BR Volleys – Entscheidung in Düren

Alles ist angerichtet für einen letzten und sicherlich packenden Schlagabtausch im Playoff-Halbfinale am Samstagabend (27. Mrz um 19.30 Uhr). Nachdem die SWD powervolleys Düren in der „best of three“-Serie vor einer Woche mit einem 3:1-Heimsieg vorlegten, revanchierten sich die BR Volleys am Mittwoch ihrerseits mit einem 3:1-Heimerfolg. Für den Showdown um den Finaleinzug haben die Rheinländer nun wieder Heimvorteil, die Berliner indes vielleicht einen kleinen psychologischen Vorteil.

Die Kulisse von 1.000 Menschen hat die BR Volleys am Mittwochabend definitiv beflügelt. Das Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr bildete einen in Pandemie-Zeiten kaum für möglich gehaltenen, würdigen Rahmen für ein Playoff-Halbfinale. Es passte aus Berliner Sicht ins Bild, dass sich die Hauptstädter bei diesem Anlass gegenüber Spiel eins deutlich steigern und den Ausgleich in der Serie erkämpfen konnten. Mit verbessertem Aufschlag und einer stets wachsamen Block-Feld-Abwehr gewannen die BR Volleys die ersten beiden Sätze (25:22, 25:20), wovon sich die Powervolleys aber keinesfalls verunsichern ließen, sodass sich spätestens in den Sätzen drei (24:26) und vier (29:27) ein phasenweise dramatisches Match entwickelte.

Damit wendete das BR Volleys Team ein vorzeitiges Saisonende ab und erhält morgen eine erneute Chance. Bei dem Vorhaben diese zu ergreifen, wird viel davon abhängig sein, ob Benjamin Patch seine überragende Leistung vom Mittwoch (30 Punkte, 68% Angriffsquote, 3 Asse) bestätigen kann. Vor allem aber beschwört Trainer Cedric Enard den Teamgedanken für das Entscheidungsspiel: „Nur so, wie wir alle gemeinsam am Mittwoch gearbeitet haben, kann es gehen. Das waren der Wille und die Emotionen, die wir brauchen.“ Die gezeigten Qualitäten müssen seine Schützlinge nun wieder bei einem “Geisterspiel“ an den Tag legen und beweisen, dass man auch in leerer Arena den stürmischen Powervolleys gewachsen ist. „Das Gesamtpaket hat gestimmt. Ich hoffe, wir können das morgen genauso zeigen. Düren war in beiden Duellen extrem stark, deshalb wird es garantiert erneut ein ganz harter Kampf. Wir haben kurz regeneriert und wollen nun alles geben“, ist Mittelblocker Anton Brehme entschlossen.

Auf den Sieger dieses Halbfinals wartet in den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft schon seit gestern Abend der VfB Friedrichshafen. Die Häfler setzten sich in ihrem Semifinale zweimal knapp mit 3:2 gegen die SVG Lüneburg durch. Auch wenn die beiden Kontrahenten das große Finalziel vor Augen haben, geht man abseits des Spielfelds weiterhin freundschaftlich miteinander um. Das war auch im Anschluss an das Match am Mittwoch zu erleben. Minutenlang werteten die Spieler den emotionalen Abend gemeinsam aus.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand hat dabei schon den Kampfgeist des Kontrahenten beobachtet: „Unser Heimsieg hat die Dürener nicht umgeworfen. Das hat man den Spielern deutlich angesehen, sie werden uns in ihrer eignen Arena nochmals zeigen wollen, was eine Harke ist.“ Dennoch haben die BR Volleys sich selbst und dem Gegner bewiesen, welchen Verlauf das Duell nehmen kann, wenn bei den Berlinern vieles bis alles passt. Das könnte eben der kleine, psychologische Vorteil sein.

