Vor dem 6. Spieltag – auch in der NOFV-Oberliga Nord Länderspielpause

Zumindest führen fünf Berliner Vereine die Tabelle an. Lediglich der Rostocker FC auf Platz sechs unterbricht die Berliner Serie, denn Tasmania, Eintracht Mahlsdorf und Tennis Borussia rangieren auf den Plätzen sieben bis neun. Etwas abgeschlagen, lediglich auf Rang 13, CFC Hertha 06, letztes Saisonergebnis Platz sieben. Wann hat es das aus Berliner Sicht bei den neun Vertretern Berlins einmal gegeben? Besonders beeindruckend FC Hertha 03 mit fünf Siegen und 15 Punkten an der Tabellenspitze. Geradezu genial der 5:0 Auswärtssieg am 5. Spieltag beim Rostocker FC.

Chefredakteur
Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Sportick

Es hat den Anschein, als würden die Zehlendorfer im Vergleich zur letzten Saison begriffen haben, was Konstanz bedeutet, wie man es schreibt und umsetzt. Das 5:0 wird lediglich vom erstaunlichen 7:0 Heimsieg von Lichtenberg 47 gegen Optik Rathenow übertroffen, wohl wissend, dass die Schützlinge von Urgestein Ingo Kahlisch um den Verbleib in der Oberliga kämpfen. Der SC Staaken konnte letzthin den Abstieg gerade mal so verhindern, startete zur neuen Saison bisher ungeschlagen, mit drei Siegen und zwei Unentschieden, mit 10 Punkten auf Platz 4. Was bloß geht in Lichtenberg ab? Aufsteiger Sparta Lichtenberg steht mit 10 Punkten, ebenfalls ungeschlagen, auf Platz 3 – hinter Lichtenberg 47, vier Siege, eine Niederlage, Platz 2 mit 12 Punkten.

Schauen wir auf den Regionalliga-Absteiger Tennis Borussia. Die Statistik: 2 Siege, 2 Remis und eine Niederlage, Platz 9. Heißt, in der jungen Mannschaft der Knoten platzen noch platzen. Nur viel Zeit bleibt den Borussen nicht. Der direkte Wiederaufstieg ist erst einmal, sieben Punkten Rückstand zur Tabellenspitze, mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Am Freitagabend, 01.09.2023 verhinderte vor 402 Zuschauern die Unerfahrenheit beim 1:1 zwei sicher geglaubte Heimpunkte. Es war Fauxpas ihres Keepers Baur, der im Strafraum einen verunglückten Kurzpass spielte und damit den Neustrelitzern den Ausgleich schenkte. Von Stabilität kann noch keine Rede sein. In den Heimspielen sollte dem Gegner das Fürchten gelehrt werden.

Die beiden Berlin-Derbys gingen jeweils mit einem 1:0 Ergebnis aus, sonst stünden der SC Staaken bei Eintracht Mahlsdorf und auch Hertha 06, Heimniederlage gegen TuS Makkabi, noch besser da. Apropos Berlin-Derbys, zum 6. Spieltag nach der Länderspielpause stehen gleich drei Derbys auf dem Programm. Bereits am Donnerstag, dem 14.09.2023, 19.00 Uhr, TuS Makkabi – Tennis Borussia, Sonntag, 17.09.2023, 14.00 Uhr, FC Hertha 03 – CFC Hertha 06 und zeitgleich SC Staaken – Sparta Lichtenberg.

Christian Zschiedrich

Tegler Gespräche – Dirk und Frank Steffel in Aktion

Die richtige Idee und dazu bestens organisiert und umgesetzt, garantiert auch in der heutigen Zeit großen Zuspruch. Seit 1999 ist Dirk Steffel bemüht, Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport nach Tegel zu lotsen. Dazu gehört viel Fingerspitzengefühl und die Wahl eines geeigneten Veranstaltungsortes. Für die 68. Auflage der Tegeler Gespräche hatte der Gastgeber am 23. August 2023 in den Freiheitsweg 20-26 eingeladen, dort sind Reinickendorfer Füchse zu Hause. Jeder denkt dabei natürlich an die erfolgreichen Bundesligahandballer.

Zu Gast beim Handball-Europapokalsieger 2023 Füchse Berlin am Freiheitsweg in Reinickendorf und dazu passend auf dem Podium neben Gastgeber Dirk Steffel, sein Bruder Frank, Präsident der Füchse Berlin, Bob Hanning, der Geschäftsführer Füchse Berlin und Handball-Manager sowie der Handball-Profi Paul Drux. Aktuell ist der 127fache Nationalspieler leider verletzt.

Unser Chefredakteur mit Bob Hanning und Handballnationalspieler Paul Drux © Fotos: Sportick

Es ging aber keineswegs nur um den Handball. Frank Steffel, Füchse-Präsident seit 2005, ehemaliges Mitglied im Deutschen Bundestag und dort im Sportausschuss tätig, konnte einiges erzählen. Bei allen Erfolgen der Handball-Profis ist ihm sehr viel am Breitensport und der Nutzung der Sportanlagen gelegen. Außerdem hat er eine Menge Ideen von weiteren Baumaßnahmen und der Wirtschaftlichkeit im Vereinssport.

