Der Pokal geht nach Berlin

Die Berlin Recycling Volleys sind zum sechsten Mal DVV-Pokalsieger! Nach dem Bounce House Cup konnte der amtierende Deutsche Meister den zweiten Titel der Saison einfahren und gewann dabei vor 9.175 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena mit 3:1 (22:25, 25:17, 25:15, 25:18) gegen die SWD powervolleys Düren. Nach einem Fehlstart bewiesen die Berliner große Moral sowie mentale Stärke und konnten das Match noch umbiegen.

Fokussiert und energiegeladen starteten die BR Volleys zunächst in das Endspiel von Mannheim. Saso Stalekar konnte sich zwar nur das Libero-Trikot überstreifen (Wadenzerrung), aber auch auf Dürener Seite war mit Erik Röhrs ein wichtiger Akteur nicht einsatzfähig. Stattdessen erzielte Anton Brehme den ersten Punkt des DVV-Pokalfinals 2023 und die Powervolleys hatten offensichtlich länger mit der Anfangsnervosität zu kämpfen (6:2). Jedoch arbeiteten sich die Rheinländer ins Spiel und konnten das Match zügig ausgeglichen gestalten (8:8). Sebastian Gevert glänzte mit einer Aufschlagserie und erstmals gerieten die Berliner an diesem Abend unter Druck (9:12). Hannes Tille hatte seinerseits zunächst die passende Antwort parat (12:12), aber insgesamt sorgten die Dürener mit ihrem Service für mehr Gefahr (13:17). Auch die Wechselspiele liefen im ersten Satz zugunsten der Dürener und so servierte Eric Burggräf das Ass auf Cody Kessel (17:21). Zu viele Berliner Fehler sorgten schließlich für den ersten Satzgewinn des Bundesligadritten (22:25).

Tille blieb auch in Durchgang zwei Derjenige, nach dessen Aufschlägen die BR Volleys Breaks  sammeln konnten (5:0). Erneut hatten die Männer in Orange Probleme, ihren Vorsprung zu verteidigen (11:10), doch die Hauptstädter wurden vor allem in Annahme und Angriff sicherer (17:12). Düren bekam die Bälle nicht mehr auf den Boden und Kessel war wieder in der “Crunchtime“ auf der Platte. Der US-Amerikaner stopfte den Ball zum Satzausgleich in des Gegners Hälfte (25:17). Nun waren die BR Volleys endgültig in Mannheim angekommen. Die Berliner wurden immer präsenter im Block, sowohl Brehme (11:8) als auch Mote (17:12) griffen sich die Dürener Angriffe im dritten Satz. Nach einer Schrecksekunde um die Wade von Libero Satoshi Tsuiki wurde es kurzzeitig still in der großen Arena, der Japaner plagte sich aber “nur“ mit einem Krampf. Dem Australier Mote gelang in der Folge alles in Angriff und Block (22:14) und längst war auch Marek Sotola voll auf Betriebstemperatur. Während Tsuiki in der Auswechselzone weiter behandelt wurde, stand Mote am Service und wieder vollstreckte Kessel zum nächsten Satzgewinn (25:15). Den Powervolleys war nun ein Stück weit der Zahn gezogen.

Tsuiki biss deutlich sichtbar auf die Zähne und stand damit stellvertretend für den unbedingten Willen der Berliner, den Pokal zum sechsten Mal an die Spree zu holen. Die Schnellangreifer sammelten weiter Punkt um Punkt (8:4). Außerdem sah Co-Trainer Lucio Oro den Dürener Übertritt und ließ sich anschließend für die erfolgreiche Video-Challenge zu Recht feiern (15:11). Angetrieben vom lautstarken orangen Fanblock und mehr als 300 Fans ließen die Berliner nichts mehr anbrennen (19:15).  Sotola beendete zum wiederholten Mal in dieser Saison ein Match per Ass und der Jubel kannte anschließend keine Grenzen.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Wir haben im ersten Satz so viele Fehler gemacht, dass ich fest daran geglaubt habe, das Spiel noch zu drehen, wenn wir diese abstellen. Das ist uns gelungen. Wir mussten erst den Druck abschütteln. Ich bin stolz auf dieses junge Team, wie es diese Situation gemeistert hat. Das war ein großer Schritt in der Entwicklung der Mannschaft. Nehemiah Mote war einer der überragenden Akteure heute, aber alle haben ihren Job gemacht. Jetzt darf gefeiert werden!“

