Von der Bundesliga, über Liga Drei, Regionalliga bis zur Oberliga – erfolgreiche Berliner Clubs

In der Oberliga Nord ergibt sich ein aus Berliner Sicht erfolgreiches Bild. Tabellenführer ist Hertha 03, mit 16 Punkten nach sechs Spieltagen, dazu das besonders attraktive Torverhältnis von 14:1. Auf Platz 2 der Tabelle rangoert der SC Staaken mit 14 Punkten, gefolgt von Blau-Weiß 90 mit 13  Punkten. Der CFC Hertha 06 ist Achter mit sieben Punkten. Nur zwei Tore weniger hat Eintracht Mahlsdorf als Neunter.  Leider erst 2 Punkte nach fünf Spielen verbucht SFC Stern 1900 auf dem vorletzten Tabellenplatz. Die Begegnung Hertha 06 – Stern 1900 wurde übereinstimmend mit beiden Trainern Uluc und Thurau sowie dem Schiedsrichter Max Göldner abgebrochen. Nach einem Foul von Medrane an Cubuckcu  (schwere Knöchelverletzung), der ins Krankenhaus abtransportiert werden musste, war keinem mehr nach Weiterspielen zumute.  Am Sonntag, 19. September steht am Rosenhag die Partie Eintracht Mahlsdorf – CFC Hertha 06 auf dem Programm. Tabellenführer Hertha 03 muss ebenfalls um 14 Uhr in Seelow bei Victoria (16.) in der Sparkassenarena ran.

Regionalliga Nordost: Hier führen zwei Berliner Vereine, der BFC Dynamo mit 27 Punkten nach 10 Spieltagen und ebenfalls mit gleicher Anzahl an Spielen der Berliner AK 07 mit 22 Punkten. Die VSG Altglienicke hat ein Spiel weniger bestritten und bereits 20 Punkte. Corona geschuldet fielen gleich fünf Partien aus, unter anderem das Stadtderby Tennis Borussia – SV Tasmania. Erfreulich der 5-Punkte-Vorsprung vom BFC Dynamo. Jetzt heißt es am Samstag, 18. September TSV Luckenwalde – BFC Dynamo. Luckenwalde hat erst neun Spiele ausgetragen und rangiert mit 20 Punkten auf Platz 3. Nicht nur dem Papier nach keine leichte Aufgabe. Nach dem 2:0 über Chemie Leipzig ist dem BFC zuzutrauen die Hürde zu nehmen.

Insgesamt 13 Nachholspiele sind mittlerweile aufgelaufen, allein sechs davon für Tennis Borussia, nach vier Spielen mit sechs Punkten. Am Freitag, 17.09.2021 ab 19 Uhr, müssen sie im Karl-Liebknecht-Stadion bei Babelsberg 03, dem Tabellenneunten bestehen. Im Dienstagabend-Nachholspiel, am 14. September gelang den Borussen eine 1:1-Punkteteilung gegen die VSG Altglienicke. Skoda markierte das 1:0 (40.) für die Volkssportler und Pasagic glückte in der 87. Minute der 1:1-Ausgleichstreffer.

Christian Zschiedrich beobachtet den Berliner Fußball Foto: Headlight Pictures

Es kämpfen 20 Vereine in der Regionalliga Nordost um sein oder nicht sein. Hertha BSC II ist derzeit Mittelmaß, neun Spiele, 12 Punkte, Tabellen zehnter. SV Tasmania (9 Punkte) und Lichtenberg 47 (8 Punkte) stehen knapp über dem Strich der gefährdeten Mannschaften. Tasmania hat neun Spiele ausgetragen und neun Punkte, Lichtenberg zehn Spiele und acht Punkte auf dem Konto. Um den nächsten Spieltag zu vervollständigen: Lichtenberg 47 empfängt am Freitag, 17.09. (Poststadion) den VfB Auerbach (Platz 20 der Tabelle), Hertha BSC II im Amateurstadion Carl Zeiss Jena (5. der Tabelle), Tasmania  dann am Sonntag, 19.09. ab 13 Uhr, Union Fürstenwalde. Die VSG Altglienicke muss am Sonntag, 19.09. nach Halberstadt (6.) reisen. Auswärts muss der Berliner AK (neun Spiele, sechs Punkte) in Meuselwitz bestehen.

In Liga Drei führt der 1. FC Magdeburg zusammen mit Viktoria 89 die Tabelle an (wir berichteten von der Partie gegn den SV Wehen Wiesbaden). Unsere Leser sind informiert über das Geschehen in der Bundesliga – die Berliner Nr.1, derzeit der 1. FC Union (0:0 gegen den FC Augsburg), Tabellenachter, sechs Punkte; sowie dem Befreiungsschlag von Hertha BSC, jetzt Tabellensechzehnter mit drei Punkten, in Bochum mit 3:1 erfolgreich. Hertha empfängt am Freitag, 17. September, ab 20.30 Uhr, die SpVgg Greuther Fürth und am Sonntag, 19. September heißt es für die Eisernen beim BVB Dortmund vielleicht überraschend erfolgreich aufzulaufen.

