Eisbären – Mission Titelverteidigung war erfolgreich

Foto: ©PENNY DEL / City-Press GmbH

So spät in einer Saison wurde wohl noch nie ein Meister gekürt. Coronabedingt wurde die Spielzeit bis zum 8. Mai verlängert, die Eisbären hätten allerdings nur bis zum 5. Mai spielen können, ab 6. Mai wird die Arena anderweitig genutzt. Das führte zu einer Terminhatz für die Mannschaft der Eisbären, sechs Spiele innerhalb von elf Tagen. Es gab Befürchtungen, dass der Mannschaft das mental und kräftemäßig Nachteile bringen könnte. Alles Makulatur, mit einem überzeugenden Sieg in Spiel 4 der „best of five“ Finalserie konnte in München der 9. Meistertitel errungen werden.

Das erste Tor im Spiel gelang den Bayern, es konnte wegen einer Torwartbehinderung und Torraumabseits nach Videobeweis keine Anerkennung finden. Müßig, jetzt darüber nachzudenken, was wäre wenn, hätte es gezählt. In der 9. Spielminute spielte Eisbären-Kapitän Frank Hördler einen genialen Diagonalpass auf Matthew White und der ließ Henrik Haukeland im Tor der Münchner keine Chance. Bis dahin hatten die Bayern mehr vom Spiel. Mit dieser knappen Führung ging es in die erste Drittelpause. Das Schicksal traf im Mittelabschnitt eine Vorentscheidung. Ein Doppelschlag innerhalb von 52 Sekunden, es trafen Frans Nielsen und Leo Pföderl, stellte den Spielstand auf 3:0. Die Eisbären verteidigten geschickt ihre blaue Linie und den Münchnern schienen mehr und mehr die Kräfte zu schwinden. Was nicht verteidigt werden konnte, wurde eine Beute von Mathias Niederberger. Er hielt insgesamt 32 Schüsse. In der 37. Minute schlug White erneut zu und schon mal die Tür auf für die bevorstehende Meisterfeier.

Im Schlussabschnitt blieben die Eisbären weiter konzentriert und München fing an zu resignieren. Der Weg zurück in dieses Spiel schien erst hinter dem Horizont zu enden. Die Spieluhr tickte unermüdlich runter und am Ergebnis änderte sich nichts. Don Jackson nahm den Goalie vom Eis und es trafen die Eisbären. Die mitgereisten Fans aus Berlin feierten schon längst und konnten 10 Sekunden vor dem Ende einen empty net Treffer von White bejubeln.

Dieser deutliche Spielausgang war so nicht zu erwarten, die auswärtsstärkste Mannschaft der Hauptrunde holte folgerichtig die Meisterschaft in der Fremde. Für München blieb nur die Silbermedaille, überreicht vom Fußball-Trainer Julian Nagelsmann, der in seiner Jugend es mal mit Eishockey probiert hatte.

Zum MVP der Playoffs wurde Eisbärenkapitän Frank Hördler gewählt. Er ist der Einzige aus dem goldenen Jahrgang 1985, der die 1. Meisterschaft 2005 mit erkämpfte. Die anderen waren Florian Busch, Jens Baxmann und Andre Rankel. Hördler könnte sich vorstellen, weiterzuspielen. Sein ältester Sohn Eric spielt bei den Eisbären Juniors und könnte in der kommenden Saison mit seinem Vater gemeinsam in der DEL auflaufen. Wie der Vater, so der Sohn könnte es lauten, eines haben beide jetzt schon gemeinsam. Sie wurden Deutscher Meister, Eric, der im Gegensatz zu seinem Vater im Sturm spielt, holte mit den Eisbären Juniors den Titel in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL).

Für den kommenden Samstag, 7. Mai sind die Fans der Eisbären auf den Platz vor der Arena zur Meisterfeier eingeladen.

Hans-Peter Becker

DEL Finalserie Spiel 4

04.05.2022 19:30 Uhr Olympia-Eishalle München

HC Red Bull München – Eisbären Berlin
0:5 (0:1, 0:3, 0:1)
Tore:
0:1 (9.) White, 0:2 (25.) Nielsen, 0:3 (26.) Pföderl, 0:4 (37.) White, 0:5 (60.) White; Strafminuten: München 8, Eisbären Berlin 6; Zuschauer: 5.533.

