BR Volleys – erstes Saisonziel greifbar

Am Mittwoch (02. Feb) haben die BR Volleys die Möglichkeit, das erste große Saisonziel einer bis hierhin makellosen Spielzeit 21/22 zu erreichen: Das DVV-Pokalfinale am 06. März in Mannheim. Dazu wollen die Berliner zum vierten Mal in dieser Saison das Spielfeld gegen den VfB Friedrichshafen als Gewinner verlassen. Der Gegner und Rekordpokalsieger tankte am Wochenende mit einem 3:1-Heimerfolg gegen Frankfurt seinerseits Selbstvertrauen und empfängt die ungeschlagenen Hauptstädter in der ratiopharm Arena Ulm/Neu-Ulm um 19.00 Uhr (geänderter Spielbeginn!).

Das Pokalfinale in der Mannheimer SAP Arena, das in Vor-Corona-Zeiten eine Volleyball-Traumkulisse von bis zu 12.000 Zuschauern bot, ist selbst für Sergey Grankin, der in seiner 20-jährigen Karriere vieles erlebt und gesehen hat, noch immer eine Aussicht mit einem ganz besonderen Stellenwert. Entsprechend ist der russische Kapitän vor einem Kampf um den Einzug ins Endspiel, wie er am Mittwoch gegen Friedrichshafen bevorsteht, bis in die Haarspitzen motiviert: „Unsere gesamte Mannschaft will unbedingt nach Mannheim. Das Finale 2020 gegen Düren war für einige von uns das denkwürdigste Duell, das wir in Deutschland bisher spielen durften. Diese Bühne wieder zu betreten, ist ein großes Ziel und von diesem sind wir nun noch einen Schritt entfernt.“ Dieser letzte Schritt ist bekanntlich meist der schwerste. Nach dem Viertelfinale bei den United Volleys Frankfurt (3:1) bescherte das Los den BR Volleys auch im Semifinale eine Auswärtsaufgabe bei einem der schärfsten Ligakonkurrenten. Der VfB Friedrichshafen, 16-mal Sieger des DVV-Pokals, steht zwischen Grankins Team und Mannheim.

Vor zehn Tagen trafen sich beide Mannschaften zum Auftakt der Zwischenrunde und die Berliner konnten ihre gute Bilanz ausbauen. Drei Siege (3:0, 3:1, 3:1) stehen seitdem in der aktuellen Bundesliga-Saison im direkten Vergleich zu Buche. Jetzt wartet jedoch ein Wettbewerb, in dem die Hauptstädter häufig unter ihren Möglichkeiten blieben. Entsprechend geschärft sind die Sinne des 37-jährigen Zuspielers und seiner Mitspieler: „Der Pokal verzeiht keine Fehler. Friedrichshafen ist im Saisonverlauf immer stärker geworden, doch es gibt für uns keinen Grund, dort nicht selbstbewusst anzutreten. Wir wissen, was wir können. Wenn wir dies abrufen, wird es der VfB auch in eigener Arena schwer gegen uns haben.“

In Bayern und somit auch in Neu-Ulm sind seit dem vergangenen Wochenende wieder Zuschauer zugelassen. 25 Prozent Auslastung der 6.000 Besucher fassenden ratiopharm Arena gestatten die Behörden. Mit ihren Anhängern im Rücken erarbeiteten sich die Häfler am Sonntag einen 3:1-Heimsieg gegen die United Volleys Frankfurt. Dabei fehlten Headcoach Mark Lebedew – ebenso wie seinem Gegenüber Christophe Achten – allerdings wichtige Spieler. Marcus Böhme und Daniel Muniz standen nicht im Kader, dafür zeigte der neue Libero Nikola Pekovic, welche Verstärkung er für den VfB ist. Auch der junge Argentinier Luciano Vicentin sprang in die Bresche und schwang sich zum MVP auf. Neue Aufgaben also für die Scouting-Abteilung der Berliner, die nach dem eigenen 3:1-Erfolg bei den SWD powervolleys Düren viel Gutes notieren konnte. Aufschlags- und Angriffseffizienz näherten sich der Qualität vor der Corona-Zwangspause. Die Werte der Annahmebilanz blieben jedoch noch unter dem alten Niveau. Nach zwei Partien, in denen Schwächephasen zu verzeihen waren, ist nun voller und vor allem durchgängiger Fokus gefragt. „Ein K.o.-Spiel heißt so, weil definitiv einer ausgeknockt wird. Das wollen am Mittwoch nicht wir sein“, hat Sergey Grankin ein klares Ziel vor Augen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Viktoria Berlin verpflichtet Mittelfeldspieler Martin Gambos