Christian Zschiedrich   

Union holt den ersten Sieg und bei Hertha brennt der Baum

Am 3. Spieltag der letzten Saison musste Hertha in München bei den Bayern antreten, ein knappes Jahr ist seitdem vergangen. Damals bot die Hertha den Bayern Paroli und hätte fast einen Punkt mitgenommen. Ein Elfmeter in der Nachspielzeit rette den Bayern den Sieg und Hertha hatte zweimal einen Rückstand egalisiert. Der Trainer hieß Bruno Labbadia, Hertha hatte immerhin 3 Punkte auf dem Konto und 8 Treffer erzielt. In der Neuauflage waren die Berliner chancenlos. Nicht nur chancenlos, sondern ideen- und kraftlos dazu, sie wirkten wie Zweitligist. Ein schrecklicher Auftritt war es in Münchner Arena. Der Blick auf die Tabelle verdeutlicht die Misere, null Punkte und bereits 10 Gegentore kassiert. Da stand keine Mannschaft auf dem Platz.

Es brennt jetzt schon der Baum im Westend. Der mächtige Mann bei der Hertha Carsten Schmidt sprach zwar in der TV-Sendung Doppelpass dem Trainer das Vertrauen aus, doch Pal Dardai scheint zu ahnen, was kommen könnte.

„Wahrscheinlich sucht Hertha BSC seit langem einen großen Trainer. Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer, er hilft aus so lange, wie es sein soll. Wenn ein ganz großer Trainer hier ist, geht Pal sofort zurück zur U16 und macht seine Sache wie früher“, so seine Aussage in einer Medienrunde am Tag nach der verheerenden Niederlage.

Nach der Länderspielpause muss Hertha beim Aufsteiger VfL Bochum antreten, während der 1. FC Union erneut ein Heimspiel hat und den FC Augsburg empfängt.

Im Sonntagsspiel besiegten die Köpenicker Borussia Mönchengladbach. Die ambitionierte Mannschaft vom Niederrhein hat damit ähnlich wie die Hertha einen Fehlstart hingelegt und nur einen Punkt mehr auf dem Konto.

Bei den Eisernen fehlte Innenverteidiger Marvin Friedrich wegen einer rot-gelben Karte. Ob er wohl weiter für die Köpenicker spielen wird? Das Transferfenster ist noch bis zum 1. September geöffnet und es tauchte am Sonntag das Gerücht auf, Hertha will ihn verpflichten. Oliver Ruhnert wollte sich dazu nicht weiter äußern, nur soviel war ihm zu entlocken. „Wir wissen natürlich, dass Marvin ein interessanter Spieler ist.“ Mal sehen was daraus wird.

Hans-Peter Becker

Auswärtspunkt aus Sinsheim mitgenommen

Erst der Ausflug nach Helsinki und dann der Auswärtsauftritt in Sinsheim. Die Turn- und Sportgemeinschaft aus Hoffenheim hatte am 1. Spieltag mit dem FC Augsburg kurzen Prozess gemacht, mit 4:0 gewonnen und Dank des Torverhältnisses die nicht sehr aussagekräftige Tabellenführung übernommen. Die Tabellenführung hielt zunächst bis zur Halbzeitpause. Die Eisernen, der Gast aus Berlin war zwar in der 10. Minute durch Gießelmann in Führung gegangen. Allzu sehr beeindruckt hatte die Hoffenheimer allerdings nicht. Bis zur Halbzeitpause legten sie 2 Treffer nach und führten mit 2:1.

Urs Fischer wechselte gegenüber dem Helsinki-Spiel auf gleich auf 4 Positionen. Baumgartl, Trimmel, Puchacz und Öztunali blieben draußen. Dafür rückten Jaeckel, Ryerson, Gießelmann und Ingvartsen in die Startelf. Im gewohnten 3-5-2 war das Spiel ganz auf Konter ausgelegt. Mit Beginn der 2. Halbzeit setzte der Regen ein, Union-Wetter könnte man und es gelang gleich ein Tor, der Ausgleich. Dabei blieb es bis zum Abpfiff.

Urs Fischer zog nach Spielschluss ein positives Fazit: „Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben ein tolles Spiel gemacht und uns diesen Punkt wirklich verdient. Von Anfang an waren wir gut im Spiel, dann aber den Ausgleich hergeschenkt. Danach hat sich meine Mannschaft verunsichern lassen, Hoffenheim wurde dominanter und wir hatten gewisse Probleme. In der Pause haben wir angesprochen, dass wir uns mehr zutrauen und mutiger agieren müssen. Das hat mein Team in der zweiten Halbzeit toll umgesetzt, wir hatten sogar Möglichkeiten noch zu gewinnen. Zum Schluss sind wir aber hochzufrieden.“

Am kommenden Wochenende trifft Union in der Bundesliga auf Borussia Mönchengladbach. Der Anstoß der Partie im Stadion An der Alten Försterei erfolgt am Sonntag, dem 29.08.2021 um 15:30 Uhr. Zuvor steht für die Eisernen das Play-Off-Rückspiel zur UEFA Europa Conference League auf dem Programm. Anstoß im Berliner Olympiastadion ist am Donnerstag, dem 26.08.2021 um 20:15 Uhr.