Bob Hanning, immer ein sehr unterhaltsamer Gesprächspartner, gab interessante Einblicke in den Handball als Leistungssport. Darüber hat er zudem Buch geschrieben mit dem vielsagenden Titel: „Hanning macht Handball – Geheimnisse aus dem Innersten eines faszinierenden Sports“. Dem viel beschäftigten Manager, Geschäftsführer und Trainer sind oft 24 Stunden am Tag zu wenig. Die Einstellung zur Sache macht’s eben. Seine Ausführungen zogen die geschätzt mindestens 150 Zuhörer in ihrem Bann. Das anschließende Grill-Büffet durfte gern ein wenig warten. Schließlich beantwortete auch Paul Drux noch die Fragen nach seinem Zustand und dem leider nicht so schnellen Saisoneinstieg. Sein Sehnenriss bedarf bedauerlicherweise einer langwierigen Behandlung. Immerhin macht er Fortschritte und hofft auf eine baldige Genesung. Paul Drux wurde an diesem Abend feierlich in die Ehrengalerie der Handballhelden aufgenommen.

aufmerksame Zuhörer am Freiheitsweg
Cover des Buches von Bob Hanning
Ehemaliges Hertha-Präsidiumsmitglied Ingmar Pering mit Christian Zschiedrich
links im Bild der Chef der Bundesligaschiedsrichter Lutz Michael Fröhlich
Dirk und Frank Steffel mit Bob Hanning auf dem Podium
Dirk Steffel, der Macher des Tegler Gesprächs

Alles in allem eine rundum gelungene Veranstaltung. Da wurden viele Hände geschüttelt und so manches Wiedersehen gefeiert. Zahlreiche Prominente waren unter den Gästen. Ich freute über ein Wiedersehen mit den früheren Fußball-Bundesligaschiedsrichtern Peter Gabor und Lutz Michael Fröhlich (aktueller Vorsitzender aller deutschen Schiedsrichter), ebenso mit dem ehemaligen Bürgermeister von Reinickendorf und Bundestagsabgeordneten Detlef Dszembritzki und besonders mit der unverwüstlichen Box-Trainer Legende Ulli Wegner.

Der Abend klang aus mit einer Autogrammstunde und einem Fototermin.

Christian Zschiedrich

Mein bitterböser Kommentar

Hertha, mit null Punkten nach zwei Spielen in die Saison gestartet, steht besser da als die Frauen-Nationalmannschaft, mit zwei Niederlagen und ausgeschieden in der WM Vorrunde. Hertha darf weiter in der 2. Liga mitspielen und musste am Saisonanfang zum Glück noch keine Ko-Spiele bestreiten. Nun vergleicht der Zschiedrich Hertha BSC größenwahnsinnig schon mit der Frauen-Nationalmannschaft, höre ich die Kritiker sagen. Bloß nicht, ich vergleiche lediglich die Ursachen und Wirkung, da präsentierte sich Hertha wesentlich besser, als das Nationalteam.

Die Niederlage der Frauen gegen Kolumbien endete in Selbstherrlichkeit. Meinem Sohn gegenüber und in meinem sportbegeisterten Umfeld betonte ich, dass es nun klarer Signale bedarf, am besten zwei Spielerinnen nach Hause zu schicken, von denen, die anscheinend gar nicht wussten, worum es ging und was es bedarf, Weltmeister zu werden – nämlich, stets einer geschlossenen, konzentrierten Mannschaftsleistung. Wie kann man bei der allerletzten Gelegenheit, bei einem Eckball für den Gegner, träumerisch lustwandeln und jede Zuordnung vergessen. Das ist Größenwahn und kein Anfängerverhalten.

Chefredakteur
Christian Zschiedrich © Foto Sportick

Die letzte Chance, mit einem Sieg im Spiel gegen Südkorea, doch noch das Achtelfinale zu erreichen, musste ganz anders angegangen werden. Ich hätte Torschussübungen über Torschussübungen trainieren lassen und das Team ins Match geschickt, wirklich aus allen Lagen zu schießen, auch mal mutig aus der zweiten Reihe, um mögliche Abpraller zu verwerten. Bedeutet bei sogenannten zweiten Bällen musste schnell schaltend hinterhergegangen werden. Habt ihr, liebe Fußballfreunde mal beobachtet, wie die Deutschen umgeschaltet haben und wer den Angriffen hinterhergegangen ist, sich etwa geschlossen im Spiel nach vorn eingeschaltet hat?

Für mich jedenfalls ganz auffällig, wie geschlossen die Koreanerinnen gemeinsam den Spielaufbau der Deutschen verhindert haben, ebenso die eigenen Angriffsaktionen alle unterstützt und sofort alle im Spurt umgeschaltet haben, um bei Ballverlust, die Deutschen schon in ihrer Hälfte oder noch früher zu stören. Sie stellten sich nicht etwa hinten rein und ließen etwa die behäbigen Deutschen kommen. Das müssen die Schützlinge von der sonst imponierenden Trainerin Voss-Tecklenburg erwartet haben. Südkorea hätte sogar mit dem ersten Angriffsball in Führung gehen müssen und dann beim 1:0 schlief die keineswegs aufmerksame oder gar deckungstreue Mannschaft, sodass die Gästeführung zwangsläufig kommen musste.

Ich fragte mich, wie „menschlich“ hätte ich an der Seitenlinie reagiert? Bei der großartigen Reaktion von Torsteherin Ann-Katrin Berger, den Ball gerade noch an den Pfosten gelenkt, wäre ich wohl draußen bereits „geplatzt“. Hätte getobt und geschrien „Alle aufwachen“! Der Reihe nach hätte sie mindestens fünf Namen rufen müssen. Voss-Tecklenburg zeigte gewiss eine enttäuschte Miene, ansonsten sah es so aus, als hätte sie in dem Moment ihre Spielerinnen am liebsten in den Arm genommen. So eine Situation muss sie wohl noch nie erlebt haben.

Und nun zur Hertha: Wesentlich besser plädierte ich ja bereits eingangs. Erfahrungsgemäß gehen solche Spiele immer mal wieder verloren. Nicht nur mir gefiel, mit welcher Einstellung der Absteiger gegen den Aufsteiger zu Werke ging. Ein zurückgenommener Elfer, ein Lattenschuss und knapp ihr Ziel verfehlende Abschlüsse kamen hinzu. In völliger Übereinstimmung verweise ich auf den Bericht hier auf unserem Portal von Hans Peter Becker. Wehen wird im Verlaufe der Saison so manchem das Fürchten lehren. Meine Meinung über Hertha: Die Berliner werden trotz des Fehlstarts keineswegs durchgereicht. Ganz wichtig sogar, das Spiel der Hertha ist wieder sehenswert, echt gut anzuschauen, auch wenn etliches noch ineinandergreifen muss.

Der Aufsteiger, kein großes Zugpferd, verteidigte nicht nur und wann sah man denn Hertha so voller Willen in letzter Zeit mal angreifen? Ein Spiel, das für gut 40.000 Besuchern vom Verlauf her, mit guten statistischen Werten, spannend dargeboten wurde. Gegen „größere“ Mannschaften werden es hoffentlich bald mehr Zuschauer im Olympiastadion sein. Natürlich sind die nächsten Begegnungen, natürlich auch das Pokalspiel in Jena beim Drittligisten, von Bedeutung. Das ZDF beorderte meinen Sohn übrigens nach Jena. So unglücklich wie gegen Wehen wird es, mit einem Tor in der Nachspielzeit, garantiert nicht immer ausgehen. Allerdings, Pokalspiele sind Ko-Spiele! Wir stöbern deshalb nicht erst großartig in Erinnerung. Schau’n wa mal…

Christian Zschiedrich

Auf ein Neues zur nächsten Saison

Hertha darf in Liga 2 starten, hat die Lizenz erhalten, darf sich regenerieren, erneuern und vieles besser machen. Ein Hauptstadtclub gehört mit großen Ansprüchen in die Bundesliga. Alle Bemühungen deuten auf das Ziel Wiederaufstieg hin. Bleibt den Verantwortlichen nur zu wünschen, dass sie für ein erfolgreiches, sportliches Ziel zum Gelingen nicht nur die Kenntnis, sondern auch das praktische Vermögen ein Team zusammenzustellen, das passt und als Mannschaft sogar fähig ist, dann in der obersten Liga wieder zu bestehen: Interessant ist, wer wird Hertha verlassen und wer so alles kommt? Der Berliner Weg verspricht einen richtigen Kurs, wohl wissend, es bedarf vor allem auch deren passende, erfahrene, nicht nur junge Spieler, sondern erfahrungsmäßig eine Mischung von Jung und Alt. Es ist heute schon absehbar, dass ein sofortiger Wiederaufstieg diesmal schwerer wird, als in den vergangenen Jahren. Es ist nicht nur Schalke 04 und der Hamburger SV, die nach oben wollen. Die 2. Liga ist insgesamt stärker geworden. Herthas Führungsriege, nicht alle sind davon überzeugt, benötigt Vertrauen, das besser umzusetzen, als in der Vergangenheit. Es muss diesmal sofort stimmen, es ist kein einfacher Weg!

Chefredakteur
Kommentar Christian Zschiedrich Foto: Zschiedrich

Für Union macht sich unser Hans Peter Becker fachkundige Gedanken. Es sieht mit der Qualifikation zur Champions League besser aus als bei der Hertha. Entsprechend der Abgänge und der sportlichen Neuordnung wird wieder ein gutes Händchen bei passenden Neueinkäufen gebraucht. Hier wartet also ebenfalls viel Arbeit auf einem hohen Niveau.

Auf- und Abstiege werden oft um Haaresbreite entschieden, haben aber schwerwiegende Auswirkungen und dramatische Folgeerscheinungen. Wer hätte gedacht, dass Ex-Bundesligist Bielefeld in die 3. Liga mit zwei Abstiegen in Folge durchgereicht wird? Bielefeld steht in der Tat vor einem Scherbenhaufen. Dagegen steigt Unterhaching unter Trainer Sandro Wagner in die 3. Liga auf. Energie Cottbus hatte sich in den zwei verlorenen Relegationsspielen sehr auf den Aufstieg konzentriert. Stattdessen verliert Energie, übrigens als dritter Nordost-Meister, hintereinander in der Relegation, immerhin einmal vor 17.580 und dann vor 12.500 Zuschauern. Das ersetzt aber nicht die Stimmung zu Hause und bei den Sponsoren. Es bedeutet, Lichtenberg 47 steigt nach vier Jahren ab. Im Falle des Aufstiegs von Cottbus wäre der Tabellen-16. in der Regionalliga Nordost geblieben.

