Eisbären gewinnen in der Overtime

Die Eisbären hatten sich für das Spiel gegen den Tabellennachbarn aus Augsburg eine Menge vorgenommen. Möglichst drei Punkte, um den Abstand zu wahren, den Platz 13 der Tabelle weiter absichern, an diesem Freitag, den 13. Januar.

Den besseren Start erwischten die Eisbären. Im Überzahlspiel sind sie wieder meisterlich, mit einer Erfolgsquote von fast 28 %, aktuell der drittbeste Wert der Liga. So gingen sie auch in Überzahl in Führung. In der 9. Minute erzielte Zach Boychuk den ersten Treffer der Partie. Gegen seinen satten Schlagschuss hatte Dennis Endras im Tor der Panther keine Chance. Kurz zuvor hatte T.J. Trevelyan die Möglichkeit zur Führung für die Gäste vergeben.

Im Mittelabschnitt, es war ja Freitag, der 13., drehten die Gäste das Spiel. Der Ausgleich fiel in der 25. Minute, der Puck entzog sich dem Zugriff von Tobias Ancicka, er hatte ihn nicht unter seinem Rücken gesichert, Ryan Kuffner brachte ihn im Tor unter. Das Glück verließ die Eisbären, in der 27. Minute nagelte Sebastian Wännström den Puck unter die Latte und in der 32. Minute ließen sich die Gäste im Powerplay nicht lange bitten und gingen mit 3:1 in Führung. Andrew Leblanc war der Torschütze.

Im Schlussdrittel lief den Eisbären die Zeit davon. Die Angriffsversuche wirkten immer verzweifelter. „Weiter kämpfen – niemals aufgeben“, so stand es auf einem Transparent in der Hartmut-Nickel Kurve. Es half und wieder ein Powerplay-Tor, in der 50. Minute hielt Kevin Clarke den Schläger hin und es stand nur noch 2:3. Augsburgs David Warsofsky hatte sich über die Strafe und den daraus resultierenden Gegentreffer so erregt, dass seine unflätigen Worte zu einer Spieldauerdisziplinarstrafe führten.

Es gab, gemessen an der Bedeutung dieser Partie, wenig Strafen, wenn ein Augsburger auf die Sünderbank musste, wurden die zwei Minuten nicht ausgeschöpft. In der 56. Minute nutzten die Eisbären ihr drittes Powerplay und stellten alles wieder auf Anfang. Erneut war es Kevin Clark, der sich als Torschütze eintragen konnte.

Es ging in die Verlängerung, vor 13.287 Zuschauern, Rekord in dieser Saison, in der MB-Arena. Viel Spektakel und wenig Ertrag, Dennis Endras entschärfte zwei Alleingänge. 30 Sekunden vor dem Ende der Overtime schien es so weit zu sein, der Puck landete im Augsburger Tor. Erst der Videobeweis brachte die Gewissheit, es war kein Schlittschuhtor. Der Puck prallte zwar vom Schlittschuh ab ins Tor, eine aktive Kickbewegung war allerdings nicht zu erkennen. Frank Mauer war der Torschütze. Eine Portion Matchglück war mit dabei.

Nach dem Spiel gab es unfreundliche Worte auf dem Twitter-Account der Augsburger Panther zu lesen: „Das, Freunde, ist ein scheiß Skandal! Aber die vier Pandas holen die Eisbären im 3. Drittel zurück und versetzen uns einen brutalen Nackenschlag. Aber auch das passt zu unserer Saison… Das tut unfassbar weh.“ In der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte sich Augsburgs Trainer Kai Suikkanen zur Schiedsrichterleistung, das kommt nicht so häufig vor. Die beiden Schiedsrichter der Partie waren der Russe Roman Gofman und der Lette Eduards Odins.

Hans-Peter Becker

Fotos: © Stephan Wenske

DEL 42. Spieltag

13.01.2023 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin – Augsburger Panther 4:3 n. V. (1:0, 0:3, 2:0, 1:0)

Aufstellungen

  • Eisbären Berlin: Ancicka (Markkanen) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Nowak; F. Hördler (C), Mik; Bettahar – Noebels, Pföderl, Fiore; White, Boychuk (A), Clark; Veilleux, Regin, Mauer; Heim, Roßmy, Nijenhuis – Trainer: Serge Aubin
  • Augsburger Panther: Endras (Keller) – Gregorc, Lamb; Haase, Länger; Warsofsky, Sacher – Kuffner, Soramies, Broadhurst; Barinka, LeBlanc, Payerl; Puempel, Stieler, Wännström; Trevelyan, Volek, Saponari – Trainer: Kai Suikkanen

