Eisbären demütigen amtierenden Meister

DEL 11. Spieltag 15.10.2023 15:15 Uhr

EHC Eisbären Berlin – RB München 6:2 (2:0/2:1/2:1)

Am 11. Spieltag stellte sich der amtierende Meister RB München in der Heimstätte der Eisbären vor. Die Münchner sind im Gegensatz zu den Eisbären schlecht in die Saison gestartet. Zudem hatten ihre Stürmer Ladehemmung. Mit 120 torlosen effektiven Spielminuten waren sie nach Berlin gereist, den Torbann konnten sie nach 144 Minuten brechen, benötigten dafür allerdings ein 5 zu 3 Überzahlspiel. Das Tor durch Austin Ortega bedeutet lediglich den Zwischenstand von 1:2 aus Sicht der Münchner. Im ersten Drittel hatten Yannick Veilleux in der 10. und Zachary Boychuk in der 19. Minute für einen Vorsprung von zwei Toren für die Eisbären gesorgt.

Die Freude der Münchner währte nur kurz, eine Minute später leistete sich der Münchner Goalie Mathias Niederberger einen Riesenklops und ermöglichte Marcel Noebels den Treffer zum 3:1. In der 30. Minute stellte der glänzend aufgelegte Veilleux auf eine 4:1 Führung. Den Münchnern, die sich zwar bemühten, war die Verunsicherung aus den vorangegangenen Niederlagen anzumerken. Es fehlte zudem am sprichwörtlichen Scheibenglück. Die Eisbären wirkten konzentrierter als im vorangegangenen Spiel gegen Straubing.

Kampf um den Puck Eisbär Eric Mik Fotos: © 2023 Stephan Wenske

Der Zwischenstand zu Beginn des Schlussabschnitts war ernüchternd für die Gäste, zumal sie in Unterzahl beginnen mussten. Ein schnelles Tor hätte die Bullen vielleicht in das Spiel zurückbringen können. So lief ihnen die Zeit davon. In der 53. Minute und in der 56. Minute schraubten Blaine Byron und Boychuk das Ergebnis weiter in die Höhe. Durch Halle schallte es Niederberger, Niederberger und „ihr wollt Deutscher Meister sein“. Der Münchner Goalie hatte nicht seinen besten Tag.

Für etwas Ergebniskosmetik konnten die Münchner in der 57. Minute sorgen, Markus Eisenschmid brachte den zweiten Treffer unter. Riesenjubel bei der Schlussirene, München wurde mit 6:2 geschlagen. Die Sorgenfalten beim amtierenden Meister werden nicht kleiner, die Eisbären sind weiter obenauf.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Melchiori, Finkelstein; Müller, Wissmann (C); Geibel, Ellis (A); Mik – Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Tiffels, Byron, Ronning; Veilleux, Cormier, Heim; Bartuli, Wiederer, T. Eder – Trainer: Serge Aubin

EHC Red Bull München: Niederberger (Allavena) – Daubner, Blum; Abeltshauser, Bittner; Almquist, McKiernan; MacWilliam – Krämmer, A. Eder, Ortega; Varejcka, Street, Parkes; DeSousa, Hager, Kastner; Oswald, Heigl, Eisenschmid – Trainer: Toni Söderholm

Tore
1:0 – 09:54 – Veilleux (Cormier, Melchiori) – EQ
2:0 – 18:06 – Boychuk (Pföderl, Noebels) – EQ
2:1 – 22:35 – Ortega (Blum, DeSousa) – PP2
3:1 – 23:44 – Noebels – 4-4
4:1 – 29:24 – Veilleux (T. Eder, Cormier) – EQ
5:1 – 52:24 – Byron (Tiffels, Finkelstein) – EQ
6:1 – 55:16 – Boychuk (Finkelstein, Noebels) – PP1
6:2 – 56:38 – Eisenschmid (Almquist, Parkes) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (2, 4, 4) Minuten – EHC Red Bull München: 10 (0, 4, 6) Minuten 

Schiedsrichter

Sean MacFarlane, Lasse Kopitz (Nikolaj Ponomarjow, Tobias Treitl)

Zuschauer
14.200

Hertha kommt einfach nicht zur Ruhe

Aktuell kann man nur sagen, ein Glück, dass Hertha Pal Dardai für die sportlichen Belange hat. Heute am Sonntag, 15.10.23 kommt es in der Messehalle 21 zur Mitgliederversammlung mit Nachwahlen von vier Präsidiumsmitgliedern von insgesamt 21. Viele Für und Wider sind auf der Tagesordnung. Hertha-Präsident Kay Bernstein spricht vom Krankenbett aus per Video-Botschaft zu den Mitgliedern. Kranksein verdient in der Regel immer etwas Mitleid und Rücksichtnahme. Dazu wird das Wort auch an Marius Gersbeck nach seiner Prügel-Suspendierung an die Fans erteilt. Mein persönlicher Kontakt an Hertha-Mitglieder und der Information, was sich hinter den Kulissen abspielt, ist nach meinem Vereinsaustritt im Grunde noch ganz beträchtlich. Dennoch sehe ich bei aller Informationsflut beim ehemaligen Hauptstadtclub Nummer1 nicht mehr durch. Natürlich war ich der Meinung, dass bei einem Neuanfang und zumal nach dem Abstieg, gewaltig aufgeräumt werden muss.

