Elfter Meistertitel für die BR Volleys

Die BR Volleys haben ihr Meisterstück vollbracht: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:21) gewann der alte und neue Deutsche Meister das dritte Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen. Damit haben die Berliner eine turbulente Saison erfolgreich abgeschlossen und sich den elften Titel der Vereinsgeschichte gesichert.

Während die BR Volleys in diesem dritten Finale aus dem Vollen schöpfen konnten, ging Friedrichshafen arg gebeutelt in das Match. Martti Juhkami und Avery Aylsworth standen nicht im Kader, Nehemiah Mote wurde angeschlagen nur als Libero aufgeboten und Kapitän Dejan Vincic nahm ebenfalls auf der Bank Platz.  Die Vorzeichen sprachen nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag also deutlich für den Hauptstadtclub. Und so eröffnete Sergey Grankin das Finale auch direkt mit einem „Ass für den Nachwuchs“, denn für jeden Berliner Servicewinner spendet Berlin Recycling 100 Euro. Insgesamt fanden aber die Gastgeber etwas besser ins Spiel und diktierten die Anfangsphase unter anderem mit einem Block gegen Samuel Tuia (5:8). Aber der gebürtige Insulaner ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und servierte bereits das dritte Berliner Ass zum Ausgleich (12:12). Der VfB brachte die Hauptstädter in Zugzwang (14:17), bis Benjamin Patch den Finger gnadenlos in die VfB-Annahme-Wunde hielt. Eine Aufschlagserie des Amerikaners (inklusive drei weiteren Assen) katapultierte die BR Volleys zu einer 23:17-Führung. So konnte Tuia wenig später den ersten Satzgewinn für die Männer in Schwarz erschmettern (25:21).

Mit dem Gewinn des Auftaktdurchgangs hatten die Berliner das Zepter in der Zeppelin-Halle übernommen. In Satz zwei führte die Mannschaft von Cedric Enard durchgängig und wieder war es Patch, der das nächste Ausrufezeichen (diesmal per Singleblock) setzte (14:9). Friedrichshafen war dem Aufschlagdruck der Gäste ohne wichtige Wechseloptionen nicht konstant gewachsen und so blieben die BR Volleys das dominierende Team (19:13, 22:15). Satz zwei durfte Cody Kessel per Angriff die Linie herunter in trockene Tücher packen (25:18). Wie schon in Spiel zwei folgte auch diesmal das Aufbäumen des nie aufsteckenden VfB, bei dem nun Spielführer Vincic auf der Platte stand (10:12, 12:15). Aber der Titelverteidiger blieb selbstbewusst und hatte diesmal in Anton Brehme die nötige Power von der Serviceline (18:17). Der eingewechselte Denys Kaliberda hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Berliner sich drei Matchbälle erspielten (24:21) und den letzten Punkt der Saison 20/21 setzte Linus Weber zum grenzenlosen Berliner Jubel ins Aus (25:21).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin einfach überglücklich, mit diesem Team nach dieser schwierigen Saison Deutscher Meister zu sein. Wir haben uns im ersten Spiel dieser Serie zurückgekämpft und es danach zwei Spiele brillant durchgezogen.  Jetzt wird gefeiert und dann werden die Füße hochgelegt.“
Cody Kessel: „Mir fehlen die Worte. Ich spiele jetzt fünf Jahre in der deutschen Liga und bin endlich Champion. Ich bin überzeugt, wir hätten uns auch im letzten Jahr diesen Titel geholt, und deshalb fühlt es sich wie ein doppelter Lohn an. Wir haben gute Netzhoppers, ganz starke Dürener und am Ende den bis zu diesem Finale dominanten VfB besiegt. Wir dürfen stolz auf uns sein. Wir hätten all das so gern mit unseren Fans durchlebt. Aber ich hoffe, wir konnten ihnen heute etwas zurückgeben.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 18 Punkte, 4 Asse, 2 Blocks | Kessel 8 Punkte, 2 Blocks | Tuia 7 Punkte

Quelle: BR Volleys

Überzeugend zur 2:0-Führung

Mit einem ebenso konzentrierten wie selbstbewussten Heimauftritt haben sich die BR Volleys in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen 2:0-Vorsprung erspielt. In der Max-Schmeling-Halle wiesen die Berliner den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:23) in die Schranken und sind nun noch einen Sieg vom elften Titelgewinn entfernt. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Hauptstädter am Donnerstag (15. Apr um 18.00 Uhr) in Friedrichshafen ihr erstes Matchball-Spiel.

Außenangreifer Cody Kessel hatte sich mit seinem starken Auftritt am Bodensee einen Startplatz für Spiel zwei verdient und ersetzte in der Startformation Timothée Carle. Auch Gästecoach Michael Warm gab seiner Starting-Six mit David Fiel und Martti Jukhami zwei neue Impulse. Anders als noch beim Auftaktspiel am Bodensee waren die BR Volleys dieses Mal aber von Beginn an gut im Spiel. Während sowohl Grankin als auch Vincic sehr darauf bedacht waren, das schnelle Spiel über die Mittelblocker zu etablieren, wog der Auftaktdurchgang direkt hin und her (6:4, 8:9, 14:13).  Ein Ass von Benjamin Patch brachte den Männern in Orange zur Crunchtime das wichtige Break ein (21:19) und dieses verteidigten Grankin & Co, bis Éder den Block zum Satzball setzte (25:22).

