Ihr letztes freies Wochenende vor zum Saisonauftakt haben die BR Volleys Spieler noch einmal genossen, denn nun beginnt die heiße Phase der Vorbereitung. Bevor die Berliner am 13. Okt in Hildesheim und am 18. Okt daheim gegen Düren in die Volleyball Bundesliga 18/19 starten, bestreiten Sebastian Kühner und Co insgesamt sieben Testspiele – allesamt in der Ferne. Drei Wochen vor Saisonbeginn ist der BR Volleys Kader nun auch spielfähig. Mit Adam White, Samuel Tuia, Sebastian Kühner, Moritz Reichert, Jan Zimmermann, Georg Klein, Egor Bogachev und Kyle Russell stehen Co-Trainer Tomasz Wasilkowski acht Akteure für die erste Testspielreise nach Lüneburg zur Verfügung. In der Gellersenhalle, die in Pflichtspielen bisher selten ein gutes Pflaster für die Hauptstädter war, prüft man am Freitag (21. Sep) gegen den japanischen Meister Panasonic Panthers und tags darauf (22. Sep) gegen die SVG Lüneburg die eigene Form.
Nach diesen inoffiziellen Tests reist die BR Volleys Delegation in der nächsten Woche nach Bydgoszcz (POL). Am Samstag trifft man dort auf den Gastgeber Chemik (28. Sep), der in der heimischen Liga zuletzt 14. wurde und seine Erstklassigkeit erst in der Relegation wahrte. Am zweiten Turniertag folgen die Platzierungsspiele (29.Sep). Die möglichen Gegner hier heißen Onico Warschau mit Graham Vigrass oder Trefl Danzig mit dem Ex-Berliner Ruben Schott. Ein noch stärkeres Teilnehmerfeld erwartet das BR Volleys Team beim traditionsreichen „Giganci Siatkowki“ Turnier. Hier vergleichen sich die deutschen Topvereine aus Berlin und Friedrichshafen mit dem polnischen Meister PGE Skra Belchatow sowie Jastrzebski Wegiel. Den letztgenannten Kontrahenten sollte man dann schon kennen, denn am Donnerstag zuvor (04. Okt) gastieren die BR Volleys in Jastrzebski zur offiziellen Saisoneröffnung des polnischen Spitzenclubs. Dies wird hoffentlich das erste Match sein, bei dem der Kader komplett ist. Direkt vor der zweiten Polen-Reise werden Cedric Enard und alle weiteren WM-Fahrer in Berlin erwartet.
Alle Testspiele im Überblick:
Sep Panasonic Panthers (JAP) vs. BR Volleys
Sep SVG Lüneburg vs. BR Volleys
Sep Chemik Bydgoszcz (POL) vs. BR Volleys
Sep Onico Warschau/Trefl Danzig (POL) vs. BR Volleys
Ammar Al Abdah muss verletzt vom Platz (Foto: Toebs)
Erneut wird in der Berlin-Liga wohl kein Klub ein Überflieger mit schon bald unerreichbarem Vorsprung auftrumpfen; erst recht nicht auf Dauer. Stern 1900 kassierte sogar gegen Aufsteiger Türkiyemspor überraschend eine Niederlage. So dass im Moment noch am ehesten den vor Saisonbeginn favorisierten Mahlsdorfern einiges zuzutrauen ist. Ob der TSV Rudow, momentan Spitzenreiter, eine Aufstiegsmannschaft ist und auch künftig ins Feld führen wird – trotz des guten Starts – das wird sich bald zeigen und an der Stubenrauchstraße entgegen seinen Kritikern erst einmal bewiesen werden muss. Ebenso gehen wir davon aus, dass der Berliner SC im oberen Drittel gute Ergebnisse erzielen kann, den Sprung in die Oberliga aber nicht schaffen wird. Die