Noch sechs Spieltage in der Regionalliga Nordost

Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt gewinnt 4:0 gegen den Greifswalder FC und hat mit 58 Punkten 3 Punkte mehr als der hartnäckige Verfolger Energie Cottbus (55 P.). Nur Energie hat ein Spiel weniger ausgetragen als Rot-Weiß und könnte bereits übermorgen, Mittwoch, 19.04.2023, 19.00 Uhr, im Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena (3., 51 Punkte) punktemäßig mit Erfurt gleichziehen. Allerdings gelang den Schützlingen von Trainer Claus-Dieter Wollitz der Sieg gegen Schlusslicht Tennis Borussia, mit 2:1 vor 4.608 Zuschauern, bei weitem nicht so souverän wie den Erfurtern beim 4:0 vor 4.364 Zuschauern gegen Greifswald. Dennoch, selbst die Tordifferenz der beiden Aufstiegsaspiranten ist bis auf einen Zähler aktuell zugunsten der Thüringer fast gleich. Denkbar, dass am Ende das Torverhältnis sogar den Ausschlag für den Meistertitel geben kann. So spannend ist die Endphase und kaum vorauszusehen, wer das Rennen machen wird.

Carl Zeiss hat sich mit 2:0 am Ende im Zoschke sogar mühelos gegen Lichtenberg 47 durchgesetzt, ist keineswegs abzuschreiben, hat im Ernst-Abbe Sportfeld ein Heimspiel gegen Meuselwitz, dem 15. mit 25 Punkten. Das ist noch nicht gewonnen. Meuselwitz möchte gern vom derzeitigen Relegationsplatz weiter nach oben klettern. Es ist nicht nur oben, im Kampf um die Meisterschaft spannend, selbst TeBe, der 18. könnte die Klasse halten. Die Berliner Borussen müssen jedoch hoffen, dass möglichst kein Ost-Club aus der 3. Liga absteigt und dass die Charlottenburger, die „Rote Laterne“ nach Halberstadt abgeben. Halberstadt hat am Dienstag, 18.04.2023 ein Nachholspiel gegen Hertha BSC II und TeBe hat am 29. Spieltag, am Freitag, 21.04.2023 19.00 Uhr, sein Heimspiel im Mommsenstadion gegen Chemie Leipzig. Zeitgleich spielt Halberstadt in Babelsberg.

Ob es Lichtenberg, aktuell 21 Punkte, erwischt? Ihnen steht die schwere Aufgabe beim 1. FC Lok Leipzig im Bruno-Plache-Stadion bevor. Herthas Zweite holte aus den letzten beiden Spielen 6 Punkte, ein 3:0 gegen Chemie Leipzig und das Berlin-Derby gegen Altglienicke im Jahnstadion gewannen sie mit 3:2. Am Sonntag, 23.04.2023 könnten, gegen Luckenwalde im Amateurstadion weitere 3 Zähler auf das Hertha-Konto kommen.

Christian Zschiedrich

Absoluter Tiefpunkt beim Hauptstadtclub Hertha BSC

Schalke gewinnt 5:2 und schickt Hertha ans Tabellenende. Hub Stevens scheint Recht zu behalten, dass auch am Ende die Plätze zugunsten von Schalke mit Hertha getauscht sind. Jetzt ist es schon zum 28. Spieltag so weit und unverhältnismäßig deutlich. Herthas Auftreten in Gelsenkirchen war äußerst blamabel. Trainer Schwarz sagte nach dem Spiel, die Tore für Schalke seien aus Hertha-Sicht zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt gefallen. Für die Siegermannschaft eben zu einem günstigen Zeitpunkt. Das schafft Hertha leider nicht. Beim Interview von Sandro Schwarz vor dem Spiel hatte ich das eigenartige Gefühl, das kann so nichts werden! Entsprechend war die Körpersprache in dem so wichtigen Match von den Berlinern, der Bedeutung des Spiels überhaupt nicht angemessen.

Eine katastrophale Zweikampfführung, schlechtes Stellungsspiel, die Deckungs- und Abwehrarbeit entsprach fortgesetzter Einladung für die Schalker, Tore zu erzielen. Kein Ineinandergreifen der Mannschaftsteile. Schalke dominierte total und das nicht nur, aber besonders im Mittelfeld. Bei Hertha schaute man am besten im Aufbauspiel „mitreißend“ weg. Den gezeigten Leistungen nach waren vielleicht drei Spieler Bundesligareif. Hertha gehört so nicht ins Oberhaus. Ich behaupte sogar, ein Abstiegskampf von Hertha in dieser Form war vorhersehbar. Hertha ist zwar rechnerisch noch nicht abgestiegen. Die Mannschaft zerfällt als Absteiger und keiner weint ihr eine Träne hinterher.

Meine Meinung, das war vorhersehbar, sage ich vor allem auch denen, die behaupten, die letzten Spiele waren doch gar nicht so schlecht. Schauen wir aktuell die Gangart des nächsten Gegners an. Bremen spielt gegen Freiburg und Stuttgart als Vorletzter empfängt Dortmund, Bochum, (15., 26 Punkte), vier Punkte besser als Hertha, muss in der Alten Försterei beim Tabellendritten gegen Union (51 Punkte) bestehen. Die gefährdeten Mannschaften können Abstiegskampf und könnten vielleicht schon am 28. Spieltag den Abstand zu Hertha vergrößern.

Die kritisierten Vorgänge im Verein der Hertha kommen zu den sportlichen Leistungen negativ hinzu. Die DAZN-Reporter behaupteten in der Tat, Trainer Schwarz wird infolge des Griffs nach dem Strohhalm den kommenden Montag nicht als Hertha-Trainer überleben. Hertha sollte Windhorst bitten, noch ein paar Millionen zu spendieren. Hertha, hat augenscheinlich abgewirtschaftet, ist ein Sanierungsfall, sogar existentiell gefährdet. Für einen neuen Trainer ist gar kein Geld vorhanden. Was ist bloß aus der Alten Dame geworden? Nach Bremen geht es am 30. Spieltag zu den Bayern.

Christian Zschiedrich

Erfurt und Cottbus verloren im Gleichschritt

Erfurt und Cottbus verloren beide ihre Heimspiele, die Rot-Weißen 0:1 gegen Viktoria Berlin und Cottbus 1:2 gegen Hertha II. Sie patzten im Gleichschritt. Drei Spiele endeten torlos, darunter, vor rund 5000 Zuschauern, das Leipziger Derby und 0:0 Altglienicke gegen Jena, sowie Luckenwalde gegen Chemnitz. Den deutlichsten Sieg, mit 5:0, errang der BFC Dynamo gegen Greifswald. Christian Beck steht nach seinem Dreierpack wieder an der Spitze der Torjägerliste. Ebenso hervorzuheben ist der 3:0-Sieg von Babelsberg in Meuselwitz. Die Potsdamer könnten einen Beweis dafür geliefert haben, dass es sich lohnt, auch in Krisenzeiten am Trainer festzuhalten. Babelsberg bewegte sich in Richtung Abstiegszone, die Vereinsführung sprach Trainer Zschiesche das Vertrauen aus. Jetzt folgte der dritte Sieg in Folge, Tabellenzehnter mit 39 Punkten, das liest sich doch gar nicht so schlecht.

Der Berliner AK kann wieder siegen. Das Berlin-Derby im Zoschke gegen Lichtenberg 47 endete mit einem 2:0 Erfolge für die Athleten. Viktoria 89 hat sich mit dem Dreier in Erfurt, nun 40 Punkte auf das Konto geholt. Den Erfurtern scheint im Kampf um die Meisterschaft die Puste auszugehen. Cottbus und Altglienicke, als ärgste Verfolger, haben ein Spiel weniger ausgetragen. Herthas Zweite kommt nach dem nicht unbedingt erwarteten Sieg in Cottbus, jetzt auf 31 Punkte, bleibt auf Platz 13.

Der Meister im Nordosten muss wie im vergangenen Jahr Aufstiegsspiele bestreiten, Gegner ist der Meister der Regionalliga Bayern. Wer die Liga verlassen muss, richtet sich nach den Absteigern aus der 3. Liga und ist abhängig, ob der Meister es schafft aufzusteigen. Günstigstenfalls gibt es nur einen Absteiger, es könnten drei weitere dazukommen. Für Tennis Borussia Berlin, aktuell mit der roten Laterne ausgestattet, ein wichtiger Fakt. TeBe, kann noch siegen, sendete zuletzt ein Lebenszeichen aus Halberstadt. Mit dem 2:1-Sieg haben die Lila-Weißen Halberstadt eingeholt und sind nur noch aufgrund des schlechteren Torverhältnisses Schlusslicht. Jetzt folgen sogenannte Hammerspiele: Freitag, 07.04.2023, im Mommsenstadion ist Tabellenführer Erfurt zu Gast und am 11.04. der 1.FC Lok Leipzig. Die nächste Auswärtsaufgabe am 15.04., wartet in Cottbus. Neun Partien sind es noch für das Sammeln der dringend benötigten Punkte. Das letzte Match der Saison findet für TeBe am 28.05. im Poststadion mit dem Derby gegen den BAK 07 statt.

