Osterfußball in Berlin – Proficlubs blieben unter den Erwartungen

Am Osterwochenende gab für Berlins Bundesligisten, mehr oder minder erwartungsgemäß, nichts zu holen. Angesichts der Gegnerschaft durften kaum Punkte eingeplant gewesen sein.

Der 1. FC Union spielte in Dortmund. Urs Fischer vercoachte sich etwas. Warum nahm er den auffälligsten Stürmer vom Platz? Kevin Behrens erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich und ist zudem gerade in der Form seines Lebens. Fast wäre er beim SV Sandhausen in der Versenkung verschwunden. Eine Sturmkante, klassischer Mittelstürmer (1,85 m 85 kg), heutzutage fast ein Anachronismus, neu entdeckt von Oliver Ruhnert, einer der weiß, wo das Tor steht. Dem Tabellenstand nach war es ein Topspiel, nun gut, besseres hat die Bundesliga eben nicht zu bieten. Ein Punkt wäre drin gewesen, so ging das Spiel mit 1:2 verloren.

Wenn das Niveau des Spiels in Dortmund eher mäßig war, was lässt sich dann über das Spiel der Hertha gegen RB Leipzig sagen? Es geht immer noch schlimmer. Beide bemühten sich, Leipzig hat Glück und für Hertha blieb nichts übrig. Das Tor für RB war regulär. Seit 2012 ist der Torraum keine geschützte Zone mehr für den Schlussmann. Ein unfairer Einsatz gegen den Hertha-Keeper lag auch nach Sichtung der Zeitlupenbilder nicht vor und so gewann Leipzig knapp mit 1:0. Hertha rutschte wieder auf einen direkten Abstiegsplatz. Hertha hatte Probleme in allen Mannschaftsteilen, eine Passquote 61 % reicht vielleicht für Liga 3. Sich aktuell Hertha-Spiele anzusehen ist Schonkost, eher was zum Abgewöhnen. Mal sehen, was am Ende dabei rauskommt.

So katastrophal wie die Spielweise ist es wohl um die Finanzen des Vereins bestellt. Wir zitieren hier Hertha-Geschäftsführer Thomas Herrich, abgedruckt in der Süddeutschen Zeitung: „Der Begriff ‚existenziell‘ ist nicht zu hoch gegriffen. Die Hertha ist ein Sanierungsfall.“ Immerhin, führte er weiter aus, würde Hertha einen Abstieg überstehen. Das hört sich alles nicht besonders gut an.

Hans-Peter Becker

Osterfußball in Berlin – Überraschungen im Pokal

Eine Osterüberraschung! Anders kann man die Ergebnisse der Halbfinalspiele im Berliner Pokal wohl nicht nennen. Entweder hatten die klaren Favoriten zu viel vom Osterwasser genossen oder die Warnungen, dass Amateure gelegentlich über sich hinauswachsen können, in den Wind geschlagen. Beide Regionalligisten mit Ambitionen, die über die aktuelle Ligazugehörigkeit hinausgehen, mussten gegen unterklassige Gegner die Segel streichen. Sowohl der BFC Dynamo als auch Viktoria sind eigentlich Proficlubs. Der BFC stand im vergangenen Jahr kurz vor dem Aufstieg in die 3. Liga, Viktoria musste diese Spielklasse verlassen.

Für beide verlief die aktuelle Saison in der Regionalliga Nordost alles andere, als erwartet. Die neu formierte Viktoria hatte zwar nicht den sofortigen Wiederaufstieg auf dem Plan, dass sie sich allerdings zuerst aus dem Tabellenkeller befreien mussten, war nicht beabsichtigt. Der BFC wollte eigentlich seinen Meistertitel verteidigen, sich durch einen Trainerwechsel spielerisch weiterentwickeln und erneut Anlauf nehmen, in Richtung 3. Liga. Dieses Saisonziel werden sie nicht mehr erreichen. Das Pokalfinale wäre ein Trostpflaster für die treuen Fans gewesen und der mögliche Pokalsieg hätte einiges Geld in die Vereinskasse gespült.

