Nordderby in der Berlin-Liga

Frohnauer SC – Füchse Berlin 2:5(2:2)

Im torreichen Nachholspiel der Berlin-Liga sah es zur Halbzeit keineswegs nach einem deutlichen Gästesieg aus. Die stark ersatzgeschwächten Platzherren waren sogar in der 33. Minute durch Niklas Schindler mit 2:1 in Führung gegangen. Jannick Wilhelm glich in der 39. Minute, sehr zur Zufriedenheit seines Trainers Mario Reichel zum 2:2 aus.

Nach dem Wechsel fielen drei weiter Tore, allesamt für die Füchse. Das 5:2 erst in der 96. Minute durch den kurz zuvor in der 88. Minute eingewechselten Mike Ryberg und das in Unterzahl. Dominik Lehmpfuhl (Frohnauer SC) von musste in der 78. Minute mit Rot-Gelb runter vom Platz.

Drei Punkte Vorsprung hatten die Füchse in der Tabelle vor dem Frohnauer SC, der ohne Rekordtorjäger Nikolas Meyer auskommen musste. Die Stimmung im Konkurrenzkampf im Berliner Norden ist weiter gut, auch wenn die Frohnauer bei 11 Punkten und Platz 11 verharren. Sie hoffen auf eine Nachholbegegnung gegen SD Croatia. Wir berichteten über die Gründe der Spielabsage.

Die Füchse haben jetzt aktuell 16 Punkte nach sieben Spielen und könnten dem Tabellenführer BFC Preussen (22 Punkte nach 8 Spielen) auf den Leib rücken. Am kommenden Spieltag ist die Partie Preussen – Füchse von besonderem Interesse.

Spiele unter Woche können bei Amateurvereinen zu Personalproblemen führen. So konnten beim Frohnauer SC mehrere Offensivspieler nicht mitwirken, am Mittwoch, 04.10.2023 betraf das die folgenden Akteure, Bauder, Ludewig, B. Lemgau, Ehritt, Liebich, Eickhoff, Rychlik, Meyer.

Mannschaftsaufstellungen:

Frohnauer SC: Paul – Bergemann, Hampel, Schindler – Mundt, Walter, Lindhammer, Lehmpfuhl, J. Lemgau – Przesang, Liebig. Trainer Friedemann.

Wechsel: 60. Domke für Liebig, Rackwitz für Lemgau, 88. Sassade Evotche für Przeang

Füchse Berlin, konnten mit ihrer Stammelf auflaufen; Otremba (TW) — Zecha, Trotzer, Hofmann — Haubitz, Wündsch — Razeek, Camara, Wilhelm, Ugur — Brechler. Trainer Reichel

Wechsel: 80. Alkan für Brechler, 88. Ryberg für Camara, 90.+3 Dündar für Razeek.

Platzverweis Gelb-Rote Karte (78.) Lehmpfuhl.

Torfolge: 0:1 (22.) Brechler; 1:1 (30.) Przesang, 2:1 (33.) Schindler; 2:2 (39.) Wilhelm – 2:3 (49.) Camara, 2:4 (55.) Camara, 2:5 (96.) Ryberg.

Schiedsrichter: Leon Gernegroß (Sophie Olivie, Frank Tallmer)

Zuschauer: 282

9. Spieltag Berlin-Liga

Freitag, 06.10.2023 19.30 Uhr, TSV Rudow – Blau-Weiß 90, Berlin Türkspor – Hilalspor,

Samstag, 07.10.2023 14.00 Uhr, VSG Altglienicke II – 1. FC Wilmersdorf, SV Empor – SSC Teutonia,

Sonntag, 08.10.2023, 11.30 Uhr, Stern 1900 – Frohnauer SC, 12.00 Uhr, SC Charlottenburg – Berliner SC, BFC Preussen – Füchse Berlin, 12.30 Uhr, Stern Britz – Spandauer Kickers, 14.30 Uhr, SD Croatia – TSV Mariendorf.