Torfolge

  • 1:0 – 08:10 – Boychuk (Nowak, Noebels) – PP1
  • 1:1 – 24:31 – Kuffner (Sacher) – EQ
  • 1:2 – 26:05 – Wännström (Stieler) – EQ
  • 1:3 – 31:12 – LeBlanc (Payerl, Barinka) – PP1
  • 2:3 – 49:19 – Clark (Boychuk, Noebels) – PP1
  • 3:3 – 55:23 – Clark (Boychuk, Noebels) – PP1
  • 4:3 – 64:30 – Mauer (Fiore) – EQ

Strafen

  • Eisbären Berlin: 4 (0, 4, 0, 0) Minuten
  • Augsburger Panther: 26 (2, 0, 24, 0) Minuten

Schiedsrichter

Roman Gofman, Eduards Odins (Maksim Cepik, Jonas Merten)

LEN Champions League – Spandau will sich beweisen

Das Spiel am vergangenen Samstag, 7. Jan. 2023, in Schöneberg gegen Ludwigsburg 08 zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde ließ sich eine Halbzeit lang leicht gehemmt an, aber dann nahmen die Wasserfreunde Fahrt auf und zeigten ihr übliches Leistungsniveau. 22:7 hieß es am Ende der Partie. Insgesamt erzielten zehn Spieler Tore – vornweg erneut Dmitri Kholod mit sechs Treffern. Das Team konnte so seine starke Variabilität bestätigen. Dieser Erfolg kann daher gern als positives Vorzeichen für das fünfte Match in der Champions-League gewertet werden.

Im Champions-League-Heimspiel am Mittwoch, 11. Jan. 2023 gegen Ungarns Meister FTC Telekom Budapest will das Berliner Team seine internationale Wettbewerbsfähigkeit beweisen. Spandau empfängt am 5. Spieltag der Champions League-Hauptrunde in Schöneberg Ungarns Meister FTC Telekom Budapest, der mit der Bilanz von drei Siegen und einer Niederlage (9 Punkte) gemeinsam mit AN Brescia auf Rang 2 der Achter-Tabelle hinter VK Novi Beograd (10) liegt. Spandau ist mit zwei Zählern aus zwei Remis Siebenter – drei Punkte entfernt vom Vierten OSC Budapest. Diese Position würde nach den insgesamt 14 Partien ausreichen, um ins Final 8 des Königswettbewerbs im Juni in Belgrad einzuziehen. Der aktuelle Gruppenplatz 7 scheint entfernt, doch bedeutet der Drei-Zähler-Abstand zum Vierten OSC nach CL-Arithmetik nur einen (mit drei Punkten honorierten) Sieg.

Die Ungarn gelten als der klare Favorit – in der Vorsaison CL-Dritter, aber im laufenden Spieljahr zwar dreimal Sieger, aber dabei durchaus auch glücklich: 9:7 gegen Dubrovnik, 9:8 gegen Marseille, 10:7 gegen Sabadell. Gegen Brescia gab es eine 4:8-Niederlage. Spandau sollte also seine Chance gegen den ebenfalls 1904 gegründeten Verein haben, den die Fans „Die grünen Adler“ nennen. 24-mal war Ferencvaros Ungarns Meister, 21-mal Pokalsieger. Imposante 34 Spieler sind als Akteure des Vereins Olympiasieger geworden, darunter der aktuelle Trainer Zsolt Varga (2000 Sydney). Auch in der Mannschaft der Gegenwart stehen eine Reihe von Klasseakteuren. „Angst aber muss uns das nicht machen. Wir wollen die Partie gewinnen und die guten Ansätze aus den vorangegangenen Spielen in einen Erfolg umsetzen und uns mit einem Sieg belohnen“, sagt Präsident Hagen Stamm.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

11. Januar 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – FTC Telekom Budapest

Spieltag 5

Spielbeginn:

19:30 Uhr Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Nachtrag, Bundesliga Gruppe A, 8. Spieltag, 7.01.2023

Wasserfreunde Spandau 04 – Ludwigsburg 08 22:7 (5:3,6:2,4:1,7:1) –

Tore Spandau: Kholod 6, Zoran Bozic 4, Yannek Chiru 3, Mateo Cuk, Bilal Gbadamassi je 2, Andrei Prioteasa, Marek Tkac, Denis Strelezkij, Luca Marziali, Roman Shepelev je 1

