BFV beauftragt Studie zur Aufarbeitung seiner NS-Vergangenheit

BFV-Präsident Bernd Schultz Foto: BFV

Der Berliner Fußball-Verband initiiert seit vielen Jahren Kampagnen und Projekte gegen Diskriminierung, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus und engagiert sich für Toleranz, Fairness und Chancengleichheit im Sport und der Gesellschaft. Diese Initiativen entstanden auch aus der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, vor allem der Geschichte der NS-Diktatur.

Die Vorbereitungen zum 125. Jubiläum des BFV und die Erarbeitung der zugehörigen Festschrift sowie der Ausstellung zur Geschichte des Berliner Fußballs haben bei allen daran beteiligten Personen die Erkenntnis gefördert, dass das gegenwärtige Wissen über die Rolle des Berliner Fußballs und das Handeln seiner Funktionäre während der NS-Zeit unzureichend ist. Der BFV nimmt dies zum Anlass, die eigene Vergangenheit mit einer unabhängigen, wissenschaftlichen Studie kritisch aufzuarbeiten und gab dazu im Rahmen des Festakts am 11. September 2022 folgende offizielle Erklärung ab:

„Der Berliner Fußball und seine Akteure, insbesondere der Verband Berliner Ballspielvereine (VBB), haben sich nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 bereitwillig den neuen Herrschern unterworfen, sich gleichschalten lassen und die Strukturen dem NS-Regime angepasst. Im Juli 1933 liquidierten sich der DFB und der VBB selbst. In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 wurden Andersdenkende wie ehemals aktive Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Kommunisten an den Rand gedrängt. Jüdische Mitbürger wurden aus den Fußball-Vereinen ausgeschlossen und ihnen die Teilnahme oder der Besuch an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen verboten. Diese Maßnahmen gehören zu den Verbrechen, die zum millionenfachen Mord und zum Holocaust geführt haben.

Der Berliner Fußball-Verband als Nachfolger des VBB bekennt sich dazu, dass in der Zeit des Nationalsozialismus im Berliner Fußball, in den Vereinen und im Verband Unrecht geschehen ist. Er erklärt, dass er die Geschehnisse, insbesondere den Ausschluss der jüdischen Mitglieder im Jahr 1933 kritisch würdigen sowie seine Rolle während der NS-Diktatur durch eine historische Studie aufarbeiten lassen will. Und vor allem will er zukünftig der Opfer von Diskriminierung, Verfolgung, Gewalt und Ermordung durch die Nationalsozialisten gedenken und an die Verbrechen erinnern, damit dergleichen nie wieder geschehen kann.“

Ein entsprechender Präsidiumsbeschluss zur Beauftragung einer wissenschaftlichen Studie wurde bereits gefasst. Der BFV wird noch im Herbst 2022 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Sport in einem Gremium versammeln, um die Grundsätze der Studie zu definieren und eine geeignete Fachkraft bzw. Institution für die Umsetzung des Vorhabens auszuwählen. Der BFV stellt sich das Ziel, die Ergebnisse der Studie im Vorfeld der UEFA EURO 2024 in Deutschland der Öffentlichkeit vorzustellen.

Quelle: Berliner Fußball-Verband/Janosch Franke

Union geht durch die Decke und Hertha punktet

Der 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga Saison 2022/23 wird den fußballbegeisterten Berlinern in besonderer Erinnerung bleiben. Hertha scheint auf dem langsamen Weg der Besserung zu sein und holte vor 40.643 Zuschauern im Olympiastadion immerhin einen Punkt. Partie gedreht, die zwischenzeitliche 2:1 Führung hielt nur fünf Minuten. Das Unentschieden wurde den gezeigten Leistungen auf dem Platz gerecht.

Einen Tag später, am Sonntag, 11. September traten die Eisernen aus Köpenick beim 1. FC Köln an. Der FC Bayern hatte im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart Federn gelassen und mit einem Sieg in Müngersdorf wären sie Tabellenführer, wenigstens bis zum Schlusspfiff in Freiburg. Ein durch Sheraldo Becker erzwungenes Eigentor nach nur vier Spielminuten brachte den Sieg. Union verschoss noch einen Elfer und erzielte ein Abseitstor. Mit 14 Punkten sind die Wuhlheider jetzt alleiniger Tabellenführer der Bundesliga. Wer darauf vor der Saison gewettet hätte, könnte davon eine ganze Weile seine zukünftigen Strom- oder Gasrechnungen begleichen. In Berlin, vereinzelt sogar in den Westbezirken, wurden Reste vom letzten Silvesterfeuerwerk verbraten. Das ist mehr als nur eine kleine Sensation. „Das Ding ist durch die Decke gegangen“, so die Worte von Präsident Dirk Zingler.

Für die Liga selbst ist das ein kleines Armutszeugnis. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt. Solide Handwerksarbeit zahlt sich aus. Vor allem kommt es auf die Abwehr an. Nur vier Gegentore in sechs Spielen und noch ohne Niederlage, das ist beachtlich.

Die nächsten Aufgaben lauten FSV Mainz 05 auswärts, für die Hertha und Union spielt zu Hause gegen den VfL Wolfsburg, der Max Kruse ausgebootet hat.

Hans-Peter Becker

Foto: Christian Zschiedrich

Trainer Siewert zurück – Füchse gewinnen 31:21 gegen TVB Stuttgart

Die erste gute Nachricht gab es vor dem Spiel. Trainer Jaron Siewert hat seine Arbeit als Chefcoach wieder aufgenommen. Während der Saison-Vorbereitung hatte der 28-jährige einen Schlaganfall erlitten. Jetzt erhielt er von den Ärzten grünes Licht für seine Rückkehr.

Was seine Mannschaft im dritten Saisonspiel vor den 6.287 Zuschauern anfangs gegen die bisher sieglosen Stuttgarter bot, war nicht dazu geeignet, ihm einen ruhigen Abend zu bereiten. Das Angriffsspiel zu statisch, die Zahl der Fehlpässe zu hoch, die Würfe zu ungenau. Hätte nicht Keeper Viktor Kireev, der russische Nationaltorhüter, stand das erste Mal über 60 Minuten im Tor der Berliner, zwei Siebenmeter gehalten, die Gäste hätten nach 15 Minuten deutlicher, als nur mit 6:4 führen können.

Mit der Einwechslung von Neuzugang Matthias Gidsel schien ein Ruck durch die Reihen der Gastgeber zu gehen. Die Füchse starteten einen 7:0-Lauf, zu dem der dänische Halbrechte selbst drei Tore beisteuerte, und verwandelten so den Rückstand in eine 17:10-Führung zur Pause, an der auch Silvio Heinevetter nichts ändern konnte. Der ehemalige Berliner hütete von der 15. Minute an das Stuttgarter Tor.

Die zweite Spielhälfte gestalteten die Füchse dann überlegen. Die Führung wurde ausgebaut. Auch als Siewert frische Spieler von der Bank brachte, gab es keinen Bruch im Spiel der Gastgeber, was „von der hohen Qualität zeugt, die wir im Kader haben“, wie Sportvorstand Stefan Kretzschmar fand. Trotz des am Ende deutlichen 31:21-Sieges sah der insgesamt zufriedene Jaron Siewert auch „viel Verbesserungspotential“.

Dieses muss bereits am Donnerstag (15.9.) aktiviert werden. Dann stehen die Füchse im Auswärtsspiel bei der SG Flensburg-Handewitt vor der ersten großen Bewährungsprobe dieser Saison. Das nächste Heimspiel gibt es am 22.9. gegen Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 1; Holm 5; Andersson 3; Lindberg 6/2; Gidsel 4; Freihöfer 6; Vujovic 2; Marsenic 3; Drux 1

Der von Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning trainierte Kooperationspartner 1. VfL Potsdam gewann in der 2. Bundesliga sein Auswärtsspiel bei der HSG Konstanz mit 31:23 und ist nach dem zweiten Spieltag Tabellenführer.

Herbert Schalling

Viktoria holt ersten Saisonsieg

Am 5. Spieltag in der Regionalliga Nordost hatten die Fußballfreunde in Berlin zwei Derbys zur Auswahl, die zudem zeitgleich angepfiffen wurden. In Lichtenberg, empfingen im „Zoschke“ die dort beheimateten 47’er die VSG Altglienicke und nur etwa 10 Kilometer Luftlinie entfernt im Jahnsportpark kämpften Viktoria und Tennis Borussia um Punkte. Im Wettbewerb um den Zuspruch an zahlenden Zusehern hatte der Jahnsportpark die Nase vorn. Leider war es nur dreistellig, im Zoschke entrichteten 595 ihren Obolus, im Prenzlauer Berg 711.

