Hertha BSC: Wenige Stunden vor dem Spiel gegen Mainz 05

Die Auffassung – ob medial oder bei den Hertha-Fans – die Alte Dame sei ja schon so gut wie gerettet, stimmt einfach nicht. So jedenfalls sagt einer ganz laut, der es wissen muss: Trainer Felix Magath. Gerettet ist der Tabellenneunte Mainz 05 mit 42 Punkten. Das ist gut so für die Berliner. Erfahrungsgemäß kämpfen (bis zum Umfallen) die mehr, deren Existenz in Liga Eins noch nicht in trockenen Tüchern ist. Hertha hat bis zum vorletzten Spieltag 33 Punkte gesammelt. Am letzten Spieltag hat Hertha beim BVB in Dortmund anzutreten. Ob Hertha da Punkte holen kann, darf in dieser Saison bezweifelt werden. Umso mehr zählt das Ergebnis im „Topspiel“ im Olympiastadion. Sollte Hertha beide Spiele verlieren und der VfB Stuttgart entsprechend punkten, müssen nicht die Schwaben, sondern die Berliner in die Relegation. Herthas miserables Torverhältnis 35:67, Stuttgart 37:56, muss rechnerisch auch bedacht werden.

Grafik © Sportick

Wenn Hertha absteigen sollte, hat das, trotz aller Erfahrung des Clubs, Auswirkungen nicht nur für die Angestellten im Verein. Schalke 04, Werder Bremen und der Hamburger SV können aktuell ein Lied davon singen. Entscheidungen über den Verbleib der nominell auflaufenden Spieler und sogar einige Finanzpoker um ausgeliehene Spieler, es geht um zehn Profis, stehen dann zu Buche. Augsburg würde gern mit Vorkaufsrecht den leistungsmäßig überzeugenden Arne Maier behalten. Omar Alderete (Florenz) und Krzysztof Piatek (Italien) haben sich in ihren Vereinen empfohlen. Die bereits abgestiegene SpVgg. Fürth möchte gern mit Jessic Ngankam die Kaufoption ziehen. Daishawn Redan (Zwolle Niederlande) ist der Verbleib noch nicht bestätigt. Zwolle ist in der 1. Liga auch noch nicht gerettet.

Vor der vertragsmäßigen Rückkehr zu Hertha BSC stehen ´fünf Spieler, die natürlich davon ausgehen, weiter in der 1. Bundesliga ihr Geld zu verdienen. Dodi Lukebakio (Wolfsburg), Jordan Torunarigha (Gent), Javairo Dilrosun (Bordeaux), Deyovaisio Zeefuik (Blackburn) und Eduard Löwen (Bochum). Da kommt auf Fredi Bobic einiges an Arbeit und viel Verhandlungsgeschick zu.

Die 05er haben ihre Klasse in der Eliteliga schon öfter bewiesen und Spiele in den Schlussminuten dank ihrer superschnellen Außen- und torgefährlichen Stürmer gedreht. Das heißt, Hertha muss bis zum Schlusspfiff konzentriert zur Sache gehen. In Erinnerung sei der Treffer der Bielefelder bei ansonsten dominantem Spiel der Hertha. Garantiert wird wieder einige Minuten nachgespielt werden. Felix Magath hat die Mannschaft garantiert darauf einstellt, und das Team wird es hoffentlich diesmal vor 70.000 Fans umsetzen. Einsatz, Kampf und Leidenschaft wird von voraussichtlich folgender Startelf gefordert und eben auch von allen Wechselspielern wann und wo auch immer.

So könnte Hertha beginnen: Lotka – Pekarik, Boyata, Kempf, Björkan – Ascacíbar, Tousart – Darida, Boateng, Serdar – Selke. Magath dürfte auf das zuletzt bewährte 4-2-3-1 System vertrauen

Die Arena öffnet am 07.05.2022 um 16.30 Uhr. Hertha erwartet ein ausverkauftes Haus. Der öffentliche Nahverkehr in Berlin will, wie alle Herthaner, sein Bestes geben.

