Hauptstadtderby in der Vorschau

Sammeln wir mal einige Argumente: Wenn es um den Marktwert der Mannschaften geht, heißt es 11 : 0 für Hertha. Als, wenn es so leicht gehen würde. Allein der Blick auf die Tabelle nach neun Spielen lässt staunen. Union hat 16 Punkte, Hertha die Hälfte und das keineswegs grundlos. Hertha hat im letzten Spiel in Leverkusen mit dem 0:0 endlich zu einer defensiven Stabilität gefunden. Das zeichnete bisher Union aus. Obwohl, gegen Frankfurt ließen sie ausgerechnet die ein bisschen vermissen. Die Fans sehen lieber ein 3:3 statt ein 0:0. Union hat bisher 21 Tore geschafft, Hertha bringt es auf 15 Treffer. Dennoch gibt es Experten, die auf Hertha tippen.

Die Taktik „hinten dicht, vorne schießt der liebe Gott vielleicht ein Tor“, könnte dazu führen, dass sich die Mannschaften im Derby gegenseitig neutralisieren. Wer verliert schon gern in so einem Spiel? Also, es geht 0:0 aus oder? Wer schießt eher ein Tor: Der Gott bei Union heißt Max Kruse – bei Hertha Matheus Cunha. Piatek ist noch nicht so weit.  Marcel Reif: „Kruse gehört in die Nationalelf“. Da gehe ich voll mit. Jogi darf weitermachen. Ihm sei unter die Nase gerieben, dass früher Bundestrainer sich über die Form der Spieler auch Auskunft bei seinen Bundesligakollegen einholten. Es sollten stets die Besten nominiert werden!

Herthas Spielstruktur ist mit Mittelfeldakteur Matteo Guendouzi, Leihgabe von Arsenal, besser geworden. Carsten Schmidt hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender angetreten. Angeblich wird jetzt aufgeräumt. Michael Preetz hat jetzt einen Vorgesetzten. Die Idee dazu soll der Präsident gehabt haben. Wollte er Manager Preetz entlasten, zumal Arne Friedrich als Sportdirektor ja auch etwas tun möchte? Man darf auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein. Was ist eigentlich aus dem ehemaligen Pressesprecher Peter Bohmbach geworden? Vom Archiv-Keller hört man nicht viel.

Unions Vorzüge in Sachen Personal liste ich lieber nicht auf. Das könnte mir als Rache ausgelegt werden. Das Hauptstadtderby muss erneut ohne Zuschauer auskommen. Im März spielten beide in der Riesenschüssel schon ohne Fans, leider.

Die eigens für das Derby von den UCOH Allstars feat. Frank Zander kreierte neue Hertha-Melodie wird so ohne Zuschauer auskommen müssen. Nach dem ersten Anhören ist das nicht für jeden Geschmack ein Ohrstreichler. Die in der Stadt verteilten Hertha-Fahnen waren gelungener. Vielleicht gehen ja die Zahlen für kostenfreie Probe-Abos nach oben. Das ist eine Mindestvoraussetzung für all jene, die das Spiel live sehen wollen. Rein sportlich gesehen stellt sich die Sache so dar, Hertha darf nicht weiter verlieren und die Eisernen können in der Gunst nur gewinnen. Alles ist drin.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sitzt, was die Live-Berichterstattung betrifft, nur noch am Katzentisch. Um so mehr Mühe gibt er sich in der Vor- und Nachberichterstattung. In der späten Nacht, einen Tag später, darf dann das alt-ehrwürdige Sportstudio was bringen. Da wird ein gewisser F. Z. über das Derby berichten, vielleicht passiert ja nach dem Spiel was Aktuelles.

Christian Zschiedrich

Verkehrte Welt im Berliner Profifußball nach dem 8. Spieltag

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert

Eine Heimniederlage von Hertha BSC und ein Auswärtssieg von Union beim 1.FC Köln steht zu Buche. Gut, gegen Dortmund kann man verlieren. Hertha sah eine Halbzeit lang recht gut aus, führte sogar etwas überraschend zur Halbzeit 1:0 durch Cunhas Treffer in der 33. Minute. Doch Dortmund machte mit einem Doppelschlag, direkt nach Wiederbeginn, zweimal durch Haaland (47. + 49.) ernst, drehte die Partie entscheidend. Ja, dieser Haaland!