Christian Zschiedrich

Regionalliga Nordost vor dem 26. Spieltag

Bereits nach dem 25. Spieltag trennte sich in der Spitzengruppe die Spreu vom Weizen. Wir berichteten von einem konstant spielstarken Quartett, das sich deutlich vom Rest der Liga abgesetzt hatte. Dazu zählte wieder die VSG Altglienicke auf Platz drei. Ausgerechnet Altglienicke gab sich im Nachholspiel eine Blöße und verlor 1:2 das Heimspiel gegen Babelsberg 03, sodass jetzt kaum noch Hoffnung auf den Titelgewinn besteht. Nach dem Sieg in Chemnitz riss gegen Babelsberg die beeindruckende Serie vor 1.159 Zuschauern im Jahnsportpark. Das „konstant siegreiche Quartett“ verliert in der entscheidenden Phase damit an Boden. Am Freitag, 31.03.2023 steht das Heimspiel der VSG gegen Carl Zeiss Jena im Jahnstadion an. Man darf gespannt sein, ob die Berliner auch ihre Pokalniederlage verdaut haben. Jena rangiert mit nur einem Punkt weniger auf dem 4. Rang. Tabellenführer Rot Weiß Erfurt (51 Punkte) und Energie Cottbus (49 Punkte) werden wohl das Rennen unter sich ausmachen, zumal Jena noch nach Cottbus muss.

Die Ergebnisse der drei weiteren Nachholspiele: Lichtenberg 47 – Babelsberg 03 0:1, BFC Dynamo – FC Viktoria 89 0:3, Greifswalder FC – Tennis Borussia 5:0.

Lichtenberg 47 steht mit 20 Punkten, bei vier Absteigern, auf dem drittletzten Tabellenplatz. TeBe ist mit 9 Punkten nach wie vor Schlusslicht. Hertha BSC II (13., 28 Punkte) und BAK 07 /12., 33 Punkte) sind den Gefährdeten am nächsten.

Hier die nächsten Spiele mit Berliner Beteiligung: Freitag, 31.03.2023 19.00 Uhr, Altglienicke – Jena und Tennis Borussia in Halberstadt. Am Samstag, 01.04.2023, 31.03.2023 13.00 Uhr, Lichtenberg 47 – BAK 07, Erfurt – Viktoria 89 und Energie Cottbus – Hertha II. Sonntag, 02.04.2023, 13.00 Uhr, BFC Dynamo – Greifswalder FC, und um 16.00 das brisante Leipziger Derby Chemie gegen den 1. FC Lok.

Christian Zschiedrich

Immer wieder Überraschungen im Pokalwettbewerb

Während der Länderspielpause wurde auch in Berlin die Zeit für den Landes-Pokal genutzt. Im Viertelfinale setzten sich recht eindeutig die Favoriten durch. Überraschend ist in diesen Jahr, dass sich mit Sparta Lichtenberg ein Berlin-Ligist für das Halbfinale qualifizieren konnte. Der letztjährige Finalteilnehmer VSG Altglienicke scheiterte unglücklich im Spiel gegen den Ligarivalen BFC Dynamo. Zuvor war die Siegesserie der Schützlinge von Karsten Heine gerissen, das Meisterschaftsnachholspiel gegen Babelsberg ging mit 1:2 verloren. Der BFC Dynamo verlor zuvor glanzlos mit 0:3 im Sportforum gegen FC Viktoria 89. Die Verteidigung der Meisterschaft wurde endgültig begraben, volle Konzentration auf den Pokal. Die 1.409 Zuschauer im Sportforum sahen in der regulären Spielzeit Fußball auf Augenhöhe. Durch einen umstrittenen Strafstoß in der Nachspielzeit, Schiedsrichter Jessen hatte eine Abwehraktion von Stephan Brehmer, nach einem Eckball, auf der Torlinie als Handspiel gewertet. Zum fälligen Elfmeter gab es die Rote Karte für Brehmer und Beck verwandelte den Strafstoß mit viel Dusel zum Weiterkommen und zum Erreichen des Halbfinales. Eine schwer zu bewertende Szene, die TV-Bilder ließen auch kein eindeutiges Urteil zu, im Zweifel hätte man hier wohl auch zugunsten des Verteidigers entscheiden können.

