Gekämpft und Gewonnen – Tabellenführer fuhr ohne Punkte heim

Ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung der Eisbären ließ nichts gutes erahnen. Es kamen nur drei Reihen zusammen. In der nicht vorhandenen vierten Reihe konnte lediglich Thomas Reichel für Entlastung sorgen. Der Gast aus München bot zwar fast vier komplette Spielreihen auf, gewechselt wurde, abgesehen von Center Mark Voakes und Verteidiger Andrew Bodnarchuk, im Rhythmus mit drei Spielreihen.

Das erste Spieldrittel gehörte den Eisbären, sie wirkten frischer und gedanklich schneller, nutzten die Fehler im Spielaufbau gnadenlos aus. Es waren nicht ganz sieben Minuten gespielt, da führten die Eisbären mit 2:0. James Sheppard hatte als doppelter Torschütze zugeschlagen. An Treffer Nummer eins war der Neuzugang, Goalie Justin Pogge – vor dem Spiel wies Stadionsprecher Michael Schumann auf die englische Aussprache des Namens hin – als Vorlagengeber beteiligt. Dem unangefochtenen Tabellenführer aus München fehlte im Anfangsdrittel die Kreativität und die Eisbären verteidigten gut. Selbst zwei Möglichkeiten im Powerplay ließen die Gäste ungenutzt.

© Fotos: Hans-Peter Becker

Sicherlich wird Münchens Trainer Don Jackson in der ersten Drittelpause eine andere Stimmlage gewählt haben. Es waren erst 35 Sekunden im zweiten Drittel gespielt, da gelang den Gästen bereits der Anschlusstreffer zum 1:2. In einer Phase als der Ausgleich lediglich eine Frage der Zeit zu sein schien, war es erneut ein Fehler im Spielaufbau, den die Eisbären nutzen konnten. Der Torschütze war Pierre-Cedric Labrie, zu diesem Zeitpunkt waren 33 Minuten gespielt. In der 37. Minute hatten die Eisbären ein Powerplay und kassierten einen Gegentreffer. Diesmal nutzte Patrick Hager eine Unachtsamkeit und vollendete zum 2:3 und hielt München im Spiel.

Das Schlussdrittel war ausgeglichen. Die Gäste egalisierten in der 45. Minute den Spielstand, Jason Jaffrey traf zum 3:3. In der Schlussviertelstunde wogte das Spiel in der erneut ausverkauften Arena am Ostbahnhof hin und her. Beide wollten die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Der Ex-Münchner Florian Kettemer musste zwei Mal auf die Strafbank, trotzdem gelang dem Team von Don Jackson kein weiteres Tor. Das gelang den Eisbären, exakt 30 Sekunden vor Ablauf der Spieluhr. Ein Schuss von Frank Hördler fälschte Leonard Pförderl unhaltbar für Münchens Goalie Kevin Reich ab, der Jubel kannte keine Grenzen. Die verbleibende Spielzeit reichte nicht für die Gäste, die ihren Goalie zugunsten eines weiteren Angreifers vom Eis nahmen.

Es war ein bemerkenswerter Sieg, trotz einer kurzen Bank und insgesamt 10 Strafminuten blieben die drei Punkte in Berlin. Es musste geackert werden, wie sich der Siegtorschütze Leo Pförderl nach dem Spiel ausdrückte. Er gehörte mit über 20 Minuten Eiszeit mit zu den Schwerstarbeitern, die meiste Zeit auf dem Eis 26:38 Minuten verbrachte allerdings Marcel Noebels. Zum Vergleich, auf Münchner Seite gab es nur zwei Spieler, Verteidiger Robert Sanguinetti und Stürmer Mark Voakes, die es auf mehr als 20 Minuten Eiszeit brachten.

Wie das alte Jahr endete, so begann das neue mit einem Sieg. Weiter geht es jetzt mit einer Serie von drei Auswärtspielen.