Meister der letzten Spielzeiten SC Staaken und Blau-Weiß 90 behaupten sich in der Oberliga ganz unterschiedlich. Blau-Weiß 90 schwach startend und der SC Staaken mit bewundernswerten Ergebnissen. Heißt: Da muss man schon gut gerüstet sein. Siehe dazu auch den aktuellen Liga-Bericht von Christian Zschiedrich, „Freude und Sorgen in der Berlin-Liga“. Kommen wir noch einmal aufs Topspiel im traditionsreichen Willy-Kressmann-Stadion an der Katzbachstraße zurück:
Fan-Freude im Rollstuhl. Foto: Frank Toebs
Die Steglitzer von Stern 1900, bisher ohne Niederlage nach 5 Spieltagen, erwischte es nun am Wochenende zum ersten Mal. Nach dem 0:1 im sechsten Saisonspiel beim Berlin-Liga Aufsteiger Türkiyemspor musste erst einmal die Tabellenführung an TSV Rudow abgegeben werden. Joker Stawrakakis erzielt Tor des Tages! Türkiyemspors Führung hielt es für notwendig, die Aufstiegself stark umzubauen und mehrfach zu verstärken. Man holte mit dem Trainer-Fossil Wolfgang Sandhowe rasch noch einen beim Berliner SC plötzlich freigestellten alten Fuchs. Wie zu hören war, lässt er wohl selten jemanden in´s Tagesgeschehen eingreifen. Wer auf dem Platz nicht spurt, wird auch rasch ausgetauscht. Zur Not auch schon nach 10 Minuten. Der Erfolg spricht im Moment für ihn, denn auch am Sonntag stimmte die Einstellung seiner Elf. Defensiv hervorragend in Position, vorne aggressiv und auch ballsicher waren alle bereit, mehr als nur einen Punkt zu erkämpfen. In der 87. Minute war es dann Joker Marino Stawrakakis, der die beste Möglichkeit des Spiels nicht ausließ. Hervorragend von Mossi Pingani vorbereitet, verwandelte er durch Direktschuss.
Stern-Coach Andreas Thurau war nicht entgangen, dass hier der größere Wille den Ausschlag gegeben hatte. „Am berechtigten Sieg der Hausherren gab es keinen Zweifel“, meinte er. Der Gegner sei zudem auch spielerisch ebenbürtig gewesen.
Kopfverletzung trübt die Siegesstimmung: Ein Wermutstropfen fiel leider noch in den vor Freude überperlenden Siegeskelch der Kreuzberger. Ammar Al-Abdahr zog sich eine Kopfverletzung zu, die zunächst eher harmlos wirkte. Ein Foul lag jedenfalls nicht vor. Er musste durch den Notarzt vom Platz geholt und im Krankenhaus untersucht werden. Hoffentlich ist schnell alles wieder gut. Edelfan Yasar Harputcu, an den Rollstuhl gebunden, dennoch möglichst bei jedem Spiel seiner Türkiyem-Elf dabei, sah den Vorfall auch mit Schrecken. Es überwog jedoch die Freude über die drei Punkte und die Umarmung mit den Aktiven.
Verweis nach Protest: Für den meist guten Schiedsrichter Sebastian Hornig wurde die Partie auch zur Herausfordrung. Zunächst ließ er „englisch“ sehr viele Zweikämpfe an der Grenze zum Foul durchgehen. Zum Ende wurden einige Kleinigkeiten dann eher unterbrochen. Durch die Verletzung und auch späte Auswechslungen mussten fast 10 Minuten nachgespielt werden. Türkiyems Anhang und auch Trainer Sandhowe sahen diese Länge überhaupt nicht ein. Nach lautstarkem Protestieren wurde Sandhowe dann vom Schiri noch aus dem Innenraum gewiesen.