Kurz vor Ende der aktuellen Winter-Transferperiode verpflichtet Viktoria Berlin den slowakischen Mittelfeldspieler Martin Gambos. Der 24-Jährige kommt vom slowakischen Erstligisten Zlate Moravce und spielte darüber hinaus für die slowakischen U-Nationalmannschaften (U18-U21).

„Martin ist sehr talentiert, hat ein überragendes Positionsspiel und kann eine gute Balance in ein Spiel bringen. Er durfte in der Slowakei in der ersten Liga spielen und auch international schon Erfahrung sammeln. Ich bin davon überzeugt, dass Martin sehr gut in unser Profil passt und unsere Spielidee schnell verstehen wird. Er macht einen sehr smarten Eindruck. Ich freue mich, dass er unser Mittelfeld verstärken wird“, betont Chefcoach Benedetto Muzzicato.

Martin Gambos sagt über seinen neuen Verein: „Aufgrund meiner Vergangenheit bei 1860 München habe ich die 3. Liga immer mal wieder verfolgt. Dabei ist mir Viktoria Berlin als Neuling in der Liga auch positiv aufgefallen. Ich sehe den Klub als einen guten Verein, um mich weiterzuentwickeln. Ich freue mich sehr über diese Chance, wieder in Deutschland Fußball zu spielen. Bisher wurde ich großartig aufgenommen, jeder versucht mir meinen Start in der neuen Stadt zu erleichtern. Ich möchte in dieser Saison so viele Spiele wie möglich machen und der Mannschaft dabei helfen in der Tabelle möglichst weit oben zu stehen.“

Sportdirektor Rocco Teichmann sagt über den Neuzugang: „Martin Gambos war bereits seit einiger Zeit Thema bei uns. Mit Björn Jopek, Christoph Menz und mittlerweile auch Diren Günay hat Martin sicherlich auch Konkurrenz auf seiner Position, aber genau dort wollten wir im Winter noch einmal nachbessern und das ist uns mit seiner Verpflichtung gut gelungen.“

Gambos wurde in der Slowakei geboren, kam mit zwölf Jahren nach Deutschland, spielte bei Jahn Regensburg und viele Jahre beim aktuellen Drittligisten 1860 München. Für eine Leihe kehrte er in die Slowakei zurück, spielte dann noch eine Saison bei den Münchnern, ehe er die letzten vier Jahre in der Slowakei bei den Erstligisten MSK Zilina, Spartak Trnava, FK Senica und zuletzt Zlate Moravce unter Vertrag stand.

Unterdessen wird die Leihe von US-Amerikaner Bryang Kayo, der im Sommer vom VfL Wolfsburg zu den Himmelblauen kam, mit sofortiger Wirkung beendet. Er kehrte zunächst zu den Wölfen zurück und geht von dort auf Leihbasis zum Regionalligisten 1. FC Nürnberg II.
Auch die Leihe von Torhüter Elian Clasen zu Union Fürstenwalde wird beendet. Bis zum Saisonende kehrt er in seine Heimatstadt zurück und spielt per Leihgeschäft bei Altona 93 in der Regionalliga Nord.

Quelle: FC Viktoria 1889 Fußball

Fotocredit: Viktoria Berlin

Max Kruse wechselt zum VfL Wolfsburg

Dass schlussendlich beim 1. FC Union nicht anderes als Profifußball gespielt wird, offenbarte sich am 30. Januar 2022. Erst tauchten Gerüchte auf, die schnell zur Gewissheit wurden. Unions wohl einziger Ausnahmespieler verlässt nach 45 Pflichtspielen, 19 Toren und 12 Vorlagen den Verein. Das Geld lockte. Sogar Präsident Dirk Zingler äußerte sich und ließ sich mit folgenden Worten zitieren: „Wenn er sich nun jedoch ganz bewusst gegen die Chance entscheidet, mit Union in dieser Saison Geschichte zu schreiben, akzeptieren wir das“ Diesen sportlichen Verlust lässt sich Union mit 5 Millionen EUR entschädigen.

