Was ist los, einst so geliebte Hertha!

Wird 2023 wieder ein Schicksalsjahr für Hertha? Es sieht nicht gut aus, das Abstiegsgespenst schwebt ganz dicht über dem Verein. Der Auftakt nach der Winterpause ging gleich mit einer 1:3-Niederlage gegen den VfL Bochum in die Hose. Unerwartet und enttäuschend, wenn man den positiv klingenden Aussagen während der Vorbereitung traute. Bochum war zu Hause bissiger und wollten den Sieg mehr als die Herthaner. Diesen Einsatz, so hofften die Hertha-Anhänger, würden die Profis in der englischen Woche, im ersten Heimspiel des Jahres gegen den VfL Wolfsburg bestimmt auch zeigen. Das Ergebnis, zu Hause ein 0:5, blamabel, mir fehlen die Worte.

Wolfsburgs Trainer Niko Kovac, Ex-Berliner, könnte sich bestätigt fühlen, warum er der Hertha einen Korb verpasste und das Angebot in Berlin ablehnte. War denn wirklich abzusehen, was Werner Gegenbauer mit seinem Michael Preetz hinterlassen hat? Es gibt Insider, die behaupten: „Es wird Jahre dauern, ehe Hertha wieder ins ruhigere Fahrwasser kommen wird!“

Sportlich wurden ja angeblich Verstärkungen verpflichtet, weil soviel Geld vorhanden war, dass andere Vereine neidisch werden konnten. Jetzt sollen Hertha-Mitglieder wieder etwas spenden, leider ohne zu wissen, wohin das Geld, der Windhorst-Millionen versickert ist.

Christian Zschiedrich kommentiert: Foto: Sportick

Zum Rückrundenstart drängt sich der Vergleich mit dem 1. FC Union auf. In den beiden Spielen, in denen Hertha keinen Punkt ergattern konnte, holte Union, aktuell Tabellenzweiter, sechs Punkte und bleibt ein Bayern-Jäger. Mit 3:1 wurde die TSG Hoffenheim und dann auswärts 2:1-in Bremen gewonnen. Die Bilanz sind stolze 33 Punkte, Hertha hat als Tabellenvorletzter 14 Punkte, dazu ein negatives Torverhältnis, steht mit Schalke auf einem direkten Abstiegsplatz.

Im Heimspiel gegen Union sollte nicht weiter an Boden eingebüßt werden. Zumal die Gangart der mit gefährdeten Vereine, mit Ausnahme von Bochum, dazu führte, dass sie punkten konnten. Augsburg gewann 1:0 gegen Gladbach und der VfB Stuttgart holte mit Trainer Bruno Labbadia in Sinsheim immerhin einen Punkt.

Apropos Labbadia, warum wurde der überhaupt bei Hertha entlassen. Ich fand ihn gar nicht so schlecht in Berlin. Es war ihm nur ein knappes Jahr in Berlin vergönnt. Seine Ausbeute eher mager, 28 Spiele lange stand er an der Seitenlinie – 8 Siege, 6 Unentschieden und 14 Niederlagen, 10,7 Punkte pro Spiel.

Hertha in der Krise. Nach dem 0:5 wurde Trainer Sandro Schwarz trotzdem eine Jobgarantie gegeben. Trainerentlassungen kosten eben Geld. Hertha wird das Stadtderby schon gewinnen?

Christian Zschiedrich

Siegesserie der Eisbären hält an

Es läuft wieder bei den Eisbären. Die Siegesserie hielt auch gegen Straubing. Mit einem 3:0 Vorsprung konnten sie das letzte Drittel in Angriff nehmen. Die Tore hatten bis dahin nur einen Schützen und der heißt Leonard Pföderl. Der Mittelstürmer ist wieder völlig beschwerdefrei und das macht sich bemerkbar. Das 1:0 und 2:0 fielen im Anfangsdrittel, assistiert von seinen Reihenkollegen Kevin Clark und Marcel Noebels.

