Elfter Meistertitel für die BR Volleys

Die BR Volleys haben ihr Meisterstück vollbracht: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:21) gewann der alte und neue Deutsche Meister das dritte Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen. Damit haben die Berliner eine turbulente Saison erfolgreich abgeschlossen und sich den elften Titel der Vereinsgeschichte gesichert.

Während die BR Volleys in diesem dritten Finale aus dem Vollen schöpfen konnten, ging Friedrichshafen arg gebeutelt in das Match. Martti Juhkami und Avery Aylsworth standen nicht im Kader, Nehemiah Mote wurde angeschlagen nur als Libero aufgeboten und Kapitän Dejan Vincic nahm ebenfalls auf der Bank Platz.  Die Vorzeichen sprachen nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag also deutlich für den Hauptstadtclub. Und so eröffnete Sergey Grankin das Finale auch direkt mit einem „Ass für den Nachwuchs“, denn für jeden Berliner Servicewinner spendet Berlin Recycling 100 Euro. Insgesamt fanden aber die Gastgeber etwas besser ins Spiel und diktierten die Anfangsphase unter anderem mit einem Block gegen Samuel Tuia (5:8). Aber der gebürtige Insulaner ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und servierte bereits das dritte Berliner Ass zum Ausgleich (12:12). Der VfB brachte die Hauptstädter in Zugzwang (14:17), bis Benjamin Patch den Finger gnadenlos in die VfB-Annahme-Wunde hielt. Eine Aufschlagserie des Amerikaners (inklusive drei weiteren Assen) katapultierte die BR Volleys zu einer 23:17-Führung. So konnte Tuia wenig später den ersten Satzgewinn für die Männer in Schwarz erschmettern (25:21).

Mit dem Gewinn des Auftaktdurchgangs hatten die Berliner das Zepter in der Zeppelin-Halle übernommen. In Satz zwei führte die Mannschaft von Cedric Enard durchgängig und wieder war es Patch, der das nächste Ausrufezeichen (diesmal per Singleblock) setzte (14:9). Friedrichshafen war dem Aufschlagdruck der Gäste ohne wichtige Wechseloptionen nicht konstant gewachsen und so blieben die BR Volleys das dominierende Team (19:13, 22:15). Satz zwei durfte Cody Kessel per Angriff die Linie herunter in trockene Tücher packen (25:18). Wie schon in Spiel zwei folgte auch diesmal das Aufbäumen des nie aufsteckenden VfB, bei dem nun Spielführer Vincic auf der Platte stand (10:12, 12:15). Aber der Titelverteidiger blieb selbstbewusst und hatte diesmal in Anton Brehme die nötige Power von der Serviceline (18:17). Der eingewechselte Denys Kaliberda hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Berliner sich drei Matchbälle erspielten (24:21) und den letzten Punkt der Saison 20/21 setzte Linus Weber zum grenzenlosen Berliner Jubel ins Aus (25:21).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin einfach überglücklich, mit diesem Team nach dieser schwierigen Saison Deutscher Meister zu sein. Wir haben uns im ersten Spiel dieser Serie zurückgekämpft und es danach zwei Spiele brillant durchgezogen.  Jetzt wird gefeiert und dann werden die Füße hochgelegt.“
Cody Kessel: „Mir fehlen die Worte. Ich spiele jetzt fünf Jahre in der deutschen Liga und bin endlich Champion. Ich bin überzeugt, wir hätten uns auch im letzten Jahr diesen Titel geholt, und deshalb fühlt es sich wie ein doppelter Lohn an. Wir haben gute Netzhoppers, ganz starke Dürener und am Ende den bis zu diesem Finale dominanten VfB besiegt. Wir dürfen stolz auf uns sein. Wir hätten all das so gern mit unseren Fans durchlebt. Aber ich hoffe, wir konnten ihnen heute etwas zurückgeben.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 18 Punkte, 4 Asse, 2 Blocks | Kessel 8 Punkte, 2 Blocks | Tuia 7 Punkte