BR Volleys – auf Ansturm folgte Dominanz

Mit einiger Verzögerung musste das Berlin-Brandenburg-Derby am Samstag angepfiffen werden, weil sich angesichts des Zuschauerandrangs noch kurz vor Spielbeginn lange Schlangen bildeten. 5.438 Volleyballfans in der Max-Schmeling-Halle wollten sich das Nachbarschaftsduell mit den Energiequelle Netzhoppers KW-Bestensee nämlich nicht entgehen lassen, das einen überaus klaren Verlauf nehmen sollte. Weil die BR Volleys ihre Leistung gegenüber dem ersten Heimspiel des neuen Jahres deutlich steigern konnten, war der 3:0-Heimsieg (25:16, 25:12, 25:17) zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Trotz der verlängerten Wartezeit bis zum Spielbeginn gingen die BR Volleys hellwach in das insgesamt 38. Bundesliga-Derby. Cedric Enard schickte seine aktuelle Bestbesetzung auf den Court, wobei erstmals auch wieder Angel Trinidad auf der Teamliste stehen konnte, Nehemiah Mote (mit Rückenbeschwerden) aber erneut eine Pause bekam. Die starke Kulisse sah einen deutlich engagierteren Start der Hauptstädter als noch am Mittwoch gegen Lüneburg und insbesondere im Block zeigte man sich sehr präsent. Logische Folge war die schnelle Führung (6:1, 11:4). Auch die Aufschlagqualität stimmte vom Beginn an. Stellvertretend dafür standen die Asse von Ruben Schott (14:7) und Marek Sotola (22:12). In einer wilden Satzschlussphase mit spektakulären Ballwechseln hatten die BR Volleys meist das bessere Ende für sich und so blockte der eingewechselte Brasilianer Krauchuk auch zum Gewinn des Auftaktdurchgangs (25:16).

Schott war mit insgesamt sieben Punkte der auffälligste Akteur im ersten Satz, dem zweiten drückte nun immer häufiger Sotola seinen Stempel auf (7:5). Doch für das Highlight sorgte wieder Schott, dessen Zuspiel auf Johannes Tille der eigentliche Ballverteiler höchstselbst zum 11:5 vollstreckte. Der etatmäßige Zuspieler legte auch noch eine Aufschlagserie nach (15:6) und so wurde der zweite Durchgang ebenso zu einer klaren Angelegenheit (21:10). Enard gab Cody Kessel, Arash Dosanjh und Krauchuk immer wieder Einsatzzeit. Wieder war es der brasilianische Diagonalspieler, der auch Satz zwei beendete (25:12). Die Netzhoppers hatten dem druckvollen Spiel der BR Volleys nur phasenweise etwas entgegenzusetzen. Gästecoach Tomasz Wasilkowski reagierte mit einem Zuspielerwechsel (Schmidgall für Keturakis), aber zwei Asse von Brehme (9:4) und weitere Breaks durch Sotola und Schott sorgten erneut früh für klare Verhältnisse (16:8). Kessel blieb in Durchgang drei auf der Platte und konnte sich ebenfalls im Angriff immer wieder durchsetzen (19:11). Ein Netzfehler machte den klaren Heimerfolg schließlich perfekt (25:17), womit die BR Volleys mit der vollen Ausbeute von sechs Punkten zu Hause in das neue Jahr gestartet sind. Als Bounce House MVP wurde Anton Brehme gewählt, der nun mit seinem Team in der nächsten Woche das richtungsweisende Champions-League-Match gegen Hebar Pazardzhik in Bulgarien vor seiner breiten Brust hat.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „In unserem Spiel war heute sehr viel Gutes. Wir haben vor allem das Level unseres Aufschlags deutlich nach oben geschraubt und das ist es, was wir auch in der Champions League nächste Woche brauchen werden. Daran müssen wir anknüpfen. Die Mannschaft hat die Vorgaben in diesen zwei Heimspielen umgesetzt und wieder Rhythmus aufgenommen. Wir konnten auch die Spielanteile etwas steuern. Jeder ist im neuen Jahr angekommen.“

Matheus Krauchuk: „Heute haben wir wieder gesehen, dass unsere gute Arbeit im Training und das hohe Niveau uns in solchen Spielen helfen. Wir haben unsere Leistung auf den Court gebracht. Es macht einfach Freude, solche Momente wie meine Satzbälle vor so vielen Zuschauern erleben zu können. Es herrschte wieder eine tolle Energie in unserer Max-Schmeling-Halle.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Saso Stalekar (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Matheus Krauchuk, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Topwerte
Sotola 14 Punkte, 3 Asse, 2 Blocks | Schott 12 Punkte, 67 % Angriffsquote | Brehme 8 Punkte, 3 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Andreas Gora