Die Ergebnisse des Landespokal-Viertelfinales: BFC Dynamo – VSG Altglienicke 1:0, TuS Makkabi – SD Croatia 4:0, FC Viktoria 89 – FC Liria 6:1, Sparta Lichtenberg – CFC Hertha 06 4:2

Vor 297 Zuschauer erreichte Sparta, Berlin-Ligist, mit einem 4:2 Sieg gegen Hertha 06, dem Oberligisten, das Halbfinale. Der Berliner Fußball-Verband hat inzwischen die Paarungen für das Halbfinale am 9. April 2023 (Ostersonntag) und 10. April 2023 (Ostermontag) ausgelost. Den ersten Finalteilnehmer spielen TuS Makkabi und Viktoria 89 aus. Die zweite Halbfinalbegegnung heißt SV Sparta Lichtenberg – BFC Dynamo. Dem Papier nach dürften die beiden Regionalligisten, am 3. Juni 2023, das Finale bestreiten. Der Sieg im Finale berechtigt zur Teilnahme an der 1. Runde des DFB-Pokals und spült einiges Geld in die Vereinskasse.

Es müsste schon fast mehr als nur sensationell zugehen, würden Sparta Lichtenberg, immerhin Tabellenführer der Berlin-Liga oder der TuS Makkabi (5. der NOFV Oberliga Nord) das Endspiel bestreiten. Der Ball ist rund und 90 Minuten müssen mindestens gespielt werden.

Christian Zschiedrich

Aktivitäten während der Länderspielpause – national und lokal

Über die Entlassung des Trainers Julian Nagelsmann bei Bayern München ist schon viel geschrieben worden, hier soll nur kurz auf die Widersprüche bei der Begründung eingegangen werden. Kahn und Salihamidzic verpassten Nagelsmann nach der Entlassung noch eine gehörige Watsch’n, sie trauten ihm nicht mehr zu, die Bayern-Zukunft erfolgreich zu gestalten. Nachdem sie ihm vorher noch einen „exzellenten Trainer“ nannten. Der Sportvorstand hielt ihm fehlende Leistungskontinuität, „unverständliche Leistungsschwankungen“, vor. Jetzt muss vor allem bezweifelt werden, ob es stimmt, dass es „zwischen Trainer und Mannschaft“ nicht mehr gestimmt habe. Dem widersprach nämlich Joshua Kimmich vehement. Der Trainer habe keineswegs die Kabine verloren, erreichte also die Mannschaft weiter. Nagelsmann sei bisher in seiner Karriere der beste Trainer gewesen. Und wer traute sich noch dem Sportvorstand zu widersprechen: Leon Goretzka! Das im Interview ebenso deutlich, für eine ungetrübte Stimmung in der Mannschaft. Das übrigens unmittelbar nach dem 2:0 Sieg von Deutschland gegen Peru.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert

Nachfolger Thomas Tuchel wird wissen, worauf er sich eingelassen hat und welche Stellschrauben er erfolgreich bedienen muss. Eine Woche Training mit nur einem Rumpfkader an der Säbener Straße – sein Debüt heißt Zweiter gegen Erster, Bayern München – Borussia Dortmund, dem Tabellenführer. Tuchel nannte es bei der Vorstellung seiner Person, gutgelaunt, eine „Ehre und Auszeichnung“, von Bayern München auserkoren worden zu sein. Ein Dankeschön ging insbesondere an: „Olli, Brazzo, Herrn Hainer und Ulli Hoeneß“, na ja.

Der 26. Spieltag ist auch für zwei Berliner Vereine von besonderer Bedeutung: Der Tabellendritte 1. FC Union empfängt in der Alten Försterei Bruno Labbadia mit dem Tabellenletzten VfB Stuttgart. Die Schwaben haben sich noch keineswegs aufgegeben und der 1. FC Union will den Champions League Platz verteidigen. Außerdem geht es zeitgleich, 15.30 Uhr, um sehr viel für die Alte Dame Hertha BSC, Drittletzter, beim Tabellenvierten SC Freiburg. Sie gewannen zwar mit 5:1 das Benefizspiel vor immerhin 2.444 Zuschauern im Poststadion gegen BAK 07. Ob die Berliner aber in Freiburg bestehen können? Der Berliner AK hat sich von Trainer Benjamin Duda getrennt. Duda war in den 15 Monaten zuvor recht erfolglos. Der BAK stürzte nach einer Niederlagenserie auf Tabellenrang 12 ab. In diesem Jahr holte das Team noch keinen einzigen Punkt. Präsident Ebubekir Han sah sich „zum Handeln verpflichtet“. Sein Nachfolger ist Volkan Uluc. Er hat den Club bereits zweimal in der Oberliga, in den Spielzeiten 2002/2003 und 2004/2005 trainiert.

