Niederlagen für die Clubs aus der Hauptstadt

Es war nicht die Stunde der Berliner Profi-Clubs, dieser 13. Spieltag der Saison 2019/20. Im Freitagspiel verloren die Eisernen mit 1:2 auf Schalke, dabei sah es lange nach einem Punktgewinn aus. Ein individueller Fehler von Innenverteidiger Neven Subotic leitete den Siegtreffer für die Schalker ein. Das Matchglück hatte die Eisernen verlassen. Beim Ausgleichstreffer war der Schiedsrichter auf ihrer Seite, der wohl mehr auf eine Schwalbe hereinfiel und auf Foulstrafstoß entschied. Ansonsten lieferte der Aufsteiger eine gute Leistung ab, musste sich letzlich der Leistungssteigerung des Gegners in Halbzeit Zwei sowie der größeren individuellen Klasse der Schalker geschlagen geben.

Keine 24 Stunden später startete die Alte Dame mit neuem Trainerstab in das Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Die Problemzonen wurden sofort sichtbar. Motiviert und nervös nahmen die Spieler in Blau und Weiß die Partie auf. Bereits in der Anfangsphase bekamen sie einen brutalen Doppelschlag verpasst. Die Abwehr wackelte weiter, das waren Gegetreffer 26 und 27 und erst 13 Spiele absolviert. Nach nur 17. Minuten lagen sie 0:2 hinten und Jürgen Klinsmann war das sonst so freundliche Gesicht eingefroren. Dass die Hertha anschließend nicht auseinander fiel, sondern kämpfte war das einzig positive an diesem Spiel. Die Belohnung folgte in der 34. Minute, mit dem Anschlusstreffer durch Vladimir Darida. Kurz vor der Pause flog Dortmunds Mats Hummels mit Gelb-Rot vom Platz. Aus den über 45 Minuten Überzahl konnten die Herthaner nichts machen. Ein Tor von Davie Selke fand nach Videobeweis keine Anerkennung.

Vor Jürgen Klinsmann und seinem Team liegt jetzt eine Menge Arbeit. Auf der Tribüne saß Lars Windhorst und wird sich seinen Teil gedacht haben. Das bemerkenswerteste an diesem Spiel war ein Interview mit dem Manager Michael Preetz. Er wurde gefragt, ob sich jetzt seine Rolle im Verein verändern wird. Verärgert ließ er den Reporter wissen, “ ..einem Acki Watzke würden sie solch eine Frage wohl nicht stellen…“.

Hertha, mit größeren Ambitionen in die Saison gestartet, hat erst 11 Punkte und ist auf den Relegationsplatz abgerutscht. Fortuna Düsseldorf ist durch ein bemerkenswertes 1:1 bei der TSG Hoffenheim auch noch vorbeigezogen. Da werden böse Erinnerungen wach an die Saison 2009/10.

Hans-Peter Becker

Hertha BSC: Es kann nur besser werden

Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Trainerentlassung überschlugen sich beim Berliner Hauptstadtclub. Klinsis „Jein“ unter bestimmten Voraussetzungen ist nun auch klar. Heute wissen wir, die Voraussetzungen heißen: Teammanager Arne Friedrich, zwei Co-Trainer  Alexander Nouri und Markus Feldhoff sowie Andy Köpke. Da wurde energisch hinter den Kulissen gewirkt. Jürgen Klinsmann macht’s in der Tat hundertprozentig. Torwarttrainer Zsolt Petry und Harald Gämperle, bisher hoch im Kurs von Michael Preetz, wurden tatsächlich freigestellt. Sie durften mit Ante Covic gleich mitgehen. Das ist wesentlich mehr, als das kaum vorhergesehene Stühlerücken.

Ich möchte nicht wissen, was der gewaltige Umbruch kostet. Hertha hat ja das Geld und getan werden musste was. Es bestätigt auch die Handlungsweise von Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Michael Preetz wird gespürt haben, dass er in der Verantwortung abgeben muss. Denn einen dritten Abstieg in Liga Zwei unter seiner Regie hätte niemand mehr bei Hertha dem Manager Sport verziehen. „Wir haben die Schnauze voll“ (wie nach dem Augsburg-Spiel) lautet dann nicht nur „Trainer raus“.