Das Entscheidungsspiel in Düren wird auf sporttotal.tv im Mehr-Kamera-Stream mit dem ehemaligen SCCer Jaromir Zachrich am Kommentar übertragen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Topspiel zum Jahresabschluss

Während die meisten Menschen die Weihnachtstage ruhig im Kreis ihrer Familien verbringen konnten, haben sich die Teams der SWD powervolleys Düren und der Berlin Recycling Volleys akribisch auf das morgige Spitzenspiel (27. Dez um 18.00 Uhr) in der Volleyball Bundesliga vorbereitet. Die Hauptstädter könnten mit einem Drei-Punkte-Sieg an den Rheinländern vorbeiziehen, diese wiederum würden im Erfolgsfall sogar die Tabellenführung erobern und als Ligaprimus ins neue Jahr starten.

Unmittelbar vor dem Jahreswechsel und dem letzten Spiel 2020 hat ein Blick auf die Tabelle der Volleyball Bundesliga durchaus Aussagekraft. Ein Großteil der Teams hat trotz vieler Corona-bedingter Absagen bzw. Verschiebungen die Hälfte ihrer Matches absolviert und an der Spitze kämpfen Friedrichshafen (27 Punkte), Düren (25) und Berlin (24) mit fünf oder mehr Zählern Vorsprung auf die Konkurrenz um die Podestplätze. Nachdem die BR Volleys die Powervolleys zum Saisonstart 3:0 bezwangen, schickten die Powervolleys den VfB Friedrichshafen Ende Oktober mit dem gleichen Ergebnis zurück an den Bodensee, bevor sich die Häfler im November zu Hause ebenfalls klar und verdient per 3:0 gegen den Hauptstadtclub durchsetzten. Somit stehen bisher also jeweils drei deutliche Heimsiege in den direkten Duellen des Spitzentrios zu Buche. Durch eine zusätzliche Niederlage in Bühl haben sich die BR Volleys in diesem Dreikampf jedoch unter erheblichen Zugzwang gebracht, umso wichtiger ist für die Berliner demzufolge das morgige Auswärtsspiel in der Arena Kreis Düren. „Unser Ziel ist, dieses schwierige Jahr mit einem Sieg abzuschließen“, gibt Trainer Cedric Enard selbstbewusst die Marschroute vor.

Das Jahr 2020 stellte die BR Volleys – wie viele Menschen – vor zahlreiche, unerwartete Herausforderungen. Schmerzlich vermisst das Team Woche für Woche seine Fans im Volleyballtempel und die Zuschauer in den Arenen deutschlandweit. Trotz der Erfolge mit dem DVV-Pokalsieg im Februar sowie dem Supercuptitel im Oktober entlockt ein Rückblick Coach Enard kaum ein Lächeln. „Es war mental für jeden schwer. Jetzt wollen wir unseren treuen Anhängern und uns selbst einen versöhnlichen Abschluss schenken“, ist die Sehnsucht nach einer Verschnaufpause beim Trainer und seiner Mannschaft spürbar. Das erste Saisondrittel 2020/21 war nicht nur nerven- sondern auch kräftezehrend, denn immer wieder wurde das Team von Verletzungen zurückgeworfen und ging aufgrund der wenigen Wechseloptionen teilweise auf dem Zahnfleisch. „An eine solche Verletztenmisere kann ich mich weder als Trainer noch als Spieler erinnern. Das war und ist wirklich verrückt“, beschreibt Enard diese schwierige Zeit und spricht gerade deshalb seinen Schützlingen auch ein großes Kompliment aus: „Wie meine Spieler diese Rückschläge immer wieder gemeistert und in den letzten Wochen Leistung gebracht haben, verlangt größten Respekt. Die Einstellung der Mannschaft stimmt.“