Bei der Hertha genießt Trainer Sandro Schwarz, trotz schwacher Bilanz, weiter Rückendeckung. Der Abstand zum Tabellenletzten VfB Stuttgart beträgt nur einen Punkt. Nach dem Freiburg-Spiel heißt der Gegner RB Leipzig. Hertha muss gegen die Auswärtsmisere ankämpfen und das in Freiburg. Marco Richter hat die fünfte Gelbe kassiert und darf nur zu schauen. Acht Spieler hat Hertha derzeit für Länderspiele abgestellt. Hinzu kommen finanzielle Sorgen. Nicht gerade positiv ist die Kunde, dass der Trikot-Sponsor nach zwei Jahren aussteigt. Es heißt, Hertha bekam jährlich 6 Millionen überwiesen. Da sollte schleunigst Ersatz gefunden werden. Erfahrungsgemäß sind Sponsoren an sportlichen Erfolgen interessiert. Der Streit mit dem fristlos entlassenen Geschäftsführer Fredi Bobic wird voraussichtlich nicht vor dem Arbeitsgericht, sondern könnte in die Zuständigkeit des Landgerichts wechseln.

Das Trainer-Karussell dreht sich auch in den unteren Ligen. Oberligist Blau-Weiß 90 trennt sich von Ingo Reißner, der erst vor vier Wochen das Traineramt von Marco Gebhardt übernommen hat. Der neue Chef bei Blau-Weiß 90 ist Michael Meister. Er verkündete, dass zur neuen Saison das Trainergespann Rani Al-Kassem und Co-Trainer Simon Schrade übernehmen sollen. Das Gespann äußerte den Wunsch, ab sofort einmal wöchentlich am Training der Ersten teilzunehmen, um die Spieler kennenzulernen. Etwas ungewöhnlich, das geht nur mit dem Einverständnis des aktuellen Verantwortlichen. Ingo Reißner war nicht einverstanden. Michael Meister: „Dann trennen sich eben unsere Wege“. Immerhin eine seltsame Geschichte.

Christian Zschiedrich

Die entscheidende Phase in der Berlin-Liga

Zehn Wochen lang führte Hilalspor die Tabelle der Berlin-Liga an. Am 22. Spieltag endete das, der SV Empor, im gesicherten Mittelfeld, brachte vor genau 100 Zuschauern an der Cantianstraße das Kunststück fertig, Hilalspor mit 3:0 zu besiegen. Nach der Halbzeit fielen die Tore durch zweimal Albrecht (48. und 67.) sowie Gampe (81.). Sie erzwangen damit einen Wechsel an der Tabellenspitze. Der neue Tabellenführer Sparta Lichtenberg gab sich gegen Stern 1900, immerhin Tabellenfünfter, keine Blöße. Die Kostic-Elf gewann verdient mit 5:0. In der Vorwoche stellte Stern 1900 den Füchsen ein Bein. Jetzt wurden sie von Sparta vom Platz gefegt.

Am 23. Spieltag gewannen beide führenden Clubs ihre Spiele. Hilalspor an der Wiener Straße, wieder vor 100 Zuschauern, 4:1 gegen den SC Charlottenburg. Der Halbzeitstand von 1:1 mit Toren von 1:0 (13.) Durmus und 1:1 (35.) Droszczak hielt bis zur 55. Minute. Den Endstand erzielten Uzuner, Temel und Bacak mit dem 4:1 (90.). Das 2:1 (55.), so SCC-Coach Brand, „war spielentscheidend“, anschließend erzielten nur noch die Kreuzberger die Treffer.

Sparta Lichtenberg holte sich beim TSV Rudow die Punkte. Das goldene Tor zum 1:0 für Sparta schoss Hänsch in der 31. Minute. In den letzten Jahren war für Sparta die Begegnung an der Stubenrauchstraße , laut Trainer Kostic, stets das schwerste Spiel. Seine Schützlinge taten sich wieder schwer, nur 44 Zuschauern waren dabei.

Nach dem fünften Sieg in Folge muss eine Mannschaft besonders gewürdigt werden: Türkspor Berlin vom Heckerdamm. Diesmal stand ein 2:1 Sieg gegen SD Croatia vor 48 Zuschauern. Sie sind die beste Rückrundenmannschaft. Das Team von Trainer Zazai ist die Mannschaft der Stunde, eilt von Erfolg zu Erfolg, mit 35 Punkten schon Tabellenachter. Jetzt stehen gegen die Top-Mannschaften große Aufgaben bevor. Der Reihe nach gegen Füchse Berlin am Wackerweg, bei Sparta und dem Berliner SC.