Hans-Peter Becker 

Fußball-Bundesliga 2. Spieltag 22.08.2021 15:30 Uhr PreZero-Arena (Sinsheim)

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Akpoguma, Posch, Vogt, Raum – Rudy (79. Samassekou), Stiller – Baumgartner (79. Gacinovic), Kramaric, Bruun Larsen (62. Adamyan) – Dabbur (62. Dabbur)

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Jaeckel – Ryerson, Khedira, Gießelmann (69. Trimmel) – Haraguchi (85. Teuchert), Ingvartsen (60. Öztunali) – Kruse, Awoniyi (69. Voglsammer)

Zuschauer: 8.014

Schiedsrichter: Sascha Stegemann, Mike Pickel, Frederick Assmut, Sören Storks

Tore: 0:1 Gießelmann (10.), 1:1 Akpoguma (14.), 2:1 Bruun Larsen (30.), 2:2 Awoniyi (47.)

Hertha BSC verpflichtet Marco Richter

Fredi Bobic / Marco Richter / Arne Friedrich Hertha BSC Fotocredit: herthabsc/city-press

Der Offensivspieler kommt vom FC Augsburg und erhält einen Vertrag bis 2025. Im Gegenzug verleiht unser Hauptstadtclub Arne Maier an die Fuggerstädter.

Neuzugang Nummer vier für die Spielzeit 2021/22 ist unter Dach und Fach: Unser Hauptstadtclub hat am Montag Marco Richter verpflichtet. Der vielseitig einsetzbare Offensivmann kommt vom FC Augsburg zu unserer ‘Alten Dame‘ und wird für die Blau-Weißen mit der Rückennummer 23 auflaufen. „Dynamik, Vielseitigkeit, Zug zum Tor, Mentalität – Marco bringt viele Dinge mit. Er hat sich mit seinen 23 Jahren bereits über mehrere Jahre in der Bundesliga bewiesen. Daher freuen wir uns sehr, dass er sich für den Wechsel nach Berlin entschieden hat“, kommentiert Fredi Bobic die Personalie. „Ich wollte nach guten Jahren beim FCA eine neue Herausforderung annehmen und freue mich deshalb, zu Hertha zu kommen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mich überzeugt und ich bin mir sicher, dass ich mit meinem Spielstil gut in die Mannschaft passe“, sagt Marco Richter. Im Gegenzug verleihen unsere Blau-Weißen Arne Maier an die Fuggerstädter. „Wir haben ein großes Angebot im zentralen Mittelfeld, deswegen haben wir Arnes Wunsch nach einer Veränderung entsprochen“, erläutert unser Geschäftsführer Sport diese Entscheidung. Arne Maier stammt aus unserer eigenen Jugend und avancierte mit der Fahne auf der Brust zum Bundesliga-Spieler. Insgesamt bestritt der Blondschopf 66 Partien für unsere Farben. Bereits im Vorjahr schnürte er seine Fußballschuhe leihweise für Arminia Bielefeld.

Der deutsche U21-Nationalspieler Richter spielte im Jugendbereich für den SV Ried und den FC Bayern München, ehe der Offensivakteur bei den bayrischen Schwaben den Sprung zum Profi schaffte. Für den FCA lief der Rechtsfuß in 102 Pflichtspielen in Bundesliga und DFB-Pokal auf. Dabei gelangen Richter jeweils 13 Tore und 13 Vorlagen. Für die U-Mannschaften des DFB sammelte der gebürtige Friedberger auch bereits Erfahrungen auf internationalem Parkett. Neun Mal trug der 1,76-Meter-Mann für die U21 und U20 den Bundesadler auf der Brust. Darüber hinaus gehörte Richter in diesem Sommer gemeinsam mit Maier, Jordan Torunarigha sowie dem nach Bochum ausgeliehenen Eduard Löwen auch zum deutschen Olympiaaufgebot und kam in allen drei Gruppenspielen zum Einsatz. Mit Maier, Löwen und Maximilian Mittelstädt kämpfte Richter 2019 auch mit der deutschen U21 bei der Europameisterschaft um den Sieg. Drei Tore und zwei Vorlagen unseres Neuzugangs reichten letztlich zum Vize-Titel.

Quelle: Hertha BSC

Union mit Kantersieg und Hertha kriegt wenigstens Punkte auf das Konto

Es ist momentan verkehrte Welt im Berliner Profi-Fußball nach sieben Spieltagen steht der 1. FC Union in der Tabelle auf einem Platz, wo man eigentlich die Konkurrenz aus Charlottenburg erwartet hätte. Die Bestandsaufnahme kann sich für die Mannschaft aus Köpenick sehen lassen. Es stehen drei Siege und drei Unentschieden in der Bilanz, lediglich zum Saisonauftakt mussten sie eine Heimniederlage gegen den FC Augsburg hinnehmen. Das war am 19. September und seitdem sind sie ungeschlagen. Skeptiker können jetzt einwenden, dass mit Ausnahme von Borussia Mönchengladbach kein Schwergewicht der Liga dabei war.