Dieser erste Satzgewinn war ein Wirkungstreffer auf Häfler Seite und die Hauptstädter gaben im nächsten Durchgang früh den Ton an. Angeführt vom verlässlich punktenden Patch gab Berlin den Takt vor (7:4, 12:7). Mit einem bestens eingestellten Block machte man den Friedrichshafenern das Leben schwer, so stand der Dreierblock auch gegen den eingewechselten Rares Balean (18:12). Grankin wickelte den Ball zum Ass auf den vierten Meter ein (22:15) und Samuel Tuia beendete Satz zwei per Hinterfeldangriff aus dem Lehrbuch (25:17).

Die BR Volleys erlaubten sich weiter wenig leichte Fehler, doch der VfB bäumte sich in Satz drei noch einmal auf (4:6). Die Mannschaft von Cedric Enard blieb ruhig und konnte dann in Person des späteren MVP Éder wieder zulegen. Ein weiterer Block des Brasilianers brachte die Berliner wieder in die Spur (12:8) und nach einer Aufschlagserie des “Altmeisters“ war eine Vorentscheidung gefallen (17:10). Friedrichshafen hatte im Zuspiel zu Joseph Worsley gewechselt, aber die BR Volleys machten auch davon unbeirrt weiter (19:14, 23:17). Nach gutem Service von Worsley bekamen die Hausherren dann aber doch noch einmal Nervenflattern (24:23), bis ein Fehlaufschlag des US-Amerikaners die Berliner schließlich erlöste (25:23). Michael Warm wählte als logische Konsequenz Éder zum MVP, während Cedric Enard Linus Weber mit MVP-Silber auszeichnete.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war eine sehr geschlossene Teamleistung. Ich fand insbesondere unsere Blockarbeit heute sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Genau dort weiterzumachen, wo wir Donnerstag aufgehört haben. Das Spiel war vielleicht weniger emotional, weil wir immer die Kontrolle hatten und es weniger strittige Situationen gab.“
Kaweh Niroomand: „Das war heute eine richtig gute, konzentrierte Leistung. Wir haben in allen Elementen Druck gemacht. Es fällt schwer, aus dieser hervorragenden Teamleistungen jemanden hervorzuheben, aber Sergey hat das Spiel erstklassig gelenkt. Er hat die Last von Bens Schultern genommen und perfekt verteilt. Dazu ist die “Kampfsau“ Samuel Tuia einfach nicht zu ersetzen. Wir haben heute Donnerstag veredelt, aber das ist nichts wert, wenn wir nun nicht auch dieses Spiel veredeln.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 15 Punkte, 3 Ass | Éder 12 Punkte, 4 Blocks | Cody Kessel, 11 Punkte, 2 Blocks

Christof Bernier

Zehnter Finaleinzug in Serie perfekt

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys stehen zum zehnten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft. In einem letzten, unheimlich intensiven Halbfinale bissen sich die Hauptstädter erneut mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) gegen starke SWD powervolleys Düren durch. Nun wartet in der Finalserie einmal mehr der VfB Friedrichshafen auf die Berliner um den brasilianischen MVP des Abends, Éder Carbonera (13 Punkte, 4 Asse).

Der Finaleinzug ist perfekt – Freude bei Cody Kessel und Samuel Tuia
Foto | Credit: Florian Zons

Jedem war klar, dass diese Serie zwischen Düren und Berlin auch in Spiel drei noch einmal Volleyball auf Spitzenniveau bieten würde. Die Anspannung in diesem Halbfinal-Showdown war von Beginn an greifbar und die Gastgeber münzten diese zuerst in positive Energie um (1:4). Ein erstes Éder-Ass brachte dann aber Schwung ins Berliner Spiel (4:4, 8:7). Jedoch ließ die Dürener Antwort nicht lange auf sich warten und nach einem Ass von Sebastian Gevert zogen die Hausherren im ersten Satz auf 11:16 davon. Wieder musste erst Éder zum Aufschlag kommen, um die BR Volleys in den Satz zurückzubringen (15:16). Dennoch setzte Cedric Enard mit der Einwechslung von Cody Kessel einen neuen Impuls. Die ersten zwei Chancen, den Auftaktsatz zu gewinnen, hatten die Powervolleys, aber Patch servierte das wichtige Ass zum Ausgleich (24:24). Mit einem krachenden Single-Block gegen Tobias Brand brachte schließlich Kapitän Sergey Grankin höchstselbst sein Team auf die Siegerstraße in Satz eins (27:25).

Der Anfangsphase von Durchgang zwei drückte Routinier Björn Andrae seinen Stempel auf (2:6). Grankin zog nun vermehrt die Option des Schnellangriffs über Anton Brehme und servierte dazu auch noch stark, sodass die Hauptstädter schnell den nächsten Rückstand egalisierten (10:10). Das dritte Èder-Ass des Abends bescherte den Berlinern die 13:12-Führung und das Break-Festival in der Dürener Arena ging weiter. Beide Mannschaften hielten den Aufschlagdruck hoch (18:15, 22:19) und am Ende verwertete der gut aufgelegte Kessel den Satzball zur 2:0-Führung (25:21).