Christian Zschiedrich

Wasserfreunde wollen den Pokalsieg

Am zweiten Mai-Wochenende geht es bei den Männern sowie bei den Frauen im Ruhrgebiet um den deutschen Wasserballpokal. In einer Parallelveranstaltung werden in Duisburg und in Krefeld-Uerdingen die DSV-Pokaltrophäen des Verbandes vergeben. In beiden Fällen sind die Wasserfreunde Spandau 04 Titelanwärter und (Mit-)Favorit. Die Berliner Frauen sind nach zwei Erfolgen in den vergangenen Jahren der erklärte Siegesanwärter, die Männer müssen sich diese Rolle mit Waspo 98 Hannover teilen. Die Niedersachsen haben den Wettbewerb seit 2017 dominiert und seitdem fünf der sechs Austragungen gewonnen.

Die Wasserfreunde sind mit 31 Triumphen, der letzte gelang 2020 mit 13:12 gegen Hannover, seit dem Pokal-Start 1972 nach wie vor der unangefochtene Erste im Siegerranking. Waspo folgt mit sechs Erfolgen. Auch die beiden weiteren Final-Four-Teilnehmer wurden bereits früher Pokalsieger. Duisburg sogar bereits viermal. Und Bayer Uerdingen hat es 2016 trotz einer hohen Halbfinal-Niederlage gegen Spandau am grünen Tisch zum Pokalsieg gebracht, weil Spandau nachträglich gesperrt wurde und daher Bayer Uerdingen Eingang in die Pokalerfolgsstatistiken fand.

Uerdingen ist krasser Außenseiter gegen Waspo, Duisburg rechnet sich angesichts des Heimvorteils eine kleine Chance gegen Spandau aus. Über ein mögliches Pokalfinale der beiden Erzrivalen lässt sich trefflich streiten und spekulieren. In dieser Saison standen sich die beiden Teams bereits fünfmal gegenüber: im Supercup, in der Meisterschaft und in der Champions League. Dreimal hat Spandau gewonnen, einmal Waspo, einmal teilte man sich die Punkte. Numerisch daraus einen Vorteil für die Berliner zu errechnen, geht allerdings nicht auf. „Wer das richtig liest, der stellt schnell fest: Wir sind dran“, lautet Spandaus Aufforderung zum Kampf.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Terminübersicht

Halbfinale Männer 1 – Freitag, 06.05.2022, 18:00 Uhr

ASC Duisburg – Wasserfreunde Spandau 04

Halbfinale Männer 2 – Samstag, 06.05.2022, 20:00 Uhr

Bayer Uerdingen – Waspo 98 Hannover

Spiel um Platz 3 – Samstag, 07.05.2022, 16:30 Uhr

Finale – Samstag, 07.05.2022, 18:30 Uhr

Spielort: Vereinsanlage ASCD, Kruppstr. 32a, 47055 Duisburg

Halbfinale Frauen 1 – Freitag, 06.05.2022, 18:00 Uhr

ETV Hamburg – Bayer Uerdingen 08

Halbfinale Frauen 2 – Samstag, 06.05.2022, 20:00 Uhr

Wasserfreunde Spandau 04– Waspo 98 Hannover

Spiel um Platz 3 – Samstag, 07.05.2022, 12:15 Uhr

Finale – Samstag, 07.05.2022, 14:15 Uhr

Spielort: Vereinsanlage Bayer Uerdingen 08, Am Waldsee 25, 47829 Krefeld

Eisbären – Mission Titelverteidigung war erfolgreich

Foto: ©PENNY DEL / City-Press GmbH

So spät in einer Saison wurde wohl noch nie ein Meister gekürt. Coronabedingt wurde die Spielzeit bis zum 8. Mai verlängert, die Eisbären hätten allerdings nur bis zum 5. Mai spielen können, ab 6. Mai wird die Arena anderweitig genutzt. Das führte zu einer Terminhatz für die Mannschaft der Eisbären, sechs Spiele innerhalb von elf Tagen. Es gab Befürchtungen, dass der Mannschaft das mental und kräftemäßig Nachteile bringen könnte. Alles Makulatur, mit einem überzeugenden Sieg in Spiel 4 der „best of five“ Finalserie konnte in München der 9. Meistertitel errungen werden.