Stellte sogar Überlegungen an, ob es sinnvoll sein könnte, einen erneuten Vereinseintritt gutzuheißen. Was mit dem Förderer und Präsidiumsmitglied Christian Wolter gemacht wurde, dafür hatte ich nur großes Kopfschütteln. Schließlich gab mir enorm zu denken, wie und als der begründete Rücktritt von Ingmar Pering folgte. Fragte mich, was ist da im Verein nur los??? Jetzt vernahm ich den Rücktritt des 64 Jahre jungen Klaus Brüggemann, dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden, zur Kenntnis, dies infolge eines aktuellen Abwahlantrages, zu dem es durch den Rücktritt Tage zuvor nicht kommen wird. Letztendlich muss man sich ja die Zerrissenheit im Club nicht antun, so entnahm ich es seinem Schreiben vom Aufsichtsrat-Boss an die Mitglieder.

ehemaliges Hertha-Präsidiumsmitglied Ingmar Pering mit Christian Zschiedrich

Klaus Brüggemann, Christian Wolter und Ingmar Pering waren jahrelang alles andere, nur nicht etwa die Menschen, mit denen im Club aufgeräumt werden musste. Ganz im Gegenteil. Selbstverständlich wagten sie neben ihren persönlichen Fördermaßnahmen kritische, zunehmend notwendige, im Interesse des Vereins, sehr angebrachte Hinterfragungen. Rechtsanwalt Ingmar Pering (siehe Foto) blieb mit seinen Kenntnissen hilfreich stets sehr sachlich – bis ihm doch der Kragen platzte. Zwischen Christian Wolter und mir entstand im Laufe der vielen Jahre eine auf Zuverlässigkeit beruhende Freundschaft. Ich schätzte seine direkte Ehrlichkeit und seine wiederkehrenden Marketingerfolge.

Klaus Brüggemann gab mir stets auch mit kritischen Fragen gewünschte Interviews. Auf seiner Kartbahn feierte einst mein Sohn Florian mit seinen Schulfreunden seinen 10. Geburtstag. Stets in Erinnerung bleibt mir einst vor vielen Jahren die Begebenheit in seinem Hotel, in dem er die Hertha Profis bewirtete und ich anfing das zu dokumentieren. „Das geht nicht gut, wenn Jürgen Röber wieder hereinkommt“, flüsterte mir ein Spieler zu. „Pass bloß auf“. In der Tat, galant forderte mich der Trainer auf, den Saal zur Mittagszeit zu verlassen. Das musste er wohl auch.

Christian Zschiedrich

BFV zeigt Solidarität mit TuS Makkabi Berlin

Der Berliner Fußball-Verband bedauert die Eskalation im Nahen Osten und verurteilt die terroristischen Angriffe, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben kamen, auf das Schärfste. „Wir sind in Gedanken bei allen Betroffenen und Angehörigen, die unter den erschütternden Entwicklungen der letzten Tage leiden“, erklärt BFV-Präsident Bernd Schultz.

„Jegliche Form des Terrors und Angriffe auf zivile Opfer dürfen keinesfalls toleriert werden. Die Berliner Fußballfamilie muss gerade in der jetzigen Situation zusammenrücken – unabhängig von den Vereinsfarben, der Religion, der Herkunft und dem persönlichen Hintergrund. Antisemitismus und auch alle anderen Formen der Diskriminierung dürfen auf unseren Sportplätzen keinen Platz finden“, betont Schultz.

Sensibler Umgang mit Sicherheitsbedenken

Vor dem Hintergrund der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten trifft der Berliner Fußball-Verband die gebotenen Maßnahmen, um eine sichere Durchführung des Spielbetriebs in seinen Wettbewerben zu gewährleisten. In der medialen Berichterstattung über den BFV-Mitgliedsverein TuS Makkabi war zuletzt von einer kompletten Einstellung des Spiel- und Trainingsbetriebs aufgrund von Sicherheitsbedenken berichtet worden. 

„Dies können wir in dieser Form nicht bestätigen“, erklärt der Vorstand des TuS Makkabi Berlin. „Alle unsere Herrenmannschaften haben die Absicht zu ihren jeweiligen Spielen am Wochenende anzutreten. Wir stehen im ständigen Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden und dem BFV und vertrauen auf die Vorkehrungen, die für die bevorstehenden Begegnungen getroffen werden.“ 

Für das kommende Wochenende wurden lediglich die Spiele der Jugendmannschaften des TuS Makkabi Berlin auf Wunsch des Vereins durch den BFV abgesetzt. „Wir gehen mit der aktuellen Situation höchst sensibel um und stehen mit dem TuS Makkabi Berlin, den jeweiligen gegnerischen Vereinen sowie den Sicherheitsbehörden im direkten Kontakt“, sagt BFV-Präsidialmitglied Spielbetrieb Joachim Gaertner. „Allen unseren Mitgliedsvereinen eine Teilnahme am Spielbetrieb zu ermöglichen, ohne dass dabei Sicherheitsbedenken aufkommen, ist für uns substanziell.“

Quelle: Berliner Fußballverband

Eisbären holen einen Punkt gegen Straubing

DEL 10. Spieltag 13.10.2023 19:30 MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 3:4 n.P. (2:1/0:2/1:0/0:0/0:1)

Nachdem erfolgreichen Auswärtswochende mit den Siegen in Köln und Wolfsburg bestritten die Eisbären am Freitagabend, 13.10.2023 Teil Eins ihres Heimspielwochenendes. Zu Gast waren die ähnlich stark in die Saison gestarteten Straubing Tigers. Der amtierende Tabellenerste spielte gegen den Verfolger auf Platz Zwei. Vor dem Spiel wurde Marcel Noebels für 500 Spiele im Trikot der Eisbären geehrt.