Endstand der Serie: 3:1 für die Eisbären Berlin

Der ewige Eisbär Florian Busch beendet seine Karriere

Von den damals jungen Wilden, die 2005 mithalfen den ersten Meistertitel zu erringen, ist im aktuellen Kader nur noch Frank Hördler übrig geblieben. Am 6. Januar 2021 teilten die Eisbären offiziell mit, dass die Nummer 26 der Eisbären Florian Busch kann seine Laufbahn verletzungsbedingt nicht fortsetzen und sagt leise servus. Sein letztes Spiel für die Eisbären bestritt er 2019. Bis dahin war der linke Flügelstürmer in 793 DEL Spielen für die Eisbären aktiv. Mit Beginn der Saison 2002/03 war er nach Berlin-Hohenschönhausen gewechselt. An allen sieben Meistertiteln war er beteiligt, nicht zu vergessen sind dabei der Pokalsieg 2008 und der Gewinn der European Trophy 2011.

Besonders in Erinnerung bleibt sein entscheidendes Tor in der Over-Time im alles entscheidenden Spiel der Finalserie am 21. April 2008. Die Eisbären machten damit ihren dritten DEL-Meistertitel perfekt. In seiner Karriere spielte er auch für die Nachwuchsnationalmannschaften und nahm an den Olympischen Spielen 2006 in Turin teil.

Buschi mit bayerischem Getränk nach der Meisterschaft 2008 © Foto Hans-Peter Becker

Seine Herkunft aus Bayern, geboren am Tegernsee im Landkreis Miesbach, ließ er auf angenehme Art jeden spüren. „Es war ein Genuss mitzuerleben, wie Buschi die Menschen um sich herum immer wieder zum Grinsen oder Lachen brachte, dabei aber nie die Professionalität vermissen ließ, die ein Profisportler an den Tag legen muss. Ich hatte das Gefühl, dass ihm die harte Arbeit, der Schweiß und die Entbehrungen richtig Spaß machten. Wir werden seine spektakulären Aktionen auf dem Eis ebenso vermissen wie sein zahnloses Grinsen,“ so die Worte von Manager John Peter Lee.

Buschi selbst wird in der Presseerklärung zitiert: „Ich gebe hier und heute meinen Rücktritt vom Profisport bekannt. Ich durfte 18 wundervolle Jahre in der Hauptstadt erleben, aber nach langem Verletzungspech muss ich nun nach vorne schauen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich auf dieser erfolgreichen Reise begleitet haben. Besonders aber bedanke ich mich bei allen Fans, die immer hinter mir standen und mir den Rücken freihielten. Danke Eisbären, danke Berlin! Einmal Eisbär, immer Eisbär. Buschi out.“

Buschi unmittelbar nach dem Gewinn der Meisterschaft 2013 © Foto Hans-Peter Becker

Leider war bisher nicht zu erfahren, ob Buschi wie er von den Fans genannt wird, zukünftig dem Eishockeysport erhalten bleiben wird. Seine Nummer 26, die er während seiner Karriere auf seinem Trikot trug, wird zukünftig nicht mehr vergeben. Bei nächster Gelegenheit, wenn es wieder möglich ist, vor Publikum zu spielen, wird sein Trikot zusammen mit dem von Andre Rankel unter das Hallendach der Arena am Ostbahnhof gezogen werden.

Hans-Peter Becker

Eisbären-Kapitän Andre Rankel beendet seine Karriere

„Als Preuße wolltest du nie ein Eisbär sein“, so wurde Andre Rankel in einem Interview zitiert. Die Eishockey-Preussen sind nur noch Erinnerung und Rankel, der dort seine Schritte als Eishockeyspieler machte, ist jetzt fast so etwas wie eine Eisbärenlegende. Nach seinem Wechsel 2003 von den Berlin Capitals absolvierte er 865 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga DEL und nur für die Eisbären. Geboren 1985 gehörte er bei den Eisbären zu dem goldenen 85er-Jahrgang. Im selber Jahr wurden seine späteren Mannschaftskameraden Frank Hördler, Florian Busch und Jens Baxmann geboren. Alle waren bereits 2005 am ersten Titelgewinn in der DEL beteiligt.

