Machtdemonstration – Union gewinnt 4:1 vor 75.000 Zuschauern

Die Torfolge:

0:1 Haraguchi (31.)

1:1 Eigentor Baumgartl (49.)

1:2 Prömel  (53.)

1:3 Becker (74.)

1:4 Michel (85.)

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Der 1. FC Union erzielt im Derby fünf Tore. Auch ohne das Eigentor ist das der höchste Sieg in der Bundesliga von den Köpenickern – ausgerechnet gegen Hertha BSC. Fatal: die Alte Dame bleibt bei 26 Punkten und jetzt sind es nur noch fünf Partien in dieser Saison. Union hat jetzt 44 Punkte und spielt weiter ums internationale Geschäft mit. Einerseits finde ich das natürlich sehr gut, andererseits wäre mir zumindest, entgegen meiner Prognose, ein Unentschieden für eine bessere Situation für die Hertha lieber gewesen. Einen anderen Ausgang getippt zu haben, hätte ich verkraftet. Wäre es doch bloß anders gekommen.

Mir geht es wie den Union-Spielern. Hertha soll den Klassenerhalt schaffen! Berlin braucht so ein Fest vor ausverkauftem Haus. Den Unionern muss tatsächlich bescheinigt werden, genauso äußerte sich auch Felix Magath, Union war ganz deutlich die bessere Mannschaft. Ihr Sieg ist also hochverdient. Und hätte Herthas Keeper Lotka nicht so hervorragend gehalten, bei Halbzeit hätte es den Chancen nach durchaus 0:4 stehen können.

So muss das Urteil vor den letzten fünf Spielen einfach heißen: Erkennen wir die Übermacht an. Union war ja schon vor diesem Match der Stadtmeister mit zwei gewonnen Spielen, setzte sich gegen Hertha auch im Pokalderby als Sieger durch. Ich traue der Mannschaft um Trainer Urs Fischer zu, das Pokalfinale im Berliner Olympiastadion zu erreichen – zumindest das, wenn nicht sogar …

So hoffnungsvoll sieht es für Hertha nicht aus. Die Schlappe 1:4 nagt bestimmt am Selbstvertrauen. Die sich offenbarenden Defizite sind schon peinlich. Wie energisch Union unmittelbar nach dem unglücklichen Eigentor den Gleichstand ausbügelte und innerhalb von vier Minuten erkennen ließ: „Wir wollen gewinnen“, das war schon imponierend zu zeigen, wer Herr im fremden Hause ist. Nämlich die Nummer 1 in Berlin!

Wenn Hertha in den nächsten drei Spielen nicht die Wende schafft, wird die Mitgliederversammlung im Mai, oh Gott, ein Fiasko. Die Spieler wurden nach dem 1:4 von den eigenen Fans aufgefordert, die Trikots auszuziehen, sie wären nicht würdig für Hertha zu spielen. Nicht alle, aber einige kamen der Aufforderung nach.

Beim Freudenfest des 1. FC Union im Olympiastadion kam mir plötzlich in den Sinn, dass die Eisernen auch einmal eine andere Zeit erlebten und ich bestrebt war, zu helfen. Der Sargdeckel war so gut wie drauf. Seitens der Hertha war mir dann die Pressekonferenz wieder deutlich vor Augen und Ohren, als einst Otto Rehhagel vorgestellt wurde. Ein mir bekannter Journalist vom Weltexpress wurde des Saales verwiesen. Dummerweise mochte er wahrscheinlich keine „alten Trainer“ und stellte, selbst nach meinem heutigen Empfinden eine „unmögliche“ Frage. Das war bei Hertha natürlich nicht angebracht.

Christian Zschiedrich 

Entschlossen zurückgeschlagen

Headcoach Cedric Enard forderte nach dem verlorenen Spiel zwei eine klare Reaktion und die zeigte sein Team am Mittwochabend in der Max-Schmeling-Halle. In 83 Minuten besiegten die BR Volleys die United Volleys mit 3:0 (25:18, 25:17, 25:22) und sicherten sich so die 2:1-Führung in der Playoff-Halbfinalserie. Nun gilt es, das gute Heimspiel auch auswärts zu bestätigen. Dann können die Berliner am Samstag (09. Apr um 19.00 Uhr) in der Ballsporthalle ihr Finalticket buchen und dem VfB Friedrichshafen ins Endspiel folgen.

Ruben Schott meldete sich wieder fit für dieses dritte Playoff-Halbfinale und gab dem zuletzt wackligen BR Volleys Team wieder Sicherheit. Obwohl die leichten Fehler aus Spiel zwei nicht sofort gänzlich abgestellt wurden, rissen die Berliner die 2.819 mit leidenschaftlicher Block-Abwehr-Arbeit mit. Die Asse von Benjamin Patch und Timothée Carle waren ebenso Highlights wie Nehemiah Motes Block gegen den Hinterfeldangriff seines Landsmannes Max Staples (8:6). Libero Santiago Danani und seine Nebenmänner gaben in der Abwehr weiter alles und belohnten sich dann vorn im Angriff und Block regelmäßig (17:11). Auch die Einwechslung von Cody Kessel machte sich bezahlt. Der US-Amerikaner trug sich direkt auf das Scoreboard ein und Patch machte mit seinem sechsten Punkt den ersten Satzgewinn perfekt (25:18).

Die Hausherren blieben ihrer Linie treu, waren gierig in der Abwehr und präsent im Block. Zwei Aufschlagserien von Jendryk, der sich gegenüber dem letzten Match ebenfalls deutlich steigerte, entschieden den zweiten Durchgang (7:3, 18:10). Zwischenzeitlich setzte es sogar drei Blocks in Folge (zweimal Grankin, einmal Mote). Anders als noch am Samstag zogen diesmal die Berliner Diagonalangreifer Daniel Malescha den Zahn, sodass Gästetrainer Christophe Achten kurzzeitig auf Routinier Jochen Schöps setzte. Carle beendete Satz zwei per krachendem Ass (25:17).

Wie bereits vor einer Woche steigerten sich die Gäste im dritten Durchgang und konnten sich nun häufiger gegen den Block der Männer in Orange durchsetzen (9:11). Erneut war es aber Jendryk, dessen Extraschichten in Aufschlag und Block sich auszahlen sollten. Seine Serie drehte den Satz (14:13) und der spätere MVP Schott unterstrich seine Wichtigkeit für die Mannschaft mit dem Ass zum 17:15. Die Hessen blieben in Kontakt (23:22), bis – natürlich nach einem Jendryk-Service – Patch mit seinem insgesamt 18. Punkt den Matchball zum Sieg verwandelte (25:22). Damit haben die Berliner nun zwei Chancen, ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen, wollen aber gleich die erste am Samstag in Frankfurt nutzen. Bereits als Finalist fest steht seit Mittwochabend auch der VfB Friedrichshafen, der sich mit dem dritten Sieg in der Serie gegen die SWD powervolleys Düren durchsetzte.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich werde dem Team gleich in der Kabine sagen: Das war Volleyball! Das ist es, was es in den Playoffs braucht! Die Letzten zwei Tage war durchaus Anspannung spürbar, aber die Reaktion der Mannschaft heute war perfekt. Zwei Sätze waren nahezu alle Elemente gut und diesmal haben wir auch im dritten die Kontrolle nicht verloren. Aber das bringt uns alles wenig, wenn wir es am Samstag nicht bestätigen.“

Ruben Schott: „Wir haben heute unser wahres Gesicht gezeigt. Genau mit dieser Aggressivität müssen wir zu Werke gehen und auch bei einer Führung von vier, fünf Punkten nicht nachlassen. Frankfurt wird sich in Spiel vier garantiert wieder steigern und darauf müssen wir vorbereitet sein.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Matthew West, Marek Sotola

Topwerte
Patch 18 Punkte | Carle 10 Punkte, 2 Asse | Schott 9 Punkte, 67 % Angriffsquote | Grankin & Mote 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Füchse verpassen das Viertelfinale der European League

30:33 – Füchse verlieren auch das Rückspiel gegen HSC Nantes

Nach 45 Minuten war die Situation verheißungsvoll – 25:22. Die Füchse führten gegen den HSC Nantes zum ersten Mal mit drei Toren. Das 24:25 aus dem Hinspiel vor einer Woche war mehr als wettgemacht. Das Weiterkommen gegen den letztjährigen Champions-League-Halbfinalisten schien machbar. Die 5.218 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle waren aus dem Häuschen.

