Cebrail Makreckis wechselt von Borussia Dortmund II zu Viktoria Berlin

Die Himmelblauen verpflichten in der Winter-Transferperiode mit Cebrail Makreckis einen weiteren Spieler. Der Mittelfeldspieler kommt von der U23 von Borussia Dortmund zu den Himmelblauen. 

„Ich freue mich sehr auf meine neue Herausforderung bei Viktoria Berlin und darüber, weiterhin in der 3. Liga an den Start zu gehen. Jeder im Klub macht einen sehr engagierten Eindruck. Hier passiert viel im Hintergrund und auch die Mannschaft ist hoch motiviert. Ich möchte in der restlichen Saison nun dabei helfen, dass wir möglichst weit oben mitspielen, will viele Scorerpunkte sammeln und meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Saison erfolgreich abschließen“, sagt Cebrail Makreckis über seinen Wechsel zu Viktoria Berlin.

„Cebo ist jung, hat eine gute Ausbildung genossen und verfügt über Drittliga-Erfahrung aus der Hinserie. Bei Borussia Dortmund hat er auf einem sehr guten Level trainiert“, sagt Chefcoach Benedetto Muzzicato über den Mittelfeldspieler und erklärt: „Für uns ist Cebo ein sehr flexibler Spieler, den ich gerne im zentralen Mittelfeld sehen möchte, auch wenn er bei Dortmund aufgrund seiner Dynamik und Schnelligkeit auf den Außenbahnen eingesetzt wurde. Ich mag es aber auch, dynamische Spieler in der Mitte zu haben und Cebo hat bewiesen, dass er technisch gut ist, in Drucksituationen effektiv Lösungen finden kann und einen guten Abschluss hat. Er wird uns sicherlich bereichern, wenn es uns gelingt, sein Potenzial auszuschöpfen.“

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit den Verantwortlichen von Borussia Dortmund II diese Einigung finden konnten. Cebo ist ein Spieler, der aufgrund seiner Mentalität einen hohen Mehrwert in unser Team bringt. Wenn man bedenkt, dass er in seinen Kurzeinsätzen ein Tor und einen Assist gemacht hat, ist das schon einmal ordentlich. Wir wissen aber auch, dass noch mehr in ihm steckt“, sagt Sportdirektor Rocco Teichmann.

Cebrail Makreckis wurde in der Jugend bei Bayer Leverkusen ausgebildet. Nach einer Leih-Saison bei Bergisch Gladbach 09 spielte er noch eine Saison in der U19 von Bayer Leverkusen, ehe er im Juli 2020 zum Bonner SC wechselte. Vom Bonner SC ging es für Makreckis dann zur U23 von Borussia Dortmund, wo er in der Hinrunde der Saison 2021/22 auf 15 Einsätze kam.

Quelle: FC Viktoria Berlin/Vera Krings

Fotocredit:© Viktoria Berlin

Gutes Spiel, aber keine Punkte

BBSC Berlin – TSV Bayer 04 Leverkusen 1:3 (-23, 19, -18, -23)

Die Punkte des Samstagabends holten sich trotz einer guten Leistung nicht die Damen des BBSC – Favorit Bayer Leverkusen zeigte sich ein wenig stärker als die Berlinerinnen.

Beide Trainer hatten während der Woche nichts zu lachen. Eine schwierigere Trainingswoche mit wenigen Spielerinnen zur Verfügung machte eine Vorbereitung auf das Spiel nur schwer möglich. Krankheiten und Verletzungen sowie berufliche Gründe führten bei beiden Teams zu Ausfällen. Am Samstag standen für Berlin sowohl Annika Kummer als auch Annalena Grätz (zwar im Aufgebot, aber nicht eingesetzt) nicht zur Verfügung. Bei Leverkusen musste Sarah Overländer pausieren, Rebecca Schäperklaus war bereits nicht in die Hauptstadt mitgereist.