Quelle: BR Volleys

Überzeugend zur 2:0-Führung

Mit einem ebenso konzentrierten wie selbstbewussten Heimauftritt haben sich die BR Volleys in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen 2:0-Vorsprung erspielt. In der Max-Schmeling-Halle wiesen die Berliner den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:23) in die Schranken und sind nun noch einen Sieg vom elften Titelgewinn entfernt. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Hauptstädter am Donnerstag (15. Apr um 18.00 Uhr) in Friedrichshafen ihr erstes Matchball-Spiel.

Außenangreifer Cody Kessel hatte sich mit seinem starken Auftritt am Bodensee einen Startplatz für Spiel zwei verdient und ersetzte in der Startformation Timothée Carle. Auch Gästecoach Michael Warm gab seiner Starting-Six mit David Fiel und Martti Jukhami zwei neue Impulse. Anders als noch beim Auftaktspiel am Bodensee waren die BR Volleys dieses Mal aber von Beginn an gut im Spiel. Während sowohl Grankin als auch Vincic sehr darauf bedacht waren, das schnelle Spiel über die Mittelblocker zu etablieren, wog der Auftaktdurchgang direkt hin und her (6:4, 8:9, 14:13).  Ein Ass von Benjamin Patch brachte den Männern in Orange zur Crunchtime das wichtige Break ein (21:19) und dieses verteidigten Grankin & Co, bis Éder den Block zum Satzball setzte (25:22).

Dieser erste Satzgewinn war ein Wirkungstreffer auf Häfler Seite und die Hauptstädter gaben im nächsten Durchgang früh den Ton an. Angeführt vom verlässlich punktenden Patch gab Berlin den Takt vor (7:4, 12:7). Mit einem bestens eingestellten Block machte man den Friedrichshafenern das Leben schwer, so stand der Dreierblock auch gegen den eingewechselten Rares Balean (18:12). Grankin wickelte den Ball zum Ass auf den vierten Meter ein (22:15) und Samuel Tuia beendete Satz zwei per Hinterfeldangriff aus dem Lehrbuch (25:17).

Die BR Volleys erlaubten sich weiter wenig leichte Fehler, doch der VfB bäumte sich in Satz drei noch einmal auf (4:6). Die Mannschaft von Cedric Enard blieb ruhig und konnte dann in Person des späteren MVP Éder wieder zulegen. Ein weiterer Block des Brasilianers brachte die Berliner wieder in die Spur (12:8) und nach einer Aufschlagserie des “Altmeisters“ war eine Vorentscheidung gefallen (17:10). Friedrichshafen hatte im Zuspiel zu Joseph Worsley gewechselt, aber die BR Volleys machten auch davon unbeirrt weiter (19:14, 23:17). Nach gutem Service von Worsley bekamen die Hausherren dann aber doch noch einmal Nervenflattern (24:23), bis ein Fehlaufschlag des US-Amerikaners die Berliner schließlich erlöste (25:23). Michael Warm wählte als logische Konsequenz Éder zum MVP, während Cedric Enard Linus Weber mit MVP-Silber auszeichnete.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war eine sehr geschlossene Teamleistung. Ich fand insbesondere unsere Blockarbeit heute sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Genau dort weiterzumachen, wo wir Donnerstag aufgehört haben. Das Spiel war vielleicht weniger emotional, weil wir immer die Kontrolle hatten und es weniger strittige Situationen gab.“
Kaweh Niroomand: „Das war heute eine richtig gute, konzentrierte Leistung. Wir haben in allen Elementen Druck gemacht. Es fällt schwer, aus dieser hervorragenden Teamleistungen jemanden hervorzuheben, aber Sergey hat das Spiel erstklassig gelenkt. Er hat die Last von Bens Schultern genommen und perfekt verteilt. Dazu ist die “Kampfsau“ Samuel Tuia einfach nicht zu ersetzen. Wir haben heute Donnerstag veredelt, aber das ist nichts wert, wenn wir nun nicht auch dieses Spiel veredeln.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 15 Punkte, 3 Ass | Éder 12 Punkte, 4 Blocks | Cody Kessel, 11 Punkte, 2 Blocks