Das erste Tor im Spiel gelang den Bayern, es konnte wegen einer Torwartbehinderung und Torraumabseits nach Videobeweis keine Anerkennung finden. Müßig, jetzt darüber nachzudenken, was wäre wenn, hätte es gezählt. In der 9. Spielminute spielte Eisbären-Kapitän Frank Hördler einen genialen Diagonalpass auf Matthew White und der ließ Henrik Haukeland im Tor der Münchner keine Chance. Bis dahin hatten die Bayern mehr vom Spiel. Mit dieser knappen Führung ging es in die erste Drittelpause. Das Schicksal traf im Mittelabschnitt eine Vorentscheidung. Ein Doppelschlag innerhalb von 52 Sekunden, es trafen Frans Nielsen und Leo Pföderl, stellte den Spielstand auf 3:0. Die Eisbären verteidigten geschickt ihre blaue Linie und den Münchnern schienen mehr und mehr die Kräfte zu schwinden. Was nicht verteidigt werden konnte, wurde eine Beute von Mathias Niederberger. Er hielt insgesamt 32 Schüsse. In der 37. Minute schlug White erneut zu und schon mal die Tür auf für die bevorstehende Meisterfeier.

Im Schlussabschnitt blieben die Eisbären weiter konzentriert und München fing an zu resignieren. Der Weg zurück in dieses Spiel schien erst hinter dem Horizont zu enden. Die Spieluhr tickte unermüdlich runter und am Ergebnis änderte sich nichts. Don Jackson nahm den Goalie vom Eis und es trafen die Eisbären. Die mitgereisten Fans aus Berlin feierten schon längst und konnten 10 Sekunden vor dem Ende einen empty net Treffer von White bejubeln.

Dieser deutliche Spielausgang war so nicht zu erwarten, die auswärtsstärkste Mannschaft der Hauptrunde holte folgerichtig die Meisterschaft in der Fremde. Für München blieb nur die Silbermedaille, überreicht vom Fußball-Trainer Julian Nagelsmann, der in seiner Jugend es mal mit Eishockey probiert hatte.

Zum MVP der Playoffs wurde Eisbärenkapitän Frank Hördler gewählt. Er ist der Einzige aus dem goldenen Jahrgang 1985, der die 1. Meisterschaft 2005 mit erkämpfte. Die anderen waren Florian Busch, Jens Baxmann und Andre Rankel. Hördler könnte sich vorstellen, weiterzuspielen. Sein ältester Sohn Eric spielt bei den Eisbären Juniors und könnte in der kommenden Saison mit seinem Vater gemeinsam in der DEL auflaufen. Wie der Vater, so der Sohn könnte es lauten, eines haben beide jetzt schon gemeinsam. Sie wurden Deutscher Meister, Eric, der im Gegensatz zu seinem Vater im Sturm spielt, holte mit den Eisbären Juniors den Titel in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL).

Für den kommenden Samstag, 7. Mai sind die Fans der Eisbären auf den Platz vor der Arena zur Meisterfeier eingeladen.

Hans-Peter Becker

DEL Finalserie Spiel 4

04.05.2022 19:30 Uhr Olympia-Eishalle München

HC Red Bull München – Eisbären Berlin
0:5 (0:1, 0:3, 0:1)
Tore:
0:1 (9.) White, 0:2 (25.) Nielsen, 0:3 (26.) Pföderl, 0:4 (37.) White, 0:5 (60.) White; Strafminuten: München 8, Eisbären Berlin 6; Zuschauer: 5.533.

Endstand der Serie: 3:1 für die Eisbären Berlin

Meisterehrung im Roten Rathaus

Pressefoto Credit: © Jürgen Engler

Die BR Volleys sind am Mittwoch, 4. Mai im Roten Rathaus für den Gewinn ihres zwölften Meistertitels geehrt worden. Erstmals begrüßte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey Berlins Volleyballteam Nr. 1 und betonte dabei „die herausragende Arbeit“, welche die BR Volleys und die weiteren Proficlubs für die Hauptstadt leisten.

Gemeinsam mit den Tischtennis-Damen des ttc berlin eastside, die sich am vergangenen Wochenende ebenfalls den Deutschen Meistertitel sicherten, waren die BR Volleys ins Rote Rathaus eingeladen worden. Unter den Augen der Medien sowie den engsten Partnern und Wegbegleitern beider Vereine empfing die Regierende Bürgermeisterin die beiden erfolgreichen Berliner Spitzenmannschaften. In ihrer Laudatio sagte Franziska Giffey über die Hauptstadt-Volleyballer: „Mit ihren enthusiastischen Fans ist unseren BR Volleys ein großartiges Comeback und eine riesige Aufholjagd geglückt. Dazu meine ganz herzliche Gratulation. Unsere starken Proficlubs sind wichtige Botschafter für die Stadt und leisten herausragende Arbeit in ganz vielen Bereichen. Die Vereine sind wertvolle Repräsentanten Berlins und sorgen für eine besondere Anziehungskraft unserer Metropole. Dafür ein großes Dankeschön.“

Im Anschluss trat BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand an das Rednerpult: „Es sind solche Momente wie am Samstagabend in der Max-Schmeling-Halle, die uns als Verein motivieren und vorantreiben. Die Freude in den Augen der Menschen, das Miteinander, das Füreinander, die Begeisterung – dafür tun wir das alles und sind dankbar, dabei auch die wertvolle Unterstützung der Stadt Berlin zu erfahren.“ Niroomand machte im gleichen Atemzug deutlich, dass der alte und neue Deutsche Meister auch in der Zukubft große Ziele hat: „Mit den bemerkenswerten 13 Titeln des VfB Friedrichshafen gleichzuziehen, kann eine unserer Ambitionen für die kommenden Jahre sein.“

Zum Abschluss des Empfangs überreichten die BR Volleys Bürgermeisterin Giffey und der Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport Iris Spranger Fanschals in den Vereinsfarben sowie ein offizielles Meistershirt der Saison 2022.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Eisbären siegen 2:1

Gestern noch in München und am Montag stand sie sich erneut gegenüber, ein back to back Spiel sagt man dazu. Nach dem Overtime Sieg der Eisbären in München war aus der Fünfer-Serie eine Dreier-Serie geworden. Der Sieger hat den Matchball.

Im 1. Drittel gingen die Eisbären in Führung, bereits nach fünf Minuten durch Zach Boychuk. Es war ein sehenswert heraus gespielter Treffer in Überzahl. Die Münchner antworteten zwei Minuten später und konnten durch Zachary Redmond ausgleichen. Die beiden Treffer fielen in der 5. und 7. Spielminute. Anschließend wurden die Gäste immer stärker. Der Führungstreffer für die Eisbären in der 39. Spielminute kam da gerade recht. Dominik Bokk war der Glückliche, der die Halle zum Beben brachte.

Dabei blieb es bis zur Schlussirene. Die Eisbären verteidigten gut und könnten im Falle eines Sieges am 4. Mai in München Meister werden. Neben Blaine Byron, der verletzt nicht spielen konnte, musste die Eisbären im Schlussdrittel auch auf den Torschützen Boychuk verzichten. Es war ein nicht geahndeter Crosscheck von Trevor Parks, der ihn vorzeitig in die Kabine zwang. Die beiden Trainer wollten sich zu dem Vorfall nicht äußern, so sind die Playoffs. Den Platz Boychuk als Center der ersten Sturmreihe nahm Manuel Wiederer ein. Boychuk wird auf jeden Fall mit nach München reisen, wie in den Playoff üblich, wird über die Schwere einer Verletzung keine Auskunft gegeben.

Hans-Peter Becker

DEL Playoff Finale Spiel 3

02.05.2022 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin – EHC Red Bull München 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)
Tore: 1:0 (5.) Boychuk, 1:1 (7.) Redmond, 2:1 (39.) Bokk; Strafminuten: Berlin 6, München 6; Zuschauer: 14.200.

Hertha verschenkt vorzeitige Rettung, Viktoria mit spätem Sieg und Union?

Der Profifußball hatte zwar keine Niederlage zu vermelden, allerdings waren die Ergebnisse bis auf Viktoria nicht optimal. Die Himmelblauen holten am Freitagabend unter Flutlicht im Jahnsportpark drei ganz wichtige Punkte. Da war es egal, dass der 2:1 Erfolg über den 1. FC Saarbrücken erst in der Nachspielzeit perfekt gemacht wurde. Getroffen hatte der eingewechselte Hovi. Ja wenn man in der Woche zuvor in Würzburg (stehen inzwischen als Absteiger fest) nicht so eingebrochen wäre. Jetzt können die Viktorianer um Trainer Toku nur hoffen, dass der SC Verl am 37. Spieltag in der Roten Erde gegen Dortmund II Federn lässt. Beide trennt nur ein einziger Punkt, allerdings hat Verl noch 2 Spiele, während für die Berliner, bedingt durch den Rückzug von Türkücü München, nur ein Spiel zum Punkten bleibt. Am 14. Mai empfangen sie den SV Meppen, hoffentlich wird das nicht das vorläufig letzte Spiel in Liga 3. Der BFC Dynamo ist zwar fast Meister der Regionalliga Nordost, sie verpassten parallel am Freitag bei Union (gemeint ist Fürstenwalde) die vorzeitige Meisterschaft. Bei 6 Punkten Vorsprung und einer um 15 Tore besseren Bilanz sollte nichts Schlimmeres mehr passieren. Der Aufstieg in Liga 3 ist in diesem Jahr nur über die erfolgreiche Relegation mit dem Nordmeister möglich.

Den Freitagabend beschloss der Auftritt der Eisernen daheim gegen Absteiger Greuther Fürth. Es war gruselig, die erste Halbzeit war wohl die schlechteste in dieser Saison. Sie hätten sich nicht wundern dürfen, die Gäste waren klar besser, nur war das Spiel noch nicht entschieden. Ein Abwehrfehler ermöglichte den Eisernen den Ausgleich. Ein glücklicher Punkt für Union.

Einen Tag später, zur traditionellen Bundesligaspielzeit, Samstag, 15:30 Uhr, machte Hertha in Bielefeld ziemlich viel richtig, schoss nur ein Tor zu wenig. Statt des erlösenden 2:0, hätte die vorzeitige Rettung bedeutet, kam die Arminia zum Ausgleich und Hertha darf weiter zittern, hat aber nicht die allerschlechteste Ausgangsposition. Ein Sieg gegen Bayernbesieger Mainz und die Sache wäre geritzt. Vorsicht Hertha, der letzte Sieg ist bekanntlich immer der schwerste, allerdings, wenn sie es jetzt noch vergeigen…..

Hans-Peter Becker

Zwölfter Meistertitel vor ausverkauftem Haus

Die BR Volleys haben ihr Comeback im Playoff-Finale 2022 perfekt gemacht! In einem letzten, in allen Bereichen würdigen Endspiel siegte der alte und neue Deutsche Meister mit 3:1 (25:20, 19:25, 25:23, 25:22) gegen den VfB Friedrichshafen. 8.553 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bejubelten den letzten Sieg dieser Saison und damit den zwölften Meistertitel der Berliner.

Nach seinem starken Auftritt am Mittwoch durfte Samuel Tuia vor der tosenden Kulisse von Beginn an ans Netz und erzielte auch direkt die ersten zwei Punkte für die BR Volleys. Ein Angriff die Linie entlang und ein Ass des Insulaners brachten die Hauptstädter ins Spiel (2:2), aber insgesamt erwischten die Männer vom Bodensee emotionsgeladen den besseren Start (8:11). Zwei Blocks, von Sergey Grankin zum Ausgleich (14:14) und Samual Tuia zur Führung (16:15), gaben den Berlinern Schwung. Nun lief die Berliner Highlight-Maschine. Grankin setzte den nächsten Block, Timothée Carle versenkte sehenswert ohne Block und der Kapitän legte noch ein Ass nach (19:17). In einem starken Endspurt sicherte Nehemiah Mote seinem Team per Schnellangriff den ersten Satzgewinn (25:20).

Unbeirrt stemmte sich der Pokalsieger gegen den Druck der Heimkulisse und setzte sich im zweiten Durchgang nach einer Aufschlagserie von Dejan Vincic früh ab (5:9). Der VfB war klar am Drücker (9:14), aber Tuia stemmte sich mit drei Punkten in Folge dagegen (13:15). Dennoch blieben die Herren in Blau stabil und hatten nach einem Ass von Simon Hirsch alles wieder unter Kontrolle (16:20). Auch die Einwechslung von Marek Sotola für Benjamin Patch änderte nichts daran, dass die Häfler ausglichen (19:25).

Das Team von Mark Lebedew stellte bis hierhin die deutlich bessere Annahme und das Match wog eines Finals würdig hin und her (11:9, 12:13). Auch die Schiedsrichterentscheidungen sorgten für hochkochende Emotionen und nun hatten die BR Volleys den kleinen Vorteil (18:16). Beide Teams schenkten sich nichts (23:23). Beim ersten Berliner Satzball waren dann Danani mit der Abwehr und Tim Carle mit dem Angriff entscheidend zur Stelle (25:23).

Friedrichshafen ließ sich abermals nicht aus der Ruhe bringen und auch weil die Mittelblocker Marcus Böhme und Lucas Van Berkel wieder stark performten, drehten sie Gäste das Geschehen erneut (6:3, 7:11). Cedric Enard setzte nun auf Ruben Schott, der mit seinen Aufschlägen wieder für den Ausgleich sorgte (12:12). Kommissar Klein hielt die nächste Aufschlagserie bereit und sorgte für Explosionsgefahr in der Arena (16:14). Mit einem weiteren Ass von Grankin bogen die BR Volleys auf die Zielgerade ein (22:18) und nach einer genialen Rettung von Santiago Danani machte Tim Carle den letzten Punkt des Abends und damit den zwölften Meistertitel für die Berliner perfekt (25:22)

Stimme zum Spiel
Cedric Enard: „Dieser Abend ist ein Traum für uns. Vor einer ausverkauften Halle und 8.500 Zuschauern so ein fünftes Spiel gegen den Dauerrivalen gespielt und gewonnen zu haben – mehr geht einfach nicht! Ich bin so stolz auf diese Gruppe und dieses Team, wie wir nach dem 0:2-Rückstand noch zurückgekommen sind. Ich werde einige Tage brauchen, um zurück auf die Erde zu kommen. Friedrichshafen war im Saisonfinale in Topform. Sie haben uns alles abverlangt, aber am Ende haben wir es glücklicherweise geschafft. Der Titel bleibt in Berlin!“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Ruben Schott, Cody Kessel, Marek Sotola, Matthew West

Topwerte
Carle 20 Punkte, 3 Blocks | Sotola 12 Punkte | Grankin 3 Asse

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Fotocredit:© Maximilian Franz

Eisbären verlieren zum Finalauftakt

Es ging sofort weiter für die Eisbären, nur einmal schlafen und mit München stand der Finalgegner auf dem Eis der MB-Arena. Das Team von Don Jackson hatte vier Tage Zeit zur Vorbereitung und erfuhr erst am Donnerstagabend, dass sie nach Berlin müssen. Vorteil für München, erstmal nicht, den die Eisbären gingen mit 3:0 in Führung. Sie hielt für neun Minuten, erst ein Doppelschlag in der 30. und 32. Minute und ein Tor durch Videobeweis in der 35. Minute stand es wieder pari, so musste der Schlussabschnitt die Entscheidung bringen.

In den Playoffs ist es wichtig, möglichst wenig Strafen zu kassieren. In der 44. Minute musste Kai Wissmann auf die Strafbank, diese Strafzeit überstanden die Eisbären. Eine Überzahlchance verstrich anschließend für die Eisbären. Das Spiel ging die Schlussphase und jetzt machte sich doch ein Kräfteverschleiß bei den Eisbären bemerkbar. In der 55. Minute hatten die Münchner das Spiel gedreht, Zachary Redmond traf zum 4:3 aus Sicht der Gäste.