Durch ein Kopfballtor in Minute 78 durch Thomas Franke gewann der Tabellensiebente gegen den Zweiten im Spitzenspiel des 5. Spieltages vor 406 Zuschauern im Mommsenstadion. Die Erlösung der Veilchen geschah mittels eines Standards. Einen Freistoß servierte Thiago Rockenbach seinem Mannschaftskollegen Thomas Franke, ein Innenverteidiger. TeBe schaffte mit dem Heimsieg 10 Punkte in 5 Spielen. Erfolgreich beendeten der SC Staaken mit dem 4:1 gegen den Torgelower FC Greif und CFC Hertha 06 3:1 auswärts beim 1.FC Lok Stendal ihre schweren Spiele. Das Berlin-Derby zwischen Spitzenreiter Lichtenberg 47 und Hertha 03 Zehlendorf endete vor 383 Zuschauern in der Howoge-Arena, „Hans Zoschke“, 1:1 (1:0). Das ist der erste Verlustpunkt für die Uwe-Lehmann-Truppe. Die 47er bleiben mit 13 Punkten Tabellenführer vor den Greifswalder FC und dem SC Strausberg. Beide haben 12 Punkte. Der SC Staaken schaffte es mit einem beachtenswerten 4:1 über die Torgelower auf Tabellenplatz 10, 7 Punkte. Aufsteiger Blau-Weiß 90 gelang immer noch kein Tor, Verhältnis 0:6 und nur ein einziger Punkt, Rang 14.
Marco Gebhardt (Sp. Vg. Blau-Weiß 90) Foto: sr Pictures Sandra Ritschel
Am Sonntag, 23.09. kommt es zu einem Charlottenburger Derby, 14.00 Uhr, Sömmeringstraße, Hertha 06 (5.) – Tennis Borussia (6.). Zur gleichen Zeit heißt es in Zehlendorf, im Ernst-Reuter-Stadion, FC Hertha 03 – Anker Wismar, Achter gegen den Zehnten. Spitzenreiter Lichtenberg 47 muss nach Altlüdersdorf (12.) zum SV, Sportplatz In der Gasse. Auch am Sonntag 23.09., eine halbe Stunde früher, 13.30 Uhr, heißt es im Parkstadion TSG Neustrelitz (4.) gegen den SC Staaken (10.). Der 6.Spieltag wird weiteren Aufschluss über über den weiteren Weg in der aktuellen Saison geben. Aufsteiger Blau-Weiß 90 wünschen wir am Sonntag, 23.09. 14.00 Uhr, im Volksstadion zu Rostock gegen Hansa II erste Tore. Hinten stehen die 90er ja einigermaßen stabil.
Die Vereine der Regional-Liga absolvierten ihr Meisterschaftsprogramm mit einer englischen Woche. Die Bilanz der Mittwochspiele ergaben für die Berliner Clubs vier Siege und eine Niederlage. Lediglich die VSG Altglienicke verlor gegen Spitzenreiter Chemnitz 1:2. Die Chemnitzer marschieren – 8 Siege, 24 Punkte, gefolgt von Wacker Nordhausen mit 18 Punkten. Mit 16 Punkten stehen auf Rang 3 und 4 zwei Berliner Vereine: Hertha BSC II und der Berliner AK. Beide Clubs gewannen am 7. Spieltag – Hertha II mit 2:0 gegen Union Fürstenwalde (18.) und der BAK 07 3:0 zu Hause gegen Germania Halberstadt. Ebenso erfolgreich, 2:0, Viktoria 89 in Meuselwitz und weiter mit ansteigender Formkurve, der BFC Dynamo, siegte 2:0 bei Optik Rathenow. So kann‘s weitergehen!
Zufriedenstellende Ergebnisse auch am darauffolgenden Wochenende zum 8. Spieltag. Ein Sieg, zwei Unentschieden und eine fast erwartete Niederlage des BAK 07, mit 1:3, in Chemnitz. Hertha II überraschte, mit dem deutlichen 4:1 Sieg im Amateurstadion gegen Babelsberg. Die beiden Remis: Ein 3:3 im Berlin-Derby zwischen Viktoria 89 und VSG Altglienicke und ein 1:1 zwischen BFC Dynamo und Wacker Nordhausen. Die Tabellenstände von Viktoria 89 (6.), BFC Dynamo (11.) und VSG Altglienicke (12.) seien hiermit auch festgehalten.
Am kommenden Samstag, 22. September heißt es im Jahn-Sportpark um 13:30 Uhr VSG Altglienicke – Berliner AK. Zur selben Zeit empfängt Viktoria 89 im Stadion Lichterfelde den Bischofswerdaer FV. Am Sonntag, 23. September ab 13:30 steigt im Amateurstadion das interessante Duell zwischen Hertha BSC II und BFC Dynamo. Der BFC klettert langsam nach oben und Hertha II ist gut in Form.