Einen gerade noch geschafften Erfolg verzeichnet der SC Staaken, lange Zeit in der NOFV Oberliga Nord auf einem Abstiegsplatz, mit der Rettung durch das 1:1 beim SV Tasmania. Ebenfalls gerettet ist Optik Rathenow mit dem 3:0-Sieg über Hertha 06. Der Aufstieg von Hansa Rostocks Zweite stand schon vorher fest. Übrigens gewann der TuS Makkabi mit 4:0 gegen Mecklenburg Schwerin und der FC Hertha 03 ebenfalls 4:0 im bei Blau Weiß 90. Makkabi landete auf den 3. und die Zehlendorfer auf den 4. Tabellenplatz. Zur neuen Saison bereichert Absteiger Tennis Borussia die NOFV Oberliga Nord. Über die Veränderungen bei TeBe darf man auch gespannt sein.

Christian Zschiedrich

Berliner Fußball-Vereine in oberen Ligen

Bundesliga: Hertha BSC (26 Punkte nach 33 Spielen) ist wie vorausgesehen ohne Mitleid (selbst Schuld) abgestiegen und kann am letzten Spieltag in Wolfsburg befreit aufspielen. Mal sehen, was dabei herauskommt. Der Hauptstadt bleibt ein Verein erhalten. Derzeit mit 59 Punkten steht der 1. FC Union auf einem Champions League-Platz und hat es im letzten Saisonspiel gegen Werder Bremen (36 Punkte) selbst in der Hand, sich vor Freiburg zu platzieren. Wer begleitet Hertha in die 2. Liga (vorbehaltlich der Lizenz)? Schafft es Borussia Dortmund im Heimspiel gegen Mainz 05, die Zwei-Punkte-Führung gegen Bayern München zu verteidigen und mal wieder, zuletzt war es2013, die Meisterschaft zu holen?

2. Liga: Darmstadt 98 ist nach sechs Jahren, jetzt mit Trainer Thorsten Lieberknecht wieder aufgestiegen. Glückwunsch. Der Kampf um Platz zwei zwischen dem 1. FC Heidenheim (64 Punkte) und dem Hamburger SV (63 Punkte) sorgt für Spannung am letzten Spieltag. Heidenheim muss Absteiger Regensburg und der HSV reist zum anderen Absteiger SV Sandhausen. Gewinnt Heidenheim, wären ein weiterer Neuling in der Bundesliga. Für den Hamburger SV bliebe erneut die Relegation. Die zweite Liga bleibt attraktiv und ist nicht einfach. Hansa Rostock feiert den Klassenerhalt. Hansa Zweite steigt als Meister der NOFV Oberliga Nord in die Regionalliga auf. Arminia Bielefeld (34 Punkte), steht derzeit auf dem Relegationsplatz, könnte im letzten Spiel in Magdeburg mit einem Sieg den Abstieg verhindern. Voraussetzung, der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig verlieren ihre Spiele in Paderborn und in Rostock. Beide haben vor dem letzten Spieltag 36 Punkte gesammelt. Wer in die Relegation muss, könnte sich über das Torverhältnis entscheiden.

3. Liga: Der VfB Oldenburg, SV Meppen, FSV Zwickau und die SpVgg. Bayreuth steigen ab. In der Regionalliga Nordost ist man über die Rettung von Halle (41 Punkte – punktgleich mit Rot-Weiß Essen) sehr erfreut. Der 15. Tabellenplatz ist somit für Meuselwitz, 7:0-Sieger gegen Tennis Borussia, kein Abstiegsplatz mehr und Lichtenberg 47 muss jetzt auf ein erfolgreiches Abschneiden von Meister Energie Cottbus hoffen, um den Abstieg zu entgehen. Der Relegationsgegner Unterhaching hat finanzielle Probleme, Der SV Elversberg steht als Aufsteiger in die 2. Liga fest, wer folgt direkt und wer schnappt sich die Relegationschance ? Momentan VfL Osnabrück (67 Punkte), allerdings ist bis Platz sechs noch alles möglich. Der SV Wehen Wiesbaden, der 1. FC Saarbrücken und Dynamo Dresden sind noch in der Verlosung. Der 38. und letzte Spieltag beginnt für alle zeitgleich am Samstag, 27.05.2023 um 13.30 Uhr. Da wird auch die Frage entschieden, wie schwer die überraschende Niederlage mit 1:4 der Dresdner Dynamos bei Absteiger Meppen ins Gewicht fallen wird.

Regionalliga Nordost: Energie Cottbus feiert die Meisterschaft mit dem 1:0 vor 12.116 Zuschauern gegen Babelsberg, aber noch nicht den Aufstieg. Der Relegationsgegner ist wohl noch unklar. Die Spielvereinigung Unterhaching, von Ex-Nationalspieler Sandro Wagner trainiert, hat Probleme, die Auflagen für die 3. Liga erfüllen. Theoretisch könnten mögliche Gegner am 7. und 11. Juni auch die Würzburger Kickers oder FC Bayern II heißen. Cottbus beendet die Saison mit 69 Punkten, die Verfolger Rot-Weiß Erfurt (63 Punkte) und Carl Zeiss Jena hat (62 Punkte). Abgestiegen sind Tennis Borussia und Germania Halberstadt. Lichtenberg 47, verlor beim Greifswalder FC 1:2, muss, wie gesagt, auf den Aufstieg von Energie Cottbus hoffen.

