Dass Bochum 1:1 gegen Dortmund spielt und Stuttgart 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach als auch Schalke gegen Werder Bremen 2:1 als Gewinner vom Platz gehen, das waren alles Ergebnisse gegen Hertha, das bis zur 69. Minute das 0:0 hielt, in der Endphase aber noch zwei Treffer von den Bayern in München schlucken musste. Heißt: Im Abstiegskampf ist für die Berliner der Abstand zum rettenden Ufer vier Spiele vor Saisonende größer geworden. Das ist einer der Gründe, weshalb es nur durch ein kaum einzutretendes Wunder noch Hoffnung auf den Klassenerhalt gibt.

Sollte Hertha alle vier ausstehenden Spiele gewinnen, kämen 12 Punkte auf die 22 hinzu. Das ergibt, dazu bei ungenügendem Torverhältnis, 34 Punkte. Doch beten wird nicht helfen, weil die Konkurrenten gewiss noch Punkte holen werden. Der Abstand bis zum eventuell rettenden Relegationsplatz beträgt bereits acht Punkte. In Köpenick hieß die Parole: Erst einmal 40 Punkte, um nicht absteigen zu können, dann sehen wir weiter. Sehr vernünftig! Bereits am Samstag, 6. Mai 2023 gegen den VfB Stuttgart, könnte im Olympiastadion der Abstieg besiegelt sein, selbst wenn Hertha bis zur 80. Minute mit einem Tor führen sollte. Stuttgart erledigt öfter in der Endphase das Toreschießen und Hertha hat da Kapital hergegeben. Wer sagt, dies doch nicht mehr mit Trainer Pal Dardai, der muss dazu sagen, er kam viel zu spät! Ein Unentschieden hilft keinesfalls und ein Sieg wird schwer und hilft vielleicht auch nicht mehr. Selbst dann bleibt Hertha Schlusslicht. Wer direkt zweiter Absteiger wird? Ich tippe ganz stark auf Schalke 04, wegen des schwersten Restprogramms, in Mainz, gegen Bayern in München, zu Hause gegen Frankfurt und dann zum Schluss in Leipzig. Drei Auswärtsbegegnungen also Hertha und Schalke …..
Hertha könnt es als Hauptstadtclub in den nächsten Jahren sehr schwer haben. Ich denke dabei an den Hamburger SV. Dafür ist bei der Alten Dame in den letzten Jahren zu viel verkehrt gelaufen. Einer mit dem besten Einblick ist der Fußball-Wochen-Chef Horst Bläsig. In seinen Kommentaren spricht er Klartext. Den entlassenen Fredi Bobic titulierte er als den „Sargnagel“ und begründete es auch. Ja, der Sargnagel kommt zum Schluss und macht den Deckel darauf. Selbstverständlich ist die Zeit davor mit in Betracht zu ziehen, als Hertha hochnäsig und keineswegs angebracht handelte. Das summierte sich in den Jahren, sowohl in sportlicher als auch in personeller Hinsicht in der Führung des Vereins. Die häufigen Trainerwechsel und die oft nicht passende Zusammenstellung des Kaders führten zu der Misere. Wir bitten um ein Wunder.
Christian Zschiedrich