Christian Zschiedrich

Die NOFV Oberliga Nord mit erstauntem Blick

Acht (8) Spieltage sind absolviert, geschlossen, keine nachzuholende Hängepartie, vereint geht es am Freitag, 06.10.2023 mit der Partie Tennis Borussia – Dynamo Schwerin um 20.00 Uhr im Mommsenstadion hinein in den 9. Spieltag. Dynamo Schwerin steht mit sechs Punkten auf der 15, dem direkten Abstiegsplatz. TeBe scheint so allmählich als Absteiger aus der Regionalliga Fuß zu fassen, gewann nach der 2:3-Niederlage gegen Hertha 03 ebenfalls beim Traditionsclub Tasmania im Werner Seelenbinder-Sportpark 2:0. Tasmania hatte das Derby bei CFC Hertha 06 in der Vorwoche mit 1:2 verloren und ist in einem Abwärtstrend. Es wird in der NOFV Oberliga Nord viele Berlin-Derbys geben, denn von den 16 Ligakonkurrenten sind neun Vereine aus Berlin. Von Platz 1 bis 8 stehen in einträchtiger Reihenfolge nur Berliner Clubs. Lediglich Hertha 06 macht eine Ausnahme auf Platz 12.

Die untere Tabellenhälfte zieren Anker Wismar und Rostocker FC mit je 9 Punkten, Dynamo Schwerin und Union Fürstenwalde mit je 6 Punkten. Etwas besser platziert sind die TSG Neustrelitz, Optik Rathenow und RSV Eintracht 1949 mit 10 Punkten.

Blicken wir in die obere Hälfte. Mit 8:0 gewann FC Hertha 03 vor 135 Zuschauern bei der Eintracht in Mahlsdorf. Sie wollten den Zehlendorfern ein Bein stellen. Stattdessen ließen sich die Schützlinge von Lucio Geral mehr Tore einschenken, als in sieben Spielen zuvor. Vor Beginn der Saison sprach man in Mahlsdorf von Siegermentalität und Biss. In der 85. Minute registrierten wir den ersten Schuss auf das 03-Tor. In der Woche zuvor besiegte Eintracht den Pokalsieger TuS Makkabi mit 2:0. Seine Arbeit ordentlich verrichtete nur der Platzsprecher. Viel Frust, total zerlegt und deklassiert. Da kommt sofort die Frage auf, hat die Mannschaft nicht nur gegen den Tabellenführer, sondern auch gegen den eigenen Trainer gespielt. Quatsch, das gibt es doch gar nicht.

Sichtlich besser gelaunt war Robert Schröder. Unter dem Zehlendorfer Trainer wurde im achten Spiel der achte Sieg eingefahren, Spitzenreiter mit 24 Punkten und 31:9 Toren. „Unser Umschaltspiel war brutal“. Dennoch muss man nicht acht Treffer kassieren. Zum Rosenhag kommt nun der SV Tasmania am 9. Spieltag nach Mahlsdorf. Vielleicht wissen ja die punktgleichen Tasmanen wo das Eintracht-Tor steht. Sie wollen auch mal wieder siegen und Mahlsdorf will die Blamage bestimmt vergessen machen.

Noch nicht erwähnt, Optik Rathenow – Rostocker FC 6:0, Anker Wismar – RSV Eintracht 1:3, TuS Makkabi – SC Staaken, TSG Neustrelitz – Sparta Lichtenberg 2:1, Lichtenberg 47 – Union Fürstenwalde 2:0.

Der 9. Spieltag: Samstag, 07.10.2023 14.00 Uhr, Rostocker FC – Anker Wismar, RSV Eintracht – Lichtenberg 47, am Sonntag, 08.10.2023 13.30 Uhr, TSG Neustrelitz – TuS Makkabi, 14.00 Uhr, Sparta Lichtenberg – Union Fürstenwalde, SC Staaken – Hertha 03, Eintracht Mahlsdorf – SV Tasmania, Hertha 06 – Optik Rathenow.

Christian Zschiedrich

Kein Sieg.Nirgends

In Anlehnung an einen Buchtitel trifft das vor allem auf den 1. FC Union zu. In der Niederlage vereint waren Berlins bezahlte Fußballer am letzten Wochenende (30.09.2023). Union quittierte eine knappe Niederlage beim Aufsteiger Heidenheim und Hertha musste am Abend im heimischen Olympiastadion gegen den FC St. Pauli einiges an Lehrgeld zahlen und stand am Ende vor der imposanten Zweitligakulisse von 66.113 Zuschauern mit leeren Händen da. Insgesamt war der Auftritt zufriedenstellend, manchmal muss man anerkennen, dass der Gegner besser war.