Im „Zoschke“ siegte Altglienicke durch einen Treffer von Patrick Breitkreuz in der 49. Minute mit 1:0. Minimalistisch war es zunächst auch im Jahnsportpark. TeBe gehörte die Anfangsphase. Viktoria kam schwer in die Partie, den ersten Torschuss gab in der 11. Minute Rückkehrer Shalva Ogbaidze ab. Daraus resultierte auch der erste Eckball für Viktoria.

Nach einer halben Stunde stellte Semih Keskin seine Himmelblauen taktisch um. Samir Werbelow und Moritz Seiffert tauschten die Seiten und es ging im 4-2-3-1 weiter. Es ging vor allem darum, auf der rechten Seite TeBe`s Eke Uzoma besser in den Griff zu kriegen. Die Maßnahme tat ihre Wirkung. Hatte nach Aussage von Trainer Abu Njie seine Mannschaft die beste erste Halbzeit der Saison abgeliefert, sah die zweite Halbzeit ganz anders aus. Viktoria übernahm das Kommando, von Tebe`s anfänglicher Feldüberlegenheit blieb nicht viel übrig. In der 69. Minute war es so weit, die Führung für Viktoria die logische Folge. Neuzugang und Dynamo Dresden Leihgabe Phil Harres traf mit dem Innenrist, die Vorlage lieferte von der linken Seite Werbelow. TeBe`s Abwehr war gänzlich unsortiert, einschussbereit stand auch Berk Inaler bereit. Der Sechser Inaler war es dann, der in der 74. Minute für die 2:0 Führung sorgte. Die Vorarbeit kam vom pfeilschnellen Seiffert. TeBe muss zumindest eine gute Moral bescheinigt werden. Sie gaben nicht auf und wurden in der 82. Minute mit dem Anschlusstreffer belohnt. Torschütze war Top-Neuzugang Eke Uzoma. Es war zu spät, letztlich hatten die Veilchen aus Charlottenburg einige konditionellen Probleme, so konnte die junge Viktoria Mannschaft um Trainer Keskin endlich den ersten Sieg in der Regionalliga-Saison feiern.

Am 6. Spieltag muss Viktoria beim Aufsteiger in Greifwald ran, TeBe empfängt im heimischen Mommsenstadion den SV Babelsberg.

Die anderen Berliner Vereine in der Regionalliga Nordost hatten keine Niederlagen zu melden. Der BFC holte in Leipzig-Probstheida beim 1. FC Lok ein 0:0. Hertha II war im Heimspiel siegreich gegen Greifswald und der Tabellenführer BAK 07 verteidigte den Spitzenplatz mit einem 2:1 Sieg gegen Energie Cottbus.

Hans-Peter Becker

Eisbären verlieren gegen Göteborg

An das Hinspiel am 3. September in Göteborg hatten die Eisbären keine gute Erinnerung. Sie verloren im Scandinavium mit 1:7. Das Rückspiel im Wellpalast ließ zum Beginn ähnlich schlimmes erwarten. In Schweden lagen sie bereits nach 35 Sekunden mit 0:1 hinten, dauerte es Donnerstagabend, am 8. September, immerhin 89 Sekunden bis Schweden trafen. Verteidiger Tom Nielson war der Torschütze, der eine mustergültige Kombination für die Schweden vollendete. Sehr zum Jubel der mitgereisten Fans aus Schweden. Sie mussten sich kräftig schütteln, die Hausherren des Wellis, es dauerte bis zur 5. Spielminute und dem ersten Torschuss der Eisbären, abgegeben von Manuel Wiederer.

Die Eisbären, angetrieben von 2.230 Zuschauern, steigerten sich. Ein weiterer Treffer fiel nicht mehr bis zur ersten Pausensirene. Der Ausgleich gelang den Eisbären in der 24. Minute durch Marco Baßler, die Vorlage kam von Kapitän Frank Hördler. Ein weiteres Verteidiger-Tor brachte in der 31. Minute Göteborg erneut in Front. Christian Folin war der Torschütze. Nur knapp zwei Minuten später nutzten die Eisbären eine Überzahlchance und stellten die Partie wieder pari. Matt White war für das Spezial-Team erfolgreich und ließ dem jungen dänischen Nationaltorwart Frederik Dichow im Tor von Frölunda Göteborg keine Chance der Abwehr.