Eisbären holen ersten Dreier im neuen Jahr – Sieg gegen Köln

Die Kölner Haie hatten eine Menge Eisbärenvergangenheit mit nach Berlin gebracht, Chef-Trainer Uwe Kruppe, sein Assistent Clement Jodoin hinter Bande und auf dem Eis, mit Louis-Marc Aubry, Mark Olver und Alexander Oblinger. Die Gäste aus der Domstadt reisten mit dem Rückenwind eines Derbysieges gegen Düsseldorf und intakten Playoff Chancen nach Berlin. Die Eisbären benötigen jeden möglichen Punkt, um den Abstieg in die Zweitklassigkeit zu vermeiden.

Es begann wieder mit einem Gegentor. Nicolas Bailen traf zum 1:0 im Powerplay, Eric Mik hatte sich eine Strafe wegen Beinstellens eingefangen. Im 1. Drittel hatten die Gäste mehr vom Spiel, die Eisbären bemüht und mit der Belohnung in der 19. Minute, ebenso ein Powerplay Treffer. Verteidiger Jonas Müller zog ab aus der zweiten Reihe und der Puck fand seinen Weg in das Tor von Mirko Pantkowski.

Im Mittelabschnitt erwischten die Eisbären einen Glanzstart. In der 22. Minute drehten sie das Spiel durch einen Treffer der dritten Reihe, Zak Boychuk vollendete eine mustergültige Kombination, an der Matt White und Kevin Clark mit beteiligt waren. Anschließend war es ein offener Schlagabtausch. Das bessere Ende hatten die Eisbären. Morgan Ellis traf in der 39. Minute zum 3:1, das Powerplay der Eisbären funktionierte.

In der 43. Minute verpasste Frank Mauer die Vorentscheidung. Die Eisbären bekamen mehr und mehr das Spiel in den Griff. Die Kölner kamen nur mit Mühe aus dem eigenen Drittel und ihr Spiel wurde fehlerbehafteter. Die Haie schienen ihr Pulver verschossen zu haben. In der 58. Minute fiel der Anschlusstreffer zum 2:3, mehr passierte nicht mehr. Die Eisbären zeigten vor 10.518 Zuschauern am Mittwochabend endlich wieder einmal, wer hier Herr im Hause ist. Es wurde ein Dreier, der war bitternötig.

Die Hartmut Nickel Kurve konnte die üblichen Schmäh Gesänge anbringen und die Spieler ihre Ehrenrunde drehen.

Hans-Peter Becker

Spandau 04 will die Saison erfolgreich fortsetzen

Die 7:14-Niederlage bei CN Marseille am 21. Dezember, dem 4. Spieltag der Champions League, brachte den Wasserfreunden nicht das gewünschte Ergebnis. Mehr Erfolg soll in 2023 erreicht werden, so hat es 04-Präsident Hagen Stamm erklärt. Nach drei Jahren Meister-Pause soll dieser Titel unbedingt wieder errungen werden, am besten mit der Zugabe des Pokaltriumphes.

Im nationalen Vergleich der aktuellen Saison steht die Leistung der Berliner auf absolut hohem Niveau. Spandau ist in der Bundesliga ungeschlagen und ohne Punktverlust, hat seine sieben Spiele mit einer Plustore-Differenz von 121 gewonnen, darf sich mithin als inoffizieller „Herbstmeister“ vor Duisburg und Hannover feiern lassen und hat zudem auch den Supercup in Hannover mit 12:9 gewonnen. Nun startet am kommenden Wochenende Teil 2 der Saison mit der DWL-Rückrunde, in der dieses Hochgefühl gehalten werden soll.

Trotz vieler starker Ansätze und positiven Ergebnisse gibt es noch ausreichend Spielraum für Verbesserungen. Das Jahr 2023 soll die angestrebte Leistungssteigerung bringen. Schon am kommenden Samstag, am 8. Spieltag und dem Rückrunden-Auftakt der Bundesliga-A-Gruppe, wollen die Wasserfreunde im Spiel gegen den SV Ludwigsburg 08 in der heimischen Schwimmhalle Schöneberg ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden.