Gut 72 Stunden später, genug Zeit, um das Olympiastadion umzudekorieren, erreichte der Club aus Köpenick den nächsten Meilenstein seit dem Aufstieg in den bezahlten Fußball im Jahre 2008. Das erste Heimspiel in der UEFA-Champions League stand an. Ein Glück, dass Berlin über solch ein Stadion verfügt. Dass es trotzdem ein Spruchband gab, „Wir brauchen die Alte Försterei, wie die Luft zum Atmen.“ ist geschenkt. Es regnete und der Himmel stand drohend düster über dem in rot-weiß getauchten Olympiastadion. Restlos ausverkauft und eine stimmungsvolle Kulisse wie selten, alles war angerichtet für das Fußballfest. Vor dem Spiel wurde eine Gedenkminute für den ehemaligen Clubvorsitzenden Günter Mielis eingelegt. Er war am Freitag, dem 29.09.2023 im Alter von 98 Jahren verstorben.

Das Spiel verlief zunächst ganz nach dem Geschmack der Unioner. Bereits in der 4. Spielminute zappelte der Ball im Netz. Der VAR kassierte das Tor wegen einer Abseitsstellung. Davon ließen sie sich nicht beirren, der Kapitän Sheraldo Becker stellte bis zur 37. Minute auf 2:0. Der Gegner aus Portugal war alles andere als Laufkundschaft. Noch vor der Halbzeitpause stellte der torgefährliche Innenverteidiger Sikou Niakaté auf den Zwischenstand von 1:2.

In der zweiten Halbzeit verstärkten die Gäste ihre Angriffsbemühungen. Wie der 1. FC Union hatten sie am 1. Spieltag eine Niederlage kassiert und wollten einen Fehlstart vermeiden. Aus einer Führung heraus zu operieren, war bisher eine Stärke der Mannschaft von Urs Fischer. In der 51. Minute traf Ricardo Horta zum 2:2 mit einem fulminanten Schuss ins Dreiangel. Den Ball perfekt getroffen, halbhoch, mit irrer Flugbahn, Frederik Rönnow hatte im Tor keine Chance der Abwehr. Anschließend hatte beide Chancen, das Spiel zu entscheiden. Das Ende war aus Sicht der Köpenicker brutal. In der Schlussphase wollte die Mannschaft aus Portugal eigentlich nur noch den Punkt retten. In der 86. Minute wurde der 35-jährige André de Castro Pereira eingewechselt. Eine Maßnahme des Braga Trainers Gomes, um Zeit von der Uhr zu nehmen. „Was haben wir verbrochen, dass der Fußballgott uns so bestraft“, äußerte Robin Gosens, Schütze des Abseitstores, nach dem Spiel. Besagter Castro sorgte faktisch mit dem Schlusspfiff für den K. o.. Sein Flachschuss passte, Rönnow streckte sich vergebens, das Unglück war perfekt, die Eisernen verlieren erneut in der Nachspielzeit. Die Niederlage war unglücklich, wenn es zu oft passiert, ist es eine Frage der Qualität.

Hans-Peter Becker

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Ein gerechtes Urteil wird in Sachen Frohnauer SC gefordert

Der 8. Spieltag hatte es in sich. Nicht nur, dass der BFC Preussen unangefochten mit sieben Siegen und einem Remis mit 22 Punkten ein überaus erfolgreicher Tabellenführer ist und der Berliner SC die Rote Laterne mit nur 5 Punkten ziert, Blau-Weiß 90 mit nur einem Zähler besser auf einem direkten Abstiegsplatz steht – die Ansetzung Frohnauer SC – SD Croatia bescherte Zoff und eine unverständliche Wertung mit 0:2 und drei Punkten zugunsten des Gastes. Bereits vor Ort war absehbar, das wird ein Fall für das Sportgericht. Ein zwischenzeitlich schriftlich ergangener Einspruch wurde uns von einem Vereinsvertreter, in Person von Willi Mahler bestätigt. Was war passiert?

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Über die Bespielbarkeit eines Platzes entscheidet, zumal bei Anwesenheit beider Mannschaften, letztendlich der Schiedsrichter. Dem Vernehmen nach waren beide Vereine willig zu spielen. So aber soll es vermutlich nicht eindeutig im Spielberichtsbogen stehen. Demnach hat der Staffelleiter seitens des Berliner Fußballverbandes keinen Fehler begangen, drei Punkte für SD Croatia zu werten. Ansonsten hätte die Partie einfach zu einem späteren Zeitpunkt neu angesetzt werden müssen.