Der BBSC musste damit seinen Abwehrriegel erneut umstellen. Trainer Ole Schröter beorderte neben Paula Morgenroth als Libero Isabell Böttcher und Anna Leweling in die Annahme. Und sie alle trugen dazu bei, dass gegen den Favoriten aus Leverkusen ein ausgeglichenes Spiel erreicht wurde und lange Ballwechsel mit intensiven Abwehraktionen das Spiel prägten – wenngleich die entscheidenden Punkte von den Gästen gemacht wurden. So geht wohl auch der Sieg für die Rheinländerinnen in Ordnung, wenngleich – Originalton Schröter – „es wirklich schön gewesen wäre, wenn wir uns in den Tiebreak hinein gespielt hätten, um zumindest einen Punkt zu holen“. Aber ansonsten zeigte sich der Trainer von der Leistung des Teams angetan: „Ganz egal, wer auf der Platte stand: Alle haben ihre Sache gut gemacht, großes Lob für die Mannschaftsleistung!“ Zum MVP auf Berliner Seite wurde Roxana Vogel gewählt.

Für das nächste Wochenende gilt es, das Positive aus dem Vergleich gegen Leverkusen auch gegen Stralsund mitzunehmen. Gute Stimmung ist gegen den Lieblingsgegner ohnehin vorprogrammiert, da fehlt nur noch ein Quäntchen mehr Erfolg als gegen Leverkusen.

Die nächsten Heimspiele folgen für die BBSC-Damen mit einem Doppelspieltag am 11. Dezember 18:00 Uhr gegen Bonn und am 12. Dezember 15:00 Uhr gegen den VC Olympia Münster in der Hämmerlinghalle.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel,  Anna Leweling, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Berliner Profifußball im Überblick

Es war alles dabei, was die Berliner Proficlubs an Ergebnissen zu bieten hatten. In der 3. Liga bot Aufsteiger Viktoria beim Spitzenreiter 1. FC Magdeburg einen großen Kampf. Ein Auswärtspunkt lag durchaus im Bereich des möglichen. Schmerzlich wird Torjäger Tolcay Cigerci (bisher 6 Tore und 5 Vorlagen9 vermisst. Lucas Falcao lief in der 46. Minute allein auf das Magdeburger Tor zu und hatte nicht die Nerven, um den Ball im Tor unterzubringen. Auch die Magdeburger scheiterten reihenweise, so blieb der Treffer von Connor Krempicki, nach bereits vier Minuten der Einzige der Partie. Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato blieb seiner offensiv ausgerichteten Linie treu und lobte den Auftritt seiner Mannschaft. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass die Ergebniskrise bei den Himmelblauen weiter anhält. Aus den letzten fünf Spielen wurde lediglich ein Punkt geholt. Am nächsten Spieltag kommt die zweite Vertretung von Borussia Dortmund in den Jahn-Sportpark.

Einen Vertreter in der 2. Bundesliga hat Berlin zur Zeit nicht zu bieten. In der Beletage des deutschen Fußball agieren Hertha BSC und der 1. FC Union. Die „Alte Dame“ löste ihre Heimaufgabe mit dem 1:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Ein hart geführtes Spiel, wenig Torchancen, es war wenig ansehnlich. Immerhin war das Olympiastadion nach den aktuell gültigen Corona-Regeln ausverkauft. Es war nicht schön, dafür erfolgreich und wird für weiteres Selbstvertrauen sorgen. Dazu ein Hoch auf den Videobeweis, er bewahrte Hertha vor einem Rückstand. Die nächsten Gegner sind auswärts, die TSG Hoffenheim, dann kommt Bayer Leverkusen und die Alte Försterei.

So haben wir die Überleitung zu den Eisernen, die mit einer gefühlten Niederlage aus Stuttgart zurückkamen. Sie hatten am Sonntagabend die Sache im Griff, allerdings müssen sie sich ankreiden lassen, nicht energisch genug auf das zweite Tor gegangen zu sein. So kam es wie kommen musste, die nie aufsteckenden Stuttgarter, seit der 57. Minute sogar in Unterzahl, schafften noch den Ausgleich. In der 3. Minute der Nachspielzeit landete ein abgefälschter Schuss von Faghir im der Tor Eisernen. Sie hatten es tatsächlich vermasselt, während der VfB sein Glück kaum fassen konnte.

“Wir hatten den Gegner und den Ball im Griff und waren sehr gut im Spiel. Am Schluss musst Du den Sack zumachen, wenn sich die Möglichkeiten ergeben. Stuttgart hat mit einer Chance den Ausgleich erzielen können. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, was die Mannschaft heute gezeigt hat, nach einem sehr schwierigen Auswärtsspiel in Rotterdam. Sie verdient ein großes Kompliment.” so fasste Urs Fischer das Spiel seiner Mannschaft zusammen.