Vom Eröffnungsbully an zeigten die Gäste aus Bayern, dass sie nicht zu Unrecht so weit oben in der Tabelle platziert sind. Die Eisbären erwischten zwar den besseren Start in die Partie und gingen in der 9. Spielminute durch einen Powerplay-Treffer von Frederik Tiffels in Führung, nur zwei Minuten später stellten die Gäste das Zwischenergebnis wieder pari. Den Eisbären gelang erneut die Führung, Ty Ronning stellte in der 14. Minute den knappen Vorsprung wieder her und den nahmen die Eisbären mit in die erste Drittelpause.

Marcel Noebels – 500 Spiele für die Eisbären Foto:© 2023 Stephan Wenske

Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts drehten die Tigers aus Spiel. Sie benötigten dafür nur zwei Minuten. In der 21. Minute war es Matt Bradley und in der 23. Minute nutzte Tim Brunnhuber einen Abwehrschnitzer der Eisbären zur erstmaligen Führung der Gäste. So sehr sich die Eisbären auch bemühten, es blieb beim 3:2 nach zwei gespielten Dritteln.

Im Schlussdrittel versuchten es die Eisbären vergeblich, dem Spiel eine Wende zu geben. Als sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit der Hallensprecher die offizielle Zuschauerzahl verkündete, 13.823 Zahlende fanden den Weg in die Arena, hatte die 3:2 Führung für die Gäste weiterhin Bestand. Es fehlte das Scheibenglück oder der Freitag der 13. sorgte für Scheibenpech. Selbst zwei Überzahlspiele konnten die Eisbären nicht nutzen. Auszeit und anschließendes Empty-net retteten wenigstens zunächst einen Punkt. Faktisch auf den letzten Poeng, 10 Sekunden vor der Schlusssirene sorgte der vor dem Spiel geehrte Marcel Noebels für das 3:3.

Das Spektakel Overtime neigte sich dem Ende zu, eine Entscheidung fiel trotz einiger Chancen nicht. Mann gegen Mann, das Duell Spieler gegen Torhüter entschieden die Gäste für sich. Dank des geretteten Punktes konnten die Eisbären die Tabellenführung verteidigen.

Nach dem Spiel befand der 500er Marcel Noebels, dass er sich für dieses Spiel natürlich einen anderen Ausgang gewünscht hätte. Man muss anerkennen, dass die Straubinger uns das Leben schwer gemacht haben und der Ausgang des Spiels ein stückweit gerecht war. Eisbären-Trainer Serge Aubin war nur zum Teil zufrieden. „Straubing hat eine gute Partie abgeliefert. Der erste Teil unseres Spiels hat mir nicht gefallen. Gefühlt waren wir überhaupt nicht anwesend. Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren. Trotz der Führung hatten wir das Momentum nicht auf unserer Seite. Zum Ende hin sind wir dann aufgewacht. Es war jedoch zu spät. Wir haben dann noch einen Weg gefunden, zu punkten. Wir haben die Gegentore heute hergeschenkt. In der Overtime hatten wir einige gute Abschlussmöglichkeiten, aber Hunter Miska hat stark gehalten.“ Sein Kollege aus Straubing hob besonders die Leistung seines Torwarts Hunter Miska hervor. Es trafen die Mannschaften mit den bisher stabilsten Abwehrreihen aufeinander. Beiden kassierten nach 10 gespielten Partien weniger als drei Gegentore pro Spiel.

Bereits am kommenden Sonntag spielen die Eisbären erneut in der heimischen Arena, RB München kommt.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – J. Müller, Wissmann (C); Melchiori, Finkelstein; Geibel, Ellis (A); Mik – Veilleux, Cormier, Eder; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Tiffels, Byron, Ronning; Hördler, Wiederer, Heim – Trainer: Serge Aubin

Straubing Tigers: Miska (Bugl) – Mattinen, Samuelsson; Braun, Brandt; Zimmermann, Klein – Sheehy, Connolly, M. Müller; Clarke, Brunnhuber, Schönberger; Bradley, Scott, Fonstad; Daschner, Zengerle, Tuomie – Trainer: Tom Pokel

Tore
1:0 – 08:20 – Tiffels (Cormier, Ronning) – PP1
1:1 – 10:17 – Samuelsson (Zengerle, Tuomie) – EQ
2:1 – 13:38 – Ronning (Wissmann) – EQ
2:2 – 20:52 – Bradley – EQ
2:3 – 22:18 – Brunnhuber (Clarke, Mattinen) – EQ
3:3 – 59:50 – Noebels (Pföderl, Veilleux) – 6-5
3:4 – 65:00 – Brunnhuber – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 2 (2, 0, 0) Minuten – Straubing Tigers: 12 (6, 2, 4) Minuten 

Schiedsrichter

Marian Rohatsch, Christopher Schadewaldt (Maksim Cepik, Vincent Brüggemann)

Zuschauer
13.823

BR Volleys Team vollzählig

Einen überaus herzlichen Empfang bereiteten Familien, Freunde und Fans den deutschen Olympia-Qualifikanten am Dienstag (10. Okt. 2023) in Berlin. Mit einem Mix aus Erschöpfung und Glückseligkeit traf ein Teil der DVV-Delegation, zu der auch Ruben Schott und Johannes Tille zählten, am Flughafen BER ein. Jetzt steigen die BR Volleys Akteure direkt in die Saisonvorbereitung ein.

