinen Meister, keine Auf- und Absteiger und wer international spielen darf, wird vom Verband festgelegt. Das sollte in Deutschland nicht passieren, es würden die Entscheidungen sicherlich vor Gericht landen. Als Alternative bleiben nur die „Geisterspiele“, wäre das mehr als Training unter Wettkampfbedingungen? Dazu kommen merkwürdige Vorstellungen zum Gesundheitschutz aus dem Arbeitsministerium, es könnte mit einer Atemmaske gespielt werden, die dann alle 15 Minuten gewechselt werden muss. Selbstverständlich unter Beachtung, dass der Mindestabstand eingehalten werden muss. Außerdem sollte jeglicher Körperkontakt auf ein Minimum beschränkt sein. Oh Mann, das kann nicht ernst gemeint gewesen sein. Besser wären Helme mit Vollvisier, wie beim American Football, okay Kopfbälle wären etwas schwierig.

Fast jeder Bundesligaverein verfügt inzwischen über ein esport-Team, vielleicht sollten sie die Saison stellvertretend zu Ende führen. Virtueller geht es doch nicht und eine Ansteckungsgefahr ist völlig ausgeschlossen.

Da wäre noch der DFB-Pokal, der bisher rauschende Abschluss einer jeden Saison, das Halbfinale ist noch nicht absolviert und. Das für den 23. Mai vorgesehene Finale wurde verlegt. Alles andere ist ungewiss, mit dem Ziel, die Saison 2019/2020 bis zum 30. Juni zu beenden.

Hans-Peter Becker

Stabil in eigener Sache

Das kann zwar nicht jeder von sich oder über sich feststellen, es ist aber in jeder Beziehung optimal. In der Tat bekommen wir Anfragen, ob wir mit unserem Sportportal denn auch existenziell bedroht sind. Hier die Antwort:

Weshalb wir sorgenfrei in die Zukunft blicken können ist damit begründet, dass keiner ausschlöießlich von unserem Internetportal leben muss. Unsere Mitarbeiter schreiben täglich Kommentare auch für andere Publikationen. Diese Unabhängigkeit ist der Grundstein dafür, glaubhaft kritisieren zu können, wenn es unserer Meinung nach sein muss. Natürlich sind wir alle von der Gesundheit her bedroht und es könnte noch sehr, sehr schlimm werden. Das Wort brauche ich nicht einmal zu nennen. Jeder weiß Bescheid, jeder spürt es und jeder ist betroffen.

Medizinisch in allen Auswirkungen und Handlungen, wenn nur eingeschränkt, dann eben wirtschaftlich und existenziell. Wenn ich früher las und hörte, Sport sei die größte Nebensache der Welt, habe ich mich geärgert. Der Sport klang mir so zu abwertend, nebensächlich. Ich will hier nicht die ganzen gesellschaftlichen Vorteile durch den Sport und den Vereinen aufzählen. Jetzt gehöre ich zu denen, die hoffen, dass alle negativen Insolvenz-Prognosen, ob im Profi- oder Amateurbereich nicht eintreffen. Die Befürchtungen sind leider begründet.

Wir von Sportick können einfach Pause machen und sofort wieder aktiv in der Berichterstattung loslegen, wenn und wann immer Sport wieder betrieben werden sollte. Gedanken mache ich mir im Medienbereich zum Beispiel über die Fachzeitschriften und in Berlin insbesondere um die Fußball-Woche. Überlege mir, wie da geholfen werden könnte.

Zurückblickend half ich früher mit einer Spende dem 1.FC Union. Jeder wird sich erinnern, wie sehr Union am seidenen Faden hing. Viele glaubten, der Sargdeckel sei schon zu. So schlimm war Hertha zum Glück nicht dran, überstand dank namhafter Retter auch schwere Zeiten und ich war drauf und dran, auch da zu helfen, zumindest ich jahrelang Mitglied bei Hertha BSC war. Doch die Gründe lagen bei beiden Clubs auf der Hand. Diesmal ist der Feind im Verborgenen, oft nicht erkannt, also  unsichtbar und zunehmend tödlicher.

Heißt, der Sport ist keine Hauptsache mehr, höchstens noch zweitrangig. Wir von Sportick müssen uns keine Themen aus den Fingern saugen, greifen nur bei Außergewöhnlichem zur Feder und hoffen innständig, das Sportgeschehen baldigst wieder begleiten zu können. Aktuell die Lage stets einzuschätzen, Wissenschaftler und Politiker verkünden leider in den Nachrichten noch nichts Gutes.