Nach dem nächsten guten Dürener Start machte Grankin deutlich, dass er gern in drei Sätzen ins Finale einziehen wollte. Erst setzte der Russe den nächsten Single-Block (7:5), dann stopfte er den zweiten Ball ins Dürener Feld (9:6) und legte auch noch ein Ass nach (11:7). Allerdings gaben die selbstbewussten Rheinländer keineswegs auf und so wog das Match weiter hin und her (12:13, 19:18, 21:23). Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, weil sich schließlich Düren für den großen Aufwand belohnte (22:25). Der Satzverlust brachte die BR Volleys aber nicht von ihrem Kurs ab. Mit weiter hohem Aufschlagdruck – exemplarisch dafür standen die Asse von Youngster Brehme (6:5, 16:11) – blieb man auf Finalkurs. Dann hatte Gevert wieder Grund, seine Freude herauszuschreien, denn erneut kamen die Rheinländer zurück (17:17). Den immens wichtigen Block gegen den chilenischen Nationalangreifer setzte dann Brehme (22:19) und den dritten Berliner Matchball eines ebenso intensiven wie hochklassigen Duells verwandelte Cody Kessel zum umjubelten Finaleinzug (27:25).

Stimmen zum Spiel
Éder: „Diese Serie hat ihr würdiges, hochemotionales Ende gefunden. Nach dem ersten Spiel war uns klar, wie schwer ein Comeback werden würde. Der Sieg am Mittwoch hat uns unheimlich Selbstvertrauen gegeben. Wir haben wieder an uns geglaubt und sind in dieser Serie als Mannschaft gewachsen. Jeder hat in den anderen vertraut und das war heute der Schlüssel zum Sieg.“
Cody Kessel: „Dieser Sieg fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben als Team viele schwierige Momente in dieser Saison überstanden. Mir fehlen schon etwas die Worte. Wir haben gegen eine unglaublich starke Dürener Mannschaft gespielt, die uns über drei Matches alles abverlangt hat. Auch sie dürfen stolz auf dieser Serie sein, auch wenn das vielleicht noch ein paar Tage dauern wird. Unsere Freude ist riesig, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat und wir jetzt das Finale gegen Friedrichshafen spielen dürfen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Denys Kaliberda, Robin Baghdady, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 19 Punkte | Éder 13 Punkte, 4 Asse, 78 % Angriffsquote | Anton Brehme 12 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem überzeugenden 3:0-Auswärtssieg (25:16, 25:21, 25:20) sind die BR Volleys am Mittwochabend, 10. Mrz in die Playoffs 2021 gestartet. Damit trennt die Hauptstädter im Berlin-Brandenburg-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee noch ein weiterer Erfolg vom Halbfinale. Die erste Gelegenheit, diesen einzufahren, hat die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard am Dienstag (16. Mrz um 19.30 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle.

Die BR Volleys gingen in der zu erwartenden Playoff-Besetzung in dieses erste Viertelfinale. Im Block war Youngster Anton Brehme, der wie viele seiner Nebenmänner gegen Herrsching noch eine Pause bekam, zurück und sofort sehr präsent. Die Berliner Block-Abwehr ließ wenig Angriffe des Heimteams auf den Boden und Asse von Éder (5:2) und Timothée Carle (13:7) standen exemplarisch für den hohen Aufschlagdruck der Gäste. Die BR Volleys zeigten die nötige Zielstrebigkeit, die es in den Playoffs braucht und gaben keinen Deut nach. Patch legte ein weiteres Ass nach (18:10) und der Auftaktsatz ging mit 25:16 an die Hauptstädter.

Nach einem Patch-Block gaben die Männer in Orange auch in Satz zwei früh den Ton an (6:3). Headcoach Christophe Achten reagierte auf Netzhoppers-Seite mit den Einwechslungen von Außenangreifer Karli Allik und dem gerade erst vom VCO nachverpflichteten Diagonalen Filip John, der den Vorzug gegenüber James Jackson erhielt. John brachte sich ausgesprochen gut ein, doch auf der anderen Seite machte vor allem Tim Carle ein starkes Spiel. Als sein Powertipp zum vermeintlichen 15:9 weggepfiffen wurde, gab er direkt die krachende Antwort (15:10). Die Gastgeber meldeten sich mit zwei Blockpunkten zurück (18:16), aber Kapitän Grankin & Co revanchierten sich ebenfalls umgehend per Block (21:17). Folgerichtig durfte Coach Enard an der Seitenlinie auch den zweiten Satzgewinn bejubeln (25:21).

Obwohl die Brandenburger nun deutlich besser im Spiel waren, brachte Éder die Annahme der Gastgeber in Nöte (12:8). Den Ballwechsel des Tages verbuchten allerdings die Netzhoppers für sich und sendeten ein eindrucksvolles Lebenszeichen zum 12:11-Zwischenstand. Dann machte erneut der spätere MVP und Topscorer Carle in Aufschlag und Angriff den Unterschied (18:13). So verwandelte wenig später Benjamin Patch den ersten Matchball (25:20) für den Drittplatzierten der Hauptrunde und bescherte seinem Team die 1:0-Führung in der „best of three“-Serie.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Heute haben alle Elemente gut funktioniert und wir haben uns keine Schwächephasen erlaubt. Man hat von Beginn an gesehen, dass wir gut auf den Gegner eingestellt waren. Dazu war Tim überragend. Wenn wir am Dienstag an diese Leistung anknüpfen, sind unsere Chancen auf das Halbfinale groß.”
Benjamin Patch: „Wir haben guten Volleyball gespielt und von Beginn an war die Stimmung auf dem Spielfeld positiv. Aufschlag und Block waren so, wie wir es brauchen. Mit gleicher Energie wollen wir das Rückspiel angehen, aber weiter von Schritt zu Schritt denken.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel

Topscorer
Carle 16 Punkte | Patch 12 Punkte, 3 Blocks | Éder 8 Punkte, 2 Asse, 71 % Angriffsquote

Nächste Spiele
16. März | POV 2 | BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee
(17. März | POV 3| BR Volleys vs. Netzhoppers KW-Bestensee – wenn nötig)