Die Zweifel über die Bespielbarkeit des Poloplatzes waren durchaus nachvollziehbar. Am Kunstrasenplatz waren schadhafte Stellen auszubessern, was zum Zeitpunkt der Platzbegehung durch Schiedsrichterin Deniz Aylin Stankowski nicht geschehen war. Am Rande des Kunstrasenplatzes lagen noch einen Tag später die einzuschweißenden Kunstrasen-Ersatzstücke herum. Die Entscheidung, auf dem ramponierten Platz nicht zu spielen, wurde akzeptiert. Ivan Pelivan, Sportlicher Leiter des CD Croatia, wies darauf hin, nebenan der Naturrasenplatz sei doch „einwandfrei in Ordnung“. Selbst wenn ein Trainer oder Spieler da anderer Meinung sein sollte, letztendlich zählt einzig die Stimme des Schiedsrichters, in diesem Fall, der angesetzten Schiedsrichterin Deniz Aylin Stankowski. Angeblich wollte das Schiedsrichtergespann auch vermerken, dass der Naturrasenplatz in Ordnung sei.

Warum wurde nicht gespielt? Wurde es etwas vergessen, zu vermerken? Der Wille, die Partie auszutragen, ging wohl auch nachweislich dadurch hervor, „dass unsere 2. Mannschaft, wie angesetzt, um 14.30 Uhr anstandslos auf dem Naturrasenplatz gespielt hat“. Beide Mannschaften hätten gern gespielt, das ist Fakt, denn es festzuhalten gilt, so geht die Entscheidung auf das Konto der Schiedsrichterin. Jetzt ist guter Rat für den Staffelleiter Frank Godau teuer. Frohnaus Trainer Philipp Friedemann wird mit „wir hätten auch gern gespielt“ zitiert. Das habe er deutlich den Schiedsrichtern so gesagt. Frohnaus Einspruch ist also mehr als begründet. Sind wir also auf das Urteil gespannt.

Was ist da falsch gelaufen und nicht nur falsch verstanden worden? Übrigens, eine Woche zuvor wurde die Begegnung gegen Altglienicke II auf dem ramponierten Kunstrasenplatz ausgetragen. Laut Spielordnung muss, wenn der Platz bespielbar ist, das Spiel ausgetragen werden. Die Füchse Berlin müssen bereits am Mittwoch, 04.10.2023 zum Nord-Derby nach Frohnau. Ein erfahrener Schiedsrichter ist gefragt und sollten die Reparaturen noch nicht ausgeführt worden sein, kann wohl nur auf dem Naturrasenplatz gespielt werden.

Christian Zschiedrich 

Siebtes Spiel-siebter Sieg: Füchse gewinnen gegen Eisenach

Füchse Berlin – ThSv Eisenach 37:29(20:13)

Überzeugend – souverän – hoch konzentriert. Diese Schlagworte beschreiben den Auftritt des Berliner Handball-Teams gegen Aufsteiger ThSv Eisenach. Die Füchse bleiben damit in der Erfolgsspur. Vom Anwurf an begeisterten die Gastgeber die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle mit hohem Tempo und enormer Spielfreude. Vier Tore Vorsprung nach zehn Minuten (6:2), plus sechs nach 20 Minuten (14:8) – der „Füchse-Motor“ liefen ohne Stottern. Besonders das skandinavische Trio Gidsel-Andersson-Lindberg präsentierte sich in Torwurf-Laune. 14 Treffer steuerten sie in der ersten Hälfte bei, wobei Routinier Hans Lindberg mangels Gelegenheit nur ein Mal vom 7-Meter-Punkt aus, die anderen Treffer aus dem Spiel heraus erzielte. „Wir hatten von Anfang an alles im Griff, haben den Gegner bereits früh im Spiel dominiert“, fand der 42-Jährige nach der Partie. „Wir konnten uns zügig einen Fünf-, Sechs-Tore-Vorsprung erarbeiten.“ Der wuchs bis zur Halbzeit auf sieben an (20:13).

Der Aufsteiger aus Thüringen, der überraschend gut in die Saison gestartet war (2 Siege) versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegenzuhalten und überraschte die Füchse nach der Pause mit einer offensiven Deckungsvariante (3-3), wo-bei die vorgerückten Spieler die Berliner bereits kurz hinter der Mittellinie zu attackieren versuchten. Für zehn Minuten funktionierte diese Variante. Dieser Phase ging nur mit 6:5 an die Gastgeber, die sich jedoch mit ihrem weiterhin hohen Tempospiel immer wieder Räume schufen und Mitte der zweiten Hälfte sogar auf zehn Tore davon gezogen waren (33:23/47.).

Als der deutliche Erfolg nicht mehr infrage stand, gab Trainer Jaron Siewert den Nachwuchsspielern die Chance auf Spielzeit. Diese nutzten Matthes Langhoff, Max Beneke und Bundesliga-Debütant Max Günther sogar zu Toren. Der sogenannte zweite Anzug passte also an diesem Tag auch hervorragend, was auch Trainer Jaron Siewert glücklich machte. „Die jungen Spieler haben es auch klasse gemacht, mit dem heutigen Spiel bin ich rundum zufrieden. Mit dem 37:29 feierten die Berliner nicht nur den siebten Sieg im siebten Saison-Spiel, sondern verteidigten auch den zweiten Tabellenplatz hinter der nur torverhältnisbesseren MT Melsungen. In den nächsten Wochen warten auf die Füchse anspruchsvolle Aufgaben. Dem Auswärtsspiel bei de HC Erlangen folgen die Heimspiele gegen die Rhein Neckar Löwen (12. Oktober) und gegen MT Melsungen (19. Oktober). Außerdem startet der Titelverteidiger aus Berlin am 17. Oktober gegen das französische Team Chambery Savoie in die European League.

Für die Füchse erfolgreich: Gidsel 9, Andersson 8, Lindberg 7/1, Marsenic 4, Lichtlein 3, Tollbring 2, Langhoff 1, Günther 1/1, Beneke 1, Freihöfer 1

Herbert Schalling

Hertha II verliert Nachbarschaftsderby und der BAK holt ersten Saisonsieg

Der 9. Spieltag in der Regionalliga Nordost begann am Freitag, 29. September 2023 aus Berliner Sicht mit einem Sieg und einer Niederlage. Herthas Nachwuchs musste sich gegen die etwas abgezockteren Akteure aus Babelsberg knapp mit 1:2 geschlagen geben. Im Amateur-Stadion auf dem Olympia-Gelände sahen die 1.732 Zuschauer unter Flutlicht zunächst die Führung der Gastgeber durch Myziane Maolida nach 10. Minuten. Der Ausgleich gelang den Babelsbergern noch vor dem Pausentee. Der Ex-BFCer Andreas Pollasch traf für die Mannschaft von Markus Zschiesche. Kurz nach Wiederbeginn brachte Tahsin Cakmak die Babelsberger in Front und dabei blieb es bis zum Schlusspfiff des Rostocker Schiedsrichters Christoph Dallmann. Die 03er ziehen damit fürs Erste an den Hertha Bubis vorbei.

Zeitgleich traten die „Volkssportler“ aus Altglienicke im Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig.Leutzsch an. Zweimal traf Tolcay Cigerci und ein Mal der zur Halbzeit eingewechselte Cemal Sezer, da die Chemiker mit Toren geizten und gar nichts auf die Anzeigetafel brachten, durften sich die Schützlinge von Trainer Karsten Heine über drei Auswärtspunkte freuen. Sie pirschen sich in der Tabelle weiter nach vorn. Der nächste Gegner am kommenden Samstag, 7.10. im Jahnsportpark wird der BAK sein. Die Athleten dürften mit neuem Selbstbewusstsein das Derby angehen. Ihnen gelang am Sonntag, 1.10. ein nicht unbedingt erwarteter Erfolg gegen Drittligaabsteiger FSV Zwickau. Vor 622 Zuschauer im Poststadion brachte Shinji Yamada die Gastgeber in Führung, Zwickau konnte in der 67. Minute ausgleichen. Postwendend gelang Ufumwen Osawe das 2:1 und das konnten sie bis zum Schlusspfiff verteidigen. Mit dem ersten Saisonsieg verlassen der BAK den letzten Tabellenplatz und gaben die rote Laterne an Aufsteiger Hansa Rostock II ab. Es sieht wieder etwas freundlicher aus rund um das Poststadion.

Am Samstag, 30.09. sahen in Lichterfelde und nicht im Jahnsportpark (der Kicker hat es immer noch nicht mitbekommen) 752 Zuschauer ein beachtliches 2:2 der Viktoria gegen den Tabellenführer Greifswalder FC. Zunächst gingen die Gäste in Führung. Innerhalb von zwei Minuten drehte Viktoria das Spiel. (21. und 23. Minute). Noch in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit glichen die Greifswalder aus. Die 2. Halbzeit verlief torlos. Den Punktverlust des Tabellenführers werden sie in Cottbus wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Die Cottbuser gewannen zu Hause gegen Meuselwitz und konnten so den Abstand zu dem direkten Aufstiegsplatz bis auf einen Punkt verkürzen.