Christian Zschiedrich

Es geht dem Ende zu

Neun Partien bis Saisonende und aus Berliner Sicht der glückliche Umstand, dass der SC Paderborn, Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf sehr schwächeln und bisher da unten nicht rausgekommen sind. Dennoch könnte noch ein Verein absteigen, an den die Fußballfreunde und er selbst nicht denken. Der Abstiegskampf scheint spannender als der Titelkampf zu werden. Die beiden letzten Clubs in der Tabelle halten erstaunlicherweise an ihren Trainern fest. Düsseldorf und Mainz haben die Coachs bekanntlich bereits gewechselt. Aktuell sieht Augsburg das Ziel Klassenerhalt gefährdet. Trainer Martin Schmidt erhielt zwar viel Lob für gute Spiele, doch die Bilanz vier Punkte aus neun Spielen waren zu wenig, Trainer Martin Schmidt muss gehen…

In Berlin ist die Situation bei Hertha (28 Punkte) zerfahren. Sie könnte sich sogar zum Saisonende zuspitzen. Der 1. FC Union (30 Punkte) ist als Tabellenelfter natürlich noch nicht gesichert und könnte ausgerechnet im Heimspiel gegen Tabellenführer Bayern München großes Pech haben, wenn wegen Corona in der Alten Försterei vor leeren Rängen gespielt werden müsste. Die Köpenicker brauchen die Zuschauer-Unterstützung. Das übrigens auch in der Woche darauf, beim Derby bei Hertha im Olympiastadion.  Unvorstellbar, wenn das anstatt vor Rekordbeteiligung  ohne Zuschauer ausgetragen werden muss. Die sieben Begegnungen danach sehen so aus:

28. Union – Mainz        /    Leipzig – Hertha

29. Gladbach – Union  /   Hertha – Augsburg

30. Union – Schalke     /   Dortmund – Hertha

31. Köln – Union          /    Hertha – Frankfurt

32. Union – Paderb.    /    Freiburg – Hertha

33. Hoffenh. – Union   /   Hertha – Leverkus.

34. Union – Düsseld.   /   Gladbach – Hertha  

Trainer Urs Fischer ist für die Eisernen ein Glücksfall. Von großer Gefährdung ist momentan mit 30 Punkten nicht zu sprechen. Mit einem Blick auf das Restprogramm ohnehin nicht. Am 32. Spieltag zu Hause gegen Paderborn und am letzten zu Hause gegen Düsseldorf dürften eventuell fehlende Punkte für den Klassenerhalt geholt werden können, zumal, Paderborn als Absteiger feststehen sollte. Gegen Bayern München, ob nun mit oder ohne  Zuschauer, darf – nach großem Kampf – ein Punktverlust einkalkuliert werden.

Ja, und sind Voraussagungen überhaupt noch zutreffend? Ich hörte im Olympiastadion den TV-Reporter über Herthas Beginn gegen Werder Bremen „Schlafwagenfußball“ sagen, die Heimmannschaft sei noch im Aufwärmprogramm. Es waren gerade mal fünf Minuten gespielt, als es 0:2 hieß. So geschehen eine Woche zuvor. In Düsseldorf hieß es ja sogar 0:3, um letztendlich Moral zu zeigen und wie gegen Werder dann doch noch einen Punkt zu holen. Hertha schaffte in 25 Spielen 28 Punkte. Ob nach so einem Beginn die Aufholjagd am Samstag in Hoffenheim auch möglich ist, sei dahingestellt.

Christian Zschiedrich

Magere Ausbeute für Berliner Profi-Clubs

Sie spielten zeitgleich am 25. Spieltag der Saison 19/20. Die Eisernen waren nach Freiburg gereist und die Alte Dame empfing im Olympiastadion Werder Bremen. Am Ende gab es einen Punkt für Hertha und die erste Niederlage in Freiburg für die Eisernen. Im Pokal hatten das Stadion an der Dreisam als Sieger verlassen, diesmal setze eine 1:3 Niederlage. Insgesamt war der Auftritt der Eisernen kein schlechter, die Freiburger wollten den Sieg etwas mehr. In einer kampfbetonten Auseinandersetzung entschieden folgerichtig ruhenden Bälle über den Spielausgang. Urs Fischer rotierte im Vergleich zum Pokalaufftritt in Leverkusen wieder zur gewohnten Stammformation zurück. Für Ryerson, Parensen, Prömel, Ingvartsen und Ujah rückten Kapitän Trimmel, Subotic, Gentner, Malli und Andersson in die Startformation. Zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit gingen die Freiburger nach einem scharf getretenen Eckball von Grifo durch Roland Sallai in Führung (35.)