Ein Grund für den Wechsel ist wohl Florian Kohfeldt, beide hatte beim SV Werder bereits zusammengearbeitet. Sein Gehalt dürfte sich deutlich von dem abheben, was ihm in Köpenick gezahlt werden konnte. Ihn sportlich zu ersetzen dürfte fast ein Ding der Unmöglichkeit sein. Zumal das Transferfenster am 31. Januar um 18 Uhr bereits schließt. Es wird gemunkelt, dass Sven Michel aus Paderborn ein Wunschkandidat ist. Auf der Liste stand er ja schon einmal. Allerdings ist er ein anderer Spielertyp als Kruse. Er ist als Stürmer mehr der klassische Zentrumsspieler und weniger die hängende Spitze mit Spielübersicht.

Kruse selbst hatte am Vorabend der Verkündung seines Wechsels an einer albernen Fernsehshow teilgenommen und etwas Geld gewonnen. So ist er eben, ein Typ, eine schillernde Persönlichkeit, er hat es in Köpenick mit Leistung zurückgezahlt. Jetzt wird in Wolfsburg, vielleicht ein letztes Mal, abkassiert. Mal sehen, ob der Ertrag auch für den VfL Wolfsburg stimmt. Ehrlich gesagt, muss dort die Not groß sein.

Hans-Peter Becker

BR Volleys untermauern Spitzenposition

Zum saisonübergreifend 26. Mal verließen die BR Volleys am Samstagabend das Spielfeld als Sieger. Bei den SWD powervolleys Düren, wo die Berliner am 20. März 2021 zuletzt ein Pflichtspiel verloren, gewannen Kapitän Sergey Grankin und sein Team am zweiten Spieltag der Zwischenrunde mit 3:1 (25:21, 25:23, 14:25, 25:19). Der Russe führte die Hauptstädter als MVP nach einer Schwäche in Satz drei zum letztlich einmal mehr souveränen Auswärtssieg.

Benjamin Patch, vor sieben Tagen im Heimspiel gegen Friedrichshafen der “Gamechanger“ für die Berliner, rückte vor 750 zugelassenen Zuschauern in der Arena Kreis Düren wieder in die Startformation. Die BR Volleys waren auf großen Druck der Hausherren eingestellt und wollten selbigen ebenfalls von Beginn an ausüben. Wie erhofft, rollte die Berliner Angriffsmaschinerie unter Sergey Grankins Regie im Auftaktsatz. Über die Zwischenstände 8:5 und 16:11 war der Deutsche Meister tonangebend. Düren kämpfte sich in fast schon üblicher Manier heran (20:19), aber dann zog Cedric Enard mit Matthew West für den Aufschlag den richtigen Joker. Der Service des ehemaligen Düreners machte den Unterschied, die BR Volleys setzten sich wieder ab (23:19) und ein Fehlaufschlag von Tomas Kocian sorgte für die 1:0-Satzführung des Tabellenführers (25:21).

Nach gutem Start der SWD powervolleys in Durchgang zwei brachte Timothée Carle per Ass und Hinterfeld-Angriff sein Team wieder auf Kurs (7:4). Das Heimteam verbuchte zwar die ersten direkten Blocks des Spiels durch Erik Röhrs und Marcin Ernastowicz (14:13), aber Patch gab per krachendem Angriff auf fünf Meter die passende Antwort (15:13). In Aufschlag und Block präsentierten sich die Powervolleys in dieser Phase ebenbürtig und Kapitän Michael Andrei packte gleich zweimal gegen Nehemiah Motes Schnellangriff zu (20:22). Es schlug die Stunde von Ruben Schott, der zum perfekten Zeitpunkt den Druck im Aufschlag erhöhte und den Durchgang wieder drehte (24:22, 25:23).