Nun hat Micha einen erfolgsbesessenen Trainer mit einem ganzen namhaften Team etabliert. Der Fan stelle sich jetzt mal eine Abstimmung in der Hertha-Führung vor. Ich bin sogar davon überzeugt, dass Jürgen Klinsmann in einer entscheidenden Auseinandersetzung mit Michael Preetz das Rückgrat hat, dies öffentlich zu machen. Als ein Reporter in der Pressekonferenz beiläufig das Wort Machtübernahme fallen ließ,  reagierte Preetz spontan und steuerte dagegen.

Welche Rolle mag Präsident Werner Gegenbauer bei diesem Umbruch spielen? Der Name ist in diesem Zusammenhang überhaupt noch nicht gefallen. Ist er wirklich davon überzeugt, dass dies der einzig rettende Weg sein kann oder hat er gar genug des Regierens? Ich kann es mir nicht vorstellen, so gern ich nach wie vor Hintergründe beleuchte. Wer gibt schon gern freiwillig Macht ab… Sich weiterhin mit Hertha BSC zu beschäftigen, scheint mir angebracht zu sein. Der Einwurf „Machtübernahme“ könnte ganz und gar berechtigt sein.

Christian Zschiedrich

Hertha zieht die Reißleine

Es kam überraschend, Jürgen Klinsmann muss sein Mandat als Aufsichtsrat von Hertha BSC ruhen lassen. Er übernimmt bis zum Ende der Saison das Traineramt. Je mehr man darüber nachdenkt, je mehr macht es Sinn. Klinsmann ist seit einiger Zeit mit Hertha verbunden, sein Sohn Jonathan war hier zwei Jahre Profi und Investor Lars Windhorst hatte ihn als Fußball-Fachmann ins Boot geholt. Einige Spiele der Alten Dame hat er beobachtet. Sein aus Frankfurt an der Oder stammende Vater Siegfried Klinsmann, so war zu erfahren, war Hertha Fan. Ihm hätte es bestimmt gefallen, seinen Sohn als Trainer an der Seitenlinie zu sehen.

Unser Chefredakteur hat es geahnt, „Ex-Bundestrainer und seit kurzem Hertha-Vorstand Jürgen Klinsmann wird in Kenntnis der Probleme nicht von sich aus spontan handeln, doch hinter Klinsmann steht der Investor Lars Windhorst. Der will sein Geld gut angelegt wissen…“. Stellt sich schon die Frage, wie energisch wurde hinter den Kulissen gewirkt ? Der Vertrag mit Klinsmann läuft bis zum Ende Saison. Selbst dafür musste er länger überredet werden. Der Rückflug wurde storniert, das bevorstehende Thanksgiving-Fest muss ohne ihn gefeiert werden.

Seinen neuen Job will er gründlich machen, wenn auch zunächst nur befristet. Wie gründlich, zeigte sich kurz nach der Bekanntgabe. Nicht nur Klinsmann kommt, er wird zusätzlich seinen Trainerstab installieren. Arne Friedrich, der frühere Kapitän und Nationalspieler soll Teammanager werden, soll ähnliche Aufgaben erfüllen wie Sebastian Kehl in Dortmund. Ein neuer Torwart-Trainer soll kommen, kein geringerer als Andy Köpke, Oliver Bierhoff soll bereits sein okay gegeben haben. Mit Alexander Nouri und Markus Feldhoff stehen ab sofort auch zwei neue Assistenz-Trainer an Klinsmanns Seite. Was die Zukunft des bisherigen Torwart-Trainer Zsolt Petry und Harald Gämperle betrifft, dazu werden Gespräche geführt werden. Ob sie weiter eine Zukunft bei der Hertha haben, ist offen.