Christof Bernier

Finalspektakel jetzt in Berlin

Mit einem Volleyball-Feuerwerk haben der VfB Friedrichshafen und die BR Volleys die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft eröffnet. Das Match eins der „best of five“-Serie bot alles, was sich die Fans der Sportart am hohen Netz davon erhoffen konnten. Letztlich waren die Berliner der glückliche Sieger und haben nun am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle eine Möglichkeit, ihre Führung auszubauen.

„Wir haben erst ab dem dritten Satz an diesem Finale teilgenommen“, bringt Cheftrainer Cedric Enard den Start des BR Volleys Teams in die Endspiele gegen den VfB Friedrichshafen auf den Punkt. „Deutlich zu viele Fehler in Annahme, Aufschlag und Angriff“ sowie „eine Art Spiegelbild unserer Saison“ hatte der Franzose gesehen. Denn erst nach großen Anlaufschwierigkeiten und einer Stunde Spielzeit zeigte sein Team, was es zu leisten im Stande ist. In allen Elementen konnte sich der Titelverteidiger steigern und legte auswärts eine furiose Aufholjagd hin. Dabei gaben auch die Wechsel von Enard wichtige Impulse. „Pierre hat das sehr gut gemacht und Cody konnte insbesondere in der Blockarbeit gegen Linus Weber immens helfen“, verteilt der Trainer noch zwei Tage später ein Sonderlob. Schlüssel zum ersten Sieg war auch, dass Benjamin Patch das Duell der beiden Diagonalangreifer gegen den bärenstarken Weber mit vier Punkten mehr und vier Fehlern weniger für sich entschied.

Obwohl sich das Blatt noch zum Guten wendete, gab es auch schlechte Nachrichten: Nachdem die Berliner im Verlauf der Hauptrunde immer wieder von Verletzungssorgen geplagt waren, blieb man davon während der Playoffs zum Glück nahezu verschont. Am Donnerstag holte die BR Volleys das alte Leid jedoch wieder ein. Inzwischen wurde bei Renan Michelucci eine Außenbandverletzung diagnostiziert, bei Pierre Pujol gab es nach muskulären Problemen hingegen Entwarnung. „Ich bin erleichtert, dass es bei Beiden nicht ganz so schlecht aussieht. Wir brauchen jeden Spieler im Kader, das hat man Donnerstag deutlich gesehen.“ Gegen einen stark aufspielenden Gegner und viele Widerstände haben sich Sergey Grankin und Co die 1:0-Führung in der Finalserie erkämpft und dieses “Break“ will man nun auf heimischem Boden verteidigen. Enard macht deutlich: „Jetzt, wo wir Match eins geholt haben, wollen wir unseren Vorteil natürlich nicht wieder abgeben. Dafür müssen wir jedoch von Beginn an so auftreten, wie wir das erste Duell beendet haben.“

Beim Endspielauftakt wurde ein ums andere Mal deutlich, wie sehr beide Mannschaften diesen Titel wollen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fortsetzung am Sonntag in Berlin dem zweieinhalbstündigen Marathon-Match in nichts nachsteht. Maximale Intensität und hohes Niveau wird es auch im Volleyballtempel geben, in den an einem solchen Tag außerhalb der Pandemiezeit wohl bis zu 8.000 Zuschauer strömen würden. Ein Spektakel erwartet Cedric Enard trotzdem: „Es ist ein Finale und das spürt man bei jedem Ballwechsel, bei jeder Aktion, bei jedem Punkt.“

Christof Bernier

BR Volleys – Hoffnung bei Michelucci, Entwarnung bei Pujol

Zwei Schockmomente mussten die BR Volleys beim emotionalen Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen den VfB Friedrichshafen verkraften: Zunächst wurde Renan Michelucci mit schmerzverzerrtem Gesicht von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen, dann signalisierte auch Zuspieler Pierre Pujol muskuläre Probleme. Bei beiden Akteuren stellten sich die Verletzungen nach den Untersuchungen am Freitag als weniger schwerwiegend, als zunächst befürchtet, heraus.