Beide Teams gingen diszipliniert zu Werke, die Strafbankrichter hatten wenig zu tun. Das 3:0 fiel im Mittelabschnitt im 4 gegen 4, Trenton Bourque und Eisbär Kevin Clark mussten gemeinsam in die Kühlboxen. Es war mehr Platz auf dem Eis und den nutzte eben Pföderl und überwand Straubings Goalie Hunter Miska.

Das 4:0 besorgte im Schlussdrittel Marco Nowak, es war ein ähnlicher Treffer wie am Sonntag zuvor gegen Wolfsburg. Einfach mal beherzt aus dem Hintergrund abgezogen.

Im Tor der Eisbären hatte Juho Markkanen den Vorzug vor Tobias Ancicka erhalten. Sein Traum von einem Shutout machten die Gäste aus Bayern in der 54. Minute zunichte. Travis St. Denis traf zum 1:4 aus Sicht der Tigers. Einen entscheidenden Einfluss auf das Spiel hatte der Treffer nicht mehr. Die Eisbären hatten das Spiel und den Gegner im Griff, blieben konzentriert und holten sich erneut drei Punkte. Die Pre-Playoffs bleiben in Sichtweite. Am Mittwochabend, 25.01.2023, hatten sich 9.724 Zuschauer eingefunden und hatten erneut Grund zum Feiern.

Hans-Peter Becker

Foto: © Stephan Wenske

DEL 46. Spieltag 25.01.2023 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären – Straubing Tigers 4:1(2:0/1:0/1:1)

Hertha am Boden

Hertha beschließt die Hinrunde auf einem Abstiegsplatz. Nicht verwunderlich aufgrund der gezeigten Leistungen nach der WM-Pause. Magere 14 Punkte, lediglich 3 Siege und 5 Unentschieden schlugen zu Buche. Das kann so nicht weitergehen.

Immerhin fanden noch knapp 30.000 Besucher bei nasskaltem Wetter den Weg in das Olympiastadion. Bis auf die Kolonie der mitgereisten Fans aus Wolfsburg wurden sie bitter enttäuscht. Da stand keine Mannschaft auf dem Platz, keine Gegenwehr, es fehlte an allem, völlig zu Recht sprach Fredi Bobic „von der bisher schlechtesten Leistung.“ Über das mit 0:5 verlorene Spiel muss wohl nichts weiter gesagt werden. Wenn das so weitergeht, ist in der kommenden Saison Zweitligafußball angesagt.

Die Rückrunde startet am kommenden Samstag, 28.01.2023 und es kommen die Eisernen aus Köpenick, die aktuell dem Ortsrivalen in allen Belangen überlegen sind. Erstaunlicherweise ist das Derby, 3 Tage vorher, noch nicht ausverkauft. Selbst das lässt tief blicken.

Was ist da los? Diese Frage treibt das blau-weiße Fußball-Berlin um. Der Bobiceffekt scheint verpufft und auch der Präsident, er konnte zwar zwischenzeitlich die Fans zurückgewinnen, scheint zunehmend ratloser.

Der Ortsrivale geht als haushoher Favorit ins Rennen. Ein bisschen hoffen sie bei der Hertha, dass Derbys eigene Gesetze haben und es immer mal ein Wunder gibt. Ohne eigenes Dazutun wird es nicht gehen. Das Fußballspielen sollten die gutbezahlten Profis der Hertha eigentlich nicht verlernt haben. Dazu ist Trainerstab gefragt, Bobic ja einen großen Stab von Analysten mit nach Berlin gebracht, die Mannschaft wieder in die Spur zu setzen. Da kommt so ein Derby vielleicht gerade recht.