Die Schwaben waren in der Vorsaison mit ihrer Europa-Cup-Qualifikation das Überraschungsteam. Doch Ende Oktober besiegte Spandau sie mit 22:4. Zehn 04-Torschützen, darunter „Neuling“ Luca Marziali (6) und Dmitri Kholod (5) als Top-Kanoniere, gaben einen Vorgeschmack auf zukünftige Schützenfeste.

Ludwigsburg tat sich zu Beginn der Bundesliga-Saison schwer, hat sich aber mit einer Drei-Siege-Vier Niederlagen-Bilanz als Fünfter der Tabelle einigermaßen berappelt und ist zweifellos ernster zu nehmen als zu Beginn. So wird auch Spandau ins Becken gehen, zumal diese Begegnung die Generalprobe für die am Mittwoch danach folgende Champions-League-Bewährung gegen FTC Ferenvaros Budapest am 5. Spieltag der Königsklasse an gleicher Stätte ist.

Laut Trainer Athanasios Kechagias ist weniger das „Ob“ als vielmehr das „Wie“ man gegen Ludwigsburg auftritt und gewinnt, entscheidend. Für den Kopf sei das Match wichtig, „wir wollen erfolgreich in den weiteren Verlauf der Saison starten“.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

Wasserball Bundesliga

2022/2023

Gruppe A, 8. Spieltag

07. Januar 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – SV Ludwigsburg 08

Spielbeginn: 14.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Eisbären starten mit einer Niederlage ins neue Jahr

Der Tabellenführer aus München hatte bis zur 34. Minute das Heft des Handelns fest in der Hand. Konzentriert erspielten sie sich einen 3:0 Vorsprung und ließen die Eisbären recht alt aussehen. Nach nur 43 Sekunden erzielte Austin Ortega das 1:0, in der 11. Minute legten sie nach durch Jonathon Blum und als Benjamin Street in der 22. Minute gar auf 3:0 erhöhte schien, als sei alles gelaufen.

Ein Tor in der 34. Minute durch Giovanni Fiore im Powerplay veränderte das Momentum. Fiore schlug knapp 90 Sekunden später erneut zu und verkürzte auf 2:3. Sie steigerten sich und das Spiel war wieder offen, der Tabellenunterschied nicht mehr zu erkennen. Der Ausgleich lag in der Luft, viele Chancen, München wurde vor dem eigenen Tor festgemacht, der Puck wollte nicht rein. Für die beiden letzten Spielminuten wurde der Goalie auf die Bank beordert. Turbulente Szenen vor dem Tor von Daniel Allavena. Mit Glück und Geschick retteten die Gäste sich ins Ziel. Die kämpferische und spielerische Steigerung der Eisbären wurde nicht belohnt. Bereits am kommenden Mittwoch, 4. Januar geht es weiter in der heimischen Arena, zu Gast sind dann die Kölner Haie.

Hans-Peter Becker

DEL 38. Spieltag

2.1.2023 EHC Eisbären vs RB München 2:3(0:2, 2:1, 0:0)

Eisbären Berlin: Markkanen (Ancicka) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Mik; F. Hördler (C), Nowak – Noebels, Boychuk (A), Clark; Fiore, Regin, Pföderl; White, Zerter-Gossage, Veilleux; Heim, Mauer, Nijenhuis – Trainer: Serge Aubin

EHC Red Bull München: Allavena (Niederberger) – Boyle, Blum; Szuber, Redmond; Daubner, McKiernan; Abeltshauser – Ehliz, Kastner, Ortega; Tiffels, Hager, Schütz; DeSousa, Street, Parkes; Ruckdäschel, Appendino – Trainer: Don Jackson

Torfolge

  • 0:1 – 00:42 – Ortega (Blum, Ehliz) –EQ
  • 0:2 – 10:17 – Blum (Hager, DeSousa) – EQ
  • 0:3 – 21:49 – Street (DeSousa, McKiernan) – EQ
  • 1:3 – 33:05 – Fiore (Boychuk, Ellis) – PP1
  • 2:3 – 34:34 – Fiore (Pföderl) – EQ

Strafen:

Eisbären 6

RB München 2

Zuschauer: 9.423

Als Tabellenführer in die WM-Pause: Füchse schlagen Leipzig 28:22

Abschluss und Neuanfang in einem Spiel. Die Partie der Füchse gegen den SC DHfK Leipzig war das letzte Spiel des Jahres für die Berliner Handballer und gleichzeitig der Beginn der Rückrunde in der Handball-Bundesliga. Die regionalen Duelle, ob gegen Magdeburg oder Leipzig, sind immer von gewisser Brisanz. Das wurde auch im Spiel gegen Tabellen-Zehnten Leipzig deutlich. Die Gäste aus Sachsen versuchten, dem Tempo und Druck des Füchse-Spiels mit robuster Deckung zu begegnen. Da-bei übertrieben es die Gäste jedoch teilweise mit dem körperlichen Einsatz. Bereits nach 22 Minuten (!!) waren sie um zwei Spieler dezimiert. Der schwedische Nationalspieler Oskar Sunnefeldt hatte nach einer Attacke gegen Matthias Gidsel direkt ROT gesehen, Ex-Fuchs Simon Ernst kassierte drei Zeitstrafen und musste danach eben-falls von der Platte. Damit waren zwei Säulen der Leipziger Abwehr eliminiert.

Die Füchse zogen daraus Nutzen. Nach fokussiertem Beginn bauten sie ihre Führung kontinuierlich aus und lagen nach 20 Minuten zum ersten Mal mit vier Toren in Front (10:6). Hätten die Gastgeber nicht die eine oder andere Möglichkeit vergeben, wäre ein noch größerer Vorsprung durchaus drin gewesen. Zumal Viktor Kireew im Tor mit vielen Paraden den Gästen den Nerv zog und Stammkeeper Dejan Milosavljev glänzend vertrat. So ging es mit einem 14:9 in die Kabine.

Der Spielverlauf änderte sich nach der Pause nicht. Die Abwehr der Berliner stand sicher. Im Angriff waren Matthias Gidsel, Hans Lindberg, Max Darj und Fabian Wiede ihre Tore, sodass der Sieg gegen die eifrigen, aber leistungsmäßig doch limitierten Gäste nie in Gefahr geriet. Mit 28:22 fiel der Erfolg am Ende deutlich aus. Allerdings war es – abgesehen von der Niederlage in Minden (27:32/10. Spieltag) – die geringste Torausbeute der Füchse in einem Bundesliga-Spiel in dieser Saison.

Zum ersten Mal „überwintern“ die Berliner als Tabellen-Erster in der deutschen Eliteliga. Das nächste Heimspiel steht für die Berliner nach der WM an, Mitte Februar gegen die HSG Wetzlar.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 2, Darj 3, Holm1, Lichtlein 2, Lindberg 10/6, Gidsel 6, Jacobs 1, Vujovic 1, Drux 2

Herbert Schalling

Weihnachtsgeschenk für die Fans – Kantersieg gegen Bietigheim

Erneut gaben die Bietigheim Steelers ihre Visitenkarte in der MB-Arena ab. Die erste Auflage verloren die Eisbären im Oktober mit 2:4. Am Tag vor Heiligabend ließen sie nichts anbrennen und bescherten ihren Anhängern ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Sie zogen auf 3:0 davon und es war alles dabei, ein shorthander, ein Powerplay Treffer und ein Tor in vollständiger Formation. Es war ja auch Wiedergutmachung für den blutleeren Auftritt zuvor in Wolfsburg angesagt. Nach dem 1. Drittel stand es durch die Treffer in der 9. Minute (G. Fiore) und in der 13. Minute (Leo Pföderl) 2:0.

Es lief weiter wie geschmiert. Entspannt konnte die Hartmut Nickel Kurve den Schlachtgesängen frönen. So einen dominanten Auftritt hatten sie in dieser Saison noch nicht hingelegt. Nach dem 2. Drittel stand es 4:0, erneut Fiore und Zachary Boychuk waren erfolgreich.

Foto: © Hans-Peter Becker

Was sollte da noch schiefgehen? Es stand der Tabellenletzte auf dem Eis und mit Verlaub, das war in vielen Aktionen zu erkennen. Ein knapper Sieg hätte wieder für Diskussionen gesorgt. Die Gäste mit ihrem Kapitän, Ex-Eisbär Constantin Braun boten wenig DEL-taugliches Eishockey. Den Schlussabschnitt begannen sie mit einem frischen Goalie. Das Duell der beiden finnischen Torhüter hatte bis dahin Juho Markkanen gegen seinen Landsmann Sami Aittokallio entschieden.

Im Schlussabschnitt hütete Cody Brenner das Tor. Die Spieluhr lief herunter, die Gäste hatten nichts mehr im Tank und in der 54. Minute besorgte Fiore das 5:0. Wie wäre es mit einem Shutout für den jungen finnischen Goalie, selbst das gelang! So schön sangen die Fans, so was hat man lange nicht gesehen.

