13. Regionalliga Spieltag, Berliner Clubs, 3 Heimspiele, 2 Auswärtsspiele

Interessante Konstellation in der Regionalliga Nordost nach dem 12. Spieltag. Vor allem verschafften sich fürs kommende Wochenende (03.-5.11.2023) die drei Berliner Clubs mit Heimvorteil in den Auseinandersetzungen beste Erfolgsaussichten. Das Berlin-Derby BFC Dynamo – FC Viktoria 89 endete vor 1.808 Zuschauern im Sportforum 3:3. Es war nervenaufreibend. BFC-Trainer Dirk Kunert sah in der 80. Minute die Gelb-Rote Karte. Dynamo hätte zwar gern zwei Punkte mehr behalten, holte immerhin einen 1:3 Rückstand auf. Im Siegesfalle hätte der BFC als Tabellenführer in Erfurt starten können, da Spitzenreiter Greifswalder FC zu Hause Energie Cottbus nicht bezwingen konnte (1:1), ist es nur der eine Punkt (Greifswald 1., 26 Punkte) und BFC Dynamo (2., 25 Punkten), die sich weiterhin so eng duellieren. Allerdings folgen Babelsberg 03, Energie Cottbus (4.), FC Viktoria (5.) und VSG Altglienicke (6.) in der Spitzengruppe.

Viktoria 89 empfängt nun bereits am Freitag, 3.11.2023, 19.00 Uhr, im Stadion Lichterfelde den FSV Luckenwalde, den Tabellen7., mit aktuell 19 Punkten. Gegen Hertha BSC II gewann der FSV 2:0. Schlusslicht BAK 07 (8 Punkte) spielte beim punktgleichen FC Eilenburg 2:2 und hat ebenfalls am Freitag Heimrecht im Poststadion gegen Carl Zeiss Jena (10., 16 Punkte). Die VSG Altglienicke konnte beim Chemnitzer FC aus Krankheitsgründen der Chemnitzer nicht antreten – neuer Termin ist Dienstag, 21.11.2023. Am Samstag, 4.11.2023, 13.00 Uhr, kommt ZFC Meuselwitz ins Jahnstadion. Der ZFC gewann mit 1:0 zu Hause gegen den FSV Zwickau, aktuell Vorletzter der Tabelle. Für Hertha BSC II ist ebenfalls am Samstag,13:00 Uhr Anstoß im Chemnitzer Stadion an der Gellertstraße.

Unsere Vorstädter in Babelsberg, scheinen eine sehr erfolgreiche Saison zu spielen. Mit dem 1:0 gegen Hansa Rostock II sind die 03er jetzt punktgleich mit dem BFC Dynamo; ebenfalls nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer Greifswalder FC. Allerdings steht am Sonntag (6.11.2023) auswärts in Cottbus, Stadion der Freundschaft keine leichte Aufgabe bevor. Energie liegt nur einen Punkt hinter Babelsberg 03. Bleibt ein wenig Wehmut für einen Berliner, jahrelang erfolgreichen Verein. Der Berliner AK (18., 8 Punkte., 7:24 Tore,) kämpft auch gegen den großen finanziellen Aderlass und dem damit verbundenen mannschaftlichen Umbruch. Carl Zeiss Jena hat zwar Chemie Leipzig 1:0 besiegt und rangiert jenseits zwischen Gut und Böse, darf in Berlin gern zum Punktelieferant werden. Was den BAK auch hoffnungsvoll stimmen sollte, gleich drei Vereine, nur besserem Torverhältnis, haben auch nur deren acht Punkte: FSV Zwickau, Hansa Rostock II und FC Eilenburg. Es bleibt oben und unten spannend.

Christian Zschiedrich

Union – das war vorauszusehen

So überaus erfolgreich die letzte Saison auch war, mitunter spielten die Eisernen ja über ihre Möglichkeiten und hatten obendrein verdientermaßen Glück in den entscheidenden Phasen. Dass sich das in dieser Saison nicht unbedingt wiederholen wird, befürchtete der ein und andere Union-Anhänger. Dass es, wie nicht nur die Medien verkünden, zum freien Fall kommen wird und dass heuer dem Stand nach gegen den Abstieg gespielt werden wird, eine solche Diskrepanz war nicht eingeplant.

Union verlor leider, erneut, wichtige Spieler, befand sich demzufolge im Umbruch. Die Neuen versprachen, dem Namen nach, gleichwertigen Ersatz. Das hat man häufig, dass noch so gute Spieler berechtigte, höhere Erwartungen schüren, wen aber wundert es, wenn das Ineinandergreifen im Mannschaftsgefüge nicht immer effiziente Resultate hervorbringen.

Geduld, Geduld! Die hat weiß Gott der 1. FC Union. Und der Fußball-Gott scheint in allen Belangen gegen jegliches Aufbäumen der Köpenicker zu sein. Allein das Beispiel der Roten Karte von Schiedsrichter Sascha Stegemann gegen Trainer Urs Fischer, er beleidigte niemand und äußerte sich auch nicht laut. Regel hin und Regel her, muss man sich in einer solchen Situation mit einer Roten Karte profilieren?