Da ist was dran, trotzdem ist im Vergleich zur Vorsaison eine Weiterentwicklung erkennbar. Waren sie in der Schlussphase der Aufstiegssaison leicht ausrechenbar, so konnte durch gute Kaderplanung der taktische und spielerische Instrumentenkasten erweitert werden. Der Kantersieg gegen die Arminia aus Bielefeld kann da als ein Höhepunkt dieser Entwicklung gelten. Aus Sicht der Eisernen kann von einem fast perfekten Spiel gesprochen werden. So in etwa äußerte sich auch der Kapitän der Eisernen Christopher Trimmel. Das Geisterspiel war sehr früh entschieden. Zur Pause führten die Gastgeber mit 3:0 und in der zweiten Halbzeit hatten die Bielefelder nicht wirklich was vor. Eher im Gegenteil, obwohl die Unioner merklich einen Gang runter schalteten kamen sie zu zwei weiteren Torerfolgen. Der 5:0 Sieg war der bisher höchste Sieg in der Bundesliga.

Auf der Gästebank saß der langjährige Union Trainer Uwe Neuhaus und konnte nach dem Spiel nur konstatieren: „Ein Spiel kann man immer verlieren, aber nicht so.“ Das war in allen Belangen zu wenig was die Arminia in der Wuhlheide ablieferte. So konnten bei den Eisernen vor allem zwei Spieler glänzen. Es waren Sheraldo Becker und Max Kruse. Wenn der Paradiesvogel Kruse weiter solche Leistungen auf dem Platz abliefert, seien ihm seine gelegentlichen Eskapaden in der trotz Lockdown vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten in der Hauptstadt verziehen.

Eitel Sonnenschein bei den Eisernen und bei der „Alten Dame“ sieht es auch wieder etwas freundlicher aus. Es kamen wenigstens Punkte auf das Konto und das versprochene Geld soll ja im Laufe des Geschäftsjahres noch folgen. Für den gemeinen Fan der Hertha sind die Geschäfte von Investor Lars Windhorst so nebulös wie die Sichtverhältnisse in der WKK-Arena während des Auftritts der Hertha. Nach pomadiger erster Halbzeit, immerhin konnte Hertha eine 1:0 Führung mit in die Kabine nehmen, gelangen in der zweiten Halbzeit zwei weitere Treffer. Mit dem 3:0 Sieg wurde endlich der zweite Saisonsieg eingefahren und die unheilvolle Serie von fünf sieglosen Spielen durchbrochen.

Beide Berliner Clubs gehen mit einem Sieg in die Länderspielpause und können die Vorbereitung für die kommenden Aufgaben etwas ruhiger angehen. Am 21. November geht es weiter. Im Samstagabend-Spiel empfangt Hertha die Borussia aus Dortmund und einen Tag später beschließt der 1. FC Union mit seinem Auswärtsauftritt in Köln den 8. Spieltag.

Niederlage zum Saisonauftakt

Die 71. Spielminute der Bundesligapartie des 1. FC Union gegen den FC Augsburg wird in den Annalen des Vereins aus Köpenick wenigstens einen kleinen Ehrenplatz bekommen. Es war der Moment, wo der bisher prominenteste Neuzugang Max Kruse erstmals im Wettkampf-Trikot seines neuen Vereins den Rasen in einem Pflichtspiel betrat.

Indirekt sorgte er für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Die Abwehr der Augsburger konzentrierte sich wohl zu sehr auf die Nummer 10 im Uniontrikot und achtete zu wenig auf Marius Bülter. In der 75. Minute bekamen die auserwählten 5.000 Zuschauer in der „Alten Försterei“ den einzigen ordentlich abgeschlossenen Angriff ihrer Mannschaft zu sehen. Eine flache Hereingabe von der linken Angriffsseite nutzte Marius „das Biest“ Bülter und setzte den Ball in die Maschen. Sein ehemaliger Mannschaftkamerade Rafal Gikiewicz, jetzt im Tor des FC Augsburg, hatte keine Chance. Es kam Hoffnung auf, eine bis dahin laue Vorstellung doch noch zu einem guten Abschluss zu bringen. Mit Verlaub, der FC Augsburg gehört nicht zu den Meisterschaftaspiranten, ein Verein der mit den Eisernen auf Augenhöhe spielt.

Nach dem Ausgleich zogen die Gäste kurz das Tempo und holten sich in der 82. Minute die Führung zurück. In der 89. Minute machten die Gäste den Deckel drauf. Mit einer 1:3 Niederlage starteten die Eisernen in die Saison. Sebastian Andersson wurde, wie beim Pokal in Karlsruhe, schmerzlich vermisst. Bei seinem neuen Verein, dem 1. FC Köln schoss er bei der 2:3 Niederlage gegen Hoffenheim ein Tor selbst und bereitete einen weiteren Treffer vor. Die Eisernen suchen nach einem Ersatz und sind wohl bereits fündig geworden. Mittelstürmer Taiwo Awoniyi vom FC Liverpool wird ausgeliehen.

Der 23-jährige Nigerianer wechselte 2015 von der Imperial Academy zu den Reds und sammelte in den vergangenen Jahren auf Leihbasis beim FSV Frankfurt, NEC Nijmengen (Niederlande), KAA Gent und Royal Mouscron (beides in Belgien) Erfahrung. In der vergangenen Spielzeit lief der Stoßstürmer für den FSV Mainz 05 auf. Das Trikot der Hessen trug der Mittelstürmer, der in Mainz Großteils auf anderen Positionen zum Einsatz kam, in 12 Pflichtspielen und erzielte im Duell gegen den 1. FC Köln sein erstes Bundesligator. Auch im Rückspiel gegen den 1. FC Union Berlin stand Awoniyi im Stadion An der Alten Försterei auf dem Rasen. Nach Ablauf der Leihvereinbarung bei den Rheinhessen kehrte Taiwo Awoniyi zunächst zurück zum FC Liverpool und stürmt ab sofort für den 1. FC Union Berlin.

