Heimschwäche überwunden – Eisbären besiegen Kölner Haie

Es begann wie bei fast jedem Heimspiel in dieser Saison, die Eisbären liefen einem Rückstand hinterher. In der 5. Spielminute schlossen die Gäste aus Köln einen Angriff erfolgreich ab. Luis Üffing hielt die Kelle in einen Schuss von Jonathan Matsumoto und Mathias Niederberger war geschlagen. Die Bemühungen der Eisbären diesen Zwischenstand zu begradigen waren bis zur ersten Drittelpause nicht von Erfolg gekrönt. Sie mussten vielmehr zwei Strafzeiten überstehen. So ging das Anfangsdrittel nicht ganz unverdient an die Gäste. Zudem waren die Eisbären gewarnt, die Kölner kamen mit der Empfehlung von 19 Punkten aus 10 Spielen nach Berlin. Hinter der Bande der Gäste standen mit Uwe Krupp und seinem neuen Assistenz-Trainer Clement Jordin in Berlin nicht ganz unbekannte Eisbären-Trainer Serge Aubin hatte in der ersten Pause eine Menge zu kritisieren.

In dieser Drittelpause wurde es offiziell, geballte NHL-Erfahrung kommt nach Berlin. Die Fraktion der Dänen bekommt Zuwachs. Frans Nielsen spielt zukünftig für die Eisbären. Hier sind seine eindrucksvollen Zahlen, 925 NHL-Spiele für New York Islanders und die Detroit Red Wings. Insgesamt spielte er 15 Jahre in der besten Eishockey-Liga der Welt, der Mittelstürmer erzielte 167 Tore selbst und gab für 306 die Vorlage. Der inzwischen 37-Jährige will noch nicht ganz aufhören, des Geldes wegen ist er bestimmt nicht zu den Eisbären gewechselt.

Der Ausgleich fiel in der 26. Minute. Es war ein Tipp-in, Eric Mik fälschte einen Schuss von Marcel Noebels unhaltbar für Kölns Goalie Justin Pogge ab. Für den 21-jährigen Verteidiger war es sein erstes DEL-Tor. Den dazugehörigen Puck wird er sich einrahmen. Lange währte die Freude über den Ausgleich nicht, nur eine Minute später kassierten die Eisbären trotz Überzahl den erneuten Rückstand. Der Torschütze für Köln war Lucas Dumont.

In der 38. Minute drehten die Eisbären das Spiel. Im Eishockey kann das sehr schnell gehen. Zwischen dem 2:2 und der 3:2 Führung lagen nur 12 Sekunden. Stadionsprecher Uwe Schumann war noch mit der Verkündung des 2:2 beschäftigt, da klingelt es erneut. Die Torschützen in der 38. Minute waren Mat White und Kevin Clarke.

Im Schlussabschnitt schienen die Eisbären die Sache in den Griff zu bekommen. Yannick Veilleux baute die Führung aus und stellte in der 42. Minute auf 4:2. Doch geschlagen gaben sich die Kölner nicht. In der 44. Minute verkürzte Marcel Barinka auf 3:4. Es wurde wieder spannender. Ausgleich oder die Vorentscheidung, drei Tore fielen im Powerplay und diese Chance nutzten die Eisbären in der 57. Minute. Die Kölner begingen einen Wechselfehler, es war ein Spieler zu viel auf dem Eis. Die Überzahl nutzte Veilleux für seinen zweiten Treffer und damit war die Oper fast zu Ende. Nochmals Unterzahl für Köln in der Schlussminute und der erste Heimsieg der aktuellen Saison war perfekt. Ein hartes Stück Arbeit.

Hans-Peter Becker

Zwei Punkte zum Jahresauftakt

Die Eisbären Berlin sind mit zwei Punkten in das neue Eishockeyjahr gestartet. Sie empfingen am 35. Spieltag die Iserlohn Roosters. Es war für Eisbären Kapitän Andre Rankel Spiel Nummer 800 in der DEL, alle absolviert für den Club aus Berlin-Hohenschönhausen. Er ging nach dem ersten Spieldrittel mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. Im Pauseninterview urteilte er: „..zu wenig Schlittschuh gelaufen und mit zu wenig Körper gespielt.“ Nach den ersten zwanzig effektiven Spielminuten stand es 1:1. Louis Marc Aubry hatte die Eisbären in der 12. Minute in Führung gebracht, doch die Gäste schlugen schnell zurück und glichen durch Dylan Yeo eine später bereits aus.