Ich formuliere deshalb eine reine Gefühlslage und den Anschein von denen, die der falschen Annahme waren, der Schiedsrichter wolle gegen den gutmütigsten Unioner eine Lachnummer produzieren oder aber den Trainer so provozieren, dass der die Fassung verliert und handgreiflich wird. Natürlich war Urs Fischer in seiner und der Lage des Vereins nach bis in die Haarspitzen enorm angespannt. So wie es gute engagierte Trainers sein müssen. Um das zu erahnen, braucht man nicht viel Fingerspitzengefühl. Zum Glück ließ er sich nicht provozieren, er beherrschte sich und erklärte, doch nichts Anstößiges getan oder geäußert zu haben.

Wiederholt bekam der 1. FC Union Komplimente, gut gespielt und mit Pech verloren zu haben. Der Verlierer kann sich dafür nichts kaufen. Dafür kann selbstverständlich auch kein Unparteiischer was. Für das im Absatz zuvor zu Papier gebrachtes aber auf jeden Fall.

Die Rote Karte für Rani Khedira, nach genau einer Stunde Spielzeit, da regte sich keiner groß auf. Er hat zum Glück, mit zu hohem Bein und im Zweikampf zu spät kommend seinen Gegenspieler nicht verletzt. Sein Gegenspieler war voll im Tempo schneller. Khedira wäre sonst, wie wir ihn kennen, geschickter gewesen. Er sah in seinen vielen Bundesligaeinsätzen bisher noch keine Rote Karte. Ich erwähne die Hinausstellung auch nur als Fakt, passend zum Spiel, wie das Eigentor von Knoche.

Wer einmal selbst Fußball gespielt hat, erkennt in der Zeitlupe das in Brusthöhe zu hohe Bein von Khedira, das er jedoch, ganz deutlich, sofort zurücknimmt. Sein Bein sofort im Kniegelenk abwinkelte und damit Schlimmeres selbst verhinderte. Ich weiß, es muss nicht zu Verletzungen führen, die Gefahr ist laut Regel bereits zu ahnden. Dennoch, es war kein gefährliches gestreckte Bein! Gerade wieder genesen, wird Khedira in den nächsten drei wichtigen Spielen gesperrt fehlen. Wer kein Glück hat, da kommt eben Pech hinzu. Zudem, wer unten in der Tabelle steht, muss eine Menge mehr Ungereimtheiten ertragen. Er hat versucht, sich beim Foul fair zu verhalten. So manch taktisches Foul wird allwöchentlich weniger bestraft.

Christian Zschiedrich kommentiert

Zurück zu Urs Fischer und den elf verlorenen Pflichtspielen. Seit vielen Jahren beobachte ich Trainerentlassungen (nicht nur in der Bundesliga), wenn – spätestens nach fünf Pflichtspielen in Folge – kein Punktgewinn zu Buche schlägt, muss der Trainer als schwächtes Glied in der Kette gehen. Es gibt Ausnahmen, gut, beim 1. FC Köln (Pokalaus in Kaiserslautern) sind es mittlerweile sechs Spiele. Es folgen jetzt für Steffen Baumgart machbare Partien gegen Augsburg und Bochum. Aber wehe wenn…. am 12. Spieltag kommt Bayern München.

Die große Ausnahme der 1. FC Union – 11 Niederlagen und es folgen jetzt Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen. Es waren fünf atemberaubende, erfolgreiche Jahre unter Urs Fischer. Bundesliga-Aufstieg 2019, Klassenerhalt 2020, Qualifikation für die Europa Conference League 2021, 2022 für die Europa League und die Krönung, für die Champions League 2023. Das ist nicht nur außergewöhnlich, das werden die Eisernen ihrem Trainer Urs Fischer nie vergessen! Für mich war die rote Karte überzogen.

Er hatte ja bereits vor dieser Saison, entgegen aller Erwartungen, das geahnt und gewarnt, Verdienste hin und her. Präsident Dirk Zingler wird sich bei allem Dafürsprechen bestimmt für den Erhalt von Urs Fischer einsetzen, aber sich gezwungenermaßen die Frage stellen müssen, „doch handeln“ zu müssen! Oder soll er sich einmal vorhalten lassen, geschlafen zu haben und nicht Herr der Situation gewesen zu sein. Ich möchte den Präsidenten trösten. Wenn in dieser Saison alles in die Hose gehen sollte – noch ist es nicht so weit – ich würde Union und dem Präsidenten selbst im Falle eines Abstiegs in der Tat die Stange halten. Nur dann nämlich ist die Gewähr, mit dieser Mannschaft und diesem Trainer sofort wieder aufzusteigen. Die Mannschaft hört auf ihn. Außerdem, die Rückendeckung kann Wunder bewirken. Die Eisernen werden sich fangen – mit Urs Fischer.

Christian Zschiedrich

Der BFC Preussen marschiert

Beim Aufeinandertreffen Erster gegen Zweiter hatte der Verfolger Türkspor Berlin kaum eine Chance, nach vorn lief trotz Ballbesitz recht wenig, von zwingenden Schüssen auf das von Kühn gehütete Preussen-Tor konnte auch keine Rede sein. Patrick Breitkreuz dagegen schoß in der 26. Minute aus 26 Metern gewaltig auf das Gäste-Tor und vom Innenpfosten landete der Ball im Netz zum 1:0. Doch die Preussen wollten wohl kein zweites Tor nachlegen. Ihr Coach Daniel Volbert war mit dem Verwalten der knappen Führung überhaupt nicht einverstanden. Das geht erfahrungsgemäß oft ins Auge, doch Türkspor Berlin kam gegen die Abwehr des Tabellenführers einfach nicht an. Sicheres Verwalten ist letztendlich auch ein Mittel zum Erfolg. So endgültig in der Nachspielzeit, in der 94. Minute, vollstreckte Egzon Ismali den Foulelfmeter (Ghandour an Günther) zum 2:0. Damit verschaffte sich der BFC Preussen einen beruhigenden Acht-Punkte-Vorsprung vor dem ärgsten Verfolger. Am Sonntag, 29.10.2023, steht im Volkspark Mariendorf die Begegnung TSV Mariendorf (5.) – BFC Preussen an. Mariendorf (19 Punkte) gewann bei Hilalspor in der Wiener Straße mit 3:1.