Die Frage ist, ob damit das Thema Philipp Hofmann vom Tisch ist. Union würde den großgewachsenen Mittelstürmer (1,95m) gern verpflichteten. Nur liegen die Vorstellungen über die Höhe der fälligen Ablöse weitauseinander. Der Bedarf wäre da, das hat das Spiel gegen die Augsburger gezeigt. Beim Spiel des KSC in Hannover stand Hofmann nicht im Kader.

„Die erste Hälfte war sehr ausgeglichen, die Führung für Augsburg ist aus meiner Sicht aus dem Nichts gefallen. Der FCA war heute sehr effizient, auch weil wir bei den Gegentoren nicht konsequent genug waren. Da hat uns dreimal die letzte Entschlossenheit gefehlt. In der zweiten Hälfte hat man gesehen, dass wir versucht haben Druck aufzubauen, der Ausgleich war aus meiner Sicht verdient. Die Augsburger waren aber effektiver, deshalb war der Sieg letztendlich auch verdient“, so Unions Cheftrainer Urs Fischer nach dem Spiel.

Im Rahmen des zweiten Spieltags der Bundesliga trifft der 1. FC Union Berlin am kommenden Sonnabend, dem 26.09.2020 auswärts auf Borussia Mönchengladbach. Der Anpfiff im Borussia-Park erfolgt um 15:30 Uhr.

Hans-Peter Becker/Hannes Hahn 1. FC Union Presse

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Lenz (86. Gießelmann) – Gentner (25. Griesbeck), Andrich, Prömel (71. Teuchert) – Becker (71. Kruse), Ingvartsen (86. Mees), Bülter (4-3-3)

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – D. Caligiuri (86. Oxford), Khedira, Gruezo (86. Jensen), Vargas (76. Hahn) – Niederlechner (76. Finnbogason), Gregoritsch (89. Strobl) (4-4-2)

Schiedsrichter: Marco Fritz, Thomas Stein, Benedikt Kempkes, Markus Schmidt

Tore: 0:1 Vargas (41.), 1:1 Bülter (75.), 1:2 Gregoritsch (82.), 1:3 Hahn (89.)

Licht und Schatten im Berliner Profifußball

Wer hätte das gedacht, nachdem die Alte Dame in der laufenden Saison auf und neben dem Rasen so einige Lachnummern abgeliefert hat. In der Geisterspielserie läuft es bisher, da werden auch Spiele gewonnen, wo der Faktor Glück eine größere Rolle spielt. Am Pfingstsamstag siegten sie zufrieden und glücklich mit 2:0 gegen den FC Augsburg. Sah es in Halbzeit eins so aus, als wäre das eine klare Angelegenheit, so gerieten die drei Siegpunkte in der zweiten Hälfte mächtig in Gefahr. In der 89. Minute schien der verdiente Ausgleich für die Gäste zu fallen. Pech für die einen ist dann Glück für die anderen, der Ball ging nur an die Latte des Tores und war nicht drin. In der Nachspielzeit machten Darida und Piatek in einer tschechisch-polnischen Koproduktion alles klar. Das Spiel unter Woche in Leipzig hatte Körner gekostet und zum Ausfall von Plattenhardt und Matheus Cunha geführt. Die grandiose Serie seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs – 10 von 12 möglichen Punkten geholt – könnte in der Endabrechnung sogar einen Platz in Euro-League bedeuten. Allerdings heißt die Aufgabe, auswärts bei Borussia Dortmund zu bestehen.

Ein gegensätzliches Bild bietet der Rivale aus Berlin-Köpenick. Dem Aufsteiger ist der Re-Start bisher überhaupt nicht gut bekommen. Ein einziges Pünktchen von den zwölf möglichen wurde geholt. Das Abstiegsgespenst schwebt über der Alten Försterei. Es wird sich in den drei noch ausstehenden Heimspielen vertreiben lassen. Schalke, Paderborn und Düsseldorf müssen ihre Visitenkarten in der Alten Försterei erst abgeben und Köln und Hoffenheim stehen auswärts an. Die Ausgangsbasis sind 31 Punkte und die werden definitiv nicht reichen für eine zweite Saison im Oberhaus. Auf den Relegationsplatz, der aktuell nur vier Punkte entfernt ist, hat keiner in Köpenick Lust in diesem Jahr.

Zu Pfingsten – neudeutsch an Pfingsten – sind die Geschenke am geringsten spricht der Volksmund. Ein Lied davon kann der 1. FC Union Berlin singen. Am Pfingstsonntag unterlagen sie zwar nicht ganz sang- und klanglos bei Borussia Mönchengladbach mit 1:4, der Einsatz stimmte, es reichte nicht, der Unterschied zwischen den Teams war zu groß. Ein Glück, dass sie von dem Punktepolster aus der Hinrunde zehren können.