Es wurde eine unangenehme Überraschung, mit sage und schriebe 1:5 unterlagen die Weinroten dem Spitzenreiter der Sechstklassigen Berlin Liga. Wie kann das sein? Es fehlen die Worte. „Ganz gleich, welches Wort man wählt, um die 1:5-Niederlage beim Berlin-Liga-Spitzenreiter SV Sparta Lichtenberg zu beschreiben, keines wird der gezeigten Darbietung wirklich gerecht. Klatsche? Debakel? Vielleicht im Ansatz.“ so zu lesen auf der Internetpräsenz des BFC. Pressesprecher Martin Richter kündigte Konsequenzen aus dem Debakel an, ohne konkreter zu werden.

Es wären 200.000 EUR gewesen, soviel zahlt der DFB für die Teilnahme an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Dieses Geld hätte auch der FC Viktoria gut gebrauchen können. Quälten sie sich bereits im Achtelfinale gegen den Landesligisten Fortuna Biesdorf, scheiterten sie jetzt im Halbfinale am TuS Makkabi aus der NOFV-Oberliga Nord. Die Schützlinge von Trainer-Oldie Wolfgang Sandhowe kämpften Viktoria mit 3:2 nieder.

So kommt es am Samstag, 3. Juni zu der Sensationspaarung Sparta Lichtenberg gegen TuS Makkabi im Mommsenstadion. Gelingt den Spartanern der nächste Coup?

Hans-Peter Becker

Aus im Viertelfinale

Es war eine unterirdische erste Halbzeit, die der 1. FC Union in Frankfurt ablieferte, da konnten sie froh sein, zur Pause nur mit 0:2 davongekommen zu sein. Es ging nichts und die Frankfurter schlugen in Union-Manier, mit langen Bällen im Spielaufbau, zu. Torwart Lennart Grill, er musste erneut den angeschlagenen Kollegen vertreten, wirkte zudem unsicher und hatte Probleme beim Stellungsspiel. Wie unzufrieden Urs Fischer mit der Leistung während der ersten Halbzeit war, zeigen die drei Wechsel, die er, eher untypisch für ihn, bereits zur Halbzeit vornahm.

Die zweite Hälfte gestaltete sich ausgeglichener, die Eisernen kämpften, allerdings ist die Reservebank nicht so gut bestückt, wie bei anderen Vereinen. Ersparen wir uns die Einzelkritik. Cheftrainer Urs Fischer sah eine verdiente Niederlage seiner Mannschaft: “Wenn du früh zwei solche Tore bekommst, dann hat das Auswirkungen. Das hat man in den gesamten ersten 45 Minuten gesehen. Wir waren verunsichert und hatten wenig Zugriff. Nach dem Wechsel waren wir wieder einmal wie ausgewechselt und hatten auch unsere Chancen. Frankfurt hat es aber besonders im ersten Durchgang sehr gut gemacht.”

Die Einschätzung von Kapitän Christopher Trimmel: „Speziell die erste Halbzeit hat heute den Unterschied ausgemacht. Am Ende sind wir froh, dass wir nur zwei Gegentore bekommen haben. Wir waren nicht in den Zweikämpfen und hatten kaum zweite Bälle. Hätten wir gleich so agiert, wie in der zweiten Halbzeit, dann wäre mehr möglich gewesen.”

Die erste Halbzeit ist aktuell nicht für die Unioner. “Zum dritten Mal hintereinander spielen wir eine katastrophale erste Halbzeit. Die letzten Male hatten wir dann auch Glück, das war heute nicht der Fall und dann läuft man schnell einem Rückstand hinterher. Insgesamt waren wir nicht aggressiv genug und haben die Eintracht genau das machen lassen, was sie stark macht”, zeigte sich auch Rani Khedira unzufrieden mit der Teamleistung.