Diese Einstellung und Entschlossenheit braucht es nun ein letztes Mal gegen die starken SWD Powervolleys. Nachdem die BR Volleys am 24. & 25. Dezember trainiert haben, tritt die Mannschaft heute die weite Fahrt ins Rheinland an. Dort wartet morgen in der Arena Kreis Düren ein Heimteam in absoluter Topverfassung, das in der Bundesliga zuletzt neun Siege in Folge einfuhr, auf die weiterhin dezimierte Berliner Reisegruppe. Trainer Cedric Enard weiß genau, welches harte Match ihm und seinen Spielern bevorsteht: „Das ist einfach eine eingespielte Mannschaft. Die Dürener besitzen die Automatismen, die wir uns aktuell immer noch hart erarbeiten. Bis hierhin stehen die Powervolleys zurecht auf dem zweiten Platz, doch diesen wollen wir ihnen nun streitig machen. Das wird keine einfache Aufgabe, aber wir haben die Qualität für deren Lösung.” Dann könnte der Coach zum Jahresabschluss sicher doch noch einmal lächeln, wenn es in die bis zum 13. Januar andauernde Spielpause geht.

Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

BR Volleys – Beginn der Kür

Nachdem der VfB Friedrichshafen am Wochenende das Verfolgerduell gegen die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 für sich entschied, haben die BR Volleys Gewissheit: Der DVV-Pokalsieger geht schon vor dem Match bei den SWD powervolleys Düren (25. Feb um 18.30 Uhr) als Tabellenerster in die Playoffs 2020. Damit werden die verbleibenden vier Spiele in der Normalrunde zur Kür, was dem Siegeswillen der Berliner allerdings keinen Abbruch tut.

Die spielfreien BR Volleys – das Match gegen Düren wurde aufgrund der SPORT1 Free-TV-Übertragung auf Dienstag verlegt – konnten am Samstagabend von der Couch aus beobachten, wie die AlpenVolleys als bis dahin ärgste Verfolger das Topspiel des 18. Spieltags am Bodensee verloren. Damit sind die Berliner nun nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Zwar könnten die drei punktgleichen Teams aus Frankfurt, Haching und Friedrichshafen (alle 38 Zähler) noch mit dem Hauptstadtclub (50) gleichziehen, doch dann wird als nächstes Kriterium die Anzahl der Siege gewertet und hierbei liegen die ungeschlagenen Spitzenreiter mit 18 Erfolgen uneinholbar vorn.

Damit verfügen die BR Volleys jetzt garantiert über ein hohes Gut, welches ihnen in den letzten drei Jahren verwehrt blieb: Den Heimvorteil in den Playoffs. Zuletzt hatte nach der Hauptrunde dreimal in Folge der VfB unter Trainer Vital Heynen die Nase vorn. „In dieser Saison haben wir uns diese Ausgangsposition mit unseren Leistungen redlich verdient. Dass uns das schon jetzt keiner mehr nehmen kann, fühlt sich gut an. Wir können ohne Druck spielen, wollen aber unsere Siegesserie weiter aufrechterhalten“, sagt Mittelblocker Jeffrey Jendryk und lässt vor dem schnellen Wiedersehen mit Düren kein Gefühl von Spannungsabfall aufkommen.

Der 24-jährige US-Amerikaner weiß, dass die Powervolleys in ihrer Arena nach dem deutlichen Ergebnis im Pokalfinale ein anderes Gesicht zeigen wollen: „Düren wird darauf brennen, sich zu revanchieren, aber wir werden diese Challenge annehmen. Auswärts wird es sicher schwieriger, doch in unserem Spiel passt aktuell vieles und das wollen wir bestätigen.“ So war es auch im Endspiel von Mannheim, als man zwei Sätze eindrucksvoll aufspielte und die Rheinländer auch in Durchgang drei noch abschütteln konnte (25:12, 25:18, 25:22). Die Gastgeber werden im Rennen um die Playoff-Plätze nun vor ihrem Publikum garantiert um jeden Ball kämpfen, denn nach dem Sieg der Netzhoppers gegen Lüneburg am Wochenende ist Düren nur noch Achter und benötigt dringend Punkte, um die Playoff-Runde zur erreichen.