Ein Blitzstart der Rheinländer brachte Grankin & Co in Satz drei gehörig unter Zugzwang (0:3, 4:8). Cody Kessel kam ins Spiel, aber Düren zog davon (6:13). Während Sebastian Gevert & Co nun stark aufspielten, gab Enard Patch und Grankin eine Verschnaufpause (8:16). Der eingewechselte Filip John nutzte den ersten Satzball der Gastgeber zum 2:1-Anschluss (14:25). Zurück in der Ursprungsformation konnten die Berliner ihren Druck im Aufschlag wieder deutlich erhöhen (8:5). Der klar verlorene Satz war abgeschüttelt und Grankin gab dem Angriffsspiel seiner Mannschaft nun wieder den perfekten Rhythmus. Der spätere MVP blockte nun auch noch selbst (16:10, 21:14) und der Berliner Topscorer Benjamin Patch veredelte den perfekten Über-Kopf-Pass von Schott zum wettbewerbsübergreifend 21. Sieg der Saison und insgesamt 26. Erfolg in Serie. Weiterhin ungeschlagen gehen die Berliner damit in das so wichtige DVV-Pokal-Halbfinale beim VfB Friedrichshafen. Am Mittwochabend (02. Feb) geht es in Ulm um den Einzug ins Endspiel.

Stimmen zum Spiel
Erik Röhrs (DUR): „Wir hatten nach der langen Pause zum Anfang des Spiels ein bisschen Probleme. Berlin ist zum Neustart natürlich ein Brocken. Es hat sich durch das Match gezogen, dass uns in manchen Phasen die letzte Konsequenz und das Selbstvertrauen gefehlt haben. Wir haben zeitweise gut dagegengehalten und es ist schade für uns, denn wir hatten das Gefühl, dass auch mehr drin war. Den wichtigen zweiten Satz hat Ruben mit starken Aufschlägen für die BR Volleys gewonnen.“

Ruben Schott: „Ich bin stolz, wie wir uns als Team hier heute wieder durchgesetzt haben. Der dritte Satz hatte Parallelen zum verlorenen Satz gegen Friedrichshafen. Wir haben zu viele Punkte in Folge abgegeben. Diese Schwächephasen sind dann kaum noch zu kompensieren. Die Reaktion in Satz vier war wieder hervorragend. Trotzdem darf uns das am Mittwoch im Pokal und in der Champions League so nicht passieren, denn in beiden Wettbewerben wollen wir unbedingt noch eine Runde weiterkommen.“

BR Volleys Formation
Ruben Schott und Timothée Carle (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Cody Kessel, Marek Sotola

Topwerte
Patch 16 Punkte, 76 % Angriffsquote | Carle 11 Punkte, 2 Asse | Jendryk 10 Punkte, 2 Blocks
Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Fotocredit: Powervolleys

BBSC entführt drei Punkte von der Elbe

Eimsbütteler TV Hamburg – BBSC Berlin                              1:3 (17, -23, -25, -20)

Trotz ungünstigster personeller Bedingungen holte sich der BBSC am Samstagabend mit dem 3:1 Auswärtserfolg in Hamburg den dritten Sieg in Folge. Hiobsbotschaft am Samstagmorgen: nach Annika Kummer und Marie Dreblow musste auch Paula Morgenroth die Reise in die Hansestadt absagen. Die Krankheitssaison hinterlässt ihre Spuren. Mit lediglich acht einigermaßen einsatzfähigen Athletinnen in das Auswärtsspiel zu gehen, wäre wohl ein heftiges Risiko gewesen. Kurzerhand wurde die erst 16-jährige Elisa Daus aus der Bezirksklasse- Mannschaft um Mitwirkung gebeten – sie hatte schon mit dem Team trainiert, erklärte sich bereit, hatte Lust auf das Spiel, wurde im ersten und vierten Satz eingesetzt und wird auch bestimmt weiter die Chance erhalten, sich zu beweisen.

Trainer Ole Schröter musste das Team umbauen. Die Liberoposition nahm Marie Böttcher ein, auf die Diagonale stellte er – durchaus mit einigen Bedenken – Antonia Schulz. „Das war schon ein Risiko. Ziemlich genau vor einem Jahr hatte sich die etatmäßige Mittelblockerin in Hamburg in dieser Halle das Kreuzband gerissen. Wird sie trotz mittlerweile wieder erreichter körperlicher Fitness wegstecken, dass sie genau hier die schwere Verletzung erlitten hatte? So ein Auftritt ist schließlich im hohen Maße eine Kopfsache. Und wie sie das speziell in den Sätzen 2-4 machte, das war schon große Klasse. Ein richtig gutes Spiel von ihr, mit viel Einsatz, Kopf und Technik“ schwärmte Schröter.