Auf die entsprechende Nachfrage, ob auch der neue Trainerstab nur bis zum Saisonende bleibt wurde ein zurückhaltendes ja in den Raum geworfen. Das ist fast nicht vorstellbar. Könnte die ganze Aktion nicht den Beginn einer schleichenden Machtübernahme bedeuten ? Michael Preetz betonte zwar, dass alles in vertrauensvoller Zusammenarbeit über die Bühne ging, da bleiben doch einige Fragen offen.

Das rein sportliche ist fast ein wenig in den Hintergrund gerückt. Nach der Pressekonferenz bat der neue Trainer gleich zu einer Einheit auf den Trainingsplatz. Möglichst wieder nach oben klettern heißt jetzt die Devise. Der Kader muss zunächst akzeptieren, dass Abstiegskampf angesagt ist, dafür ist es, obwohl erst 12 Spiele absolviert sind, nicht zu früh. So ein desolater Auftritt, wie zuletzt in Augsburg, darf sich nicht wiederholen.

Hans-Peter Becker

Herthas Trainer auf Bewährung

Ich bin sogar der Meinung, dass er sich wohl nicht behaupten kann. Sein Abgang ist nur noch eine Frage der Zeit. Ex-Bundestrainer und seit kurzem Hertha-Vorstand Jürgen Klinsmann wird in Kenntnis der Probleme nicht von sich aus spontan handeln, doch hinter Klinsmann steht der Investor Lars  Windhorst. Der will sein Geld gut angelegt wissen, ob so Erfolg zu kaufen ist, wird unterschiedlich beurteilt.

Als Ante Covic zur neuen Saison als Cheftrainer vorgestellt wurde, erlaubte ich mir in der Pressekonferenz die Frage, ob Ante, wenn es schiefgeht, so handeln werde wie Pal Dardai? Die Frage wurde als unverständlich und unangebracht angesehen. Ich gestehe, ein Fürsprecher für Ante Covic gewesen zu sein.

Hertha-Coach Ante Covic © Fotocredits herthabsc/citypress

Im September kommentierte ich, dass es bei Hertha nicht am Trainer liegt und nicht helfe, der Mannschaft wieder zu bescheinigen, nicht so schlecht gespielt zu haben. Es zählt eben nur das Ergebnis. So erging es auch Niko Kovac bei Bayern München. Dabei war seine Ausbeute gar nicht so schlecht. Wenn bei aller Kontroverse am Ende bei Hertha herauskommen sollte, Niko Kovac wird der Nachfolger von Ante Covic, er hätte sofort meine Sympathie.

Ante Covic spielt auf Bewährung bei der Hertha und wird sie nicht bestehen ? Das muss jeder Trainer, der so ein Amt übernimmt, einkalkulieren. Herthas nächste Aufgaben sind nicht von Pappe. Bekanntlich ist im Fußball alles möglich. Gegen prominente Mannschaften sah Hertha nicht so schlecht aus. Gegen Spitzenmannschaften musste der Trainer nicht zusätzlich motivieren. Je reizvoller die Aufgabe, umso beherzter war der Einsatz. Vielleicht hilft ihm die Mannschaft, die Ergebniskrise zu überwinden und lässt ihn nicht im Stich, wie offensichtlich die Spieler des FC Bayern ihren Trainer Nico Kovac.  

Christian Zschiedrich

Hertha BSC: Es liegt nicht am Trainer

Es hilft auch nicht, der Mannschaft zu bescheinigen, dass sie ja eigentlich gar nicht so schlecht gespielt hat. Mit Pech ist das allein nicht zu begründen. Bestimmt kennt jeder von uns das Sprichwort: Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech hinzu. Arme Hertha!

Mein Vorschaubericht: Oje gegen den Tabellenletzten. Der Club ziert nun, nach vier Spieltagen mit nur einem Punkt, die Rote Laterne. In Mainz wurde – wie befürchtet – mit 1:2 verloren. Wenn‘s nicht am Trainer liegt, an was dann? Ich bemängelte, dass Hertha relativ spät auf dem Transfermarkt aktiv wurde. Außerdem wurde die Qualität in der Vorbereitung mit Ausnahme der Start gegen Bayern München nicht realistisch genug eingeschätzt. Was Trainer zu den Niederlagen äußerte, hat Hand und Fuß. Wir stehen ja erst am Beginn der Saison, reicht nicht als Erklärung. Am 5. Spieltag heißt die Heimpartie Hertha gegen Aufsteiger Paderborn – Letzter gegen Vorletzter.

