Felix Magath findet Zustimmung in Berlin

Selbst jetzt wird mir immer noch und immer wieder nachgesagt, sehr kritisch zu sein. Dem Nachfolger von Tayfun Korkut und zu der Verpflichtung von Felix Magath bis Saisonende werde ich keine negative Silbe zu Papier bringen. Ich bin sogar überzeugt, Hertha braucht jetzt so einen Typen als Trainer wie Felix Magath. Es ist müßig, die Erfolge des ehemaligen Meistertrainers aufzuführen. Auch Korkuts Bilanz des Schreckens in 105 Tagen, die Niederlagenserie, nicht ein einziges Ergebnis sei genannt. Hier geht es auch nicht um immense Erfahrung in dem Job. Die hatte OTTO Rehhagel auch. Der arme Otto hatte sich am Ende seiner Karriere einen besseren Abgang in der Hauptstadt versprochen. Doch es war der Abstieg.

Meine Frau fragte mich belustigend, „warum nehmen die Dich nicht?“ Wenn es einer schafft, dann ist es Felix im Volksmund auch „Quälix“ genannt. Ja, der konnte schon Spieler quälen und auf Vordermann bringen. Lachend belehrte ich sie, „Felix könnte mit meinen 84 Jahren mein Sohn sein“. Das sollen 16-jährige in der Tat schon geschafft haben.

Felix, der 68jährige, so las ich im Internet, habe heute um 9.00 Uhr zu einem ersten lockeren Lauftraining geladen. Dazu verriet ein Foto wo? Am Fuße eines hohen Berges mit Schnee zum Gipfel! Ein Fan belehrte: „Zu human!“ Dem Anhang schwebt vielleicht von früher noch vor, dass Quälix harte Trainingseinheiten mit Medizinbällen der Mannschaft abverlangte. Er wird schon wissen, was er sich (!) und dem Team antut. Viel Zeit bleibt nicht.

Vielleicht hat Sebastian Hoeneß am kommenden Spieltag mit der TSG Hoffenheim Erbarmen mit seiner Hertha, aus der er hervorgegangen ist. Wenn auch nur aus der Reserve. Nach Hoffenheim folgen auswärts Leverkusen

Dem Ruf nach könnte man annehmen, Felix Magath sei ein Poltermensch. Das stimmt überhaupt nicht. Ich habe im menschlichen Umgang nur Gutes mit ihm erlebt. Sowohl in der Bereitschaft, auch nach einer Niederlage, ein Interview zu geben oder aber in Pressekonferenzen auf kritische Fragen sehr sachlich zu antworten.  

Die Spieler müssen in den verbleibenden acht Spielen noch laufen können. Nach Lage der Dinge wird plötzlich auch an der Qualität der Spieler gezweifelt. Dazu schreibt ein Fachblatt, es rumore hinter den Kulissen. Bezeichnend sei der Abgang von Arne Friedrich und der Name Lars Windhorst wird immer wieder genannt. Und Geld sei auch nicht mehr vorhanden. Wurden da nicht ein paar namhafte Spieler verkauft oder verliehen?

Christian Zschiedrich   

Hertha kommt nicht zur Ruhe

Sportlich läuft schon länger nicht, jetzt sorgt auch noch die sportliche Führung für Unruhe. Der bei den Fans beliebte Ex-Profi Arne Friedrich ist von seinem Posten mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Einst wurde er von Jürgen Klinsmann als Performance-Manager geholt. Bereits damals habe ich mich gefragt, was soll das eigentlich sein. Seine Aufgabe unter dem neu geholten Manager Fredi Bobic blieb ebenso nebulös. Alles so weit und so schlecht.

Der Trainer darf bleiben (vorerst), wenn er – mal sehen, wie es in Gladbach ausgeht – nach weiteren Niederlagen nicht mehr zu halten sein sollte, ist auch Bobic beschädigt. Am 26. Spieltag treffen im Samstagabendspiel, die beiden Flop-Mannschaften der aktuellen Saison aufeinander. Gladbach hatte Champions-League Ambitionen und Hertha wollte wenigstens eine sorgenfreie Übergangssaison spielen. Daraus wurde nichts.