Hans-Peter Becker

DEL 34. Spieltag 03.01.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Red Bull München 4:3 (2:0/1:2/1:1)

Torfolge

1:0 Sheppard 4:32 (Wissmann,Hördler) 

2:0 Sheppard 06:29 (/)

2:1 Jaffray 20:35 (Aulie)

3:1 Labrie 33:28 (Streu,Dietz)

3:2 Hager 37:12 (Ehliz, Boyle) SH

3:3 Jaffray 44:41 (Parlett,Voakes) 

4:3 Pföderl 59:30 (Hördler,Wissmann)

Strafminuten: 

Berlin – 10

München – 4

Torschüsse: 

Berlin – 29

München – 35

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

Krasser Außenseiter ? – Eisbären im Viertelfinale

Mehr oder minder souverän haben sich die Eisbären mit zwei Siegen gegen die Straubing Tigers für das Viertelfinale der Deutschen Eishockeymeisterschaft qualifiziert. Dort treffen sie auf den Zweitplatzierten der Hauptrunde, das von Don Jackson trainierte Team von Red Bull München. In einer „Best of seven“ Serie wird entschieden, wer ins Halbfinale einziehen wird.

Die Serie ist nicht ohne eine gewisse Pikanterie. Der im Dezember 2018 bei den Eisbären geschasste Clément Jodoin ist jetzt Co.-Trainer von Don Jackson und beide Mannschaften spielten im vergangenen Jahr im Finale, das die Münchner nach einer dramatischen Serie erst im siebten Spiel entscheiden konnten. Verteidiger Florian Kettemer trug da noch das Trikot der Roten Bullen und spielt jetzt gegen seine ehemaligen Kollegen. Vielleicht hat er ja den einen oder anderen nützlichen Hinweis.

In Abwägung aller Fakten sind die Münchner klarer Favorit. In der Hauptrunde gewannen sie alle vier Partien gegen die Hauptstädter. Lediglich am 28. Dezember des vergangenen Jahres konnten die Eisbären ein wenig Ärger machen und wenigstens mal einen Punkt holen. Was kommt jetzt ? Die Lazarettliste ist kürzer geworden und somit zeigte die Formkurve nach oben. Auf Münchner Seite wird man sich gesagt haben: Ausgerechnet die Eisbären, da kommt eine Wundertüte ! Zumal die Eisbären bereits zwei Playoff-Spiele bestritten haben.

Die Münchner hoffen darauf, dass aller guten Dinge drei sind, denn 2017 gewannen sie die Halbfinalserie gegen die Eisbären. Das Gegenteil wollen die Eisbären beweisen. Zu verlieren haben sie nichts und im Eishockey sind Überraschungen nicht selten. Am Mittwochabend, 13. März wird in München gespielt. In Berlin sind finden mindestens noch zwei Spiele statt. Jeweils am Freitag, 15. März Spiel 2 und am 22. März dann Spiel 4 der Serie.

Von den Verletzten könnte Mark Olver ins Team zurückkehren. Sollte er spielen können, würde Charlie Jahnke weichen müssen.

Hans-Peter Becker

Eisbären gewinnen das „Sechs Punkte Spiel“

Am 47. Spieltag empfingen die Eisbären die Krefeld Pinguine. Ein vorentscheidendes Spiel um Platz 10 in der Tabelle. Krefeld hatte vor dem Spiel 5 Punkte weniger auf dem Konto als die Eisbären. Die Halle am Ostbahnhof war ausverkauft. Die personelle Situation entspannt sich weiter bei den Eisbären. So waren James Sheppard und Florian Kettemer wird mit dabei. Besonders gespannt waren die Fans auf den ersten Heimauftritt von Neuzugang Austin Ortega.