Steffen Baumgart wird es schwer haben, sich mit seinem Team in der Bundesliga zu halten. Dennoch besteht die Gefahr, dass Hertha abermals gar nicht so schlecht, aber nicht effektiv genug spielt. Was dann? Jetzt schon werden erste Befürchtungen laut, dass der Manager Sport, Michael Preetz, verantwortlich vor seinem dritten Abstieg aus der Bundesliga steht. Erfahrungsgemäß ist der Trainer in einer gefährlicheren Position. Eine Trainer-Degradierung hilft oft, die Problembehandlung nur etwas aufzuschieben. Was wird Hertha machen? Am besten wäre gewinnen, gewinnen und mit sportlicher Leistung in Demut und Bescheidenheit die trüben Gedanken verscheuchen.

Christian Zschiedrich

Herthas Rekordtransfer

Gerade waren die Herthaner nach dem Trainingslager in Berlin gelandet, da erfuhren sie von einem neuen Mitspieler: Dodi Lukébakio wird ab sofort für die Blau-Weißen stürmen. Den Transfer des 21-Jährigen, der vom Watford FC an die Spree wechselt, wickelte der Hauptstadtclub am Donnerstag (01.08.19) endgültig ab. „Dodi Lukébakio ist ein dynamischer Offensivspieler, der nicht nur Tore schießen kann, sondern auch das Auge für den Mitspieler hat. In der vergangenen Saison hat er seine Qualitäten in der Bundesliga unter Beweis gestellt. Wir freuen uns, dass wir ihn von Hertha BSC überzeugt haben und glauben fest daran, dass er sich bei uns weiterentwickeln und der Mannschaft mit seinen Fähigkeiten helfen wird“, sagte Geschäftsführer Michael Preetz.

Nach der Vertragsunterschrift zeigte sich der junge Belgier, der langfristig unterschrieb, sehr zufrieden. „Hertha ist ein großer Club in Deutschland und hat sehr viel Interesse an mir gezeigt. Das hat mich schnell überzeugt, dass ich nach Berlin wechseln wollte. Ich möchte mich anbieten, viel spielen und viele Tore schießen“, fiebert der Neuzugang, der bei den Berlinern künftig die Nummer 28 tragen wird, seiner neuen Aufgabe entgegen.

In der vergangenen Saison lief Lukébakio leihweise für Fortuna Düsseldorf auf. Der Rechtsaußen, der auch im Zentrum und über links kommen kann, schoss für den damaligen Aufsteiger in 31 Partien zehn Tore und legte vier weitere auf. Im DFB-Pokal gelangen dem Linksfuß in drei Begegnungen vier Tore und ein Assist. Der Angreifer entstammt der Nachwuchsabteilung des RSC Anderlecht. Nachdem Lukébakio diverse Jugendmannschaften des belgischen Rekordmeisters durchlief, debütierte er 2015/16 in der Jupiler Pro League. Nach Leihstationen beim französischen Erstligisten FC Toulouse und dem belgischen Team Sporting Charleroi entschied sich die schnelle Offensivkraft im Winter 2018 für den Schritt nach Watford in die englische Premier League. Nach einem Liga-Einsatz wagte der belgische U21-Nationalspieler, der für die ‚Roten Teufel‘ vier Mal in 17 Duellen traf, nach einem halben Jahr den Sprung nach Deutschland. Nun hat er beim Hauptstadtclub ein neues sportliches Zuhause gefunden. Nach Dedryck Boyata, Eduard Löwen und Daishawn Redan ist Lukébakio der vierte externe Neuzugang der Blau-Weißen.