Mir blieb die Luft weg bei den folgenden Zeilen, nachzulesen im Fachmagazin Kicker: „Hertha BSC, das von Investor Lars Windhorst seit Sommer 2019 insgesamt 374 Millionen Euro erhalten hat, hatte auch durch die Corona-Pandemie in der Saison 2020/21 einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro erwirtschaftet. Im aktuellen Finanzreport wird das Halbjahresminus der Saison 2021/22 auf 28,2 Millionen Euro beziffert. Für die gesamte Saison wird mit einem Minus von 60,3 Millionen Euro kalkuliert. Die Verbindlichkeiten sanken zum 31. Dezember 2021 demnach von 99 auf 87 Millionen Euro.“

Der Investor hat bei der Hertha so richtig Geld zum Fenster herausgeworfen und sorgt sich wohl zurecht um die Zukunft des Vereins. Die nächste Mitgliederversammlung dürfte spannend werden.

Hans-Peter Becker

Arne Friedrich rettete Pal Dardai

Das könnte sich bereits am Samstag, 25.09, gegen RB in Leipzig auszahlen. Leipzig ist holprig in die Saison gestartet, Tabellenplatz 12, fünf Spiele, vier Punkte, dagegen ist die Stimmung bei der Hertha nach zwei Siegen in Folge gegen den VfL in Bochum und dem Heimsieg, 2:1, gegen die SpVgg Greuther Fürth, deutlich besser. Das hatte den Sprung mit sechs Punkten auf Platz 9 der Tabelle zur Folge. Überschwänglich wird der Torschütze aus den Niederlanden Jurgen Ekkenlenkamp in den Gazetten gelobt und als die passende Neuverpflichtung herausgestellt. Es scheint endlich wieder mal gut zu passen, vor allem seiner menschlichen, zurückhaltenden Art wegen. Er selbst bezeichnet sich mit seinen 21 Jahren als einen schüchternen Typ. Nun freut er sich in Leipzig auf sein Startelf-Debüt. Pal Dardai möchte punkte mäßig gleich nachlegen.

Doch mir hat sich die Szene eingeprägt, als Pal Dardai wegen Meckerns von Schiedsrichter Stieler aus Hamburg die gelbe Karte erhielt, aufsprang und aufbrauste. Seine Freunde schätzen ihren Pal wegen  der sonst so besonnenen Art, der im Grunde viel Verständnis für die „schwarze Zunft“ aufbringt und auch seine Spieler in der Regel in strittigen Situationen besänftigt. Er gilt als ein charakterfester Mensch, der sagt, was er denkt. Doch gegen Greuther Fürth musste Arne Friedrich ihn gleich mehrmals am Kragen packen und unsanft zurückstoßen.

Der Trainer darf doch keine Emotionen haben, trotz des Wissens, dass ein Schiedsrichterteam im Streitfall stets am längeren Hebel sitzt. Was wäre wohl geschehen, hätte Arne Friedrich den Trainer nicht festgehalten. Aus der gelben Karte wäre die Rote geworden und Pal hätte auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Eine Verhandlung beim DFB und bestimmt eine hohe Geldstrafe wäre unvermeidlich und Berlins Trainer garantiert der Verlierer gewesen. Wahrscheinlich sogar für ein paar Spiele gesperrt worden. Das werden ihm seine Hertha-Freunde bestimmt vor Augen geführt haben.

Dardai nach dem Spiel auf die Vorkommnisse angesprochen, taktisch die beste Lösung: „Ich hab mich schon längst entschuldigt“! In dem Fall lieber mal als Umfaller gelten, sich aber die Erfahrungen aus zahlreichen hohen Strafen gegen Trainer – sie müssen doch Vorbilder sein – und jetzt vielleicht geschickt sein Unverständnis im Detail über die Schiedsrichtersituation bei passender Gelegenheit anprangern. Arne, dir gehört der Dank.

Christian Zschiedrich

Hertha scheint gelernt zu haben?

Für mich ist es auch, wie auf der virtuellen Mitgliederversammlung verkündet, ein Sieg der Vernunft, dass Trainer Pal Dardai mit seinem Team Andreas „Zecke“ Neuendorf und Admir Hamzagic, bis 2022 weitermachen darf. Es hätte wohl kaum ein Berliner und erst recht kein Hertha-Fan verstanden, wenn der Cheftrainer wieder ins hintere Glied zurückgemusst hätte. Letztendlich ist Hertha BSC mit Glück dem Abstieg entgangen und was der Trainer, unter widrigen Bedingungen geleistet hat, war bewundernswert.