Entscheidendes verkündeten die Füchse vom Wackerweg. Steven Haubitz löst den 62-jährigen Mario Reichel als Chefcoach ab und prompt gewannen die Füchse 5:1 gegen Tabellenneunten 1. FC Wilmersdorf. Das vollzog sich zehn Monate nach Reichels Rückkehr zum Wackerweg. Wie so oft, bleiben die Gründe bei Trainer-Wechseln, so auch hier, im Verborgenen. Immerhin bestehen als Tabellendritter bei noch ausstehenden 14 Spielen (rechnerisch 42 Punkten) weiter gute Aussichten. Bereits am Freitag, 27.10.2023, müssen die Spandauer Kickers (10.), 19.30 Uhr zum Wackerweg, Kienhorststraße. Steven Haubitz hat auch einen neuen Co-Trainer mit Sascha Schrödter, der ebenfalls eine Füchse-Vergangenheit als Spieler und in der vergangenen Saison als Co-Trainer von Tuurjalai Zazai bei Türkspor ausfüllte.

Wir berichteten ja über die eigenartige Schiedsrichter-Entscheidung, zur Erinnerung, das Spiel Frohnauer SC – SD Croatia wurde nicht angepfiffen. Das Sportgericht entschied nun über Frohnaus Einspruch, Ergebnis, die Partie muss neu angesetzt werden. Aktuell siegten die Frohnauer mit 3:0 bei Blau-Weiß 90.

Auf den drei Abstiegsrängen stehen weiter der Berliner SC, Blau-Weiß 90 und VSG Altglienicke II – zweiter Saisonsieg 3:0, am 10. Spieltag bei den Spandauer Kickers. Ein Lebenszeichen sendete der SV Empor, siegte beim Schlusslicht Berliner SC deutlich mit 4:0 und kletterte, nun mit 10 Punkten, auf Rang 14. Das Sportamt Charlottenburg sperrte das Mommsenstadion, sodass der SC Charlottenburg das Spiel gegen SD Croatia, jetzt mit zwei Hängepartien, dennoch 14 Punkte, nicht austragen konnte.

Christian Zschiedrich

Weiter so mit den Berliner Erfolgen in der NOFV-Oberliga Nord

Nach den Coronawirren hat die NOFV Oberliga Nord wieder die Sollstärke mit 16 Vereinen erreicht. Darunter sind neun Clubs aus Berlin und von den 16 stehen nach 10 Spieltagen, sage und schreibe sieben Berliner der Reihe nach von Platz Eins bis Sieben. Nach 10 Spielen rangiert FC Hertha 03 mit 30 Punkten an der Tabellenspitze. Die Zehlendorfer haben alle 10 Spiele gewonnen und haben es am Sonntag, dem 29.10., ab 12.00 Uhr, (11. Spieltag), mit dem TuS Makkabi (6.), 16 Punkte, (bei einer Hängepartie), auf der Julius-Hirsch-Sportanlage, zu tun.

Nur etwas abgeschlagen rangieren mit je 13 Punkten der SC Staaken und Eintracht Mahlsdorf auf den Plätzen 10 und 11. Das kann jetzt bereits als eine Zweiklassengesellschaft bezeichnet werden. Staaken und Mahlsdorf ist sogar zuzutrauen, dass sie in Kürze zu Hertha 06 (7.), Makkabi (6.), Sparta Lichtenberg (5.), Tasmania (4.), Tennis Borusssia (3.), Lichtenberg 47 (2.) und Hertha 03 (1.) aufschließen. Dann stünden alle neun Berliner Verein nacheinander aufgereiht vor den Anderen. Aus Berliner Sicht ist Hertha 03 der Aufstieg in die Regionalliga zu wünschen. Fraglich ist allerdings, ob sie es schlussendlich wirklich wollen.

Lichtenberg 47 (9 Siege, gewann zuletzt 5:2 gegen den Rostocker FC (14.) und so langsam, aber mit weitem Abstand zur Spitze, kommt TeBe (18 Punkte) in Fahrt, gewann auswärts mit 3:1 in Rathenow. Die Differenz zu Hertha 03 beträgt 12 Punkte. Wenn die Zehlendorfer nicht wieder, wie gehabt, einbrechen, dürfte es in dieser Saison sehr schwer werden, den Aufstiegsplatz zu erreichen. TeBe empfängt bereits am Freitagabend, 28.10.2023, 20.00 Uhr, im Mommsenstadion Anker Wismar (9.) und Lichtenberg 47 muss am Samstag, 28.10.2023, 13.00 Uhr, beim Tabellen-Siebten Hertha 06 in der Sömmeringstraße ran.

Der Blick auf weitere Berliner Clubs, ebenfalls am Samstag, 14.00 Uhr, heißt es „Am Rosenhag“, Mahlsdorf gegen Rathenow; Sonntag, 29.10.2023, ab 13.30 Uhr, Neustrelitz -Tasmania, um 14.00 Uhr, an der Fischerstraße empfängt Sparta Lichtenberg die RSV Eintracht, zuletzt 5:1-Sieger in Fürstenwalde und zeitgleich im Sportpark Staaken, spielt der SC Staaken gegen den Vorletzten der Tabelle, Dynamo Schwerin.

Christian Zschiedrich

Lobeshymnen für Berliner in der Regionalliga Nordost

Der 11. Spieltag ziert bis auf Hertha BSC II keine weitere Niederlage und damit verschafften sich Berliner Vereine verbesserte Tabellenpositionen in der Regionalliga. Und diese eine Niederlage resultiert aus einem Berlin-Derby im Amateurstadion beim Heimrecht von Herthas Zweite gegen den BFC Dynamo. Mit einem 2:1 Auswärtssieg überflügelt der BFC Dynamo, jetzt mit 24 Punkten, um einen Zähler Energie Cottbus auf Tabellenplatz Zwei – nun, nur einen Punkt schlechter als Tabellenführer Greifswalder FC. BFC Coach Dirk Kunert freute sich über die Treffer 1:0 (45.) Stockinger und 2:0 (57.) Dadashow vor 1.212 Zuschauer am Freitagabend, 20.10.2023. Das 1:2 in der 93. Minute, durch Wollschlägers Kopfball, kam zu spät. Die Trainer Stephan Schmidt (Hertha BSC) und Dirk Kunert (BFC) kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Hertha und dem VfL Wolfsburg. Hertha bleibt mit 15 Punkten auf Tabellenplatz 11 und für Dirk Kunert, der vierte Pflichtspiel-Erfolg, wird vorausschauend der 12. Spieltag im Sportforum beim Heimspiel gegen Viktoria 89 das nächste Berlin-Derby von besonderer Bedeutung. Aber aufgepasst(!), der FC Viktoria 89 besiegte am Sonntag, 22.10.2023 immerhin den 1. FC Lok Leipzig mit sage und schreibe 5:0. Es kriselt weiter bei der Loksche und die Diskussionen um Trainer Almedin Civa wieder zunehmen.

Energie Cottbus kann und sollte Wiedergutmachung für die 0:2-Heimpleite gegen Carl Zeiss Jena, jetzt Tabellen11., beim Spitzenreiter Greifswalder FC, Sonntag, 29.10.2023, betreiben. Mit einem Sieg und drei Punkten können sie in Greifswald dann neuer Tabellenführer werden, vorausgesetzt, das schafft der BFC Dynamo nicht zu Hause im Sportforum. Spannend und eng geht es oben zu. Sogar Babelsberg 03, siegte 1:0 in Erfurt, ist mit 22 Punkten weiter gut im Rennen und erwartet am Sonntag, 29.10., 13.00 Uhr, Hansa Rostock II (8 Punkte) im Karl-Liebknecht-Stadion.

Die VSG Altglienicke ist aktuell Tabellenfünfter mit 19 Punkten. Die Schützlinge von Karsten Heine sagten sich, was Viktoria kann, können wir schon lange. In Zwickau siegten sie ebenfalls mit 5:0 und bereits am Freitag, 27.10.2023 ab 19.00 Uhr, kommt der Chemnitzer FC ins Jahnstadion. Wir wollen keinen Berliner Club in der Regionalliga vergessen. Der Berliner AK 07 spielte vor 212 Zuschauern zu Hause im Poststadion gegen ZFC Meuselwitz 1:1. Mit dem Remis-Punkt stehen die Athleten mit derzeit nur sieben Zählern weiter auf dem letzten Platz. Der Laternen-Inhaber lässt sich, leistungsmäßig im Aufwind, beim FC Eilenburg (Vorletzter, ebenfalls 7 Punkte) hoffentlich die 3-Punkte-Möglichkeit nicht entgehen. Am 12. Spieltag müssen weiter Punkte her.

Christian Zschiedrich

Der Landespokal in der Länderspielpause

Pokalspiele sind durch positive Überraschungen von unterklassigen Vereinen Jahr für Jahr von Interesse. Allein deshalb, weil mit wenigen Spielen im Vergleich zu Meisterschaftspielen, Titel in Verbindung mit emotionalem Aufschwung und Geldern gewonnen werden können. Das hilft oft existenziell nicht nur höher einzuschätzenden Clubs, sondern auch sogenannten kleinen Vereinen. Da gab es die tollsten Geschichten. Persönlich erlebte ich das mit Hellas Nordwest in Berlin. Uns gelang, auf dem Weg ins Endspiel namhafte Traditionsvereine aus dem Wettbewerb zu schmeißen. Als Trainer war ich mit Interviews besonders gefragt und die Spieler meinten unmittelbar vor dem Finale gegen Wacker 04, so etwas als Amateur noch nicht erlebt zu haben. Plötzlich erschien zu den Trainingseinheiten ungewohnt viel Presse. Spieler sollten sich doch einmal symbolisch die Kletterstange hinauf angeln, dann wurden besondere Schussszenen von ausgesuchten Spielern und letztlich auch ein Mannschaftsfoto aufgenommen. Das alles schadete dem Vereinsimage keineswegs, im Gegenteil, die Aufmerksamkeit tat gut, auch wenn an ein geordnetes Training dabei kaum noch zu denken war. Bei den Fußballern in aller Munde zu sein, förderte sogar im Amateurbereich den Zugewinn, Spieler für die neue Saison zu bekommen. Die Brisanz war zu spüren, die Frage, schaffen wir, der Klassentiefere es, den Oberligisten im Pokalendspiel an der Plumpe zu besiegen? Nein, Wacker gewann unter Trainer Klaus Basikow mit 4:1 (2:1).

Christian Zschiedrich © Foto: Sportick

Drei Jahre darauf wurde ich mit dem aus der 2. Liga abgestiegenen Spandauer SV Berliner Pokalsieger. Die zudem gewonnene Frankreich-Fahrt durfte ich als Trainer aber nicht mehr erleben, wurde kurz zuvor entlassen. Als heute noch schlechtester Zweitligist-Absteiger, mit enorm vielen Gegentoren und Niederlagen, waren besondere Probleme zu bewältigen und der Start in die Oberliga-Saison demzufolge schwierig. Im Laufe der Saison verbesserten wir uns von Spiel zu Spiel und holten in der Tabelle entsprechend auf. Dazu die Story, als Berliner Vertreter waren wir ja im Lostopf der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals und mussten am 7.8.1976 nach Niederembt zum NRW-Verbandsligisten ins Stadion Elsdorf reisen. Der SSV kann ja doch noch gewinnen. Wir überstanden tatsächlich die 1. Hauptrunde, siegten sogar verdient, Ergebnis 3:1 (1:0). Siehe dazu die dokumentierte Story von Hans Peter Becker auf www.sportick.eu/die-schillernde-pappfigur-des-spandauer-sv-berliner-fussballgeschichten-teil-2 vom 12.08.2020. Gerade, als wir fünf Spieltage vor Saison-Ultimo die Tabellenführung geschafft hatten, bekam ich, trotz des Erfolges, den Laufpass. Ja, das gab es in der Tat. Ausschlaggebend war eine riesengroße Dummheit von mir, meinen Vorgänger auf dem Trainerposten genervt in einer Mannschaftssitzung als „schillernde Pappfigur“ zu betiteln. Das war er ja gar nicht – der war inzwischen im Vorstand zum 1. Vorsitzenden aufgestiegen.

Kurz die Folgen zusammengefasst. Der SSV verpflichtete sofort einen in Berlin sehr bekannten und erfolgreichen Trainer. Viele Spieler und sogar Vorstandsmitglieder verstanden meine Entlassung, eben wieder oben stehend, in der Endphase nicht. Alle ausstehenden fünf Spiele wurden verloren. Ich selbst verstand die Welt nicht mehr. Mir blieb im Endeffekt nur die Klage. Den Prozess gewann ich mit Pauken und Trompeten. Ab sofort widmete ich mich der Pressearbeit. Schrieb für Fach- und Lokalzeitungen und beantragte eine Lizenz bei der Medienanstalt für die lokale Fernsehsendung TV Sport in Berlin, die sich in 25 Jahren gewaltig mauserte.

Der in Berlin ehemals glänzende Spandauer Sportverein, den gibt es leider nicht mehr. 2016 wurde er aus dem Vereinsregister gelöscht. Während meiner Häusle-Bauzeit hatte ich verständlicherweise vorübergehend nicht mehr die Zeit, einen Verein zu trainieren. Vor meiner Haustür rannte mir der C-Klassen-Verein SC Heiligensee hinterher und die Tür ein. Nur zweimal Training in der Woche und überschaubare Vorbereitungs- und Wettkampfzeit mit der Mannschaft, beim wiederholten Besuch ließ ich mich doch überreden, wieder Trainer, wenn auch in der untersten Klasse zu werden. Wie das Schicksal es so wollte, wurde uns im Berlin-Pokal Oberligist Spandauer SV zugelost. Voller Ehrgeiz wollten wir die zu erwartende Niederlage in Grenzen halten und das Gesicht wahren. Welch ein Paukenschlag, der C-Klassenverein SC Heiligensee gewann 1:0 und schmiss damit den Oberligisten aus dem Berlin-Pokal. Ich hab noch nicht einmal recherchiert, ob es so etwas überhaupt bereits einmal gegeben hat!

Nun zum aktuellen Länderpokal. Solche Überraschungen fielen diesmal in der dritten Runde aus. Die namhaften Vereine, die in den letzten Jahren das Finale erreichten oder sogar das Endspiel gewannen, ließen sich in der 3. Hauptrunde des Landespokals den Sieg nicht nehmen. So gewann der Regionalligist BFC Dynamo mit 2:0 gegen den Oberligisten SV Tasmania. SD Croatia aus der Berlin-Liga verlor 0:3 gegen den Berliner AK. Mit dem gleichen Ergebnis siegte Eintracht Mahlsdorf (Oberliga) beim BFC Preussen (Berlin-Liga) 3:0. Deutlicher machte es Viktoria 89 (Regionalliga) beim BSV Heinersdorf (Landesliga) mit 5:0. Im Spiel Landesliga – Oberliga, Berolina Stralau (Landesliga) – TuS Makkabi (Oberliga) stand es am Ende1:4. Selbst der Frohnauer SC (Berlin-Liga) siegte 5:1 bei der DJK Neukölln (Landesliga). Berlin-Ligist SC Charlottenburg hatte es beim Bezirks-Ligisten Union 06 schon schwerer, mit 2:1 weiterzukommen. Zweistellig, mit 12:0 endete das Match beim SC Siemensstadt (Kreisliga B) für Lichtenberg 47 (Oberliga). „Nur“ mit halb so vielen Toren 6:1 ging die Partie für Stern 1900 (Berlin-Liga) bei Deportivo Latino (Kreisliga B) erfolgreich aus.

Christian Zschiedrich

Hertha kommt einfach nicht zur Ruhe

Aktuell kann man nur sagen, ein Glück, dass Hertha Pal Dardai für die sportlichen Belange hat. Heute am Sonntag, 15.10.23 kommt es in der Messehalle 21 zur Mitgliederversammlung mit Nachwahlen von vier Präsidiumsmitgliedern von insgesamt 21. Viele Für und Wider sind auf der Tagesordnung. Hertha-Präsident Kay Bernstein spricht vom Krankenbett aus per Video-Botschaft zu den Mitgliedern. Kranksein verdient in der Regel immer etwas Mitleid und Rücksichtnahme. Dazu wird das Wort auch an Marius Gersbeck nach seiner Prügel-Suspendierung an die Fans erteilt. Mein persönlicher Kontakt an Hertha-Mitglieder und der Information, was sich hinter den Kulissen abspielt, ist nach meinem Vereinsaustritt im Grunde noch ganz beträchtlich. Dennoch sehe ich bei aller Informationsflut beim ehemaligen Hauptstadtclub Nummer1 nicht mehr durch. Natürlich war ich der Meinung, dass bei einem Neuanfang und zumal nach dem Abstieg, gewaltig aufgeräumt werden muss.

Stellte sogar Überlegungen an, ob es sinnvoll sein könnte, einen erneuten Vereinseintritt gutzuheißen. Was mit dem Förderer und Präsidiumsmitglied Christian Wolter gemacht wurde, dafür hatte ich nur großes Kopfschütteln. Schließlich gab mir enorm zu denken, wie und als der begründete Rücktritt von Ingmar Pering folgte. Fragte mich, was ist da im Verein nur los??? Jetzt vernahm ich den Rücktritt des 64 Jahre jungen Klaus Brüggemann, dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden, zur Kenntnis, dies infolge eines aktuellen Abwahlantrages, zu dem es durch den Rücktritt Tage zuvor nicht kommen wird. Letztendlich muss man sich ja die Zerrissenheit im Club nicht antun, so entnahm ich es seinem Schreiben vom Aufsichtsrat-Boss an die Mitglieder.

ehemaliges Hertha-Präsidiumsmitglied Ingmar Pering mit Christian Zschiedrich

Klaus Brüggemann, Christian Wolter und Ingmar Pering waren jahrelang alles andere, nur nicht etwa die Menschen, mit denen im Club aufgeräumt werden musste. Ganz im Gegenteil. Selbstverständlich wagten sie neben ihren persönlichen Fördermaßnahmen kritische, zunehmend notwendige, im Interesse des Vereins, sehr angebrachte Hinterfragungen. Rechtsanwalt Ingmar Pering (siehe Foto) blieb mit seinen Kenntnissen hilfreich stets sehr sachlich – bis ihm doch der Kragen platzte. Zwischen Christian Wolter und mir entstand im Laufe der vielen Jahre eine auf Zuverlässigkeit beruhende Freundschaft. Ich schätzte seine direkte Ehrlichkeit und seine wiederkehrenden Marketingerfolge.

Klaus Brüggemann gab mir stets auch mit kritischen Fragen gewünschte Interviews. Auf seiner Kartbahn feierte einst mein Sohn Florian mit seinen Schulfreunden seinen 10. Geburtstag. Stets in Erinnerung bleibt mir einst vor vielen Jahren die Begebenheit in seinem Hotel, in dem er die Hertha Profis bewirtete und ich anfing das zu dokumentieren. „Das geht nicht gut, wenn Jürgen Röber wieder hereinkommt“, flüsterte mir ein Spieler zu. „Pass bloß auf“. In der Tat, galant forderte mich der Trainer auf, den Saal zur Mittagszeit zu verlassen. Das musste er wohl auch.

Christian Zschiedrich

Nordderby in der Berlin-Liga

Frohnauer SC – Füchse Berlin 2:5(2:2)

Im torreichen Nachholspiel der Berlin-Liga sah es zur Halbzeit keineswegs nach einem deutlichen Gästesieg aus. Die stark ersatzgeschwächten Platzherren waren sogar in der 33. Minute durch Niklas Schindler mit 2:1 in Führung gegangen. Jannick Wilhelm glich in der 39. Minute, sehr zur Zufriedenheit seines Trainers Mario Reichel zum 2:2 aus.

Nach dem Wechsel fielen drei weiter Tore, allesamt für die Füchse. Das 5:2 erst in der 96. Minute durch den kurz zuvor in der 88. Minute eingewechselten Mike Ryberg und das in Unterzahl. Dominik Lehmpfuhl (Frohnauer SC) von musste in der 78. Minute mit Rot-Gelb runter vom Platz.

Drei Punkte Vorsprung hatten die Füchse in der Tabelle vor dem Frohnauer SC, der ohne Rekordtorjäger Nikolas Meyer auskommen musste. Die Stimmung im Konkurrenzkampf im Berliner Norden ist weiter gut, auch wenn die Frohnauer bei 11 Punkten und Platz 11 verharren. Sie hoffen auf eine Nachholbegegnung gegen SD Croatia. Wir berichteten über die Gründe der Spielabsage.

Die Füchse haben jetzt aktuell 16 Punkte nach sieben Spielen und könnten dem Tabellenführer BFC Preussen (22 Punkte nach 8 Spielen) auf den Leib rücken. Am kommenden Spieltag ist die Partie Preussen – Füchse von besonderem Interesse.

Spiele unter Woche können bei Amateurvereinen zu Personalproblemen führen. So konnten beim Frohnauer SC mehrere Offensivspieler nicht mitwirken, am Mittwoch, 04.10.2023 betraf das die folgenden Akteure, Bauder, Ludewig, B. Lemgau, Ehritt, Liebich, Eickhoff, Rychlik, Meyer.

Mannschaftsaufstellungen:

Frohnauer SC: Paul – Bergemann, Hampel, Schindler – Mundt, Walter, Lindhammer, Lehmpfuhl, J. Lemgau – Przesang, Liebig. Trainer Friedemann.

Wechsel: 60. Domke für Liebig, Rackwitz für Lemgau, 88. Sassade Evotche für Przeang

Füchse Berlin, konnten mit ihrer Stammelf auflaufen; Otremba (TW) — Zecha, Trotzer, Hofmann — Haubitz, Wündsch — Razeek, Camara, Wilhelm, Ugur — Brechler. Trainer Reichel

Wechsel: 80. Alkan für Brechler, 88. Ryberg für Camara, 90.+3 Dündar für Razeek.

Platzverweis Gelb-Rote Karte (78.) Lehmpfuhl.

Torfolge: 0:1 (22.) Brechler; 1:1 (30.) Przesang, 2:1 (33.) Schindler; 2:2 (39.) Wilhelm – 2:3 (49.) Camara, 2:4 (55.) Camara, 2:5 (96.) Ryberg.

Schiedsrichter: Leon Gernegroß (Sophie Olivie, Frank Tallmer)

Zuschauer: 282

9. Spieltag Berlin-Liga

Freitag, 06.10.2023 19.30 Uhr, TSV Rudow – Blau-Weiß 90, Berlin Türkspor – Hilalspor,

Samstag, 07.10.2023 14.00 Uhr, VSG Altglienicke II – 1. FC Wilmersdorf, SV Empor – SSC Teutonia,

Sonntag, 08.10.2023, 11.30 Uhr, Stern 1900 – Frohnauer SC, 12.00 Uhr, SC Charlottenburg – Berliner SC, BFC Preussen – Füchse Berlin, 12.30 Uhr, Stern Britz – Spandauer Kickers, 14.30 Uhr, SD Croatia – TSV Mariendorf.

Christian Zschiedrich

Die NOFV Oberliga Nord mit erstauntem Blick

Acht (8) Spieltage sind absolviert, geschlossen, keine nachzuholende Hängepartie, vereint geht es am Freitag, 06.10.2023 mit der Partie Tennis Borussia – Dynamo Schwerin um 20.00 Uhr im Mommsenstadion hinein in den 9. Spieltag. Dynamo Schwerin steht mit sechs Punkten auf der 15, dem direkten Abstiegsplatz. TeBe scheint so allmählich als Absteiger aus der Regionalliga Fuß zu fassen, gewann nach der 2:3-Niederlage gegen Hertha 03 ebenfalls beim Traditionsclub Tasmania im Werner Seelenbinder-Sportpark 2:0. Tasmania hatte das Derby bei CFC Hertha 06 in der Vorwoche mit 1:2 verloren und ist in einem Abwärtstrend. Es wird in der NOFV Oberliga Nord viele Berlin-Derbys geben, denn von den 16 Ligakonkurrenten sind neun Vereine aus Berlin. Von Platz 1 bis 8 stehen in einträchtiger Reihenfolge nur Berliner Clubs. Lediglich Hertha 06 macht eine Ausnahme auf Platz 12.

Die untere Tabellenhälfte zieren Anker Wismar und Rostocker FC mit je 9 Punkten, Dynamo Schwerin und Union Fürstenwalde mit je 6 Punkten. Etwas besser platziert sind die TSG Neustrelitz, Optik Rathenow und RSV Eintracht 1949 mit 10 Punkten.

Blicken wir in die obere Hälfte. Mit 8:0 gewann FC Hertha 03 vor 135 Zuschauern bei der Eintracht in Mahlsdorf. Sie wollten den Zehlendorfern ein Bein stellen. Stattdessen ließen sich die Schützlinge von Lucio Geral mehr Tore einschenken, als in sieben Spielen zuvor. Vor Beginn der Saison sprach man in Mahlsdorf von Siegermentalität und Biss. In der 85. Minute registrierten wir den ersten Schuss auf das 03-Tor. In der Woche zuvor besiegte Eintracht den Pokalsieger TuS Makkabi mit 2:0. Seine Arbeit ordentlich verrichtete nur der Platzsprecher. Viel Frust, total zerlegt und deklassiert. Da kommt sofort die Frage auf, hat die Mannschaft nicht nur gegen den Tabellenführer, sondern auch gegen den eigenen Trainer gespielt. Quatsch, das gibt es doch gar nicht.