Quelle: Hertha BSC Medien

Hertha vermeldet Neuzugang eines Perspektivspielers vom Chelsea FC

Daishawn Redan wechselt vom englischen Spitzenclub zu Hertha BSC. Der 18-Jährige soll beim Hauptstadtclub Schritt für Schritt aufgebaut werden.

Neuzugang Daishawn Redan und Trainer Ante Covic von Hertha BSC in der GeschŠftsstelle von Hertha BSC am 18.07.2019 in Berlin, Deutschland. (Foto von Jan-Philipp Burmann/City-Press GmbH)

Hertha BSC hat sich ein vielversprechendes Offensivjuwel gesichert: Am Donnerstag (18.07.19) nahmen die Blau-Weißen Daishawn Redan unter Vertrag. Der niederländische Stürmer kommt vom Chelsea FC an die Spree und unterschrieb einen langfristigen Vertrag bei seinem neuen Club. „Daishawn ist schnell, laufstark und passt perfekt in unser Anforderungsprofil. Er hat großes Entwicklungspotential, und wir sichern uns mit Blick auf sein Alter alle zukünftigen Chancen auf dem Transfermarkt“, erklärte Michael Preetz die Verpflichtung des Rechtsfußes. „Ich bin froh, dass der Wechsel zu Hertha BSC geklappt hat. Ich kann es kaum erwarten, dass es hier endlich losgeht und ich auf dem Platz stehen kann“, freute sich der Youngster, der mit der Mannschaft von Ante ?ovic trainieren wird und zunächst Spielpraxis in der U23 sammeln soll.

Der Angreifer, der nicht nur als Mittelstürmer, sondern auch hängend oder auf dem linken Flügel spielen kann, stammt wie Javiro Dilrosum aus der Nachwuchsabteilung von Ajax Amsterdam. Im Jahr 2017 wechselte Redan im Alter von 16 Jahren als amtierender niederländischer U17-Meister zum Chelsea FC. Für die U18 und U19 der Engländer gelangen dem flinken Offensivspieler in 29 Partien 18 Tore und sieben Vorlagen – darunter neun Treffer und fünf Assists in der UEFA Youth League. Zudem holten seine Teams ein Mal die Meisterschaft und ein Mal den Pokal. Für die U23 der ‚Blues‘, in die Redan im Januar 2018 aufrückte, schoss er in 34 Pflichtspielen 14 Tore. Für die niederländischen Junioren-Nationalmannschaften lief das Nachwuchstalent 51 Mal auf (42 Tore), die U17 führte er 2018 als Kapitän zur Europameisterschaft.

Quelle: Hertha BSC

Wer ist dieser Investor Lars Windhorst?

Zumindest einer, der die halbe Hertha aufkaufen will. Und wie reagieren die Berliner über diesen Deal? Ganz unterschiedlich… Erstaunlicherweise urteilt bisher der Berliner Boulevard  recht positiv über Lars Windhorst. Auch die Hertha-Fans sind in ersten Reaktionen mehr erfreut als kritisch, sehen unseren Hauptstadtclub unter den Top 5 mit Chancen auf Anhieb im internationalen Wettbewerb. Vorausgesetzt, Hertha ist in der Lage, klug zu investieren. Es scheint, Hertha schwimmt nun in Geld.

Hertha hatte es viele Jahre nicht geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Die Lizenz für das kommende Spieljahr wurde nur mit Auflagen erteilt. Am 07. Juni titelten wir noch „ Ist Hertha BSC mit über 110 Millionen verschuldet?“ und fragten in diesem Zusammenhang, ob man sich Sorgen machen muss. Das scheint nun mit einem Schlag nicht mehr der Fall zu sein. Mit einer Viertel-Milliarde ist Hertha auf einmal ein wirtschaftlich gesunder Verein. 125 Mill. sollen bereits auf einem Notaranderkonto eingegangen sein und die Eintragungen ins Handelsregister ist vollzogen. Die Zukunft gehört Hertha. Jetzt fehlt nur noch der sportliche Erfolg. Das frische Kapital soll vor allem für den Kauf neuer Spieler verwendet werden. Hertha kann also in der Tat etwas bewegen, sogar zu den erfolgreichen Hauptstadtclubs in anderen Ländern aufschließen.  