Hans-Peter Becker

Wasserfreunde wollen zweiten Heimsieg in der Champions League

Nach dem Sieg gegen Budapest soll der zweite Heimsieg gegen Brescia folgen

Die Champions-League-Hauptrunde mit ihren opulenten 14 Spieltagen zur Ermittlung der je vier Final 8-Teilnehmer in den beiden Achtergruppen nähert sich in dieser Woche der Halbzeit. Am 6. Spieltag nehmen die ersten Vorentscheidungen mehr und mehr Gestalt an. Aus Sicht der Wasserfreunde Spandau 04 zeichnet sich ein durchwachsenes Fazit ab. Nach bislang fünf Partien fällt das Resümee für den Gruppen-Fünften mit fünf Punkten weder überschwänglich noch aussichtlos aus.

Vor allem der 11:10-Heimerfolg gegen FTC Budapest am 11. Januar, mit dem sich das Team auch für davor bereits gezeigte gute Leistungen belohnte, machte Mut. Die Ungarn, mit neun Zählern Gruppen-Dritter, zählen durchaus zu den Großen in ihrer Sportart, gegen die Punktgewinne auch psychologisch auf der Habenseite verbucht werden dürfen. Die Azzurri waren in der Vorsaison Vierter des CL-Final 8, nachdem sie übrigens das Bronze-Match gegen FTC Budapest mit 12:14 verloren hatten. Im laufenden Wettbewerb haben sie bislang auf ebenso hohem Niveau weitergemacht.

In Gruppe B liegt Brescia mit vier Siegen und einer Niederlage gegen VK Novi Beograd mit 12 Punkten hinter den Serben (13) auf Platz 2 des Feldes und kommen damit als Favorit nach Berlin. Ihr Kader aus italienischen Auswahlakteuren und serbo-kroatischen Assen ist exzellent, individuell herausragend und schwer ausrechenbar. Aber auch Spandau ist zuletzt immer besser zusammengewachsen und in der Breite unübersehbar stärker als in den Jahren zuvor. Die Resultate waren bisher entsprechend und trotz einigen schwächeren Phasen in den Spielen ließen sie noch Raum für weitere Steigerungen.

Das Berliner Team muss seine Möglichkeiten zu 100 Prozent abrufen, um gegen den Favoriten aus der Lombardei zu gewinnen. Wenn dieses gegen Brescia gelingt, bleibt die Mannschaft von Trainer Athanasios Kechagias weiterhin in diesem Jahr ungeschlagen.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Union obenauf – Hertha rutscht ab

Es war der vorletzte Spieltag der Hinrunde, Hertha fast ganz unten und Union obenauf, das gewohnte Bild hat sich verfestigt. Hertha hatte in Bochum erst Pech und ergab sich dann dem Schicksal. Ganz anders die Eisernen, sie drehten das Spiel und zeigten unbändigen Einsatz.

Hertha spielte wie ein Absteiger. Absurd das zweite Gegentor, da kam die Leihgabe Keven Schlotterbeck völlig frei stehend zum Kopfball. Dafür gibt es spätestens seit der A-Jugend Extratraining. Es war übrigens der einzige Eckball, den Bochum im Spiel hatte. Die Hauptstädter hatten sechs Eckbälle, die allesamt kläglich zelebriert wurden. Der Gesamteindruck war nicht gut, so wird es ganz schwer mit dem Klassenerhalt. Unter Woche kommen die Wolfsburger vorbei und nur vier Tage später die Köpenicker, die zuvor in Bremen ran mussten. Nur so nebenbei, in der vergangenen Saison hatten die Herthaner nach 16 Spielen vier Punkte mehr auf dem Konto, am Ende stand die Relegation. Ob es wohl dieses Mal besser läuft? Die Mannschaft muss begreifen, dass ab jetzt jedes Spiel den Charakter eines Endspiels hat. Es muss gepunktet werden, sonst kommen in der nächsten Saison die Gegner aus Heidenheim, Hannover oder Paderborn.