Cheftrainer Cedric Enard weiß das und macht für das Match klare Vorgaben: „Ich möchte von meiner Mannschaft wieder mehr taktische Disziplin sehen, so wie wir es im Pokalfinale umgesetzt haben. Das hat mir zuletzt gegen Kemerovo gefehlt. Wir haben nun nicht mehr diesen engen Spielrhythmus, also wird es in den kommenden Begegnungen die größte Herausforderung, die Spannung bis zum Playoff-Start hochzuhalten.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Berliner in der Arena Kreis Düren auf zwei Spieler verzichten müssen. Pierre Pujol fällt mit einem Knochenmarködem im linken Sprunggelenk voraussichtlich für zwei Wochen aus und Kyle Ensing konnte aus dringenden privaten Gründen nicht mit der Mannschaft ins Rheinland reisen. Doch auch der Gegenseite geht es nicht besser. Coach Stefan Falter fehlen mit Blair Bann, Lukas Maase und Niklas Seppänen wichtige Akteure. Dennoch dürfen sich die SPORT1-Zuschauer auf ein attraktives Spiel vor schöner Kulisse freuen, denn die Gastgeber werden ihre Arena mit einer besonderen Charity-T-Shirt-Aktion in ihre Vereinsfarben hüllen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Chance Nummer eins

Die Kunst, mit Druck umzugehen, ist in den Playoffs oftmals entscheidend. Diese haben die BR Volleys im ersten Match der Viertelfinalserie gegen die SWD powervolleys Düren beherrscht und so nun die Last auf die Schultern der Rheinländer gepackt. Am Mittwoch (03. April um 19.00 Uhr) bietet sich den Berlinern somit in der Arena Kreis Düren die erste Gelegenheit auf den Einzug in das Playoff-Halbfinale.

Mit ihrem hart erarbeiteten 3:0-Sieg in Match eins am Freitag haben sich die BR Volleys zwei Möglichkeiten erspielt, die „best of three“-Viertelfinalserie gegen die Powervolleys für sich zu entscheiden. Im fesselnden Auftaktsatz hatte die Hausherren am Ende das berühmte Quäntchen Glück auf ihrer Seite (29:27) und auch im zweiten Durchgang war die Begegnung lange ebenso ausgeglichen wie hochklassig. Erst als Mittelblocker Jeffrey Jendryk aufdrehte, furios blockte und brandgefährlich servierte, schlug das Pendel in Richtung Berlin aus (25:19). „Den Satz hat Jeff ja fast im Alleingang gewonnen“, war sein Mitspieler Samuel Tuia noch Tage später begeistert. Mit dieser Führung im Rücken trat die Heimmannschaft in der Folge dominanter auf und siegte verdient (25:14). „Dieses Match kann auch anders laufen, aber wir haben zusammen mentale Stärke bewiesen“, spricht Tuia seinen anderen Teamkollegen ein Kompliment aus.

Wie zuvor erhofft, hatte man Dürens gefährlichsten Angreifer Sebastian Gevert im Block gut im Griff, sodass der temperamentvolle Chilene letztlich zwar auf 12 Punkte kam, aber auch ebenso viele Fehler produzierte. Der Frust der Powervolleys war im Schlussdurchgang allen voran beim Diagonalangreifer deutlich spürbar. So war über das gesamte Match gesehen Björn Andrae schließlich der konstanteste Dürener beim Playoff-Auftakt. „Mich überrascht nicht, dass Björns Erfahrung jetzt in den Playoffs gefragt ist. Er weiß, worauf es in solchen Spielen ankommt“, spürt man bei Tuia den Respekt vor seinem Freund. Beide spielten zwei Jahre lang (von 2011 bis 2013) zusammen bei Kuzbass Kemerovo in Russland und zählten beim Auftaktmatch zu den Besten ihrer jeweiligen Mannschaft.