Ehrenbully für den WWF © Foto: S. Wenske

Das Spiel stand unter dem Motto: Back to the 90’s und sollte an den großen Erfolg der Eisbären im Jahre 1999 erinnern. Sie erreichten die Finalrunde der European Hockey League und erreichten einen vielbeachteten 3. Platz. Im kleinen Finale wurde am 14.02.1999 die finnische Mannschaft Ilves Tampere mit 4:1 geschlagen. Einer der Torschützen war Pelle Svensson, der vor dem Spiel auf dem Eis, neben einigen anderen ehemaligen Spielern dieser Ära, stürmisch begrüßt wurde.

Austin Ortega © Foto: S. Wenske

Es entwickelte sich ein harter Kampf, beide wollten unbedingt drei Punkte auf die Habenseite holen. Den Eisbären gehörte die Anfangsphase, doch den ersten Treffer erzielten die Gäste. In der 10. Minute war Daniel Pietta erfolgreich. Der Ausgleich gelang nur vier Minuten später und der Torschütze war Neuzugang Austin Ortega.

Nach zwei gespielten Drittel führten die Gäste vom Niederrhein mit 3:2. Travis Ewanyk und erneut Daniel Pietta trafen für die Pinguine. Für die Eisbären hatte nur Jamie MacQueen getroffen. Im Schlussdrittel hatten beide Mannschaften Chancen auf den Sieg. Das Matchglück lag bei den Eisbären. Zunächst sorgte in der 47. Minute Florian Kettemer mit einem Schuss aus dem Hangelenk für den 3:3 Ausgleich. Dann trafen Jamie MacQueen und Marcel Noebels und das Spiel war gedreht. Allerdings hatte der Treffer von MacQueen einen Beigeschmack. Er fiel bei doppelter Überzahl. Die Schiedsrichter hatten eine fragwürdige Strafzeit verhängt.

Der Treffer von Marcel Noebels hatt Chancen zum Tor des Monats gekürt zu werden. Er hielt genau im richtigen Moment die Kelle in die Vorlage von Louis-Marc Aubry. Der Mittelstürmer gab die direkte Vorlage für fünf Tore, lediglich am zwischenzeitlichen 4:3 war er nicht beteiligt. Den Schlusspunkt im Spiel setzte der Neuzugang Austin Ortega, er traf in der Schlussminute ins leere Tore. Das nennt man einen Einstand nach Maß.

Anzeigetafel während des Spiels © Foto: S. Wenske

Auf dem Videowürfel, der dem Motto des Spiels angepasst wurde und an die elektronische Anzeigetafel im Wellblechpalast erinnerte, stand das Endergebnis. Die Eisbären gewannen das Spiel mit 6:3. Da die Nürnberg Ice Tigers bei den Iserlohn Roosters unterlagen, verbesserten sich die Eisbären auf Platz 9 der Tabelle.

Hans-Peter Becker

Eisbären verlieren fünftes Heimspiel in Folge

Foto: © Stephan Wenske

Trotz Trainerwechsel und einigen Umstellungen in der Spielreihen kassierten die Eisbären die fünfte Heimniederlage in Folge. Es war ein bisschen besser, die Mannschaft wollte, es reichte nicht. Die Gäste aus Augsburg, die bisher eine gute Saison spielen, gingen durch zwei Überzahltore im ersten Drittel mit 2:0 in Führung. Das war ein bemerkenswerter Fakt, den die Erfolgsquote der Gäste bei Überzahlspielen war bisher nicht herausragend.

Im Mittelabschnitt steigerten sich die Eisbären, mehr als der Treffer in der 39. Spielminute durch Louis-Marc Aubry sprang dabei nicht heraus. Andre Rankel hatte von der blauen Linie angezogen und Aubry im richtigen Augenblick die Kelle reingehalten. Der abgefälschte Puck fand den Weg ins Tor. Der Einsatz stimmte, spielerisch lief wieder nicht viel zusammen. Eisbären Kapitän Andre Rankel sah das Spiel als einen Schritt in die richtige Richtung. Sportdirektor und Trainer Stephane Richer versuchte dem Geschehen ebenso die positiven Aspekte abzugewinnen. Es ist noch nichts verloren, es könnten allerdings schwere Zeiten auf die Eisbären zukommen.