Ein MRT-Termin bei Mannschaftsarzt PD Dr. Oliver Miltner ergab beim Mittelblocker Renan Michelucci eine Außenbandverstauchung im rechten Sprunggelenk. „Es ist glücklicherweise nicht ganz so dramatisch, wie es aussah. Sein Einsatz am Sonntag ist aber fraglich“, erklärt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und ergänzt: „Es war natürlich sehr hilfreich, dass unser Teamarzt Dr. Oliver Miltner direkt vor Ort war und so die optimale Erstversorgung sichergestellt wurde.“ Der 27-jährige Brasilianer war im dritten Satz nach einem Blockversuch auf dem Fuß eines Mitspielers umgeknickt.

Auch Pierre Pujol musste im Laufe des Spiels mit muskulären Beschwerden an der Quadrizepssehne (rechts) den Court verlassen, nachdem er zuvor für Sergey Grankin eingewechselt worden war. Beim französischen Zuspieler kann Niroomand sogar eine erste Entwarnung geben: „Wir gehen davon aus, dass er am Sonntag wieder auflaufen kann.“ Wie wichtig der 37-Jährige für das BR Volleys Team ist, bewies Pujol nach seiner Hereinnahme, als mit ihm die Wende zum Auswärtserfolg eingeleitet wurde.

Die Finalserie wird am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) live auf SPORT1 fortgesetzt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zehnter Finaleinzug in Serie perfekt

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys stehen zum zehnten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft. In einem letzten, unheimlich intensiven Halbfinale bissen sich die Hauptstädter erneut mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) gegen starke SWD powervolleys Düren durch. Nun wartet in der Finalserie einmal mehr der VfB Friedrichshafen auf die Berliner um den brasilianischen MVP des Abends, Éder Carbonera (13 Punkte, 4 Asse).

Der Finaleinzug ist perfekt – Freude bei Cody Kessel und Samuel Tuia
Foto | Credit: Florian Zons

Jedem war klar, dass diese Serie zwischen Düren und Berlin auch in Spiel drei noch einmal Volleyball auf Spitzenniveau bieten würde. Die Anspannung in diesem Halbfinal-Showdown war von Beginn an greifbar und die Gastgeber münzten diese zuerst in positive Energie um (1:4). Ein erstes Éder-Ass brachte dann aber Schwung ins Berliner Spiel (4:4, 8:7). Jedoch ließ die Dürener Antwort nicht lange auf sich warten und nach einem Ass von Sebastian Gevert zogen die Hausherren im ersten Satz auf 11:16 davon. Wieder musste erst Éder zum Aufschlag kommen, um die BR Volleys in den Satz zurückzubringen (15:16). Dennoch setzte Cedric Enard mit der Einwechslung von Cody Kessel einen neuen Impuls. Die ersten zwei Chancen, den Auftaktsatz zu gewinnen, hatten die Powervolleys, aber Patch servierte das wichtige Ass zum Ausgleich (24:24). Mit einem krachenden Single-Block gegen Tobias Brand brachte schließlich Kapitän Sergey Grankin höchstselbst sein Team auf die Siegerstraße in Satz eins (27:25).

Der Anfangsphase von Durchgang zwei drückte Routinier Björn Andrae seinen Stempel auf (2:6). Grankin zog nun vermehrt die Option des Schnellangriffs über Anton Brehme und servierte dazu auch noch stark, sodass die Hauptstädter schnell den nächsten Rückstand egalisierten (10:10). Das dritte Èder-Ass des Abends bescherte den Berlinern die 13:12-Führung und das Break-Festival in der Dürener Arena ging weiter. Beide Mannschaften hielten den Aufschlagdruck hoch (18:15, 22:19) und am Ende verwertete der gut aufgelegte Kessel den Satzball zur 2:0-Führung (25:21).