Hans-Peter Becker

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BBSC Damen müssen die Basics trainieren

Blau-Weiß Dingden – BBSC Berlin            3:2 (24, -20, 19, -10, 7)

Am Samstag, 30.09.2023 brachten die BBSC-Volleyballerinnen nach einigen Schwächen in Aufschlag und Annahme nur einen Punkt aus Dingden mit an die Spree.

Der BBSC tat sich gegen die Mannschaft aus dem Volleyballdorf recht schwer, denn die eigene Fehlerquote machte den Ambitionen des Teams von Trainer Jens Tietböhl einen Strich durch die Rechnung. Jens Tietböhl gab im Spielverlauf auch den nachrückenden jungen Wilden wie Angelina Meyer, Jovana Dordevic und Daniela Ligacheva sowie Emely Radügge längere Einsatzzeiten und diese machten ihre Sache zeitweise wirklich gut, wenngleich die notwendige Stabilität wie üblich noch nicht zu erwarten war.

So ging Dingden als verdienter Sieger vom Feld. BBSC-Libera Annika Kummer wurde zum silbernen MVP des Abends gewählt.

Tietböhl resümierte: „Ein typisches Aufschlag-Annahmespiel mit besserem Ende für den Gastgeber, bei dem der BBSC im ganzen Spiel Probleme mit der Annahme hatte und selbst im Service zu viele Fehler machte und nicht genug Druck entwickelte. Aufschlag und Annahme sind nun mal die Basics, ohne die kein Spiel gelingen kann. Wir haben uns zwar mehr erhofft, aber wissen jetzt, welche Trainingsschwerpunkte wir bis zum nächsten Ligavergleich in 2 Wochen legen müssen.“

Am kommenden Wochenende (7./8.2023wird das Training freilich durch das Finale im Regionalpokal in Cottbus unterbrochen. Im Halbfinale steht der BBSC zunächst gegen Halle auf dem Parkett und will sich nachfolgend den Pokal holen.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Rebekka Hauri, Leni Kirchhoff, Angelina Meyer, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligaschewa, Emely Radügge

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbären ziehen den Tigers das Fell über die Ohren

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 5:0(1:0/3:0/1:0)

Am 6. Spieltag der DEL gaben die Eisbären nach vier Auswärtspartien in Folge ein Heimintermezzo, bevor es erneut dreimal nacheinander in fremden Hallen um Punkte geht. Zu Gast waren die Nürnberg Ice Tigers, die Mannschaft um Trainer Tom Rowe und Sportdirektor Stefan Ustorf, ist gut in die Saison gestartet, konnte allerdings in den bisherigen zwei Auswärtspartien noch keine Punkte an die Noris holen.

Nervöser Beginn der Eisbären, die im Monat Oktober wieder in pinkfarbenen Trikots in der Arena spielen, als Unterstützung der Aktion „Pink in the Rink“, eine Charity-Aktion für mehr Aufmerksamkeit im Kampf gegen die Krankheit Krebs. In der 12. Minute gingen die Eisbären in Führung und das Tor erzielte Leo Pföderl, ausgerechnet der Spieler mit Nürnberger Vergangenheit. In der aktuellen Saison hatte bis hierhin noch kein Tor erzielen können. Anschließend mussten die Eisbären zwei Unterzahlsituationen überstehen und konnten die 1:0 Führung mit in die erste Pause nehmen.

Das Führungstor tat seine Wirkung, fungierte als Dosenöffner. Im Mitteldrittel fielen die Tore für die Eisbären, wie herbstreife Äpfel. Die Gäste verloren ihre Linie und kassierten drei Gegentore in der 28., 35. und 37. Minute. Den Treffer zum 2:0 markierte erneut Pföderl, die anderen Tore erzielten Blaine Byron und Tobias Eder. Die Gäste erst kein Glück und dann kam das Pech dazu, sie trafen nur den Pfosten. Zudem zeigte sich Torwart Jake Hildebrand voll auf der Höhe seiner Aufgaben.

Beim Stand von 4:0 für die Hausherren ging es in die letzte Drittelpause. Die Gäste gaben sich nicht auf. Die Hypothek eines 0:4 Rückstandes erwies als zu hoch. In der 48. Spielminute vergab Nürnbergs Charlie Gerad einen Penalty, so blieb auch hier die Initialzündung aus. Die Spieluhr lief runter, an einem Sieg für die Eisbären gab es keinen Zweifel mehr. Es blieb lediglich die Frage zu klären, bleiben die Eisbären erstmals in einem Punktspiel ohne Gegentreffer, feiert Jake Hildebrand seinen ersten Shutout? In der 58. Minute hatten die Eisbären das Ergebnis auf 5:0 geschraubt, Zachary Boychuk und die Null hatte Bestand. Die 14.030 Zuschauer hatten Grund zum Feiern, das nächste Heimspiel erst am Freitag, 13.10.2023 gegen die Tigers aus Straubing.