Andre Rankel mit dem Meisterpokal 2013 © Foto: Stephan Wenske

Am 30. November 2020 wurde offiziell, was bereits vermutet wurde. Andre Rankel muss seine Karriere beenden. Die 17 Jahre Profi-Eishockey haben ihre Spuren hinterlassen. Ausschlaggebend war eine Schulterverletzung, gern hätte er noch ein paar Jahre weitergemacht. Die Eisbären hatten zu einer coronabedingt, virtuellen Pressekonferenz eingeladen. In der Kabine der Eisbären hatten vor der Kamera, neben Rankel, auch der Geschäftsführer Peter John Lee und Des Squire, der die Moderation übernahm, Platz genommen. Man merkte es dem nun ehemaligen Mannschaftskapitän während seiner Ansprache an, dass ihm der Abschied schwerfiel.

Eishockey war bisher sein Leben und er wird diesem Sport weiter verbunden bleiben. Er will studieren und daneben ein Praktikum in der Organisation der Eisbären absolvieren. Seine Karriere kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Er hat insgesamt 517 Scorerpunkte in der Liga gesammelt und dabei 247 Tore erzielt. Sein Schlagschuss war gefürchtet. Für die Nationalmannschaft wurde 77 Mal nominiert. Er stand 2010 bei Olympia in Vancouver für Deutschland auf dem Eis.

Mit Beginn der Saison 2012/13 übernahm er von Stefan Ustorf das Kapitänsamt. Es klappte in diesem Jahr erneut mit dem Meistertitel, es war der Hattrick, nach den Meisterschaften 2011 und 2012. Das C auf dem Trikot wechselte von der Nummer 14 auf die 24. Zukünftig wird das Trikot mit der 24 zusammen der 14 unter dem Dach der MB-Arena hängen. Rankel bisherige Nummer ist nunmehr die insgesamt sechste, die auf Wettkampf-Trikots der Eisbären nicht mehr vergeben wird. Die Ehre eine gesperrte Nummer zu haben ist vor Rankel, den Eisbärenspielern Sven Felski (11), Stefan Ustorf (14), Mark David Beaufait (19), Denis Pederson (20) und Steve Walker (27) zuteil geworden. Jetzt wird diese Weise Andre Rankel geehrt.

Hans-Peter Becker

Saisonabschlussfeier bei den Eisbären

Fotos: © Stephan Wenske

Der sportliche Saisonabschluss verlief halbwegs versöhnlich. Im Playoff-Viertelfinale wurde der noch amtierende Meister RB München gefordert. Immerhin benötigten die Bullen sechs Spiele, um in das Halbfinale einziehen zu können. Eine gute Woche später, am Sonntag, 7. April luden die Eisbären ihre Fans zur obligaten Zeremonie des Saisonabschlusses ein. Das Eis in der MB Arena war abgedeckt. Es konnte Floorball gespielt werden oder gemütlich ein Getränk genossen werden. Es waren etwa 2.500 Anhänger der Eisbären der Einladung gefolgt.

Als Höhepunkt erschienen die Eisbärenspieler auf der errichteten Bühne, um sich von den Fans zu verabschieden. Für einige war es nur der Abscheid über den Sommer, während andere zum letzten Mal von den Fans bejubelt wurden. Bisher steht fest, neun Profis werden den Kader der Eisbären verlassen müssen. Darunter sind mit Micky DuPont und vor allem Jens Baxmann zwei Urgesteine. Baxmann kam 2001 als Nachwuchsspieler zu den Eisbären und hat seitdem nie für einen anderen Club gespielt. Er wird in der kommenden Saison für die Iserlohn Roosters in der DEL spielen. Daran muss man sich erst gewöhnen nach 860 Spielen für die Eisbären. Verständlich, dass bei der Verabschiedung so manche Träne verdrückt wurde. Für alle Verabschiedeten gilt: Einmal Eisbär, Immer Eisbär!

Mit Micky DuPont verläßt ein Spieler die Eisbären, der bereits die Meistertitel 2005 und 2006 mit erkämpft hatte. Er verließ 2006 die Eisbären und kehrte 2015 wieder zurück. Für den inzwischen 38jährigen ist nun die Uhr bei den Eisbären abgelaufen. Der Verteidiger, der in dieser Saison auch das A auf dem Trikot trug, bestritt alle 52 Spiele der Hauptrunde sowie die 8 Begegnungen in den Playoffs. Verständlich, dass es bei seiner Verabschiedung sehr emotional wurde.

Nicht mehr zum Kader der Eisbären gehören Danny Richmond, Mark Cundari, Brendan Ranford, Colin Smith, Daniel Fischbuch, Jamie MacQueen und Maximilian Adam. Ungeklärt ist die Zukunft von Thomas Oppenheimer, er war fast die gesamte Saison verletzt und bei Florian Busch muss die weitere Genesung von einer erneut erlittenen Kopfverletzung abgewartet werden.

Zum Spieler der Saison wurde der im September nachverpflichtete Torwart Kevin Poulin gewählt. Seine Personalie ist zur Zeit ungeklärt, es wird verhandelt. Das Management der Eisbären würde ihn gerne weiter verpflichten. Er konnte überzeugen, ebenso der kurz vor den Playoffs verpflichtete Stürmer Austin Ortega. Die Kaderplanungen sind längst nicht abgeschlossen. Der Umbruch könnte größer werden als bisher gedacht.

Eine Personalie steht dabei besonders im Vordergrund. Bis Ende April soll feststehen, wer in der kommenden Saison als verantwortlicher Trainer hinter der Bande stehen soll. Eines ist sicher, Stephane Richer wird sich wieder auf den Posten des Sportdirektors zurückziehen. In den nächsten Wochen werden die Eisbären einiges mitzuteilen haben.

Hans-Peter Becker

Kein guter Jahresabschluss

Vor der Halle zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße waren wieder Schilder zu sehen mit der Aufschrift „Suche Karte“. Das Spiel des 34. Spieltages zwischen den Eisbären Berlin und den Panthern aus Ingolstadt war ausverkauft. Der günstige Termin, der Mehrzahl der Besucher standen zwei freie Tage bevor und die eine oder andere Eintrittskarte wird ein Weihnachtsgeschenk gewesen sein. Der sportlich Wert lag im Kampf um den Tabellenplatz sechs, der die direkte Qualifikation für das Viertelfinale bedeutet.

Während die Ingolstädter gemessen an ihren Saisonzielen durchaus im Soll liegen, laufen die Eisbären mehr den eigenen Ansprüchen hinterher. Auswärts beim Punktgewinn in München und beim letzten Heimsieg am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Bremerhaven war ein Aufwärtstrend erkennbar. Er setzte sich gegen Ingolstadt nicht fort. Die Eisbären verloren mit 2:4.

In der 10. Spielminute jubelten die Eisbären, Marcel Noebels war im Nachfassen erfolgreich. Timo Pielmeier schnappte sich den Puck. War er bereits im vollen Umfang hinter der Linie ? Die einen werden nach Ansicht der Videobilder so sagen und die anderen…. Die Schiedsrichter entschieden auf kein Tor. Ein Puck ist kein Ball, sondern eine Scheibe und kann auch hochgestellt die Linie überschreiten. Er hat die Maße 1 Zoll (2,54 cm) in der Höhe und einen Durchmesser von 2 Zoll (7,62 cm). Die Bilder lieferte die über dem Tor angebrachte Kamera, dort war es nicht ganz eindeutig zu sehen. Die Bilder der anderen Kameras lieferten eine andere mögliche Sicht und die wurden nach der Entscheidung über den Videowürfel gezeigt. Die Schiedsrichter hatten es sich mit dem Berliner Publikum gründlich verscherzt. Vielleicht sollten die Verantwortlichen der Eisbären die Kamera über dem Tor auf der Seite der Stehplatzkurver neu arretieren lassen. Manchmal täuscht die Perspektive.

Eine Minute nach dem nicht gegebenen Treffer waren die Gäste erfolgreich. Florian Busch brummte wegen Haltens auf der Strafbank und so erzielten die Gäste ihren ersten von insgesamt drei Treffern in Überzahl. Die Eisbären konnten in der 22. Minute ausgleichen durch Jamison MacQueen. Die Eisbären gewannen lediglich den Mittelabschnitt. In der 22. Minute erzielte Sean Backman die zwischenzeitliche 2:1 Führung, die hatte Bestand bis zur 51. Minute.

In der Schlussphase machten die Oberbayern alles klar. In der 51. und 56. Minute schlugen sie im Powerplay zu und erhöhten auf 3:2. Die Eisbären mühten sich redlich und scheiterten. Ingolstadt störte mit einer 1-3-1 Taktik die Eisbären bereits im eigenen Spieldrittel. Zudem kassierten die Eisbären ihre Strafminuten zur Unzeit und wurden dafür bitter bestraft. Bis in die letzte Spielminute hielten sie die Begegnung offen und bekamen in der Schlussminute durch Michael Collins in einer empty net Situation den Ko für diese Begegnung verpasst. Die Eisbären verlieren in dieser Saison erneut ihr Heimspiel gegen Ingolstadt, am 14. Oktober hieß es 1:3.

Weiter geht es im neuen Jahr, bereits am 2. Januar steht das nächste Heimspiel an, Gegner sind die Iserlohn Roosters.
Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga DEL
34. Spieltag 30.12.2018 16:30 Uhr
MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt 2:4 (1:1/1:0/0:3)

Torfolge
11. Min. 0:1 Michael Collins (Ville Kostinen) PP1
17. Min. 1:1 Jamie MacQueen (Jens Baxmann/Andre Rankel) EQ
22. Min. 2:1 Sean Backman (Micky DuPont/Marcel Noebels) EQ
51. Min. 2:2 Brett Olson (Patrick Cannone/Ville Kostinen) PP1
56. Min. 2:3 Darin Olver PP1
60. Min. 2:4 Michael Collins (Jerry D’Amigo/Fabio Wagner) empty net

Strafminuten
Eisbären 10
Ingolstadt 6

Müde Eisbären – Serie der Heimniederlagen geht weiter

Nach dem sehr guten Auswärtsauftritt der Eisbären in Köln hofften die immerhin 8.226 offiziell bekanntgegebenen Besucher am Dienstagabend, 18.12. in der heimischen Arena auf den nächsten Sieg. Der Gegner, die Ice-Tigers aus Nürnberg kam bisher schwer in die Saison. Bereits im September trennten sie sich von Trainer Kevin Gaudet. Es übernahm erneut Martin Jiranek, der eigentlich den Posten des Sportdirektors in Nürnberg einnimmt. Seine Mannschaft gewann mit 5:2, ein wichtiger Sieg, denn die Nürnberger kämpfen um Platz zehn.

Bereits nach 23 Sekunden musste Kevin Poulin im Tor der Eisbären hinter sich greifen. Gleich der erste Angriff saß, Torschütze Jason Bast. So etwas kann passieren. Schnell gelang der Ausgleich durch Andre Rankel, dessen fulminater Schuss von der blauen Linie zusätzlich vom Nürnberger Will Acton abgefälscht wurde. Da gab es für Andreas Jenike im Tor der Nürnberger nichts zu halten. Ein Nürnberger Doppelschlag traf die Eisbären in der achten Spielminute. Zunächst kann Poulin einen Puck nicht festmachen, so dass Leonard Pföderl nachsetzen kann und Maxi Adam, den Eisbären-Verteidiger zu einbem Eigentor zwingt. Nur 31 Sekunden später tunnelt Mike Mieskowski Poulin, der darauf hin seine Kelle zertrümmert und entnervt das Spiel aufgibt. Backup Maximilian Franzreb übernimmt. In der 15. Minute war es soweit, Florian Busch erzielte nach einem Alleingang sein 150 Tor in seiner DEL-Karriere und da nie für einen anderen Club gespielt hat, war es gleichzeitig sein Jubiläumstor für die Eisbären.

Die Eisbären kamen mit dem Willen aus der Kabine, das Spiel zu drehen. Leider machten sie zu viele Fehler. So viel der vierte Treffer für Nürnberg in der 33. Minute durch Brandon Buck. Danny Richmond hatte seinen Verteidiger-Kollegen Florian Kettemer viel zu hart angespielt. Ihm versprang der Puck in Richtung Slot und das Unheil nahm seinen Lauf.  Es hätte sein Abend werden können, wenn er acht Sekunden vor Ende des zweiten Spielabschnitts seinen Penalty verwandelt hätte. Der Anschlußtreffer zum 3:4 fiel nicht, Busch schoss über das Tor. Martin Jiranek sah darin die Schlüsselszene des Spiels.

Mit Hypothek eines Rückstands von zwei Toren begannen die Eisbären den Schlussabschnitt. Sie versuchten es. Der Puck wollte nicht an Jenike vorbei. Ein Schuss ins leere Tor von Will Acton stellte das Ergebnis auf 2:5 aus Eisbärensicht. Wieder wurde es ein bitterer Abend für die Fans der Eisbären.

Was ist los ?  „Wir waren nicht bereit im ersten Drittel, wir haben uns überschätzt und Nürnberg unterschätzt und dann kam alles zusammen,“ so äußerte sich Jubiläumstorschütze Florian Busch nach dem Spiel. In der Tabelle sind die Eisbären jetzt auf Platz neun abgerutscht. Es ist eine handfeste Krise. Am kommenden Freitag, 21.12. steht erneut ein Heimspiel an. Die Augsburger Panther kommen nach Berlin.

Vor dem Spiel wurde Hans (Hanne) Frenzel zu seinem 90. Geburtstag gratuliert, die Zuschauer in der Halle sangen ihm ein Ständchen.

Hans-Peter Becker

DEL 29. Spieltag 18.12.2018 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers  2:5 (2:3/0:1/0:1)

Niederlage am zweiten Advent

Um 16:18 Uhr war es vorbei, den Eisbärenfans war der zweite Adventssonntag gründlich verdorben. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Mannschaft vom Eis. Das erste Drittel war noch in Ordnung. Es fielen zwar keine Tore, doch ließen die Eisbären erkennen, dass sie vor hatten, als Sieger das Spiel zu beenden. In der ersten Spielminute traf Micky DuPont nur den Pfosten und Florian Busch hätte fast bei Unterzahl getroffen.

Die Führung gelang Jonas Müller in der 23. Minute. Am Abend zuvor war er zum Sportler des Jahres gekürt worden, zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Marcel Noebels und Frank Hördler. Warum ging nichts mehr bei den Eisbären ? Selbst das zuletzt so gut funktionierende Überzahlspiel funktionierte nicht. Für 38 Sekunden waren sie mit zwei Spielern in Überzahl. Insgesamt agierten die Eisbären im Mittelabschnitt über fünf Minuten im Power Play. Durch Treffer in der 27. und 36. Spielminute drehten die Gäste aus Wolfsburg das Spiel. Ein 1:2 Rückstand ist im Eishockey durchaus zu korrigieren.

Die Gäste kamen mit mehr Elan aus der Kabine. In der 42. Minute legten sie das dritte Tor nach. Die Bemühungen der Eisbären wirkten immer verzweifelter. Es gelang immer weniger. Als in der 49. Minute, nach einer turbulenten Szene, vor dem Eisbärentor unglücklich das 4:1 für die Wolfsburger fiel, war der Drops gelutscht. Das Tor wurde vorsichtshalber von den Schiedsrichtern  im Video überprüft. Es war alles den Regeln entsprechend.

Das Spiel gegen Wolfsburg war Spiel Nummer 26 der Hauptrunde, die erste Hälfte ist absolviert. Die Zwischenbilanz ist gemessen an den Ansprüchen der Eisbären nicht zufriedenstellend. Halb gut und halb schlecht, so stellen sich die Dinge dar, 11 Siege stehen genauso viele Niederlagen gegenüber. Aus den direkten Playoff-Rängen sind die Eisbären aktuell rausgerutscht. Sie starten von Platz 8 der Tabelle in die zweite Hälfte und die beginnt am kommenden Freitag, 14. Dezember mit dem Spiel gegen die Schwenninger Wild Wings.

Es bewegt auch ein anderes Thema die Anhänger der Eisbären. Unter der Brücke an der Warschauer Straße steht ein mit Eishockeymotiven bemalter Container. Er ist ein Treffpunkt der aktiven Fanszene der Eisbären. Vor und nach den Heimspielen kann man dort für kleines Geld mit Gleichgesinnten ein oder mehrere Getränke genießen. Alles steht dort auf sehr teuren Grund und Boden. Inzwischen ist sogar die Kommunalpolitik auf das Thema aufmerksam geworden. „Der Fanbogen bleibt“, es bleibt zu hoffen, dass die Forderung Realität wird. Rings um die MB Arena ist eine schöne bunte Welt entstanden. Die Eisbären waren ein Schlüssel für den Immobilien-Deal. Da sollte es doch möglich sein, eine kleine soziale Tat folgen zu lassen und sich ein Flecken finden lassen, wo die Eisbärenfans sich treffen können.

Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga
26. Spieltag 09.12.2018 14:00 MB-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 1:4 (0:0/1:2/2:2)
Zuschauer: 13.418
Torfolge:
1:0 23.Min Jonas Müller (Jamie MacQueen) EQ
1:1 27.Min Wade Bergmann (Sebastian Furchner/Nicolas Latta) EQ
1:2 36.Min Cole Cassels Penalty
1:3 36.Min Nicolas Latta (Brent Aubin/Jeremy Dehner) EQ
1:4 49.Min Jason Jaspers SH1
Strafen:
EHC 4
Wolfsburg 10

Erster Sieg in der Champions League

Nach vier sieglosen Auftritten haben die Eisbären Berlin am Mittwochabend, 10.Oktober ihren ersten Sieg in der Champions Hockey League feiern können. Vor 4.110 Zuschauern in der MB-Arena besiegte die Mannschaft von Clement Jodoin Neman Grodno, den amtierenden Meister aus Weißrussland, mit 4:1. Für sie Eisbären hatte dieses Spiel lediglich statistischen Wert. Der Gegner hatte vor dem Spiel noch eine kleine Chance auf Platz zwei der Vorrundengruppe.

Es wurde ein rassiges Eishockeyspiel geboten, beide konnten einigermaßen befreit aufspielen. Zwischen Berlin und Grodno liegen etwa 840 Kilometer Dafür hatten erstaunlich viele Fans aus Weißrussland den Weg auf sich genommen. Trotz der Niederlage ließen sie sich ihre gute Laune nicht verderben. Eishockey ist dort der Nationalsport.

Bei Eisbären spielte, erstmals in dieser Saison, Frank Hördler wieder mit. So konnte Florian Busch wieder seine angestammte Position auf dem rechten Flügel wieder einnehmen. Im Tor stand Maximilian Franzreb und weiter aus der jüngeren Garde wirkten Vincent Hessler und Charlie Jahnke mit. Das erste Tor des Abend fiel für die Eisbären, der Torschütze war Brandon Ranford. Nur zwei Minuten später glichen die Gäste durch Anton Jelisenko wieder aus. Im Mittelabschnitt war das zunächst ein offener Schlagabtausch bis ein Doppelschlag der Eisbären in der 32. und 33. Minute, Torschützen waren James Sheppard und Marcel Noebels, die Moral der Gäste etwas einfror.

Gleich zu Beginn des Schlussabschnitts fälschte Collin Smith den Puck zur 4:1 Führung für die Eisbären ab. Die Gäste versagten in schöner Regelmäßigkeit vor dem Tor. So blieb es bei der Führung und dem Sieg für die Eisbären. Es gibt am kommenden Dienstag noch das Rückspiel in Weißrussland. Beide Teams geben für dieses Jahr dann ihre Abschiedsvorstellung in der Champions Hockey League.

Hans-Peter Becker

Niederlage in Düsseldorf

Der Motor stottert etwas nach sieben absolvierten Spielen der Hauptrunde. Zu Buche stehen drei Sieg und vier Niederlagen, daraus ergeben sich acht Punkte auf der Habenseite. Am Dienstagabend, 2.10. wurde bei der noch ungeschlagenen Düsseldorfer EG mit 1:5 verloren. Die Verletztenmisere führte dazu, dass Stürmer Florian Busch als Verteidiger ran musste. Zusammen mit Florian Kettemer verteidigte er in der zweiten Spielreihe.

Die Eisbären erwischten den besseren Start und gingen bereits nach fünf Minuten durch Jason Jaspers mit 1:0 in Führung. Bis zur ersten Drittelpause hatten sie weitere Möglichkeiten, doch Düsseldorfs Torhüter Frederik Petterson Wentzel ließ keine weiteren Treffer zu. Im Mittelabschnitt kam der Einbruch. Innerhalb von fünf Minuten drehten die Düsseldorfer das Spiel und machten aus dem 0:1 Rückstand eine 3:1 Führung. Dabei spielten ihnen zwei Strafzeiten in die Hände, die gegen die Eisbären verhängt wurden.