Nach dem nächsten guten Dürener Start machte Grankin deutlich, dass er gern in drei Sätzen ins Finale einziehen wollte. Erst setzte der Russe den nächsten Single-Block (7:5), dann stopfte er den zweiten Ball ins Dürener Feld (9:6) und legte auch noch ein Ass nach (11:7). Allerdings gaben die selbstbewussten Rheinländer keineswegs auf und so wog das Match weiter hin und her (12:13, 19:18, 21:23). Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, weil sich schließlich Düren für den großen Aufwand belohnte (22:25). Der Satzverlust brachte die BR Volleys aber nicht von ihrem Kurs ab. Mit weiter hohem Aufschlagdruck – exemplarisch dafür standen die Asse von Youngster Brehme (6:5, 16:11) – blieb man auf Finalkurs. Dann hatte Gevert wieder Grund, seine Freude herauszuschreien, denn erneut kamen die Rheinländer zurück (17:17). Den immens wichtigen Block gegen den chilenischen Nationalangreifer setzte dann Brehme (22:19) und den dritten Berliner Matchball eines ebenso intensiven wie hochklassigen Duells verwandelte Cody Kessel zum umjubelten Finaleinzug (27:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Diese Serie hat ihr würdiges, hochemotionales Ende gefunden. Nach dem ersten Spiel war uns klar, wie schwer ein Comeback werden würde. Der Sieg am Mittwoch hat uns unheimlich Selbstvertrauen gegeben. Wir haben wieder an uns geglaubt und sind in dieser Serie als Mannschaft gewachsen. Jeder hat in den anderen vertraut und das war heute der Schlüssel zum Sieg.“
Cody Kessel: „Dieser Sieg fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben als Team viele schwierige Momente in dieser Saison überstanden. Mir fehlen schon etwas die Worte. Wir haben gegen eine unglaublich starke Dürener Mannschaft gespielt, die uns über drei Matches alles abverlangt hat. Auch sie dürfen stolz auf dieser Serie sein, auch wenn das vielleicht noch ein paar Tage dauern wird. Unsere Freude ist riesig, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt das Finale gegen Friedrichshafen spielen dürfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 19 Punkte | Éder 13 Punkte, 4 Asse, 78 % Angriffsquote | Anton Brehme 12 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Friedrichshafen gewinnt in Berlin

Die Siegesserie der BR Volleys in der Volleyball Bundesliga ist gerissen. In einem packenden Spiel unterlagen die Hauptstädter am Mittwochabend einem starken VfB Friedrichshafen mit 1:3 (22:25, 27:29, 25:23, 22:25). Während die Berliner in der Tabelle nun auf Verfolger Düren schauen müssen, können die Häfler mit acht Punkten Vorsprung für die Playoffs mit Platz eins planen.

Es war alles angerichtet für einen spannenden Volleyball-Abend in der Max-Schmeling-Halle und live auf SPORT1: Mit Unterstützung des „Sponsor des Tages“, der Berlin Recycling GmbH, und großer Beteiligung der Fans stand eine Wand von 400 Pappaufstellern für dieses „Duell der Giganten“ hinter dem BR Volleys Team. Coach Cedric Enard gab gegenüber dem Spiel in Giesen Cody Kessel den Vorzug im Außenangriff, sein Landsmann Benjamin Patch war zurück im Kader, stand aber noch nicht in der Startformation.