Im Spiel verletzten sich Mark Cundari und Florian Kettemer, ob sie länger ausfallen werden ist noch ungewiss. Diese Nachricht passt zu der bisherigen Pech- und Pleitensaison der Eisbären. Die Mannschaft muss jetzt noch enger zusammenrücken. Bis zum Jahresende geht es Schlag auf Schlag, vier Spiele stehen im Plan. Die nächste Aufgabe wartet am Sonntag, 23.12. in Düsseldorf.

Hans-Peter Becker

DEL 30. Spieltag
EHC Eisbären Berlin – Augsburger Panther 1:2 (0:2/1:0/0:0)
21.12.2018 19:30 Uhr MB Arena Berlin
Zuschauer:10.587

Torfolge
0:1 13.Min. Matthew Fraser (Matthew White/Patrick Mcneill) PP1
0:2 17.Min. Patrick Mcneill (Daniel Schmölz/Matthew Fraser) PP1
1:2 39.Min. Louis-Marc Aubry (Andre Rankel/Micky DuPont) EQ

Strafminuten:
EHC Eisbären 14
Augsburger Panther 14

Zwei Punkte am Donnerstagabend

Nach der Aussage von Harold Kreis, seit Saisonbeginn wieder Trainer der Düsseldorfer EG, war es „ein unterhaltsames und sehr gutes Eishockeyspiel“. Unterhaltsam, das würde ich unterstreichen, über das andere Attribut läßt sich streiten. Nach der schwachen Vorstellung der Eisbären in Augsburg, war für das Team von Clement Jodoin Wiedergutmachung angesagt. Offiziel hatten sich 9.218 Zuschauer in der MB-Arena eingefunden, darunter eine handvoll, die der DEG die Daumen drückten. Zuerst jubelten die Gäste, wieder gerieten die Eisbären früh in einen Rückstand, zwei Minuten und 26 Sekunden exakt waren gespielt, da erzielte Patrick Buzas das 1:0. Kurz zuvor hatte Kevin Poulin mit einem Monstersafe die Eisbären vor dem frühen Rückstand bewahrt.

Es folgten wütende Angriffe der Eisbären, es wirkte nicht sehr strukturiert. Die Düsseldorfer versuchten, das Aufbauspiel der Eisbären bereits im Verteidigungsdrittel zu stören. In der 18. Minute musste Sean Backman wegen Hackens auf die Sünderbank, das überstanden die Eisbären schadlos. Das war das einzig positive aus Sicht der Eisbären nach den ersten zwanzig effektiven Spielminuten. Auffällig war, wie wenig Bullys die Gastgeber gewinnen konnten, im ersten Drittel waren es lediglich deren fünf.

Dieser Wert besserte sich im Mittelabschnitt. Das Spiel der Eisbären wurde besser. Ein Tor gelang auf beiden Seiten nicht bis zur Drittelsirene. Ein Überzahlspiel für die Eisbären blieb ungenutzt. Nacheinander mussten Buzaz und Kevin Marshall auf die Strafbank. Keine Tore, dafür ein unerlaubter Körperangriff zwischen Eisbär James Sheppard und Kevin Marshall als Höhepunkt des Mittelabschnitts.

Im Schlussabschnitt schien der Käse für die Hausherren gegessen zu sein, als Alexander Barta in der 44. Minute abzog, Poulin den Puck nicht festmachen konnte und dann gegen den Nachschuss keine Chance hatte. Die Eisbären gaben nicht auf, nur wie sollten hier Tore fallen ? Die Spieluhr tickte unbarmherzig runter. Es ist das Schöne an der schnellsten Mannschaftsportart, das es wirklich sehr schnell gehen kann. Genau 30 Sekunden lagen zwischen dem 1:2 und dem 2:2. Zuerst traf Brendan Ranford und dann Jamie MacQueen. Vor Schreck nahm Düsseldorfs Trainer gleich eine Auszeit. Es waren noch fast zwölf Minuten zu spielen und jetzt waren die Eisbären mehr am Drücker. Es gab gute Möglichkeiten, das Spiel endgültig zu entscheiden. Es blieb nach 60 Minuten bei dem Unentschieden.