Kaweh Niroomand: „Wir haben im Sommer viele wichtige Spieler verloren und es ist einfach großartig, wie diese Mannschaft sich neu gefunden und das kompensiert hat. Die flachen Hierarchien machen dieses Team stark und jeder wächst in seine Verantwortung rein. Die Entwicklung ist überaus positiv und dieser Tag ein toller Erfolg. Das mit unseren Fans nun gemeinsam genießen zu können, ist großartig.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Adam Kowalski, Antti Ronkainen

Topwerte
Sotola 22 Punkte, 3 Blocks | Carle 17 Punkte | Mote 15 Punkte, 3 Blocks | Tsuiki 80 % Annahme

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Andreas Gora

Souveräner Auftritt – Füchse besiegen MT Melsungen 35:25

Die Füchse bleiben auch im dritten Bundesliga-Spiel nach der WM-Pause auf Kurs. Nach den Partien beim Aufsteiger Hamm-Westfalen und gegen die abstiegsbedrohte HSG Wetzlar sollte die MT Melsungen der erste wichtige Prüfstein für die Berliner werden. Die nahmen die Aufgabe gegen den Tabellen-7. hoch konzentriert in Angriff. Nach zehn Minuten war eine zwei-Tore-Führung herausgeworfen, die im Laufe der ersten Hälfte ausgebaut wurde – 10:6/15.

Besonders Paul Drux konnte sich dabei mit seiner Körperlichkeit gegen die kompakte Abwehr der Melsunger mehrfach gut in Szene setzen. Drei seiner vier Tore erzielte der Kapitän in der ersten Viertelstunde der Partie. Die Gäste wehrten sich nach Kräften, konnten jedoch das Fehlen eines Linkshänders im rechten Rückraum nicht kompensieren. Auch den Nationalspielern Timo Kastening und Julius Kühn merkte man die nach langer Verletzungspause fehlende Spielpraxis deutlich an.

Nachdem die MT ( Melsunger Turngemeinde ) auf einen Treffer verkürzt hatte – 11:10/22., reagierten die Füchse. Fabian Wiede und vor allem Milos Vujovic wurden eingewechselt und brachten neuen Schwung ins Spiel. Mit 17:13 ging es in die Pause. Danach versuchte die Gäste aus Hessen, mit einer offensiveren Deckung mehr Zugriff auf das Spiel zu gewinnen. Dies scheiterte jedoch an den aufmerksamen Gastgebern, bei denen besonders Linksaußen Vujovic zu großer Form auflief. Mit zehn Toren war der Montenegriner erfolgreichster Füchse-Werfer. Nach diesem Auftritt könnte sich sein Abschied zum Saisonende noch als echter Verlust erweisen. Eigengewächs Tim Freihöfer wusste nämlich auch gegen Melsungen nicht zu über-zeugen.

Da die Gäste im Verlauf der zweiten Spielhälfte stark abbauten, konnten die Berliner das Spiel nach Belieben dominieren. Den Gastgeber gelangen zum Teil spektakuläre Zuspiele und sehenswerte Tore. Dabei zeichneten sich Weltmeister Mathias Gidsel und auch die Kreisläufer Mijajlo Marsenic und Max Darj aus. Auch beide Füchse- Torhüter (Milosavljew/Kireew) überzeugten mit ihren Paraden. Einzig Rechtsaußen Robert Weber dürfte etwas hadern. Der Neuzugang scheiterte einige Male aus dem Spiel heraus und auch einmal vom Sieben-Meter-Punkt. Das fiel jedoch nicht inms Gewicht. Am Ende stand mit dem 35:25 ein deutlicher Sieg nach überzeugendem Auftritt. Die Füchse scheinen gerüstet für das Spiel gegen den Deutschen Meister. Am nächsten Sonntag, 5. März 2023 steigt die Partie beim SC Magdeburg.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 2, Darj 3, Holm 2, Gidsel 4, Freihöfer 1, Vujovic 10, Weber 2/1, Marsenic 7, Drux 4,

Herbert Schalling

Eisbären besiegen Ingolstadt – Playoff Chancen bleiben intakt

Mit dem späten Wintereinbruch kam auch das Erfolgseishockey des amtierenden Meisters zurück. Zum Ende der Hauptrunde müssen die Eisbären bereits in den Playoff-Modus schalten, um nicht die Saison nicht nur als Zaungast der selbigen zu beenden. Die Arena am Ostbahnhof war am letzten Sonntag im Februar ausverkauft und die Eisbären ließen keinerlei Zweifel aufkommen, dass sie die Restchance nutzen wollten. Die Eisbären bestritten das letzte Spiel des Tages und die Ergebnisse der anderen Partien gaben Hoffnung. Mit einem Sieg gegen den aktuellen Tabellenzweiten würden sie bis auf 3 Punkte an den zehnten Platz in der Tabelle heran rutschen.