Was ist mit den Füchsen los? Beim 1. FC Wilmersdorf verloren sie ihre dritte Begegnung in Folge, 95 Zuschauer sahen das Tor durch Eltahir für Wilmersdorf. Das 1:0 war dann auch das Endergebnis.

In der Kienhorststraße heißt es am Freitagabend, 17.03.2023, 19.30 Uhr, Füchse Berlin gegen Türkspor. Wird das die vierte Niederlage Füchse auf dem Wackerplatz in Serie oder kann Türkspor die Siegesserie fortsetzen.

Am Sonntag, 19.03.2023, bereits 13.30 Uhr, an der Hubertusstraße, muss Hilalspor die Hürde beim Tabellendritten Berliner SC nehmen. Der BSC hatte sich zuletzt mit 3:1 in Frohnau durchgesetzt und liegt selbst mit 49 Punkten noch aussichtsreich im Rennen. Hilalspor hat, wie Sparta Lichtenberg, jetzt 53 Punkte. Die Füchse sind mit 45 und einem Spiel weniger von der Rolle. Von dem Abstiegsrang möchte sich Al-Dersimspor fortbewegen. Totgesagte leben länger. Das 5:0 gegen den Lichtenrader BC war ein deutliches Lebenszeichen. Zum rettenden Ufer sind es jedoch aktuell sechs Punkte.

Christian Zschiedrich

Berliner Fußball im Überblick

Noch ist unsere Hauptstadt in der obersten Liga mit zwei Clubs vertreten. Am Ende der Saison könnte es nur noch der 1. FC Union sein. Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist? Warten wir die letzten zehn Spiele ab. Eine Last für Hertha BSC scheint zum Glück mit dem Vollzug des Vertrags mit 777 genommen zu sein. Der US-Investor ist der Nachfolger der 377 Millionen von Lars Windhorst und soll bereit sein, 100 Millionen, sofort 30 Millionen, in den Club zu stecken. Die Lizenz scheint für den hoch verschuldeten Berliner Verein gerettet. Alfred Draxler vermutet trotz der 50+1 Regel eine „Übernahme durch die Hintertür“! Positiv ist die Zusage dennoch zu bewerten, 777 garantiert die Investitionen selbst im Falle eines Abstiegs!

Sportlich liegen einige Hoffnungen auf einem Reinickendorfer Jungen. Jessic Ngkanam, der gegen Mainz 05, beim 1:1, bester Berliner und Torschütze mit dem von Experten als „sinnlos“ titulierten Elfmeter war. Ansonsten bot die Hertha wenig Berauschendes. Am Samstag, 18. 03.2023 sind die Punkte beim Tabellenletzten TSG Hoffenheim noch nicht gewonnen. Es ist sogar die Auferstehung der TSG in Sinsheim zu befürchten.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Der mit vielen Spielen strapazierte 1. FC Union steht mit 45 Punkten aktuell auf einem Champions-League Platz, punktgleich mit RB Leipzig und dem SC Freiburg. Eintracht Frankfurt kämpft mit um die Champions-League, steht mit 40 Punkten auf einem Europa-League Platz und will am Sonntag, 19.03.2023 in der Alten Försterei gewinnen. Es ist eine zukunftsweisende Partie. Beide Vereine spielten am 24. Spieltag 1:1, Union in Wolfsburg und Frankfurt, ebenso strapaziert, gegen Stuttgart.

Von der Bundesliga springen wir aus Berliner Sicht zwangsweise gleich in die Regionalliga, Oberliga und Berlin-Liga. In der 2. und auch in der 3. Liga ist ja kein Berliner Verein vertreten. Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt (48 Punkte) löste mit dem 1:0 Sieg, vor 6.078 Zuschauern gegen den 1. FC Lok Leipzig, den Spitzenreiter Energie Cottbus ab. In der Regionalliga Nordost fielen sechs Spiele und dazu das Nachholspiel Rot-Weiß Erfurt – FSV Luckenwalde der Witterung zum Opfer. Somit bleibt VSG Altglienicke mit 42 Punkten und positivem Trend Tabellendritter unmittelbar hinter Cottbus. Für die von Karsten Heine trainierten VSGler hat der Verein die Lizenz für die 3. Liga beantragt. Infolge des 3:0-Sieges von Chemie Leipzig vor 4.800 Zuschauern gegen Chemnitz stehen für beide Clubs 39 Punkte auf dem Konto.