Die Schlussphase überstanden die Gäste und gehen in der Finalserie in Führung. Spiel 2 ist bereits am Sonntag in München.

Hans-Peter Becker

Eisbären machen Finale klar

Zwei Matchbälle hatten die Eisbären aus der Hand gegeben, so kam es zum alles entscheidenden Spiel Fünf. Saisonende oder Finale? Diese Frage mussten die Eisbären für sich beantworten. Im ersten Drittel wirkten beide Teams entsprechend nervös, das letzte Risiko fehlte noch. Die Eisbären trafen zweimal das Gestänge. Die Adler versuchten hoch zu verteidigen, um eventuelle Fehler ausnutzen zu können.

Fehlten in den ersten zwanzig effektiven Spielminuten die Tore gänzlich, so ging es im Mittelabschnitt um so schneller. Die 21. Spielminute war noch nicht ganz rum, das schlug es ein im Kasten der Adler. Manuel Wiederer war der Torschütze. Eisbärentrainer Serge Aubin hatte Wiederer als Center der 3. Reihe aufgestellt, dafür spielte Frans Nielsen neben ihm als rechter Stürmer und wieder dabei war Kevin Clark. Er gab die Vorlage für den ersten Treffer der Partie. Anschließend verstärkten die Adler ihre Bemühungen, ihrerseits einen Treffer zu markieren.

Das dritte Drittel mussten die Eisbären in Unterzahl beginnen, Simon Despres hatte eine Strafe wegen eines hohen Stocks kassiert. Jetzt wurde jede Sekunde kostbar für die Eisbären, die verging ohne Gegentreffer. Nicht nur die Spieler, auch das Publikum gaben alles. Die Arena bebte in der 46. Spielminute, als Blaine Byron den Puck zum 2:0 unterbringen konnte. Jetzt waren die vergehenden Sekunden zusätzlich veredelt, ein kostbarer Vorsprung wurde mitgenommen, als die herunterzählende Spieluhr bereits einstellige Werte anzeigte.

Die Adler gaben alles, es wurde eine Abwehrschlacht für die Eisbären. Die Spieluhr zeigte 2 Minuten und 31 Sekunden an, die effektiv übrig blieben, als Bill Stewart eine Auszeit nahm. Felix Brückmann blieb auf der Bank und Überzahl für die Adler und für Mannheim blieb nur die Selters. Blaine Byron traf 46 Sekunden vor Schluss ins leere Tor. Game over und Finale für die Eisbären, die bereits 24 Stunden später ihr erstes Finalspiel gegen München bestreiten müssen. Nicht unbedingt ideal, aber der Belegungsplan der Arena lässt andere Termine nicht zu. Der Gegner aus München muss sich jetzt ganz schnell auf den Weg nach Berlin machen.

Hans-Peter Becker

BR Volleys erzwingen Entscheidungsspiel

Die Playoff-Finals 2022 bekommen ihren Höhe- und Schlusspunkt am Samstagabend, 29. April im Berliner Volleyballtempel. Mit einem 3:1-Auswärtssieg (24:26, 26:24, 26:24, 25:20) beim VfB Friedrichshafen treiben die BR Volleys die Finalserie auf die Spitze. Nach dem nervenstarken Auftritt in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm haben die Berliner nun erstmals in der Bundesliga-Geschichte die Chance, einen 0:2-Rückstand im Finale noch zu drehen.

Beide Mannschaften standen sich in diesem Finale vor 2.319 Zuschauern abermals in unveränderter Startformation gegenüber. Auf Berliner Seite reichte es bei Jeffrey Jendryk erneut nicht für mehr als das Trikot des zweiten Liberos, bei Friedrichshafen streifte sich Blair Bann dieses über. Die Hausherren traten erwartungsgemäß druckvoll auf und zeigten früh ihre bekannte Blockstärke. Benjamin Patch blieb an jener Häfler Wand hängen (2:4), doch Timothée Carle bügelte dies per Ass wieder aus (6:6). Einmal mehr in dieser Serie war Luciano Vicentin der Mann, der für Friedrichshafen lange den Unterschied machte (12:16). Ruben Schott fand hingegen nur kurzzeitig über den Aufschlag ins Spiel (19:20), tat sich aber erneut im Angriff schwer. Mit Nehemiah Mote am Service gelang den Berlinern beim zweiten Häfler Satzball zwar das wichtige Break (24:24), aber Hirsch nutzte die dritte Gelegenheit zur Satzführung für das Heimteam (24:26).