Hertha und Union sind jetzt im Pokal gefordert. Bereits am kommenden Dienstag, 26.10. muss Hertha in Münster beim Regionallisten ran. Union reist einen Tag später nach Mannheim und will gegen den Drittligisten SV Waldhof weiterkommen.

Hans-Peter Becker

Hertha kann Abstiegskampf

Na bitte, im letzten Spiel vor der Länderspielpause hat es Hertha gegen Leverkusen 3:0 doch bewiesen. Wie wichtig der Sieg war, ob jetzt wieder ein gewohnt schwacher Auftritt folgt, bloß nicht. Dem Tabellenbild nach muss Hertha nun zur Konstanz finden, ein Nachlassen ist zur Existenzsicherung nicht erlaubt. Bei allem Lob, Pal Dardai hatte trotz des deutlichen Sieges etliche Kritikpunkte vermerkt. Richtig so lieber Coach. Das heißt, Hertha ist noch lange nicht der Abstiegsgefahr entronnen.

Mir gefiel, dass zu Null gespielt wurde, die komplette Abwehrarbeit aller Spieler, einschließlich Torwart, die Laufbereitschaft, die Körpersprache, besonders im Mittelfeld, das Zweikampfverhalten und dazu herausstechende Glanzstücke der Stürmer. Das hatte in der Tat mit dem Gebotenen in vielen Spielen davor nichts mehr zu tun. Eine Heimniederlage wäre kaum zu verkraften gewesen.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert

Einige Hertha-Fans mussten sich über das Negative in den Medien wochenlang damit trösten, es sind nur Journalisten, die mit geharnischter Berichterstattung Hertha ordentlich eins drüber ziehen wollten. Dabei war sachliche Kritik durchaus angebracht. Im Boulevard gibt es kein Mittelmaß, entweder Daumen hoch oder runter. Allerdings darf in Zeiten der Lobhudelei durchaus daran gedacht werden, dass Hertha, wie zu vernehmen war, ganz unterschiedlich mit der Presse umgegangen ist. Das hat nicht immer zum Selbstverständnis des Clubs gepasst und führt zu einem unterschiedlichen Stimmungsbild.

Der nächste Spieltag beschert uns das Hauptstadtderby. Der 1. FC Union, besser platziert als Hertha und die Köpernicker haben sich auf die Fahne geschrieben und dazu das Image, eisern zu kämpfen. Hans Peter Becker unterrichtet unsere Leser Woche für Woche über „Eisern“ Union. Das erspart mir hier bestimmte Einzelheiten. Nur so viel: Als Tabellensiebenter hat Union 38 Punkte und das Ziel, eben nicht abzusteigen, bereits erreicht. Von 26 Spielen hat Union 20 nicht verloren und in der Saison bisher erst 6 mal verloren. Hertha „sonnt“ sich also vor der Pause in Siegesfreude, Union hat gezeigt, auch verlieren zu können, 2:5 gegen Eintracht Frankfurt.

Schade (…), das Stadion wäre rappe voll. Beide Trainer hoffen, dass alle Nationalspieler gesund zurückkommen. Daheimgebliebene können Verletzungen behandeln lassen und Blessuren auskurieren. In beiden Lagern wird auf das Highlight hingearbeitet, nicht unbedingt Kondition gebolzt, um vor allem taktisch auf den Gegner in allen Belangen vorbereitet zu sein. Von Bedeutung ist, wie die Partie Mainz gegen Bielefeld ausgeht und was macht der 1. FC Köln in Wolfsburg? Schalke ist bereits abgeschrieben, muss in Leverkusen antreten. Der Auftritt der Werkself bei Hertha besiegelte das Ende von Peter Bosz. Der Neue heißt Hannes Wolf und sollte einen gelungenen Einstand feiern können.

Christian Zschiedrich

Das Für und Wider zu Hertha BSC

Im Olympiastadion 0:3 gegen RB Leipzig verloren und trotzdem sah die Mannschaft von Pal Dardai nicht wie ein Absteiger aus. Diese meine positive Meinung könnte die Akteure eventuell beruhigen und weiterhin sicher wähnen. Moment mal, in den Spielen zuvor sahen sie ja auch ganz gut aus, ohne die nötigen Punkte trotz positiven Verlauf einzufahren. Der Hassgegner für Hertha ist zweifelsfrei Schalke 04. Hertha weiß doch hoffentlich, was die Stunde geschlagen hat. Bei Fortsetzung der fehlenden Effektivität könnte die nächste Partie in Wolfsburg auch verloren werden. Wolfsburg ist heuer verdammt stark. Schließlich ist da unten im Keller Mainz 05 enorm erstarkt. Selbst Bielefeld könnte im ausstehenden Spiel gegen Köln punkten. Das heißt, Hertha ist bereits auf dem Relegationsplatz gelandet. Bisher kam Lars Windhorst nur ins Grübeln. Jetzt spitzt sich die Lage arg zu. Hertha könnte am Ende Arm in Arm, ausgerechnet mit Schalke, absteigen.