Aber auch Tuia ist bewusst, was nun wichtig wird: „In dieser Playoff-Serie entscheidet sich ganz viel im Kopf. In Spiel eins haben wir das gut gelöst. Ich hoffe, das gelingt uns auch auswärts.“ Die BR Volleys müssen sich nach der knisternden Heimspiel-Atmosphäre in ihrem Volleyballtempel auch in Düren auf ordentlich Feuer in der Arena einstellen. „Es werden am Mittwoch erneut nur Kleinigkeiten den Unterschied machen. Düren steht jetzt unter Druck, wird aber nochmal alles in die Waagschale werfen. Darauf sind wir gefasst“, vertraut Headcoach Cedric Enard in sein Team, das sich auch im Rheinland der Unterstützung der Auswärtsgemeinde des Fanclubs „7. Mann“ sicher sein kann.

Einem möglichen Entscheidungsspiel am Sonntagabend (07. Apr um 19.00 Uhr) in heimischer Arena würden die BR Volleys gern aus dem Weg gehen.

Quelle: Christoph Bernier / BR Volleys

Energisch vorgelegt

Das war ein Playoff-Start nach Maß für die Berlin Recycling Volleys. In einem lange Zeit hochklassigen Spiel 1 der Viertelfinalserie gegen die SWD Powervolleys Düren gewannen die Hauptstädter am Freitagabend mit 3:0 (29:27, 25:19, 25:14). 4.562 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle sahen einen dramatischen Auftaktsatz, welchen die Gastgeber drehen konnten und im Anschluss das Heft in die Hand nahmen.

Mit dem „Volleyball-Krieger“ Samuel Tuia, wie ihn der RBB jüngst beschrieb, setzte Cedric Enard auf geballte Emotionen gegen die Powervolleys. Der Franzose sollte zu einem der spielentscheidenden Männer werden. Gemeinsam mit dem Insulaner liefen Moritz Reichert, Benjamin Patch, Sergey Grankin, Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Libero Nicolas Rossard für den Titelverteidiger von Beginn an auf.

Vom ersten Punkt an entwickelte sich ein hochklassiges Match (4:4). Düren trumpfte durch die Bank weg mit richtig gefährlichen Aufschlägen auf, die Berliner stemmten sich mit guten Blockaktionen entgegen. Wenn die Berliner gut servierten, war Dürens Annahme zur Stelle (8:11, 17:17). In der Endphase legten die Gäste dank Routinier Andrae (20:23) vor, aber die Einwechslung von Kyle Russell zum Aufschlag erwies sich als gelungener Schachzug von Enard. Aufschlag – Netzroller – Kocian auf den Kopf – so gelang der Ausgleich (23:23). Vier Satzbälle hatten die BR Volleys aber dennoch abzuwehren, bis Patch Service die Weichen auf Satzgewinn stellte und Gevert die Antenne anschlug (29:27).

Nach allein sieben Blockpunkten im ersten Satz überzeugten die Hauptstädter im zweiten Durchgang mit noch besserem Aufschlag. Allen voran Tuia verzückte die heimischen Fans mit seinen Varianten (7:4). Mitte des Spielabschnitts meldeten sich die kampfstarken Rheinländer aber zurück. An der Andrei-Andrae-Wand kam Patch nicht vorbei (14:14). Gleich viermal innerhalb kürzester Zeit war dann Jendryk im Block zur Stelle, aber auch davon ließen sich die Gäste nicht abschütteln (20:18). Erst als der US-Boy auch noch an der Aufschlaglinie glänzte und diese bis zum Satzgewinn nicht mehr verließ, konnten die knapp 4.600 Fans im Volleyballtempel durchatmen (25:19).

Und auch in Durchgang drei brach Jendryks-Service früh den Dürener Rhythmus. Mit 8:4 ging es in die erste technische Auszeit und nach der Rückkehr auf den Court blockte direkt Tuia zweimal spektakulär. Der Franzose lief nun heiß, servierte wenig später zwei weitere Asse (15:6) und der BR Volleys-Zug war nun nicht mehr zu stoppen. Hauptangreifer Gevert hatten die Hauptstädter nun endgültig entnervt und mit Patch als Topscrorer (14 Punkte) und MVP gewann man den dritten Durchgang souverän (25:14).