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BR Volleys – Auftaktsieg in der Champions-League

Dieser Sieg war für die BR Volleys dringend nötig, um ihre Chance auf das Erreichen des Viertelfinals der CEV Champions League 2021 zu wahren: Am Dienstagabend, 09. Feb. gewannen die Berliner dank einer der besten Saisonleistungen 3:0 (25:19, 25:20, 25:13) gegen Ach Volley Ljubljana. Die Mannschaft von Cheftrainer Cedric Enard hat mit nun zwölf Punkten zwar den zweiten Platz in der Gruppe C gesichert, muss aber in den kommenden Tagen noch auf den Quervergleich zu den anderen Gruppen schauen. Jedes Rechenspiel könnten die Hauptstädter morgen (10. Feb. um 14.00 Uhr) nur mit einem Sensationserfolg gegen Zenit Kasan beenden.

Die BR Volleys schlugen beim ersten Spiel im russischen Kasan zwar mit der identischen Startformation wie zuletzt in der Bundesliga in Frankfurt auf, wollten jedoch ein ganz anderes Gesicht zeigen. Vor diesem Match gegen den slowenischen Serienmeister aus Ljubljana war klar: Nur ein Sieg mit der vollen Ausbeute von drei Punkten würde die Berliner weiter vom Einzug in das Viertelfinale träumen lassen. Mit diesem Wissen boten Sergey Grankin & Co von Beginn an eine starke Leistung. Nicht nur, dass die Männer in Schwarz dem Gegner dank ihrer soliden Block-Abwehrarbeit das Leben im Angriff schwer machten, auch der Service kam diesmal ebenso konstant wie druckvoll. Schon früh (6:2) nahm der slowenische Headcoach Matija Plesko seine erste Auszeit, doch nur wenig später hatte Grankin bereits das vierte Ass der Hauptstädter aufgeschlagen (16:10). Der stark aufspielende Renan Michelucci blockte seine Farben zu sieben Satzbällen (24:17) und verwandelte den dritten selbst zur 1:0-Satzführung (25:19).

Seinem Partner im Mittelblock, Anton Brehme, der zuletzt häufig mit seinem Aufschlag haderte, bekam die eiskalte, russische Luft offenbar. Zwei Asse servierte der Youngster im Satz zwei zur Berliner Führung (9:7). Ljubljana war zwar nun besser in der Partie, aber der zehnmalige Deutsche Meister blieb konzentriert. Auch wenn nicht alle Chancen genutzt wurden, spielte Regisseur Grankin seine Mitspieler immer wieder blockfrei (20:16). Der Russe bediente Brehme auch zum zweiten Satzgewinn mustergültig (25:20). Block (Michelucci und Patch) sowie Aufschlag (Grankin und Tuia) sorgten auch in Satz drei für direkte Punktgewinne und die nächste schnelle Führung (8:2). Die „Orange Dragons“ hatten zu diesem Zeitpunkt schon im Diagonalangriff, Außenangriff und Mittelblock gewechselt, doch auch davon ließ sich das Team von Coach Cedric Enard nicht beirren. Samuel Tuia legte im Block nach (13:6, 15:7) und der so wichtige Erfolg wurde konsequent ins Ziel gebracht (25:13).

Sollte morgen gegen Gastgeber Zenit Kasan die Sensation ausbleiben, müssen die BR Volleys einer von drei besten Gruppenzweiten werden. Mit nun zwölf Punkten und 12:3 Sätzen hat man aktuell erst eine von fünf Gruppen (Pool E) hinter sich gelassen. Eine weitere muss noch hinzukommen.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung. Das komplette Team hat gut gespielt. Vielleicht war es das beste Match, das ich persönlich im BR Volleys Trikot absolviert habe. Endlich hat mein Aufschlag mal wieder funktioniert – wie auch bei allen anderen. Wir können morgen befreit aufspielen und dann ist gegen den Favoriten hoffentlich etwas für uns drin.“
Benjamin Patch: „Dieser Erfolg war sehr wichtig. Wir haben die Unterstützung unserer Fans daheim gespürt und durften endlich auch mal wieder vor Zuschauern spielen. Es war ein guter Tag, ein gutes Spiel, aber wir wollen das auch morgen gegen Kasan zeigen. Dafür ruhen wir uns jetzt aus.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Adam Kowalski/Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Bitterer Rückschlag in Frankfurt

Am Samstagabend, 6. Februar mussten sich die BR Volleys in fünf Sätzen auswärts den United Volleys Frankfurt mit 2:3 (25:21, 25:20, 23:25, 23:25, 10:15) geschlagen geben. Durch die Niederlage am Main rückten die in Königs Wusterhausen siegreichen Dürener bis auf einen Punkt an die Hauptstädter heran und haben sogar noch ein Spiel weniger. Vor dem am Dienstag gegen Ljubljana startenden Champions-League-Turnier offenbarte das Berliner Spiel viele Baustellen, die nun zügig geschlossen werden müssen.