Die Hoffnung erstarb sehr schnell. Innerhalb von sieben Minuten wandelte der aktuelle Zweite der französischen Liga den Rückstand in einen zwei-Tore-Vorsprung. „Wir haben in dieser Phase zu viele Fehler gemacht“, fand Füchse-Coach Jaron Siewert hinterher.. Besonders ärgerlich war, dass die Berliner ihren Vorteil aus der Hand gaben, als Nantes wegen einer 2-Minuten-Strafe zeitweise mit einem Spieler weniger agierte. „Wir haben da komplett die Kontrolle über das Spiel verloren“, lautete Siewerts ernüchterndes Fazit.

Bereits der Start in die Partie war den in der Bundesliga in diesem Jahr noch ungeschlagenen Füchsen misslungen. Zu selten kamen die Berliner gegen Nantes gut organisierter Abwehr in aussichtsreiche Wurfpositionen. Mehrfach landeten Würfe an Latte und Pfosten. Das Spielglück war nicht aufseiten der Hausherren. Zudem scheiterte der sonst so sichere Hans Lindberg zweimal vom 7-Meter-Punkt.

Die Franzosen, angeführt vom 37-jährigen spanischen Ex-Weltmeister Valero Rivera schlugen daraus Kapital. Seine ideenreichen Anspiele nach Außen oder an den Kreis fanden immer wieder frei stehende Mitspieler. Das Zwischenergebnis: 3:6 nach zehn Minuten.

Aus dieser misslichen Lage kämpften sich die Füchse heraus. Ein Ruck schien durch die Mannschaft zu gehen. Dejan Milosavljev glänzte mit mehreren Paraden und die Torabschlüsse klappten jetzt besser. Mit 15:14 für die Gastgeber ging es in die Pause.

Nach dem Wechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Die Füchse gingen in Führung, kassierten jedoch schnell den Ausgleich, weil es bei den schnellen Kontern des HSC Nantes an Aufmerksamkeit im Rückzugsverhalten fehlte. Die Partie blieb offen bis zu den schon beschriebenen „schwarzen sieben Minuten“ der Berliner. Dieser Blackout kostete den Sieg. Die cleveren Franzosen nutzten diese Schwächephase gnadenlos aus und gewann verdient mit 33:30. Im Viertelfinale trifft Nantes jetzt auf Bundesliga-Primus SC Magdeburg.

Für die Füchse gilt, was Routinier Hans Lindberg als Erkenntnis aus diesem Spiel mitnahm. „Wir sind enttäuscht, weil wir uns mehr vorgenommen hatten. Jetzt müssen wir das Spiel abhaken und uns auf die nächste Aufgabe konzentrieren“.

Die lässt nicht lange auf sich warten. Am Sonntag, 10. April ab 16:05 Uhr in der Max-Schmeling-Halle, geht es gegen den TSV Hannover-Burgdorf weiter.

Für die Füchse im Einsatz:

Wiede 4/1, Holm 3, Vori 1, Andersson 5, Lindberg 5/1, Beneke 1, Vujovic 5/2 Marsenic 5, Drux 1

Herbert Schalling

Viktoria knöpft Magdeburg die Punkte ab

Über dreitausend Anhänger des 1. FC Magdeburg hatten den Weg nach Berlin, in den Jahnsportpark gefunden. Sie wurden vor dem Spiel mit Ihrer Hymne begrüßt und der Stadionsprecher erinnerte vor Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellungen an die große Tradition des aktuellen Spitzenreiters der 3. Liga. 1974 gewann der 1. FCM überraschend den Europapokal der Pokalsieger unter dem legendären Trainer Heinz Krügel. In Rotterdam wurde vor einer Minuskulisse von nur 4.644 Zuschauern der Titelverteidiger AC Mailand mit 2:0 geschlagen. Es war die Mannschaft um Kapitän Manfred Zapf, zusammen mit Jürgen Sparwasser, Wolfgang „Paule“ Seguin, Joachim Streich und und. Unter denen, die sich am 4. April 2022 in der Fan-Kurve im Jahnsportpark eingefunden hatten, waren viele 1974 noch nicht auf der Welt.