Stern 1900 stand so schön mit einem Vorsprung an der Tabellenspitze, hatte aber den TSV Rudow im Nacken und musste im TOP-Spiel der Berlin-Liga ins Willi-Kressmann-Stadion zu Türkiyemspor, dem Tabellenachten. Türkiyemspor gewann, äußerst engagiert und mit Leidenschaft, vor 125 Zuschauern am Sonntag, 16.09. mit 1:0. Der Schütze des Goldenen Tores war in der 87. Minute Stawrakakis.
Tabellenführer ist nun nach einem 2:1-Sieg über Sparta Lichtenberg der TSV Rudow. Allerdings muss der TSV zum nächsten Match zum punktgleichen Stern 1900 in die Kreuznacher Straße. Den Aufsteiger Frohnauer SC tadelten wir in der vergangenen Woche noch als Tabellenletzten. Die Nordberliner rauften sich ordentlich zusammen. Da ist wohl einiges passiert am Poloplatz. Der SCC wurde im Duell der Aufsteiger mit 4:1 nach Hause geschickt. Damit sprangen die Frohnauer gleich auf den 14. Rang. Schlusslicht sind nun die traditionsreichen Füchse Berlin. Sie verloren beim BSV Al-Dersimspor mit 1:2. Ohne Kampfgeist und Biss scheint den Reinickendorfern die Situation noch gar nicht bewusst zu sein. Am Sonntag, 23. 09. ab 14.00 kommt der TuS Makkabi (6.) zum Wackerplatz in die Kienhorststraße. Erst zwei Punkte haben die Füchse auf der Habenseite, mal sehen ob es gegen Makkabi besser läuft.
Ja, der 6. Spieltag hatte es in sich. Durch Niederlagen der Spandauer Kickers, zu Hause 1:4 gegen den SV Empor sowie von Türkspor, 1:3 bei SV Tasmania verloren, rutschten beide Clubs mit nur 5 Punkten und einem schlechten Torverhältnis auf die Abstiegsplätze 16 und 17.
Der SD Croatia kassierte im Friedrich-Ebert-Stadion mit 1:6 gegen Eintracht Mahlsdorf eine deftige, in dieser Höhe nicht erwartete Packung.
Nicht aus den Augen zu verlieren ist der Tabellendritte Berliner SC mit jetzt ebenfalls 13 Punkten. Immerhin wurde 2:1 bei Berolina Stralau, Laskersportplatz, gewonnen. Am 7. Spieltag heißt die Begegnung in der Hubertusallee, kommenden Sonntag, 23.09. 13.00 Uhr, Berliner SC – Türkiyemspor. Allmählich trennt sich die Spreu vom Weizen.
Wer von den Pfeifenmännern selbst einmal Fußball gespielt hat, der ist im Vorteil. Da kommt einem die Zweikampferfahrung zugute. Trainern, die obendrein einen Schiedsrichter-Schein erworben haben, zolle ich – gepaart mit den Erfahrungen in der Praxis – großen Respekt. Es müssen ja alle Trainer zur Erlangung ihrer Lizenz auch eine Regel-Prüfung ablegen. Ein großer Glücksfall ist für Hertha Pal Dardai. Seine Meinung über den Elfmeter in Wolfsburg hat Bedeutung. Beim genauen Betrachten der Fernsehbilder sollten die Schiedsrichter erkannt haben, dass in der 85. Minute der Zweikampf Arne Maier gegen Maximilian Arnold auf der Strafraumlinie eigentlich kein Foul war, weil Maier mit angelegten Armen hoch sprang und Arnold die Aktion mit bewusster Körperberührung rückwärts – gut sichtbar, leider nicht für den Schiri – äußerst „geschickt“ am Boden beendete. Nicht jeder Kontakt ist ein Foul! Referee Christian Dingert jedenfalls fiel darauf rein und pfiff Freistoß für Wolfsburg. Mit dieser falschen Entscheidung könnte man eventuell noch leben. Das Schlimme an der Geschichte ist die Krönung durch den Video-Assistenten Robert Hartmann in Köln, der aus der falschen Entscheidung – noch grotesker – einen Strafstoß machen musste. Es war auf Foul entschieden worden und die Aktion war auf der Linie zum Strafraum. Der Video-Assistent war in einer tragischen Situation, die Foulentscheidung darf er nicht korrigieren, weil hier eine Tatsachenentscheidung von Dingert vorausging, aber der Ort des Geschehens, darauf musste Köln hinweisen. Er hätte einfach schweigen sollen. Ein Glück für Hertha, dass das Ganze nicht gar in einer Niederlage endete.