Es hätte ja klappen können mit dem Finale fast daheim. Im zweiten Spiel des Abends scheiterte der FC Bayern überraschend an den Freiburgern. Ein großer Favorit weniger, es hat nicht sollen sein.

Schnell abhaken, regenerieren, bereits am Ostersamstag, 8. April 2023 steht in der Bundesliga die Partie in Dortmund an.

Hans-Peter Becker/1. FC Union Marcel Knuth

DFB-Pokal Viertelfinale

04.04.2023

Eintracht Frankfurt: Trapp – Jakic, Hasebe, Ndicka – Buta (78. Dina Ebimbe), Rode (78. Alario), Sow, Max – Borré (67. Kamada), Götze – Kolo Muani (88. Aaronson)

1. FC Union Berlin: Grill – Trimmel, Doekhi, Knoche, Leite (46. Jaeckel), Juranović – Seguin (46. Thorsby), Haberer (46. Michel), Khedira – Becker (75. Leweling), Behrens (60. Siebatcheu)

Personal: Im Vergleich zur Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart veränderte Cheftrainer Urs Fischer seine Startelf auf zwei Positionen. Die linke Außenbahn besetzte diesmal Josip Juranović anstatt wie zuletzt Jérôme Roussillon und im zentralen Mittelfeld rückte Paul Seguin für Aïssa Laïdouni in die Anfangsformation.

Zuschauer: 49.500

Tore: 1:0 Kolo Muani (11.), 2:0 Kolo Muani (13.)

Volleyball 2. Bundesliga Damen-BBSC mit Sieg am Sonntagnachmittag

SC Union Emlichheim – BBSC Berlin        0:3 (-23, -18, -19)

Am frühen Montagmorgen kehrte der BBSC Berlin von der Auswärtsfahrt nach Emlichheim an der niederländischen Grenze zurück – im Gepäck ein sicherer 3:0-Auswärtserfolg gegen die junge und ambitionierte Mannschaft aus der Grafschaft.

Von Beginn an die sich der BBSC nicht die Butter vom Brot nehmen. Die Gäste waren dem Gegner vor allem im Bereich Aufschlag und Annahme überlegen und ließen kaum einen Spielrückstand zu. Emlichheim kämpfte zwar mit seinem jungen Team, bis sich aber immer wieder die Zähne gegen die erfahrenen und gut eingestellten Berlinerinnen aus. Diese zeigten zudem auch kämpferisch eine überzeugende Leistung.

Berlins Trainer Jens Tietböhl zeigte sich zufrieden: „Sehr souverän gewonnen und abgeklärt gespielt. Vielleicht hat uns in die Hände gespielt, dass Emlichheim schon am Vortag das Spiel gegen den VC Olympia gewonnen hat und die Knochen noch ein wenig müde waren. Aber wir waren besser als der Gegner und haben verdient die Punkte geholt.“

Zur MVP wählte Emlichheims Trainer Berlins Libera Annika Kummer, die reihenweise die Angriffe der Gastgeberinnen entschärfte und zu einem strukturierten Spielaufbau auf Gästeseite beitrug.

Für den BBSC geht es in 2 Wochen wieder in den Westen, wenn Blau-Weiß Dingden auf die Berlinerinnen wartet, ehe das Saisonfinale gegen Köln am 22. April in der Berliner Hämmerlinghalle stattfindet.

Für den BBSC am Sonntag im Einsatz: Marie Dreblow, Natalie Sabrowske, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Angelina Meyer, Kristina Bognar

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Es zählt nur der Sieg

Champions League 2022 / 2023

04. April 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – CN Marseille

Spieltag 11

Spielbeginn:

19:30 Uhr Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Am 11. Spieltag der Champions-League-Hauptrunde der Gruppe B zählt für die Wasserfreunde Spandau 04 nur der Sieg. Es ist das erste Match gegen Waspo Hannover nach der 9:11-Finalniederlage im DSV-Pokal. Und es ist das erste von drei Heimpartien in Serie der vier noch offenen Spiele in der Champions League. Die Berliner sind unbedingt zum Erfolg verpflichtet, soll angesichts des tabellarischen Status Quo noch die Aussicht auf das Erreichen des Final 8 Anfang Juli in Belgrad erhalten bleiben.