Der norwegische Stürmer ist nicht nur schnell, sogar sehr schnell. Er hat enormes Durchsetzungsvermögen und ist obendrein mit seinen technischen Fertigkeiten im Zweikampf und im zielorientierten Dribbling mit großen Abschlussinstinkt ausgestattet. Da bringt selbst die gute alte Manndeckung nicht viel. „Bleib an ihm dran und wenn Haaland auf Toilette geht, gehst du mit.“

Dann wäre ja die Möglichkeit, einen zweiten Mann gegen Haaland zu beordern. Der fehlt aber dann im Abwehrverbund. Die Lücken nutzen eben die Mitspieler von Haaland, dann schießen Reus oder andere die Tore. Toll, diese Qualität in der Bundesliga zu erleben. Da macht das Zusehen Freude. Haaland vollendete in Minute 62 seinen Hattrick und Dortmund führte 3:1. Guerreiro traf zum 4:1 (70.), ehe Cunha auf 2:4 (79.) per Foulelfmeter für Hertha verkürzen konnte. Die 3-Tore-Differenz stellte schließlich Haaland (80.) mit seinem 4. Treffer auf 5:2 für die Gäste wieder her.

Hertha verlor etwas unter Wert. Dortmund dominierte und gewann hochverdient. Das sei aber auch unserer zweiten Bundesliga-Mannschaft zugestanden – trotz vieler Verletzte ein knapp verdienter Sieg in Köln durch Awoniyi (27.) 0:1 und Kruse (72.) zum 2:1 per Elfmeter im Nachschuss. Erfolgreiche Mannschaften brauchen solche Stürmer wie Haaland, Cunha und Kruse.

Die Liga verneigt sich aktuell vor den Eisernen. Trotzdem bleiben sie in der Wuhlheide auf dem Teppich. Von internationalen Plätzen redet keiner, das ist mehr als angebracht. Die dicken Brocken warten noch und da ist es gut, solch ein Punktepolster angesammelt zu haben.

Eigentlich wurde Hertha dort erwartet wo der 1. FC Union gerade steht. Tabellenplatz fünf mit 15 Punkten und einem soliden Verhältnis von18:8 Toren und Hertha ? Nach acht Spielen bedeuten 7 Punkte, 15:18 Tore, Tabellenplatz dreizehn. Bis zu den Abstiegsrängen sind es 4 Punkte Vorsprung und Hertha muss am 9. Spieltag nach Leverkusen. Bloß nicht weiter abrutschen!

Unions Präsident Dirk Zingler wird im stillen Kämmerlein über das bisher Erreichte schmunzeln, was mit weniger finanziellen Mitteln als mit Herthas Millionen-Einsatz herausgekommen ist. Na gut, die Saison ist noch lang ! Union spielt jetzt gegen Eintracht Frankfurt und hat in der Aufstiegssaison in Frankfurt gewonnen, allerdings das Heimspiel verloren.

Sollte Hertha in Leverkusen tatsächlich verlieren und weiter abrutschen, kommt die Abstiegzone bedrohlich näher. Ein Glück, dass es einen Verein gibt, bei den Hertha-Fans „besonders beliebt“, der mit 3 Punkten die Rote Laterne trägt. Auf Schalke hat es mächtig im Karton gerappelt. Drei Spieler wurden rasiert, getroffen hat es auch den Ex-Herthaner Ibisevic, der wohl preiswerteste Profi der Liga muss den Verein zum Jahresende verlassen. Schalke muss in Gladbach antreten, ob es dort gut ausgehen wird ist sehr zu bezweifeln. Die Borussen spielten zuletzt zu Hause nur 1:1 gegen Augsburg. Ein Ergebnis, dass die Schalker sofort unterschreiben würden.  

 Christian Zschiedrich

Jogi Löw muss über seinen Schatten springen

Von wegen, das hab ich einmal gesagt, ich falle doch nicht um, es bleibt dabei, das ist engstirnig. Jeder, ob in der Politik, Ehe, Erziehung, in schulischen Lernprozessen, der Ausbildung und garantiert auch im Sport macht Fehler. Ich kenne keinen ohne Fehler, aber Menschen, die aus Fehlern gelernt haben. Sturheit ist verwerflich, dumm und arrogant.

Wäre es so schlimm – nein – die ganze Nation würde verstehen wenn Jogi Löw sagen würde: Ich habe mich zwar damals festgelegt und war überzeugt von dem verkündeten Weg, aber die Entwicklung von einigen Leistungsträgern hat mich eingeholt und ich habe nachgedacht – revidiere mein Urteil in Sachen Jerome Boateng, Matts Hummels und Thomas Müller! Beifall und Anerkennung.

Dass in der Nationalelf stets die Besten stehen sollten, ist nach wie vor der Fall. Das Leistungsprinzip darf nicht ausser Kraft gesetzt werden, das ist eine unumgängliche Tatsache. Die Aussortierten bringen erstaunlich gute Leistungen, also sind sie auch in die Nationalelf zu berufen. Boateng, Hummels und Müller sind ab sofort wieder Nationalspieler.

Könnte sogar sein, dass Oliver Bierhoff seine Meinung zu dem Thema längst geändert und geahnt hat, welcher Sturm auf seinen Freund zukommt. Er wird ihn nicht auf Dauer schützen können – die Zeit bis März ist einerseits viel zu lang und andererseits wiederum viel zu kurz. Schließt euch im Kämmerlein ein, beantwortet tausend konkrete Fragen, analysiert und diskutiert über Vor- und Nachteile, das möglichst noch bevor sich das DFB-Präsidium zerreißt oder die Fans oder tägliche negative Meldungen in den Medien die Schlagzeilen beherrschen. Jogi, wir lieben und verehren dich doch – noch.

Christian Zschiedrich

Hertha vor Dortmund

Der 3:0-Erfolg in Augsburg am 7. Spieltag sollte mehr Vertrauen und Selbstsicherheit geben. Infolge der Nationalspiele wurde der Spieltags-Rhythmus unterbrochen. Es geschah inzwischen einiges. Hertha musste etliche Spieler für ihre Heimatnation abstellen. Das hat Vor- und Nachteile. Diesmal könnte es durch die Erfolge in den Spielen mit Hertha-Beteiligung weiteres Zutrauen für einige Leistungsträger geben, insbesondere Dodi Lukebakio für Belgien im Einsatz und sowie für den Polen Krzysztof Piatek. Ganz abgesehen davon, dass auch Lucien Favre mit hochkarätigen Spielern nach Berlin kommt. Den Berlinern bleibt die Hoffnung, gegen Dortmund meist ganz gut ausgesehen und mitunter erfolgreich gespielt zu haben.

Blicken wir vor dem Aufeinandertreffen am Samstagabend, 21.11.2020 lieber nicht auf die Tabelle – oder doch ? Schließlich gibt es einen zweiten Berliner Verein, mit 12 Punkten auf Tabellenplatz 5, aktuell die Qualifikation für das internationale Geschäft. Hat zwar im November, nach sieben Spieltagen nicht viel zu bedeuten, aber immerhin. Einen Tag nach dem Herthaspiel sind die Profis von der „Alten Försterei“ in Müngersdorf beim 1. FC Köln zu Gast. Dortmund hält nach der Niederlage gegen Bayern mit 15 Punkten Anschluss auf Platz 3 zur Spitze. Dortmund sollte in Berlin keine Punkte lassen. Haaland soll es wieder richten… Das Länderspiel seiner Norweger gegen Rumänien in Bukarest wurde aufgrund eines positiv getesteten Spielers abgesagt. So hatte Berlins Torsteher Rune Jarstein Pause. Hertha möchte seinen derzeitigen Ersatzkeeper gegen Dortmund im Kader sehen, das letzte Wort hat das Gesundheitsamt. Er soll, wie Unions Ryerson in 10tägige Quarantäne.

Ein für die kommende Saison hochverdienter und erstklassiger Spieler mit Berliner Vergangenheit wäre ablösefrei zu haben – Jerome Boateng, allerdings mit 32 Jahren nicht mehr im allerbesten Profialter. Er hat sogar wieder zur alten Stärke gefunden. Er könnte der alten Dame zu Glanz verhelfen.  Der in Berlin geborene  Jerome Boateng, zweimalige Triple-Sieger, könnte die erforderliche und zuverlässige Intentifikationsfigur werden und zur Behebung der Abwehrschwäche der schlecht gestarteten Hertha beitragen. Michael Preetz ist meiner Meinung nach gezwungen zu handeln!

Weiter aufgefallen sind:

Peter Pekarik: Seine Zeit schien in Berlin abgelaufen. Unter Trainer Bruno Labbadia wurde Pekarik wieder zum Stammspieler. Welch ein Phänomen, Herthas Verteidiger ist mit 34 Jahren stärker denn je und fährt für sein Land wieder zur EM.

Lazar Samardzic : Im Sommer war der Spielmacher nach drei Bundesligaeinsätzen, er spielte seit 2009 bei Hertha, für eine Million weg, wechselte zu RB Leipzig. Das Training sei unter Nagelsmann auf Championsleague-Niveau und fordere ihn mehr als bei Hertha in Berlin. Folgerichtig sei der Schritt gewesen. Das dürfte den Hertha-Verantwortlichen in den Ohren klingen.   

Matteo Guendouzi : Von Arsenal ausgeliehen soll er in Berlin weiter praktische Erfahrung bekommen. Trainer Labbadia findet den Lockenkopf als Achter ideal zur Bereicherung des Hertha-Spiels. In dem Zusammenhang äußerte Michael Preetz,  in diesem Winter nicht wie zuletzt außergewöhnliche Transfers vorzunehmen. Hertha investierte knapp 80 Millionen unter anderem für Piatek, Cunha und Tousart. In der Kasse herrscht jetzt erstmal Ebbe!