Auch zwei Tage nach dem letzten von insgesamt sieben Siegen in Brasilien fiel es Ruben Schott bei der Ankunft in Berlin noch immer schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Der 28-Jährige verwandelte im Match gegen Katar den Satzball zum 2:0, was gleichbedeutend mit dem Olympia-Ticket für Paris 2024 war: „Das habe ich in dem Moment gar nicht realisiert. Für mich war die ganze Zeit im Kopf: Wir müssen dieses eine Duell jetzt noch gewinnen. Später, als mich die Jungs darauf aufmerksam gemacht haben, war es schön, sich den Moment und diesen letzten Punkt von mir anzusehen. Der Spruch ‘von Spiel zu Spiel denken‘ ist oftmals eine Floskel im Sport, aber genau das haben wir in Brasilien perfekt umgesetzt. Wir haben bewiesen: Mit dieser Mannschaft können wir wirklich jeden schlagen, aber auch gegen viele verlieren. Das hat uns dieser Sommer gezeigt. Das gesamte Turnier war eine Freude mit diesem Team. Wir sind auf einer Welle geritten und wollten einfach, dass es nicht mehr aufhört. Wir konnten nicht genug von dieser gemeinsamen Zeit bekommen und hatten am Ende zum Glück noch die Möglichkeit, diesen riesigen Erfolg als komplette Mannschaft zu feiern und zusammen zu genießen.“

Das letztlich entscheidende Match gegen Katar beendete Hannes Tille standesgemäß mit einem Ass. Überhaupt muss sich das gesamte Turnier für den 26-Jährigen, der ab dem Spiel gegen Kuba in die Startformation rückte, wie ein Film angefühlt haben: „Es war wie den gesamten Sommer über. Ich war sofort bereit, zu zeigen, was ich kann. Das hat dann auch ganz ordentlich geklappt“, so der BR Volleys Zuspieler, den seine Emotionen noch auf dem Court des „Maracanazinho“ überwältigten: „Georg nahm mich in die Arme und hat mir gesagt, dass er stolz auf mich ist, weil wir davor fast überhaupt nicht miteinander trainiert oder gespielt haben. Er hat sehr, sehr liebe Worte gefunden.“ Deshalb übergab Routinier Grozer Tille auch das auf den Fotos omnipräsente Paris-Maskottchen, welches nun einen Platz in dessen Berliner Wohnung finden wird.

Mittendrin beim “Rausch von Rio“ war DVV-Mannschaftsarzt Dr. Karsten Holland, der den BR Volleys Fans vor allem als Arenasprecher im Volleyballtempel bekannt ist. Die denkwürdige Woche wird auch in ihm noch eine Weile nachhallen. Bei sieben Spielen binnen neun Tagen hatte Holland alle Hände voll zu tun: „Der schwierigste Moment der letzten Tage war, als ich unserem Kapitän Lukas Kampa nach dem ersten Match mitteilen musste, dass er angesichts des MRT-Befunds nicht mehr weiterspielen darf. Am emotionalsten war das Glücksgefühl und gleichzeitig die totale mentale Erschöpfung nach dem wichtigen Sieg gegen Italien.“ Binnen 18 Stunden gewann die Deutschen gegen Gastgeber Brasilien und Weltmeister Italien.

Neben den deutschen Erfolgshelden treffen bis Mittwochabend (11. Okt) nun die weiteren Nationalspieler des BR Volleys Teams in der Hauptstadt ein. Marek Sotola, Jiri Hänninen und Saso Stalekar nehmen am Donnerstag das Training beim Deutschen Meister auf. Headcoach Joel Banks leitet bereits seit Dienstag die Einheiten im Horst-Korber-Sportzentrum. Freitagmittag reist das Team nach Polen zum traditionsreichen Memorial Arkadiusz Golas Turnier, wo man im Halbfinale auf PGE Skra Belchatow – den Ex-Klub von Banks – trifft. Nach nur einer gemeinsamen Trainingseinheit mit der kompletten Mannschaft sehen die Berliner die Reise ins Nachbarland vor allem als Teambuilding-Maßnahme. Cody Kessel wird dort jedoch nicht einsatzfähig sein. Der Amerikaner kehrte mit einer schweren Knieverletzung von der Nationalmannschaft zurück, wird mindestens vier Wochen ausfallen und damit den Saisonstart verpassen.

Quelle: Christof Bernier

Pressefoto Credit: © 2023 BR Volleys

Berlin-Brandenburg Derby im Wasserball

„Das war eine Gala-Vorstellung, das Beste, was ich seit langem von unserer Mannschaft gesehen habe“, resümierte Spandau 04-Präsident Hagen Stamm, der am vergangenen Samstagabend in Berlin-Schöneberg das CL-Spiel der Wasserfreunde gegen Frankreichs Meister CN Wasserball TV-kommentierte. Die Gastgeber präsentierten sich gegen das mit vielen Balkan-Assen und französischen Nationalspielern gespickte Star-Ensemble von Beginn an mit nur kurzen und wenigen Aussetzern wie aus einem Guss und überzeugte beim 13:10 sowohl in der Abwehr mit dem starken Goalie Laszlo Baksa, als auch im Angriff mit dem fünfmaligen Torschützen Denis Streletzkij als „Man oft the match“.