Das 1. Drittel entschieden die Eisbären mit 2:0 für sich. Der erste Treffer der Partie war ein schräges Ding. Der Schuss von Leonard Pföderl auf die kurze Torwartecke rutschte dem Ingolstädter Goalie Kevin Reich durch den Schoner. So geschehen das Ganze in der 12. Spielminute. In der 18. Minute erhöhten die Bären auf 2:0, Marcel Noebels verwandelte einen Penalty. Im Eishockey muss ja der gefoulte Spieler selbst die Ausführung übernehmen. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Drittelpause.

Die Ingolstädter waren nicht angereist, um hier brav die Punkte abzuliefern. In der 25. Minute nutzten sie einen Fehlpass der Eisbären für den Anschlusstreffer. Der Spieler mit der Nummer 67 im Ingolstädter Trikot, Marko Friedrich war der Profiteur, gegen seinen Alleingang konnte der Eisbären-Goalie Tobias Ancicka nichts ausrichten. Zum Glück konnten nur zwei Minuten später die Eisbären den alten Abstand wieder herstellen. Manuel Wiederer fälschte einen Schuss Marco Nowak unhaltbar für den Goalie ab. Im Mittelabschnitt mussten die Eisbären eine fast vierminütige Unterzahl überstehen. Goalie Ancicka steigerte sich von Minute zu Minute, seine ansteigende Formkurve kommt zur rechten Zeit. Das Goalie-Experiment wurde im Zusammenhang mit der Saisonbilanz vielfach kritisiert.

Im Schlussabschnitt sorgte ein weiterer Eisbärentreffer für Beruhigung. Ein Treffer von Zachary Boychuk stellte in der 44. Minute das Ergebnis auf 4:1. Alle Eisbärentreffer fielen bis dahin bei voller Besetzung. Eine Powerplay-Chance konnte sie nicht nutzen. Dafür konnten sie ab der 54. Minute ihr Unterzahlspiel trainieren. Ingolstadts Trainer Mark French nahm den Goalie vom Eis. In der dieser Phase musste Eisbären-Kapitän Frank Hördler verletzt das Eis verlassen. Den Sieg endgültig in Sack und Tüten brachte in der 56. Minute Yannick Veilleux. Sein Schuss, abgegeben von der Höhe des eigenen Tores, fand den weiten Weg in das verwaiste gegnerische Tor. Das 5:1 war dann auch das Endergebnis. Die 12.992 Zuschauer in der Arena feierten anschließend ihre Mannschaft gebührend.

Bereits am Dienstag, 28.02.2023 geht es für die Eisbären in Bremerhaven weiter. Die Hoffnung lebt weiter.

Hilalspor hat Sparta und die Füchse im Nacken

Der Stand nach dem 20. Spieltag in Berlins höchster Klasse: Das Topspiel der Woche, Tabellenführer gegen den Tabellendritten, die Füchse Berlin in der Kienhorststraße endete 2:1 auf dem Wackerplatz für die Reinickendorfer. Das freute vor allem Sparta Lichtenberg, den Tabellenzweiten, denn Sparta siegte ebenfalls 2:1 gegen den Charlottenburger SC in der Fischerstraße. Sparta bleibt mit nunmehr 43 Punkten eng an Hilalspor mit 49 Punkten dran. Der SCC rutscht mit nach wie vor 23 Punkten auf Platz 14 und ist punktgleich mit dem BFC Preussen. Der BFC verlor sein Heimspiel an der Malteserstraße mit 1:3 gegen Berlin Türkspor, jetzt mit 26 Punkten Tabellen elfter.

Beachtenswert, wie die Füchse mit 45 Punkten weiter nach oben in den Kreis der Aufstiegskandidaten klettern, nur einen Punkt hinter Sparta. Unter den ersten Drei wird aller Voraussicht nach die Entscheidung in der Meisterschaft der Berlin-Liga fallen. Der Vierte, der Berliner SC (jetzt 40 Punkte) gewann zwar ebenfalls sein Heimspiel gegen SV Empor 1:0, hinkt jedoch etwas hinterher. Wer hat die besseren Nerven und vor allem die bessere Konstanz in der Endphase? Spannung ist angesagt.