So jedenfalls wie Pal Dardai die Situation denen vor Augen führte, die auf der Seite des Unparteiischen waren, hätte es, wenn überhaupt einen Pfiff, dann einer für Hertha sein müssen. Dafür müsste Pal Dardai eigentlich vom DFB eine gewaltige Strafe kriegen oder? Wie kann man einen Schiedsrichter kritisieren…
Bob Hanning, Füchse Berlin, Foto: Christian Zschiedrich
Die Füchse Berlin stehen im Viertelfinale des DHB-Pokals. Mit einem souveränen 31:26 (17:9)-Erfolg beim GWD Minden schaffen sie den Einzug in die Runde der letzten acht. Mit einer herausragenden Anfangsphase konnten sie die Begegnung früh in ihre Richtung lenken. Bester Werfer im Team von Trainer Velimir Petkovic war Frederik Simak mit sieben Treffern. Es war von Beginn an ein Spiel nach Maß für die Füchse Berlin in der Mindener Kampa-Halle. Zu keinem Zeitpunkt lag der Hauptstadtclub zurück und Bjarki Mar Elisson eröffnete nach vier Spielminuten den Torreigen. Die Füchse waren von diesem Zeitpunkt absolut präsent. In der Defensive stand man stabil und im Angriffsspiel fand man beinahe immer die richtige Lösung. In der 15. Spielminute traf Fabian Wiede bereits zu 8:2 für die Füchse. Doch auch im Anschluss ließ man nicht locker und dominierte das Geschehen weiterhin. Paul Drux, zweimal Jakov Gojun und Jacob Holm trafen zum 13:5 in der 24. Spielminute. Der EHF-Cup-Sieger hielt den Vorsprung bei acht Toren und ging schließlich mit einem deutlichen 17:9 in die Halbzeitpause.
Den zweiten Durchgang starteten die Füchse kontrolliert und hielten die Mindener zunächst sicher auf Abstand. Kreisläufer Johan Koch traf in der 35. Minute zum deutlichen 20:12. Anschließend trafen die Gäste aus Minden dreimal in Folge und nur vier Minuten später waren es nur noch fünf Treffer und die Füchse agierten zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl. Doch die Füchse blieben hochkonzentriert und ließen die Gastgeber nicht näher herankommen. Man konnte sich wieder etwas absetzen und elf Minuten vor dem Abpfiff führten die Berliner mit 26:19. Beim 28:22 in der 55. Spielminute war die Begegnung endgültig entschieden und daran änderten auch die Schlussminuten nichts mehr. Die Füchse ziehen durch ein 31:26 über den GWD Minden ins Viertelfinale ein.
Johan Koch: „Von Anfang an haben wir sehr konsequent gespielt und sind überragend in der Deckung gestanden. Man muss sagen, dass Jakov Gojun und Erik Schmidt dort wirklich dominiert haben heute. Aufgrund der starken Abwehrleistung hätten wir zur Halbzeit vielleicht mit ein bis zwei Toren mehr in Führung sein können. In der zweiten Hälfte nimmst du bisschen zurück, wenn du mit acht Toren führst. Am Ende haben wir hier verdient gewonnen und ich freue mich auf die nächste Runde.“
Erik Schmidt: „Wir sind super gestartet und haben eine ganz starke erste Hälfte gespielt. In der Deckung sind wir gut gestanden und haben mit sehr gutem Tempo nach vorne gespielt und im Angriff auch wenige Fehler gemacht. Das konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht halten, aber das war heute zu verkraften. Wir haben das gesamte Spiel gut durchrotiert und jeden ins Spiel gebracht. Als das Spiel bereits entschieden war haben wir verschiedene Taktiken ausprobiert. Ich glaube es war heute ein rundum gelungener Sieg.“
Die Eisbären Berlin sind als einziges Team in der DEL ohne Punkt das erste Punktspiel-Wochenende absolviert. Der erste Auftritt in fremden Gefilden, bei den Nürnberg Ice Tigers ging, wenn auch knapp, mit 3:4 verloren. Es war die die wettbewerbsübergreifend sechste Niederlage in einem Pflichtspiel. Das ist als Momentaufnahme keine schöne Situation. Trainer Clement Jordoin bittet um Geduld und wird in den Medien mit den Worten zitiert: „Wir werden die Kurve bekommen, das ist nur eine Frage der Zeit.“ Das Auftaktprogramm hatte es auch in sich, der amtierende Meister und den letzten Halbfinalgegner Nürnberg auswärts.