Was mich positiv gegen Leipzig stimmte: Hertha war dem Championsleague-Teilnehmer gewachsen, hatte anfangs sogar mehr vom Spiel. Khedira spielte von Anfang an und zeigte mit 77% gewonnener Zweikämpfe mit welch guter Fitness er zu Hertha wechselt ist. Außerdem zeigte Pal Dardais Sohn  Marton Dardai eine überzeugende Leistung in der Startformation. Was immer mal im Fußball passieren kann, so in der 28. Minute, als  Marcel Sabitzer am Sonntagnachmittag aus 32 Metern einen traumhaften „Sonntagschuss“ unhaltbar ins Hertha-Tor  beförderte. Anerkanntermaßen ein Weltklassetor. Das 0:1 hielt bis zur 71. Minute.

Die Geschichten, die der Fußball schreibt. Wenn ein Trainer einen Spieler einwechselt, der den Siegtreffer markiert, bekommt der Coach anerkennende Worte und Schulterklopfen. Diesmal geschah das Gegenteil. Kurz bevor Mukiele das 0:2 erzielen konnte, unmittelbar zuvor kam Guendouzi von der Bank für S. Khedira und ausgerechnet dieser sonst souveräne Guendouzi verlor im Strafraum den Zweikampf und damit den Ball. Der „Genickbrecher“ in dieser Partie. Orban erhöhte in der 84. Minute per Kopf auf 3:0 für Leipzig. Zuvor ließ Hertha Chancen für einen möglichen Anschlusstreffer liegen.  

Hertha muss, aber wie soll Hertha in den nächsten Spielen punkten? Augsburg erzielte gegen Bayer Leverkusen ein beachtliches 1:1, lag sogar bis zur 94. Minute 1:0 in Front. Nun, gegen Augsburg und Leverkusen muss Hertha auch noch ran. Vor Leverkusen heißt der Gegner Dortmund. Also mal der Reihe nach, erst Wolfsburg und dann Augsburg, Dortmund, Leverkusen, Mönchengladbach. Die Negativserie muss gestoppt werden. Der 1. FC Union bestand bisher die Prüfungen auch ohne Max Kruse ganz passabel. Ich weiß, das ist für Hertha kein Trost, eher im Gegenteil: Zumindest einen Berliner Verein in der Eliteliga zu haben sollte aus Hertha-Sicht nicht „Eisern Union“ sein. Wie beliebt der 1. FC Union mittlerweile in Berlin ist, dafür sprechen die gestiegenen Mitgliederzahlen im Köpenicker Verein. Erstaunlicherweise haben die Unioner auch damit die Herthaner erfolgreich überholt.

Christian Zschiedrich

BBSC ohne Punkte

Die Damen von Spitzenreiter Bayer Leverkusen gaben sich im ersten Spiel nach der Coronapause in Berlin keine Blöße und entführten drei Punkte von der Spree. Der BBSC trat am Samstag zum ersten Spiel nach exakt 11 Wochen Coronaausfällen, Quarantäne sowie nachträglich eingeführter Spielpause zum Ligaspiel gegen Spitzenreiter Leverkusen an. Und die Zuschauer an den Bildschirmen, die das Spiel über Sporttotal-Internetstream verfolgen konnten, durften sich davon überzeugen, dass für einen solchen Start nach sehr kurzer Trainingsphase das Spiel der Lieblingsmannschaft schon einen ganz guten Stand hatte.