Personell unverändert zum guten Auftritt gegen Bühl gingen die BR Volleys die Aufgabe in der Frankfurter Fraport Arena an. Die Berliner sahen sich einem druckvollen Start des Heimteams gegenüber und liefen in den Sätzen eins und zwei jeweils früh Rückständen hinterher. Aber das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Reaktion stimmten: Im ersten Satz brachten Aufschlagserien von Benjamin Patch und Samuel Tuia entscheidende Impulse (4:8, 15:16, 19:21, 24:21), im zweiten Satz war es der stabile Block um Renan Michelucci (insgesamt 8 Blockpunkte des Brasilianers), der den Unterschied ausmachte (6:8, 22:18). Gegen hoch motivierte Hessen verwandelte beide Male Tim Carle zum Satzgewinn und zur 2:0-Führung der Männer in Orange (25:21, 25:20)

Ungeachtet der Anlaufschwierigkeiten wähnten sich die Hauptstädter also auf einem guten Weg, doch im dritten Durchgang wuchs der Rückstand erneut schnell an (6:8, 10:15). Trotz der Hereinnahme von Denys Kaliberda (12:17) und guter Abwehraktionen vom zum Aufschlag ins Spiel gekommenen Pierre Pujol (13:20, 19:21) war Satz drei nicht mehr zu drehen. Frankfurt belohnte sich für ein couragiertes Spiel mit dem ersten Satzgewinn (23:25). Anders als in den Durchgängen zuvor konnte sich im vierten Spielabschnitt kein Team entscheidend absetzen. Kaliberda blieb auf dem Court und gab der Mannschaft von Coach Enard zunächst Sicherheit in der Annahme (12:12, 19:19). Aber der Tabellenvierte hatte das bessere Ende für sich: Baxpöhler blockte im Duell der Nationalspieler Anton Brehme (19:21), Patch patzte im Angriff (21:24) und wenig später stand es 2:2 (23:25).

Die Verunsicherung auf Berliner Seite wuchs, gleichzeitig mussten die Hausherren ihren verletzten Außenangreifer Quiroga im Tiebreak ersetzen. Aber die Youngster Reinhardt und Hüger machten ihre Sache sehr gut und die eigentlich erfahrenen BR Volleys verloren völlig den Faden (4:8). Deutlich zu viele Fehler sorgten für eine frühe Entscheidung (5:12) und am Ende mussten sich Kapitän Sergey Grankin und seine Mitspieler guten Hessen verdientermaßen geschlagen geben (10:15). Nun reist das Enard-Team noch in der Nacht zurück nach Berlin und begibt sich Montagfrüh auf die Reise nach Kazan.

Stimme zum Spiel
Renan Michelucci: „Wir müssen einfach mehr wollen und härter um den Sieg kämpfen. Dieses Spiel hat es wieder gezeigt: Wir bekommen nichts geschenkt. Es war an uns, dieses Match früher zu entscheiden, stattdessen haben wir Frankfurt die Rettungsweste hingeworfen. Ich glaube, jeder ist heute angefressen und das mit Recht. Wir müssen diesen Spielverlauf besprechen und schon am Dienstag vieles besser machen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Adam Kowalski/Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 23 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks
Renan Michelucci 16 Punkte, 8 Blocks
Samuel Tuia 14 Punkte, 70 % positive Annahme

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Revanche gegen die Bisons geglückt

Das war ein gelungener Volleyball-Nachmittag: Die BR Volleys siegten am Sonntag gegen die Volleyball Bisons Bühl souverän mit 3:0 (25:22, 25:19, 25:20) und sicherten sich so drei wichtige Punkte im Kampf um den zweiten Rang in der Tabelle. Vor dem zweiten Turnier in der Champions League in neun Tagen konnte das Team Selbstbewusstsein tanken, zum MVP wurde Timotheé Carle gekürt, der als Topscorer mit 20 Punkten überzeugte.

Das Ziel für die Partie gegen die Gäste aus Bühl war klar: Die Berliner wollten sich für die schmerzhafte Niederlage im Hinspiel revanchieren und vor allem den zweiten Platz in der Tabelle festigen. Dafür bot Coach Cedric Enard Benjamin Patch und Samuel Tuia wieder in der Startformation auf. Und es entwickelte sich direkt ein munteres Spiel, in dem beide Zuspieler häufig ihre Mittelblocker suchten, die das mit hoher Angriffseffizienz belohnten (8:6). Zwar fehlte den Teams noch der Druck im Aufschlag, sie waren dafür aber in der Abwehr aufmerksam (17:16). Am Ende machte der Angriff der BR Volleys den Unterschied: Starke 69 Prozent der Zuspiele verwandelten Anton Brehme, Patch und Co. in Punkte. Patch blieb es auch überlassen, den zweiten Satzball zur 1:0-Führung zu verwerten (25:22).

Ein Block gegen Patch markierte die nun starke Anfangsphase der Bühler im zweiten Durchgang (1:5). Die Hauptstädter fanden erst, nachdem Enard seine Männer zur Besprechung gerufen hatte, eine gute Antwort (6:7). Mit einem Angriff von Timotheé Carle gingen die BR Volleys erstmals in Führung, er ließ kurze Zeit später auch das erste Ass auf Berliner Seite folgen (13:11). Patch fand auch in schwierigen Situationen gute Lösungen und ein Block von Carle sorgte für die Vorentscheidung (19:15). Es lief nun im Spiel des Hauptstadtclubs, der Satzball von Brehme war da nur noch Formsache (25:19).