Die Düsseldorfer mussten zum zehnten Mal in der laufenden Saison in die Overtime, für die Eisbären wurde es der fünfte Nervenkrimi. Das Spiel drei gegen drei mit Torwart brachte keine Entscheidung. Letzte Ausfahrt Penaltyschuss, für die DEG war es das erste Mal, während die Eisbären bereits zwei Mal ein Penaltyschiessen gewinnen konnten. Es gelang erneut. Florian Kettemer verwandelte seinen Penalty, nachdem Ranford und Jaedon Descheneau für Düsseldorf vergeben hatten. Es scheiterte auch Philip Gogulla, jetzt musste nur noch Jamie MacQueen für die Eisbären treffen. Er überwand Mathias Niederberger im Düsseldorfer Tor und sicherte den Zusatzpunkt.

Es war bereits zum dritten Mal in dieser Saison, dass die Nummer 69 der Eisbären, Florian Kettemer einen entscheidenden Penalty verwandeln konnte. Der Neuzugang vom amtierenden Meister aus München ist ein Aktivposten in der Mannschaft der Eisbären. Eigentlich wollte der 32jährige Verteidiger seine Schlittschuhe bereits an den berühmten Nagel hängen, nachdem ihm kein neuer Vertrag angeboten wurde. Sein aktuell laufender Vertrag bei den Eisbären endet mit Ablauf des Monats November. Wird das Management der Eisbären handeln ? Nicht nur seine statistischen Werte (20 Spiele 8 Tore  4 Vorlagen und durchschnittlich 20 Minuten Eiszeit) sprechen für den Verteidiger. Er hat in Berlin den Spass am Eishockey zurückgefunden. „Mal sehen, wie sich Berlin jetzt verhält…. Ich habe gemerkt, dass sich meine angestrebte berufliche Fortbildung und weiter professionell Eishockey zu spielen gut vereinbaren lassen.“ Ein andere Aussage von ihm lautete:“Es liegen mir auch andere Angebote vor.“ Es wird sicherlich bisher eine Rolle gespielt haben, dass seitens der sportlichen Leitung befürchtet wurde, einen überzähligen Verteidiger zu haben. Kettemer selbst hat auch schon Stürmer gespielt. Angesichts der momentanen personellen Situation wäre es eine gute Entscheidung, den Vertrag zu verlängern.

Die Eisbären müssen im November noch drei Spiele absolvieren. Am kommenden Sonntag, 25.11. spielen sie auswärts in Ingolstadt und anschließend geht mit zwei Heimspielen in Folge weiter, Dienstag, 27.11. gegen Straubing, dann folgen die Kölner Haie als Gegner am Freitag, 30.11..

Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey-Liga DEL
20. Spieltag EHC Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG
22.11.2018 19:30 Uhr MB-Arena Berlin
Ergebnis 3:2 SO (0:1/0:0/2:1/ OT 0:0/2:0 Shootout)

Torfolge:
0:1 3.min Patrick Buzas (Alexandre Picard, John Henrion)
0:2 44.min Aleaxander Barta (Philip Gogulla)
1:2 48.min Brendan Ranford (Collin Smith, Jonas Müller)
2:2 49.min Jamison MacQueen (Louis-Marc Aubry, Jens Baxmann)

Florian Kettemer und Jamison MacQueen trafen im Shootout

Strafen:
Düsseldorf 10
Eisbären 8

Sieg nach Penalty im Bärenduell

Nach zehn Spielminuten hatten beide Teams ihr Zielwasser aufgebraucht. Auf dem Würfel stand der Spielstand, angegeben mit 2:2. Auf die Eisbärenführung in der 3. Spielminute durch Marcel Noebels folgte nur 28 Sekunden später der Ausgleich durch die Grizzlys aus Wolfsburg, Torschütze war Alexander Karachun. Die erneute Führung gelang den Eisbären durch Charlie Jahnke. Nach dem Spiel gab er diesen Treffer an Martin Buchwieser weiter, der wohl seinen Schuss noch entscheidend abfälschte. Für den erneuten Ausgleich sorgte Alexander Weiss.