Die Eisernen bauen weiter auf, nicht nur ihre Erfolgsbilanz, auch der Stadionausbau soll bald beginnen. Der aktuelle Tabellenstand ist eine hübsche Momentaufnahme, es wäre am Ende der Saison die Qualifikation für die großen Fleischtöpfe der Champions-League.

Hans-Peter Becker

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC konsequent im Schnelldurchlauf

BBSC Berlin – BSV Ostbevern     3:0          (14, 15, 16)

Am Samstagabend, 21. Januar 2023 besiegte der BBSC Berlin den BSV Ostbevern aus dem Münsterland im Schnelldurchlauf mit 3:0.

Trainer Jens Tietböhl hatte für das Spiel endlich wieder deutlich mehr Auswahl im Aufgebot – die Anzahl der Verletzten und Kranken war klar reduziert. Von Beginn an setzten die Berlinerinnen die Gäste mit sehr aggressivem Aufschlagspiel derart unter Druck, dass diese viel zu häufig zu Eigenfehlern verleitet wurden. Ostbeverns Trainer Dominik Münch versuchte mit Auszeiten, sein Team neu auf die Partie einzustellen – freilich nicht so recht mit Erfolg. Die heute laute Halle mit einer Vielzahl von Berliner Fans, die vor der Partie euphorisch den Union-Sieg gegen Hoffenheim gefeiert hatten, war ob der Berliner Dominanz froh gestimmt. So froh, dass einige fußballstadionlike meinten, ihrer Begeisterung durch den Wurf von Toilettenpapierrollen auf das Spielfeld Ausdruck geben zu müssen. Was im Stadion toleriert wird, funktioniert in der Halle wegen der Verletzungsgefahr der Akteurinnen zwangsläufig nicht. Nachdem einige Belehrungen und Bitten über die Lautsprecheranlage nichts gefruchtet hatten, ordnete das Schiedsgericht schon beim Stand von 24:14 des 1. Satzes eine 10-minütige Unterbrechung zur Abkühlung der Gemüter an. Danach ging es trotz aller Euphorie tatsächlich ohne Toilettenpapierwürfe, aber mit lautstarken Schlachtrufen im Chorus weiter.

Wer auf Ostbeverner Seite gehofft hatte, dass sich das Gästeteam fängt und zur Stabilität zurückkehrt, wurde nur Anfang des 2. Satzes nicht enttäuscht. Der BBSC nahm erneut den Rhythmus auf und zog Mitte des Satzes erneut davon. Ostbevern hatte auch im 3. Satz zu wenig Substanzielles entgegen zu setzen – Fehler in Annahme und Angriff begünstigten zu häufig die Berliner Punkte. Die Berlinerinnen überzeugten mit hoher Konzentration nahezu über die gesamte Spieldauer und dem bekannten Teamwork auf dem Feld. Die Block-Feldabwehr funktionierte zuverlässig.

BBSC Trainer Jens Tietböhl freute sich über den „ersten 3:0 Heimerfolg der Saison und das sehr souverän und mit wiedergewonnener Sicherheit in den Angriffsaktionen“. Aufgabe bleibe es, das Leistungsniveau auch bei den kommenden schweren Aufgaben zu halten.

Die MVP-Medaillen des Abends gingen an Sophia Falla (Ostbevern) sowie Alina Gottlebe-Fröhlich (BBSC).

In der Liga folgt am nächsten Wochenende das Auswärtsspiel beim Überraschungssieger des Spieltags, dem TSV Bayer Leverkusen, der den Tabellenkrösus Borken mit 3:1 nach Hause schickte. Am Samstag, dem 4. Februar 2023 findet um 19:00 Uhr das nächste Heimspiel in der Hämmerlinghalle, dann gegen Essen statt.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Angelina Meyer

Burkhard Kroll

Eisbären gewinnen das Bärenduell

Spät, vielleicht zu spät, steigt die Formkurve der Eisbären. Dem Sieg beim Aufsteiger in Frankfurt ließen sie den nächsten Dreier gegen die Grizzlys aus Wolfsburg folgen. Zum ersten Mal in der laufenden Saison war die Arena am Ostbahnhof ausverkauft.

