Hertha BSC regelt die Zukunft der ehemaligen Cheftrainer Pal Dardai und Ante Covic

Pal Dardai wird Trainer der U16 bei Hertha BSC – Ante Covic übernimmt zunächst kein Nachwuchsteam

Nach seiner einjährigen Auszeit kehrt Pal Dardai wie geplant im Sommer als Trainer zu Hertha BSC zurück. Er wird ab dem 01.07.2020 die U16-Mannschaft übernehmen und gleichzeitig als Koordinator für den Aufbaubaubereich der Hertha BSC Akademie fungieren.

Michael Preetz: „Wie im vergangenen Sommer vereinbart kehrt Pal in unsere Akademie zurück und darüber freuen wir uns sehr. Er hat während seiner Auszeit sicher den ein oder anderen Anruf von anderen Vereinen bekommen. Dass er aber den zwischen uns bestehenden Vertrag weiterhin einhalten möchte, zeigt seine tiefe Verbundenheit zu Hertha BSC. Wie gewohnt war daher auch dieses Gespräch mit Pal eher kurz. Für Hertha BSC und insbesondere die Akademie ist er als Trainer eine große Bereicherung.“

Pal Dardai: „Ich habe dieses Jahr Auszeit sehr genossen. Die Zeit hat mir gut getan. Ich konnte ein paar Dinge aufarbeiten und vor allem körperlich wieder voll auftanken, denn die viereinhalb Jahre Bundesliga waren schon sehr Kräfte raubend. Jetzt freue ich mich auf den Sommer und den Wiedereinstieg im Nachwuchsbereich. Ich habe immer betont, dass mir die Arbeit mit dem Nachwuchs großen Spaß macht. Junge Talente zu fordern und zu fördern, ihnen etwas mit auf den Weg zu geben. Das ist eine wichtige Sache im Fußball. Zudem bin ich Herthaner, deshalb war es für mich auch keine Frage, dass ich selbstverständlich beim Teilgehaltsverzicht mitmache.“

Michael Preetz: „Auch mit Ante haben wir Gespräche über eine Rückkehr in den Nachwuchsbereich geführt und werden zu gegebener Zeit noch weitere führen. Die Tür bleibt für Ante auch weiterhin offen bei Hertha BSC. Denn Ante ist Herthaner und das hat er unter anderem damit gezeigt, in dem auch er den Teilgehaltsverzicht unterstützt hat.“

Quelle: Hertha BSC

Michael Preetz sollte sich nicht zu sicher fühlen

Als Ante Covic als neuer Hertha-Trainer,  der zehnte unter Preetz Regie, vorgestellt wurde, erlaubte ich mir die Frage, ob Ante im Falle einer Amtsenthebung in untergeordneter Funktion für Hertha weitermachen würde. Michael Preetz bremste mich abwertend aus, sinngemäß das bedarf keiner jetzigen Stellungnahme. Dabei war ich überzeugt davon, dass sich jeder Trainer bei Amtsantritt fragen sollte, was ist wenn ich als eingefleischter Herthaner scheitere.

Inzwischen ist der elfte Trainer von uns gegangen, nicht etwa stilvoll, Windhorst bezeichnete es als Kurzschlussreaktion. Das Für und Wider des Himmelfahrtentschlusses sollte ernsthaft hinterfragt werden. Anhand meiner kritischen Berichte mache ich auch keinen Hehl daraus, froh zu sein, wenn sich die Gelegenheit ergibt, in der Führung bei Hertha eine spürbare Veränderung herbei zu führen. Seit Jahren tritt Hertha als Hauptstadtclub in Mittelmäßigkeit auf der Stelle. Außerdem reichten mir die zwei Abstiege unter Sportdirektor Michael Preetz.

Was Jürgen Klinsmann anpackte, war für viele Berliner genau richtig. „Wenn, dann mache ich es richtig zu hundert Prozent“. Er war bereit, dafür die volle Verantwortung zu übernehmen. In dem Punkt schieden sich aber die Geister. Den Ex-Nationaltrainer mit den Kompetenzen auszustatten, war mit Preetz & Co nicht drin. Der Sportdirektor erkannte sofort, was bleibt mir denn da? Einen Michael Preetz stellt man nicht so leicht ins Abseits. Doch Hut ab vor Trainern, die auch bei der Spieler-auswahl allein verantwortlich sein wollen und ankündigen, wenn‘s schief geht, bin ich der alleinige Verantwortliche.

Genau dafür war und ist Jürgen Klinsmann bekannt. Er hätte dieses Vertrauen nach Lage der Dinge auch bekommen müssen, denn er hatte ja zurückliegend mit dieser Methode seine großen Erfolge feiern können. Jeder weiß, die Erfolge von Sportdirektor Preetz sind dagegen sehr bescheiden. Wer will denn schon überflüssig werden. Der Kampf um die Macht ist leider so. Bestimmt darf Preetz zu Gute gehalten werden, dass in so einer Situation viele genauso reagieren und vorbeugen würden.

Denn Preetz kann sich ja der Rückendeckung von Präsident Werner Gegenbauer sicher sein – wirklich? Gegenbauer verband ja sogar einst sein Schicksal mit dem Erhalt von Preetz. Das ist seit der Nichteröffnung des Berliner Flughafens aber einige Jahre her. Die Zeiten könnten sich geändert haben. Schließlich waren einst Dieter Hoeneß und Werner Gegenbauer auch Freunde. Nun, den Abgang von Hoeneß und dem Ende der Freundschaft, das kennen die Herthaner.

Finanziell hat Jürgen Klinsmann keine Sorgen. Selbstverständlich wird der schnelle Rückzug von Klinsmann in den sozialen Medien angeprangert. Bestimmt hat Klinsi den Image-Schaden für sich selbst nicht richtig eingeschätzt. Daher erfahren wir bestimmt bald, dass es dafür genug Gründe gab. Sie werden den von mir hier erwähnten Kern treffen. Bleibt zu hoffen, dass Hertha auch den Ernst der Lage erkennt und in den nächsten Spielen sportlich reagiert und Punkte einfährt.

Christian Zschiedrich