Nochmals zur Erinnerung, Ngankam erzielte in der 73. Minute den Siegtreffer für Hertha auf Schalke. Wäre es nur Unentschieden ausgegangen, wer weiß ? Vielleicht hätte Hertha statt Köln durch die Mühle der Relegation gemusst. So war das Spiel in Hoffenheim nur Makulatur. War das eine miserable Saison!

Kommentar Christian Zschiedrich. Foto: Becker

Anerkennenswert, was Arne Friedrich leistete. Die Zusammenarbeit zwischen Sportdirektor und Cheftrainer passte. Die Zusammensetzung des Kaders passte nicht, das hatten beide nicht zu verantworten. Für die neue Saison wird Hertha hoffentlich ein besseres Händchen in der Kaderplanung haben. Nach dem Klassenerhalt hatte Pal Dardai darauf hingewiesen, dass es bei seinem Amtsantritt vorne und hinten nicht passte. Einige Profis hatten Probleme einfachste Regeln der taktischen Disziplin einzuhalten.

Pal Dardai ist Herthaner durch und durch. Für einen anderen Verein will er nicht arbeiten. Die Ansprüche bleiben bei Hertha BSC hochgesteckt. Der Trainer muss dem gerecht werden und die Mannschaft weiter entwickeln. Der bloße Klassenerhalt wird nicht das Saisonziel sein.

Präsident Werner Gegenbauer ist im Verein nicht unumstritten. Seine Sympathiewerte sind gesunken. Bei seiner Wiederwahl im Oktober 2020 hatte er lediglich einen Zuspruch von 56 Prozent. Selbstkritik ist angebracht. Hertha hat aktuell 38.407 Mitglieder. Sie freuen sich darüber, in Berlin wieder zahlenmäßig vor Union (37.464 Mitglieder) zu liegen. An der digital ausgetragenen Mitgliederversammlung nahmen 2.422 stimmberechtigte Mitglieder teil. Präsident Werner Gegenbauer überstand einen von Mario Pfeifer eingebrachten Antrag auf Abberufung – Ergebnis: 982 Stimmen für Gegenbauer, 622 für seine Abwahl, bei 95 Enthaltungen. Trotzdem, Hut ab vor Gegenbauer, der sich immerhin seit 2008 in der Führung behauptet. Es folgten nach dem gescheiterten Abwahlantrag erzürnte Kommentare: So ohne jegliche Alternative stürzt man keinen Präsidenten.

Die Zeichen für Verbesserungen wurden verbal gegeben. Gegenbauer wird sich über Versäumnisse und Fehler seine Gedanken machen. Kein vorzeitiges Ende also, hoffentlich eine gute Perspektive für die Zukunft. Am 1. Juni 2021 trat Fredi Bobic sein Amt an. Wir bleiben am Ball und werden in Kürze über das Wirken von Carsten Schmidt, sein Einvernehmen mit Investor Lars Windhorst berichten und darüber hinaus, was es neues gibt vom Sportdirektor und Kaderplaner.

Was wurde zur neuen Saison noch verkündet? Es gibt es wohl keine Dauerkarten. Der Bier-Partner Berliner Kindl verlängert um weitere drei Jahre, Ärmelsponsor Hyundai verlängert bis 2022 und das neue Trikot soll Anfang Juli in den Handel kommen.

Christian Zschiedrich

Rune Jarstein verlängert Vertrag

Rune Jarstein wird auch in der kommenden Saison für unseren Hauptstadtclub zwischen den Pfosten stehen. Der 36-Jährige unterschrieb sein neues Arbeitspapier mit einer Gültigkeit bis 2023 bei unserer ‘Alten Dame‘. „Rune ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits. Mit seiner Erfahrung und seinem Stellenwert in der Mannschaft ist er extrem wichtig für uns. Deshalb freuen wir uns, dass er uns erhalten bleibt“, sagte Sportdirektor Arne Friedrich über den inzwischen dienstältesten Herthaner nach Peter Pekarík, der seit über sieben Jahren mit unserer Fahne auf der Brust aufläuft. „Ich habe immer gesagt, dass ich mich bei Hertha BSC und in Berlin total wohl fühle. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Ich möchte auch die nächsten Jahre mithelfen, dass Hertha BSC eine erfolgreiche Zukunft hat. Darauf freue ich mich und dafür gebe ich jeden Tag alles“, zeigte sich der Norweger glücklich über die Vertragsverlängerung.