Wie gegen München begannen die Eisbären couragiert, gerieten aber schnell ins Hintertreffen. Nach 11 Minuten führten die Ice Tigers mit 2:0 durch Treffer von Patrick Reimer und Christopher Brown. Die Moral der Eisbären stimmte und sie nutzten zwei Überzahlspiele und stellen die Partie noch vor der ersten Drittelpause wieder pari. Es folgten zwei Drittel, wo die Eisbären sich viele Chancen erspielten aber nur eine davon nutzen konnten. In der 52. Minute traf Brendan Ranford mit einem Treffer der „Marke Tor des Monats“. Ein ausgezeichnetes handling des Spielgerätes sorgte für den Treffer Nummer drei für die Eisbären. Allerdings waren zuvor, im Mittelabschnitt, die Nürnberger durch Brown zum zweiten und Shawn LaLonde erfolgreich. Die Hoffnung wenigstens einen Punkt ergattern zu können, erfüllten sich nicht.
Für den verletzten Thomas Oppenheimer – Operation am Schlüsselbein – rückte Nachwuchsmann Charlie Jahnke in das Team. Ansonsten blieb die Reihenaufstellung unverändert. Am kommenden Freitag, 21. September empfangen die Eisbären die Pinguins aus Bremerhaven. Die kassierten am 2. Spieltag eine 2:6 Heimklatsche gegen die Kölner Haie. Am ersten Spieltag gewannen sie in der Verlängerung auswärts gegen Krefeld. Da ist bereits jetzt ein gewisser Druck bei den Eisbären zu spüren. Das Spiel gegen Bremerhaven ist erst das dritte in der Saison und es folgen weitere 49 Spiele um Punkte zu sammeln. Ein Start mit zwei Niederlagen ist (noch) kein Beinbruch, die Leistung stimmte.
Der Trainer hatte gewarnt und erneut die Metapher von der Gefährlichkeit angeschlagener Boxer bemüht. Die Rollen vor dem Spiel waren trotzdem klar verteilt. Der MSV Duisburg reiste als Außenseiter nach Berlin, wenn auch nicht als krasser, den gibt es wohl in dieser Liga auch nicht. Im Fußball täuschen die Ergebnisse manchmal über das Leistungsvermögen. Trotz aller Bemühungen, immer besserer Trainingsmethoden, Videobeobachtung des Gegners und aller möglichen statistischen Auswertungen, der Zufall spielt wird immer mitspielen. Der Ball wird immer rund bleiben und viel wichtiger, es sind Menschen, die das runde Leder treten, selbst die Besten werden nie ohne Fehler bleiben.
Gegen den MSV Duisburg hatten die Eisernen eigentlich alles im Griff. Zwei individueller Fehler sorgten dafür, dass die Zebras das Spiel drehen konnten. Ein sehenswerter Treffer von Akaki Gogia ließ die Fans jubeln. Sein Schuss aus ca. 20 m war für Daniel Mesenhöler nicht ganz unhaltbar. Der Ex-Unioner stand nicht optimal und streckte sich so vergebens. Die Schlussphase des Spiels entwickelte sich dramatisch. Zunächst beendete Oliveira Souza den Torbann und etwas später gelang durch Richard Sakuta-Pasu die Gäste-Führung. Zu diesem Zeitpunkt waren nicht mehr ganz zehn Minuten zu spielen. Union bewies Moral und wurde in der Nachspielzeit mit dem Treffer zum 2:2 Ausgleich belohnt. Florian Hübner war der glückliche Torschütze, der für ein entspanntes Wochenende sorgte.