Der erste Satz war noch recht holprig, die Abstimmungsschwierigkeiten waren sehr deutlich sichtbar. Bei einem derart veränderten Aufgebot auf dem Feld muss nun mal viel laut geredet oder gerufen werden. Keiner darf sich darauf verlassen, dass der Mitspieler wohl funktionieren wird, eben gerade, weil er auf dieser Position vielleicht nur selten oder noch gar nicht gespielt hat. Da laufen eben keine Automatismen. Und da Hamburg auch eine gute Volleyballmannschaft ist, war der erste Satz schnell weg.

Ab dem zweiten Satz gelang es den BBSC allen Widrigkeiten zum Trotz die Schwächen in der eigenen Kommunikation abzustellen, in den eigenen Rhythmus zu kommen und das Spiel eben zeitweise dem Gegner aufzuzwingen. „Jeder hat mehr als die 100 % geboten, wir haben Stimmung gemacht, aggressiv aufgeschlagen und Hamburg zu Fehlern verleitet, sodass sie ihr Spiel über die Mitte nicht mehr durchsetzen konnten. Dabei haben wir selbst den Hamburger Block viel angeschlagen, so dass die Bälle nachfolgend ins Aus gingen. Dagegen hat unsere Blockarbeit den Hamburgern das Leben schwer gemacht hat. Ein Riesenlob geht an das gesamte Team“ resümierte Schröter.

Zum MVP des Abends wählten die Trainer Nina Interwies (Hamburg) und Katharina Kummer (Berlin).

Am Samstag, dem 5. Februar 2022 geht es für den BBSC in der Liga um 18:00 Uhr weiter. Dann ist der Tabellenzweite Köln in der Hämmerlinghalle zu Gast.

Für den BBSC im Einsatz: Isabel Böttcher, Elisa Daus, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Anna Leweling, Annalena Grätz, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Berliner Profi-Fußball im Überblick

Etwas mehr als die Hälfte der Saison ist absolviert und so richtig zufrieden sein kann nur der Bundesligist aus dem Stadtteil Köpenick. „Alles bestens!“, kann man ihnen nur zurufen. Mal wieder das Optimum aus den vorhandenen Möglichkeiten herausgeholt oder Glück hat auf Dauer nur der Tüchtige. Der Sieg in Gladbach setzte dem Ganzen die Krone auf. Gladbach kämpfte glücklos und die Eisernen hatte das bessere Ende für sich. Jetzt stehen sie nach 20 Spieltagen auf einem Platz, der die Teilnahme an Champions League bedeuten würde. Eigentlich nicht zu fassen, da kann der Lokalrivale aus dem Westend nur kopfschüttelnd daneben stehen.

Hertha BSC ist eine einzige große Baustelle. In allen Mannschaftsteilen wirkten sie gegen die Bayern überfordert. Der Stadionsprecher begrüßt die Zuschauer nach wie vor mit „und hier kommt Berlins Nummer 1…“ und der Investor, wahrscheinlich nur er, denkt in ganz großen Dimensionen. Erstmal muss gründlich entkernt werden, dann mal schauen, wie tragfähig der Rohbau noch ist. Fredi Bobic ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Corona tat das übrige, zu Jahresbeginn mussten gleich 6 Profis gleichzeitig in Quarantäne. Das Transferfenster ist noch bis zum 31. Januar geöffnet und Bobic räumt den Kader auf. Letzter Neuzugang ist Stuttgarts Ex-Kapitän, Innenverteidiger Marc-Oliver Kempf. Er wird dringend benötigt, Hertha verfügt, nach Anzahl der Gegentore, über die zweitschlechteste Defensive. Es hakt allerdings in allen Mannschaftsteilen.

Die Bundesliga macht Pause, Union testet gegen Lodz und vermeldet mit Kevin Möhwald einen aktuellen Corona-Fall. Hertha hat bisher keinen Test geplant und trainiert fleißig für die kommenden Wochen der Wahrheit. Die nächsten Gegner heißen VfL Bochum und Greuther Fürth, worauf es da ankommt, muss wohl nicht weiter erörtert werden.