Der Blick nach unten zeigt wohl drei Absteiger: 16. ist Al-Dersimspor (14 Punkte), 17. Stern Marienfelde (7 Punkte) und 18. Lichtenrader BC (3 Punte). Der Abstand zum rettenden Ufer ist einfach zu groß. Da wird sich wohl keine dieser drei Vereine noch berappeln. Bereits am Freitag, 24.02.2023 ab 19.30Uhr, spielt am Heckerdamm Berlin Türkspor gegen TSV Mariendorf. Am Samstag, 25.02.2023 dann ab 14.00 Uhr stehen zwei Partien auf dem Plan: TSV Rudow – SD Croatia, Stubenrauchstraße. Croatia, ließ nach dem Trainerwechsel, der 0:5 Pleite gegen Hilalspor, erneut Federn. Es sei denn, sie waren mit dem 1:1 zu Hause im Friedrich-Ebert-Stadion gegen Stern 1900 zufrieden. Beim TSV Rudow soll es am Samstag, 25.02.2023 aufwärtsgehen.

Der kommende Sonntag, 26.02.2023 beschert uns fünf Begegnungen: 11.00 Uhr, BFC Preussen – Al-Dersimspor, 11.30 Uhr, Spandauer Kickers – Berliner SC, 11.45 Uhr, Stern Marienfelde – Frohnauer SC und 15.00 Uhr, 1. FC Wilmersdorf – Lichtenrader BC. Der Knüller, Erster gegen Zweiter in der Wiener Straße, Hilalspor – Sparta Lichtenberg.

Christian Zschiedrich

Herbe Niederlagen für die Berliner Spitzenclubs

NOFV Oberliga Nord

Die Zehlendorfer Hertha zu Hause gegen Hansa Rostock II und Hertha 06 beim Rostocker FC sind förmlich eingebrochen. Durch die Niederlagen am 21. Spieltag erhielten die Meisterschaftsambitionen einen Dämpfer. Die Zehlendorfer verloren ihr Heimspiel mit 0:4 und gar mit einer 0:5 Niederlage schickte der Rostocker FC die Charlottenburger Hertha wieder nach Berlin zurück. Die beiden Rostocker Vereine haben noch ein Spiel weniger ausgetragen. Der Nachwuchs des FC Hansa will unbedingt aufsteigen. Spärlich bis bescheiden die Zuschauerzahlen, im Ernst-Reuter-Sportpark waren 315 und in Rostock gar nur 73 Zuschauer Augenzeugen.

Blau-Weiß 90, aktuell Tabellensechster, spielte im Volkspark Mariendorf nur 2:2 gegen die TSG Neustrelitz. Der SV Tasmania gewann bei Optik Rathenow schon wieder 1:0. Damit zog Tasmania mit Optik punktemäßig gleich. Drei Vereine, Mecklenburg Schwerin, SV Tasmania und Optik Rathenow (zwei Spiele weniger) haben jetzt 19 Punkte. Über die Abstiegsregelung haben wir letzthin bereits informiert. Tasmania hing auf einen der vier direkten Abstiegsplätze. Zuvor hat der 3:1-Sieg gegen Blau-Weiß 90 garantiert Zuversicht gebracht. Jetzt weist die Tabelle den 15. Platz aus.

Der SC Staaken rutscht weiter ab, ist jetzt mit 17 Punkten Vorletzter, kassierte beim 1. FC Frankfurt eine 1:3-Niederlage. Eintracht Mahlsdorf dagegen holte auswärts, ein 1:1, bei Union Fürstenwalde, wenigstens einen Punkt. Von 18 Mannschaften nehmen die Mahlsdorfer den 9. Platz (28 Punkte) ein. Der 21. Spieltag bescherte den Berliner Vereinen wenigstens einen Sieg, der TuS Makkabi gewann vor 39 Zuschauern im Mommsenstadion mit 2:0 gegen Dynamo Schwerin. Der Aufsteiger spielt eine beachtliche Saison.

Ein Blick auf den kommenden 22. Spieltag: Vier Heimspiele für Berlin! Am Samstag, 25.02.2023 ab 14.00 Uhr, SC Staaken – Rostocker FC, und Sonntag, 26.02.2023 ab 14.00 Uhr, Sömmeringstraße, CFC Hertha 06 – MSV Pampow; SV Tasmania – TuS Makkabi, Werner-Seelenbinder-Sportpark; Am Rosenhag empfängt Eintracht Mahlsdorf die TSG Neustrelitz. Nur Blau-Weiß 90 muss am Samstag, 25.02.2023 bereits ab 13.00 Uhr, bei Optik Rathenow auswärts ran.