NOFV Oberliga Nord: Souveräner Meister mit 77 Punkten wurde Hansa Rostock II und sind Aufsteiger, weil die Profis von Hansa Rostock den Verbleib in der 2. Liga frühzeitig schafften. Es sind hier noch zwei Spieltage zu spielen. Trainer Ingo Kahlisch muss mit seinen Optikern weiterhin um den Erhalt in der Oberliga bangen. Dem SC Staaken fehlt gegenüber Optik Rathenow, punktgleich mit MSV Neuruppin, nur noch ein Punkt, um weiterhin fünftklassig zu spielen. Da unten geht es also sehr eng zu. Selbst für den Tabellenletzten Mecklenburg Schwerin ist noch alles drin. Die Partie gegen Tasmania wurde nach einer halben Stunde abgebrochen, weil Verteidiger Glodi Zingu ohne Fremdeinwirkung auf dem Platz kollabierte. Er konnte glücklicherweise aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Partie soll über Pfingsten nachgeholt werden.

Christian Zschiedrich

Hertha BSC geht in eine ungewisse Zukunft

Ein Neuanfang muss sein. Der ist bei einem Abstieg, wie gewöhnlich eine Klasse tiefer, nicht einmal das Allerschlimmste. Hertha muss sich von vielen Ungereimtheiten erholen. Wäre da nicht die immer näher rückende Gefahr, ohne Lizenz für die Bundesliga in der Regionalliga beginnen zu müssen. Da kann Hertha ja von Glück reden, dass sie eine Ausbildungsmannschaft in der Regionalliga haben, sonst wäre Kreisliga A angesagt. Je tiefer, umso unrealistischer ist, sofort wieder eine Aufstiegsmannschaft bei der finanziellen Not verpflichten zu können. Die über sieben Stunden lange Mitgliederversammlung am Sonntag, 14. Mai 2023 vor 1500 Mitgliedern in der Messehalle am Funkturm konnte die Ängste nicht beruhigen, eher im Gegenteil. Im Vorfeld wurde dem neuen Präsidenten Kay Bernstein Machtgehabe und obendrein fehlende Fachkompetenz und Führungsversagen vorgeworfen. Bernstein lud die Schuld auf seine Vorgänger in der Vergangenheit ab: „Ein Irrsinn. 250 Millionen Euro wurden verbrannt!“ Die Zusammenarbeit mit 777 sei alternativlos. Der Austausch mit der DFL läuft.

In der Tat stehen Befürchtungen ins Haus, über 90 Millionen Verbindlichkeiten, die fällige Rückzahlung der Anleihe in Höhe von 40 Millionen, die Lizenz wackelt da gewaltig. Hertha möchte die Akte Windhorst schließen. Bernstein dankte ihm unter dem Gejohle für sein Geld. Der sportliche Erfolg blieb seit Jahren für 375 Millionen Euro aus. Die Versammlung ließ keine Abstimmung über diverse Abwahlanträge zu. Das Präsidium bleibt im Amt. Auch Ex-Manager Fredi Bobic bekam seit Fett weg, insbesondere von Andreas „Zecke“ Neuendorf, der den neuen Berliner Weg beschwor.

Zum Sportlichen: Zu 99 Prozent folgt der siebente Abstieg seit 1963, 25 Punkte als Tabellenletzter sprechen bei zwei ausstehenden Spielen eine deutliche Sprache. Bis zum rettenden Ufer fehlen mit dem zweitschlechtesten Torverhältnis sechs Punkte. Natürlich erhoffen sich alle am kommenden Samstag, 20. Mai gegen den Mitkonkurrenten VfL Bochum, einen Sieg. Das reicht nicht. Es könnten bereits am vorletzten Spieltag die beiden direkten Absteiger feststehen. Hertha muss am letzten Spieltag nach Wolfsburg. Nicht nur gegen Bochum, sondern auch in Wolfsburg müsste gewonnen werden. Bochum müsste auch zu Hause gegen Leverkusen gewinnen und Stuttgart müsste zu Hause gegen Hoffenheim verlieren. Es ist eben unbefriedigend, zudem auf Hilfe anderer angewiesen zu sein. Daran ist Hertha selbst schuld.

Es passt wirtschaftlich in dieser Saison nicht, auch sportlich ist es nicht besser. Wer mag da noch an Wunder glauben. Für die Regionalliga im Amateurstadion reicht es, vielleicht.