Nicht pausiert wird in Liga 3, es steht sogar eine englische Woche an. Viktoria hat am Dienstag, 25. Januar trotzdem nicht gespielt, der Grund, sie ahnen es, weitere Corona-Fälle in der Mannschaft. In der Pressemitteilung liest sich das folgendermaßen:

Aufgrund von behördlich angeordneter Kontaktpersonen-Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt in Berlin wird das Drittliga-Spiel zwischen dem Halleschen FC und Viktoria Berlin auf Grundlage von §15 der Durchführungsbestimmungen zur DFB-Spielordnung abgesetzt.

Bei den Himmelblauen traten im Rahmen des Spiels gegen den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Samstag drei weitere Corona-Fälle auf. Darüber hinaus befinden sich zwei weitere Personen aus dem Mannschaftsgefüge mit Grippesymptomen in häuslicher Isolation.

Der neue Spieltermin wird nach Rücksprache mit dem Halleschen FC und Viktoria Berlin schnellstmöglich bekannt gegeben.

Die Absage des Spiels erfolgte erst 3 Stunden vor dem Anpfiff. Mal sehen, wie es weitergeht, am Samstag, 29. Januar steht das Heimspiel gegen den FSV Zwickau an. Viktoria hat den Kader nachgebessert und muss aufpassen, jetzt nicht weiter nach unten durchgereicht zu werden. Die Neuzugänge bzw. Leihspieler könnten sofort weiterhelfen. Für den Klassenerhalt sollten es mindestens 42 Punkte oder mehr sein. Nach 21 von 38 Spielen kann der Aufsteiger und absolute Liganeuling auf 26 Punkte verweisen. So 6 bis 7 Siege und dazu das eine oder andere Unentschieden und die Sache wäre geritzt. Ein bisschen Sorge bereitet die geringe Zuschauerresonanz. Im Jahnsportpark ist der Verein weiter weg von seiner eigentlichen Heimat im Süden Berlins, andere Dinge konnten unter Dach und Fach gebracht werden. In Kaiserslautern liefen die Himmelblauen erstmals mit einem Trikotsponsor auf der Brust auf. Das Spiel im Fritz-Walter-Stadion war für Viktoria ernüchternd. Fehlende Vorbereitung und Fitness machten sich bemerkbar, die Niederlage war diesmal nicht zu verhindern. Das Hinspiel im Jahnsportpark hatten die Muzzicato-Schützlinge überraschend klar gewonnen.

Hans-Peter Becker

Wasserfreunde weiter auf dem Trockenen

Für die Wasserballer von Spandau 04 fällt am Samstag bereits das dritte Pflichtspiel in Folge pandemiebedingt aus. Nach der Champions League-Auswärtspartie am 12. Januar bei OSC Budapest, die nach positiven Tests von neun Spielern und dem Trainer, der Ungarn nicht gespielt werden konnte und mit 10:0 für Spandau gewertet wurde, und dem bereits zuvor vom 15. Januar auf den 25. Februar verlegten Bundesliga-Spitzenspiel in Berlin gegen Waspo Hannover, fällt nun auch der DWL-Rückenrundenstart beim OSC Potsdam am 22. Januar aus.

Potsdam kann wegen einer großen Zahl von Ausfällen im Spielerkader und auch im Trainerstab keine spielfähige Mannschaft melden. Als nächste Spandau-Partie danach stünde der Rückrundenstart in der Champions League auf dem Programm, zu dem die Berliner am 25. Januar (19 Uhr) in Schöneberg erneut auf OSC Budapest treffen.

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

Union holt ungarischen Nationalspieler

Vor dem Bundesliga-Spiel in Gladbach haben die Eisernen noch eine Neuverpflichtung perfekt gemacht. Mit Andras Schäfer soll mehr Kreativität ins Mittelfeld kommen, sodass zukünftig mehr Ballbesitzfußball gespielt werden kann. In der laufenden Saison, bis zum 19. Spieltag, hatten die Wuhlheider durchschnittlich 42,9 % Ballbesitz. Einen positiven Wert von mehr als 50 % Ballbesitz hatte sie nur beim Auswärtsspiel in Fürth, es waren 62,8 %. Das Spiel ging verloren, ab der 56. Minute liefen sie erfolglos dem 0:1 Rückstand hinterher und bescherten so dem abgeschlagenen Tabellenletzten den ersten und bisher einzigen Saisonsieg. Eine Mannschaft, die fast ausschließlich auf Konter setzt, ist leichter auszurechnen. Diese Überlegung wird bei der Verpflichtung eine Rolle gespielt haben und außerdem, sollte sich der als sehr talentiert geltende Schäfer bei den Eisernen entsprechend entwickeln, könnte eine hübsche Ablöse winken.

In der offiziellen Pressemitteilung liest sich das Ganze so:

„Der 1. FC Union Berlin verstärkt sich im offensiven Mittelfeld und verpflichtet den 22-jährigen András Schäfer. Der ungarische “Spieler des Jahres 2021” schließt sich mit sofortiger Wirkung den Eisernen an.

Aus Szombathely stammend wechselte Schäfer im Alter von 15 Jahren zu MTK Budapest in die ungarische Hauptstadt und durchlief dort alle Nachwuchsmannschaften, ehe er 2019 nach Italien zu Genua CFC transferiert wurde. Von dort wurde der damalige U21-Nationalspieler immer wieder verliehen: Über Chievo Verona ging es in die erste slowakische Liga zu DAC Dunajska Streda. Zur vergangenen Saison verpflichteten die Slovaken den damals 21-Jährigen dann fest. Dort kam der Mittelfeldakteur seit 2020 in 61 Spielen zum Einsatz. Neben vier eigenen Toren steuerte er sieben Torvorlagen bei.

Nachdem Schäfer bereits in der ungarischen U18, U19 und U21 mehrfach zum Einsatz kam, gab er 2020 sein Debüt für die A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes und erzielte in 15 Partien drei Tore. Bei der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer bestritt er alle drei Gruppenspiele der Ungarn und traf gegen Deutschland zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung seiner Mannschaft.

„In der Bundesliga und somit einer der Top-Ligen Europas zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Union hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen und in der Bundesliga Spuren hinterlassen. Gemeinsam mit dem Verein möchte auch ich mich weiterentwickeln und hier Fuß fassen. Ich freue mich sehr auf die Mannschaft und die neue Aufgabe“, kommentierte András Schäfer seine Unterschrift bei den Eisernen.

„András haben wir bereits seit längerem genau verfolgt und uns gefällt seine Mentalität, seine Entwicklung und sein mutiges Spiel mit dem Ball. Er ist jung, ambitioniert und ein Spieler, der uns nun bereits ab sofort zur Verfügung steht“, äußerte sich Unions Geschäftsführer für Profifußball, Oliver Ruhnert, zum Transfer.“

Quelle: 1. FC Union Berlin/Katharina Brendel

Hans-Peter Becker

Cebrail Makreckis wechselt von Borussia Dortmund II zu Viktoria Berlin

Die Himmelblauen verpflichten in der Winter-Transferperiode mit Cebrail Makreckis einen weiteren Spieler. Der Mittelfeldspieler kommt von der U23 von Borussia Dortmund zu den Himmelblauen. 

„Ich freue mich sehr auf meine neue Herausforderung bei Viktoria Berlin und darüber, weiterhin in der 3. Liga an den Start zu gehen. Jeder im Klub macht einen sehr engagierten Eindruck. Hier passiert viel im Hintergrund und auch die Mannschaft ist hoch motiviert. Ich möchte in der restlichen Saison nun dabei helfen, dass wir möglichst weit oben mitspielen, will viele Scorerpunkte sammeln und meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Saison erfolgreich abschließen“, sagt Cebrail Makreckis über seinen Wechsel zu Viktoria Berlin.

„Cebo ist jung, hat eine gute Ausbildung genossen und verfügt über Drittliga-Erfahrung aus der Hinserie. Bei Borussia Dortmund hat er auf einem sehr guten Level trainiert“, sagt Chefcoach Benedetto Muzzicato über den Mittelfeldspieler und erklärt: „Für uns ist Cebo ein sehr flexibler Spieler, den ich gerne im zentralen Mittelfeld sehen möchte, auch wenn er bei Dortmund aufgrund seiner Dynamik und Schnelligkeit auf den Außenbahnen eingesetzt wurde. Ich mag es aber auch, dynamische Spieler in der Mitte zu haben und Cebo hat bewiesen, dass er technisch gut ist, in Drucksituationen effektiv Lösungen finden kann und einen guten Abschluss hat. Er wird uns sicherlich bereichern, wenn es uns gelingt, sein Potenzial auszuschöpfen.“

„Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit den Verantwortlichen von Borussia Dortmund II diese Einigung finden konnten. Cebo ist ein Spieler, der aufgrund seiner Mentalität einen hohen Mehrwert in unser Team bringt. Wenn man bedenkt, dass er in seinen Kurzeinsätzen ein Tor und einen Assist gemacht hat, ist das schon einmal ordentlich. Wir wissen aber auch, dass noch mehr in ihm steckt“, sagt Sportdirektor Rocco Teichmann.