Das Match begann eines Spitzenspiels würdig mit zunächst stabilem Angriffsspiel aus der eigenen Annahme. Auf beiden Seiten setzten die Diagonalangreifer die ersten Ausrufezeichen. Linus Weber donnerte teilweise spektakulär Ball um Ball ins Berliner Feld (9:10), bis Davy Moraes mit zwei Assen eine Antwort gab (12:11). Insgesamt zeigte sich der VfB allerdings etwas sicherer – und das obwohl mit Dejan Vincic der etatmäßige Zuspieler fehlte und von US-Boy Joseph Worsley vertreten wurde. Eine Aufschlagserie des Kubaners Fiel brachte die Berliner unter Zugzwang (12:16, 15:21). Obwohl das Aufbäumen, beispielsweise durch den ersten Éder-Block gegen Weber (18:22), vorhanden war, sicherte sich Friedrichshafen den Auftaktsatz (22:25).

In Durchgang zwei ließen sich die Hauptstädter nicht vom Tabellenführer abschütteln und profitierten vermehrt von Fehlern der Gäste (16:14). Trotz eines aus VfB-Sicht extrem wichtigen Asses von Mote (23:23), erarbeiteten sich die BR Volleys den ersten Satzball. Dieser blieb jedoch ungenutzt und mit einem One-Hand-Block gegen Carle ließ erneut Mote die Gäste jubeln (27:29). Mit Benjamin Patch auf der Platte und einem 4:0-Lauf starteten die Hausherren in Satz drei, wurden aber zügig vom VfB wieder abgefangen (5:5). Der Berliner Block bekam den späteren MVP und Topscorer Weber weiter nicht in den Griff (9:11), dann kam Tuia für Kessel ins Spiel und nach einer Aufschlagserie von Worsley auch Denys Kaliberda (13:17). Als der VfB sich schon im Ziel wähnte (21:23), brachte Kaliberdas Service die Gastgeber zurück (23:23) und zwei Blockpunkte später war zumindest ein Satzgewinn perfekt (25:23).

Die Berliner nahmen den Schwung mit, spielten im Aufschlag ihr vielleicht bestes Saisonspiel und lagen nach einem Patch-Ass in Satz vier erneut vorn (12:10). Dann trumpfte allerdings erneut Weber auf, blockte gegen Tuia zum Ausgleich (17:17), servierte das Ass zum 20:22 und verwandelte wenig später auch den Matchball zum verdienten Auswärtssieg der Häfler (22:25). Friedrichshafen setzt sich mit dem Erfolg an der Tabellenspitze auf acht Zähler ab.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Friedrichshafen ist momentan in einem guten Rhythmus. Wir waren heute einfach zu instabil und nicht effizient genug, um gegen so ein Team erfolgreich zu sein. Ben hat noch nicht viel trainiert, aber direkt gezeigt, wie wichtig er ist. Das Gleiche gilt für Samu, der mit seinem Mindset vorangeht.“

Benjamin Patch: „Diese Saison ist einfach schwierig. Ich hoffe sehr, dass wir ab jetzt verletzungsfrei bleiben. Wir müssen ruhig und geduldig bleiben, um unseren eigenen Rhythmus zu finden. Den hatten wir in der kompletten Saison noch nicht. Das Spiel von heute kann uns dabei sehr helfen, wenn wir die aggressiven Emotionen mitnehmen.“

Michael Warm: „Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung. Wir haben heute gut gespielt, obwohl wir im Zuspiel umbauen mussten. Nach den vielen Siegen hat die Mannschaft das Selbstvertrauen dafür. Berlin hatte viel mit Verletzungen zu kämpfen, da ist es momentan für uns sicherlich einfacher. Linus ist ein sehr wichtiges Puzzleteil, das sehr gut von unseren Zuspielern eingesetzt wird. Er entwickelt sich von Woche zu Woche hervorragend.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Timothée Carle (AA), Anton Brehme und Éder (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda, Renan Michelucci, Samuel Tuia

Topwerte
Timothée Carle 14 Punkte, 4 Blocks
Benjamin Patch 12 Punkt, 2 Asse
Samuel Tuia 3 Blocks, 62 % positive Annahme

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier