Eisbären – Mission Titelverteidigung war erfolgreich

Foto: ©PENNY DEL / City-Press GmbH

So spät in einer Saison wurde wohl noch nie ein Meister gekürt. Coronabedingt wurde die Spielzeit bis zum 8. Mai verlängert, die Eisbären hätten allerdings nur bis zum 5. Mai spielen können, ab 6. Mai wird die Arena anderweitig genutzt. Das führte zu einer Terminhatz für die Mannschaft der Eisbären, sechs Spiele innerhalb von elf Tagen. Es gab Befürchtungen, dass der Mannschaft das mental und kräftemäßig Nachteile bringen könnte. Alles Makulatur, mit einem überzeugenden Sieg in Spiel 4 der „best of five“ Finalserie konnte in München der 9. Meistertitel errungen werden.

Das erste Tor im Spiel gelang den Bayern, es konnte wegen einer Torwartbehinderung und Torraumabseits nach Videobeweis keine Anerkennung finden. Müßig, jetzt darüber nachzudenken, was wäre wenn, hätte es gezählt. In der 9. Spielminute spielte Eisbären-Kapitän Frank Hördler einen genialen Diagonalpass auf Matthew White und der ließ Henrik Haukeland im Tor der Münchner keine Chance. Bis dahin hatten die Bayern mehr vom Spiel. Mit dieser knappen Führung ging es in die erste Drittelpause. Das Schicksal traf im Mittelabschnitt eine Vorentscheidung. Ein Doppelschlag innerhalb von 52 Sekunden, es trafen Frans Nielsen und Leo Pföderl, stellte den Spielstand auf 3:0. Die Eisbären verteidigten geschickt ihre blaue Linie und den Münchnern schienen mehr und mehr die Kräfte zu schwinden. Was nicht verteidigt werden konnte, wurde eine Beute von Mathias Niederberger. Er hielt insgesamt 32 Schüsse. In der 37. Minute schlug White erneut zu und schon mal die Tür auf für die bevorstehende Meisterfeier.

Im Schlussabschnitt blieben die Eisbären weiter konzentriert und München fing an zu resignieren. Der Weg zurück in dieses Spiel schien erst hinter dem Horizont zu enden. Die Spieluhr tickte unermüdlich runter und am Ergebnis änderte sich nichts. Don Jackson nahm den Goalie vom Eis und es trafen die Eisbären. Die mitgereisten Fans aus Berlin feierten schon längst und konnten 10 Sekunden vor dem Ende einen empty net Treffer von White bejubeln.

Dieser deutliche Spielausgang war so nicht zu erwarten, die auswärtsstärkste Mannschaft der Hauptrunde holte folgerichtig die Meisterschaft in der Fremde. Für München blieb nur die Silbermedaille, überreicht vom Fußball-Trainer Julian Nagelsmann, der in seiner Jugend es mal mit Eishockey probiert hatte.

Zum MVP der Playoffs wurde Eisbärenkapitän Frank Hördler gewählt. Er ist der Einzige aus dem goldenen Jahrgang 1985, der die 1. Meisterschaft 2005 mit erkämpfte. Die anderen waren Florian Busch, Jens Baxmann und Andre Rankel. Hördler könnte sich vorstellen, weiterzuspielen. Sein ältester Sohn Eric spielt bei den Eisbären Juniors und könnte in der kommenden Saison mit seinem Vater gemeinsam in der DEL auflaufen. Wie der Vater, so der Sohn könnte es lauten, eines haben beide jetzt schon gemeinsam. Sie wurden Deutscher Meister, Eric, der im Gegensatz zu seinem Vater im Sturm spielt, holte mit den Eisbären Juniors den Titel in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL).

Für den kommenden Samstag, 7. Mai sind die Fans der Eisbären auf den Platz vor der Arena zur Meisterfeier eingeladen.

Hans-Peter Becker

DEL Finalserie Spiel 4

04.05.2022 19:30 Uhr Olympia-Eishalle München

HC Red Bull München – Eisbären Berlin
0:5 (0:1, 0:3, 0:1)
Tore:
0:1 (9.) White, 0:2 (25.) Nielsen, 0:3 (26.) Pföderl, 0:4 (37.) White, 0:5 (60.) White; Strafminuten: München 8, Eisbären Berlin 6; Zuschauer: 5.533.

Endstand der Serie: 3:1 für die Eisbären Berlin

Hertha rettet sich und Union wahrt Chance auf Europa

Es wurden zwei Unentschieden aus Berliner Sicht. In Leverkusen bot der 1. FC Union ein gutes Auswärtsspiel. Es ist bemerkenswert, dass die Fischer-Truppe auch spielerische Fortschritte gemacht hat, bei den technisch starken Leverkusenern phasenweise sogar das Spiel bestimmte. Das Ergebnis von 1:1 lässt weiter auf die Qualifikation für die Europa-Conference-League-Play-offs hoffen. Am letzten Spieltag treffen die Eisernen auf RB Leipzig. Das Team des scheidenden Trainers Julian Nagelsmann muss nicht mehr alles geben, der Vizemeister ist sicher. Der Mitbewerber Gladbach muss in Bremen antreten. Selbst, wenn es nicht mit Europa klappen sollte, sie können hochzufrieden sein an der „Alten Försterei“. In den bisherigen 33 Spielen wurden 47 Punkte geholt. Was am 27. Mai 2019 begann, vor knapp 24 Monaten könnte eine weitere Krönung erfahren.

Beim anderen Berliner Vertreter wurde nach dem Spiel in der Kabine gefeiert. Mit 35 Punkten bleibt man drin. Es war ein 0:0 gegen die abstiegsbedrohten Kölner. Beiden saß die Angst in Nacken. Die Folge war ein unansehnliches Gekicke, selbst für hartgesottene Fans eine Zumutung. Eigentlich ein Glück, dass nur ausgesuchtes Fachpublikum anwesend sein durfte. Seien wir jetzt nicht zu streng. Pal Dardai und sein Team hat es geschafft, trotz Quarantäne und einer alles andere als gut zusammengestellter Mannschaft, die Klasse zu halten. Die Punktevorgabe für eine mögliche Vertragsverlängerung wurde natürlich verfehlt. Mal sehen, wie sich die Verantwortlichen entscheiden werden. Schlecht wäre es nicht, wenn er weitermachen könnte.

Hans-Peter Becker

Nun geht es wieder um Punkte

Welch ein Auftakt im Profibereich:   Von heute, Donnerstag, 09. Januar an noch sieben Tage, am Freitag, 17. Januar 2020, 20:30 Uhr, in Gelsenkirchen Schalke 04 – Borussia Mönchengladbach. Am Samstag, 18.01. 18.30 Uhr, RB Leipzig – 1.FC Union und am Sonntag, 19.01., 15.30 Uhr, Hertha BSC – FC Bayern München.

Chefcoach David Wagner weilt mit seinem Team vom 03.01. bis heute in Murcia/Spanien und absolviert morgen, 10.01. noch ein Testspiel beim Hamburger SV. Trainer Marco Rose bereitet seine Borussen in Jerez de la Frontera vor.

Wir erinnern uns. Hertha holte in den letzten drei Spielen unter Klinsi sieben Punkte (kein Gegentor), der 1. FC Union verspielte, total unnötig, in den  letzten zwei Begegnungen (1:1 in Paderborn und 1:2 in Düsseldorf) fünf Punkte, schloss die Hinrunde dennoch mit einem Punkt besser als Hertha BSC (19) ab. Jetzt heißt es am kommenden Samstag beim Tabellenführer RB Leipzig zu bestehen. RB ist natürlich klarer Favorit. Erstaunlicherweise bereitet sich Leipzig unter Trainer Julian Nagelsmann nicht in einem Trainingslager auf die Rückrunde vor – trainiert daheim. Union weilt mit Urs Fischer vom 4. – 12.01. in Campoamor/Spanien und absolviert auf dem Trainingsplatz des Golf-Hotels am Samstag, 11.01. noch ein Testspiel gegen Ferencvaros Budapest.  

Jürgen Klinsmann führte Hertha BSC mit 26 Spielern vom 02.01. – 10.01. nach Orlando/Florida, USA. Am 10.01. wird offiziell noch einmal in Saint Petersburg, Florida, USA, getestet. Infolge der erhöhten Konkurrenzsituation wurde Eduard Löwen zum Ligakonkurrenten FC Augsburg ausgeliehen. Sozusagen in Konsequenz der Verpflichtung des argentinischen Nationalspielers Santiago Ascacibar vom VfB Stuttgart, dem defensiven Spieler im zentralen Mittelfeld. Hertha ist sich zwar mit dem Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka einig, doch Arsenal hat plötzlich die ursprünglichen 25 Millionen auf 30 Millionen erhöht – heißt: Der Wechsel könnte noch platzen.

Herthas Auftakt zur Rückrunde in München ist alles andere als von Pappe. Bayern-Torjäger Lewandowski ist 18 Tage nach seiner Leisten-Operation wieder fit. Natürlich will der Tabellendritte wieder an die Spitze. Sie absolvierten ein Trainingslager vom 04.01. – 10.01. in Doha/Katar. Einen letzten Test vor der Reise nach Berlin gibt es am 11.01. beim 1. FC Nürnberg.

Im Profigeschäft hat er einen Namen: Claus-Dieter Wollitz. Pele schied bekanntlich in Cottbus als Chefcoach aus – sah wohl aus finanziellen Gründen keine Perspektive, steigt jetzt beim Tabellendritten FC Magdeburg ein. Er folgt auf Stefan Krämer.  

Christian Zschiedrich