Im Schlussabschnitt steckten die Eisbären zwar nicht auf, mussten sich am Ende den spielerisch stark auftrumpfenden Düsseldorfern geschlagen geben. Als in der 51. Minute das vierte Tor für die DEG fiel war es vorbei. Das 5:1 in der 57. Minute war der Schlusspunkt des Spiels. Zum Glück hat sich kein weiterer Spieler verletzt. Die Probleme in der Defensive sind unübersehbar. Die 25 Gegentreffer in sieben Spielen sprechen da eine deutliche Sprache. Mehr Gegentreffer hat bisher nur Bremerhaven kassiert. Es lag in Düsseldorf nicht an Maximilian Franzreb, der hielt, was zu halten war.

Viel Zeit zum Nachdenken über die Niederlage und zum regenerieren bleibt den Eisbären nicht. Bereits am Freitag, 5. Oktober geht es gegen Schwenningen, erneut auswärts, weiter. Die Schwenninger warten als einzige Mannschaft der Liga noch auf einen Sieg in der regulären Spielzeit. Der momentane Tabellenletzte konnte lediglich am ersten Spieltag der Saison einen 3:2 Sieg in der Overtime einfahren.

Hans-Peter Becker

Führung verspielt, Eisbären verlieren nach Penalty

Foto: Stephan Wenske

Zum Auftakt des Heimspielwochenendes war am Freitagabend die Düsseldorfer EG zu Gast. Das erste Drittel gehörte den Eisbären, die auf Louis-Marc Aubry (Finger), Thomas Oppenheimer (Fuß), Frank Hördler, Andre Rankel (beide Unterkörper) und Constantin Braun, in Weißwasser Spielpraxis sammelt, verzichten mussten. Im Tor durfte sich Marvin Cüpper beweisen. Durch Tore von Florian Busch und Nick Petersen, begannen die Eisbären den Mittelabschnitt mit einer 2:0 Führung. In der 22. Spielminute konnte Eduard Lewandowski auf 1 : 2 verkürzen. Die Antwort der Eisbären erfolgte nur 16 Sekunden später. Florian Busch stellte den 2 Tore Vorsprung wieder her. Ein Powerplay in der 32. Minute nutzten die Gäste durch John Henrion und verkürzten auf 2 : 3.

Es blieb spannend und in der 45. Minute begann alles wieder von vorn, den Gästen gelang durch einen Treffer von Darryl Boyce der Ausgleich. In den verbleibenden knapp 15 Spielminuten trafen die Eisbären zwei Mal nur das Torgestänge. Nach 60 effektiven Spielminuten blieb es bei dem Unentschieden und jeder bekam einen Punkt. In der Overtime konnte Danny Richmond in der 62. Minute einen Penalty nicht nutzen, so dass die 11.826 Zuschauer das volle Programm geboten bekamen. Leider hatten die Gäste das bessere Ende für sich. John Henrion trat als erster Schütze für die DEG an und traf. Für sie Eisbären scheiterten Florian Busch, Micky DuPont und Nick Petersen.

Auf die Eisbären warten am Sonntag die Adler Mannheim, das ewig junge Derby.

Hans-Peter Becker

Torfolge:
1:0 Busch, Florian (DuPont, Micki, Noebels, Marcel) , EQ, 10:53
2:0 Petersen, Nick (Sheppard, James, Backman, Sean) , PP2, 16:58
2:1 Lewandowski, Eduard (Boyce, Darryl, Daschner, Stefan) , EQ, 21:35
3:1 Busch, Florian (Noebels, Marcel) , EQ, 21:51
3:2 Henrion, John (Barta, Alexander, Daschner, Stefan) , PP1, 31:41
3:3 Boyce, Darryl (Lewandowski, Eduard, Ebner, Bernhard) , EQ, 44:34
3:4 Henrion, John, PS, 65:00

Eisbären Berlin
1. Reihe Buchwieser, Martin – Olver, Mark – MacQueen, Jamie – Parlett, Blake – Richmond, Daniel
2. Reihe Fischbuch, Daniel – Buchwieser, Martin – Noebels, Marcel – DuPont, Micki – Müller, Jonas
3. Reihe Petersen, Nick – Sheppard, James – Backman, Sean – Wissmann, Kai – Baxmann, Jens
4. Reihe Ziegler, Sven – Jahnke, Charlie – Adam, Maximilian
Tor Cüpper, Marvin – Vehanen, Petri