Lars Windhorst war einst ein Wunderkind, gründete bereits mit 16 Jahren seine erste Firma. Nach zwei Insolvenzen darf aber auch die Frage erlaubt sein, woher hat Windhorst die großen Summen Geld ? Garantiert hat er sich selbst die Frage gestellt, wie profitabel ist ein Bundesligaclub und kann er mit Hertha BSC Geld verdienen ? Im Immobiliengeschäft – zu seinen Beteiligungen gehörte, man staune, auch Aroundtown und dessen Tochterfirma Grand City Properties (Trikotsponsor und im Fußball engagiert). Hier mischt er laut „Manager Magazin“ nicht mehr mit. Der Verkauf brachte 400 Millionen Euro Cash.

Ein Bericht der „Financial Times“ sorgte erst vor einer Woche für Wirbel. Einige Banken hätten sich geweigert, mit Anleihen von Windhorst zu handeln. Windhorst liebt riskante Deals. Das Landgericht Berlin verurteilte ihn laut Tagesspiegel wegen Untreue in 27 Fällen. Die Firmengeflechte seien schwer zu durchschauen.

Glückwünsche bekam Herthas Führungs-Trio Gegenbauer, Preetz, Schiller für den gelungenen coolen Deal, Hertha könnte ein ganz großer Club werden. Es sei der richtige Weg, wortwörtlich „der Hauptstadtclub ist wieder wer“.

Christian Zschiedrich

Rückblickend Denkanstöße Hertha BSC

Friedhelm Funkel löste Lucien Favre ab und konnte den Abstieg von Hertha BSC nicht verhindern. Präsident Werner Gegenbauer verband sein Schicksal mit dem des Sportdirektors Michael Preetz. Trotz zweier Abstiege blieb Michael Preetz bis heute in Amt und Würden. Konstatieren wir ihm, er hat dazugelernt und mit Pal Dardai einen Glücksgriff gelandet. In anderen Vereinen war zu Zeiten des Pal Dardai der Verschleiß an Trainern sehr hoch und in der Regel keinesfalls von Erfolg gekrönt. Das blieb Hertha im wortwörtlichen Sinne erspart. Als Hertha meinte, der Trainerwechsel sei nun wieder angebracht, fiel die Wahl auf Ante Covic, so jedenfalls ist meine Meinung, in Ordnung. Schade, dass Co-Trainer Rainer Widmayer von Berlin nach Stuttgart geht. Er hat sicherlich nicht damit gerechnet, nun in der zweiten Liga arbeiten zu müssen. Die Reihenfolge der Schnappschüsse ist rückblickend bewusst so ohne Geschwafel getroffen worden. Mein Lieblingsspruch lautete schon immer: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. https://youtu.be/r3wenkGhLMs

Christian Zschiedrich

Ante Covic wird neuer Cheftrainer von Hertha BSC

Der Ex-Profi und aktuelle Coach der U23 übernimmt ab dem 1. Juli 2019 den Posten von Pál Dárdai.

Die Entscheidung ist gefallen: Ante Covic wird ab der kommenden Saison neuer Trainer von Hertha BSC und tritt damit die Nachfolge von Pál Dárdai an, der nach dem letzten Spieltag das Amt des Hauptstadtclubs nach viereinhalb Jahren abgibt. „Für mich als gebürtigen Berliner, der für Hertha BSC gespielt hat und seit Jahren für diesen Club als Trainer tätig ist, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Hertha BSC ist für mich nie ein gewöhnlicher Arbeitgeber gewesen. Hertha BSC ist meine Passion und meine große Leidenschaft“, freute sich Covic. Der aktuelle Trainer der U23 skizzierte seine Pläne für die bevorstehende Aufgabe: „Diese Leidenschaft und Emotionalität will ich auch der Mannschaft vermitteln. Das geht allerdings nur gemeinsam. Ich bin ein Teamplayer, der sehr nahbar ist, und ich lege Wert auf harte Arbeit. Nur so kannst du Begeisterung schüren und dich kontinuierlich weiter entwickeln. Ich habe die Hertha-Fans als Spieler erleben dürfen und freue mich jetzt sehr darauf, sie als Trainer wieder zu spüren. Meine Vorfreude auf die kommende Aufgabe könnte größer nicht sein.“