Christian Zschiedrich

Hertha BSC und die Regionalliga

Man müsse immer nach vorn und nicht ewig zurückschauen, so lautet die Devise. Es sind 31 Spieltage geschafft, drei sind noch zu absolvieren. Der Blick voraus ist hochinteressant, wie fast immer in der Schlussphase einer Saison. Energie Cottbus gewann 3:1 in Halberstadt und hat 65 Punkte. Verfolger Rot-Weiß Erfurt verlor dagegen mit 0:2 in Babelsberg und hat 61 Punkte. Vier Punkte Vorsprung sind bei nur drei ausstehenden Spielen vielleicht zu viel. Die Cottbuser werden sich wohl den Meistertitel holen, steigen jedoch in dieser Saison damit nicht automatisch auf. In der kommenden Saison steigt der Nordost-Meister entsprechend der Rotation wieder direkt auf. Aller Voraussicht nach heißt das Aufstiegsduell heuer Energie Cottbus gegen SpVgg Unterhaching aus der Bayernliga. Am Samstag, 13.05.2023, steht in Cottbus das Spiel der Saison an. Rot-Weiß Erfurt ist zu Gast, um 13.00 Uhr ist der Anstoß im Stadion der Freundschaft.

Wer steigt aus der 3. Liga von den nordostdeutschen Vereinen ab? Hoffentlich nur einer, der FSV Zwickau kann den Abstieg wohl nicht mehr vermeiden. Halle hat sich mit dem 1:0-Sieg gegen Ingolstadt am 35. Spieltag etwas Luft verschafft und fünf Punkte Vorsprung vor dem SV Meppen. Wer muss die Regionalliga Nordost verlassen? Tennis Borussia hat mit der 1:3-Heimniederlage gegen Luckenwalde den Abstieg besiegelt, bei diesem Punktestand geht auch rechnerisch nichts mehr. Lichtenberg 47 gewann 4:2 bei Viktoria 89 in Lichterfelde, ist aber mit erst 25 Punkten noch stark gefährdet und wird Energie Cottbus wie kein anderer den Aufstieg wünschen. Am kommenden Spieltag empfängt Lichtenberg Absteiger Tennis Borussia. Eine Partie, jenseits von Gut und Böse, zeitgleich am Freitag, 12.05.2023, im Jahnstadion, treffen die Tabellennachbarn VSG Altglienicke und der BFC Dynamo aufeinander. Beide fuhren am 31. Spieltag Siege ein. Dynamo mit 3:1 über Chemie Leipzig und Altglienicke gewann auswärts 2:1 in Greifswald.

Hertha BSC ist ja mit einer Ausbildungsmannschaft in der Regionalliga vertreten. Die Schützlinge von Ante Covic gewannen, auch ohne ihre Routiniers, 3:0 gegen den ZFC Meuselwitz. Mit 45 Punkten ist für Hertha II eigentlich alles gelaufen. Das Ergebnis des Berlin-Derbys gegen den BAK 07 hat für beide nur statistischen Wert. Herthas Zweite und der gesicherte Klassenerhalt könnte noch eine ganz andere Bedeutung erlangen. Der Verein kämpft mit existenziellen Schwierigkeiten und mit Spannung wird die Mitgliederversammlung am Sonntag, 14.05.2023 erwartet, just zu der Zeit, wo im Poststadion der BAK Herthas Zweite empfängt. Eine bedeutende Rolle wird in der Mitgliederversammlung, dem Ergebnis des Spiels der Bundesligamannschaft in Köln beigemessen werden. Im Falle einer Niederlage wäre der dritte Abstieg seit 1997 so gut wie besiegelt. Die noch ausstehenden drei müssen gewonnen werden, um wenigstens die Chance in der Relegation zu wahren. Das weitaus größere Problem ist, wie die DFL im aktuell laufenden Lizenzierungsverfahren mit Hertha verfahren. In einer an die Süddeutsche Zeitung durchgestochenen Information ist die Rede von „Der schlimmste Fall, den wir je hatten“ und dass der Lizenzierungsprozess „hochkritisch“ verläuft.

Das könnte bedeuten, dass Hertha ohne Lizenz der DFL in der Regionalliga spielen muss. Zum Glück ist dort Hertha mit der Zweiten vertreten, sonst würde es noch weiter nach unten gehen. In der Mitgliederversammlung, da muss man kein Prophet sein, wird es heiß hergehen. Wo sind die Millionen von Lars Windhorst geblieben? Selbst wenn danach gefragt werden sollte, gibt es dafür überzeugende Antworten? Überhaupt „erklären können“ wäre wohl präziser. Welche Beträge da im Raum stehen, erläutert der Journalist Steffen Rohr: „Die neuesten Horrorzahlen gab es Anfang März: Im Finanzbericht für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/23 bilanzierte Hertha ein Minus von 44,6 Millionen Euro, fürs Gesamtjahr wurde ein Minus von 64 Millionen Euro prognostiziert. Die Personalkosten waren im Geschäftsjahr 2021/22 auf Rekordniveau geklettert (97,7 Mio.), die Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 31. Dezember 2022 insgesamt 90,8 Millionen Euro. Außerdem ist die Rückzahlung einer im Jahre 2018 aufgenommen 40 Mill. Anleihe zu einem Zinssatz von 6,5 Prozent im Herbst 2023 fällig. Da kann man nur dem entlassenen Geschäftsführer Sport Fredi Bobic zustimmen: „Wir hängen wirtschaftlich brutal.“ Das Geld ist jedenfalls erst einmal weg.