Ein kleines bisschen ähnelten sich die äußeren Umstände, Flutlicht, kein gutes Wetter, ein für die Anzahl der Zuschauer zu großes Stadion und ein klarer Favorit traf auf einen Außenseiter. Offiziell waren es 4.334 Fußballfreunde, die bereit waren, eine Eintrittskarte zu kaufen. Viktorias Trainer Farat Toku hatte sich eine dicht gestaffelte Defensive ausgedacht. Es war über weite Strecken ein 5-4-1 System, den Magdeburgern wurde sogar großzügig das Mittelfeld überlassen. Vor dem eigenen Strafraum ging es dann ordentlich zur Sache. Im Tor der Viktorianer stand Philip Sprint. Die eigentliche Nummer eins, Julian Krahl laboriert seit dem Spiel in Osnabrück an einer Patellasehnenreizung.

Der 1. FCM ergriff sofort die Initiative und ließ die Himmelblauen nicht über die Mittellinie. Es dauerte bis zur 15. Minute, da fasste sich Moritz Seiffert ein Herz und holte einen Eckball für Viktoria heraus. Nur drei Minuten später startete Viktoria den zweiten Versuch, den Ball in die Magdeburger Hälfte zu bringen. Dabei wird Franck Evina von den Beinen geholt, Freistoß halblinks aus 25 m Torentfernung. Der Gefoulte bringt den Ball gefühlvoll in den Strafraum und dort steht Jakob Lewald gold-richtig, kann seine 1,94 m Körpergröße einsetzen, sein Kopfball landet im Tor. Das war die völlig überraschende Führung.

Die Magdeburger versuchten zu antworten und vergaben gute Möglichkeiten. Bis zur Halbzeitpause hatte Magdeburgs Keeper Dominik Reimann einige Mühe, sich warmzuhalten. Beim Gang in die Halbzeitpause zeigte die große Anzeigetafel die überraschende 1:0 Führung für Viktoria an.

In der Halbzeit schwor Toku seine Truppe noch mehr auf die Defensive ein, „versucht, so lange wie möglich ein Gegentor zu verhindern, dann könnte heute was drin sein.“ Dass die zweite Halbzeit dann so optimal für seine Mannschaft beginnen sollte, hätte er sich schöner nicht denken können.

Kaum war das Spiel wieder angepfiffen, da stand es 2:0 für Viktoria. Ballverlust im Mittelfeld, Cebrails Makreckis eroberte den Ball und schickte sofort Soufian Benyamina auf die Reise und der trifft. Das war sehenswert, gekonnte Ballmitnahme in vollem Lauf und überlegt abgeschlossen. Sein Bruder Karim saß auf der Tribüne und der Daumen ging nach oben.

Jetzt dehnte sich jede Sekunde für die Viktoria-Fans zu einer Minute. Magdeburg drückte und Viktoria stemmte sich gegen die Angriffswellen. Selbst die Balljungen versuchten mitzuhelfen und postierten sich mit den Ersatzbällen auf der Mitte der Laufbahn und nicht wie üblich an der Rasenkante. Ein Magdeburger Betreuer übernahm, leicht wütend, wenigstens auf Höhe der Magdeburger Bank den Job der Balljungen.

Erst in der 76. Minute gelang der Anschlusstreffer im Anschluss an eine Ecke. Die Zeit dehnte sich weiter, für Viktoria wollte sie überhaupt nicht vergehen. Die Angriffsversuche des Tabellenführers wurden immer verzweifelter. In der Nachspielzeit hatte dann Viktorias Torwart seinen großen Auftritt, er kratzte einen gefährlichen Kopfball von der Linie.

Kurz vor 21 Uhr war es dann vollbracht, der langersehnte Schlusspfiff von Schiedsrichter Richard Hempel erlöste den FC Viktoria und seine Anhängerschaft. Nicht nur für die Akteure, auch für den Schiedsrichter war es ein hartes Stück Arbeit, neun Gelbe Karten musste er insgesamt verteilen, sechs davon sahen die Himmelblauen. Egal, Freudentänze beim FC Viktoria und mittendrin Sportdirektor Rocco Teichmann, der just an diesem Tag seinen 36. Geburtstag feierte.

Mit diesem Sieg rutscht der Aufsteiger wieder auf einen Platz über dem Strich und schöpft neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Wie einst 1974 in Rotterdam, bestätigte sich die alte Weisheit, dass im Fußball nichts unmöglich ist.