„Es gab kaum etwas zu meckern“, meinte Trainer Kechagias und: „So kann es weitergehen.“ Gelegenheit dazu besteht schon am Mittwochabend, wenn der OSC Potsdam am 2. Bundesliga-Spieltag Gast in Schöneberg ist. Die Brandenburger haben als DM-Fünfter der Vorsaison bei ihrem internationalen Einsatz in der Euro-Cup-Qualifikationsrunde Ende September zwar gegen renommierte Gegner (CN Barcelona, Apollon Smyrnis/Griechenland, Mladost Zagreb) dreimal klar verloren, aber dann beim DWL-Auftakt am 30. September beim ASC Duisburg drei Viertel lang auf Augenhöhe gegengehalten, um erst durch das 1:4 im Schlussabschnitt mit 10:13 (4:4,3:3,2:2,1:4) zu verlieren.

Das deutet darauf hin, dass der OSC mit seinem jungen Team unter Führung von Trainer Alexander Tchigir im neuen Spieljahr 2023/24 eine solch schwierige Saison wie zuvor, mit langer Position in der unteren Tabellenhälfte und später Kletter-Form vermeiden will. Gegen Spandau ist die Mannschaft um Nationalspieler Ferdinand Korbel klarer Außenseiter, aber „sich gut verkaufen“ ist das Mindestziel. Für Spandau ist die Partie gegen den OSC eine Zwischenstation für das nächste CL-Match am 18. Oktober gegen Vouliagmeni NC (Griechenland), erneut in der Schöneberger Schwimmhalle.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Wasserball Bundesliga

2023/2024

Gruppe A, 2. Spieltag

11. Oktober 2023

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam

Spielbeginn: 19.00 Uhr

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Nachtrag: Champions League, 2. Spieltag: (7.10.23, 19.30 Uhr)Wasserfreunde Spandau 04 – CN Marseille 13:10 (4:2,3:0,3:4,3:4) Tore: Spandau – Strelezkij 5, Tkac, Tomasevic, Stamm je 2, Abramson, Gbadamassi je 1

Sensationeller Erfolg für unsere Sportart

Die deutsche Nationalmannschaft hat es tatsächlich vollbracht: Alle sieben Spiele gewann das Team von Bundestrainer Michal Winiarski beim Qualifikationsturnier in Rio de Janeiro und sicherte dem  Deutschen Volleyball-Verband nach zwölf Jahren wieder einen Startplatz bei Olympia. Die BR Volleys Akteure Hannes Tille, Ruben Schott und Tobias Krick sowie der im Sommer nach Italien gewechselte Anton Brehme nahmen dabei Schlüsselrollen ein, weshalb auch Geschäftsführer Kaweh Niroomand voll des Lobes ist. Ein Interview über die immense Bedeutung des Erreichten:

Kaweh, Du hast trotz der teilweise nächtlichen Anpfiffzeiten jedes Spiel live verfolgt. Deutschland fährt erstmals seit London 2012 wieder zu den Olympischen Spielen. Hättest Du das vor gut einer Woche für möglich gehalten?
Kaweh Niroomand: „Was die Mannschaft beim Turnier in Brasilien erreicht hat, ist ein sensationeller Erfolg für unsere Sportart und war nach dem Verlauf des Sommers nicht unbedingt zu erwarten. Volleyball kann sich in Deutschland nur über Ergebnisse der Nationalmannschaft entscheidend nach vorne entwickeln. Die Menschen in den Bundesligavereinen können noch so gute Arbeit machen, am Ende bringen solche Leistungen und die Teilnahmen an Großveranstaltungen wie Olympia wichtige Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. Das war in der vergangenen Woche spürbar, obwohl es in den Medien noch mehr Anerkennung verdient hätte. Solche Impulse kann die Bundesliga nicht leisten, daher ist dieses Abschneiden enorm wichtig und eine große Hilfe. Man kann der Mannschaft nur ein großes Lob und Dankeschön aussprechen.“

Wie sehr hat es Dich gefreut, dass die Berliner der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft so viel dazu beitragen konnten?
Niroomand: „Ich bin begeistert, welche Rollen unsere Jungs eingenommen haben. Ruben war für jeden sichtbar ein Führungsspieler innerhalb dieser Mannschaft. Diese Fähigkeit hat er sich zum Großteil in den letzten beiden Jahren bei uns erarbeitet. Seine Ruhe und Sicherheit waren immens wichtig für das Team. Hannes hat, wie ich es schon am Ende der Saison prognostiziert habe, den nächsten großen Schritt gemacht. Das war von ihm mehr als nur der Anschluss an die internationale Spitze. Dazu war Anton eine nicht aufzuhaltende Punktemaschine und hat auch auf diesem höchsten Niveau dort angeknüpft, wo er zuletzt bei uns aufgehört hat. Die Leistungen von Tobias waren ebenfalls à la bonne heure. Er wurde im Turnierverlauf immer stärker und Hannes hat ihm mehr vertraut. Das wird hoffentlich auch positiv auf uns einzahlen und in Zukunft Früchte tragen.“

Einer darf bei diesem Erfolg nicht unerwähnt bleiben. Ein Wort zu Georg Grozer …
Niroomand: „Dieses Turnier hat einen Grundgedanken von mir bestätigt: Große Spiele brauchen große Spieler. Georg hat wirklich alles gegeben und man konnte deutlich spüren, wie sehr er dieses Ziel unbedingt noch einmal erreichen wollte. Auf diese Weise hat er in beeindruckender Manier alle mitgezogen und vorgelebt, wie man an die Erfüllung dieses Traums glaubt. Spiel für Spiel gab er dem Team eine unfassbare Angriffswucht. Heute wird sein Körper ihm wahrscheinlich sagen, dass er besser mal einen Gang zurückschalten soll. Aber darauf nimmt jemand wie Georg vorher keine Rücksicht. An der Stelle ist es auch wichtig zu betonen, dass der Bundestrainer alles richtig gemacht hat, indem er trotz der hohen Belastung das gut funktionierende Gefüge nicht verändert hat. Jeder der Spieler hat seine Aufgabe verinnerlicht und umgesetzt. Michal Winiarski musste daran während des Turniers nicht mehr viel basteln.“