Der Champion-League Aspirant, die Borussia aus Gladbach ging schnell in Führung und legte bis zur Halbzeitpause nach. Ihr beste Phase hatten die Eisernen mit Beginn der 2. Halbzeit. Sebastian Andersson gelang per Kopf der Anschlusstreffer zum 1:2. Groß beeindrucken ließen sich die Gladbacher nicht legten bis zum Spielende noch zwei Treffer nach. „In der ersten Hälfte der Partie haben wir zu ängstlich agiert, zu viele Abspielfehler gemacht und die Duelle nicht gesucht. Nach der Pause kamen wir besser ins Spiel, haben gezeigt, dass wir es können und haben den Anschlusstreffer erzielt.“ so sah Unions Trainer Urs Fischer das Spiel.

Das Spiel in Gladbach bedeutete leider das Saisonaus für Julian Ryerson. In einer Pressemitteilung des Vereins hieß dazu: „Im gestrigen Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach zog sich der 22-Jährige nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung bei einem Foul eine Verletzung im rechten Knie zu und konnte die Partie nicht fortsetzen. Julian Ryerson wird konservativ behandelt und wird den Eisernen in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen. Ein weiterer Einsatz in der laufenden Saison ist damit ausgeschlossen.“

Marius Bülter © Foto: Hans-Peter Becker

Die Kaderplanung für die kommende Saison läuft auf Hochtouren. Einen Tag nach dem Spiel meldete die Vereinsführung die Verpflichtung von Marius Bülter. „Außenstürmer Marius Bülter wird auch in der kommenden Saison das Trikot des 1. FC Union Berlin tragen. Die Köpenicker zogen die im Leihvertrag zwischen Union und dem 1. FC Magdeburg vereinbarte Option und verpflichten den 27-Jährigen damit fest.“ Der Vertrag gilt für die 1. und 2. Bundesliga. „Der Schritt zu Union im letzten Sommer war genau der richtige. Ich wurde super von der Mannschaft aufgenommen und habe mich bei diesem besonderen Verein sofort wohlgefühlt. Für mich persönlich ist es ein unglaubliches erstes Bundesligajahr, in dem ich viele neue Erfahrungen sammeln und meinen Teil zum bisher guten Abschneiden in dieser Saison beitragen konnte. In den nächsten Wochen werde ich alles dafür geben, zusammen mit meinen Teamkollegen die Klasse zu halten, um auch in der neuen Saison wieder in der Bundesliga zu spielen“, so Marius Bülter.  

Hans-Peter Becker

Duell der Schweizer Trainer – beide brauchen die Punkte

Der 1. FC Union empfängt am kommenden Samstag, 25.01. den FC Augsburg. Ein Spiel das für beide Teams nicht verloren gehen sollte. Augsburg will den Vorsprung – aktuell drei Punkte – gegenüber den Eisernen halten. Die bayerischen Schwaben hatten zum Rückrundenauftakt unglücklich ihr Heimspiel gegen Borussia Dortmund verloren. Martin Schmidt, der Schweizer Trainer der Augsburger verkündete auf der Pressekonferenz vor dem Spiel, „die verlorenen Punkte wollen wir uns zurückholen.“

Sein Landsmann auf der Trainerbank der Eisernen sprach von einem schweren Gang, der seinem Team bevorsteht. Das Duell der beiden Schweizer, die sich zudem gut kennen, gemeinsam die Trainerausbildung absolviert haben, wird im Nachbarland auf grosses Medieninteresse stoßen.

Die Eisernen haben noch einige Verletzte zu beklagen, Suleiman Abdullahi (laboriert weiter an einer Knieverletzung), Akaki Gogia (Kreuzband) und Joshua Mees (Oberschenkelverletzung) werden auf keinen Fall spielen können. Ebenso nicht einsatzfähig sind Manuel Schmiedebach und Grischa Prömel. Ein Fragezeichen steht noch bei Sebastian Polter, der sich im Training eine Zerrung zuzog, allerdings wohl nicht die erste Wahl gewesen wäre. An der taktischen Grundordnung des 3-4-1-2 wird sich wohl nichts ändern. Allerdings ist davon auszugehen, dass Fischer etwas offensiver agieren lassen wird.

Die Eisernen haben zu Hause in der Bundesliga bisher nicht die Punkte nie geteilt, wenn sie das erste Tor erzielt haben. Diese Spiele haben sie immer gewonnen. Auf den sechsten Heimsieg hoffen die Union-Fans, die sich selbstverständlich wieder alle verfügbaren Plätze in der Alten Försterei im Vorverkauf gesichert haben. Am Spieltag selbst werden keine Kassen mehr geöffnet sein. Die Gäste haben ihr Kontingent an Eintrittskarten auch in voller Höhe abgerufen. Ein stimmungsvoller Rahmen ist garantiert.