In der 2. Halbzeit traten die Hausherren noch galliger auf und erhöhten in der 55. Minute auf 2:0. Das Tor durch Freiburgs Kapitän Günter fiel aus dem Spiel heraus. Sein wuchtiger Schuss konnte von Gikiewicz nicht aufgehalten werden. Es kam noch einmal Hoffnung auf, als Andersson in der 61. Minute einen Eckball, getreten von seinem Kapitän, per Kopf in die Maschen beförderte. Kurz zuvor reagierte Urs Fischer und brachte mit Polter für Bülter einen weiteren Stürmer und sortierte taktisch um. Der Erfolg blieb aus. Freiburg machte in der 82. Minute alles klar. Koch beförderte einen von Griffo getretenen Freistoß ins Tor. In der Nachspielzeit sah Friedrich die Ampelkarte und muss so im nächsten Spiel gegen den FC Bayern zu schauen. “ Wenn ich die 90 Minuten Revue passieren lasse ist es letztendlich ein verdienter Sieg. Aus meiner Sicht hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen, sondern die, die es mehr gewollt hat. Freiburg war eine Spur aggressiver, eine Spur ekliger und bei zwei Standards extrem präsent. Sie haben die letzte Konsequenz gezeigt, die wir vermissen lassen haben. Wenn wir selbst nicht ans Limit kommen, dann wird es für uns schwer. Heute ist uns das nicht gelungen. Freiburg hat es gut gemacht und damit verdient gewonnen“, so lautete das Fazit von Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

In Berlin hieß es nach dem Schlusspfiff Unentschieden 2:2. Der SV Werder konnte wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen, nach Lage Dinge zu wenig. Es fühlte sich wie eine Niederlage an, den die Gäste führten nach sechs Minuten bereits mit 2:0 durch Tore von Sargent und Klaassen. Der Fall schien erledigt vor 58.028 Zuschauern, lausiger als der Auftritt der Hertha war lediglich das nasskalte Wetter, das den Besuch im Stadion nicht zum Vergnügen machte. Erneut offenbarte die Alte Dame, wie zuletzt in Düsseldorf erstaunliche Comeback Qualitäten. Noch vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute sorgte Stark für den Anschlusstreffer.

In der 2. Halbzeit spielte fast nur Hertha. Cunha glich in der 60. Minute aus. Erst in der Schlussphase wurde es wieder ein offenes Spiel. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Hertha muss am nächsten Spieltag in Hoffenheim antreten und dann kommen die Eisernen ins Olympiastadion.

Hans-Peter Becker

Fünf Spielausfälle in der Regionalliga Nordost nerven

Die Tabelle gerät durcheinander und die Vorbereitung der Vereine ebenfalls. Am 24. Spieltag fielen drei Spiele aus. Auerbach – Viktoria 89, Lichtenberg 47 – Chemie Leipzig und Altglienicke – Nordhausen. Zwei Nachholspiele, Lichtenberg 47 – Meuselwitz und Nordhausen – Babelsberg 03 konnten ebenfalls nicht ausgetragen werden.  Wie’s künftig weitergeht, da stehen sogar in Berlin Fragezeichen sowohl im Poststadion als auch in der HoWoGe-Arena. Bekommt eventuell sogar Hertha II kurzfristig die Absage für das Freitagspiel in Nordhausen? 

Der sportliche Überblick: Der 1.FC Lok Leipzig hat sich mit drei Punkten Vorsprung und nur 22 Spielen an die Tabellenführung geschossen, gewann 3:1 (22.Spieltag) gegen Auerbach, ebenfalls 3:1 bei Optik in Rathenow (23.) und am 24.Spieltag 4:2 gegen Meuselwitz. Das sind nunmehr 47 Punkte, während Cottbus 2:3 in Auerbach patzte, aktuell aber 4:0 gegen Rathenow gewann. Energie hat nach 22 Spielen 44 Punkte und muss jetzt nach Meuselwitz (Tab.11., 24 Punkte).