Fußball 3. Liga

32. Spieltag 04.04.2022 19:30 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – 1. FC Magdeburg 2:1 (1:0)

Mannschaftsaufstellung Viktoria

Sprint – Lewald – Makreckis – Benyamina (71. Falcao) – Ezeh – Kapp – Evina (46. Jopek) – Gunte – Seiffert (60. Theisen) – Pinckert (85. Yamada) – Menz

Augsburg und Stuttgart enteilen der Hertha

Leverkusen wäre bestimmt leichter zu knacken gewesen als am kommenden Samstag Union im Berliner Olympiastadion. Der Einsatz enttäuschte Trainer Felix Magath. Hertha ist tatsächlich sechs Spiele vor Ultimo wieder auf einem direkten Abstiegsplatz.  Die Leistungen, vor allem in kämpferischer Hinsicht, waren von Bielefeld, Stuttgart und Augsburg besser. Bielefeld belohnte sich gegen die Stuttgarter mit dem 1:1 und Augsburg siegte mit 3:0 über den VfL Wolfsburg. Wolfsburg hat 31 Punkte, Augsburg 29 und Stuttgart 27 Punkte auf den Plätzen 14 bis 16.

Mit 40 Punkten ist man auf der sicheren Seite. Bielefeld ist mit Hertha punktgleich. Allerdings hat Hertha ein schlechteres Torverhältnis.

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto Sportick

Die Köpenicker bekamen laut Analyse den Sieg von Köln „geschenkt“. Mit dem Wort Schenken sollte etwas vorsichtiger umgegangen werden. Ausgerechnet dem Käpt’n Jonas Hektor passierte der folgenschwere Abspielfehler in der 49. Minute. Awoniyi vollstreckte zum 1:0 in der Alten Försterei. Das Ziel Klassenerhalt ist mit 41 Punkten eingefahren. Jetzt erst will Trainer Urs Fischer ein neues Ziel ausgeben. Union will einen neuen Punkterekord. Gegen Hertha könnten es durchaus 44 Punkte werden. Für Hertha wäre der Abstieg noch nicht besiegelt. Nach dem Stadt-Derby stehen ja noch fünf Spiele an. Es wird immer enger.

Das Match ist diesmal von besonderer Brisanz. In der vorangegangenen Saison war es Herthas Ziel, in Berlin die Nummer 1 in der Stadt zu sein. Jetzt könnte Union Hertha noch tiefer in den Abgrund stoßen. Das wünsche ich der Hertha nicht. Hin und wieder läuft es bei Hertha ganz gut, seltsamerweise gegen Spitzenteams in der Eliteliga. Mannschaften, den das Wasser bis zum Hals steht, machen in der Regel den erforderlichen Schritt mehr, als die besser postierten. Also ich finde, Hertha hat die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Felix Magath: „Es wäre doch gelacht …“

Magath wird seinen Spielern eine Anweisung mit auf das Feld geben: „Nur hautnah zu decken, reicht oft nicht, wenn eine Sekunde zu spät der Zweikampf erfolgt und der Gegenspieler eine Fußspitze schneller reagieren kann.“  Schauen wir auf das Torverhältnis: Hertha 30:62 und Union 34:38. Trotzdem, im Fußball ist bekanntlich alles möglich. Aber bitte nicht mit 12 Spieler auf dem Platz auflaufen. In einem meiner früheren Kommentare fragte ich: „Ist Hertha bundesligatauglich?“ Am Samstag beweist es die Alte Dame oder auch nicht?  

Christian Zschiedrich

Zum ersten Sieg gebissen

Als Cody Kessel zum letzten Punkt des Abends blockte, fiel von den BR Volleys durchaus eine Last ab: Zum Auftakt in das Playoff-Halbfinale kämpften die Berliner in ihrer Max-Schmeling-Halle die United Volleys Frankfurt mit 3:1 (25:20, 25:17, 22:25, 25:23) nieder. Den ersten von drei nötigen Siegen für den Einzug ins Finale mussten sich die Gastgeber nach einer Schwächephase in Satz drei hart erarbeiten. Am Samstag findet die Serie in der Ballsporthalle Frankfurt ihre Fortsetzung (02. Apr um 19.00 Uhr).