Investor Lars Windhorst: 100-Mio-Euro blieben vom Investor bisher aus, sollen aber zu einem späteren Zeitpunkt fließen. Das Geschäftsjahr läuft bis zum Juni 2021. Hertha hatte eher mit dem Geld gerechnet.

Jordan Torunariga : Den Verteidiger erwischte es doppelt. Erst die schwere Verletzung am Syndesmoseband und dann der positive Corona-Test mitten in der Reha. Die Folge: Quarantäne! War er doch gerade ins individuelle Training eingestiegen. Jetzt versucht Hertha ihn per Cybertraing zu belasten.

Stürmer Jhon Cordoba: Fällt mit einer Bänderverletzung im linken Sprunggelenk, zugezogen in Augsburg, langfristig für die restliche Hinrunde aus. Der Augsburger Neu-Nationalspieler Felix Udokhai hatte ihn kurz vor Halbzeit im Strafraum umgetreten. Später entschuldigte sich Udokhai bei Cordoba und bedauerte die Folge, das Hinrunden-Aus.

Sportdirektor Arne Friedrich : Spricht wie Oliver Bierhoff und Jogi Löw: „Wir sind auf dem richtigen Weg“. Der Kader sei stärker als in der letzten Saison. Eine neue Note bringe Mittelfeldspieler Matteo Guendouzi ins Gefüge. Er sei sehr ballsicher, fordere immer den Ball. Torwart Alexander Schwolow sei nach dem unglücklichen Pokal-Auftakt immer stärker und selbstbewusster geworden. Er habe Führungs-Qualitäten. Außerdem werden auch Deyovaiso Zeefuk und Omar Alderede  „ihren Weg bei uns gehen“. Sprachliche Barrieren werden mit Hilfe von Sprachlehrer Alcir Pereira mit wöchentlich 3 mal Sprachunterricht abgebaut. Das fördert das Zusammenleben, insbesondere das erforderliche Wachsen der Spielkultur.  

Christian Zschiedrich

Spanien in allen Qualitäten Deutschland überlegen

Aber wirklich in allen Belangen, ob Technik, Taktik und Kondition! Das Mentale und die fehlende Struktur  muss  noch härter kritisiert werden. Keiner im Team, der  zur Orientierung geschweige denn zum Aufbruch blies. Gedanklich im Dauerschlaf, keine erfolgreiche Zweikampfführung, welch erbärmliche Körpersprache, keine Aggressivität, katastrophale Deckungsarbeit, aber auch alle ließen sich regelrecht vorführen. Das war doch nicht die deutsche Nationalmannschaft. Das zu rechtfertigen fiel hinterher allen ausgesprochen schwer. Trainer Jogi Löw sprach von einem rabenschwarzen Tag und Bastian Schweinsteiger antwortete: So hoch darf einfach nicht verloren werden, ein historisches Debakel!  Es ist 90 Jahre her. 1931 war ich noch nicht geboren. Um dem vielleicht etwas Gutem abzugewinnen: War es noch zur rechten Zeit die lehrreiche Quittung für absolut falsche Entscheidungen der Verantwortlichen?

Bei aller Nachwuchsförderung und gewünschter, rechtzeitiger Verjüngung, lieber Sportdirektor, lieber Chefcoach, das muss doch in der Tat besser geschehen und nicht auf Kosten vielleicht unliebsam gewordener Leistungsträger. Es war für mich so wohltuend nach der Klatsche im Studio Bastian Schweinsteiger und Matthias Opdenhövel zu hören. Sie sprachen ebenfalls die Fakten an, auch als Manuel Neuer meinte: Das muss doch nicht jetzt sein, wann dann ? Opdenhövel: Gerade jetzt!  Er fragte den im Gesicht gezeichneten Jogi Löw: Haben Sie jetzt überhaupt noch Lust? Basti Schweinsteiger hat ja so recht, ihm aufs Butterbrot zu schmieren: Ist doch egal wie alt ein Spieler ist, die Besten müssen spielen und vor allem, wenn die Leistung stimmt!

Was Mats Hummels, Jerom Boateng und Thomas Müller noch leistungsmäßig drauf haben, bewundere ich genauso, wie das was sie in der Vergangenheit vollbracht haben. Gegen die 0:6-Pleite wird das hoffentlich auch den DFB-Verantwortlichen klar. Da wechselt doch Jogi Löw bei Halbzeit 0:3 den Leverkusener Tah für Süle ins Abwehrzentrum ein, der allerdings in Leverkusen in letzter Zeit kaum noch gespielt hat. Vielleicht sollte es eine Strafe für Gündogan und Gnabry sein. Erst verliert Gnabry beim 0:2 (33.) am langen Toreck auf der Fünfmeterlinie blamabel (sprang unterm Ball durch) das Kopfballduell gegen Ferran Torres; beim 0:3 (38.) kam Gündogan (wie so oft) zu spät und duckte sich förmlich beim Kopfballtor von Rodrigo.