In der NOFV-Oberliga Nord fanden immerhin sechs Partien und dazu drei Nachholspiele statt. Tasmania setzte den Aufwärtsschwung fort und siegte 4:1 gegen den 1. FC Frankfurt. Die Frankfurter finden sich auf einem Relegationsplatz wieder. Das Berliner Derby TuS Makkabi – Blau-Weiß 90 endete deutlich mit 5:1. Blau-Weiß rutschte weiter, jetzt auf Platz 7, ab. TuS Makkabi steht jetzt auf Platz 4 mit 44 Punkten, nur einen Zähler hinter Hertha 03 mit 45 Punkten. Hertha 03 spielte beim Tabellenvorletzten SC Staaken 2:2. Hertha 06 dagegen behauptet sich mit einem 4:0 gegen Union Fürstenwalde, aktuell Platz 5 mit 40 Punkten. Eintracht Mahlsdorf ging mit 0:5 beim Tabellenführer Hansa Rostock II unter. Das Spiel Dynamo Schwerin – Rostocker FC wurde auf den 10. April verlegt. Auch das Nachholspiel des Rostocker FC in Neustrelitz fiel aus. Nachgeholt wurden die Partien Mecklenburg Schwerin – TuS Makkabi 0:4 und Dynamo Schwerin – SC Staaken 0:0. Ob bei den derzeitigen Witterungsverhältnissen der 25. Spieltag komplett stattfinden kann, steht in den Sternen.

Damit wären wir in Berlins höchster Spielklasse angelangt, der Berlin-Liga. Hier wurden alle Begegnungen der Berlin-Liga ausgetragen. Dieser Liga widmen wir uns dieser Liga gesondert. Vorweg der Hinweis, Sparta Lichtenberg löste den bisher souverän führenden Tabellenführer Hilalspor aufgrund des jetzt besseren Torverhältnisses ab.

Christian Zschiedrich

Enttäuschendes 1:4 der Hertha in Leverkusen

Erfahrungsgemäß können im Überlebenskampf am besten Punkte gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld geholt werden. Bayer Leverkusen, Tabellenelfter mit 28 Punkten, jenseits von Gut und Böse, schien eine wenig konstante Truppe zu sein. Die Hertha-Anhänger hofften am 23. Spieltag an die Fortsetzung der zuletzt gezeigten Leistungen. Doch die Schützlinge von Trainer Sandro Schwarz fielen in alte Strickmuster zurück. Bekanntlich spielt der Gegner immer so gut, wie man es zulässt und Hertha ließ einfach zu viel zu; den Schützlingen von Trainer Xabi Alonso viel zu viel Raum für ihre Angriffe. Da nützt es nichts, den Berlinern für ihre beiden ersten, frühen Gegentore Trost zuzusprechen, wo der Ball recht unglücklich die Torlinie überschritt. Das Chancen-Übergewicht der Leverkusener deuteten die frühe Entscheidung beängstigend an. War es die falsche Taktik oder begnügten sich die Spieler mit der Erkenntnis, „wir stehen ja auf dem 14. Tabellenplatz“?

Diese Sicht ist nun am kommenden Wochenende gegen die aktuell effektiv auftrumpfenden Mainzer überhaupt nicht angebracht. Verliert Hertha auch diese Partie, könnte Huub Stevens mit seiner Prognose Recht behalten, dass Schalke die Position mit Hertha am Ende umkehren wird. Schalke gewann das Revierderby in Bochum und ist nicht mehr Letzter. Seltenheitswert, die letzten Vier haben alle 19 Punkte und Hertha hat 20.

Nach Herthas Siegen verstummten plötzlich die vielen Nebengeräusche im Verein und in Berlin. Das ist das eindeutige Zeichen, dass die Leistungen auf dem Platz auch das Stimmungsbarometer bestimmen. Einen Meistertitel hat ja nun Hertha BSC unbestritten: Hertha ist Abfindungsmeister! Mal nur die beiden letzten Jahre zugrunde gelegt, zahlte Hertha rund acht Millionen an Abfindungen für Ex-Mitarbeiter.

So sind in der Boulevardpresse aufgelistet die Bezüge an Michael Preetz und zweimal für Pal Dardai, wie auch an Andreas Neuendorf, Vladimir Darida, Davie Selke und Petry Zsolt. Wie die Sache mit Fredi Bobic ausgeht, ist keineswegs ausgestanden. Laut Vertragsklausel stehen ihm 3,5 Mill. Euro zu. Im Grunde müssten Vereinsmitglieder bei jeder Versammlung auf die Barrikaden gehen. Die arme Hertha hat so kein Geld mehr für nötige Verstärkungen. Weiterhin ist zu hören und zu sehen, dass Hertha BSC großen Krach mit Axel Kruse hat.