Der Gegner am Dienstag in der Schöneberger Schwimmhalle (19.30 Uhr) ist der französische Champion CN Marseille. Marseille war als CL-Siebenter im Final 8 zweifellos eine Überraschung der Vorsaison, doch das Team erreichte aktuell noch nicht das Leistungsniveau des letzten Jahres. Für beide Teams gilt der Dienstag als Weichensteller für „Sekt oder Selters“ am Ende der 14 Spieltage. Marseille kommt als Tabellen-Sechster mit sieben Punkten zum Fünften Berlin mit acht Zählern. Nur vier der acht Wettbewerber ziehen in die Final-8-Endrunde, der aktuelle B-Gruppen-Vierte Jug Dubrovnik ist den Spandauern bereits sechs Punkte voraus. Die Kroaten empfangen am Dienstag FTC Budapest, was Spandaus Hoffnungen befördern könnte.

Für eine weitergehende Prognose, kann man bereits über den Spieltag 11 hinausblicken. Die Wasserfreunde empfangen nach Marseille mit OSC Budapest und Astralpool Sabadell zwei weitere Rivalen aus der unteren Tabellenhälfte. Zum Abschluss reist das Berliner Team zu Novi Beograd. Jug hat nach FTC, noch Novi Beograd daheim, Marseille und Brescia auswärts auf dem Kalender – ein schweres Restprogramm und eine Zusatzchance für Spandau. Davor aber heißt es jetzt, die Franzosen im vierten Anlauf erstmals zu bezwingen.

Im Hinspiel der laufenden Saison hieß es am 21. Dezember 2022 in Marseille deutlich 14:7 (4:2) für „Les Bleus“. Dass das Team der Wasserfreunde nach der unerwarteten heimischen Pokalschlappe am 25. März gegen Waspo Hannover, die die erste nationale Niederlage der Saison bedeutete, jetzt unbedingt siegen will, liegt auf der Hand. Favorit sind die Schützlinge von Trainer Athanasios Kechagias nach der Hinspielniederlage nicht unbedingt. Zu erwarten ist aber eine Partie auf Augenhöhe, und damit ein spannendes Spiel. Das Team, das sein Potenzial am besten einsetzt, wird vorne liegen.

Spandaus Team demonstrierte in beinahe allen bisherigen Saisonauftritten – abgesehen vom Pokal-Finale – eine Stärke, die in der „Tiefe“ der Besetzung liegt, und zeigt daher eine nicht leicht ausrechenbare Variabilität im Angriff. „Das müssen wir zum Tragen bringen, hinten gut stehen und vorne unsere Chancen, vor allem auch in der Überzahl, gut nutzen. Dann wird auch das Ergebnis stimmen“, sagt der Trainer Athanasios Kechagias.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Halbfinaleinzug perfekt

Zum zweiten Mal ließen die BR Volleys gegen den TSV Haching München im Playoff-Viertelfinale nichts anbrennen. Auch auswärts in der Bayernwerk-Sportarena setzten sich die Hauptstädter mit 3:0 (25:18, 25:20, 25:13) durch und feierten den Einzug in die nächste Runde. Der Halbfinalgegner wird erst am Osterwochenende feststehen.