Es wird ein schwerer Gang werden. „Augsburg ist gut drauf, das hat man im Spiel gegen Dortmund gesehen. Die Mannschaft wirkt geschlossen und eingespielt, es ist eine Entwicklung zu sehen,“ so äußerte sich Urs Fischer. Sein Trainer-Kollege aus Augsburg sieht die Sache so: „Ich werde zum ersten Mal für ein Spiel an der Alten Försterei sein. Ich bin sicher, dass es ein ganz anderes Spiel wird als letzte Woche gegen Dortmund. Es wird ein Kampfspiel, darauf müssen wir uns mental und körperlich einstellen! Union ist ein gewachsener Aufsteiger, sie sind nicht zufällig in der Bundesliga. Sie hatten im Herbst eine sehr gute Phase, das zeigt, dass bei ihnen einiges stimmt. Sie haben zuhause 15 von 20 Punkten geholt, das sagt einiges über das Spiel aus!“

Das Spiel beginnt am Samstag, 25.01.2020 um 15:30 Uhr und wird von der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus geleitet werden. Die Polizeibeamtin aus Niedersachsen leitete zuletzt am 7. April 2019 ein Spiel in der Alten Försterei es war eine Zweitligapartie, 0:0 trennten sich damals Dynamo Dresden und der 1. FC Union.

Hans-Peter Becker

Klinsi macht’s – Covac nicht mehr Hertha-Coach

Keine schlechte Entscheidung, wie am Mittwochvormittag, am 27.11.2019 bekanntgegeben, ist Ante Covic (44) nach knapp fünfmonatiger Tätigkeit und dem 0:4 in Augsburg freigestellt (beurlaubt), kein Trainer mehr. Die Talfahrt wurde ihm mit nur 11 Punkten zum Verhängnis. Bis zum Ende der Saison übernimmt bei Hertha Jürgen Klinsmann sein Amt. Ausschlaggebend dürfte die Tatsache für den Ex-DFB-Teamchef gewesen sein, dass zum Abschluss seiner Karriere die Trainertätigkeit bei einem Bundesligisten bestimmt eine reizvolle Aufgabe sein wird. Deshalb will ich den Einfluss von Sponsor Lars Windhorst gar nicht hinein interpretieren. Klinsmanns Sitz im Aufsichtsrat bleibt dem Ex-Bundestrainer ja garantiert auch nach seiner Trainertätigkeit, für die ihn ja auch noch andere Angebote ins Haus flatterten. Aus meiner Sicht werde Ich Jürgen Klinsmann nie vergessen, dass er zu Zeiten meiner Sportsendung für den oft geschalteten Trailer sagte: „Berliner schauen TV Sport in Berlin“.

Hintergründe für diese Entscheidung: Wunschtrainer Niko Kovac sagte Nein. Ich selbst erlebte mit ihm einst, was ein Freundeswort bedeutet. Es charakterisiert ihn absolut positiv. Freunde unterstützt man und löst sie nicht ab. Ich erinnere mich genau bei Dreharbeiten bei einem Hertha-Training zu Spielerzeiten des Niko Kovac. Ich fragte ihn nach den Abgangs-Gerüchten zu Bayern, „was ist dran Niko“? Er fragte: „Wann gedenkst du das auszustrahlen?“ – Antwort: „Erst am Sonntagabend“. „Garantiert kein Wort früher?“.  – „Garantiert kein Wort früher!“ – Niko bestätigte mir bereits Anfang der Woche als ersten Reporter seinen feststehenden Abgang ins Mikrofon!

Wer kennt schon die Modalitäten bei seinem Rauswurf in München genau? Vertraglich ist er noch 1 ½ Jahre mit Gehaltsansprüchen bei Bayern verpflichtet. Da kann er sich erholen. Mit seinen Erfolgen bei Eintracht Frankfurt und Bayern München, Deutscher Meister und Pokalsieger, und seinen Erfahrungen hat er keine Schwierigkeiten später wieder einen Verein zu finden. Viele Vereine wären dankbar… Hertha wollte ihn ja auch, hätte wahrscheinlich auch das Gehalt der Bayern übernommen. Es könnte sogar sein, dass Niko eine Abfindung von Bayern bekommt und damit sofort wieder tätig sein kann. Die Absage an Hertha  ist bestimmt darin begründet, dass Ante sein Freund und Antes Sohn Maurice sein Patenkind ist. Niko würde niemals als Nachfolger eines Freundes fundieren.

Zur neuen Saison als Nachfolger von Jürgen Kliensmann könnte es durchaus wieder bei Niko Kovac kribbeln. Co-Trainer Harry Gämperle (51) war ja auch im Gespräch. Er bleibt unangetastet auch den Herthanern erhalten. Soll Klinsi doch beweisen, dass  er auch als Bundesligacoach erfolgsorientiert handeln kann. Ob auch kurzfristig (?), ganz Berlin ist nun gespannt, ob Jürgen Klinsmann sogar derjenige ist, der Lucien Favre in die Wüste schickt.

Bei Hertha überschlagen sich die Ereignisse. Großes Stühlerücken ist angesagt. Im Moment läuft die PK mit der Vorstellung des neuen Trainers Jürgen Klinsmann. Er bringt einen neuen Co-Trainer und TW-Trainer mit. Arne Friedrich wird wohl Masnnschafts-Direktor. Hans-Peter Becker verfolgt die Pressekonferenz. Lieber Hans, bitte übernehme. Was gibt es Neues?