Wie schon beim ersten Spiel in der ratiopharm Arena erarbeitete sich der VfB zunächst weiter das Spielglück. Beim Zwischenstand von 8:10 in Satz zwei setzte Cedric Enard auf Samuel Tuia anstelle von Schott. Ein im Nachhinein entscheidender Eingriff. Berlin lief zunächst weiter hinterher, bis Georg Klein zum Service ging und sich das Blatt wendete. Nehemiah Mote blockte, der “Officer“ servierte das Ass und plötzlich führten die Hauptstädter (16:13). Bei den Hausherren stieg zwischenzeitlich die Fehlerquote, doch nach einem Block von Vicentin gegen Patch stand es pünktlich zur Crunchtime natürlich wieder pari (22:22). Doch Grankin & Co behielten die Nerven und Patch erschmetterte nach einem Hin und Her den Satzausgleich (26:24).

Diesen Moment steckte Friedrichshafen gut weg und legte in Person von Daniel Muniz wieder zu (7:10). Vicentin spielte unentwegt stark, während die Berliner Außenangreifer weiter für jeden Punkt hart arbeiten mussten (13:15). Nun ersetzte Marek Sotola Ben Patch, als der Rückstand auf 14:18 anwuchs. Zwei Blockpunkte konnte Tuia setzen, doch er musste auch den wichtigen gegen Vicentin schlucken (18:21). Aber der Franzose gab die Antwort am Aufschlag und mit Sotola meldete sich endlich auch ein Berliner gegen Vicentin im Block an (23:21). Natürlich spitzte sich auch dieser Satz bis zur Verlängerung zu, bis Muniz den Ball ins Aus jagte (26:24).

Dieser Satzgewinn war der Bigpoint für den Titelverteidiger. Tuia und Sotola machten ihren Job nun hervorragend und die BR Volleys kippten endgültig das Spiel (9:7). Der Franzose traf weiter sein Service und der Tscheche blieb mutig im Angriff (19:15). Jetzt agierten die Hauptstädter clever im Angriff und ließen keine Zweifel mehr am Auswärtssieg aufkommen (23:19). Nach einem Aufschlag von Matthew West war es natürlich Tuia, der den Ausgleich in der Serie perfekt machte (25:20). Damit dürfen die Berliner noch einmal in ihre Max-Schmeling-Halle zurückkehren und vor ihrem Publikum, das alles entscheidende fünfte Finale bestreiten. Es wartet ein Volleyballfest und würdiger Abschluss dieser Saison im Volleyballtempel.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Die Männer von der Bank haben heute den Unterschied gemacht. Samu Tuia war mit seiner Routine und Moral überragend. Er war der Weckruf für unsere Mannschaft. Auch Marek Sotola hat das phänomenal gemacht. Der Junge kommt in dieser Drucksituation auf den Court und löst das so cool. Am allermeisten freut mich dieser Sieg für unsere Fans. Nach dem, was bereits am Samstag in unserer Arena los war, wird die Max-Schmeling-Halle garantiert wieder brennen. “

Samuel Tuia: „Wir wussten, dass wir kämpfen müssen und uns keinen weiteren Fehler in dieser Serie mehr leisten durften. Das war ein Sieg des gesamten Teams und des Willens. Heute konnten wir von der Bank den wichtigen Impuls geben, den die Mannschaft brauchte. Darauf haben wir gewartet und das macht mich sehr glücklich. Jetzt fühlen wir uns einfach bereit für dieses fünfte Spiel zu Hause und freuen uns auf eine riesige Kulisse, vor der wir uns hoffentlich die Goldmedaille holen können.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Georg Klein (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Marek Sotola, Matthew West, Samuel Tuia

Topwerte
Carle 15 Punkte, 2 Asse | Patch 12 Punkte | Tuia 11 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Günter Kram