Saso Stalekar meldete sich nach seiner Wadenverletzung wieder einsatzbereit und wurde in diesem zweiten Playoff-Viertelfinale auch dringend benötigt, denn Nehemiah Mote war in Berlin geblieben und wurde am Sonntag zum dritten Mal Vater. Der Slowene fand sich somit direkt in der Startformation wieder und gegenüber Spiel eins nahm Cedric Enard noch drei weitere Änderungen vor. Cody Kessel begann gemeinsam mit Ruben Schott und außerdem tauschte der Franzose die Zuspiel-Diagonal-Achse. So durften Marek Sotola und Angel Trinidad beginnen, Anton Brehme und Satoshi Tsuiki komplettierten das Aufgebot. Seinen ersten Punkt erzielte Rückkehrer Stalekar zum 3:1 und früh übernahmen die BR Volleys gegen den Underdog das Kommando. Das eigene Side-Out war stabil und im Angriff agierten Kessel & Co konsequent (8:5). Zur zweiten technischen Auszeit hatten die Berliner sich auf 16:10 abgesetzt und Trinidad schlug das erste Ass des Abends zum 18:11. Als kurz die Konzentration nachließ, griff Enard zur Auszeit (19:16) und anschließend zeigten sich Schott und seine Nebenmänner wieder zielstrebiger. Der deutsche Nationalspieler nutzte den ersten von sechs Satzbällen (25:18).

Eine starke Angriffsquote von 72 Prozent stand gegen die jungen Gastgeber zu Buche und auch in Satz zwei ließ man nicht locker. Sotola legte eine Aufschlagserie mit gleich drei Assen hin (10:3), der Hachinger Schumann konnte seinerseits mit zwei Servicepunkten dagegenhalten (15:10). Obwohl die bayerischen „Local Heroes“ nun besser im Spiel waren, geriet auch dieser Satzgewinn nicht in Gefahr. Die mitgereisten Fans konnten nach einem Hachinger Aufschlagfehler die 2:0-Führung bejubeln (25:19). In Durchgang drei blieb es beim gleichen Bild, Haching kämpfte, Berlin griff zu stark an. Der Deutsche Meister setzte sich auf 8:4 ab und legte in der Abwehr noch einmal zu. Kessel konnte sich im Angriff konstant durchsetzen und bei 15:6 war das Match endgültig entschieden. Antti Ronkainen sammelte Einsatzzeit und fleißig Punkte bis zum Matchgewinn (22:11). Der Doppelblock von Stalekar und Sotola beendete schließlich das Spiel und brachte den BR Volleys den Halbfinaleinzug (25:13). Sowohl MVP Kessel (10 aus 11) als auch Ronkainen (7 aus 8) zeigten im Angriff ihre Klasse, Stalekar stach mit vier Blockpunkten heraus.

Auf ihren Halbfinalgegner müssen die Berliner nun noch eine Woche warten. Gelingt Giesen gegen Friedrichshafen am Ostersonntag im Entscheidungsspiel der Serie (1:1) zum zweiten Mal ein Auswärtssieg, wären die Niedersachsen der Kontrahent. Andernfalls treffen die BR Volleys auf den Sieger von Düren gegen Herrsching (1:0, Spiel zwei am Dienstag). So oder so wird das Halbfinale am 12. April mit einem Heimspiel in der Max-Schmeling-Halle eröffnet.

Stimmen zum Spiel
Saso Stalekar: „Es hat sich sehr gut angefühlt, wieder mit der Mannschaft auf dem Court zu stehen. Nachdem ich erst in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen bin, war es ein großer Schritt, gleich ein gesamtes Spiel zu machen. Aber zum Glück haben wir ein tolles Team im Hintergrund, daher ein großes Dankeschön an die medizinische Abteilung. Wir haben heute ausreichend Druck im Aufschlag auf Haching gemacht, um aus der Block-Abwehr unsere Breakpunkte zu erzielen. Jetzt freuen wir uns alle auf drei freie Tage, laden die Akkus auf und gehen dann gestärkt in das Halbfinale.“

Cedric Enard: „Wir haben das seriös gespielt heute. Ich habe wieder etwas rotiert und bin zufrieden, wie die Jungs das gelöst haben. Angel konnte an seiner Verbindung mit den Angreifern arbeiten, Antti hat das nach seiner Einwechslung klasse gemacht. Das Viertelfinale ist geschafft, jetzt sind wir gespannt, mit wem wir uns im Halbfinale messen dürfen.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Saso Stalekar (MB), Angel Trinidad (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen

Topwerte
Kessel 10 Punkte, 91 % Angriffsquote | Stalekar 10 Punkte, 4 Blocks | Sotola 3 Asse

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Edmund Zuber

Erfurt und Cottbus verloren im Gleichschritt

Erfurt und Cottbus verloren beide ihre Heimspiele, die Rot-Weißen 0:1 gegen Viktoria Berlin und Cottbus 1:2 gegen Hertha II. Sie patzten im Gleichschritt. Drei Spiele endeten torlos, darunter, vor rund 5000 Zuschauern, das Leipziger Derby und 0:0 Altglienicke gegen Jena, sowie Luckenwalde gegen Chemnitz. Den deutlichsten Sieg, mit 5:0, errang der BFC Dynamo gegen Greifswald. Christian Beck steht nach seinem Dreierpack wieder an der Spitze der Torjägerliste. Ebenso hervorzuheben ist der 3:0-Sieg von Babelsberg in Meuselwitz. Die Potsdamer könnten einen Beweis dafür geliefert haben, dass es sich lohnt, auch in Krisenzeiten am Trainer festzuhalten. Babelsberg bewegte sich in Richtung Abstiegszone, die Vereinsführung sprach Trainer Zschiesche das Vertrauen aus. Jetzt folgte der dritte Sieg in Folge, Tabellenzehnter mit 39 Punkten, das liest sich doch gar nicht so schlecht.

Der Berliner AK kann wieder siegen. Das Berlin-Derby im Zoschke gegen Lichtenberg 47 endete mit einem 2:0 Erfolge für die Athleten. Viktoria 89 hat sich mit dem Dreier in Erfurt, nun 40 Punkte auf das Konto geholt. Den Erfurtern scheint im Kampf um die Meisterschaft die Puste auszugehen. Cottbus und Altglienicke, als ärgste Verfolger, haben ein Spiel weniger ausgetragen. Herthas Zweite kommt nach dem nicht unbedingt erwarteten Sieg in Cottbus, jetzt auf 31 Punkte, bleibt auf Platz 13.

Der Meister im Nordosten muss wie im vergangenen Jahr Aufstiegsspiele bestreiten, Gegner ist der Meister der Regionalliga Bayern. Wer die Liga verlassen muss, richtet sich nach den Absteigern aus der 3. Liga und ist abhängig, ob der Meister es schafft aufzusteigen. Günstigstenfalls gibt es nur einen Absteiger, es könnten drei weitere dazukommen. Für Tennis Borussia Berlin, aktuell mit der roten Laterne ausgestattet, ein wichtiger Fakt. TeBe, kann noch siegen, sendete zuletzt ein Lebenszeichen aus Halberstadt. Mit dem 2:1-Sieg haben die Lila-Weißen Halberstadt eingeholt und sind nur noch aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Schlusslicht. Jetzt folgen sogenannte Hammerspiele: Freitag, 07.04.2023, im Mommsenstadion ist Tabellenführer Erfurt zu Gast und am 11.04. der 1.FC Lok Leipzig. Die nächste Auswärtsaufgabe am 15.04., wartet in Cottbus. Neun Partien sind es noch für das Sammeln der dringend benötigten Punkte. Das letzte Match der Saison findet für TeBe am 28.05. im Poststadion mit dem Derby gegen den BAK 07 statt.

Christian Zschiedrich

Berliner Proficlubs in Nachbarschaftshilfe

So langsam beginnt die crunch time der Bundesliga-Saison. Da drückt selbst der fanatischste Anhänger, wenn es sich ergibt, dem sonst ungeliebten Rivalen mal fest die Daumen. Das dürfte bei den Eisernen und Herthanern am 26. Spieltag der Saison 2022/23 der Fall gewesen sein. Bei den Blau-Weißen hat es mehr geholfen. Der 1. FC Union schickte den als Tabellenletzten angereisten VfB Stuttgart als solchen wieder zurück an den Neckar. Für die Stuttgarter ein böses Déjà-vu. Im Relegationsspiel 2019 wurde ihnen das vermeintliche Führungstor-Tor nach VAR-Einspruch aberkannt. Fast vier Jahre später passierte ihnen dasselbe. Eine mögliche 1:0 Führung fand nach Ansicht der TV-Bilder keine Anerkennung. So blieb es bis zur Halbzeitpause beim 0:0.