Christian Zschiedrich

Pokalfinale: Ein neues Kapitel

Nach der erfolgreichen Verteidigung der Tabellenführung in der Volleyball Bundesliga beginnt für die BR Volleys am heutigen Montag die einwöchige Vorbereitung auf das große DVV-Pokalfinale (26. Feb um 14.00 Uhr). Vor dem nunmehr vierten Auftritt in Mannheim ist die Bilanz der Berliner positiv: Zwei glanzvollen Siegen steht eine bittere Niederlage in der SAP Arena gegenüber. Am Sonntag wird die Pokalgeschichte nach dem Match gegen die SWD powervolleys Düren um ein weiteres Kapitel reicher sein.

Dass sich die SCC Volleyballer/BR Volleys viele Jahre lang mit dem DVV-Pokal schwer taten, ist kein Geheimnis. Nach drei Titeln (1994, 1996 und 2000) erlebten die Berliner und ihre Fans eine lange Durststrecke, bis bei der Premiere in Mannheim im Jahr 2016 die begehrte Trophäe endlich wieder in die Hauptstadt geholt werden konnte. Zuvor war Halle (Westfalen) von 2006 bis 2015 das „Pokal-Mekka“, dann trat die SAP Arena an die Stelle des Gerry Weber Stadions. Beim ersten Aufschlag vor sieben Jahren pilgerten direkt 12.000 Volleyballfans nach Mannheim und die legendäre Triplesieger-Mannschaft um Kapitän Robert Kromm spielte stark auf. Nehemiah Mote musste, damals noch im Trikot des TV Ingersoll Bühl, die Überlegenheit des Kontrahenten anerkennen. Das BR Volleys Team siegte mit 3:0 bei lediglich 47 gegnerischen Punkten und brach damit den zuvor 16 Jahre dauernden Bann. Damals durfte auch Ruben Schott mitjubeln, auf den nun seine dritte Finalteilnahme wartet.

Ein Jahr später liefen die Berlin Recycling Volleys erneut in der SAP Arena auf, diesmal gegen den Rekordpokalsieger aus Friedrichshafen. Das VfB-Team von Coach Vital Heynen war in jener Saison 2016/2017 bis zum Playoff-Finale das Maß der Dinge und auch Ende Januar im Pokalfinale noch zu stark für die Hauptstädter. In einem hochklassigen Endspiel mit drei Satzverlängerungen zogen die Männer von der Spree letztlich mit 1:3 den Kürzeren.

Nachdem man anschließend zweimal ebenso vorzeitig wie bitter ausgeschieden war, ging im Jahr 2020, in der zweiten Saison mit Trainer Cedric Enard der Traum vom Finaleinzug wieder in Erfüllung. Erneut waren mehr als 10.000 Zuschauer live dabei, als die BR Volleys in eindrucksvoller Manier die SWD powervolleys Düren mit 3:0 besiegten. Benjamin Patch, Sergey Grankin und Samuel Tuia liefen in Mannheim zur Höchstform auf und boten auf großer Bühne eine ebenso große Show.

Bei der nun bevorstehenden Neuauflage sind neben dem Trainerteam nur noch Adam Kowalski und Cody Kessel im BR Volleys Kader übriggeblieben. Auf Dürener Seite können insgesamt sieben Spieler von damals einiges an Motivation für die Revanche ziehen. Headcoach Enard schwelgt zwar auch gern in Erinnerungen, denkt jedoch im Hier und Jetzt: „2020 war für uns alle ein großartiges Erlebnis, aber für das Duell in diesem Jahr zählt das nichts. Wir haben jetzt eine komplett andere Mannschaft, die ihren eigenen Sieges- und Erfolgshunger entwickelt hat. Das wollen wir in Mannheim beweisen.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Sebastian Wells

Vier Nachholspiele und volles Programm am 21. Spieltag

Lichtenberg 47 musste zum Nachholspiel nach Cottbus reisen, 4.121 zahlende Zuschauer und Trainer Claus-Dieter Wollitz freuten sich über fünf Tore. Der Gast dagegen zog die Reißleine, entließ Trainer Murat Tick. Lichtenberg 47 jetzt in Abstiegsnot, 15 Punkte, Platz 16 könnte am Saisonende den Abstieg bedeuten. Auf dem drittletzten Platz abgerutscht und die deutliche Niederlage, das war dem Vorstand der 47er zu viel. Murat Tick musste gehen und ohne ihn, mit Trainer Uwe Lehmann, holten die Lichtenberger im darauf folgenden Heimspiel gegen Chemie Leipzig vor 1.146 Zuschauern im Zoschke, torlos wenigstens einen, den 16 Punkt. Ob es so weiter geht?

