Hertha vor Dortmund

Der 3:0-Erfolg in Augsburg am 7. Spieltag sollte mehr Vertrauen und Selbstsicherheit geben. Infolge der Nationalspiele wurde der Spieltags-Rhythmus unterbrochen. Es geschah inzwischen einiges. Hertha musste etliche Spieler für ihre Heimatnation abstellen. Das hat Vor- und Nachteile. Diesmal könnte es durch die Erfolge in den Spielen mit Hertha-Beteiligung weiteres Zutrauen für einige Leistungsträger geben, insbesondere Dodi Lukebakio für Belgien im Einsatz und sowie für den Polen Krzysztof Piatek. Ganz abgesehen davon, dass auch Lucien Favre mit hochkarätigen Spielern nach Berlin kommt. Den Berlinern bleibt die Hoffnung, gegen Dortmund meist ganz gut ausgesehen und mitunter erfolgreich gespielt zu haben.

Blicken wir vor dem Aufeinandertreffen am Samstagabend, 21.11.2020 lieber nicht auf die Tabelle – oder doch ? Schließlich gibt es einen zweiten Berliner Verein, mit 12 Punkten auf Tabellenplatz 5, aktuell die Qualifikation für das internationale Geschäft. Hat zwar im November, nach sieben Spieltagen nicht viel zu bedeuten, aber immerhin. Einen Tag nach dem Herthaspiel sind die Profis von der „Alten Försterei“ in Müngersdorf beim 1. FC Köln zu Gast. Dortmund hält nach der Niederlage gegen Bayern mit 15 Punkten Anschluss auf Platz 3 zur Spitze. Dortmund sollte in Berlin keine Punkte lassen. Haaland soll es wieder richten… Das Länderspiel seiner Norweger gegen Rumänien in Bukarest wurde aufgrund eines positiv getesteten Spielers abgesagt. So hatte Berlins Torsteher Rune Jarstein Pause. Hertha möchte seinen derzeitigen Ersatzkeeper gegen Dortmund im Kader sehen, das letzte Wort hat das Gesundheitsamt. Er soll, wie Unions Ryerson in 10tägige Quarantäne.

Ein für die kommende Saison hochverdienter und erstklassiger Spieler mit Berliner Vergangenheit wäre ablösefrei zu haben – Jerome Boateng, allerdings mit 32 Jahren nicht mehr im allerbesten Profialter. Er hat sogar wieder zur alten Stärke gefunden. Er könnte der alten Dame zu Glanz verhelfen.  Der in Berlin geborene  Jerome Boateng, zweimalige Triple-Sieger, könnte die erforderliche und zuverlässige Intentifikationsfigur werden und zur Behebung der Abwehrschwäche der schlecht gestarteten Hertha beitragen. Michael Preetz ist meiner Meinung nach gezwungen zu handeln!

Weiter aufgefallen sind:

Peter Pekarik: Seine Zeit schien in Berlin abgelaufen. Unter Trainer Bruno Labbadia wurde Pekarik wieder zum Stammspieler. Welch ein Phänomen, Herthas Verteidiger ist mit 34 Jahren stärker denn je und fährt für sein Land wieder zur EM.

Lazar Samardzic : Im Sommer war der Spielmacher nach drei Bundesligaeinsätzen, er spielte seit 2009 bei Hertha, für eine Million weg, wechselte zu RB Leipzig. Das Training sei unter Nagelsmann auf Championsleague-Niveau und fordere ihn mehr als bei Hertha in Berlin. Folgerichtig sei der Schritt gewesen. Das dürfte den Hertha-Verantwortlichen in den Ohren klingen.   

Matteo Guendouzi : Von Arsenal ausgeliehen soll er in Berlin weiter praktische Erfahrung bekommen. Trainer Labbadia findet den Lockenkopf als Achter ideal zur Bereicherung des Hertha-Spiels. In dem Zusammenhang äußerte Michael Preetz,  in diesem Winter nicht wie zuletzt außergewöhnliche Transfers vorzunehmen. Hertha investierte knapp 80 Millionen unter anderem für Piatek, Cunha und Tousart. In der Kasse herrscht jetzt erstmal Ebbe!

Investor Lars Windhorst: 100-Mio-Euro blieben vom Investor bisher aus, sollen aber zu einem späteren Zeitpunkt fließen. Das Geschäftsjahr läuft bis zum Juni 2021. Hertha hatte eher mit dem Geld gerechnet.

Jordan Torunariga : Den Verteidiger erwischte es doppelt. Erst die schwere Verletzung am Syndesmoseband und dann der positive Corona-Test mitten in der Reha. Die Folge: Quarantäne! War er doch gerade ins individuelle Training eingestiegen. Jetzt versucht Hertha ihn per Cybertraing zu belasten.

Stürmer Jhon Cordoba: Fällt mit einer Bänderverletzung im linken Sprunggelenk, zugezogen in Augsburg, langfristig für die restliche Hinrunde aus. Der Augsburger Neu-Nationalspieler Felix Udokhai hatte ihn kurz vor Halbzeit im Strafraum umgetreten. Später entschuldigte sich Udokhai bei Cordoba und bedauerte die Folge, das Hinrunden-Aus.

Sportdirektor Arne Friedrich : Spricht wie Oliver Bierhoff und Jogi Löw: „Wir sind auf dem richtigen Weg“. Der Kader sei stärker als in der letzten Saison. Eine neue Note bringe Mittelfeldspieler Matteo Guendouzi ins Gefüge. Er sei sehr ballsicher, fordere immer den Ball. Torwart Alexander Schwolow sei nach dem unglücklichen Pokal-Auftakt immer stärker und selbstbewusster geworden. Er habe Führungs-Qualitäten. Außerdem werden auch Deyovaiso Zeefuk und Omar Alderede  „ihren Weg bei uns gehen“. Sprachliche Barrieren werden mit Hilfe von Sprachlehrer Alcir Pereira mit wöchentlich 3 mal Sprachunterricht abgebaut. Das fördert das Zusammenleben, insbesondere das erforderliche Wachsen der Spielkultur.  

Christian Zschiedrich

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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