Cedric Enard zollte dem Kontrahenten anschließend Respekt: „Es war genau, wie wir es erwartet hatten. Wir haben zwei Sätze benötigt, um diesen richtig starken Gegner zu knacken. Sie haben lange unfassbar gut angenommen, aber im dritten Durchgang haben wir dann die Früchte für unser energisches Spiel geerntet und viele Breakpunkte erzielt. Das gesamte Team war heute klasse, aber speziell Samu ist vorangegangen und hat gezeigt, wie es geht – nämlich mit viel Emotionen. Jetzt heißt es regenerieren, vielleicht das Spiel über die Mitte weiter verbessern und am Mittwoch in Düren den nächsten harten Kampf annehmen.“ Denn der Franzose weiß, dass in dieser „best-of-three“-Serie noch längst nichts entschieden ist. Dennoch haben die Berliner am 03. April (19.00 Uhr in der Arena Kreis Düren) das erste Matchball-Spiel und dank des Erfolgs garantiert einen weiteren Heimauftritt in dieser Saison.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

BR Volleys: Das war schon recht ordentlich

Zum 4. Meisterschaftsspiel kam es im Berliner Volleyball-Tempel zum Aufeinandertreffen der BR Volleys gegen die SVG Lüneburg. Beide Vereine hatten 6 Punkte nach 3 Spielen. Beide hatten bis dahin ein Match verloren, die BR Volleys zum Saisonauftakt in Düren. Das läßt im Meisterschaftsverlauf reparieren.  Wichtig war der Ausgang im Pokal-Achtelfinale, erneut gegen SWD powervolleys Düren. Das einige Nerven gekostet. Eine Pokal-Niederlage wäre nicht reparabel.Die Berliner möchten wieder Pokalsieger werden.

Nach Sätzen lagen die Schützlinge von Trainer Luke Reynolds bereits 0:2 zurück. Sie holten trotzdem den Sieg. Es war der perfekte Start für den Franzosen Pierre Pujol, der übrigens als Nationalspieler mit Frankreich sogar einmal Europameister wurde. Er leitete im Pokal gegen Düren die Wende ein. Die darauf folgenden Meisterschaftsspiele am 18.10. und 1.11. wurden gewonnen, 3:1 gegen TSV Herrsching und 3:0 gegen TV Rottenburg. Tabellenführer ist, wie könnte es auch anders sein, der VfB Friedrichshafen, aktuell nach 4 Spielen mit 12 Punkten und 12:1 Sätzen.

Gegen Lüneburg begann das Team mit Aleksandar Okolic, Steven Marshall, Robert Kromm, Vigrass Graham, Sebastian Kühner, Paul Carroll – Libero Perry Luke im üblichen Wechselspiel. Pierre Pujol durfte sich zunächst die Aktionen wieder von draußen anschauen und die Mannschaft zeigte, dass sie auch ohne ihn punkten kann – den ersten Satz mit 25:20. Bis zur Mitte des ersten Satzes führten allerdings durchweg die Gäste. Die BR Volleys setzen sich dann mit 4 Zählern beruhigend bis 22:18 ab und brachten die 1:0 Satzführung erfolgreich ein.

Der 2. Satz ging mal wieder unnötig 25:27 verloren, obwohl die Hausherren bei 13:9 noch 4 Zähler vorne lagen. Lüneburg glich bei 16:16 aus und ging sogar erstmals in Führung. Mit einem erfolgreichen Dreierblock konnte mit 22:22 wieder Gleichstand erzielt werden. Den ersten Matchball wehrten die BR Volleys ab, 24:24. Den zweiten Matchball der Gäste ebenfalls, 25:25. Der dritte Matchball allerdings bescherte der SVG mit 27:25 den Satzgewinn und damit den 1:1 Satzausgleich.