Während Andre Rankel zum 800 Mal in der DEL auf dem Eis stand, gab Eric Mik, geboren am 28. Februar 2000 seinen Einstand in der Liga. Der Verteidiger, der in dieser Saison 21 Spiele in der U20 Nachwuchsliga absolviert hat, außerdem 2 Spiele in der DEL 2 bei den Lausitzer Füchsen bekam insgesamt knapp zwei Minuten Eiszeit. Andre Rankel, der wie sein junger Mannschaftkollege einst aus dem Nachwuchs der Preußen zu den Eisbären wechselte, meinte nach dem Spiel, ihm selbst sei anfangs auch so ergangen. „Ich saß auch viele Spiele da und hab einfach nur zugeguckt.“

Mit Beginn des 2. Drittels spielten die Eisbären nur noch mit drei Reihen, Charlie Jahnke, Vincent Hessler und Eric Mik sahen zu. Das passiert Nachwuchsspielern häufiger. Eisbären-Trainer Stephane Richer stellte zusätzlich die Reihen um. Den Platz von Rankel in der ersten Sturmreihe nahm Brendan Ranford ein. Der Kapitän bildete mit Daniel Fischbuch als Center und Martin Buchwieser eine Sturmreihe, dafür ereilte Collin Smith das Schicksal eines Nachwuchsspielers. Ab Mitte des 2. Drittel sah er von der Bank zu.

Der Mittelabschnitt war ausgeglichen. Die Eisbären gingen durch Jonas Müller mit 2:1 in Führung, dann drehten die Gäste mit einem Doppelschlag in der 29. und 30. Minute das Spiel (Torschützen Jordan Smotherman und Justin Florek). Diesmal hatten die Eisbären eine schnelle Antwort parat. In der 31. Minute stellte Micky DuPont das Ergebnis wieder pari. Anschließend bemühten sich beide vergeblich um die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Drei Punkte hätten beide dringend nötig gehabt.

Das Spiel war nicht hochklassig, es wurde verbissen gekämpft und beide Torhüter boten eine solide Leistung. Bei den Eisbären bekam Kevin Poulin wieder eine Pause. Die Verantwortung lag bei Maximilian Franzreb. Die Entscheidung fiel erst im Penaltyschiessen. Lediglich Jamie MacQueen war erfolgreich. Mit einem tollen move düpierte er Niko Hovinen und sicherte so den Zusatzpunkt für die Eisbären. Der aktuelle Top-Scorer der Liga, der seit dieser Saison für Iserlohn spielende Jonathan Matsumoto scheiterte mit dem letzten Penalty an Franzreb.

Die Eisbären spielen am Freitag, 4.1.2019 – erneut zu Hause – gegen die Straubing Tigers. Erneut ein wichtiges Spiel im Kampf um den noch nicht ganz unerreichbaren Platz 6 der Tabelle.
Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey-Liga DEL
35. Spieltag MB-Arena Berlin 02.01.2019 19:30 Uhr
EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:3 n.P. (1:1/2:2/0:0/0:0)
Zuschauer: 9.791

Torfolge:
1:0 12.Min. Louis-Marc Aubry (Marcel Noebels/Sean Backman) EQ
1:1 13.Min. Dylan Yeo (Marko Friedrich/Daine Todd) EQ
2:1 27.Min. Jonas Müller (Brendan Ranford/James Sheppard) EQ
2:2 29.Min. Jordan Smotherman (Anthony Camara) EQ
2:3 30.Min. Justin Florek (Alexander Dotzler/Jonathan Matsumoto)
3:3 31.Min. Micky DuPont (Sean Backman/Louis-Marc Aubry) EQ

Penalty
Sean Backman kein Tor
Evan Trupp kein Tor
Andre Rankel kein Tor
Anthony Camara kein Tor
Jamie MacQueen Tor
Jonathan Matsumoto kein Tor

Strafen
Eisbären 10
Iserlohn 8