Christian Zschiedrich

Erfurt und Cottbus fast im Gleichschritt vorn

Rot-Weiß Erfurt besiegte am Sonntag, 30.04.2023 im Steigerwaldstadion Germania Halberstadt 2:0 und Energie Cottbus spielte am Dienstagabend, 02.05.2023 zu Hause nur 1:1 gegen BFC Dynamo. Cottbus und Erfurt trennt nunmehr nur ein einziger Punkt, bei einem identischen Torverhältnis von 60:26, Erfurt 61 Punkte und Cottbus 62. Punkte. Lange Zeit sah es am Dienstag nach einem knappen 1:0 Sieg für Energie aus. Jedenfalls bis zur 87. Minute, Energie war in der 64. Minute in Führung gegangen. Die Dynamos glichen vor 6.640 Zuschauern aus und waren plötzlich im Stadion der Freundschaft stärker als die Heimmannschaft, hätten sogar drei Zähler entführen können. Vor dem Spiel und noch während der ersten Halbzeit war die Stimmung sehr aufgeladen. Im Gästeblock zündeten Raketen. Schiedsrichter Alexander Sather, der sonst höherklassig pfeift, konnte nach kurzer Unterbrechung zum Glück das Spiel fortsetzen, die Lage beruhigte sich.

Claus-Dieter Wollitz, Trainer der Cottbuser, wechselte die Torhüter, Bethke kam für den angeschlagenen Sebald, außerdem, im Vergleich zum 2:1-Sieg in Greifswald, Kujovic für den ebenfalls angeschlagenen Hildebrandt. BFC-Trainer Heiner Backhaus bot die gleiche Elf wie zuvor beim 2:1-Sieg gegen RW Erfurt auf. Der erste Durchgang endete torlos. Torwart Sommer musste angeschlagen bei Halbzeit in der Kabine bleiben, der 18-jährige Hainke ersetzte ihn. Das 1:0 schien haltbar. Hofmann erzielte es nach starkem Pass von Wähling von der Strafraumgrenze. Allerdings verhinderte Hainke in Minute 78 das 2:0 durch Hottmann. Er konnte per Kopf klären. Letztendlich glich Duncan nach einem Eckstoß in der 87. Minute, 1:1 für den BFC Dynamo aus.

Der BFC liegt jetzt auf Tabellenplatz 7, 48 Punkte wie der Chemnitzer FC. Am Sonntag, 07.05.2023 empfängt Dynamo zu Hause, 13.00 im Sportforum Chemie Leipzig, den Tabellennachbarn auf Platz 6. Cottbus muss nach Halberstadt und Erfurt bereits am Freitag, 05.05.2023 in Babelsberg antreten.

Der Berliner AK erlaubte sich im Poststadion vor 851 Zuschauern gegen Carl Zeiss Jena ein historisches 1:8. Je Halbzeit (1:4) ließen die Athleten vier Gegentore zu. Davon muss man sich gegen den 1. FC Lok in Leipzig, Freitag, 05.05.2023 ab 19.00 Uhr, erst einmal erholen. Lichtenberg 47 erkämpfte sich im Zoschke ein 2:2 gegen Hertha BSC II. Viktoria 89 45 Punkte gesammelt, gewann zuletzt mit 3:2 in Luckenwalde. Der Sieg der VSG Altglienicke 5:2 gegen Tennis Borussia im Jahnstadion darf als standesgemäß bezeichnet werden. Die Luft für die Veilchen wird immer dünner. Am Samstag, 06.05.2023 bereits ab 13.00 Uhr, kommt Luckenwalde und die könnten mit einem Sieg den Klassenerhalt fast perfekt machen.

Bleibt hier nachzutragen, ein Berlin-Derby, Viktoria 89 trennte sich von der VSG Altglienicke 0:0. Zu guter Letzt, am Sonntag, 07.05.2023, kommt es, parallel zum Spiel des BFC, für Lichtenberg 47 bei Viktoria 89 zu einem entscheidendem Aufeinandertreffen im Stadion Lichterfelde. Viktoria ist jenseits von Gut und Böse, während die 47er dringend jeden Punkt benötigen. Man weiß ja nicht, wer da so alles aus der 3. Liga absteigen könnte. Zwickau ist wohl nicht mehr zu retten, es könnte sich noch der Hallesche FC dazugesellen. Der momentane Tabellenplatz würde den Abstieg bedeuten.