Zeitgleich spielte Hertha, über 800 Autobahnkilometer entfernt, im schicken, neuen Freiburger Fußballstadion und auch dort stand es zur Halbzeit 0:0.

In Berlin-Köpenick änderte sich die Situation grundlegend. Stuttgart hatte mehr Ballbesitz, bemühte sich aber vergeblich. Die Eisernen liefen mal wieder den Gegner in Grund und Boden und erwiesen sich als Meister der Effizienz. Es klingelte dreimal im Stuttgarter Gehäuse. Bruno Labbadia und die Seinen waren restlos bedient. Union-Cheftrainer Urs Fischer im Nachgang zum Spiel: “Im ersten Durchgang haben wir alles vermissen lassen, das war ein Spiel ohne Schärfe und ohne Tempo. Und bei den Möglichkeiten von Stuttgart hatten wir dann auch noch Glück. Nach dem Seitenwechsel ist die Mannschaft so aufgetreten, wie es sein sollte. Da meine ich nicht unbedingt die Tore, sondern die generelle Einstellung.“

Die zweite Halbzeit brachte im ausverkauften Stadion in Freiburg ebenso die erhofften Tore. Erst trafen die für eine Heimmannschaft etwas indisponierten Streich Schützlinge, doch die „Alte Dame“ bewies auswärts endlich mal come back Qualitäten und kämpfte weiter. Es gelang der Ausgleich zum 1:1, es war sogar der Sieg möglich, der nicht unverdient gewesen wäre. Der Punkt könnte sich noch als wertvoll erweisen. Da neben Stuttgart auch Schalke verloren hat, machten die blau-weißen Berliner sogar etwas Boden im Abstiegskampf gut.

Hans-Peter Becker

Regionalliga Nordost vor dem 26. Spieltag

Bereits nach dem 25. Spieltag trennte sich in der Spitzengruppe die Spreu vom Weizen. Wir berichteten von einem konstant spielstarken Quartett, das sich deutlich vom Rest der Liga abgesetzt hatte. Dazu zählte wieder die VSG Altglienicke auf Platz drei. Ausgerechnet Altglienicke gab sich im Nachholspiel eine Blöße und verlor 1:2 das Heimspiel gegen Babelsberg 03, sodass jetzt kaum noch Hoffnung auf den Titelgewinn besteht. Nach dem Sieg in Chemnitz riss gegen Babelsberg die beeindruckende Serie vor 1.159 Zuschauern im Jahnsportpark. Das „konstant siegreiche Quartett“ verliert in der entscheidenden Phase damit an Boden. Am Freitag, 31.03.2023 steht das Heimspiel der VSG gegen Carl Zeiss Jena im Jahnstadion an. Man darf gespannt sein, ob die Berliner auch ihre Pokalniederlage verdaut haben. Jena rangiert mit nur einem Punkt weniger auf dem 4. Rang. Tabellenführer Rot Weiß Erfurt (51 Punkte) und Energie Cottbus (49 Punkte) werden wohl das Rennen unter sich ausmachen, zumal Jena noch nach Cottbus muss.

Die Ergebnisse der drei weiteren Nachholspiele: Lichtenberg 47 – Babelsberg 03 0:1, BFC Dynamo – FC Viktoria 89 0:3, Greifswalder FC – Tennis Borussia 5:0.