Was ist dieser klare Sieg wert? Bis zum Jahresende warten auf die Eisbären noch drei schwere Auswärtsaufgaben, in Ingolstadt, Bremerhaven und in Straubing.

Hans-Peter Becker

DEL 34. Spieltag 23.12.2022 MB-Arena Berlin

  • Eisbären Berlin – Bietigheim Steelers 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)

Aufstellungen

  • Eisbären Berlin: Markkanen (Ancicka) – Müller, Ellis (A); Melchiori, Mik; F. Hördler (C), Nowak – Noebels, Boychuk (A), Clark; White, Regin, Pföderl; Veilleux, Zerter-Gossage, Fiore; Heim, Mauer, Nijenhuis – Trainer: Serge Aubin
  • Bietigheim Steelers: Aittokallio (ab 41. Spielminute: Brenner) – Braun, Renner; Maione, Schüle; Prommersberger, Atkinson – Keränen, Berger, Naud; Jasper, Stretch, Lepaus; Zientek, Weiß, Preibisch; Lindner, Kneisler, Kuqi – Trainer: Pekka Kangasalusta

Tore

  • 1:0 – 08:51 – Fiore (Mauer) –SH1
  • 2:0 – 12:21 – Pföderl (Noebels, Boychuk) – PP1
  • 3:0 – 23:24 – Fiore (Mik, Melchiori) – EQ
  • 4:0 – 28:32 – Boychuk (Clark, Nowak) – EQ
  • 5:0 – 53:50 – Fiore (Veilleux) – EQ

Strafen

  • Eisbären Berlin: 6 (4, 0, 2) Minuten
  • Bietigheim Steelers: 4 (2, 0, 2) Minuten

Schiedsrichter

  • Martin Frano, Sean MacFarlane (Nikolaj Ponomarjow, Tobias Treitl)

Zuschauer

  • 10.230

Alle Jahre wieder

Das Jahr 2022 ist dabei, sich zu verabschieden. Das letzte Türchen des Adventskalenders wird bald geöffnet werden und die Weihnachtsruhe kehrt ein. Hinter unserer Redaktion liegt ein ereignisreiches Sportjahr. Wir haben für unsere Leser berichtet und kommentiert, wobei das Sportgeschehen in Berlin im Vordergrund stand. Im kommenden Jahr werden wir selbstverständlich wieder auf den Sportplätzen und -hallen unterwegs sein, um möglichst authentisch berichten zu können.

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit mit den Berliner Vereinen, hoffen, dass es so bleibt. Für unsere Eigenberichterstattung ist es uns sehr wichtig, eigene Korrespondenten vor Ort zu haben.

Für das bevorstehende Weihnachtsfest wünschen wir unseren Lesern und Partnern ein paar besinnliche Tage und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie uns gewogen und vor allem bleiben sie gesund. Dazu ein Tipp vom Chefredakteur: Selber Sport treiben hilft dabei ! Es ist ja wieder die Zeit der guten Vorsätze.

Foto: © Hans-Peter Becker

Christian Zschiedrich
Chefredakteur

Hans-Peter Becker
Redakteur

BR Volleys fahren nach Mannheim!

Durch das Tollhaus ins Endspiel: Die BR Volleys stehen zum insgesamt elften Mal im großen DVV-Pokalfinale. Vor 2.725 Zuschauern in der ausverkauften Volksbank-Arena Hildesheim mussten die Berliner nach verlorenem Auftaktsatz eine Energieleistung aufs Parkett bringen, um sich die Chance auf den sechsten Pokalsieg zu erspielen. Angeführt von Topscorer Marek Sotola (30 Punkte) konnten sich die Hauptstädter letztlich mit 3:1 (21:25, 25:20, 25:21, 25:15) bei den Helios Grizzlys Giesen durchsetzen und treffen nun in der Neuauflage des Finals von 2020 am 26. Februar 2023 auf die SWD powervolleys Düren.

Für dieses wichtige und letzte Spiel des Jahres setzte Cedric Enard auf der Libero-Position wieder auf Satoshi Tsuiki und wechselte nach der 2:3-Bundesliga-Niederlage in Friedrichshafen auch im Mittelblock. Nehemiah Mote und Anton Brehme erhielten den Vorzug. Zu diesem Halbfinale war auch die Video-Challenge im Einsatz und die schlug zuerst zweimal zugunsten der Berliner aus. Dennoch waren es die Grizzlys, denen dank der Blocks der Nationalspieler Günthör und Baxpöhler die Anfangsphase gehörte (6:8). Nach zwei weiteren Breaks des Heimteams griff Enard zur Auszeit (11:14) und die Hauptstädter schafften mit Kapitän Ruben Schott am Service zunächst den Ausgleich (18:18). In Person von Colito und seinem druckvollen Aufschlag folgte dann aber die Entscheidung in Satz eins (18:23). Nach Marek Sotolas Angriff ins Aus jubelte das Hildesheimer Tollhaus (21:25).

Timothée Carle, der im Auftaktdurchgang nicht gut im Spiel war, meldete sich mit drei Assen in Folge in Satz zwei zurück (9:5). Von diesem Vorsprung konnten die Berliner zehren und ihre Block-Abwehr wurde stärker und stärker (17:13). Als Carle das nächste Mal zum Service durfte, servierte der Franzose ein weiteres Ass und nach einer Stunde stand es verdient 1:1 nach Sätzen (25:20). Noch fehlte die Leichtigkeit, aber immerhin war Sotola im Angriff absolut verlässlich (6:5). Der Tscheche punktete ebenfalls mit dem Service (13:9) und auch die Annahme der BR Volleys hatte sich stabilisiert. Dazu waren die Männer in den schwarzen Auswärtstrikots nun auch im Aufschlag überlegen (17:13, 24:19). Carle belohnte sich und sein Team für die Leistungssteigerung mit der 2:1-Satzführung (25:21). Damit hatten die Berliner den Grizzlys die Zähne gezogen. Sotola tat es Carle gleich und servierte im vierten Satz drei Asse in Folge (8:4).  Die Lösungen im Angriff stimmten auch in schwierigen Situationen und so ließ man Giesen nicht mehr an einer Rückkehr ins Match schnuppern (15:10, 20:13). Mit dem insgesamt 14. Ass beendete Antti Ronkainen das Spiel standesgemäß und machte den elften Finaleinzug der BR Volleys perfekt (25:15).

Im Parallelspiel setzten sich zuvor die SWD powervolleys Düren gegen den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:19, 25:22, 25:22) durch. Damit ist der Titelverteidiger aus dem Wettbewerb ausgeschieden und wie schon bei ihrer letzten Finalteilnahme 2020 treffen die BR Volleys auf die Rheinländer. Es ist alles angerichtet für ein Volleyball-Spektakel der Extraklasse, bei dem neben dem Finale der Männer auch der SC Potsdam und der SSC Palmberg Schwerin bei den Frauen aufeinandertreffen. Die BR Volleys hoffen auf eine große Fanunterstützung und wollen schon in Kürze Infos zu Tickets und Fanreise nach Mannheim bekanntgeben.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir sind einfach glücklich, dass wir es in diesem Jahr wieder gepackt haben. Wir waren im Pokal schon so oft verflucht und deshalb ist dieser Finaleinzug etwas Besonderes. Der knappe Sieg zuhause gegen Lüneburg im Viertelfinale hat uns auch für dieses Spiel das Selbstvertrauen gegeben. Wir haben nach dem Satzrückstand nicht an uns gezweifelt, weil uns vorher bewusst war, dass es hier nicht einfach werden würde. Darauf waren wir eingestellt. Umso mehr freuen wir uns über das Ticket für Mannheim!“  

Cedric Enard: „Das war ein wirklich schwieriges und zugleich würdiges Pokalhalbfinale vor dieser Kulisse. Ich kann sagen: Wir haben es geliebt, hier heute spielen zu dürfen. Giesen hat nach dem Bounce House Cup das nächste Topevent auf die Beine gestellt. Sie waren davon euphorisiert und haben klasse begonnen. Aber meine Mannschaft konnte sich wehren und hat sich so das Endspiel auf der ganz großen Bühne absolut verdient.“

Johannes Tille: „Ich war zweimal so knapp davor und freue mich jetzt einfach unheimlich, dass wir es jetzt geschafft haben. Dieser erste verlorene Satz hat genau die Wut entfacht, die wir gebraucht haben. Unser hervorragender Aufschlag war dann der Schlüssel. Mannheim wird großartig und wir hoffen, dass ganz viele Fans mit uns die Reise antreten.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle + Ruben Schott (AA), Anton Brehme + Nehemiah Mote (MB), Johannes Tille (Z), Marek Sotola (D) und Satoshi Tsuiki (L) | Eingewechselt: Antti Ronkainen, Cody Kessel, Arash Dosanjh

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Pressefoto Credit: Justus Stegemann