Deutschland wurde nach den letzten beiden Siegen zwar nicht in den Himmel gehoben, jedoch recht ordentlich gelobt. Die Aufstellung des Angriffs mit drei sehr schnellen Spielern war vielversprechend. Manuel Neuer in seinem Rekordspiel, löste zahlenmäßig Sepp Meier ab, war bei den Toren machtlos. Die Taktik mit Viererkette, erst einmal abzuwarten war verständlich, es reichte ja ein Unentschieden. Konter müssten doch eigentlich möglich sein. Denkste. Der erste und einzige Torschuss kam durch Gnabry (Pfosten) erst in der 77. Minute zustande.

Als ich vor dem Spiel die Aufstellung vernahm, wieder Toni Kross neben Goretzka im Mittelfeld, da  glaubte ich an eine gute Leistung. Von wegen geistige Fitness… Stattdessen wurde Spanien ein Elfmeter verwehrt und ein Abseitstor aberkannt. Deutschlands Stürmer waren viel in der Verteidigung zu finden und durften sich bei Eckbällen der Spanier vom Glück begünstigt fühlen. Das frühe folgerichtige 0:1 (17.) durch Morata hielten viele mit Daumen drücken noch für ausgleichbar. Es kam jedoch ganz Dicke. Ehrlicherweise sollte darauf hingewiesen werden, dass den Chancen und dem Spiel nach Spanien hätte noch viel höher gewinnen müssen.

Die weitere Trefferquote: 0:4 (55.) Ferran Torres, 0:5 (71.) Ferran Tores, 0:6 (89.) Qyarzabal. Bis März tut sich höhnisch formuliert nun gar nichts. Macht bloß nicht so weiter! Die EM beschert uns Gegner mit solchem Kaliber. Es wäre zu vermessen, hier Ratschläge zu geben. Es muss nicht nur die Niederlage analysiert werden. Nutzt die Zeit bis März zur Nominierung der Besten. Mehr scherzhaft sei gefordert, Bastian Schweinsteiger zum Comeback zu bewegen.

Michael Ballack meint, Jogi Löw sei ein bisschen stur. Vielleicht kommt man mit Sturheit meistens weiter, doch Fußball-Deutschland würde in diesem Fall wesentlich mehr Kulanz und Einsicht schätzen. Kann sich ein Bundestrainer dagegen verwahren, die Besten zu ignorieren? Ich meine, Löw könnte daran scheitern! Es werden sich genügend Stimmen für eine Forderung finden, bei allen Verdiensten, Jogi trete ganz schnell ab!

Christian Zschiedrich

Fünf Spielausfälle in der Berlin-Liga und Saisonpause

Der aktuelle 13. Spieltag brachte vier Ergebnisse und fünf abgesagte Spiele.

Es spielten:

Türkiyemspor –    1.FC Novi Pazar  1:1

Hilalspor          –    Spandauer Kickers    2:0

Eintracht Mahlsdorf   –    Stern Marienfelde  2:0

TSV Rudow      –    Sparta Lichtenberg  4:3

Abgesagte Spiele:

Fortuna Biesdorf – Reinickendorfer Füchse Berlin

Brandenburg 03  –  Al-Dersimspor

TuS Makkabi        –   Frohnauer SC

Berliner SC           –   Berlin Türkspor

FC Wilmersdorf   –   SD Croatia

Dem Reglement nach gab es fünf Absteiger und einen Aufsteiger. Berlin United hat die Mannschaft leider zurückgezogen. Die gegen den Abstieg kämpfenden Mannschaften können der Zwangspause vielleicht etwas positives abringen.

In der „Gefahrenzone“ sieht es wie folgt aus: Drei Mannschaften haben jeweils 10 Punkte. SV Empor (13.),  Spandauer Kickers (14.) und Brandenburg 03 (15.).

16. BSV Al-Dersimspor (9 Spiele) 9 Punkte

17. SD Croatia (8 Spiele) 8 Punkte

18. Fortuna Biesdorf (10 Spiele) 8 Punkte

19 Türkiyemspor (11 Spiele) 8 Punkte

19. Stern Marienfelde (11 Spiele) 7 Punkte

In der Spitzengruppe haben drei Mannschaften bereits 12 Matches absolviert, zwei deren 10 und der souveräne TabellenführerEintracht Mahlsdorf mit 31 Punkten 11 Spiele. Die Eintracht gab sich unter Coach Volbert noch keine Blöße, gewann 2:0, abermals zu Null, gegen Stern Marienfelde. Der 1. FC Novi Pazar dagegen schaffte erneut keinen Sieg. Gegen Kellerkind Türkiyemspor reichte es nur zu einem 1:1. Den Ausgleich mussten die Neuköllner erst in der 6. Minute der Nachspielzeit hinnehmen. Allerdings hatten sie die Führung auch erst in der Nachspielzeit erzielt. Ein Gutes hat die Zwangspause für Novi Pazar. Ronny kann in aller Ruhe seine Verletzung auskurieren.