Während auf Berliner Seite im dritten Durchgang auch Denys Kaliberda Einsatzzeit bekam, machte sich bei Bühl das Fehlen des wertvollsten Spielers, Tomas Lopez, vor allem im Angriff schmerzlich bemerkbar (3:1). Der Einsatz stimmte aber, so boten beide Teams weiter schöne Ballwechsel (15:14). Während Michelucci seine Einsatzchance zu nutzen wusste (19:15), feierte der Franzose Kevin Le Roux sein Pflichtspieldebüt für die BR Volleys. Großen Einfluss nahm er nicht mehr, denn schon kurze Zeit später machten der MVP Carle den letztlich ungefährdeten Sieg perfekt (25:20).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Wir haben im Training Gas gegeben, um die Niederlage gegen Friedrichshafen aus dem Kopf zu bekommen. Es ist wichtig, dass wir gewonnen haben, aber vor allem haben wir im Vergleich zu Mittwoch viel besser in Annahme und Angriff gespielt. Wir hatten Spaß auf dem Court, diese Emotionen brauchen wir. Wir sind jetzt auf einem guten Weg, mit noch einer Trainingswoche und dem Spiel gegen Frankfurt werden wir gut gewappnet für die Champions League sein.“

Cedric Enard: „Wir brauchen diese Spiele, um unseren Rhythmus und die Aggressivität zu finden. Im Angriff haben Ben und Tim ein sehr gutes Spiel gezeigt, aber wir haben auch gesehen, dass wir in der Annahme noch konstanter werden müssen. Denys braucht Einsatzzeit, Samu ist auch noch nicht wieder soweit, über ein ganzes Spiel gehe0 zu können. Heute war das schon ein Schritt in die richtige Richtung, bis Frankfurt liegt jetzt eine ganze Trainingswoche vor uns. Wir werden regenerieren und dann weiter an uns arbeiten.“

Stefan Thiel (Bühl): „Berlin hat verdient gewonnen, sie werden von Spiel zu Spiel stärker. Wir müssen unsere Chancen aus der Abwehr besser nutzen, sonst wird es gegen so ein Team sehr schwer. Man hat heute gemerkt, dass uns Tomas Lopez fehlt, er ist eine wichtige Stütze für uns. Jetzt gilt es, gegen unsere direkten Konkurrenten Siege zu sammeln, um die Playoffs zu erreichen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Sergej Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Adam Kowalski/Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Pierre Pujol, Cody Kessel, Denys Kaliberda, Kevin Le Roux

Topwerte
Carle 20 Punkte (65% Angriffsquote), 2 Asse, 3 Blocks
Patch 17 Punkte (71% Angriffsquote)
Michelucci 7 Punkte (80% Angriffsquote), 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Dramatischer Pokalabend mit bitterem Ende

2:0-Führung, den Matchball auf der Hand gehabt und dennoch gehen die Berlin Recycling Volleys am Ende als Verlierer vom Court: Nach über zwei Stunden Spielzeit steht letztlich eine 2:3-Niederlage (25:22, 25:23, 24:26, 18:25, 13:15) der Berliner im Pokal-Viertelfinale gegen die Netzhoppers KW-Bestensee. Während die Gäste einmal mehr wahre Comeback-Qualitäten bewiesen, ist es für die Hauptstädter das dritte schmerzhafte Pokal-Aus in vier Jahren. Benjamin Patch trug im Angriff die Hauptlast und sammelte 35 Punkte, für die Gäste scorten MVP Dirk Westphal und Johannes Mönnich am häufigsten (19 Punkte).

Mehr Druck im Angriff, eine stabilere Block-Feldabwehr und mehr Kampfgeist: Das waren die Hausaufgaben, die Coach Cedric Enard seinem Team für dieses „Do or Die“-Spiel mitgegeben hatte. Dabei musste der Hauptstadtclub weiter auf Timothée Carle verzichten, auch Sergey Grankin war noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Im Mittelblock rückte Anton Brehme erstmals wieder in die Startformation der Berliner und zunächst gelang es den Männern in Orange auch, die Vorgaben Enards solide umzusetzen (11:6). Weil sich danach aber Schwierigkeiten in der Annahme und im Angriff einschlichen, wurde es im ersten Satz noch einmal eng (19:19). Am Ende war es Diagonalangreifer Benjamin Patch, der die Kohlen aus dem Feuer holte (25:22). Ein ähnliches Bild bot sich am zweiten Durchgang: Die BR Volleys gingen früh in Führung, die Netzhoppers kamen dank erhöhtem Aufschlagdruck zurück ins Spiel (21:21). Verlass war zum Satzende aber erneut auf Patch, der weiterhin viel Verantwortung bekam und den Satzball verwandelte (25:23).

Auch wenn die 2:0-Führung auf der Anzeigetafel stand: Zufrieden waren die Hausherren mit ihrem Spiel bei Weitem nicht. Im dritten Durchgang gelang es den Netzhoppers nun, das auch zu bestrafen, und das auf die aus Berliner Sicht denkbar bitterste Art und Weise: Angeführt von einem nervenstarken Dirk Westphal wehrten die Gäste zwei Matchbälle ab und nutzten ihrerseits gleich die erste Chance zum Anschluss (24:26). Schon im Achtelfinale hatten die Brandenburger enorme Comeback-Qualitäten bewiesen (3:2 gegen Düren nach 0:2-Rückstand) und daran schlossen sie nun an (9:13). Die BR Volleys verloren völlig den Faden und die Netzhoppers brachten den Durchgang dank starkem Service souverän nach Hause – „als hätte es die ersten beiden Sätze nie gegeben“, wie Experte Georg Klein es treffend formulierte (18:25).