Sichtlich besser gelaunt war Robert Schröder. Unter dem Zehlendorfer Trainer wurde im achten Spiel der achte Sieg eingefahren, Spitzenreiter mit 24 Punkten und 31:9 Toren. „Unser Umschaltspiel war brutal“. Dennoch muss man nicht acht Treffer kassieren. Zum Rosenhag kommt nun der SV Tasmania am 9. Spieltag nach Mahlsdorf. Vielleicht wissen ja die punktgleichen Tasmanen wo das Eintracht-Tor steht. Sie wollen auch mal wieder siegen und Mahlsdorf will die Blamage bestimmt vergessen machen.

Noch nicht erwähnt, Optik Rathenow – Rostocker FC 6:0, Anker Wismar – RSV Eintracht 1:3, TuS Makkabi – SC Staaken, TSG Neustrelitz – Sparta Lichtenberg 2:1, Lichtenberg 47 – Union Fürstenwalde 2:0.

Der 9. Spieltag: Samstag, 07.10.2023 14.00 Uhr, Rostocker FC – Anker Wismar, RSV Eintracht – Lichtenberg 47, am Sonntag, 08.10.2023 13.30 Uhr, TSG Neustrelitz – TuS Makkabi, 14.00 Uhr, Sparta Lichtenberg – Union Fürstenwalde, SC Staaken – Hertha 03, Eintracht Mahlsdorf – SV Tasmania, Hertha 06 – Optik Rathenow.

Christian Zschiedrich

Ein gerechtes Urteil wird in Sachen Frohnauer SC gefordert

Der 8. Spieltag hatte es in sich. Nicht nur, dass der BFC Preussen unangefochten mit sieben Siegen und einem Remis mit 22 Punkten ein überaus erfolgreicher Tabellenführer ist und der Berliner SC die Rote Laterne mit nur 5 Punkten ziert, Blau-Weiß 90 mit nur einem Zähler besser auf einem direkten Abstiegsplatz steht – die Ansetzung Frohnauer SC – SD Croatia bescherte Zoff und eine unverständliche Wertung mit 0:2 und drei Punkten zugunsten des Gastes. Bereits vor Ort war absehbar, das wird ein Fall für das Sportgericht. Ein zwischenzeitlich schriftlich ergangener Einspruch wurde uns von einem Vereinsvertreter, in Person von Willi Mahler bestätigt. Was war passiert?

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Über die Bespielbarkeit eines Platzes entscheidet, zumal bei Anwesenheit beider Mannschaften, letztendlich der Schiedsrichter. Dem Vernehmen nach waren beide Vereine willig zu spielen. So aber soll es vermutlich nicht eindeutig im Spielberichtsbogen stehen. Demnach hat der Staffelleiter seitens des Berliner Fußballverbandes keinen Fehler begangen, drei Punkte für SD Croatia zu werten. Ansonsten hätte die Partie einfach zu einem späteren Zeitpunkt neu angesetzt werden müssen.

Die Zweifel über die Bespielbarkeit des Poloplatzes waren durchaus nachvollziehbar. Am Kunstrasenplatz waren schadhafte Stellen auszubessern, was zum Zeitpunkt der Platzbegehung durch Schiedsrichterin Deniz Aylin Stankowski nicht geschehen war. Am Rande des Kunstrasenplatzes lagen noch einen Tag später die einzuschweißenden Kunstrasen-Ersatzstücke herum. Die Entscheidung, auf dem ramponierten Platz nicht zu spielen, wurde akzeptiert. Ivan Pelivan, Sportlicher Leiter des CD Croatia, wies darauf hin, nebenan der Naturrasenplatz sei doch „einwandfrei in Ordnung“. Selbst wenn ein Trainer oder Spieler da anderer Meinung sein sollte, letztendlich zählt einzig die Stimme des Schiedsrichters, in diesem Fall, der angesetzten Schiedsrichterin Deniz Aylin Stankowski. Angeblich wollte das Schiedsrichtergespann auch vermerken, dass der Naturrasenplatz in Ordnung sei.

Warum wurde nicht gespielt? Wurde es etwas vergessen, zu vermerken? Der Wille, die Partie auszutragen, ging wohl auch nachweislich dadurch hervor, „dass unsere 2. Mannschaft, wie angesetzt, um 14.30 Uhr anstandslos auf dem Naturrasenplatz gespielt hat“. Beide Mannschaften hätten gern gespielt, das ist Fakt, denn es festzuhalten gilt, so geht die Entscheidung auf das Konto der Schiedsrichterin. Jetzt ist guter Rat für den Staffelleiter Frank Godau teuer. Frohnaus Trainer Philipp Friedemann wird mit „wir hätten auch gern gespielt“ zitiert. Das habe er deutlich den Schiedsrichtern so gesagt. Frohnaus Einspruch ist also mehr als begründet. Sind wir also auf das Urteil gespannt.

Was ist da falsch gelaufen und nicht nur falsch verstanden worden? Übrigens, eine Woche zuvor wurde die Begegnung gegen Altglienicke II auf dem ramponierten Kunstrasenplatz ausgetragen. Laut Spielordnung muss, wenn der Platz bespielbar ist, das Spiel ausgetragen werden. Die Füchse Berlin müssen bereits am Mittwoch, 04.10.2023 zum Nord-Derby nach Frohnau. Ein erfahrener Schiedsrichter ist gefragt und sollten die Reparaturen noch nicht ausgeführt worden sein, kann wohl nur auf dem Naturrasenplatz gespielt werden.

Christian Zschiedrich