CHL Pokal Foto: Becker

Mit dem 2:2 ging es in den Schlussabschnitt. Ein offener Schlagabtausch, mit einigen Monstersafes von Eisbären-Goalie Juho Markkanen ging für die Eisbären unglücklich zu Ende. Es waren noch 39 Sekunden auf der Spieluhr, da sprang der Puck unglücklich vom Plexiglas zurück auf den Schläger von Jonas Müller, Ryan Lasch, der Flügelstürmer der Gäste stocherte mit, das Streitobjekt landete im Tor vor der Gästetribüne. Die aus Sicht der Eisbären unglückliche 2:3 Niederlage war besiegelt.

Serge Aubin, der Eisbären-Trainer, in seiner Wertung des Spiels: „Wir haben heute gut gespielt und hart gekämpft. Ein Punkt wäre verdient gewesen, in dieser engen Partie. Wir haben uns in allen Bereichen verbessert. Juho Markkanen hat sehr gehalten. Bei Göteborgs Siegtreffer hatten wir Pech, dass der Puck unglücklich von der Bande abgeprallt ist. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, vor unseren Fans zu spielen. Ihre Stimmung war grandios.“

Am Samstag, 10. September, geht es bereits weiter. Erneut im Welli wird der französische Meister aus Grenoble erwartet. Das Hinspiel hatten die Eisbären gewonnen und sind nach der Niederlage bereits zum Siegen verdammt, um die Playoff-Chancen zu wahren.

Hans-Peter Becker

Wasserfreunde Spandau 04 verpflichten Roman Shepelev

Eine immense Verstärkung kann das Wasserballteam (männlich) der Wasserfreunde Spandau 04 verkünden. Mit Roman Shepelev kommt ein russischer Nationalspieler an die Havel, der das neue Team, um den ebenfalls neuen griechischen Trainer Sakis Kechagias verstärken wird.

Roman hatte bereits 150 Einsätze in der russischen Nationalmannschaft und nahm mit dieser schon an mehreren Europameisterschaften teil. Er spielte von 2010-2017 für Sintez Kasan, dann 3 Jahre für Dynamo Moskau, bis er wieder nach Kasan zurückkehrte und dort 2 weitere Jahre verbrachte.

Nun ist er endlich in Berlin angekommen, nachdem er auf das Visum, zur Einreise nach Deutschland, viele Wochen warten musste. Dmitrii Kholod, einer der Leistungsträger des Spandauer Teams, freut sich besonders, mit seinem russischen Teamkollegen für die Wasserfreunde auf Torejagd zu gehen.

Quelle und Foto: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Erfolgreiches Wochenende für die Berliner Bundesligisten

Insgesamt sechs Punkten wurden es zwar nicht, aber die Ausbeute von insgesamt vier Zähler kann sich mehr als nur sehen lassen. Der 1. FC Union trotzte dem übermächtigen FC Bayern einen Punkt ab und einen Tag später holte sich Hertha in Augsburg den ersten Dreier der Saison ab.

Die Eisernen liefen fast 7 km mehr als der Gegner und hielten mit Härte dagegen. Die Bayern waren darauf vorbereitet. Den überraschenden Rückstand konnten sie innerhalb weniger Minuten ausgleichen. Sheraldo Becker erzielte bereits seinen fünften Treffer in der noch jungen Saison. Das Matchglück blieb den Eisernen treu. Der Freistoß, der dem Becker-Treffer vorausging, war keiner. Schiedsrichter Frank Willenborg war auf Andras Schäfers Finte hereingefallen. Ein korrektes Tackling von Bayern-Verteidiger Upamecano wurde als Foul gewertet, Schäfer fiel spektakulär. Willenborg tat zwar gut daran, kleinlich zu pfeifen, viele Nicklichkeiten, souverän war seine Zweikampfbeurteilung nicht immer. Der Kicker vergab für seine Leistung lediglich die Note 4.

Die Bayern kamen noch zu einigen Chancen, letztlich blieb es beim 1:1. Durch dieses Ergebnis wurden die Bayern von der Tabellenspitze verdrängt. Von dort grüßt aktuell der SC Freiburg, mal sehen, wie lange das so bleibt. Union und Freiburg sind bereits am Donnerstag, 8. September, in Europa League gefordert. Erster Gegner in der Wuhlheide wird Royale Union Saint-Gilloise aus belgischen Jupiler-Pro Liga sein.