Cedric Enard ließ nun Routinier Eder für Brehme auf dem Feld, sah aber zunächst, wie seine Mannschaft auch im Tiebreak schnell ins Hintertreffen geriet (2:5). Nach guten Aufschlägen und zwei Blockpunkten war die Anspannung förmlich mit den Händen greifbar und ein Ass von Tuia ließ die Berliner wieder hoffen (11:11). Der Einsatz stimmte nun, das Problem war nur: Die Netzhoppers blieben selbstbewusst und machten es besser. Ein Block gegen Benjamin Patch besiegelte das frühe Pokalaus und machte den Derbysieg für die Gäste perfekt (13:15).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Wir konnten im dritten Satz den Sack nicht zumachen, da fehlte etwas das Glück. Danach sind wir im Angriff nicht mehr durchgekommen und haben weiterhin nicht gut aufgeschlagen. Wenn wir einen Satz verlieren, fehlt uns oft die Energie. Wir müssen lernen, den Kopf oben zu behalten. Das ist uns heute nicht gelungen.“

Dirk Westphal: „Die Breite unseres Kaders war heute das Geheimrezept. Gegen Düren waren auch schon die Wechsel entscheidend, heute hat uns Karli mit seinen Aufschlägen gerettet. Uns fehlte immer frischer Wind von der Bank, das ist dieses Jahr anders. Vom Pokalfinale wollen wir nicht träumen, das ist verschwendete Zeit. Wir müssen jedes Spiel voll angehen, um zu gewinnen. Eine durchschnittliche Leistung reicht in der Bundesliga oder dem Pokal nicht aus. Gerade jetzt dürfen wir nicht glauben, dass wir alle schlagen, nur weil wir gegen die BR Volleys gewonnen haben. Herrsching oder Giesen müssen erst einmal besiegt werden.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski, Robin Baghdady, Èder Carbonera

Topwerte
Patch 35 Punkte, 3 Blocks, 1 Ass | Michelucci 11 Punkte, 4 Blocks | Tuia 11 Punkte, 2 Asse

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Schwierige Auswärtsaufgabe vor Geisterkulisse

Dem glühenden Volleyballfan kann bei dem Gedanken durchaus schaudern: Am morgigen Halloween-Abend (31. Okt um 20.00 Uhr) bestreiten die BR Volleys ihr erstes Geisterspiel der Vereinsgeschichte. Kapitän Sergey Grankin & Co wollen in der Großsporthalle Bühl dennoch das nötige Feuer entfachen und gegen gut in die Saison gestartete Volleyball Bisons möglichst den dritten Bundesligasieg einfahren.

Die Nachricht über den Ausschluss des Publikums im Monat November traf die BR Volleys in dieser Woche hart, unabhängig davon stand für das Auswärtsmatch in Bühl bereits fest, dass dieses vor leeren Tribünen stattfinden wird. Das örtliche Gesundheitsamt hatte die Entscheidung aufgrund der hohen Infektionszahlen schon am Dienstag getroffen. Von diesen besonderen Umständen wollen sich die Berliner allerdings nicht irritieren lassen und ihre gute Frühform bestätigen. „Bühl besitzt in dieser Saison eine sehr ausbalancierte Starting-Six und ist in allen Bereichen stark besetzt. Nicht von ungefähr hat die Mannschaft beim Saisonstart in Lüneburg verdient 3:1 gewonnen und auch in der Vorbereitung überzeugt“, findet BR Volleys Cheftrainer Cedric Enard lobende Worte für den Kontrahenten. Besonders auffällig waren beim Bundesligaauftakt die Außenangreifer Tomas Lopez (ARG, 23 Punkte) und Niklas Kronthaler (AUT, 19 Punkte), der im Sommer von den AlpenVolleys zu den Bisons wechselte.

Der Bühler Kader ist mit aktuell zehn lizenzierten Spielern für eine hoffentlich lange Bundesliga-Saison zwar nicht allzu groß, „aber das verändert für uns momentan überhaupt nichts“, mahnt Enard und ergänzt: „Jetzt ist das komplette Team einsatzfähig und offenkundig gut drauf!“ Wie gefährlich es in Baden für die Berliner werden kann, bewies das letzte Aufeinandertreffen unmittelbar vor dem ersten Corona-Lockdown im März. Im vierten Durchgang drehten die BR Volleys mit großem Kampfgeist einen 21:24-Rückstand und wendeten auf diese Weise die Entscheidung im Tie-break ab.

Einen Auswärtserfolg streben die Hauptstädter auch diesmal an, wobei Coach Enard von seiner Mannschaft dieselbe Einstellung wie beim deutlichen 3:0-Sieg in Unterhaching erwartet: „Wir sind dort mit der nötigen Einstellung angetreten. Man kann einen Gegner nicht mehr wertschätzen, als auch bei klarer Führung volle Konzentration an den Tag zu legen. Jetzt gegen Bühl wird die Aufgabe um einiges schwieriger, daher muss die Herangehensweise in der Konsequenz exakt die gleiche sein!“

Das Match in Bühl wird eine harte Probe und da ist es gut, dass sich die Personallage beim DVV-Pokalsieger zumindest auf der Diagonalposition entspannt. Benjamin Patch konnte in dieser Woche wieder voll mit der Mannschaft trainieren und ist einsatzfähig. Auf seine beiden Youngster Robin Baghdady (Wadenverletzung) und Anton Brehme (Kniebeschwerden) muss Enard allerdings weiterhin verzichten. „Es wäre fahrlässig, hier ein Risiko einzugehen und damit den Genesungsprozess zu gefährden“, erklärt der französische Headcoach. Ohnehin waren die Außenangreifer und Mittelblocker des Hauptstadtclubs, ganz gleich wer von ihnen zum Einsatz kam, bisher bestens aufgelegt. Allen voran der Franzose Timothée Carle wusste stets zu überzeugen. Der 24-Jährige zählt übrigens seit dieser Woche zur neuen “BR Volleys Lerngruppe“. Einige Spieler und das Trainerteam nahmen erstmals Deutschunterricht bei einem Fan und sind gewillt, ihre Sprachkenntnisse nun wöchentlich zu verbessern. „Vorerst finden die Ansagen aber weiterhin in Englisch statt, es soll ja bei einem so wichtigen Spiel nichts verloren gehen“, will Enard, dass beim Geisterspiel in Bühl auch sprachlich nichts auf der Strecke bleibt.