Bis zur Schlusssirene sahen die 11.292 Zuschauer ein temporeiches Eishockeyspiel, viele Torchancen, nur Puck landete nicht mehr im Tor. Die Entscheidung fiel auch nicht in der Verlängerung, erst das Penaltyschiessen brachte die Entscheidung. Während Florian Kettemer und Brandon Ranford für die Eisbären trafen, scheiterten Gerrit Fauser und Brent Aubin am wieder glänzend aufgelegten Kevin Poulin.

Die Wolfsburger waren am Ende froh, wenigstens einen Punkt aus Berlin mitnehmen zu können. Sie hatten am letzten Sonntag eine herbe 0:6 Klatsche in Augsburg kassiert. Bisher läuft es für die Wolfsburger alles andere als gut. Man bleibt Tabellenvorletzter mit jetzt 9 Punkten aus 12 Spielen. Die Eisbären konnten sich durch den Sieg mit 2 Punkten um einen Platz in der Tabelle verbessern und reisen zum nächsten Spiel, kommenden Sonntag, 21. Oktober auswärts bei den Haien in Köln, als Tabellenachter an. Lang ist nach wie vor die Liste der verletzten Spieler. Gegen Wolfsburg fehlten insgesamt sechs Profis.

Hans-Peter Becker

Niederlage in Düsseldorf

Der Motor stottert etwas nach sieben absolvierten Spielen der Hauptrunde. Zu Buche stehen drei Sieg und vier Niederlagen, daraus ergeben sich acht Punkte auf der Habenseite. Am Dienstagabend, 2.10. wurde bei der noch ungeschlagenen Düsseldorfer EG mit 1:5 verloren. Die Verletztenmisere führte dazu, dass Stürmer Florian Busch als Verteidiger ran musste. Zusammen mit Florian Kettemer verteidigte er in der zweiten Spielreihe.

Die Eisbären erwischten den besseren Start und gingen bereits nach fünf Minuten durch Jason Jaspers mit 1:0 in Führung. Bis zur ersten Drittelpause hatten sie weitere Möglichkeiten, doch Düsseldorfs Torhüter Frederik Petterson Wentzel ließ keine weiteren Treffer zu. Im Mittelabschnitt kam der Einbruch. Innerhalb von fünf Minuten drehten die Düsseldorfer das Spiel und machten aus dem 0:1 Rückstand eine 3:1 Führung. Dabei spielten ihnen zwei Strafzeiten in die Hände, die gegen die Eisbären verhängt wurden.

Im Schlussabschnitt steckten die Eisbären zwar nicht auf, mussten sich am Ende den spielerisch stark auftrumpfenden Düsseldorfern geschlagen geben. Als in der 51. Minute das vierte Tor für die DEG fiel war es vorbei. Das 5:1 in der 57. Minute war der Schlusspunkt des Spiels. Zum Glück hat sich kein weiterer Spieler verletzt. Die Probleme in der Defensive sind unübersehbar. Die 25 Gegentreffer in sieben Spielen sprechen da eine deutliche Sprache. Mehr Gegentreffer hat bisher nur Bremerhaven kassiert. Es lag in Düsseldorf nicht an Maximilian Franzreb, der hielt, was zu halten war.

Viel Zeit zum Nachdenken über die Niederlage und zum regenerieren bleibt den Eisbären nicht. Bereits am Freitag, 5. Oktober geht es gegen Schwenningen, erneut auswärts, weiter. Die Schwenninger warten als einzige Mannschaft der Liga noch auf einen Sieg in der regulären Spielzeit. Der momentane Tabellenletzte konnte lediglich am ersten Spieltag der Saison einen 3:2 Sieg in der Overtime einfahren.