Am Sonntag hatte Hertha das Matchglück auf seiner Seite. Schiedsrichter Harm Osmers wertete Filip Uremovics Notbremse in der 23. Spielminute nur mit der Gelben Karte. Das Tor fiel in der 58. Minute durch Dodi Lukebakio und Hertha hielt diesmal die Null. In der Nachspielzeit entschied ein Konter das Spiel endgültig. Die nächste Aufgabe wartet im Olympiastadion gegen Leverkusen. Die Bayer-Elf hat, wie die Hertha, erst ein Spiel in dieser Saison gewonnen. Vor dem Hertha-Spiel steht in der Champions-League die Aufgabe in Brügge an.

Hans-Peter Becker

Füchse starten mit einem Sieg in die neue Saison

Dröhnende Musik und ein überlauter Hallensprecher, am Sound bei den Füchse-Heimspielen hat sich auch zum Beginn der neuen Saison nichts geändert, zur Freude oder zum Missvergnügen der zahlenden Kundschaft – je nach Geschmack. Nach 84 Tagen Sommerpause erlebten 6.892 Zuschauer beim Spiel gegen Frisch Auf Göppingen wieder Spitzenhandball im Fuchsbau.

Zum akustischen Grunderlebnis in der Max-Schmeling-Halle gehören auch die „Der Hans, der Hans, der kann’s“ – Rufe des Fanklubs, mit denen Tore von Hans Lindberg gefeiert werden. Gestern erklangen sie 12 Mal. Vor dem Spiel war der 41-jährige Rechtsaußen, in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Bundesliga, in die klubinterne „Hall of Fame“ aufgenommen worden.

Füchse-Manager Bob Hanning, der erneut den erkrankten Cheftrainer Jaron Siewert vertrat, vertraute zunächst den aus der letzten Saison bekannten Spielern. Allerdings fanden die, frei nach dem Motto `Aller (Wieder-) Anfang ist schwer` nur schleppend in die Partie.

20 Minuten war es ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnder Führung. Erst nach der Einwechslung der beiden Neuzugänge, des Dänen Matthias Gidsel /Rückraum rechts) und des Schweden Max Darj (Abwehrchef/Kreis) bekam das Spiel der Gastgeber Struktur. Das 17:13 zur Pause wurde allerdings auch durch zwei Rote Karten gegen Göppinger Spieler begünstigt, weil die Gäste, Fünfter der vergangenen Saison, dadurch ihre Formation umstellen mussten.

Nach der Pause setzten die Füchse ihr zielstrebiges Spiel fort. In ihrer besten Phase lagen sie mit zehn Toren in Führung (30:10/47.). Da war schon viel zu sehen von der versprochenen neuen Füchse-Qualität. Schließlich will man, so Bob Hanning vor der Saison, die Champions-League-Plätze (Rang 1 und 2) angreifen.

Als der Trainer Hanning dann in der Schlussphase auch dem „zweiten Anzug“ eine Chance gab – alle Spieler kamen zum Einsatz – wurde jedoch deutlich, dass es einigen (noch) an der nötigen Klasse mangelt, was zum Saison-Auftakt auch verständlich ist. Gewohnt zuverlässig verrichtete dagegen Hans Lindberg seine Arbeit – mit 12 Treffern war er nicht nur bester Füchse-Werfer. Der Däne, zur Zeit Dritter in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga, macht sich mit seinen jetzt 2771 Toren auf, seinen Landsmann Lars Christensen (früher SG Flensburg-Handewitt) anzugreifen. „Nur“ 104 Tore fehlen noch zu Platz 2.

Mit dem 34:27-Sieg waren am Ende sowohl Trainer/Manager Bob Hanning, als auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar zufrieden. Am 8.9. spielen die Füchse in Wetzlar, am 10.9. wieder im Fuchsbau gegen Stuttgart.