An der Tabellenspitze sieht es wie folgt aus:

Eintracht Mahlsdorf 11 Spiele 31 Punkte

Sparta Lichtenberg   10 Spiele 22 Punkte

TuS Makkabi              12 Spiele 22 Punkte

Berliner SC                 10 Spiele 20 Punkte

1.FC Novi Pazar         12 Spiele 20 Punkte

SC Charlottenburg    12 Spiele 20 Punkte

Es ist jetzt jetzt müßig darüber zu spekulieren, wem die Unterbrechnung der Saison nutzt oder eher schadet, letzlich sind die Bedingungen für gleich.

Christian Zschiedrich

Blick in die NOFV Oberliga Nord

Zwei Begegnungen fielen aus, aber immerhin wurden sechs Meisterschaftsspiele ausgetragen. Die Oberliga-Tabelle ist vergleichsweise zur Regionalliga und Berlin-Liga einigermaßen ausgeglichen.

Die Ergebnisse des 10. Spieltages:

Victoria Seelow –  Torgel. FC Greif 1:1

Blau-Weiß 90     –   Hansa Rostock II       3:0

SC Staaken          –  FC Strausberg            2:0

Rostocker FC      –   TSG Neustrelitz         3:2

SVC Stern 1900  –   1.FC Lok Stendal       4:2

Brandenb. Süd   –   CFC Hertha 06           1:4

Greifswalder FC – SV Tasmania ausgefallen

FC Hertha 03  – Eintr. Stahnsdorf ausgefallen

Vier Berliner Siege in den sechs Spielen, die vor der Corona-Unterbrechung noch ausgetragen wurden, das lässt sich sehen. Erfreulich aus Berliner Sicht der 4:1-Auswärtssieg von Hertha 06 bei Brandenburg Süd. Mit solch einer Differenz, allerdings 3:0, gewann Blau-Weiß 90 gegen Hansa Rostock II. Stern 1900 gelangen gegen den 1. FC Lok Stendal sogar vier Treffer, zwei Gegentore zum Endstand von 4:2 mussten hingenommen werden. Es kann erst wieder in einem Monat gespielt werden. Um sich weitere Gedanken über den Saisonverlauf machen zu können, hier Stand der Dinge in den blanken Zahlen:

Spitzenreiter ist der SV Tasmania mit 21 Punkten und 9 absolvierten Spielen, gefolgt von einem weiteren Berliner Team, dem SC Staaken, die haben ein Spiel weniger und 16 Punkte. Zwischen den beiden Berliner Teams rangiert der Greifswalder FC mit 9 Spielen und 17 Punkten.

Hier die weiteren Platzierungen der Berliner Teams und ein Blick auf die Abstiegszone:

6.    FC Hertha 03        8 Spiele       15 Punkte   

8.    Blau-Weiß 90       9 Spiele       13 Punkte  

10.  Stern 1900            8 Spiele     13 Punkte   

14.  CFC Hertha 06      9 Spiele        9 Punkte   

15.  Victoria Seelow    9 Spiele        6 Punkte   

16.  1.FC Lok Stendal    9 Spiele       5 Punkte   

17.  Brandenburg Süd      9 Spiele       5 Punkte     

Es wird nur einen Aufsteiger, aber vier Absteiger geben.

In der bevorstehenden Pause heißt es mit einer guten Vorbereitung – soweit möglich – die Weichen neu zu stellen. Sicherlich kommt die Pause, den bisher weniger erfolgreichen Teams eher gelegen als den Mannschaften, die bisher einen Lauf hatten.

Christian Zschiedrich

Standortbestimmung vor der Pandemie-Pause

Nach 13. Spieltagen ist Regionalliga leider wieder Pause gezwungen, zunächst für einen Monat. Die können die 19 Regionalliga-Nordost Mannschaften schöpferisch nutzen. Aus unterschiedlichsten Gründen war der Start für die Mannschaften optimal oder aber je nach Standortbestimmung weniger erfolgreich ausfallen.

Drei Spielausfälle am Spieltag vor der Pause lassen weiter auf einen schwierigen Saisonverlauf schließen. Der künftigen Terminplan wird noch enger. Die bereits angesetzten Partien FC Viktoria 89 – 1.FC Lok Leipzig, VfB Auerbach – Union Fürstenwalde und Tennis Borussia – Berliner AK 07 fielen Corona zum Opfer.

