Dröhnende Musik und ein überlauter Hallensprecher, am Sound bei den Füchse-Heimspielen hat sich auch zum Beginn der neuen Saison nichts geändert, zur Freude oder zum Missvergnügen der zahlenden Kundschaft – je nach Geschmack. Nach 84 Tagen Sommerpause erlebten 6.892 Zuschauer beim Spiel gegen Frisch Auf Göppingen wieder Spitzenhandball im Fuchsbau.
Zum akustischen Grunderlebnis in der Max-Schmeling-Halle gehören auch die „Der Hans, der Hans, der kann’s“ – Rufe des Fanklubs, mit denen Tore von Hans Lindberg gefeiert werden. Gestern erklangen sie 12 Mal. Vor dem Spiel war der 41-jährige Rechtsaußen, in der vergangenen Saison Torschützenkönig der Bundesliga, in die klubinterne „Hall of Fame“ aufgenommen worden.
Füchse-Manager Bob Hanning, der erneut den erkrankten Cheftrainer Jaron Siewert vertrat, vertraute zunächst den aus der letzten Saison bekannten Spielern. Allerdings fanden die, frei nach dem Motto `Aller (Wieder-) Anfang ist schwer` nur schleppend in die Partie.
20 Minuten war es ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnder Führung. Erst nach der Einwechslung der beiden Neuzugänge, des Dänen Matthias Gidsel /Rückraum rechts) und des Schweden Max Darj (Abwehrchef/Kreis) bekam das Spiel der Gastgeber Struktur. Das 17:13 zur Pause wurde allerdings auch durch zwei Rote Karten gegen Göppinger Spieler begünstigt, weil die Gäste, Fünfter der vergangenen Saison, dadurch ihre Formation umstellen mussten.
Nach der Pause setzten die Füchse ihr zielstrebiges Spiel fort. In ihrer besten Phase lagen sie mit zehn Toren in Führung (30:10/47.). Da war schon viel zu sehen von der versprochenen neuen Füchse-Qualität. Schließlich will man, so Bob Hanning vor der Saison, die Champions-League-Plätze (Rang 1 und 2) angreifen.
Als der Trainer Hanning dann in der Schlussphase auch dem „zweiten Anzug“ eine Chance gab – alle Spieler kamen zum Einsatz – wurde jedoch deutlich, dass es einigen (noch) an der nötigen Klasse mangelt, was zum Saison-Auftakt auch verständlich ist. Gewohnt zuverlässig verrichtete dagegen Hans Lindberg seine Arbeit – mit 12 Treffern war er nicht nur bester Füchse-Werfer. Der Däne, zur Zeit Dritter in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga, macht sich mit seinen jetzt 2771 Toren auf, seinen Landsmann Lars Christensen (früher SG Flensburg-Handewitt) anzugreifen. „Nur“ 104 Tore fehlen noch zu Platz 2.
Mit dem 34:27-Sieg waren am Ende sowohl Trainer/Manager Bob Hanning, als auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar zufrieden. Am 8.9. spielen die Füchse in Wetzlar, am 10.9. wieder im Fuchsbau gegen Stuttgart.
Für die Füchse erfolgreich; Wiede 3, Darj 1, Holm 3, Andersson 1, Lichtlein 1, Lindberg 12/8, Gidsel 3, Freihöfer 1, Marsenic 8, Drux 1
Herbert Schalling