Am Freitag, 24.02.2023 ab 19.00 Uhr, tippen wir auf VSG Altglienicke im Jahnsportpark. VSG spielte dreimal in Folge zu null und gewann zuletzt mit 1:0 in Luckenwalde. Altglienicke könnte mit einem weiteren Auswärtssieg am Dienstag, 21.02.23 im Nachholspiel wieder ein ernstes Wörtchen in der Spitzengruppe mitreden. Allerdings dürften die Trauben beim Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt hoch hängen. Der Aufsteiger beeindruckte vor 957 Zuschauer im Poststadion und besiegte den BAK 07. Der Athleten rutschte auf den 9. Tabellenplatz ab ins Mittelmaß und haben ein Nachholspiel am Mittwoch, 22.02.2023 bei Hertha BSC II im Amateurstadion vor der Brust. Herthas Nachwuchs siegte zuletzt 3:1 vor 668 Zuschauern, nach einem 0:1 Halbzeitrückstand, gegen Tennis Borussia, dem Tabellenletzten. Dem BAK ist durchaus zuzutrauen, die Punkte entführen.

Die Regionalliga Nordost ist ja sehr berlinlastig und so sind Stadtderbys quasi Alltag. Altglienicke empfängt Lichtenberg und ebenfalls am Freitag, 24.2.23, ab 19.00 Uhr, heißt es im Mommsenstadion, Tennis Borussia gegen den FC Viktoria 89. Achtung TeBe, Viktoria siegte, zuletzt mit 3:0 gegen den Chemnitzer FC und in Babelsberg wurde 2:0 gewonnen. Die Keskin Schützlinge scheinen in der Spur zu sein und wollen weiter nach oben klettern. Der BFC Dynamo verlor vor 4.049 Zuschauern mit 0:2 in Jena. Im Sportforum ist das Heimspiel des BFC, für Sonntag, 26.02.2023 ab 13.00 Uhr, gegen den 1. FC Lok Leipzig angesetzt.

Energie Cottbus gewann das Nachholspiel mit 5:0 gegen Lichtenberg, das folgende 1:1 in Meuselwitz reichte nur für Platz 3 mit aktuell 37 Punkten. Unter der Woche, Mittwoch, 22.02.2023 steht ein weiteres Nachholspiel im Stadion der Freundschaft an, zu Gast ist Chemie Leipzig. Am darauffolgenden Samstag heißt es Energie Cottbus gegen den Berliner AK 07. Hertha BSC II muss zum Greifswalder FC ins Volksstadion.

Christian Zschiedrich

Tabellenführung klar behauptet

Die BR Volleys haben ihre Spitzenposition in der Zwischenrunde der Volleyball Bundesliga wieder gefestigt. Gegen einen personell geschwächten VfB Friedrichshafen brachten die Berliner eine starke Leistung auf den Court und siegten ohne Umwege 3:0 (25:19, 25:20, 25:20). 5.284 Zuschauer wollten sich das Duell der frischgebackenen Champions-League-Viertelfinalisten in der Max-Schmeling-Halle nicht entgehen lassen und sahen, wie MVP Johannes Tille dem Match seinen Stempel aufdrückte.

Zwei Veränderungen nahm Headcoach Cedric Enard gegenüber dem Marathonmatch am Mittwoch gegen Ankara vor – eine notgedrungen, eine gezielt. Nehemiah Mote bekam im Mittelblock die Chance, sich zu beweisen, und anstelle von Ruben Schott (Kniereizung) nahm Cody Kessel für den Deutschen Meister an. Mit dem US-Amerikaner starteten die BR Volleys schwungvoll und Kessel selbst konnte sich im Angriff gleich mehrfach durchsetzen (8:4). Friedrichshafen zeigte mehr Verschleißerscheinungen, standen die Häfler doch vier Tage zuvor ebenfalls fünf Sätze in der Königsklasse gegen Tours VB auf der Platte.  So konnte Kessel mit einem Ass glänzen (10:4) und der Deutsche Meister schlug durch die Bank bärenstark auf (15:6, 19:10). Beide Mannschaften hielten auch lange Ballwechsel für das Publikum im Volleyballtempel bereit, doch das bessere Ende hatten meist die Berliner (25:19).