Der Schlussmann bestritt bislang 179 Pflichtspiele für unseren Club. Dabei blieb Norwegens Fußballer des Jahres 2018 in Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup 52 Mal ohne Gegentor. In der laufenden Saison hütete der dreifache Familienvater in acht Ligapartien den Kasten, ehe eine Corona-Infektion das vorzeitige Saisonende bedeutete. Seine lange Profilaufbahn startet die ‚Krake‘, wie ihn unsere Fans liebevoll nennen, in seiner Heimat bei Odds BK. Über den Rosenborg BK, mit dem er 2009 die Meisterschaft gewann, und Viking Stavanger fand Jarstein Anfang 2014 den Weg zu unserem Hauptstadtclub. Für die Auswahl seines Landes kommen 72 Begegnungen hinzu.

Quelle: Hertha BSC

Hertha verlängert mit Dardai

Nein, nicht Pal Dardai ist gemeint, sondern sein Sohn Márton Dárdai. Am 10. Mai verschickte Hertha BSC folgende Pressemitteilung:

Berlin – Ereignisreiche Wochen liegen hinter Márton Dárdai: Startelfdebüt und erste Torbeteiligung für unsere Profis, der Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt und nebenbei Abiturprüfungen in der Quarantäne. Nun folgt das nächste Highlight: Der gebürtige Berliner unterschrieb einen langfristigen Vertrag bis 2025 bei unseren Blau-Weißen. „Marton ist Herthaner durch und durch und ein weiterer toller Beleg für die herausragende Arbeit unserer Akademie. Er hat in den bisherigen Spielen seiner ersten Bundesliga-Saison schon mehrfach gezeigt, welches Potenzial er hat. Deshalb freuen wir uns, dass er auch die nächsten Jahre Teil der Hertha-Familie bleibt“, kommentierte Sportdirektor Arne Friedrich die Unterschrift des Innenverteidigers. „Ich bin Herthaner seit ich 10 bin. Es war immer mein Traum, hier Profi zu werden, deshalb war für mich auch schnell klar, dass ich bei Hertha bleibe. Ich möchte mich hier weiterentwickeln und freue mich auf alles, was noch kommt“, zeigte sich der 19-Jährige sehr glücklich über seine Vertragsunterzeichnung bei unserer ‚Alten Dame‘.

Herthaner Eigengewächs

Der Linksfuß wechselte im Sommer 2012 von seinem Heimatverein 1. FC Wilmersdorf in die Hertha BSC Fußball-Akademie und durchlief fortan sämtliche Nachwuchsteams. Neben wichtigen ersten Erfahrungen im Leistungsbereich in unserer U17 und U19 reifte der Defensivspieler zum deutschen Junioren-Nationalspieler (17 Spiele, ein Tor). Seit Frühjahr 2020 zählt der mittlere Sohn unseres Cheftrainers Pál Dárdai zum Bundesliga-Kader unserer Spreeathener. In der zurückliegenden Saison gehörte unsere Nummer 31 bereits sechsmal dem Aufgebot in der höchsten deutschen Spielklasse an. Sein Debüt feierte Dárdai allerdings erst in der laufenden Runde – beim 3:0-Auswärtssieg in Augsburg im zurückliegenden November. Seitdem sammelte der 1,88 Meter-Mann neun weitere Einsätze und verbuchte beim 1:1 in Mainz seinen ersten Scorerpunkt. Es werden in Zukunft noch weitere zahlreiche Auftritte mit der blau-weißen Fahne auf der Brust folgen!

Quelle: Hertha BSC

Unangenehme Freiburger in Berlin

In Mainz musste Hertha eher mit einer Niederlage rechnen. Diesmal aber hat mir die Einstellung der Berliner gefallen. Mainz brauchte einen „Sonntagsschuss“ um die Punkteteilung zu schaffen. Torwart Alexander Schwolow hat mir mit seinen Paraden, dem Stellungsspiel und Reaktionen besonders gefallen. Endlich konnte von einem Team und einer kämpfenden Einheit der Berliner gesprochen werden. In Heimoffice die Spiele der anderen zu schauen, hat bestimmt auch etwas gebracht. Schließlich wollen die Spieler weiter in Liga Eins ihr Geld verdienen. Wie aber geht’s weiter?