Trainern und Team ist es zu verdanken, dass im Bereich Feldabwehr und Abstimmung schon wieder ein recht gutes Niveau erreicht wurde – ein Erfolg, der wirklich nicht unbedingt zu erwarten war. Leverkusen hatte dagegen schon einige Vorteile in den vergangenen Wochen: Vier mehr realisierte Ligavergleiche, davon der letzte vor 12 Tagen, deuten darauf hin, dass die Mannschaft ohnehin nicht Gefahr lief, ihren Rhythmus zu verlieren. Dazu kommt ein bestens besetztes Team: Die erstligaerfahrene Hoja und Beach-As Overländer brachten im Außenangriff deutlich mehr Druck aufs Feld als ihre Pendants auf Berliner Seite. Und im Mittelblock agierten Schäperklaus und Co ebenso hochgefährlich für die Berliner Abwehr. Da die Feldabwehr beider Mannschaften auf gutem ähnlichen Niveau spielte, waren letztlich die besseren Angriffsleistungen der Gäste spielentscheidend.

Im 1. Satz war Leverkusen bereits mit 11:20 den Berlinerinnen enteilt, ehe sich diese noch einmal heranpirschten und sich noch 17 Zähler sicherten. Im Folgesatz führten die Gastgeberinnen bis zum 11:8 und schafften es danach kaum noch, die Bälle auf dem Leverkusener Feld zu versenken. Beim 13:21 war der Satz entschieden. Trotz der Kosmetik mit dem 19:25 war auch dieser Satz eindeutig. Der letzte Satz war von Anfang an von Leverkusener Dominanz geprägt. Von 1:6 über 8:14 hielten diese die Gastgeberinnen auf Distanz und sicherten sich mit dem 17:25 den verdienten Sieg.

BBSC-Trainer Hinz konstatierte nach dem Spiel, dass sein Team trotz nur dreimaligem Training am Ball „viele Automatismen abrufen konnte, ich bin zufrieden. Mit Sicherheit werden wir uns in den nächsten Wochen steigern, wenn wir wieder in einen Spielrhythmus reinkommen. Wobei für mich der Sport mittlerweile nur an zweiter Stelle steht, denn oberste Priorität hat, dass wir alle gesund bleiben. Dem Gegner aus Leverkusen kann man nur ein großes Kompliment machen – sie stehen zu Recht derzeit an der Tabellenspitze.“ Die MVP Titel wurden von den Trainern Annika Kummer sowie Lena Overländer verliehen. Für die Berlinerinnen geht es planmäßig am kommenden Sonntag in Hamburg gegen Eimsbüttel wieder auf Punktejagd.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Berliner Unentschieden am 9. Spieltag

Am Freitag, 4. Dezember steht das insgesamt dritte Berliner Bundesliga-Derby auf dem Programm. Leider dürfen erneut nur die guten Geister der Fans im Olympia-Stadion direkt dabei sein. Am 8. Spieltag leisteten sich beide Teams ein Unentschieden zur Vorbereitung. Die Eisernen spielten 3 : 3 gegen die Frankfurter Eintracht und einen Tag später hielten die Herthaner ein 0 : 0 in Leverkusen. Es war immerhin das zweite Auswärtsspiel in Folge, bei dem die Alte Dame keinen Gegentreffer hinnehmen musste. Die Eisernen kassierten dagegen gleich drei Gegentore im eigenen Stadion. Trainer Urs Fischer wird darüber nicht erfreut gewesen sein. Eine 2 : 0 Führung im Spiel reichte am Ende nicht, eher im Gegenteil, ein genialer Moment von Max Kruse rettete einen Punkt.

Wie in der Wuhlheide, so war auch in Leverkusen die Punkteteilung leistungsgerecht. Die Werkself ging wie der Gegner aus Berlin-Charlottenburg ersatzgeschwächt in die Partie. Ein Lucky-Punch gelang beiden nicht. Herthas Manko lag in der Durchschlagskraft. Bruno Labbadia war trotzdem nicht unzufrieden: „Wir haben gegen eine der formstärksten Mannschaften immerhin einen Punkt geholt.“ Für das Derby muss eine Steigerung her.

Hans-Peter Becker

Eine bittere Niederlage

Ist der Fußball gerecht ? Die Anhänger der Eisernen werden diese Frage nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen mit einem klaren Nein beantworten. Die wohl beste spielerische Leistung der Saison reichte nicht, um wenigstens einen Zähler in Berlin zu behalten. Eine turbulente Schlussphase mit offiziell sieben Minuten Nachspielzeit sorgte für Riesenjubel bei den Gästen.