Am 23. Spieltag gab es zwei Berliner Derbys. BAK 07 – Hertha II 3:1 und BFC Dynamo – VSG Altglienicke 1:2. Das sind für Altglienicke ebenfalls 44 Punkte. Schade, dass die Partie gegen Nordhausen ausfiel.  Jetzt muss Altglienicke, immerhin Tabellenzweiter, zum zwölften Chemie Leipzig. Das wird kein Zuckerschlecken. Doch Altglienicke konnte bisher bereits sechs Auswärtssiege verbuchen und spielt eine sehr beachtenswerte, gute  Saison. Schade, dass am 22. Spieltag aus Sicht der VSG das Derby 1:3 gegen BAK 07 1:3 verloren ging. Da holte übrigens Viktoria 89 ein 2:2 in Cottbus bei der aufstiegswilligen Energie-Mannschaft.

Am Samstag, 7.3.2020 13.30 Uhr, heißt es nun Babelsberg 03 (Vorletzter, nur 14 P.)  – Lichtenberg 47 (10., 25.P.), jedoch nur 21 gespielte Partien. Interessant wird aus Berliner Sicht, wenn denn gespielt wird, der Sonntag mit Berliner AK 07 (7.) – 1.FC Lok Leipzig. Da müssen sich die Sachsen warm anziehen. Heimvorteil hat bei bisher nur 20 Spielen Viktoria 89 (8., 29 P.) im Stadion Lichterfelde gegen Union Fürstenwalde (5.).  Der BFC Dynamo hat bereits 23 Spiele und ist spielfrei und wird darüber keineswegs traurig sein.

Christian Zschiedrich

Unentschieden in der Wuhlheide und Fanproteste

Der 1. FC Union Berlin hat am 24. Spieltag Zähler Nummer 30 geholt. Es kam zustande nach einem 2:2 in der Partie gegen den VfL Wolfsburg. Trotz eines verspielten 2:0 Vorsprung sprach Trainer Urs Fischer von einem wichtigen Punkt, über den er sehr froh ist. In der wieder restlos ausverkauften „Alten Försterei“ ging seine Mannschaft zunächst mit 2:0. Es waren zwei Freistöße von Kapitän Christopher Trimmel, die per Kopf von Sebastian Andersson und später von Marvin Friedrich (sein erster Saisontreffer) ins Tor buggsiert wurden. Aus dem Spiel heraus lief für die Eisernen wenig. Die Wolfsburger hatten gutes Rezept gegen die Angriffsversuche der Eisernen. Es haperte lediglich in der finalen Abschlusshandlung. Da bekamen die Eisernen meist rechtzeitig einen Fuß an den Ball.

In der ersten Halbzeit fiel ein Tor und das Spiel musste wegen einer Protestaktion der Fans zwei Mal unterbrochen werden. Ein Teil Fans protestierte gegen die Sprerre von Dortmunder Fans Auswärtsspielen ihres Vereins in Hoffenheim. Das Banner “ 2017, Kollektivstrafen abgeschafft, nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht! Fick Dich DFB ! Über die Wortwahl lässt sich streiten, Fußballer-Sprache. Als freie Meinungsäußerung geht das noch durch. Leider war das nicht alles, es wurden die Plakate mit Hopp im Fadenkreuz gezeigt und auf einem anderen wurde er als Hurensohn bezeichnet. Die Plakate mussten verschwinden und Spiel wurde fortgesetzt.

Gefordert war Stadionsprecher und Kommunikationschef Christian Arbeit, der auf Nachfrage in der Pressekonferenz nach dem Spiel zu den Vorgängen Stellung nahm. Es wurde am selben Tag auch eine Erklärung des Präsidenten Dirk Zingler verbreitet.

„Die Diffamierung von Menschen verurteile ich aufs Schärfste, so etwas ist nicht tolerierbar. Die Verrohung des Umgangs miteinander in unserer Gesellschaft, die sich auch rund um Fußballspiele widerspiegelt, ist äußerst besorgniserregend. Vor der Herausforderung, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, stehen wir alle. Jeder Einzelne ist aufgefordert, ihr entgegenzuwirken“, positioniert sich Dirk Zingler grundsätzlich und wirbt darüber hinaus im konkreten Kontext des Fußballs für eine differenzierte Sicht.

Aus eigenem Erleben kann ich schildern, dass die Aktion der Waldseite in den anderen Sektoren des Stadions kontrovers diskutiert wurde. Von Zustimmung bis kompletter Ablehung reichte das Spektrum der Meinungen. Es steht zu befürchten, dass es am kommenden Spieltag weiter gehen könnte und dazwischen liegt das Viertelfinale im Pokal.