Zu erwarten ist oder etwa nicht, einem guten Spiel folgt ein schwaches. Den mit 41 Punkten gesicherten Freiburgern, aktuell Platz neun der Tabelle, sitzt nicht, wie den Herthanern, die sprichwörtliche Faust im Nacken. Ich erwarte einen Heimsieg! Das müsste doch mit der qualifizierteren  Spielkultur zu schaffen sein. Nach zwei Spielen ab der Quarantäne wären das dann vier Punkte. Da ist mehr als Daumendrücken angesagt. Schafft Hertha mehr als die Relegation?

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Hans-Peter Becker

Wäre ich Hertha-Trainer, rutschte mir bestimmt mal der Satz raus: “Viele Köche verderben den Brei!“ Ich wollte stets eigene Ideen verwirklichen. Ein Führungsgebilde – Präsident, Sportdirektor, Trainer – reichte mir stets. Nun bin ich aber mittlerweile 82 Jahre alt. Erfahrung soll ein hohes Gut sein. Schon aus dem Grunde schreibe ich den Herthanern ins Stammbuch, in der Not gezielt in die Mannschaft zu investieren, als in die Führungsetage.

Der aktuelle Rausschmiss von Jens Lehmann wird zu verkraften sein. Er hat kein Glück, der Investor mit seinen Aufsichtsräten. Auch, wenn ich den Jens Lehmann stets als eine ehrliche Haut angesehen habe.

Nun gut, Fredi Bobic könnte was bewirken. Jetzt kommt noch, als Kaderplaner Dirk Dufner. Was wird aus Arne FrIedrich? Um Himmels willen, was hat Michael Preetz nur hinterlassen. Wen könnte man noch holen? Mir fällt da Dick van Burik ein.

Leider ist es so, Hertha muss erst den Verbleib in der Elite-Liga sichern und muss parallel für die 2. Liga planen. Im Vergleich zu Union: Die Köpenicker konnten schon zwei Spieler für die neue Saison unter Vertrag nehmen und verhandeln in aller Ruhe. Der Klassenerhalt steht fest, genauso ist es gewiss, Dirk Zingler bleibt Präsident bis 2025. Nun, lenken wir nicht ab, am Donnerstag, 6. Mai entscheidet sich für die Hertha, ob der nächste Schritt erfolgreich ist.

Christian Zschiedrich  

Bescheidene Aussichten für Hertha BSC

Sind wir realistisch, auch ohne Corona-Infizierung und Quarantäne wäre es schwer genug, dem Abstieg zu entrinnen. Jetzt hoffen wir, dass sich die Vor- und Nachteile etwa die Waage halten und Hertha in der Bundesliga verbleiben kann.

Zur Pandemie kommen nun auch noch Spaltungs-Absichten und Pläne des Kapitals in Sachen Super League hinzu. Das geht auf Mark und Knochen des geliebten Fußballsports, der sich von vielen und mir prophezeit, selbst kaputt macht. So mit ungehörten Warnungen seit Jahren, was in Sachen Geld-Sucht geschieht, von Menschen, die den Sport in erster Linie vor Augen haben. Was regte sich mein Schwiegervater und der im Handballsport in Berlin bekannte Erich Richter auf. Ihre Stimmen verhallten, mittlerweile liegen sie schon längst unter der Erde. Ich sah mich für meine 25-jährige Lokalsportsendung TV SPORT IN BERLIN ständig mit nicht gewährten Senderechten problematisiert.

Zurück zu Hertha, in Abwägung der angesprochenen Vor- und Nachteile nenne ich zuerst ein paar Vorteile: Die hat garantiert eine hungrige, ausgeruhte, verletzungsfreie Mannschaft. Zwei Wochen richtig genutzte Pause, können Kräfte mobilisieren und frei machen. Wer allerdings zur absoluten Ruhe gezwungen ist, beginnt erfahrungsgemäß bereits nach zwei Wochen bei null. Fahrradergometer und Laufband im Wohn- oder Schlafzimmer helfen, ersetzen keineswegs das Fußball-Training.