Mit Tille am Aufschlag und einem 5:0-Lauf eröffnete das Heimteam auch den zweiten Satz mit einem Statement. Anschließend sah sich Mark Lebedew gezwungen zu reagieren und setzte auf Tim Peter anstelle des glücklosen Luciano Vicentin. Die Häfler bekamen ihre berüchtigte Blockstärke an diesem Abend allerdings nicht auf die Platte, stattdessen blockte Anton Brehme krachend gegen Nedeljkovic (15:9). Die Männer in Orange kontrollierten auch diesen Durchgang (21:16) und Timothée Carle durfte ihn aus dem Hinterfeld beenden (25:20).

Acht zu null Asse zugunsten der BR Volleys standen nach zwei Sätzen zu Buche und auch im Block lag Berlin vorn (4 – 1). Aber Friedrichshafen fand noch einmal neue Energie und konnte Druck aufbauen (8:10). Dann zog sich Peter eine wohl schwerere Verletzung am rechten Sprunggelenk zu. Damit mussten die Gäste, die bereits ohne Cacic, Böhme und Pekovic angereist waren, den nächsten bitteren Rückschlag verkraften. Weil Marek Sotola im Angriff rollte, gelang den Hauptstädtern der Ausgleich (13:13) und pünktlich zur “Crunchtime“ auch der Führungswechsel (21:19). Dabei profitierten die Hausherren von zwei Fehlern von Ziga Stern und einem Block von Kessel (23:19). Standesgemäß beendete Sotola das Match mit einem Ass (25:20) und Tille wurde mit der MVP Medaille dafür belohnt, dass er den Tschechen und seine Nebenmänner so stark in Szene setzte.

Durch den Heimerfolg konnte der Vorsprung der Berliner (14) auf Friedrichshafen (9) auf fünf Punkte ausgebaut werden. Bei nur noch drei verbleibenden Spielen bis zum Playoff-Start ist dies ein wertvoller Puffer für Tille & Co.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Nur weil ein 3:0 auf der Anzeigetafel steht, war es kein einfacher Sieg für uns. Ruben hat in den letzten Wochen viel Verantwortung übernommen und deshalb war das schon eine veränderte Situation für die Mannschaft heute. Jeder hat dafür etwas mehr gegeben und unser Orchester hat harmoniert. Außerdem war unser Aufschlag einfach wieder stark. Man hat gesehen, wir haben aus dem Erfolg gegen Ankara wichtiges Selbstvertrauen mitgenommen, dass uns heute geholfen hat. Wir wünschen natürlich Tim Peter gute Besserung, das sah leider gar nicht gut aus bei ihm.“

Marek Sotola: „Wir waren heute sehr fokussiert, weil wir nach der Niederlage in Lüneburg wussten, was hier auf dem Spiel steht. Platz eins wollten wir unbedingt verteidigen und das ist uns gelungen. Jetzt konnten wir uns wieder einen wichtigen Vorsprung erspielen, den wir bis zu den Playoffs verteidigen wollen. Man spürt, dass gegen Friedrichshafen immer dieser Schuss Extramotivation im Team ist.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Cody Kessel (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Matheus Krauchuk, Antti Ronkainen, Adam Kowalski

Topwerte
Sotola 20 Punkte, 4 Asse | Kessel 11 Punkte, 2 Blocks | Carle 11 Punkte, 2 Blocks | Tille 4 Asse

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto Credit: Maria Butze

BBSC mit Déjà-vu vom Auswärtsspiel

Volleyball 2. Bundesliga Damen

BBSC Berlin  Schweriner SC II  2:3  (-25, 29, 23, -10, -13 )

Hängende Schultern am Samstagabend in der Köpenicker Hämmerlinghalle: Die Damen des BBSC unterlagen nach knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit den Talenten des Schweriner SC verdient wie beim Hinspiel mit 2:3.