Es wurde gezündelt im Gästeblock, übrig gebliebene Silvesterknaller und bengalische Feuer hüllten das Stadion teilweise in Rauchschwaden. Es wurde oligatorisch durch den Stadionsprecher Christian Arbeit darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt sei und die Waldseite skandierte „Pyros sind kein Verbrechen“. Das Spiel war unterbrochen, in der 64. Spielminute forderte Schiedsrichter Harm Osmers die Mannschaften auf, das Spielfeld zu verlassen. Beide Trainer, vorallem der Leverkusener, nutzten die Gelegenheit für taktische Hinweise. Anschließend war klar, dass es eine längere Nachspielzeit geben würde. Genau das wurde den Eisernen zum Verhängnis. In der 83. Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Der zur Halbzeit eingewechselte Moussa Diaby schloss einen Konter zur 2:1 Führung für die Gäste ab. Christopher Trimmel war als rechter Außenverteidiger weit aufgerückt und rutschte tragischerweise aus. Er hatte keine Absicherung, die Abstände stimmten nicht, das finale Zuspiel passte und der Ball landete im Tor.

Die Eisernen schlugen nochmals zurück, es war Marius Bülter der Lukas Hradecky im Leverkusener Tor überwinden konnte. Da lief bereits die 87. Spielminute. Es war an diesem Spiel noch nicht der Haken dran. In der 94. Minute erzielte Karim Bellarabi ein unmögliches Tor, spitzer Winkel, Torwart ausgetrickst und lähmendes Entsetzen im Lager der Eisernen. Fast hätte es ein Happy End gegeben. Die letzte Aktion im Spiel, ein Eckball und Rafal Gikiewicz war aus seinem Kasten geeilt und kam tatsächlich an den Ball, doch sein Leverkusener Kollege war rechtzeitig unten und konnte den Ball sichern.

Es machte sich eine große Leere breit. „Es ist schon brutal, nach so einer Leistung mit leeren Händen dazustehen“, so Christian Gentner, der das 1:0 für die Eisernen erzielt hatte. War es der Kräfteverschleiß, war es Naivität ? Es gibt Gegentore die nicht vermeidbar sind, die drei Gegentore der Eisernen fallen nicht in diese Kategorie.

Es ist nach dieser Niederlage nicht viel passiert, Punkte gegen Leverkusen zu holen, kann nicht ernsthaft geplant gewesen sein, allerdings muss immer wieder mit einer Schwächephase des Gegners gerechnet werden und nächste Favoritensturz in der „Alten Försterei“ war möglich.

Fußball-Bundesliga 22. Spieltag 16.02.2020 15:30 Uhr

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic  (86. Polter) – Trimmel, Gentner (76. Prömel), Andrich, Lenz – Malli (76. Ingvartsen), Andersson, Bülter

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Tah, S. Bender, Tapsoba – Weiser (45. Aránguiz), L. Bender, Amiri (76. Bellarabi), Wendell – Havertz, Volland, Bailey (45. Diaby)

Tore: 1:0 Gentner (7.), 1:1 Havertz (22.), 1:2 Diaby (83.),  2:2 Bülter (87.), 2:3 Bellarabi (90. + 4)

Zuschauer: 22.012


Sieg und Niederlage für den Berliner Profifußball

Mit einer englischen Woche geht das Fußballjahr zu Ende. Der 16. Spieltag war für die Berliner Vertreter zweigeteilt. Am Dienstagabend verloren die Eisernen mal wieder – muss gesagt werden – ein Heimspiel. Zuletzt war dies am 27. September der Fall, am 6. Spieltag unterlagen sie der Frankfurter Eintracht mit 1:2. Es folgte eine für einen Aufsteiger beeindruckende Serie von vier gewonnenen Heimspielen. Unter den „Opfern“ waren bekannte Bundesligagrößen, wie Borussia Mönchengladbach und der Lokalrivale aus Charlottenburg. Mit Leidenschaft auf und neben dem Rasen, dazu kam das Matchglück, so wurden aus dem Heimauftritten der Hinrunde stolze 15 Punkte erkämpft.

Gegen die TSG Hoffenheim gelang kein Tor, die Eisernen wurden mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit, gingen die Gäste in Führung und verteidigten diese mit allen Mitteln. Die endgültige Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit, die Eisernen mussten sich mit 0:2 geschlagen geben. So darf verloren werden. Zum letzten Spiel der Hinrunde reisen die Unioner nach Düsseldorf. Beim Blick auf die Tabelle wird in dieser Konstellation gern von einem „sechs Punkte Spiel“ gesprochen. Egal wie es dort ausgeht, der Aufsteiger kann ganz entspannt die kommenden Weihnachtstage genießen.