Christian Zschiedrich

Hertha muss für die 2. Liga planen

Dass Bochum 1:1 gegen Dortmund spielt und Stuttgart 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach als auch Schalke gegen Werder Bremen 2:1 als Gewinner vom Platz gehen, das waren alles Ergebnisse gegen Hertha, das bis zur 69. Minute das 0:0 hielt, in der Endphase aber noch zwei Treffer von den Bayern in München schlucken musste. Heißt: Im Abstiegskampf ist für die Berliner der Abstand zum rettenden Ufer vier Spiele vor Saisonende größer geworden. Das ist einer der Gründe, weshalb es nur durch ein kaum einzutretendes Wunder noch Hoffnung auf den Klassenerhalt gibt.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Sollte Hertha alle vier ausstehenden Spiele gewinnen, kämen 12 Punkte auf die 22 hinzu. Das ergibt, dazu bei ungenügendem Torverhältnis, 34 Punkte. Doch beten wird nicht helfen, weil die Konkurrenten gewiss noch Punkte holen werden. Der Abstand bis zum eventuell rettenden Relegationsplatz beträgt bereits acht Punkte. In Köpenick hieß die Parole: Erst einmal 40 Punkte, um nicht absteigen zu können, dann sehen wir weiter. Sehr vernünftig! Bereits am Samstag, 6. Mai 2023 gegen den VfB Stuttgart, könnte im Olympiastadion der Abstieg besiegelt sein, selbst wenn Hertha bis zur 80. Minute mit einem Tor führen sollte. Stuttgart erledigt öfter in der Endphase das Toreschießen und Hertha hat da Kapital hergegeben. Wer sagt, dies doch nicht mehr mit Trainer Pal Dardai, der muss dazu sagen, er kam viel zu spät! Ein Unentschieden hilft keinesfalls und ein Sieg wird schwer und hilft vielleicht auch nicht mehr. Selbst dann bleibt Hertha Schlusslicht. Wer direkt zweiter Absteiger wird? Ich tippe ganz stark auf Schalke 04, wegen des schwersten Restprogramms, in Mainz, gegen Bayern in München, zu Hause gegen Frankfurt und dann zum Schluss in Leipzig. Drei Auswärtsbegegnungen also Hertha und Schalke …..

Hertha könnt es als Hauptstadtclub in den nächsten Jahren sehr schwer haben. Ich denke dabei an den Hamburger SV. Dafür ist bei der Alten Dame in den letzten Jahren zu viel verkehrt gelaufen. Einer mit dem besten Einblick ist der Fußball-Wochen-Chef Horst Bläsig. In seinen Kommentaren spricht er Klartext. Den entlassenen Fredi Bobic titulierte er als den „Sargnagel“ und begründete es auch. Ja, der Sargnagel kommt zum Schluss und macht den Deckel darauf. Selbstverständlich ist die Zeit davor mit in Betracht zu ziehen, als Hertha hochnäsig und keineswegs angebracht handelte. Das summierte sich in den Jahren, sowohl in sportlicher als auch in personeller Hinsicht in der Führung des Vereins. Die häufigen Trainerwechsel und die oft nicht passende Zusammenstellung des Kaders führten zu der Misere. Wir bitten um ein Wunder.

Christian Zschiedrich

Cottbus besiegt Jena 1:0 und gewinnt in Greifswald 2:1

2:1-Spiele haben Bedeutung, ergaben gravierende Veränderungen an der Spitze. Rot-Weiß Erfurt kann die Hürde beim BFC Dynamo in Berlin nicht nehmen und verliert 1:2. Das ergibt den Führungswechsel an der Tabellenspitze fünf Spieltage vor Ultimo, denn Energie Cottbus gewinnt 2:1 in Greifswald, hat 61 Punkte und 59:25 Tore und Rot-Weiß Erfurt, bislang führend, 58 Punkte und 58:26 Tore am 29. Spieltag. Jena, Tabellendritter mit 52 Punkten, hat zum Tabellenführer aktuell neun weniger. Der 1. FC Lok Leipzig als Vierter, sogar 11 Punkte weniger. Die Meisterschaft haben Jena und die Leipziger Lok bereits abgeschrieben. Energie hat wohl im richtigen Moment das aus sich herausgeholt, was im Endspurt ausschlaggebend sein könnte. Zudem haben die Erfurter im Endspurt zu viele verletzte Stammspieler.

Was tut sich unten? Tennis Borussia hatte am Freitagabend, 21.04.2023 immerhin 1.2023 Zuschauer im Mommsenstadion, darunter viele Fans aus Leipzig, verlor aber gegen Chemie Leipzig durch Tore von Surek (8.) und Mauer (32.) mit 0:2 und behauptet, wir sind rein rechnerisch – leider nur 12 Punkte – noch nicht abgestiegen. Allerdings heißt der nächste Gegner Altglienicke (8., 46 Punkte) am Sonntag, 30.04.2023, im Jahn-Stadion. Altglienicke verlor das Nachholspiel mit 0:1 gegen den Berliner AK, ist nur 9. mit 43 Punkten, verlor in Chemnitz vor 2.238 Zuschauer mit 0:3. Das Schlusslicht TeBe schaffte es nicht an Halberstadt etwas heranzukommen, Hertha BSC II spielte beim Tabellenvorletzten in Halberstadt 0:0.

Das Berlin-Derby Viktoria 89 gegen VSG Altglienicke endete am Montag, 24.04.2023 torlos. Lichtenberg 47 hatte bei Lok Leipzig wenig zu bestellen und verlor 1:4. Am Samstag, 29.04.2023 steht ein weiteres Derby in Lichtenberg, gegen Herthas Zweite, an. Vielleicht schaffen die 47er eine Überraschung gegen die Ante Covic-Schützlinge. Viktoria muss am Freitagabend, 28.04.2023 in Luckenwalde antreten. Das Spiel Energie Cottbus – BFC Dynamo findet erst am Dienstag, 02.05, statt. Der BAK 07, jenseits von Gut und Böse, hat bereits Freitagabend, 28.04.2023 ab 19.00 Uhr, Poststadion, die interessante Aufgabe gegen Carl Zeiss Jena zu lösen. Bemerkenswert, ZFC Meuselwitz – im Abstiegskampf, schaffte in Jena ein 2:2 – trennte sich von Trainer Heiko Weber.

Christian Zschiedrich