Im 3. Satz sah es gar nicht gut für die Berliner aus. Anfangs gleich 0:3 Rückstand und die Drei-Punkte-Führung setze sich bis 11:14 fort. Nun wechselte Trainer Luke Reynolds wen ein ? Es kam Pierre Pujol und der Franzose glänzte mit hervorragenden Reflexen. Die BR Volleys gingen mit 17:16 in Führung, mussten zunächst den Ausgleich beim 19:19 hinnehmen. War ihnen die Aufholjagd zu leicht gefallen?  Wieder war es der Franzose, beim 21:19 und beim 22:20, der für die Punkte sorgte. Beim 24:20 verwandelten die Berliner den ersten Satzball zum 25:21, zur 2:1 Führung.

Im 4. Satz wurde die Gegenwehr von Lüneburg gebrochen. Der Hinweis ist wohl angebracht, das Team der Volleys zeigte, wozu es imstande ist. Umkämpft war, mit langem Ballwechsel, das 7:4. Danach lief es vor 4.387 Zuschauern wie am Schnürchen. Alexandar Okolic gelang sogar ein As  zum 20:10. Mit 25:14 ging der 4.Satz zugunsten der Berliner aus.

Die Trainer-Teams wählen aus jeder Mannschaft den wertvollsten Spieler:  Von den BR Volleys wurde die Nr.2 Steven Marshall gewählt.

Christian Zschiedrich

BR Volleys vor dem Saisonstart

Pressekonferenz in luftiger Höhe Foto: Christian Zschiedrich

Zum Saisonauftakt reisen die Volleys nach Düren, am Mittwoch erfolgt der Heimauftakt gegen den TSV Herrsching. Das Spieljahr 2017/18  öffnet für die Volleys mit einigen Unbekannten seine Pforten. Die Saison-Auftakt-Pressekonferenz fand wieder traditionell in luftiger Höhe, 203 Meter über Berlin, im Fernsehturm am Alex statt. Jede neue Saison bringt neue Herausforderungen. Die Erfolge der letzten Jahre haben die Ansprüche gesteigert. Ganz zu schweigen vom internationalen Geschäft. Immerhin schafften die Berliner, sensationell, die Teilnahme am Champions-League-Final-Four 2017. Manager Kaweh Niroomand wollte keine konkrete Zielstellung für die Saison ausgegeben.„Denn wir wissen noch nicht so recht, wo wir stehen“ und Geduld sei gefragt! Auf die Frage wie er die Chancen in der Dauer-Rivalität zu Friedrichshafen einschätzt, kam die Antwort, dass er sich vor den neuerlichen Auseinandersetzungen nicht fürchte. Die 1:3-Pleite gegen Friedrichshafen im Supercup gebe keinen realistischen Vergleich wider.

Man habe jeden Euro dreimal umgedreht und wird mögliche Einsparungen in die Nachwuchsförderung, stecken. Derselben Meinung ist übrigens auch Robert Kromm. Er unterstützt alle Absprachen in diese Richtung. Der Etat beträgt etwas mehr als 2 Millionen. In dieses Konzept soll der neue Coach passen. Der Australier Luke Reynolds ist seit zwei Monaten in Berlin und berichtete viel Positives von der Saisonvorbereitung, Verwies aber auch auf die Schwierigkeiten, was Verletzungen und Abwesenheit von Spielern anbelangte.  Von den 14 Akteuren im Team sind nur sechs Deutsche.

Der Trainer Luke Reynolds, in Melbourne geboren, ist mit 31 Jahren ein sehr junger Trainer. Sein Spieler Robert Kromm, 2,12 m groß, einer der Leistungsträger der Mannschaft, 1984 geboren, ist sogar ein Jahr älter.

Es blieb offen, ob der Kader stärker einzuschätzen ist, als in der letzten Saison. Der Saisonstart wird darauf bereits einige Hinweise geben. Im Lager der BR Volleys überwiegt die Zuversicht, eine gute Saison spielen zu können. In der Formulierung der Saionziele wurde Reynolds deutlicher: „Ziel sei es, mit Power-Volleyball die Meisterschaft und den Pokal zu gewinnen“. Dabei soll ihn demnächst noch ein serbischer Scout unterstützen.

Christian Zschiedrich

Manager Kaweh Niroomand links  Trainer Luke Reynolds rechts Foto: Christian Zschiedrich