Bereits das 1. Drittel hatte es in sich und offenbarte seinen Derbycharakter. Es fielen vier Tore und das günstig verteilt für die Eisbären. Auf der dem Ergebnisboard stand eine 3:1 Führung für die Eisbären. Leonard Pföderl eröffnete den Torreigen in der 9. Spielminute. In der 17. Minute steuerte Yannik Veilleux den zweiten Eisbärentreffer bei, zwischenzeitlich hatte in der 11. Minute Spencer Machacek für Wolfsburg ausgeglichen. Besonders bejubelt werden im Eishockey Tore bei eigener Unterzahl. Dieses Kunststück gelang Giovani Fiore in der 19. Minute. Allein ging er auf Wolfsburgs Goalie Justin Pogge zu und knallte den Puck in die Maschen.

Der Mittelabschnitt ging Unentschieden aus. Je zwei Treffer auf jeder Seite, für die Eisbären trafen erneut Pföderl und Zach Boychuk und für Wolfsburg waren Matthew Gabriel Lorito und Trevor Mingoia erfolgreich. In der 32. Minute lieferten sich Grizzly Björn Krupp und Eisbär Veilleux einen Kampf mit bloßen Fäusten, der sehr schnell zugunsten des Eisbären entschieden war.

Im Schlussabschnitt verteidigten die Eisbären den Vorsprung, den Marco Nowak in der 43. Minute zwischenzeitlich auf 6:3 erhöhen konnte. Ein Schuss aus dem Hinterhalt, Pogge war die Sicht versperrt. Im Eishockey kann es schnell gehen und eine Führung ist dahin. In der 54. Minute verkürzten die Gäste durch Ex-Eisbär Machacek. Die letzten beiden Spielminuten nahmen die Gäste ihren Goalie vom Eis. Es brachte alles nichts mehr. Es blieb bei dem verdienten Sieg für die Eisbären.

Bereits am kommenden Mittwoch, 25.01.2023 steht das nächste Heimspiel an, zu Gast sind die Straubing Tigers.

Hans-Peter Becker

Foto:© Stephan Wenske

Comeback und Abschied

Mit einem 3:0-Erfolg (25:18, 25:14, 25:23) gegen den VC Olympia Berlin haben die BR Volleys am Freitagabend die Bundesliga Hauptrunde abgeschlossen. 14 Siege in 16 Spielen und somit 43 Punkte stehen für den Deutschen Meister damit zu Buche, der nun als Tabellenerster in die am 04./05. Februar startende Zwischenrunde geht. Die Zuschauer im Sportforum sahen ein Bild mit Seltenheitswert, denn Cheftrainer Cedric Enard setzte alle 14 Spieler seines Kaders und damit auch drei Zuspieler ein, wobei Kapitän Angel Trinidad zu seinem Comeback kam und Arash Dosanjh seinen Abschied gab.

Cedric Enard wollte am letzten Spieltag der Normalrunde zunächst nichts dem Zufall überlassen und setzte auf seine Bestformation, zu der im Vergleich zum 3:1-Heimsieg am Mittwoch gegen Düren diesmal auch Nehemiah Mote zählte. Der Auftakt gelang dank der Aufschläge von Johannes Tille und der Hinterfeld-Angriffe von Timothée Carle (3:0) und schnell hatte der Favorit das Spiel unter Kontrolle (12:9, 18:13). Beim Stand von 21:15 konnte Kapitän Angel Trinidad nach zweimonatiger Verletzungspause erstmals wieder das Feld betreten und führte bis zum ersten Satzgewinn erfolgreich Regie (25:18).

Mit einer Aufschlagserie sorgte Ruben Schott im zweiten Durchgang früh für klare Verhältnisse (7:1) und die BR Volleys konnten nach erfolgreichen Abwehraktionen Punkt um Punkt sammeln (18:9). Zwar bewies Jannes Wiesner, dass auch die Youngster auf der anderen Seite durchaus über Aufschlagqualität verfügen, doch mehr als den Rückstand etwas verkürzen konnten sie nicht (18:12). Wieder durfte Trinidad bis zum Satzgewinn das Zepter übernehmen (25:14). Einzig im Block ließen die BR Volleys Wünsche offen (nur ein direkter Blockpunkt in den ersten zwei Sätzen) und in Satz drei konnte sich der VCO im Angriff sogar noch häufiger durchsetzen (8:5, 16:13). Enard schöpfte die volle Breite seines Kaders aus und mit dem 21:17 auf der Anzeigetafel durfte dann auch der Letzte aus dem 14er-Aufgebot auf die Platte: Arash Dosanjh, der die Berliner am Montag Richtung BBTS Bielsko-Biala (POL) verlassen wird, kam ins Spiel und wollte per Zuspieltrick auch das Match beenden. Allerdings sah das Schiedsgericht einen Netzfehler und so war es doch Antti Ronkainen, der den Matchball verwandelte (25:23).

Während der ehemalige SCCer Wiesner es für den VCO auf starke 17 Punkte brachte, wurde Aufseiten der BR Volleys mit Nehemiah Mote ein Mittelblocker Topscorer (11 Punkte). Der MVP-Award ging allerdings an Ruben Schott, der mit fünf Assen glänzte, und Cedric Enard entschied sich mit Zuspieler Djifa Amedegnato für einen weiteren früheren SCCer.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich wollte heute allen Spielern Einsatzzeit und auch Arash die Chance geben, sich bei den letzten Punkten von den Fans zu verabschieden. Er durfte sogar nochmal Kapitän sein und hätte ja auch beinahe das Match beendet. Viele waren etwas müde, aber deshalb war es wichtig, die Last zu verteilen. Wir können zufrieden sein und auch der VCO hat gut dagegengehalten.“

Arash Dosanjh: „Ich habe mich sehr gefreut, hier sein zu dürfen und für eine gewisse Zeit ein Teil dieses großartigen Vereins zu sein. Wir konnten die Hauptrunde heute mit einem schönen Sieg abschließen und jetzt wünsche ich meinem Team und allen, die es mit den BR Volleys halten, dass die Saison weiterhin so erfolgreich verläuft.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Angel Trinidad, Matheus Krauchuk, Saso Stalekar, Adam Kowalski, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Topwerte
Mote 11 Punkte, 2 Blocks | Schott 9 Punkte, 5 Asse | Carle 9 Punkte, 4 Asse
Nächstes Spiel
25. Jan | 19.30 Uhr | BR Volleys vs. Aluron CMC Warta Zawiercie / POL

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Andreas Gora

Wasserfreunde empfangen die White Sharks Hannover

2023 sind die Wasserfreunde Spandau 04 wettbewerbsübergreifend noch ungeschlagen – in der Bundesliga (gegen Ludwigsburg) und in der Champions League (gegen FTC Budapest) stehen bislang je ein Sieg zu Buche. Nun folgt am Samstag (13 Uhr) das Viertelfinale im Deutschen Wasserball-Pokal. Die Berliner werden die White Sharks Hannover in der Schöneberger Schwimmhalle empfangen. Die Niedersachen, das Farm-Team von W98 Waspo Hannover, sind bereits zum fünften Mal Kontrahent seit 2013/14. Die absolvierten vier Duelle – drei in Hannover, eins in Schöneberg – haben die Wasserfreunde allesamt klar und deutlich gewonnen: einmal im Achtelfinale (2015/16 12:5 in Hannover), dreimal im Viertelfinale (13:2/2013-14; 20:9/2019-20; 19:8/2021-22 in Berlin).

In der laufenden Saison traf man sich Ende Oktober 2022 am 2. Bundesliga-Spieltag in Berlin und der Favorit aus der Hauptstadt besiegte die Niedersachsen mit 22:2. Seitdem freilich haben die Weißen Haie Zähne gezeigt, haben vor der Nachholpartie gegen Waspo am 19. Januar keine weitere Begegnung verloren und lagen mit einer 5-1-1-Bilanz auf Rang 3 der Achter-A-Gruppe. Gleichwohl sind sie der Außenseiter im Duell mit dem Rekord-Pokalsieger, zumal in dessen Heimbecken. Unterschätzen aber sollte man die Niedersachsen keineswegs. Sie sind durchweg gut besetzt mit vielen jungen, talentierten Spielern der 2000-er Geburtsjahrgänge.

Spandau sollte allerdings mit seinen international erfahrenen Akteuren, die im Laufe der Saison unter Führung von Trainer Athanasios Kechagias immer besser ihren Erfolgsrhythmus fanden, genug (spielerische) Mittel besitzen, den Haien die Zähne zu ziehen.

Nur eine Woche nach dem Pokal-Duell gibt es, diesmal in Hannover, den nächsten Schlagabtausch zwischen diesen beiden Kontrahenten, wenn Spandau am 29. Januar am 9. Bundesliga-Spieltag an der Leine zu Gast ist.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC holt verdient Überraschungspunkt beim Spitzenreiter

Skurios Volleys Borken – BBSC Berlin     3:2 ( 20, -23, 15, -21, 12)

Mit einem überraschenden Auswärtspunkt beim Aufstiegsaspirant Borken kehrten die Damen des BBSC Berlin von der niederländischen Grenze heim.

Die favorisierten Gastgeberinnen konnten nach der Weihnachtspause auf die schon zum Saisonbeginn angekündigte Sandra Hövels (vormals Oythe) zurückgreifen, die erstmals die Reihen des Ligaspitzenreiters verstärkte. Die Gastgeberinnen kamen schnell in das Spiel und holten sich den 1. Satz. Die Berlinerinnen hatten Mitte des 1. Satzes alle Reisestrapazen abgestreift und zauberten auch ohne die verhinderte Kapitänin Katharina Kummer ein richtig gutes Spiel auf das Parkett der Mergelsberg Sporthalle in Borken – der 2. Satz ging an die Hauptstädter. Im 3. Satz verletzte sich Libera Annika Kummer am linken Fußgelenk und wurde nahtlos durch Priscilla Gatzsche ersetzt. Beide Teams schenkten sich auch in der Folgezeit nichts. Das Spiel auf einem hohen Zweitliganiveau ging in den Tiebreak, der BBSC führte bereits 9:8, ehe sich die Borkener Nervenstärke und individuelle Klasse durchsetzte. Die Berlinerinnen zeigten eine Klasse-Teamleistung und überzeugten sowohl mit einer gut funktionierenden Block-Feldabwehr wie auch neu gewonnener Stabilität und Variabilität in den Angriffen.

Trainer Jens Tietböhl war trotz des verlorenen Tiebreaks mit dem Punkt zufrieden. „Es hat nicht viel gefehlt, dass wir die Chance auf einen Sieg bei Spitzenreiter genutzt hätten, aber: Wir haben uns richtig gut verkauft, spielerisch wie kämpferisch alles gegeben. Ein großes Chapeau den Damen!“

Zur Berliner MVP wurde Zuspielerin Roxana Vogel gewählt.

In der Köpenicker Hämmerlinghalle geht es am kommenden Samstag, 21.01.2023 um 19:00 Uhr gegen Ostbevern in der Liga weiter.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Natalie Sabrowske, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Katharina Haferkamp, Angelina Meyer, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Stephanie Utz

Quelle: BBSC Berlin/Burkhard Kroll