Das Unentschieden gegen die Zebras fühlt sich ein bisschen wie eine Niederlage an. Ausgerechnet in der Alten Försterei kamen die bis dato punkt- und torlosen Zebras zu ihren ersten Saisongutschriften. Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Zu jeder Zeit hatten wir Spiel und Gegner im Griff. Es waren zwei individuelle Fehler, die zu diesem Ergebnis führten. Das war kein verdienter Punkt, heute haben wir zwei Punkte verloren.
Die Eisernen bleiben in der Liga weiter ungeschlagen. Das können aktuell nur noch zwei andere Teams von sich behaupten, die Spielvereinigung Greuther Fürth und der 1. FC Köln, die allerdings haben am Sonntag, 16.09. erst ihr Heimspiel gegen den Aufsteiger Paderborn. Die nächste Aufgabe wartet am 6. Spieltag in Bielefeld. Das nächste Heimspiel ist bereits am Dienstag, 25. September, als Gegner wird Holstein Kiel erwartet.
Auf den Tag genau vor 10 Jahren, am 14. September 2008 fand das erste Heimspiel der Eisbären in der kurz zuvor eröffneten Arena am Ostbahnhof statt. Die Eisbären als amtierende Meister empfingen am ersten Spieltag die Augsburger Panther und schossen mit einem 11:0 Sieg aus der Halle. Damals wie heute stand ein gewisser Don Jackson als verantwortlicher Trainer hinter Bande, damals für die Eisbären, heute als Trainer der Gäste. Es stand wieder ein amtierender Meister auf dem Eis.
Zum Jubiläum gab es keinen Heimsieg. Die Eisbären starteten mit einer Niederlage in die neue Saison. Die Zuschauer, die am Freitagabend in die Arena am Ostbahnhof gepilgert waren, sahen temporeiches Eishockeyspiel. Don Jackson, der Münchner brachte es in der Pressekonferenz nach Spiel kurz und bündig auf den Punkt. „Die Spezial-Teams und der Torhüter waren der Unterschied.“
Die Eisbären waren im Anfangsdrittel besser im Spiel, hatten gute Möglichkeiten, nur gelang ihnen kein Treffer. Die Torschuss-Statistik stand nach dem 1. Drittel 18 zu 11 für die Eisbären, hinzu kamen vier Minuten in Überzahl. In Führung gingen die Gäste aus Bayern. In der 16. Minute konnte Maximilian Kastner seinen Vornamensvetter im Kasten der Eisbären Maximilian Franzreb überwinden. Kurz zuvor konnte sich Franzreb mit einem Riesensave gegen Michael Wolf auszeichnen.
Im Mittelabschnitt kam München besser in das Spiel. In der 25. Minute gelang Konrad Abeltshauser das 2:0. Ein Schuss von der blauen Linie blieb zunächst in der Abwehr hängen, Abeltshauser war mit einem Rebound erfolgreich. Die Stimmung in der Halle fror ein. Sie erwachte wieder in der 31. Minute, es war mehr Platz auf dem Eis beim 4 gegen 4, Danny Richmond mit einer genialen Vorbereitung. Das Zuspiel kam aus dem Rücken des Goalies und Thomas Oppenheimer stand genau richtig und schickte den Puck in die Maschen. Jetzt waren plötzlich da, die Eisbären. Das Momentum des Spiels schien endgültig zu kippen als Eisbären-Neuzugang Florian Kettemer seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Danny aus den Birken in der 38. Minute überwinden konnte. Das war wirklich ein Ding, ausgerechnet Kettemer, vier Jahre war er ein „roter Bulle“ und jetzt gelang ihm das erste Saisontor für seinen neuen Club. Er wusste genau, wie er zielen musste, drei Jahre haben beide zusammen trainiert, über die Schulter, da ist jeder Torhüter verwundbar. Seine Freude war entsprechend groß.