Die deutschen Spieler durften jubeln. Andere BR Volleys Akteure konnten sich den Traum von Olympia allerdings nicht erfüllen …
Niroomand: „Das tut mir vor allem im Fall von Saso Stalekar sehr leid. Er hat in diesem Sommer unheimlich viel investiert, auch wenn er wenig auf dem Court stand. Letztlich fehlte ein Punkt beziehungsweise ein Sieg für die Slowenen. Aber seine Mannschaft hat gute Chancen, es im nächsten Jahr über die Weltrangliste noch nach Paris zu schaffen. Es war zu erwarten, dass es für die anderen Drei sehr schwer werden würde. Marek Sotola konnte zwar auch auf diesem Topniveau auf sich aufmerksam machen, am Ende war diese deutsche Gruppe jedoch zu stark für die Tschechen. Für unseren Coach Joel Banks und Jiri Hänninen waren es sicher wertvolle Erfahrungen, aber der ganz große Wurf für Finnland nicht realistisch.“

Bis Mittwochabend werden alle Teammitglieder in Berlin eintrudeln. Danach bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Saisonstart. Wie schnell kann sich eine neue Einheit formen?
Niroomand: „Das ist – mental wie körperlich – keine einfache Situation nach einem solchen Höhepunkt. Einige werden kurzzeitig satt sein, daher müssen wir die Spieler gut aufnehmen und schrittweise in das Training und Mannschaftsgefüge integrieren. Speziell die deutschen Spieler können aus dem Erlebten aber auch eine große Motivation ziehen. Mit Olympia im Sommer vor Augen muss jeder nun eine Topsaison spielen, der im nächsten Jahr in Paris zum Kader zählen möchte. Wir müssen nun jede gemeinsame Minute und jede Trainingseinheit effektiv, dabei jedoch stets mit Augenmaß nutzen.“

Mit Gastgeber Frankreich, Deutschland, Brasilien, USA, Japan, Polen und Kanada sind nun sieben Mannschaften für Olympia 2024 qualifiziert. Die fünf verbleibenden Startplätze werden nach der Volleyball Nations League im nächsten Jahr über die Weltrangliste vergeben. Ein Platz geht dabei an das beste afrikanische Team, denn dieser Kontinent ist aktuell noch nicht bei Olympia vertreten.
Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier

Fotocredit © volleyballworld

Regionalliga Nordost – Wechsel an der Tabellenspitze, Altglienicke gewinnt im Derby gegen den BAK

Im Mittelpunkt des Überblicks über die Regionalliga Nordost steht das Berlin Derby VSG Altglienicke gegen den BAK 07. Ein Zuschauermagnet war die Partie nicht. Lediglich 211 Zahlende hatten den Weg am frühen Samstagnachmittag, 7.10.2023 in den Jahnsportpark gefunden. Vor der Partie hatte der Trainer der favorisierten Altglienicker gewarnt. „Der BAK hat sich gefunden und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.“ Für die erste Halbzeit des Spiels sollte er Recht behalten. Der BAK leistete beherzte Gegenwehr, den Führungstreffer durch Cemal Sezer nach 11 Minuten konnte Ufumwen Osawe in der 24. Minute egalisieren. Das Unentschieden hielt bis zur Halbzeitpause.

Karsten Heine Trainer VSG Altglienicke Foto: © BFV

In der zweiten Halbzeit hatten die Athleten Pech, ein verheißungsvoller Konter kurz nach Wiederanpfiff wurde zu Unrecht wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen, dafür trafen die Hausherren in der 60. Spielminute erstmals zur Führung durch Tolcay Cigerci. Der BAK spielte weiter gut mit, doch den entscheidenden Treffer markierten die Schützlinge von Trainer Karsten Heine. Nach guter Vorarbeit von Akaki Gogia machte Anthony Roczen in der 87. Minute alles klar mit seinem Treffer zum 3:1. BAK Trainer Jeffrey Seitz befand nach dem Spiel, dass seine Mannschaft auf Augenhöhe mitgespielt hat und das gibt Hoffnung für die nächsten Spiele.

Tags zuvor spielte Hertha II beim kriselnden 1. FC Lok 3:3. Auf der Tribüne in Leipzig-Probstheida saß neben Vereinspräsident Torsten Kracht mit Wolfgang Wolf, sind die Tage von Almedin Civa schon gezählt? Seine Mannschaft kämpfte und holte nach einem 1:3 Rückstand immerhin noch das Unentschieden. Nicht zufrieden war Herthas Trainer Stephan Schmidt, in der zweiten Halbzeit hatten wir zu viele Ballverluste, eigentlich hätten wir das Spiel gewinnen müssen.

Zeitgleich spielte Viktoria 98 kurz hinter Stadtgrenze in Babelsberg und die sonst so abwehrstarken Akteure aus dem Berliner Süden unterlagen vor 2.094 Zuschauern glatt mit 0:3. Babelsberg war abgezockter, die junge Mannschaft Semih Keskin musste Lehrgeld zahlen. Babelsberg erzielte die Tore zum richtigen Zeitpunkt und Viktoria konnte seine Möglichkeiten nicht nutzen und so ging das Spiel verloren. Am Freitagabend erfolgreich war auch der FC Energie Cottbus und gewann in Eilenburg beim Aufsteiger mit 3:1. Ein Sieg, der allerdings für die Lausitzer teuer werden könnte. Während des Spiels verloren sie Torwart Elias Bethke und Kapitän Axel Borgmann wegen Verletzungen.

Am Sonntag, 08.10.2023 hatte der BFC Dynamo vor 1.873 Zuschauern im Sportforum mit dem FSV Luckenwalde keine große Mühe. Zwei Tore pro Halbzeit sorgten für klare Fronten. Mit dem 4:0 Sieg bleiben die Wein-Roten zu Hause ungeschlagen und bleiben mit jetzt 21 Punkten dem Spitzenduo Energie Cottbus und dem Greifswalder FC weiter auf den Fersen. An der Tabellenspitze wechselten Cottbus und Greifswald die Plätze. Die Norddeutschen spielten gegen Rot-Weiß Erfurt nur unentschieden. Der Kampf um die Tabellenspitze ist in dieser besonders zu beachten, der Meister steigt bekanntlich direkt auf in Liga 3.

Hans-Peter Becker

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Union schwächelt sportlich weiter und Hertha erfolgreich auf Schalke

Wie man sich irren kann! In meinen Ausblick auf die anstehende Saison in der 2. Fußball-Bundesliga habe ich Schalke 04 als die einzige Übermannschaft gewertet. Dass die Königsblauen nach neun Spieltagen größere Probleme haben werden, als die Hertha war nicht vorstellbar. Im Duell der Absteiger setzte sich die „Alte Dame“ in der Arena auf Schalke knapp mit 2:1 durch und schickte den Kontrahenten vorläufig auf den Relegationsplatz. Der Sieg der Blauen war etwas glücklich. In einem Spiel von überschaubarem Niveau hatte die Hertha die besseren Einzelkönner. Am Schluss wurde gezittert und der Schlusspfiff brachte die Erlösung. Hertha darf jetzt optimistischer, zumindest was das Sportliche betrifft, in die Zukunft blicken. Mit dem vierten Saisonsieg schieben sie sich in der Tabelle weiter nach vorn. Pal Dardai scheint recht zu behalten, wartet den Oktober, erst dann werdet ihr sehen können, wo die Mannschaft steht.

Tags zuvor kam es, eine Etage höher, aus Berliner Sicht, wie es erwartet wurde. Das Pech und die Formschwäche der Eisernen hält weiter an. Die in dieser Saison noch ungeschlagenen Dortmunder ließen in heimischen Gefilden gegen den 1. FC Union nicht anbrennen und siegten am Ende deutlich mit 4:2. Das Halbzeitergebnis von 2:1 für die Köpenicker wurde im zweiten Durchgang korrigiert. Man darf vor allem über die Abwehrschwäche bei den Eisernen rätseln. Nach sieben Spielen haben sie bereits 14 Gegentreffer kassiert, das sind im Durchschnitt zwei pro Spiel. Zum Vergleich, in der vergangenen Spielzeit standen sie nach sieben Spielen mit 17 Punkten an der Tabellenspitze und hatten erst ganze vier Treffer aus dem eigenen Tor holen müssen. Trainer Urs Fischer fand dafür die richtigen Worte: „Wenn man sieht, wie wir uns bei den Gegentoren verhalten haben, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir mit leeren Händen dastehen. Das war teilweise naiv verteidigt und das musst du besser machen, wenn du in der Bundesliga was mitnehmen willst.” Zudem schlichen sich wieder zu viele individuelle Fehler ein. Urs Fischer muss jetzt beweisen, dass er auch Krise kann. Seit er in Berlin ging es nur aufwärts.

Sportlich läuft es noch nicht, dafür konnte auf der ordentlichen Mitgliederversammlung von Union-Präsident Dirk Zingler eine stolze Bilanz gezogen werden. Kurz zusammengefasst, der sportliche Erfolg der Profis in der zurückliegenden Spielzeit hat bei vielen Kennzahlen zu neuen Bestmarken geführt, da wären: die beste Bundesligaplatzierung der Vereinsgeschichte, die höchste Zahl an Vereinsmitgliedern, höchster Konzernumsatz und höchster Gewinn sowie erstmals in der Vereinsgeschichte ein positives Eigenkapital. 

Für beide Berliner Profi-Teams geht es erst in der übernächsten Woche wieder um Punkte. Zeit für die Trainer, die Abläufe weiter zu perfektionieren. Bei den Eisernen ist das allerdings mit Einschränkungen verbunden. So reisen Kevin Behrens und Robin Gosens mit der Nationalmannschaft nach Nordamerika und acht weitere Unioner wurden in ihre jeweiligen Auswahl-Teams berufen. So spielt Aljoscha Kemlein für Deutschlands U 20 Auswahl, Alex Kral reist zur tschechischen Nationalmannschaft und Josip Juranovic wird für Kroatien auflaufen. Weiter nominiert sind Frederik Rönnow, Aissa Laidouni, Brenden Aaronson, Sheraldo Becker und Jerome Roussillon. Die beiden zuletzt genannten haben exotische Reiseziele. Becker spielt in Südamerika für die Nationalmannschaft von Surinam und Roussilion spielt für Guadeloupe.