In dieses Playoff-Halbfinale starteten die BR Volleys mit ihrer etatmäßigen Besetzung um Kapitän Sergey Grankin. Vor 2.567 Zuschauern standen gemeinsam mit dem Olympiasieger Ruben Schott, Jeffrey Jendryk, Nehemiah Mote, Timothée Carle, Benjamin Patch und Libero Santiago Danani auf dem Court. Beide Kontrahenten waren im Block sofort präsent und machten den gegnerischen Angreifern das Leben schwer (4:4). Schotts Block gegen Malescha verlieh dem Ausdruck (8:6) und in der Folge waren es die Berliner, die sich häufiger durchsetzen konnten. Nach guten Aufschlägen von Patch (14:10) und Grankins punktgenauem Angriff mit Links (16:11) hatten die Hauptstädter zu ihrem Spiel gefunden (21:16). Tim Carle schlug den Ball durch den United-Block zum Gewinn des ersten Satzes (25:20). Die Hausherren kontrollierten in dieser Phase das Geschehen und spielten auch Durchgang zwei von vorn weg. Ein Ass von Schott sorgte für eine Vier-Punkte-Führung (9:5) und ein weiterer Servicewinner von Grankin erhöhte den Vorsprung noch einmal (17:12). Trotz schöner Abwehraktionen auf beiden Seiten blieben Patch & Co durchsetzungsstärker (22:14, 25:17).

Im dritten Spielabschnitt ereilte die BR Volleys das bekannte “Volleyball-Syndrom“. Nach zwei erfolgreichen Sätzen ging die Spannung etwas verloren und Frankfurt fand zurück ins Match. Nun stand der Block der Hessen wieder gegen Patch, Carle und Schott. Cedric Enard setzte bei 11:16 auf Cody Kessel anstelle von Carle, doch Frankfurt legte nun auch im Aufschlag zu. Die Uniteds um ihren besten Scorer Malescha (21 Punkte) nutzten den vierten Satzball zum Anschluss (22:25).  Jetzt mussten die Hauptstädter um jeden Punkt kämpfen und suchten die Leichtigkeit aus den ersten zwei Sätzen (8:8, 16:16). Auf Augenhöhe ging es in die Schlussphase von Durchgang vier (22:22) und nachdem sich erneut Schott gegen den Frankfurter Block durchsetzen konnte, hatten die Gastgeber Matchball. Enard – der zuvor wieder dem Franzosen Carle den Vorzug gab – verstärkte mit Kessel den Block und der US-Amerikaner zahlte das Vertrauen zurück. Der Dreierblock um den 30-Jährigen entschied das Match und brachte dem Hauptstadtclub den ersten Sieg in dieser “best of five“-Serie ein (25:23). MVP-Gold ging an Spielführer Grankin, der über seine Zuspielkünste hinaus auch fünf erfolgreiche Angriffe (83 %) und zwei Asse zum Heimerfolg beisteuerte.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Irgendwie ging es uns in dieser Saison schon häufiger so wie heute. Wir haben zwei Sätze gut und dominant gespielt und im dritten etwas nachgelassen. Frankfurt war dann aber auch selbst deutlich stärker und hat das Aufschlag-Annahme-Duell für sich entschieden. Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir die Spannung in dieser Serie permanent hochhalten müssen. Das muss für Samstag bei jedem im Kopf sein, um uns für Mittwoch das erste Matchball-Spiel vor unseren Fans zu erkämpfen.“
Kaweh Niroomand: „Man hat der Mannschaft angesehen, dass wir zwölf Tage keinen Wettkampf hatten. Das ist in den Playoffs nicht üblich und für Kopf und Körper nicht einfach. Deshalb haben wir uns schwergetan und streckenweise pomadig agiert. Wir brauchen im Saisonfinale unsere Bestform. Ein Spiel wie heute kann auf dem Weg dorthin hoffentlich helfen. Jetzt ist der Anfang gemacht, aber wir müssen dennoch zulegen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Matthew West, Marek Sotola

Topwerte
Benjamin Patch 22 Punkte, 2 Blocks | Carle 16 Punkte | Jendryk 10 Punkte, 2 Blocks | Grankin 7 Punkte, 2 Asse


Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Eisbären sind Sieger der Vorrunde

Mit dem Sieg gegen die Augsburger Panther, am Dienstag, 29.03., haben die Eisbären Platz eins der Vorrunde sicher. Die jetzt noch ausstehende Spiele sind für den amtierenden Meister die Vorbereitung auf die Play-offs. Gab es im Heimspiel gegen die Straubing Tigers im Schlussdrittel einen kräftemäßigen Einbruch, so war davon nur 48 Stunden später nichts mehr zu merken. Nach der Hälfte des Spiels stand es 5:0 und im Schlussabschnitt ließen sie lediglich den Ehrentreffer für die bayerischen Schwaben zu.