Beim Tor von Oppenheimer stand die Spieluhr bei 09:13, als sie bei 08:52 wieder stehenblieb, somit 21 Sekunden später, da lag der Torschütze auf dem Eis. Der Grund war ein Check in die Bande hinter dem Eisbärentor. War es ein Foul, war der Ellbogen von John Mitchell mit im Spiel ? Für Oppenheimer war das Spiel beendet, er wurde ins Krankenhaus gefahren ? Er wird voraussichtlich 2 bis 3 Monate ausfallen. Das ist bitter für die Eisbären, die, da auch Marcel Noebels den Verein verlassen hat, weiter an Offensivkraft einbüßen könnten.
Im Schlussabschnitt gelang den Hausherren kein weiterer Treffer, dafür trafen die Bayern. Justin Shugg und Konrad Abeltshauser (durch Penalty) besiegelten 2:4 Auftakt-Niederlage für die Eisbären. Zusammen mit den Auftritten in der Champions League war es die fünfte Niederlage in Folge für die Eisbären. Bereits am kommenden Sonntag, 16. September bietet ab 16:30 Uhr auswärts bei den Nürnberg Ice Tigers die Gelegenheit, die unheilvolle Serie zu durchbrechen.
Hans-Peter Becker
DEL 1. Spieltag 14.09.2018
EHC Eisbären Berlin – EHC Red Bull München 2:4(0:1/2:1/0:2)
MB Arena Berlin 19:30 Uhr
Zuschauer: 13.030
05:50 Christensen, Mads; 2 min. – Stockschlag
13:54 Müller, Jonas; 2 min. – Beinstellen
16:59 Abeltshauser, Konrad; 2 min. – Haken
20:00 Mitchell, John; 2 min. – Check zur Bande
28:26 Aulie, Keith; 2 min. – Behinderung
29:39 Cundari, Mark; 2 min. – Halten
29:57 Mauer, Frank; 2 min. – Behinderung
33:31 Aubry, Louis-Marc; 2 min. – Übertriebene Härte
33:31 Abeltshauser, Konrad; 2 min. – Übertriebene Härte
33:31 Jaffray, Jason; 2 min. – Behinderung
34:04 Sheppard, James; 2 min. – Stockschlag
39:11 Cundari, Mark; 2 min. – Beinstellen
46:49 Mauer, Frank; 2 min. – Check zur Bande
47:27 Boyle, Daryl; 2 min. – Beinstellen
50:15 Müller, Jonas; 2 + 2 min. – Übertriebene Härte
50:15 Shugg, Justin; 2 min. – Übertriebene Härte
50:53 Parkes, Trevor; 2 min. – Haken
54:33 Boyle, Daryl; 2 min. – Übertriebene Härte
Mannschaftsaufstellung EHC Eisbären Berlin
1. Reihe MacQueen, Jamie – Sheppard, James – Backman, Sean – Richmond, Daniel – DuPont,
2. Reihe MickiRanford, Brendan – Smith, Colin – Olver, Mark – Kettemer, Florian – Wissmann, Kai
3. Reihe Jaspers, Jason – Aubry, Louis-Marc – Oppenheimer, Thomas – Cundari, Mark – Müller, Jonas
4. Reihe Fischbuch, Daniel – Buchwieser, Martin – Rankel, André – Baxmann, Jens
Tor Franzreb, Maximilian – Ancicka, Tobias
Trainer: Clement Jodoin
Mannschaftaufstellung EHC Red Bull München
1. Reihe Kastner, Maximilian – Voakes, Mark – Wolf, Michael – Seidenberg, Yannic – Joslin, Dere
2. Reihe Christensen, Mads – Hager, Patrick – Mauer, Frank – Abeltshauser, Konrad – Bodnarchuk, Andrew
3. Reihe Shugg, Justin – Mitchell, John – Parkes, Trevor – Aulie, Keith – Boyle, Daryl
4. Reihe Jaffray, Jason – Matthew Stajan – Eder, Andreas – Button, Ryan
Tor aus den Birken, Danny – Reich, Kevin
Trainer: Don Jackson