Bei Axel fällt mir plötzlich wieder die oft gehörte Aufklärung im Elternhaus ein: Bei Konflikten und Auseinandersetzungen mit solchen Spannungen gibt es stets zwei Seiten! Ich mochte den Stürmer Axel Kruse im Hertha-Dress auf dem Feld. Nach einer Hertha-Mitglieder-Versammlung verließ ich zufällig das ICC zusammen mit Axel Kruse. Er sprach mich auf meine gute Meinung zu zwei damaligen Vorstandsmitgliedern an, die bei Präsident Werner Gegenbauer in Ungnade gefallen waren. Wie falsch ich liege, untermauerte er zu meiner Verwunderung, garniert mit zwei Schimpfwörtern, die nicht druckreif sind. Daraufhin interessierte ich mich spezieller über das Wirken von Axel Kruse nach seiner Zeit als Fußballprofi. Der Tenor: er sei sehr pfiffig und cool, vor allem dem Geld hinterher. Seine eigenen Geschäfte liefen angeblich nicht so gut und schon deshalb sei er ein Verbündeter von Werner Gegenbauer damals gewesen.

Christian Zschiedrich

VSG Altglienicke unter Karsten Heine fünfmal in Folge zu Null

Souverän am 22. Spieltag, mit dem Derbysieg, 3:0 gegen Lichtenberg 47 und zuvor im Nachholspiel 2:0 Sieger beim Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt vor 4.098 Zahlenden. Das freute natürlich Energie Cottbus, mit zwei Siegen jetzt mit 43 Punkten Tabellenzweiter und Carl Zeiss Jena (40 Punkte) Jena 5:0 Sieger auswärts in Halberstadt. Germania Halberstadt kann trotzdem noch siegen, sogar 4:0 im Nachholspiel beim FSV in Luckenwalde.

Claus Dieter Wollitz führte die Cottbuser in der Nachholbegegnung zum 2:0 Sieg gegen Chemie Leipzig und zum 2:1 Erfolg gegen BAK 07. Vor 3.781 Zuschauern gelang der Siegtreffer erst in der Schlussphase. Der Berliner AK holte im Berlin-Derby bei Hertha BSC II vor 794 Zuschauern im Amateurstadion beim 2:2 einen Punkt. Erfurt bleibt Spitzenreiter nach dem wichtigen 1:0 vor 6.835 Zuschauern gegen den Chemnitzer FC .

FC Viktoria 89 holte sich im Mommsenstadion mit einem 3:1 gegen Schlusslicht Tennis Borussia drei weitere Zähler, während Hertha BSC II beim Greifswalder FC mit 1:2 unterlag. Der BFC Dynamo konnte gegen den 1. FC Lok Leipzig vor 2.325 Zahlenden leider nicht gewinnen. Erst in der 88. Minute gelang Ziane der 1:1 Ausgleich. Kleihs hatte das 1:0 in der 32. Minute erzielt. Das Unentschieden hilft beiden Clubs recht wenig. Dynamo ist mit 34 Punkten jetzt 8.. Etwaige Aufstiegsträume des amtierenden Meisters werden zunehmend unrealistisch.

Der 23. Spieltag steht bevor und Energie Cottbus hat am Freitag, 03.03.2023 an der Gellertstraße noch nicht beim Chemnitzer FC gewonnen. Die Sachsen sind mit 39 Punkten mit im Rennen, müssten aber unbedingt punkten. Ebenfalls am Freitag muss der BFC Dynamo ins Amateurstadion bei Herthas Nachwuchs antreten.

Zeitgleich empfängt Babelsberg 03 im Karl-Liebknecht-Stadion Tennis Borussia. Heimspiele haben am Samstag, 04.03.2023 Viktoria 89, Stadion Lichterfelde, gegen den Greifswalder FC und Lichtenberg 47 spielt im Zoschke gegen den FSV Luckenwalde. Von Bedeutung ist ein weiteres Samstag-Spiel, im Ernst-Abbe-Sportfeld das Thüringen-Derby zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt. Altglienicke muss am Sonntag, 05.03.2023 nach ZFC Meuselwitz in die Bluechip-Arena und der Berliner AK 07 tritt um 16.00 Uhr im Poststadion gegen Chemie Leipzig an.

Christian Zschiedrich