Fotos:© 2023 Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

DEL 6. Spieltag 01.10.2023 14:00 Uhr MB-Arena Berlin
Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 5:0 (1:0, 3:0, 1:0)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Quapp) – Melchiori, Finkelstein; Müller, Wissmann (C); Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Byron, Ronning; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Bergmann, Eder, Heim; Hördler, Wiederer, Veilleux – Trainer: Serge Aubin

Nürnberg Ice Tigers: Treutle (Hungerecker) – Byström, Shaw; Weber, Karrer; Böttner, Braun, Ustorf – Schmölz, Barratt, Gerard; Fox, Stoa, Fleischer; Hede, Leonhardt, Lobach; Kislinger, Maier, Kechter – Trainer: Tom Rowe

Tore
1:0 – 11:32 – Pföderl (Noebels, Müller) – EQ
2:0 – 27:42 – Pföderl (Noebels, Boychuk) – EQ
3:0 – 34:24 – Byron (Pföderl, Finkelstein) – PP1
4:0 – 36:45 – Eder (Wiederer, Ellis) – EQ
5:0 – 57:43 – Boychuk (Veilleux, Ellis) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (4, 2, 4) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 10 (0, 8, 2) Minuten 

Schiedsrichter

André Schrader, Lasse Kopitz (Maksim Cepik, Tobias Treitl)

Zuschauer
14.030

Der BAK hat einen neuen Präsidenten, ein Sieg und drei Niederlagen in der Regionalliga für Berlin

Fangen wir mit dem Berliner Blick auf die Fußball-Regionalliga Nordost ganz unten an. Das Tabellenende ziert der BAK 07, nach acht Spieltagen, mit ganzen drei Punkten, erst ein einziges Saisontor erzielt und als einziges Team in dieser Saison noch ohne Sieg. Nach fast 22 Jahren hat sich die türkische Familie Han aus dem Verein zurückgezogen. Seit dem Juni 2023, der Präsident Ebubekir Han hatte sein Amt niedergelegt, führte der Jugendleiter Burak Isikdaglioglu den Verein provisorisch. Jetzt wurde mit Arthur Taubert, einem Berliner Unternehmer, ein neuer Präsident gewählt. Er möchte den Verein wieder stabilisieren. Der BAK ist seit Gründung der Regionalliga Nordost ununterbrochen dabei, übrigens als einziger Verein aus dem aktuellen Teilnehmerfeld. Das Ziel heißt Klassenerhalt und das bleibt ein anspruchsvolles Vorhaben. Mit ähnlichen Problemen wie der BAK hat auch der Gegner des vergangenen 8. Spieltags, der Chemnitzer FC zu kämpfen. Der BAK unterlag am Freitagabend, 22. September 2023 vor 365 Zuschauern im Poststadion zwar knapp, aber verdient mit 0:1. Bereits in der 4. Minute brachte Dejan Bozic die Himmelblauen Sachsen in Front und danach hätte sich die Truppe von Christian Tiffert nur selbst schlagen können. Selbst eine über zehnminütige Überzahl, nach der Roten Karte für Roman Eppendorfer in der 81. Minute nach einer Notbremse, reichte nicht für einen BAK-Treffer. So bleibt es bei der Horrorbilanz. Da kann man dem neuen Präsidenten und Trainer Jeffrey Seitz nur alles Gute wünschen.

Am darauffolgenden Samstag mussten der BFC Dynamo und der FC Viktoria auswärts antreten. Es wurde ein Sieg und eine Niederlage. Viktoria gewann in Jena beim FC Carl-Zeiss und schaffte es in dieser Saison doch tatsächlich, mal mehr als nur ein Tor im Spiel zu erzielen. Kapitän Berk Inaler brachte Viktoria in Front und Elias Löder konnte für Jena ausgleichen. Diren Günay erzielte in der 65. Minute das 2:1 und dabei blieb es bis zum Schlusspfiff vor 3.969 meist enttäuschten Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld. Eine Bestnote verdiente sich der 19-jährige Torhüter Maximilian Kinzig.