Spieldaten

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Trimmel, Andrich, Gentner (73. Prömel), Lenz – Malli (66. Ingvartsen), Andersson, Bülter (83. Ryerson)

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Knoche, Brooks, P. Otavio – Steffen (63. Mehmedi), Gerhardt, Arnold, Brekalo (88. Klaus) – Ginczek (77. Victor), Weghorst

Tore: 1:0 Andersson (41.), 2:0 Friedrich (56.), 2:1 Gerhardt (60.), 2:2 Weghorst (81.)

Zuschauer: 22 012

 

Spiel mit zwei Siegern beim BBSC Berlin

BBSC Berlin – BSV Ostbevern 3:0 (18,19,24)

Am gestrigen Sonntag besiegten zeitlich parallel zum Spiel des 1. FC Union gegen Wolfsburg (und natürlich auf der gleichen Sportanlage) der Tabellenzweite BBSC Berlin die Mannschaft aus Ostbevern mit 3:0.

Nach dem samstäglichen sehr klaren 0:3-Ergebnis der Ostbeverner beim VC Olympia hatte manch einer aus dem Publikum schon die drei Punkte für die Gastgeberinnen vorgebucht, zumal die frühere Nationalspielerin Wiebke Silge mit Rückenproblemen nicht auflaufen konnte. BBSC-Trainer Robert Hinz genehmigte seinen Leistungsträgern Katharina Kummer, Juliane Stapel und Josephine Suhr zunächst eine Auszeit, auch um zu testen, wie sich auf diesen Positionen die anderen Spielerinnen durchsetzen konnten. Zum Anfang entwickelte sich ein Spiel, in dem die Berlinerinnen an ihre erfolgreichen Spiele der vergangenen Wochen anknüpfen konnten. Mitte des ersten Satzes fingen die Gäste an, ihren Rhythmus erstmals an diesem Berlin Wochenende zu finden und setzten ihrerseits die Berlinerinnen unter Druck. Da wird auch einiges an Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung am Samstag und den beiden vergangenen Spieltagen in positive Energie umgesetzt worden sein. So holten sie den Ausgleich. Erst als Hinz K. Kummer und Stapel beim 17:16 auf das Feld schickte, waren die Verhältnisse sofort wieder gerade gerückt. Der zweite Satz (nach einem Rückwechsel) begann von Anfang an mit zwei gleichwertigen Teams auf dem Feld. Erneut musste Hinz bei 15:14 den Doppelwechsel bringen, um das 2:0 nicht zu gefährden. Der dritte Satz wurde lange Zeit zur beeindruckenden Vorstellung für die Gäste. Mit 6:1 führten diese nach wenigen Minuten gegen das BBSC-Team, obwohl Kummer und Suhr von Anfang an auf dem Feld standen. Nachdem sich die Berlinerinnen zum 8:8-Gleichstand herangepirscht hatten, spielten beide Teams bis zum Schluss auf Augenhöhe. Aber auch der dritte der Sätze ging mit dem letzten Punkt (wie die vorherigen) durch einen individuellen Ostbeverner Fehler an den BBSC. Beeindruckend war die Kampfkraft der Gäste, die zudem mit Recht jeden Punkt bejubelten und von den Rängen lautstark durch eine heimatliche Fanabordnung unterstützt wurden. Die Gäste präsentierten sich absolut nicht wie ein Abstiegsfavorit, sondern zeigten trotz der Niederlage erfrischenden Volleyball, mit dem sie zeitweise wesentlich mehr Energie auf das Feld brachten, als den Gastgeberinnen lieb war. Trotz der Niederlage konnten sie sich als Sieger im Kampf gegen die eigene Unsicherheit in den vergangenen Partien begreifen.

BBSC-Trainer Hinz war natürlich trotz des Sieges nicht hundertprozentig zufrieden: „Aber das Entscheidende ist, dass wir gesehen haben, an welchen Stellschrauben wir zukünftig arbeiten müssen, um unsere Leistungsträgerinnen gleichwertig ersetzen zu können. Andererseits: Wir konnten heute wieder sehen, auf welch engem Leistungsniveau die Vereine der Liga agieren. Die Teams trennen eben gerade keine Welten und mit einer kämpferischen Leistung kann schnell einmal der Favorit zu wackeln gebracht werden.“

Als MVP des Nachmittags wurden Sophia Eggenhaus (BSV) sowie Antonia Lutz (BBSC) gewählt.

Nach dem Auswärtsspiel des BBSC in Emlichheim folgt erst am 21.3.2020 um 19:00 Uhr das nächste Heimspiel in der Köpenicker Hämmerlinghalle, wenn Leverkusen zu Gast sein wird.

Für den BBSC am Sonntag im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Mercedes Zach

Quelle: Burkhard Kroll