Einen Tag später musste die „Alte Tante“ in Leverkusen ran und vermieste sorgte im Kölner Vorort die Weihnachtfreude. Die Bayer-Elf war erst aus der Champions-League ausgeschieden, dann eine Auswärtsniederlage in Köln und zu Hause klappte es auch nicht. Mit einem glücklichen 1:0 Sieg nahm der Gast alle Punkte mit nach Hause. Das goldene Tor des Spiels besorgte Karim Rekik, der zunächst am Torwart scheiterte, den Ball wieder vor die Füsse bekam und mit einem doppelten Tunnel das Spielgerät im Netz zappeln ließ. Nach dem Schlusspfiff war tiefes Durchatmen angesagt, jetzt sind 18 Punkte auf der Habenseite. Das sieht wieder etwas freundlicher aus. Zum Jahresabschluss kommt Borussia Mönchengladbach in das Olympiastadion. Sie wollen auf keinen Fall erneut in Berlin verlieren. Nach Punkten haben sie mit dem aktuellen Spitzenreiter RB Leipzig gleichgezogen.

Hans-Peter Becker

Zum Stand der Dinge in der Bundesliga

Noch drei Spiele, dann geht’s schon in die Rückrunde, in der Hertha in den letzten Jahren immer schlechter aussah, als in der Vorrunde. Ich traue Jürgen Klinsmann zu, Hertha vor dem Abstieg zu retten. Nach 14 Spielen sieht es nicht gut, eher alarmierend, aus. Hertha ist punktgleich mit  Düsseldorf, je 12, auf dem Relegationsplatz. Zum Glück gibt es mit je acht Punkten zwei Clubs die schlechter da stehen, den SC Paderborn und der 1. FC Köln. Seit der Drei-Punkte-Regelung ist das ein schneller änderbarer Zustand, das erlaubt immer wieder nach der Qualität der Teams zu fragen.

Klinsmann redet seinen Spielern Qualität ein. Er muss motivieren. Ich sehe die Qualität bei Hertha etwas kritischer. Individuelle Qualität ist in der Summe nicht gleich mannschaftliche Qualität. Wer hat den Kader zusammengestellt ? Wer hat den bereits nach nur 12 Spielen wieder geschassten Trainer verpflichtet ? Das Plakat in der Ostkurve während des Spiels gegen Dortmund sprach Bände.

Hoffen wir im kommenden Heimspiel gegen Freiburg auf die Wende. Der 1. Union muss zum SC Paderborn. Gegen Mannschaften, denen das Wasser bis zum Hals steht wird es schwer. Paderborn hat mit großem Kämpferherz in der Eliteliga beeindruckt und unglücklich Punkte liegen lassen.

Stolz darf Berlin auf seinen zweiten Bundesliga-Club sein. Nach 14 Spielen sind 19 Punkte auf dem Konto, immerhin sieben mehr, als der ambitionierte Lokalrivale vorweisen kann. Das muss der Hertha einfach wehtun. Noch vor Saison-Beginn trumpfte Michael Preetz immer mal wieder damit auf, dass Hertha sich über die Konkurrenz freue, aber zeigen werde, wer in Berlin die Nummer Eins ist.

Die Bayern dominierten jahrelang die Bundesliga. Meisterschaftsanwärter sind Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig. Zwei Niederlagen in Folge, dass hat sich ja nicht einmal Niko Kovac erlaubt. Die Kaderzusammenstellung bei den Bayern wird kritisiert, fast wie bei der Hertha. Bei den Bayern sind es eher Luxusprobleme. Aktuell sind die Bayern – „nur“ – muss aus Bayern-Sicht gesagt werden, Tabellensiebenter. Clubs wie Bayer Leverkusen, der SC Freiburg, Schalke 04 und Borussia Dortmund sind davor platziert. Man stelle sich das Hohn-Gelächter vor, die Eisernen spielen bis Weihnachten weiter so effektiv und sammeln fleißig Punkte. Überholen sie bald die Bayern ? Ein bisschen träumen ist erlaubt. Das nächste Spiel ist immer das Schwerste. Die Hürde in Paderborn muss erst einmal genommen werden.

Positiv, endlich wieder Spannung in der Bundesliga. Jeder kann jeden schlagen. Fußballfreunde, was wollt ihr mehr…

Christian Zschiedrich