Lichtenberg 47 steht mit 20 Punkten, bei vier Absteigern, auf dem drittletzten Tabellenplatz. TeBe ist mit 9 Punkten nach wie vor Schlusslicht. Hertha BSC II (13., 28 Punkte) und BAK 07 /12., 33 Punkte) sind den Gefährdeten am nächsten.

Hier die nächsten Spiele mit Berliner Beteiligung: Freitag, 31.03.2023 19.00 Uhr, Altglienicke – Jena und Tennis Borussia in Halberstadt. Am Samstag, 01.04.2023, 31.03.2023 13.00 Uhr, Lichtenberg 47 – BAK 07, Erfurt – Viktoria 89 und Energie Cottbus – Hertha II. Sonntag, 02.04.2023, 13.00 Uhr, BFC Dynamo – Greifswalder FC, und um 16.00 das brisante Leipziger Derby Chemie gegen den 1. FC Lok.

Christian Zschiedrich

Immer wieder Überraschungen im Pokalwettbewerb

Während der Länderspielpause wurde auch in Berlin die Zeit für den Landes-Pokal genutzt. Im Viertelfinale setzten sich recht eindeutig die Favoriten durch. Überraschend ist in diesen Jahr, dass sich mit Sparta Lichtenberg ein Berlin-Ligist für das Halbfinale qualifizieren konnte. Der letztjährige Finalteilnehmer VSG Altglienicke scheiterte unglücklich im Spiel gegen den Ligarivalen BFC Dynamo. Zuvor war die Siegesserie der Schützlinge von Karsten Heine gerissen, das Meisterschaftsnachholspiel gegen Babelsberg ging mit 1:2 verloren. Der BFC Dynamo verlor zuvor glanzlos mit 0:3 im Sportforum gegen FC Viktoria 89. Die Verteidigung der Meisterschaft wurde endgültig begraben, volle Konzentration auf den Pokal. Die 1.409 Zuschauer im Sportforum sahen in der regulären Spielzeit Fußball auf Augenhöhe. Durch einen umstrittenen Strafstoß in der Nachspielzeit, Schiedsrichter Jessen hatte eine Abwehraktion von Stephan Brehmer, nach einem Eckball, auf der Torlinie als Handspiel gewertet. Zum fälligen Elfmeter gab es die Rote Karte für Brehmer und Beck verwandelte den Strafstoß mit viel Dusel zum Weiterkommen und zum Erreichen des Halbfinales. Eine schwer zu bewertende Szene, die TV-Bilder ließen auch kein eindeutiges Urteil zu, im Zweifel hätte man hier wohl auch zugunsten des Verteidigers entscheiden können.

Die Ergebnisse des Landespokal-Viertelfinales: BFC Dynamo – VSG Altglienicke 1:0, TuS Makkabi – SD Croatia 4:0, FC Viktoria 89 – FC Liria 6:1, Sparta Lichtenberg – CFC Hertha 06 4:2

Vor 297 Zuschauer erreichte Sparta, Berlin-Ligist, mit einem 4:2 Sieg gegen Hertha 06, dem Oberligisten, das Halbfinale. Der Berliner Fußball-Verband hat inzwischen die Paarungen für das Halbfinale am 9. April 2023 (Ostersonntag) und 10. April 2023 (Ostermontag) ausgelost. Den ersten Finalteilnehmer spielen TuS Makkabi und Viktoria 89 aus. Die zweite Halbfinalbegegnung heißt SV Sparta Lichtenberg – BFC Dynamo. Dem Papier nach dürften die beiden Regionalligisten, am 3. Juni 2023, das Finale bestreiten. Der Sieg im Finale berechtigt zur Teilnahme an der 1. Runde des DFB-Pokals und spült einiges Geld in die Vereinskasse.

Es müsste schon fast mehr als nur sensationell zugehen, würden Sparta Lichtenberg, immerhin Tabellenführer der Berlin-Liga oder der TuS Makkabi (5. der NOFV Oberliga Nord) das Endspiel bestreiten. Der Ball ist rund und 90 Minuten müssen mindestens gespielt werden.

Christian Zschiedrich