Hans-Peter Becker

Eisbären – Heimniederlage zum Saisonauftakt

Auf den Tag genau vor 10 Jahren, am 14. September 2008 fand das erste Heimspiel der Eisbären in der kurz zuvor eröffneten Arena am Ostbahnhof statt. Die Eisbären als amtierende Meister empfingen am ersten Spieltag die Augsburger Panther und schossen mit einem 11:0 Sieg aus der Halle. Damals wie heute stand ein gewisser Don Jackson als verantwortlicher Trainer hinter Bande, damals für die Eisbären, heute als Trainer der Gäste. Es stand wieder ein amtierender Meister auf dem Eis.

Zum Jubiläum gab es keinen Heimsieg. Die Eisbären starteten mit einer Niederlage in die neue Saison. Die Zuschauer, die am Freitagabend in die Arena am Ostbahnhof gepilgert waren, sahen temporeiches Eishockeyspiel. Don Jackson, der Münchner brachte es in der Pressekonferenz nach Spiel kurz und bündig auf den Punkt. „Die Spezial-Teams und der Torhüter waren der Unterschied.“

Die Eisbären waren im Anfangsdrittel besser im Spiel, hatten gute Möglichkeiten, nur gelang ihnen kein Treffer. Die Torschuss-Statistik stand nach dem 1. Drittel 18 zu 11 für die Eisbären, hinzu kamen vier Minuten in Überzahl. In Führung gingen die Gäste aus Bayern. In der 16. Minute konnte Maximilian Kastner seinen Vornamensvetter im Kasten der Eisbären Maximilian Franzreb überwinden. Kurz zuvor konnte sich Franzreb mit einem Riesensave gegen Michael Wolf auszeichnen.

Im Mittelabschnitt kam München besser in das Spiel. In der 25. Minute gelang Konrad Abeltshauser das 2:0. Ein Schuss von der blauen Linie blieb zunächst in der Abwehr hängen, Abeltshauser war mit einem Rebound erfolgreich. Die Stimmung in der Halle fror ein. Sie erwachte wieder in der 31. Minute, es war mehr Platz auf dem Eis beim 4 gegen 4, Danny Richmond mit einer genialen Vorbereitung. Das Zuspiel kam aus dem Rücken des Goalies und Thomas Oppenheimer stand genau richtig und schickte den Puck in die Maschen. Jetzt waren plötzlich da, die Eisbären. Das Momentum des Spiels schien endgültig zu kippen als Eisbären-Neuzugang Florian Kettemer seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Danny aus den Birken in der 38. Minute überwinden konnte. Das war wirklich ein Ding, ausgerechnet Kettemer, vier Jahre war er ein „roter Bulle“ und jetzt gelang ihm das erste Saisontor für seinen neuen Club. Er wusste genau, wie er zielen musste, drei Jahre haben beide zusammen trainiert, über die Schulter, da ist jeder Torhüter verwundbar. Seine Freude war entsprechend groß.

Beim Tor von Oppenheimer stand die Spieluhr bei 09:13, als sie bei 08:52 wieder stehenblieb, somit 21 Sekunden später, da lag der Torschütze auf dem Eis. Der Grund war ein Check in die Bande hinter dem Eisbärentor. War es ein Foul, war der Ellbogen von John Mitchell mit im Spiel ? Für Oppenheimer war das Spiel beendet, er wurde ins Krankenhaus gefahren ? Er wird voraussichtlich 2 bis 3 Monate ausfallen. Das ist bitter für die Eisbären, die, da auch Marcel Noebels den Verein verlassen hat, weiter an Offensivkraft einbüßen könnten.