Christian Zschiedrich

Erstes Bundesligator und Punkt

In der 80. Minute war es soweit, der kurz zuvor zusammen mit Sebastian Polter eingewechselte Sebastian Anderson erzielte das erste Bundesligator für den 1. FC Union. Es war der Ausgleich zum 1:1 und bis zum Schlusspfiff änderte sich an dem Spielstand nichts mehr. Ein Riesenklops im Aufbauspiel der Augsburger war der Torpremiere vorausgegangen. Jetzt hat der fünfmalige Nationalspieler Schwedens einen Ehrenplatz in der Vereinschronik der Eisernen sicher. Großen Anteil an dem Treffer hat auch Sebastian Polter, der zusammen mit Andersson in der 71. Minute eingewechselt wurde. Augsburgs Tin Jedvaj spielte den Fehlpass, Polter lief allein auf den Torwart zu und legte quer auf seinen Sturmpartner, der dann keine Mühe hatte, erfolgreich abzuschliessen.

Freudige Gesichter, das Unentschieden ist ein gefühlter Sieg für die Unioner. In der ersten Halbzeit war auf beiden Seiten die Verunsicherung nach den Klatschen zum Auftakt zu bemerken. Urs Fischer brachte vier Spieler in der Startaufstellung. In der Innenverteidigung spielte Neven Subotic für Marvin Friedrich, im offensiven Mittelfeld begannen Marcus Ingvartsen und Sheraldo Becker, zunächst als einzige Sturmspitze durfte sich Anthony Ujah versuchen. Christian Gentner konnte wegen einer Verletzung nicht spielen. Bei Ballbesitz sortierte sich die taktische Formation in einem 4-2-3-1 und gegen den Ball versuchten Ujah und je nach Situation einer der drei offensiven Mittelfeldspieler den ballführenden Augsburger anzulaufen, dahinter formierten sich zwei Viererketten. In der ersten Halbzeit wirkte Union in der Abwehr sehr kompakt, allerdings gab es kaum nennenswerte Aktionen vor dem Augsburger Tor. Die erste halbwegs brauchbare Torchance hatten die Berliner in der 27. Minute durch Ujah und in der 35. Minute verfehlte ein Schuss Marius Bülter nur knapp das Ziel.

Augsburg hatte bis zur Pause mehr vom Spiel. Insgesamt hielt sich spielerische Niveau im unteren Wertungsbereich auf. In der zweiten Hälfte stieg wenigstens der Unterhaltungswert. In der 48. Minute kam Union zu einer Konterchance, allerdings war der entscheidende Pass von Sheraldo Becker zu unsauber. Das erste Tor im Spiel fiel dann in der nach knapp einer Stunde Spielzeit durch den Schweizer U-21 Nationalspieler und Augsburger Neuzugang Ruben Vargas, der von der Vorarbeit durch Florian Niederlechner profitieren konnte. In der Abwehre konnte Keven Schlotterbeck das entscheidende Zuspiel von seinem ehemaligen Freiburger Mannschaftskollegen nicht verhindern.

Sebastian Andersson – Schütze des ersten Bundeligatores © Foto: Hans-Peter Becker

Die Berliner Bank reagierte auf den Rückstand. Zunächst kam Suleiman Abdullahi für den eher enttäuschenden Sheraldo Becker und ab der 71. Minute stellte Fischer im Angriff auf ein 4-2-2 um. Für Ujah kam Sebastian Polter und für Ingvartsen spielte Sebastian Andersson. Die Maßnahme wäre fast ins Auge gegangen. Eigentlich hätte Niederlechner in der 73. Minute für die Entscheidung des Spiels sorgen müssen. Wieder verliert Schlotterbeck den Zweikampf, doch Niederlechner trifft zum großen Glück für die Eisernen das Tor nicht. Der Ausgang ist bekannt. Christopher Lenz traf zunächst in 78. Minute mit einer eher verunglückten Flanke den Pfosten und 80. Minute, nach 170 Bundeliga-Minuten folgte die Torpremiere.

Leider verloren in der 83. Minute die Eisernen Innenverteidiger Schlotterbeck durch eine glatt rote Karte. Es war die negative Krönung der vielen Zweikämpfe zwischen den beiden Ex-Freiburgern. Die Entscheidung des Schiedsrichters Robert Schröder war hart, aber vertretbar. So musst du in der Mittelzone nicht einsteigen, dazu, wenn auch nicht in voller Absicht, mit der offenen Sohle auf die Wade des Gegenspielers. Für die restlichen Minuten rückte Grischa Prömel in die Innenverteidigung. In der Nachspielzeit versuchte Polter einen Elfer zu schinden. Es war es „Trikotzupfer“, aber kein 100%iger Strafstoß, das Spiel lief weiter und mit der letzten Angriffsaktion hätten die Eisernen das Spiel noch unglücklich verlieren können.

Das Unentschieden war dem Spielverlauf entsprechend, der 1. FC Union ist mehr als nur ein Punktelieferant. Nach dem Schlusspfiff konnten sich die Profis zu Recht feiern lassen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten: Fußball-Bundesliga 2. Spieltag

FC Augsburg: Koubek – Lichtsteiner, Jedvaj, Khedira, Max – Baier, Gruezo (74. Oxford) – Vargas (66. Richter), Hahn, Gregoritsch – Niederlechner (88. Finnbogason)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Subotic, Schlotterbeck, Lenz – Prömel, Andrich – Becker (68. Abdullahi), Ingvartsen (71. Andersson), Bülter – Ujah (71. Polter)

Zuschauer: 27.703

Tore: 1:0 Vargas (59.), 1:1 Andersson (80.)