Im Berlin-Derby Lichtenberg 47 – Hertha BSC II teilten sich die Vereine mit dem 1:1 die Punkte. Es gab zwei weitere 1:1-Spielausgänge: ZFC Meuselwitz – BFV Dynamo und Energie Cottbus – FSV Luckenwalde trennten sich ebenfalls 1:1. Endlich siegte wieder einmal Optik Rathenow, mit 2:0 gegen den Bischofswerdaer FV und 2:0 siegte Chemie Leipzig gegen den Chemnitzer FC. Die Babelsberger erzielten beim 2:2 in Halberstadt ein Remis, während Altglienicke im Jahnsportpark mit einem 5:2 über Carl Zeiss Jena glänzte.

Bei einem  Relegationsplatz und drei direkten Absteigern wird es einen erbitterten Kampf geben. Punktgleich mit je 11 Punkten stehen Optik Rathenow, Meuselwitz, Auerbach und Halberstadt da.

Die Standortbestimmung der Berliner Vereine: Erfreulich aus hauptstädtischer Sicht ist die Erfolgsserie des FC Viktoria, 11 Spiele und und 11 Siege. Souverän führen sie die Tabelle an. Der Meister steigt im nächsten Jahr direkt in die 3. Liga auf. Auf Platz 2, mit etwas Abstand von 8 Punkten, folgt die VSG Altglienicke. Beide haben die selbe Anzahl von Spielen ausgetragen. Die Saison ist noch lang und mal sehen wer die Pause besser nutzen konnte.

Die Platzierungen der anderen Berliner Mannschaften:

5.    Berliner AK 07    12 Spiele 20 Punkte

7.    BFC Dynamo        11 Spiele 18 Punkte

12.  Lichtenberg 47    13 Spiele 16 Punkte

14.  Hertha BSC II       11 Spiel 14 Punkte

19.  Tennis Borussia    10 Spiele 9  Punkte

Die angezeigten Tabellenplätze haben nur einen geringen Aussagewert, da die Zahl absolvierten Spiele unterschiedlich ist.

TeBe wird es als Aufsteiger und jetzigem Stand weiter schwer haben, auch wenn die Lilaweißen in den Begegnungen recht ansprechend gespielt haben. Bisher haben sie 9 Punkte sammeln können, TeBe hat bisher erst 10 Partien austragen können.

Christian Zschiedrich

Eintracht Mahlsdorf souverän im Mommsenstadion

Der SC Charlottenburg zeigte sich formverbessert und schoss bei Al-Dersimspor sogar 6 Tore, musste auf eigenem Platz gegen Tabellenführer Eintracht Mahlsdorf eine 0:6 Niederlage hinnehmen. Ja, in der Berlin-Liga gibt es mitunter eindeutige und torreiche Begegnungen. Die Spandauer Kickers gewannen am Sonntag, 25.10.2020 mit 5:0 gegen den TSV Rudow.

Der 12. Spieltag brachte folgende Ergebnisse:

Al-Dersimspor – 1.FC Wilmersdorf 3:1

Novi Pazar – Brandenburg 03 0:0

Berlin Türkspor – TuS Makkabi 1:2

Hilalspor5 1987 – Türkiyemspor 1:0

SD Croatia – Fortuna Biesdorf 2:2

SC Charlottenburg – E. Mahlsdorf 0:6

Sp. Lichtenberg – Berliner SC abgesagt

BSV Al-Dersimspor – SV Empor abgesagt

für den 13. Spieltag wurden bereits die Spiele:

Berliner SC – Berlin Türkspor 

Brandenburg 03 – Al-Dersimspor  

Fortuna Biesdorf – Füchse Berlin abgesagt.

Der TuS Makkabi gewann 2:1 bei Berlin Türkspor und kletterte auf Platz 3 der Tabelle. Als einzige Mannschaft der Berlin-Liga haben sie 12 Spiele ausgetragen. Die Tabelle hat so nur begrenzte Aussagekraft. Infolge von coronabedingten Spielabsagen konnte TuS Makkabi, jetzt 22 Punkte, mit Sparta Lichtenberg auf Platz 2 punktemäßig gleichziehen. Sparta hat allerdings 3 Spiele weniger ausgetragen

Im Keller der Tabelle verbuchten Biesdorf und Croatia je einen Zähler. Die Reihenfolge der Plätze 17 bis 20 änderte sich nicht, weil Brandenburg 03 eine Punkteteilung in Neukölln gelang. Was ist mit dem 1.FC Novi Pazar los? Mit 19 Punkte nach 11 Spielen rutscht der Verein entgegen den Erwartungen in der Tabelle weiter ab. Spitzenreiter Mahlsdorf hat nach nur 10 absolvierten Spielen bereits 28 Punkte.