Im Schlussabschnitt gelang den Hausherren kein weiterer Treffer, dafür trafen die Bayern. Justin Shugg und Konrad Abeltshauser (durch Penalty) besiegelten 2:4 Auftakt-Niederlage für die Eisbären. Zusammen mit den Auftritten in der Champions League war es die fünfte Niederlage in Folge für die Eisbären. Bereits am kommenden Sonntag, 16. September bietet ab 16:30 Uhr auswärts bei den Nürnberg Ice Tigers die Gelegenheit, die unheilvolle Serie zu durchbrechen.

Hans-Peter Becker

DEL 1. Spieltag 14.09.2018
EHC Eisbären Berlin – EHC Red Bull München 2:4(0:1/2:1/0:2)
MB Arena Berlin 19:30 Uhr
Zuschauer: 13.030

Torfolge:
0:1 Kastner, Maximilian (Matthew Stajani) , EQ, 15:54
0:2 Abeltshauser, Konrad (Voakes, Mark, Seidenberg, Yannic) , EQ, 24:10
1:2 Oppenheimer, Thomas (Richmond, Daniel) , 4-4, 30:47
2:2 Kettemer, Florian, EQ, 37:04
2:3 Shugg, Justin (Mitchell, John) , PP1, 44:20
2:4 Abeltshauser, Konrad, PS, 53:02

Strafen
Eisbären Berlin: 14 (2, 8, 4)
EHC Red Bull München: 24 (6, 8, 10)

05:50 Christensen, Mads; 2 min. – Stockschlag
13:54 Müller, Jonas; 2 min. – Beinstellen
16:59 Abeltshauser, Konrad; 2 min. – Haken
20:00 Mitchell, John; 2 min. – Check zur Bande
28:26 Aulie, Keith; 2 min. – Behinderung
29:39 Cundari, Mark; 2 min. – Halten
29:57 Mauer, Frank; 2 min. – Behinderung
33:31 Aubry, Louis-Marc; 2 min. – Übertriebene Härte
33:31 Abeltshauser, Konrad; 2 min. – Übertriebene Härte
33:31 Jaffray, Jason; 2 min. – Behinderung
34:04 Sheppard, James; 2 min. – Stockschlag
39:11 Cundari, Mark; 2 min. – Beinstellen
46:49 Mauer, Frank; 2 min. – Check zur Bande
47:27 Boyle, Daryl; 2 min. – Beinstellen
50:15 Müller, Jonas; 2 + 2 min. – Übertriebene Härte
50:15 Shugg, Justin; 2 min. – Übertriebene Härte
50:53 Parkes, Trevor; 2 min. – Haken
54:33 Boyle, Daryl; 2 min. – Übertriebene Härte

Mannschaftsaufstellung EHC Eisbären Berlin
1. Reihe MacQueen, Jamie – Sheppard, James – Backman, Sean – Richmond, Daniel – DuPont,
2. Reihe MickiRanford, Brendan – Smith, Colin – Olver, Mark – Kettemer, Florian – Wissmann, Kai
3. Reihe Jaspers, Jason – Aubry, Louis-Marc – Oppenheimer, Thomas – Cundari, Mark – Müller, Jonas
4. Reihe Fischbuch, Daniel – Buchwieser, Martin – Rankel, André – Baxmann, Jens
Tor Franzreb, Maximilian – Ancicka, Tobias
Trainer: Clement Jodoin

Mannschaftaufstellung EHC Red Bull München
1. Reihe Kastner, Maximilian – Voakes, Mark – Wolf, Michael – Seidenberg, Yannic – Joslin, Dere
2. Reihe Christensen, Mads – Hager, Patrick – Mauer, Frank – Abeltshauser, Konrad – Bodnarchuk, Andrew
3. Reihe Shugg, Justin – Mitchell, John – Parkes, Trevor – Aulie, Keith – Boyle, Daryl
4. Reihe Jaffray, Jason – Matthew Stajan – Eder, Andreas – Button, Ryan
Tor aus den Birken, Danny – Reich, Kevin
Trainer: Don Jackson