Fotos: © Stephan Wenske

Zwei Spiele müssen die Eisbären noch absolvieren, egal wie diese ausgehen werden, die Bilanz ist beeindruckend. Von den 53 Spielen konnten sie 33 in der regulären Spielzeit gewinnen, ein Spiel gewannen sie im Penaltyschiessen. In der Verlängerung konnten bisher kein einziges Spiel gewinnen, viermal mussten sie dem Gegner den Zusatzpunkt überlassen. Sie sind nur das zwölftbeste Überzahlteam, dafür klappte es in Unterzahl besser, nach Straubing und Mannheim belegen sie Platz Drei in dieser Wertung.

In der Woche ab dem 4. April wird der Viertelfinalgegner ermittelt. Durch Corona mussten mehr Spiele verlegt werden, am Ende wurde die Vorrunde sogar um eine Woche verlängert.
Hans-Peter Becker

Füchse weiter auf Kurs Champions League

29:24 gegen TBV Lemgo Lippe

Er hätte sein Comeback auf dem Handball-Parkett zu gern mit einem Tor gekrönt: Igor Vori. Der kroatische Rekord-Nationalspieler war am Dienstag kurzfristig für den verletzten Kreisläufer Johan Koch verpflichtet worden. In der Schlussminute kam das Zuspiel von Kapitän Paul Drux jedoch nicht bei Vori an.

Rund 20 Minuten hatte der Olympiasieger von 2004 drei Jahre nach seinem Karriereende auf dem Parkett gestanden. „Er muss sich erstmal wieder zurechtfinden. Aber man hat heute schon gesehen, mit dem Handball ist es wie mit dem Radfahren. Das verlernst Du nicht“, fand Bob Hanning. Auch Sportvorstand Stefan Kretzschmar war mit Voris Auftritt hochzufrieden. „Mit seiner Erfahrung kann er für uns noch sehr wichtig werden, in den nächsten entscheidenden Wochen.“

Der 41-jährige Vori (2,04 m, 114 Kilo) war nicht die einzige „neue Personalie“ bei den Füchsen. Gecoacht wurde das Team erneut von Bob Hanning. Der Geschäftsführer hatte Cheftrainer Jaron Siewert kürzlich schon wegen einer Corona-Erkrankung vertreten müssen. Diesmal war der Anlass ein erfreulicher. Siewert erwartete Familienzuwachs, der sich auch pünktlich während des Spiels einstellte – Herzlichen Glückwunsch.

Nach dem historischen Auswärtssieg beim THW Kiel vor elf Tagen wollten die Füchse ihre Tabellenposition mit einem weiteren Erfolg festigen. Der TBV Lemgo erwies sich als der erwartet unbequeme Gegner. (Kretzschmar: „Eine sehr gut organisierte Mannschaft“) Während die Abwehr der Berliner sehr variabel agierte und den Gästen nur wenig klare Wurfmöglichkeiten gestattete, fehlte es dem Angriffsspiel anfangs an Tempo und Übersicht. „Wir hatten auch drei, vier technische Fehler im Aufbau“, bemängelte Bob Hanning. „Aber die Jungs haben immer den Kopf oben behalten und so auch kritische Phasen gemeistert“.

Dazu zählten besonders die ersten Minuten nach der Halbzeitpause. Da büßten die Füchse in doppelter Unterzahl ihren Drei-Tore-Vorsprung ein. Fortan ging es hin und her. Lemgo glich die Führung der Gastgeber immer wieder aus. In dieser Phase erwies sich Torhüter Dejan Milosavljev einmal mehr als großer Rückhalt. Mehrfach verhinderte der Serbe, angefeuert von „Milo, Milo-Rufen“ der 4026 Zuschauer, Lemgoer Tore. Zu seinen Glanztaten gehörten auch zwei gehaltene Siebenmeter von Ex-Fuchs Bjarki Elisson.

In der Schlussviertelstunde bauten die Füchse ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Bei Lemgo ließ die Konzentration deutlich nach. Besonders der Abwehr bekamen die Gäste keinen Zugriff mehr. Am Ende gewannen die Füchse 29:24. Es war ihr sechster Sieg im sechsten Bundesliga-Spiel 2022. In der offiziellen Tabelle bleiben die Berliner mit einem Spiel weniger als der Zweite, THW Kiel auf Platz drei.