Hans-Peter Becker

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Riesiger Zugewinn für die BR Volleys

Ruben Schott und Johannes Tille spielen derzeit mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Olympia-Qualifikation in Brasilien sensationell auf und stehen kurz davor, das Ticket für Paris 2024 zu lösen. Beim Turnier in Rio de Janeiro geht für die DVV-Auswahl aber noch ein dritter Akteur ans Netz, der in der neuen Saison das Trikot der Berlin Recycling Volleys tragen wird: Tobias Krick hat beim Hauptstadtclub gleich für drei Jahre unterschrieben und wird für Entlastung und Variabilität auf der Mittelblock-Position sorgen.

Vier Siege in vier Spielen, darunter zwei sensationelle Erfolge gegen Gastgeber Brasilien und Weltmeister Italien, feierte das deutsche Team bisher beim Olympia-Qualifikationsturnier in Südamerika. Mittendrin und in jedem Match von Anfang an auf dem Parkett war dabei Tobias Krick. Der 24-jährige Blocker ist inzwischen 116-facher Nationalspieler und zählt hierzulande fraglos zu den Besten seiner Zunft. In der kommenden Spielzeit wird der 2.13 Meter-Mann nun den Deutschen Meister verstärken, dem in drei Wettbewerben ein immenses Pensum bevorsteht. Insbesondere deshalb haben die BR Volleys eine Gelegenheit, wie sie sich zu einem derartig späten Zeitpunkt im Transfersommer nur selten ergibt, ergriffen.

Geschäftsführer Kaweh Niroomand erklärt dazu: „Seitens des Trainerteams besteht immer der Wunsch, mit vier Mittelblockern in die Saison zu gehen. Bisher haben wir davon aus finanziellen Gründen abgesehen. In diesem Jahr konnten wir uns nun dazu durchringen, weil es für beide Seiten passt. Es ist vor allem eine vorbeugende Maßnahme, weil die Spielfrequenz in der Saison 23/24 enorm hoch sein wird. Alle unsere Mittelblocker waren oder sind noch für ihre Nationalmannschaften im Einsatz und werden ihre Pausen benötigen. Jetzt verfügen wir über vier exzellente Spieler mit verschiedenen Qualitäten auf dieser Position. Das gibt uns eine große taktische Variabilität.“

Wie im Nationaltrikot wird Krick auch bei den Berlinern die Nummer 21 tragen und hat sich ganz bewusst für eine Rückkehr in die Volleyball Bundesliga entschieden: „Ich habe lange überlegt, wie ich nach dem Sommer weitermachen will. Mir lagen erneut Angebote aus Italien oder Polen vor, aber das hat mir alles nicht zugesagt. Dann gab es ein gemeinsames Frühstück mit Kaweh und als wenig später das Angebot auf dem Tisch lag, habe ich unterschrieben.“ Heraussprang gleich die Einigung auf einen Dreijahresvertrag mit dem längsten deutschen Nationalspieler.

„Diese Verpflichtung hat noch eine zweite Komponente, die uns als Klub und Tobias persönlich weiterbringen kann. Er verfügt über eine riesige Reichweite in den sozialen Medien, die wir gemeinsam nutzen können, um neue Zielgruppen für den Volleyball zu gewinnen. Nach seinen sportlich etwas weniger fruchtbaren Jahren in Italien möchte er selbst auch mehr Konstanz in sein Leben bringen. Daher ist eine langfristige Verbindung für beide Seiten sinnvoll.“ Krick folgen allein auf der Plattform TikTok 5 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Die beiden Bayern München Fußballstars Jamal Musiala (1,3 Millionen) und Thomas Müller (3,7 Millionen) vereinen zusammen genauso viele. Hinzukommen fast 700.000 Fans auf Instagram. „Folge mir, wenn du kleiner bist als ich“, lautet sein Slogan im Social Web: „Es macht mir Spaß, Videos zu schneiden, und ist schon seit längerem ein Hobby von mir. Keine Ahnung, warum das den Leuten so gut gefällt.“

Krick spielte fünf Jahre für die United Volleys Frankfurt (2015 bis 2020) und wagte anschließend den Schritt ins Ausland. Wiederkehrende Rückenprobleme zwangen ihn jedoch häufiger zu Pausen, auch deshalb hatte der Vizeeuropameister von 2017 bei Cisterna und Modena „eine Zeit mit vielen Höhen und Tiefen“, aus der er aber viel gelernt habe. Jetzt ist er körperlich voll auf der Höhe und war im Sommer aus der DVV-Auswahl bei allen Turnieren nicht wegzudenken. Bevor Krick mit seiner großen Abschlaghöhe und beeindruckenden Blockpräsenz im BR Volleys Team den Konkurrenzkampf ankurbeln wird, gilt sein voller Fokus in dieser Woche der Olympia-Qualifikation. Drei Spiele haben die Deutschen noch vor der Brust, das Nächste am Samstagmorgen (07. Okt. um 1.30 Uhr MEZ) gegen die Tschechen um Marek Sotola. Weiter als bis zu diesem Duell möchte Krick noch nicht vorausblicken: „Der Kampfgeist zeichnet uns hier in Brasilien aus. Und wir verstehen es, wirklich von Spiel zu Spiel und nicht auf die Tabelle zu schauen. Wenn wir hier das große Ziel erreicht haben, kann ich mich auf die Zeit in Berlin mit meinen Mitspielern aus der Nationalmannschaft freuen.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

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