Michael Preetz ist froh, den Spekulationen rund um die Trainer-Position jetzt ein Ende setzen zu können. „Nach intensiver Prüfung verschiedenster Kandidaten haben wir uns erneut für ein Trainer-Eigengewächs entschieden. Ante besitzt unbestrittene fachliche Kompetenz und verkörpert große Hertha-Leidenschaft. Wir sind uns sicher, dass er mit seinem Feuer und seiner Begeisterung auch die Mannschaft anstecken wird“, erklärte der Geschäftsführer Sport am Sonntag (12.05.19). „Wir hatten von Anfang an gesagt, dass wir einen Trainer wollen, der die Hertha-DNA behütet. Ante Covic versteht diese DNA mehr als jeder andere Kandidat. Er kennt gerade unsere jungen Spieler, hat sie geformt, gefördert, aufgebaut und vorbereitet auf das Profi-Geschäft. Nun wird er diese Jungs in der Bundesliga etablieren und zu gestandenen Profis formen“, gewährt der 51-Jährige am Sonntag (12.05.19) Einblicke in seine Entscheidungsfindung.

Dickhaut wird Co-Trainer .

Preetz‘ Dank gilt aber auch dem scheidenden Chefcoach. „Ante folgt auf Pál Dárdai, dem ich an dieser Stelle ausdrücklich für seine Verdienste als Chef-Trainer in den letzten viereinhalb Jahren danken möchte. Wir bei Hertha BSC sind sehr stolz darauf, nicht nur gute Spieler, sondern auch gute Trainer auszubilden.“ Als Co-Trainer wird Mirko Dickhaut, der als Aktiver 268 Bundesliga- und Zweitligaspiele für Frankfurt und Bochum bestritt, an die Spree wechseln. Dickhaut und Covic spielten Anfang des Jahrtausends zusammen in Bochum und machten 2013 gemeinsam ihren Fußballlehrer. Torwarttrainer Zsolt Petry sowie die Atheltiktrainer Henrik Kuchno und Hendrik Vieth bleiben weiterhin feste Mitglieder des Trainerteams.

Blau-weisses Blut – das trägt Ante Covic zweifelsohne in sich. Von 1996 bis 2000 wirbelte der gebürtige Berliner nach Stationen bei Hajduk Split in seiner kroatischen Heimat sowie in Stuttgart und Nürnberg ein erstes Mal als Jungprofi im Mittelfeld der Herthaner. 2003 kehrte der Rechtsfuß noch einmal zum Hauptstadtclub zurück und schnürte seine Fußballschuhe bis 2010 für die U23. Insgesamt verzeichnete er 247 Pflichtspieleinsätze für die Profis und die höchste Ausbildungsmannschaft der ‚Alten Dame‘, in denen er 43 Mal traf und elf Tore auflegte. Seine Karriere als Coach startete Covic 2010 in der Hertha BSC Fußball-Akademie, ehe er in der Saison 2011/12 als Co-Trainer unter Otto Rehhagel arbeitete. Im November 2013 übernahm der 43-Jährige dann den Posten als Hauptverantwortlicher bei der U23, mit der er einen Spieltag vor Schluss Tabellenvierter in der Regionalliga ist. Insgesamt stand er in 180 Pflichtspielen an der Seitenlinie und bereitete Spieler wie Maximilian Mittelstädt, Jordan Torunarigha oder Arne Maier auf den Profibereich vor. Zum Trainingsauftakt am 1. Juli stellt Hertha BSC seinen neuen Cheftrainer offiziell vor.

Quelle: Hertha BSC Marcus Jung