Die Berlin-Liga darf bis Sonntag, 1. November 2020 wohl noch weiter spielen. Der Lockdown Beschluss der Bundesregierung lässt keinen Amateursport mehr zu. Im Dezember 2020 soll es vielleicht weitergehen,

Christian Zschiedrich

Regionalliga Nordost wird unterbrochen

In Anbetracht der ab 2. November in Kraft tretenden behördlichen Anordnungen und Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie soll der Amateurspielbetrieb des NOFV ab 2. November unterbrochen werden. Die Spiele am kommenden Wochenende, vom 30. Oktober bis 01. November 2020, finden wie geplant statt. Dabei bestätigen Ausnahmen (einzelne Coronafälle etc.) die Regel.

Dies betrifft die Spielklassen Herren-Regionalliga, Herren Oberliga, Frauen-Regionalliga sowie die A-, B-, und C-Junioren Regionalliga. Der Nordostdeutsche Fußballverband folgt damit dem Rahmen der behördlichen Vorgaben.

Bezüglich der weiteren Vorgehensweise wird der Verband in der kommenden Woche per Videokonferenzen in den jeweiligen Spielklassen den Dialog mit den Vereinen suchen. (Pressemitteilung des NOFV)

Ergebnisse 12. Spieltag, Mittwoch, 28.10.2020:

Berliner AK – VSG Altglienicke 2:0

BFC Dynamo – Lichtenberg 47 3:0

1.FC Lok Leipzig – Meuselwitz 1:0

Babelsberg 03 – VfB Auerbach 3:0

Halberstadt – Chemie Leipzig 2:1

Bischofswerda – Chemnitz 0:3

Car Zeiss Jena – Energie Cottbus 1:2

Hertha BSC II – TeBe Berlin abges.

Union Fürstenwalde – Viktoria abges.

Der 13. Spieltag könnte noch ausgetragen werden. Allerdings wurden bereits 2 Spiele abgesagt: Viktoria 89 – 1.FC Lok Leipzig (aufgrund von COVID-19-Fällen bei Viktoria Berlin) und TeBe Berlin –Berliner AK 07 (aufgrund von COVID-19-Fällen bei TeBe). Aus diesem Grund mussten TeBe und Viktoria bereits ihre Spiele am 12. Spieltag absagen.

Wer hätte gedacht, dass BAK die VSG Altglienicke 2:0 im Poststadion schlägt. Das ist der Beweis dafür, dass die Athletiker wieder ordentlich in Schwung gekommen sind, sie kommen (jetzt 20 Punkte) bis auf einen Punkt an Altglienicke, jetzt 22 Punkte heran. Es muss erwähnt werden, dass Altglienicke 2 Spiele weniger ausgetragen hat.

Chemie Leipzig hat 21 Punte und Carl Zeiss Jena – nach schlechten Saisonstart – klettert in der Tabelle weiter nach oben und hat mit einem Spiel weniger, die selbe Punktezahl wie die Leipziger Chemie-Mannschaft.

Trotz des Spielausfalls in Fürstenwalde bleibt Viktoria weiter mit 33 Punkten souveräner Spitzenreiter der Liga. Chemie Leipzig unterlag 1:2 in Halberstadt und Jena gab zu Hause die Partie mit 1:2 die Punkte an Cottbus ab.

Schlusslicht Bischofswerda verlor daheim 0:3 gegen Chemnitz. Der Vorletzte Optik Rathenow klettert um einen Platz durch den Punkt 1:1 in Luckenwalde. Germania Halberstadt hat nun wie Meuselwitz 10 Punkte und überholte damit Tennis Borussia (9 Punkte). Der Berliner AK hat zu einer guten Form gefunden. Die Anhänger von Dynamo und Cottbus werden die Siege im Berlin-Derby und den Auswärtssieg von Energie Cottbus in Jena mit Freude zur Kenntnis genommen haben. Die Tabelle ergibt ein schräges Bild und sollte mit Vorsicht interpretiert werden.

Am kommenden 13. Spieltag sind folgende Paarungen geplant:

Lichtenberg 47 – Hertha BSC, Auerbach – U. Fürstenwalde, Altglienicke – Jena, Halberstadt – Babelsberg, Meuselwitz – BFC Dynamo, Chemie Leipzig – Chemnitz, E. Cottbus – Luckenwalde und Optik Rathenow – Bischofswerdaer FV.

Ob in den Regionalliga der Herren weiter gespielt werden kann, einige Mannschaften arbeiten unter Profibedingungen, muss der Veranstalter, der Nordostdeutsche Verband entscheiden. Nach der oben aufgeführten Pressemitteilung sieht es nach einer Unterbrechung der Saison aus.

Christian Zschiedrich