Das hatten sich die Berlinerinnen anders vorgestellt, doch in einem absolut ähnlich laufendem Spiel wie vor ein paar Wochen in der mecklenburgischen Landeshauptstadt fanden die Mädels aus Berlin keine Mittel, um gegen die hochgewachsenen Spielerinnen aus dem Norden zu bestehen. Die Gäste kämpften vorzüglich und boten eines ihrer besten Spiele der Saison. Mit unbändigem Kampfgeist und taktischer Zuverlässigkeit schafften sie es immer wieder, die BBSC-Angriffe zu entschärfen. Die Gastgeberinnen scheiterten reihenweise an einer sehr gut arbeitenden Block- und Feldabwehr, die wie eine Gummiwand immer wieder die Berliner Angriffe zurückwarf. Die ersten 3 engen Sätze waren nach langen Ballwechseln erst nach 100(!) Minuten gespielt. Das Anrennen zermürbte den Willen der Gastgeberinnen. Der 4. Satz ging nachfolgend sogar mit 10:25 aus Berliner Sicht verloren (10 Punkte in Folge für die Gäste bei einer Aufschlagserie von Paulina Ströh). Zum Tiebreak fing sich das Hauptstadt-Team wieder und ging sogar mit 9:4 in Führung. Doch erneut drehten die Gäste auf, glichen aus und sicherten sich den verdienten Sieg in Köpenick. (Mit dem nächsten 3:2 Erfolg der Schwerinerinnen am Sonntagnachmittag – diesmal beim VC Olympia – holten sich die Talente den 3. Sieg in Folge)

Berlins Trainer Jens Tietböhl richtete seine Gedanken bereits auf die kurze Erholungsphase und die nächsten Spiele: „Die 14 Tage bis zum nächsten Auswärtsspiel in Hamburg können wir gut gebrauchen, um nach 3 Niederlagen in den letzten 4 Spielen den Kopf der Spielerinnen wieder frei zu kriegen und die Mannschaft neu auszurichten“.

Das nächste Heimspiel findet erst am 11. März 2023 um 18:00 Uhr gegen den VC Olympia statt.

MVP des Abends wurden Josepha Bock (BBSC) sowie Betty Lange (Schwerin).

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabell Böttcher, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Stephanie Utz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Den Dortmundern ebenbürtig, aber 1:4 verloren

Nach dem 21. Spieltag sieht es alles andere, nur nicht gut für Hertha BSC aus. Tabellenvorletzter, abstiegsgefährdet, mit nur 17 Punkten auf dem Konto. Der Letzte, Schalke 04, erkämpft sich beim Tabellendritten, dem 1. FC Union, das vierte 0:0 in Folge. Immerhin ein Pünktchen und rückt damit etwas näher an Hertha BSC ran. Trotzdem, zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Es sind 4 Punkte Abstand zum Vorletzten und 6 Punkte zum Relegationsplatz. Es sind noch 13 Spiele auszutragen. Auch Hertha ist noch nicht abgestiegen! Bis zum eventuell rettenden Ufer sind es 2 Punkte. Und trotz der Niederlage in Dortmund gab es viel Lob, was den Einsatz und die Spielweise betrifft. Sogar acht Kilometer mehr gelaufen als der Gegner, mehr Torschüsse als die Dortmunder, 12 : 15, dennoch 1:4 verloren. Wie ärgerlich, der Letzte spielte wieder torlos, holte auswärts einen Punkt, der Hertha bleibt nur das Lob. Mal sehen, was sich Hertha dafür kaufen kann. Trainer Sandro Schwarz weiter viel Arbeit haben.

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Wir können wohl festhalten: Hertha ist spielerisch besser als Schalke, spielt den sehenswerteren Fußball. Nach dem 1:2 Anschlusstreffer erspielten sich die Blau-Weißen weitere Tormöglichkeiten. Dortmund kam mittels Standard, Freistoß Reus, zum 3:1. An der Effektivität muss unbedingt weiter gefeilt werden. Ich wiederhole mich: Noch sind sie nicht abgestiegen.

Der kommende 22. Spieltag hat es in sich. Hertha empfängt die zuletzt siegreichen Augsburger. Es ist ein sogenanntes 6-Punkte-Spiel, ein Wegweiser.

Der Berliner Weg, mit dem eigenen Nachwuchs, Marton Dardai, Derry Scherhant, Jessic Ngankam ist richtig und unterstützenswert. Zumal das Geld für teure Stars fehlt. Aus der Not muss eine Tugend gemacht werden. Die Stimmung im Verein und im blau-weißen Berlin wird bestimmt durch die sportliche Leistung. Nur der Erfolg kann der Alten Dame wieder auf die Beine helfen. Nicht „Big City Club“, man wäre froh, sich wieder als solider Vertreter aus dem Bundesliga-Mittelfeld präsentieren zu können.

Christian Zschiedrich