In Leipzig beim 1. FC Lok holte sich der BFC Dynamo einen Punkt ab. Vasileios Dedidis brachte die Weinroten in der 69. Minute in Front, mehr als den Ausgleich in der 81. Minute durch Abwehrspieler Jesse Sierck ließen sie nicht zu. Der BFC verlor in der Schlussphase Mc Moordy King Hüther mit Rot-Gelb nach einer vermeintlichen Tätlichkeit. Beide haben jetzt 15 Punkte auf dem Konto und bleiben in Tuchfühlung mit den Spitzenteams.

Am Sonntag empfing die VSG Altglienicke den FC Energie. Der Endstand von 2:1 für die Gäste aus der Lausitz stand bereits zur Halbzeitpause fest. Tim Heike traf zum 1:0 und zum 2:1, zwischenzeitlich hatte der Ex-Cottbusser Ali Abu-Alfa ausgeglichen. Für die Volkssportler war mehr drin. Cottbus bleibt dem Spitzenreiter Greifswalder FC auf den Fersen. Die Greifswalder überrollten Herthas Zweite mit 5:2. Zur Halbzeitpause hielten die Herthaner noch ein 1:1, dann kam der Einbruch, bis zur 78. Spielminute schraubten die Norddeutschen das Ergebnis auf 5:1, ehe in der 90. Minute durch den Treffer von Mustafa Abdullatif das Endergebnis etwas freundlicher gestalten konnte.

Hans-Peter Becker

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Sieg und Niederlage für die Berliner Profimannschaften

Ist das jetzt eine Krise? Die Situation zumindest ungewohnt, wettbewerbsübergreifend kassierte der 1. FC Union die vierte Niederlage in Folge. Am 5. Spieltag der Bundesliga entführte die TSG Hoffenheim die Siegpunkte aus der Alten Försterei. Die TSG Hoffenheim wirkte abgeklärter und der Sieg war keinesfalls glücklich. Für den Verein aus dem Südwesten war es der Sieg Nummer Fünf hintereinander.

“In der ersten Halbzeit war es eine Nicht-Leistung – in der zweiten Halbzeit war es so, wie es eigentlich sein soll. Da hat die Mannschaft gezeigt, wozu sie fähig ist. Diese Bereitschaft haben wir im ersten Durchgang leider nicht an den Tag gelegt”, so Union-Cheftrainer Urs Fischer. Er fügte hinzu: “Auch solche Phasen gehören zur Entwicklung einer Mannschaft dazu, damit muss man umgehen können. Es wäre schön, wenn es immer nur bergauf gehen würde, aber manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um zwei nach vorne zu machen.”

Urs Fischer hat hier die richtigen Worte gefunden. Einer seiner Vorgänger im Amt des Union-Cheftrainers, Sascha Lewandowski, hatte in einem Pressegespräch mal geäußert, dass egal wie gut du ein Spiel planst, deine Möglichkeiten zu einem Matchplan zusammenfasst, am Ende gehört auch immer eine Portion Matchglück dazu. Dieses erwähnte Matchglück wollte sich an diesem Samstagnachmittag in dem wie immer vollbesetzten Stadion in der Wuhlheide einfach nicht einstellen. Die Steigerung in der zweiten Halbzeit war beachtlich. Fischer wechselte zur Halbzeit Brendan Aronson aus. Für ihn kam David Datro Fofana, der sichtlich mit seinen Dribblings für Belebung sorgte. Im Abschluss fehlte das Glück. In der 59. Minute hatte Kevin Behrens die Riesenchance auf den Anschlusstreffer. Er traf das leere Tor nicht, halt fehlendes Matchglück. Alles andere als glücklich agierte Leonardo Bonucci, er wurde in der 81. Minute ausgewechselt.

Am nächsten Spieltag geht es zum Aufsteiger nach Hoffenheim, sollte auch das in die Hose gehen, darf von einer Krise gesprochen werden. Bis hierher ist noch nichts passiert.

Bei der Hertha darf man sich die Augen reiben, der erste Auswärtssieg war zugleich der Dritte in Folge. Sie wundern sich, warum es in Kiel wieder zwei so völlig unterschiedlich Halbzeiten gegeben hat. Was den Eisernen fehlte, in Kiel konnte sich Hertha über fehlendes Matchglück nicht beklagen. Pikant, ausgerechnet der Kieler Junge Fabian Reese, sorgte mit seinem erfolgreich verwandelten Elfer in der Nachspielzeit für die Entscheidung.

Hans-Peter Becker

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