Cebrail Makreckis wurde in der Jugend bei Bayer Leverkusen ausgebildet. Nach einer Leih-Saison bei Bergisch Gladbach 09 spielte er noch eine Saison in der U19 von Bayer Leverkusen, ehe er im Juli 2020 zum Bonner SC wechselte. Vom Bonner SC ging es für Makreckis dann zur U23 von Borussia Dortmund, wo er in der Hinrunde der Saison 2021/22 auf 15 Einsätze kam.

Quelle: FC Viktoria Berlin/Vera Krings

Fotocredit:© Viktoria Berlin

Erneuter Derbysieg – Union schmeißt Hertha aus dem Pokal

Die Eisernen erwischten einen Auftakt nach Maß. Vom Anpfiff weg standen die Köpenicker der „Alten Dame“ auf den Füßen. So macht man einen verunsicherten Gegner noch unsicherer. In der 11. Minute flankte Kruse auf Voglsammer, alles andre als genau und mit einer artistischen Einlage, einem Seitfallzieher, erwischte er den Ball gerade so, da schlug es ein. Hertha brauchte eine Weile, um den Treffer zu verdauen. Die erste Torannäherung konnte erst in der 31. Minute notiert werden.

Zumindest versuchten es die Gastgeber im Olympiastadion sich in die Partie zu kämpfen. Es gelang wenig. Union konnte abwarten und verteidigte sehr effizient. Tayfun Korkut nahm bereits zur Halbzeitpause zwei Wechsel vor, das ist nie ein gutes Zeichen. In der Abwehr musste Klünter für Pekarik weichen und im Angriff Maolida für Richter. Hertha kam etwas besser in das Spiel. Kassierte aber in der 50. Minute erneut eine kalte Dusche, als Stark bei einem Rettungsversuch ein Eigentor fabrizierte.

Ein Hoffnungsschimmer tat sich auf, als Sredar mit einer schönen Einzelleistung auf 1:2 verkürzte. Postwendend stellten die Eisernen den alten Abstand wieder her. Einen Freistoß, getreten von Oczipka, spitzelte Knoche ins Tor. Die Hertha-Abwehr sah da ganz alt aus. Das Bemühen bei der Hertha war erkennbar, doch es reichte nicht, um die Eisernen irgendwie zu knacken. Der Anschlusstreffer zum 2:3 fiel in der Nachspiel, da war die Messe bereits gesungen.

Es bleibt alles beim alten, Union zieht souverän seine Kreise und Hertha ist weiter auf der Suche nach Beständigkeit. Das wird eine schwere Rückrunde, mehr als der Klassenerhalt ist wohl nicht drin. Hertha, das machte auch dieses Spiel deutlich, fehlte es erneut an Struktur und Stabilität. Die Eisernen hatten eine Spielidee, hinzu kam die Stabilität und Struktur, die bei Hertha fehlte. In der Bundesligatabelle liegen aktuell neun Punkte zwischen beiden Mannschaften und genau das spiegelte sich der Begegnung wider. Union dominierte nicht auf dem Platz, sie funktionierten einfach besser. Neuzugang Dominique Heintz vom SC Freiburg funktionierte, als würde er schon einige Jahre bei den Eisernen spielen.

Verdient ziehen die Köpenicker in das Viertelfinale ein und haben weiter die Chancen auf das Finale in der Heimstätte von Hertha BSC. Vier Zweit- und vier Bundesligisten sind noch im Lostopf. Die großen Favoriten sind raus, in dieser Runde erwischte Dortmund und Gladbach.

In der Bundesliga haben beide jetzt schwere Aufgaben vor der Brust. Union reist nach Gladbach, dort kriselt es ähnlich wie bei der Hertha. Zum Abschluss des Spieltages kommt der FC Bayern ins Olympiastadion. Na das kann ja was werden!

Hans-Peter Becker