Christian Zschiedrich kommentiert Foto: Hans-Peter Becker

Wenn kein Mannschaftstraining erfolgen kann, dann sind wir bei entscheidenden Nachteilen angekommen. Hertha steht aktuell auf Platz 16, dem Relegationsplatz und wird wahrscheinlich auf Platz 17, einem direkten Abstiegsplatz ins Geschehen eingreifen können. Arne Friedrich überlegt, ob wechselweise mit zwei verschiedenen Mannschaften gespielt werden soll. Das wäre meiner Meinung nach zu risikoreich. Das kann man in Test- und Freundschaftsspielen nicht aber in Punktspielen machen. Vom „blinden Verstehen“ hat Arne Friedrich bestimmt selbst Erfahrungen sammeln können.

Bereits vor der Quarantäne war ich in Bezug des Ausgangs des Aufeinandertreffens mit Mainz 05 der Ansicht, die kämpferische Komponente wird aufseiten der Mainzer liegen. Wie ist es mit Köln und den Mitkonkurrenten? Interessant und spannend, was Bielefeld gegen Schalke und Werder Bremen gegen Mainz machen wird. Wer der Herthaner bleibt denn künftig in Liga Zwei?  Fredi Bobic, Ja!  

Christian Zschiedrich

Hertha BSC in Quarantäne – zunächst drei Spiele abgesetzt

Ein weiterer positiver Test auf das Corona-Virus zwingt die Lizenzspielermannschaft und den Trainerstab von Hertha BSC mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Die heutige (15.04.2021) PCR-Testung wies bei Marvin Plattenhardt einen positiven Befund auf. Er ist symptomfrei und wurde umgehend von der Gruppe separiert.

Nachdem aufgrund der positiven Testungen bei Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio eine heutige (15.04.2021) beginnende 14-tägige Isolation der Mannschaft, des Trainerstabes und enger Mitarbeiter um die Mannschaft vereinbart war, sah sich das für Hertha BSC zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf nach diesem weiteren positiven Befund nun zu dieser verschärften Maßnahme gezwungen.

Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragen musste.

Arne Friedrich: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt. Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf, um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren. Die Mannschaft wird sich während der häuslichen Quarantäne unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen.“

Quelle: Hertha BSC

Weitere Corona-Fälle bei Hertha BSC – Trainings- und Spielbetrieb geht weiter

Das liest man gar nicht gerne, Hertha BSC verbreitete am 15.04.2021 folgende Pressemitteilung:

In der Lizenzspielermannschaft und dem Trainerteam von Hertha BSC sind drei weitere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Die Personen wurden umgehend separiert und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Alle sind symptomfrei. Es handelt sich um Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio.

Da Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson 1.Grades gilt, befindet auch er sich in häuslicher Quarantäne. Auch er ist symptomfrei.

Die Mannschaft wird übergangsweise von Sportdirektor Arne Friedrich betreut, der im Besitz einer Trainer-A-Lizenz des DFB ist.

Nach unmittelbarer Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf begeben sich Mannschaft, Trainerteam und enge Mitarbeiter um die Mannschaft ab heute (15.05.21) in eine behördlich angeordnete Isolation. Alle beteiligten Personen werden zunächst bis zum 28.04.21 ein gemeinsames Quartier beziehen, welches lediglich zu den Trainingseinheiten und den Spielen verlassen wird. Der Trainings- und Spielbetrieb kann somit weiterlaufen.

Arne Friedrich, Sportdirektor Hertha BSC: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen in der zurückliegenden Länderspielpause die Hygienemaßnahmen bereits nochmal verschärft, haben beispielsweise tägliche Schnelltests umgesetzt, bevor sie zur Pflicht im DFL Hygienekonzept wurden. Jetzt sind wir aufgrund der aufgetretenen Fälle zu dieser Isolations-Maßnahme gezwungen. Mit maximalen Kontaktbeschränkungen und täglichen PCR-Testungen werden wir größtmögliche Sicherheit schaffen. Wir werden diese herausfordernde Situation als Team annehmen und gemeinsam alles dafür tun, die nächsten Spiele erfolgreich zu bestreiten.“

Quelle: Hertha BSC/Presse