Für die Füchse erfolgreich; Wiede 3, Darj 1, Holm 3, Andersson 1, Lichtlein 1, Lindberg 12/8, Gidsel 3, Freihöfer 1, Marsenic 8, Drux 1

Herbert Schalling

Regionalliga Nordost aus Berliner Sicht

Aufmerksamer Beobachter am Sonntagmittag im Jahnsportpark war der Mannschaftsbetreuer der VSG Altglienicke, Jürgen Pastille. Die VSG spielt erst am Mittwoch, 31. August, ihre Partie gegen Luckenwalde und gegen Viktoria wird erst am 12. Spieltag, im November angetreten. Er sah zusammen mit etwas mehr als eintausend Zuschauer den 1:0 Sieg der Babelsberger gegen Viktoria. Der Sieg geht insgesamt in Ordnung, wenn auch Viktoria ein Elfer verwehrt wurde und ein Wembley-Tor nicht anerkannt wurde. Babelsberg hatte es versäumt, den berühmten Sack zuzubinden.

Bereits am Freitag mussten unter Flutlicht bereits drei Berliner Vertreter ihre Spiele bestreiten. Der BAK bleibt weiter ungeschlagen, als einziges Team der Liga. In Erfurt, beim Aufsteiger, wurde mit 1:0 gewonnen. Sie bleiben Tabellenführer und empfangen am nächsten Spieltag Energie Cottbus im Poststadion.

Heimspiele am Beginn des Wochenendes hatten ebenso TeBe und der BFC Dynamo. Der BFC, ja eigentlich angetreten, sich weiterzuentwickeln, unterlag im Sportforum dem FC Carl-Zeiss Jena mit 0:2 vor 2.099 Zuschauern. Mit lediglich 3 Punkten hinken sie ihren Ansprüchen hinterher. Im Mommsenstadion spielte fast zeitgleich TeBe gegen Hertha II. Die erste Halbzeit verging vor nur 567 Zuschauern torlos. Nicht einmal 10 Minuten benötigten die Veilchen, um durch den Doppeltorschützen Tekin mit 2:0 in Führung zu gehen. Am Ende trennten man sich 3:3. Immerhin, es war der erste Punkt in dieser Saison überhaupt für TeBe. Es wird eine schwere Saison für die neu formierte Mannschaft von Tennis Borussia.

Am Sonntag reiste Lichtenberg 47 nach Leipzig und traf im Georg-Schwarz-Sportpark auf Chemie Leipzig. Nach 73 Minuten lagen sie mit 0:3 hinten, der Anschlusstreffer zum 2:3 gelang erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Für die Mannschaft aus dem „Zoschke“ geht es auch in dieser Saison um den Klassenerhalt.

Hans-Peter Becker

Berliner Vereine in der Bundesliga

Am 4. Spieltag der Saison 2022/23 spielten unsere Berliner Vereine zeitgleich am Samstagnachmittag. Auswärts lieferten die Köpenicker einen 6:1 Sieg auf Schalke ab. Der Blick auf die Tabelle verrät, nur eine andere Mannschaft ist genauso gut in die Saison gestartet, der FC Bayern München, mit 10 von 12 möglichen Punkten. Der nächste Spieltag hält dann das zumindest tabellarische Spitzenspiel parat. Die Eisernen empfangen den FC Bayern. Wow!

Der Gegner FC Schalke 04 bekam eine mächtige Abreibung und steht vor einer schweren Saison. Genauso verhält es sich mit dem zweiten Berliner Bundesligaclub. Hertha bleibt weiter in den Startlöchern stecken. Gegen Dortmund, die längst nicht alles zeigen konnten und brauchten im Olympiastadion, reichte es nicht einmal für einen Punkt. Es ist eine Frage der Qualität, vor allem in der Innenverteidigung. Die sportliche Leitung ist um Nachbesserungen bemüht, dem Ganzen sind finanzielle Grenzen gesetzt. Fredi Bobic bittet um Geduld, so schnell lassen sich die Fehlentwicklungen der Vergangenheit nicht korrigieren.

Herthas Auftritte wirken geschlossener, als vielfach in der letzten Saison, trotzdem wurden bisher zu wenig Punkte geholt. Ob das am nächsten Spieltag in Augsburg besser wird, bleibt abzuwarten. Die Augsburger haben ähnliche Probleme, wie die „Alte Dame“. Neidlos geht der Blich nach Köpenick. Union ist sportlich an Hertha vorbeigezogen, spielt europäisch und hat das erfolgreichere Konzept. Dem sind allerdings Grenzen gesetzt, die Champions-League ist so nicht zu gewinnen – das wollen sie auch nicht.

Hans-Peter Becker