Mit vier Spielen innerhalb von zehn Tagen in Bundesliga und European League Tagen werden die Füchse demnächst besonders gefordert:

Tore: Wiede 7, Holm 5, Marsenic 5, Lindberg 4, Matthes 4, Drux 3, Andersson 1

Herbert Schalling

Trotz Niederlage – 100 Punkte Marke erreicht

Die Eisbären taten sich schwer im 49. Saisonspiel. Die Gäste aus Ingolstadt versuchten ihr Glück mit defensiv geprägten Kontereishockey. Zwar hatten die Eisbären optisch mehr vom Spiel, doch die Toren schossen zunächst die Gäste.

In der 18. und 33. schlug es ein im Tor der Eisbären. Erst in der Schlussphase der Partie konnten die Eisbären zurückschlagen. In der 47. traf Bokk zum 1:2 in einer 4 gegen 4 Situation und in der 54. Minute nutzten die Eisbären ein Powerplay für den 2:2 Ausgleich. Die Schlussphase war turbulent, ein weiteres Tor fiel bis zur Schlusssirene nicht mehr. Immerhin wurde es ein Punkt, eben der einhundertste in der laufenden Spielzeit.

Die Entscheidung fiel nicht in der Overtime. Im Penaltyschießen hatten die Eisbären kein Glück. Es war das insgesamt 5. Penaltyschießen zudem die Eisbären antreten mussten und erst eins davon konnten sie gewinnen. Am Schluss jubelten die Panther aus Ingolstadt, die beiden Punkte können sie gut gebrauchen im Kampf um die Playoff-Plätze. Trotz der erneuten Niederlage, zuvor reichte es in Düsseldorf auch nur zu einem Punkt, bleiben die Eisbären Tabellenführer und haben einen Platz in den Playoffs sicher.

Bis zu den Playoffs müssen die Eisbären noch 7 Spiele absolvieren. Am Donnerstag wird in München und nur 24 Stunden später in Nürnberg gespielt. Das nächste Heimspiel wird am Sonntag, 27.03. gegen Straubing ausgetragen. Selbst für Eishockeyprofis ein Hammerprogramm.

Hans-Peter Becker

Bundesliga-Doppelspieltag für die Wasserfreunde

Die Pandemielage hat immer noch großen Einfluss auf den Alltag der Wasserball-Bundesliga. Das Potsdamer Team hat nach den vielen krankheitsbedingt ausgefallenen Spielen Probleme, ausreichend Wasserfläche für die Nachholspiele zu finden. Die Wasserfreunde Spandau 04 konnten in diesem Fall helfen, sodass die Orcas aus Potsdam ihr Heimspiel gegen Spandau in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg bestreiten können, damit die Hauptrunde der Bundesliga zeitgerecht zu Ende gespielt werden kann.

Nachdem am letzten Mittwoch die Wasserfreunde coronabedingt und durch den Einsatz ihrer Nationalspieler beim Weltligaspiel in Hamburg (GER-FRA 11:16) keine schlagkräftige Mannschaft an den Beckenrand bekommen konnten, erklärten sich die Neuköllner fairerweise bereit, das Spiel abermals zu verlegen. Neukölln hatte ebenfalls aufgrund eines hohen Krankenstands das Spiel Anfang März absagen müssen.

So kommt es zu der kuriosen Situation, dass die Wasserfreunde zwei Auswärtsspiele hintereinander in eigener Schwimmhalle bestreiten werden. Zumindest sind beide Spiele geplant und finden hoffentlich auch statt. Allerdings kann auch dieser Plan erneut durch die Pandemie in Gefahr geraten.

Alle Teams der Wasserball-Bundesliga Vorrunde A, zeigen sich im recht schwierigen Verlauf der aktuellen laufenden Hauptrunde sehr kooperativ, damit alle Spiele durchgeführt werden können.

Wasserball Bundesliga

2021/2022

Gruppe A, 7. Spieltag – Nachholspiel u. 11. Spieltag

23. März 2022

OSC Potsdam – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 19:00 Uhr (Zuschauer nach 3-G-Regel)

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, 10829 Berlin, Sachsendamm 11

23. März 2022

SG Neukölln – Wasserfreunde Spandau 04

Spielbeginn: 20:30 Uhr (Zuschauer nach 3-G-Regel)

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, 10829 Berlin, Sachsendamm 11

Quelle: Peter Röhle