Nachdem der App-Chat mit Anton Brehme während des Duells gegen Unterhaching von den Usern sehr gut angenommen wurde, wird das Format zu diesem Auswärtsspiel gegen Bühl fortgesetzt. Dieses Mal ist Robin Baghdady am Samstag ab 19.00 Uhr bereit für Fragen aus der App-Community. Den Chat findet man direkt im Match-Center zum Bühl-Spiel.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Gelungenes Comeback im Volleyballtempel

Zurück in der Volleyball-Bundesliga, zurück vor heimischem Publikum: Rund 800 Fans bejubelten zum Heimauftakt am Samstag (17. Okt) einen 3:0-Erfolg (25:22, 25:16, 25:23) der Berlin Recycling Volleys über die SWD powervolleys Düren. Topscorer wurde, wie schon beim Supercup, Neuzugang Timothée Carle (16 Punkte), für die Gäste punktete Diagonalangreifer Sebastián Gevert am häufigsten (10).

Zwar feierte Diagonalangreifer Davy Moraes sein Debüt für die BR Volleys, dafür musste Coach Cedric Enard zum Bundesliga-Start allerdings auf Außenangreifer Robin Baghdady verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag eine Wadenverletzung (Flüssigkeit in der rechten Wade) zuzog und damit vorerst ausfällt. Enard beobachtete einen spannenden, leidenschaftlich geführten ersten Satz, in dem lange das eingespielte Dürener Team den Takt vorgab: Erst zum Ende des ersten Durchgangs fanden die Berliner im Angriff Mittel gegen die bekannte Blockstärke der Gäste. Statt von der noch zu hohen Eigenfehlerquote der Hauptstädter zu profitieren, sorgte ein eigener Fehler von Sebastián Gevert schließlich für den Satzgewinn der BR Volleys (25:22).

Die rund 800 Zuschauer und Zuschauerinnen sorgten weiter für prächtige Stimmung, die nun mit einem ganz starken Auftritt der Berliner Mannschaft belohnt wurde. Der eingewechselte Benjamin Patch sorgte mit einer Aufschlagserie für die frühe Vorentscheidung im zweiten Durchgang (17:10), den die Männer in Orange souverän nachhause brachten. Es blieb dem späteren Topscorer Timothée Carle (16 Punkte) überlassen, den Satzball zur 2:0-Führung zu verwandeln (25:16).

Deswegen steckte das Team von Rafal Murczkiewicz aber lange noch nicht auf und warf angesichts der drohenden Niederlage noch einmal alles in die Waagschale. Ein weiteres Ass von Patch und ein aufmerksamer Julian Zenger in der Abwehr sorgten in der Endphase des dritten Durchgangs aber dafür, dass das Spiel nicht noch einmal kippte. Weil Tomas Kocian schlussendlich einen Aufschlag hinter die Linie setzte, ging der Sieg mit 3:0 an die Hauptstädter. Auf Berliner Seite wurde Libero Zenger zum „Most Valuable Player“ gekürt, die silberne Medaille ging an Kocian.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich war vor dem Spiel mega aufgeregt. Ich kannte die Atmosphäre der BR Volleys-Heimspiele sonst nur vom Zuschauen. Trotz der Umstände hat es sehr viel Spaß gemacht, da freue ich mich auf mehr. In der Vorbereitung und im Supercup lief nicht alles gut, dafür hat heute schon wieder viel mehr geklappt. Insgesamt machen wir zu viele Fehler im Aufschlag und müssen mehr Punkte aus der Block-Feldbwehr machen. Dass Sergey heute Lust hatte, viel über die Mitte zu spielen, nehme ich natürlich dankend an. Mit so einem gestandenen Profi als Zuspieler macht der Angriff nochmal deutlich mehr Spaß, wir verstehen uns ziemlich gut.“

Julian Zenger: „Ich war überrascht, wie gut die Stimmung trotz der Umstände war. Das macht auf jeden Fall deutlich mehr Spaß, als vor einer Geisterkulisse zu spielen. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Auftritt. Es gibt zwar weiterhin einige Elemente, die sehr gut funktionieren, und andere, an denen wir noch arbeiten müssen, aber das war schon ein Schritt nach vorne.“

Kaweh Niroomand: „In den Bereichen, in denen wir uns verbessern wollten, habe ich heute einen Fortschritt gesehen. Mir gefällt das Grundgerüst der Mannschaft, das funktioniert. Der Aufschlag wird immer besser, Tuia übernimmt viel Verantwortung in der Annahme und Patch hat dem Team nach seiner Einwechslung viel Stabilität verliehen. Die Eigenfehlerquote bleibt zu hoch, aber das ist nur über viel Spielpraxis abstellbar. Alles andere sah schon sehr stabil aus, aber wir befinden uns erst am Anfang einer langen Wegstrecke.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Benjamin Patch

Topwerte
Carle 16 Punkte, 3 Blocks | Patch 14 Punkte, 3 Asse| Brehme 12 Punkte, 1 Ass

Nächstes Heimspiel
14. November | 18.30 Uhr | vs. Helios Grizzlys Giesen

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys