Volleyball 2. Bundesliga Damen: BBSC konsequent im Schnelldurchlauf

BBSC Berlin – BSV Ostbevern     3:0          (14, 15, 16)

Am Samstagabend, 21. Januar 2023 besiegte der BBSC Berlin den BSV Ostbevern aus dem Münsterland im Schnelldurchlauf mit 3:0.

Trainer Jens Tietböhl hatte für das Spiel endlich wieder deutlich mehr Auswahl im Aufgebot – die Anzahl der Verletzten und Kranken war klar reduziert. Von Beginn an setzten die Berlinerinnen die Gäste mit sehr aggressivem Aufschlagspiel derart unter Druck, dass diese viel zu häufig zu Eigenfehlern verleitet wurden. Ostbeverns Trainer Dominik Münch versuchte mit Auszeiten, sein Team neu auf die Partie einzustellen – freilich nicht so recht mit Erfolg. Die heute laute Halle mit einer Vielzahl von Berliner Fans, die vor der Partie euphorisch den Union-Sieg gegen Hoffenheim gefeiert hatten, war ob der Berliner Dominanz froh gestimmt. So froh, dass einige fußballstadionlike meinten, ihrer Begeisterung durch den Wurf von Toilettenpapierrollen auf das Spielfeld Ausdruck geben zu müssen. Was im Stadion toleriert wird, funktioniert in der Halle wegen der Verletzungsgefahr der Akteurinnen zwangsläufig nicht. Nachdem einige Belehrungen und Bitten über die Lautsprecheranlage nichts gefruchtet hatten, ordnete das Schiedsgericht schon beim Stand von 24:14 des 1. Satzes eine 10-minütige Unterbrechung zur Abkühlung der Gemüter an. Danach ging es trotz aller Euphorie tatsächlich ohne Toilettenpapierwürfe, aber mit lautstarken Schlachtrufen im Chorus weiter.

Wer auf Ostbeverner Seite gehofft hatte, dass sich das Gästeteam fängt und zur Stabilität zurückkehrt, wurde nur Anfang des 2. Satzes nicht enttäuscht. Der BBSC nahm erneut den Rhythmus auf und zog Mitte des Satzes erneut davon. Ostbevern hatte auch im 3. Satz zu wenig Substanzielles entgegen zu setzen – Fehler in Annahme und Angriff begünstigten zu häufig die Berliner Punkte. Die Berlinerinnen überzeugten mit hoher Konzentration nahezu über die gesamte Spieldauer und dem bekannten Teamwork auf dem Feld. Die Block-Feldabwehr funktionierte zuverlässig.

BBSC Trainer Jens Tietböhl freute sich über den „ersten 3:0 Heimerfolg der Saison und das sehr souverän und mit wiedergewonnener Sicherheit in den Angriffsaktionen“. Aufgabe bleibe es, das Leistungsniveau auch bei den kommenden schweren Aufgaben zu halten.

Die MVP-Medaillen des Abends gingen an Sophia Falla (Ostbevern) sowie Alina Gottlebe-Fröhlich (BBSC).

In der Liga folgt am nächsten Wochenende das Auswärtsspiel beim Überraschungssieger des Spieltags, dem TSV Bayer Leverkusen, der den Tabellenkrösus Borken mit 3:1 nach Hause schickte. Am Samstag, dem 4. Februar 2023 findet um 19:00 Uhr das nächste Heimspiel in der Hämmerlinghalle, dann gegen Essen statt.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Natalie Sabrowske, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Angelina Meyer

Burkhard Kroll

Ostbevern beim BBSC Berlin zu Gast

Wenn am Sonntag, den 1. März 2020 um 14:00 Uhr der BBSC in der Hämmerlinghalle den BSV Ostbevern zum Zweitligaspiel begrüßt, kommt eine nicht ganz typische Mannschaft nach Köpenick.

Ein bisschen erinnert die Story um die Gemeinde im Münsterland an die erfolgreichen Zeiten der Volleyballabteilung des Köpenicker SC mit ihrem kometenhaften Aufstieg vor 20 Jahren: Der Verein aus dem Kreis Warendorf leistete eine grandiose Aufbauarbeit. Mit eigener Nachwuchsförderung brachte er eine über Jahre gewachsene und in weiten Teilen aus „Dorfkindern“ bestehende Mannschaft hervor. Der BSV ist in den vergangenen sechs Jahren viermal aufgestiegen. Absolute Spitzenspielerin des Teams ist die 56fache Exnationalspielerin Wiebke Silge, die in Ostbevern aufgewachsen ist. Silge bringt vier Jahre Bundesliga-Erfahrung vom USC Münster und SC Potsdam mit. Zudem nahm die 1,90m-Mittelblockerin mit der deutschen Nationalmannschaft an einer Welt-  und an einer Europameisterschaft teil. So manches Mal macht Wiebke den Unterschied auf dem Feld aus. „Aber sie schafft auch viele Räume für andere, weil sich der Gegner oft auf sie konzentriert“ formuliert Ostbeverns Trainer Dominik Münch. Die sympathische und ruhige Westfälin hat sich nach ihrem sehr frühen Rücktritt vom absoluten Leistungssport (2017 mit 20 Jahren!) und dem nachfolgenden Studienbeginn wieder völlig unkompliziert in die Ostbeverner Mannschaft integriert – sie macht keinen Rummel um ihre Person.

Als Aufsteiger hat der BSV in der Liga hart gegen den Abstieg zu kämpfen. Beim Auswärtsspiel des BBSC im November trumpften die Berlinerinnen mit einem 3:0 Erfolg auf. Doch auch gegen solche Gegner muss erst einmal gewonnen werden. Zu schnell kann der Schlendrian Einzug halten – bei der Leistungsdichte der Liga sind schnell die Punkte verloren. „Wir wollen die Konzentration hochhalten und unseren Fans einen schön herausgespielten Sieg am Sonntagnachmittag präsentieren“, so BBSC-Kapitänin Katharina Kummer. Mit der entsprechend guten Stimmung von den Rängen und einer Teamleistung auf dem Feld sollte der Sonntagnachmittag ein kleines Volleyballfest werden. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin