Nur ein Punkt für die Eisbären

Am 38. Spieltag der Saison 2019/20 empfingen die Eisbären den ERC Ingolstadt. In der Tabelle trennten vor dem Spiel beide Mannschaften nur ein Punkt, allerdings haben die Ingolstädter ein Spiel mehr als die Eisbären absolviert. Abstand halten und somit den Platz Vier in der Tabelle verteidigen im ausverkauften Heimspiel war die klar umrissene Aufgabe für die Eisbären nach dem vorangegangenen Auswärtswochenende.

Da einige Stürmer nicht einsatzfähig waren, musste Constantin Braun als linker Flügelstürmer in der dritten Spielreihe ran. Wieder mit dabei war Mark Olver, während u.a. Sean Backman und Louis-Marc Aubry weiter fehlten. Den besseren Start erwischten die Gäste, die in der 7. Minute durch Brett Olson in Führung gingen. Sie nutzten einen Abwehrfehler der Eisbären, es war C. Braun, der den Puck vor dem eigenen Slot vertändelte. Die Eisbären waren um den Ausgleich bemüht und der gelang in der 19. Spielminute. Kapitän Andre Rankel, gab die Vorlage für Pierre-Cedric Labrie. Strafminuten gab es im Anfangsdrittel keine. Dafür begann das Mitteldrittel mit einer Überzahl für die Gäste und war erfolgreich. In der 23. Minute schlug es erneut im Eisbärentor ein, Michael Collins war der Torschütze, zuvor waren die Eisbären nah dran an einem shorthander. In Unterzahl waren sie aufgerückt und dann nicht schnell genug zurück in ihrer Verteidigungsformation. Anschließend ging es Schlag auf Schlag und die Eisbären drehten, sehr zur Freude ihrer Fans, das Spiel, es fiel der Ausgleich und zwischenzeitlich lagen die Hausherren mit 4:2 vorn. Das Drittel endete mit 4:3.

Fotos: © Stephan Wenske

Den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten gelang den Eisbären nicht. Es fehlten nur knapp zwei Minuten. Die Ingolstädter nahmen während eines Überzahlspiels zusätzlich ihren Torwart vom Eis und belagerten mit sechs Feldspielern das Angriffsdrittel der Eisbären. Das Risiko zahlte sich aus. Wayne Simpson hämmerte den Puck nach 58 Minuten und 13 Sekunden unter die Latte. Mit 4:4 endete die reguläre Spielzeit. Die anschließende Overtime verstrich ohne ein Tor, dabei vergaben die Eisbären einen Penalty. Austin Ortega scheiterte an Jochen Reimer im Ingolstädter Tor.

Reimer war es auch, der anschließenden Penaltyschießen den Zusatzpunkt für die Gäste sicherte. Er meisterte die Penaltys von Marcel Noebels und James Sheppard. Sein Gegenüber im Tor der Eisbären Justin Pogge machte keine so gute Figur und konnte die Einschläge nicht verhindern. Für Ingolstadt trafen Tim Wohlgemuth und Christopher Foucault. Nach Punkten zogen die Ingolstädter mit den Eisbären gleich. Auf Grund des besseren Torverhältnisses verdrängten sie die Eisbären auf Tabellenplatz fünf.

Jetzt haben die Eisbären drei Auswärtsaufgaben in Folge vor der Brust. Am kommenden Sonntag, 19.01. müssen sie in Schwenningen ran. Als kleine Randnotiz: Eisbären Kapitän Andre Rankel absolvierte gegen Ingolstadt sein 850. Spiel für die Eisbären.

Hans-Peter Becker

DEL 38. Spieltag

Freitag, 17.01.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären – ERC Ingolstadt 4:5 n.P.

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

Torfolge:

0:1 Olson 06:52 (Collins)

1:1 Labrie 18:16 (Rankel)

1:2 Collins 24:32 (Edwards) PP1

2:2 Ferraro 27:30 (Olver)

3:2 Ortega 31:52 (Noebels,Kettemer)

4:2 Noebels 34:51 (Sheppard,Ortega) PP1

4:3 Findlay 37:35 (Edwards,Sullivan)

4:4 Simpson 58:13 (Edwards,Foucault) PP1 6-4 empty

4:5 Wohlgemuth 65:00 PS

Strafminuten:

Berlin – 6

Ingolstadt – 10

Torschüsse: 

Berlin – 29

Ingolstadt – 30

Kein guter Jahresabschluss

Vor der Halle zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße waren wieder Schilder zu sehen mit der Aufschrift „Suche Karte“. Das Spiel des 34. Spieltages zwischen den Eisbären Berlin und den Panthern aus Ingolstadt war ausverkauft. Der günstige Termin, der Mehrzahl der Besucher standen zwei freie Tage bevor und die eine oder andere Eintrittskarte wird ein Weihnachtsgeschenk gewesen sein. Der sportlich Wert lag im Kampf um den Tabellenplatz sechs, der die direkte Qualifikation für das Viertelfinale bedeutet.

Während die Ingolstädter gemessen an ihren Saisonzielen durchaus im Soll liegen, laufen die Eisbären mehr den eigenen Ansprüchen hinterher. Auswärts beim Punktgewinn in München und beim letzten Heimsieg am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Bremerhaven war ein Aufwärtstrend erkennbar. Er setzte sich gegen Ingolstadt nicht fort. Die Eisbären verloren mit 2:4.

In der 10. Spielminute jubelten die Eisbären, Marcel Noebels war im Nachfassen erfolgreich. Timo Pielmeier schnappte sich den Puck. War er bereits im vollen Umfang hinter der Linie ? Die einen werden nach Ansicht der Videobilder so sagen und die anderen…. Die Schiedsrichter entschieden auf kein Tor. Ein Puck ist kein Ball, sondern eine Scheibe und kann auch hochgestellt die Linie überschreiten. Er hat die Maße 1 Zoll (2,54 cm) in der Höhe und einen Durchmesser von 2 Zoll (7,62 cm). Die Bilder lieferte die über dem Tor angebrachte Kamera, dort war es nicht ganz eindeutig zu sehen. Die Bilder der anderen Kameras lieferten eine andere mögliche Sicht und die wurden nach der Entscheidung über den Videowürfel gezeigt. Die Schiedsrichter hatten es sich mit dem Berliner Publikum gründlich verscherzt. Vielleicht sollten die Verantwortlichen der Eisbären die Kamera über dem Tor auf der Seite der Stehplatzkurver neu arretieren lassen. Manchmal täuscht die Perspektive.

Eine Minute nach dem nicht gegebenen Treffer waren die Gäste erfolgreich. Florian Busch brummte wegen Haltens auf der Strafbank und so erzielten die Gäste ihren ersten von insgesamt drei Treffern in Überzahl. Die Eisbären konnten in der 22. Minute ausgleichen durch Jamison MacQueen. Die Eisbären gewannen lediglich den Mittelabschnitt. In der 22. Minute erzielte Sean Backman die zwischenzeitliche 2:1 Führung, die hatte Bestand bis zur 51. Minute.

In der Schlussphase machten die Oberbayern alles klar. In der 51. und 56. Minute schlugen sie im Powerplay zu und erhöhten auf 3:2. Die Eisbären mühten sich redlich und scheiterten. Ingolstadt störte mit einer 1-3-1 Taktik die Eisbären bereits im eigenen Spieldrittel. Zudem kassierten die Eisbären ihre Strafminuten zur Unzeit und wurden dafür bitter bestraft. Bis in die letzte Spielminute hielten sie die Begegnung offen und bekamen in der Schlussminute durch Michael Collins in einer empty net Situation den Ko für diese Begegnung verpasst. Die Eisbären verlieren in dieser Saison erneut ihr Heimspiel gegen Ingolstadt, am 14. Oktober hieß es 1:3.

Weiter geht es im neuen Jahr, bereits am 2. Januar steht das nächste Heimspiel an, Gegner sind die Iserlohn Roosters.
Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga DEL
34. Spieltag 30.12.2018 16:30 Uhr
MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt 2:4 (1:1/1:0/0:3)

Torfolge
11. Min. 0:1 Michael Collins (Ville Kostinen) PP1
17. Min. 1:1 Jamie MacQueen (Jens Baxmann/Andre Rankel) EQ
22. Min. 2:1 Sean Backman (Micky DuPont/Marcel Noebels) EQ
51. Min. 2:2 Brett Olson (Patrick Cannone/Ville Kostinen) PP1
56. Min. 2:3 Darin Olver PP1
60. Min. 2:4 Michael Collins (Jerry D’Amigo/Fabio Wagner) empty net

Strafminuten
Eisbären 10
Ingolstadt 6

Gelungene Startphase

Der Berliner Profifußball bietet gerade eine hübsche Momentaufnahme. Die Alte Dame vom Olympiastadion hat nach neun Jahren mal wieder die übermächtigen Bayern besiegt und belegt punktgleich mit den Münchnern den Tabellenplatz 3. Eine Klasse tiefer legte der 1. FC Union eine gelungene Startphase hin.

Am Montag, 01.10. gelang in Ingolstadt der erste Auswärtssieg der Saison. Mit 2:1 wurde im Audi-Sportpark gewonnen. Nach der 1:0 Führung durch einen verwandelten Foulelfmeter, Schütze war Sebastian Andersson, gelang es diesmal, ein weiteres Tor nachzulegen. Der sehr agile Akaki Gogia traf in der 73. Minute zum 2:0. Zwar konnten die Ingolstädter durch einen Elfer, verwandelt durch den eingewechselten Stefan Kutschke, verkürzen. Es bleib beim verdienten Auswärtssieg. Vor allem in der ersten Hälfte boten die Eisernen ein fast perfektes Spiel. Ingolstadt fand nicht statt. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Schanzer in die Halbzeitpause. In der zweiten Halbzeit stand das Spiel im Zeichen der Abwehrreihen und Ingolstadt sah besser aus. Der 1. FC Union bleibt als einziges Team der 2. Bundesliga weiter ohne eine Saisonniederlage. Am kommenden Sonntag, 7. Oktober empfangen die Eisernen zum Abschluss der englischen Woche und vor der Länderspielpause den 1. FC Heidenheim.

Was ist passiert mit den beiden Berliner Proficlubs? Ohne eine stabile Abwehr gibt es keine Chance, oben mit zu spielen. Jedes Gegentor, dass verhindert wird, muss nicht erst aufgeholt werden. In sechs von bisher acht absolvierten Saisonspielen gelang dem 1. FC Union das erste Tor im Spiel. Lediglich beim Auswärtsspiel in Köln (1:1 am 2. Spieltag) mussten sie einen Rückstand aufholen. Mit nur sechs Gegentoren stellen die Eisernen aktuell die stärkste Abwehr. Bei der Alten Dame aus Charlottenburg ist es ähnlich. Die 1. Liga hat erst sechs Runden absolviert und sieben Gegentore hat Hertha dabei kassiert, drei Spiele (gegen Nürnberg, Schalke und zuletzt Bayern) wurden zu null gewonnen.

Stabilität in der Abwehr und ein verbesserter Spielaufbau mit mehr Tempo, da sind Verbesserungen erkennbar. Im defensiven Mittelfeld, der Schaltstation zwischen Abwehr und Angriff, konnten sich die Eisernen mit Manuel Schmiedebach qualitativ verbessern. Zusammen mit Grischa Prömel, der sich in bemerkenswerter Form befindet verfügen die Eisernen über ein defensives Mittelfeld, das in der Liga seinesgleichen sucht.

Mit Blick auf Hertha BSC ist ebenso das defensive Mittelfeld, besonders dabei die stabilen Leistungen von Arne Maier, hervorzuheben. Das erst 19jährige Eigengewächs hat alle sechs Saisonspiele über die volle Distanz absolviert. Dabei zwei Torvorlagen gegeben und seine Passquote liegt bei 88 Prozent. In der vergangenen Saison wurde er mit der A-Jugend der hertha Deutscher Meister. Gut, dass gelang seinen Vertrag im Februar bis 2022 zu verlängern.

Im Moment bieten sich rosige Aussichten für die Fans der Berliner-Profivereine. Die Saison ist noch lang und die Zielstellungen können jederzeit entsprechend korrigiert werden.

Hans-Peter Becker

Kantersieg für die Eisbären

Nach wie vor stehen einige bewährte Kräfte bei den Eisbären auf der Verletztenliste. Uwe Krupp konnte vier Sturmreihen und nur drei Verteidigungsreihen aufbieten. Die Gäste aus Ingolstadt konnten einen Verteidiger mehr aufstellen. Im Trainerstab der Bayern gab es Anfang November eine Veränderung. Tommy Samuelsson wurde wegen anhaltender Erfolglosigkeit entlassen, vorrübergehend hat Sportdirektor Larry Mitchell das Traineramt übernommen. Er sah seine Mannschaft nach 12 Minuten in Führung gehen, getroffen hatte Patrick McNeill. Die Eisbären gelang der Ausgleich noch im Anfangsdrittel. Der Topscorer, Sean Backman reagierte gedankenschnell bei einer unübersichtlichen Situation vor dem Tor und bugsierte den Puck über die Linie, so geschehen in der 16. Spielminute. Es war sein Treffer Nummer 14 in der laufenden Saison, mehr Tore hat bislang kein anderer DEL-Spieler geschossen.

Im Mittelabschnitt nahm das Unheil für die Gäste ihren Lauf. Die Eisbären nutzten gleich die erste Überzahlchance zur Führung. Jakob Berglund hatte mit der Schlussirene nach den ersten Drittel eine Strafe noch wegen Haltens kassiert. Der Torschütze für die Eisbären war Micky DuPont, der mit einen Schlagschuss den Puck im Tor versenkte. So geschehen in der 22. Minute. In der 31. Minute musste David Elsner auf die Strafbank und wieder überstanden die Gäste die Unterzahl nicht schadlos. Eine schnell vorgetragene Kombination schloss Jamie MacQueen mit dem dritten Treffer für die Eisbären ab. Ein Abwehrklops von Michael Collins, ließ  sich den Puck von James Sheppard klauen, brachte die deutliche 4:1 Führung für die Eisbären durch Nick Petersen. Jetzt war die Moral der Ingolstädter gebrochen. Im Schlussdrittel kassierten sie zwei weitere Treffer. MacQueen trug sich in der 51. Minute erneut in die Torschützenliste ein und nur 2 Minuten später hielt Daniel Fischbuch seine Kelle in eine Vorlage von Backman und machte das halbe Dutzend an Toren für die Eisbären voll.

War das erste Drittel noch ausgeglichen, so merkte man ab dem Mittelabschnitt den Gästen ihre Verunsicherung an. Seit nunmehr acht Spielen konnten die Ingolstädter keinen Sieg mehr erringen. Larry Mitchell war enttäuscht, so wie wir in der neutralen Zone operiert haben, war das eine Katastrophe.

Für die Eisbären geht es am Sonntag, erneut mit einem Heimspiel weiter. Zu Gast sind die Krefeld Pinguine.

Hans-Peter Becker

 

DEL 21. Spieltag
EHC Eisbären Berlin – ERC Ingolstadt 6 : 1
17.11.2017 19:30 Uhr MB-Arena Berlin
Zuschauer: 11.071

Torfolge
0:1 McNeill, Patrick (Laliberte, John, Elsner, David) , EQ, 11:26
1:1 Backman, Sean (Petersen, Nick, Sheppard, James) , EQ, 15:25
2:1 DuPont, Micki (Petersen, Nick, Olver, Mark) , PP1, 21:13
3:1 MacQueen, Jamie (Baxmann, Jens, Buchwieser, Martin) , PP1, 32:25
4:1 Petersen, Nick (Sheppard, James) , EQ, 34:11
5:1 MacQueen, Jamie (Olver, Mark, Wissmann, Kai) , EQ, 50:59
6:1 Fischbuch, Daniel (Backman, Sean, Richmond, Daniel) , EQ, 52:43

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (0, 0, 4)
ERC Ingolstadt: 6 (2, 2, 2)
20:00 Berglund, Jacob; 2 min. – Halten
30:27 Elsner, David; 2 min. – Haken
45:21 Richmond, Daniel; 2 min. – Übertriebene Härte
53:30 Mouillierat, Kael; 2 min. – Übertriebene Härte
53:30 Sheppard, James; 2 min. – Übertriebene Härte

Eisbären Berlin
1. Reihe Buchwieser, Martin – Olver, Mark – MacQueen, Jamie – Parlett, Blake – Richmond, Daniel
2. Reihe Fischbuch, Daniel – Busch, Florian – Noebels, Marcel – DuPont, Micki – Müller, Jonas
3. Reihe Petersen, Nick – Sheppard, James – Backman, Sean – Wissmann, Kai – Baxmann, Jens
4. Reihe Ziegler, Sven – Jahnke, Charlie – Adam, Maximilian
Tor Vehanen, Petri – Cüpper, Marvin
Trainer Uwe Krupp

ERC Ingolstadt
1. Reihe Collins, Mike – Olson, Brett – Braun, Laurin – Pelech, Matthew – Sullivan, Sean
2. Reihe Laliberte, John – Olver, Darin – Buck, Brandon – McNeill, Patrick – Friesen, Dustin
3. Reihe Mauldin, Greg – Mouillierat, Kael – Taticek, Petr – Kohl, Benedikt – Schopper, Benedikt
4. Reihe Elsner, David – Berglund, Jacob – Greilinger, Thomas – Swinnen, Dennis
Tor Pielmeier, Timo – Reimer, Jochen
Trainer Larry Mitchell

Wettkampf ist schöner – 1. FC Union startet in die neue Saison

Hans-Peter Becker Foto: Sportick

„Wir werden versuchen, in die 1. Liga aufzusteigen.“ Diese Äußerung des Präsidenten Dirk Zingler steht gewissermaßen als Motto über der bevorstehenden Saison für den 1. FC Union Berlin. Die Vorbereitung lief glänzend. Die Eisernen verloren nicht ein einziges Testspiel. Der Kader konnte verstärkt werden. Das Transferfenster ist ja noch geöffnet. Acht Profis verließen bis jetzt den Verein und sechs Neue wurden geholt.

Trainer Jens Keller hat auf einigen Positionen die Qual der Wahl. „Wir haben viele Positionen, wo es nicht einfach ist die Entscheidung zu treffen. Alle haben in der Vorbereitung gut mitgezogen, da gibt es mehrere Positionen und nicht nur die Torhüterposition, die vakant ist.“ Die größere Tiefe im Kader ist auch notwendig. Von Anfang an wollen die Eisernen ganz vorn dabei sein. Außerdem muss mit Verletzungen gerechnet werden. Die vergangenen vier Spielzeiten waren eher von einem Fehlstart gekennzeichnet. Die Ergebnisse der Vorbereitung sollten daher nicht zu hoch gehängt werden. „Ich habe schon einige Vorbereitungen erlebt, wo wir einiges gewonnen haben, dachten es geht so weiter und dann kam ein katastrophaler Ligastart. Wir sind gewarnt.“, so äußerte sich Steven Skrzybski nach dem Spiel gegen die Queens Park Rangers. Er war der Einzige, der beim letzten Test über die volle Spielzeit gehen musste, ab der 63. Minute wechselte der Trainer komplett durch. Auf der Torhüterposition hatte in Halbzeit 1 Jakob Busk gehalten und nach der Pause durfte sich Daniel Mesenhöler bewähren. Das Spiel endete im zweiten Anlauf – am Samstag zuvor musste es wegen eines Unwetters nach 13 Minuten abgebrochen werden –  mit 2:1 für die Eisernen. Damir Kreilach hatte Union in Führung gebracht. Kurz nach der Halbzeitpause sorgte Matt Smith für den Ausgleich. Die Entscheidung fiel durch einen von Philipp Hosiner verwandelten Foulelfmeter.

Mit dem Erstliga-Absteiger FC Ingolstadt wartet gleich ein ganz dicker Fisch am ersten Spieltag. Was den Saisonetat und den Marktwert des Kaders betrifft, so liegt die Mannschaft aus Bayern vor den Eisernen. Nach Lage der Dinge, ein ernsthafter Mitbewerber um die Aufstiegsplätze. Wäre ein anderer Gegner am 1. Spieltag besser gewesen ? Das ist egal meinte Jens Keller in der Pressekonferenz vor dem Spiel, „in einer Saison musste Du gegen jeden spielen.“ So einen richtigen Top-Favoriten gibt es wohl in dieser Spielzeit nicht. Eine Umfrage unter den Trainern ergab, dass von den 18 Befragten immerhin 10 Union Berlin zum Top-Favoriten erhoben. Die Erwartungen sind groß in der Mannschaft und dem Umfeld. Eine Situation, die Druck erzeugt, darüber dürfen Akteure nicht allzuviel nachdenken. In der Endphase der vergangenen Saison haben die Spieler genau diesen Fehler gemacht und nicht mehr mit Herz gespielt, wie sich Jens Keller ausdrückte.

Eine schwere Kader-Entscheidung hat er bereits getroffen. Jakob Busk ist die Nummer 1 im Tor. Daniel Mesenhöler wird aber auf jeden Fall im Pokal das Tor hüten. Am Schluss haben wirklich nur Nuancen den Unterschied ausgemacht. Die zuletzt angeschlagenen Stephan Fürstner und Kristian Pedersen konnten mittrainieren und stehen wohl zur Verfügung.

Ein Sieg am 1. Spieltag in der 2. Liga gelang dem 1. FC Union zuletzt am 7. August 2009. Als Aufsteiger wurde bei Rot-Weiss Oberhausen mit 3:0 gewonnen. Ganz so ungünstig, um etwas ähnliches zu wiederholen, stehen die Chancen nicht. Union konnte den Kader verstärken, hatte keine namhaften Abgänge und verfügt daher über eine eingespielte Mannschaft. Die Ingolstädter dagegen müssen eine neue Mannschaft formieren, neue Spieler und eine Systemumstellung. Leicht wird es nicht, Ingolstadt hat sechs Testspiele absolviert, die Bilanz: 2 Unentschieden und 4 Siege.

Etwa 1.000 Fans werden den 1. FC Union Berlin als Schlachtenbummler begleiten.
Das Spiel gegen die Schanzer beginnt am Samstag um 13:00 Uhr im Audi-Sportpark in Ingolstadt.

Hans-Peter Becker

Eisbären siegen und machen die Playoffs klar

Macht sie alle und schießt sie aus der Halle, bis zur 14. Spielminute sah es tatsächlich danach aus. Sage und schreibe 3 Eisbären-Tore gab es bis dahin zu bejubeln. Florian Busch begann den Tor-Reigen in der 6. Minute. Eine Strafzeit für die Ingolstädter war gerade abgelaufen, da passierte es dann doch, der erste Torschrei hallte durch die Arena. Ein Doppelschlag in der 13. und 14. Spielminute sorgte für den Zwischenstand von 3:0 für die Eisbären. Die Torschützen waren Daniel Fischbuch mit einem sehenswerten Alleingang und etwa eine halbe Minute später hämmerte Charles Linglet den Puck in die Maschen. Ingolstadts Torhüter Marco Eisenhut wurde geschickt die Sicht genommen. Die Schiedsrichter benötigten den Videobeweis, um die Gültigkeit des Treffers zu bestätigen. Das dauerte seine Zeit, es schien, als hätte diese Pause die Eisbären aus dem Rhythmus gebracht. Die Ingolstädter erzielten schnell den Anschlusstreffer durch Thomas Greilinger in der 15. Spielminute. Sie konnten frei aufspielen es ging für das Team aus Bayern um nichts mehr. In der 19. Minute brachten sie sich wieder zurück in das Spiel. Die Eisbären gestatteten ihnen den Anschlusstreffer zum 2:3. Mit diesem Zwischenstand ging es in die erste Drittelpause.

Florian Busch eröffnete den Torreigen, insgesamt fielen 9 Treffer. Foto: Stefan Wenske

Der Mittelabschnitt geriet zu einem Wechselbad der Gefühle. In der 32. Minute checkte Louis-Marc Aubry seinen Ingolstädter Gegenspieler Patrick Mcneill hart in die Bande, der verlor dabei seinen Helm und verletzte sich. Die Folge war eine 5+Spieldauerdisziplinarstrafe für den Neuzugang der Eisbären. Die anschließende fünfminütige Überzahl nutzte Ingolstadt für den Treffer zum 3:3 Ausgleich. Mit diesem Pari-Stand ging es in das letzte Spieldrittel. Es blieb spannend bis zum Schluss. In der 40. Minute brachte Darin Olver die Eisbären wieder in Führung. Anschließend blieben gute Chancen ungenutzt und dann passierte es, ein schräges Ding landete im Eisbären-Tor. In der 52. Minute hatte Patrick Mcneill – mit der etatmäßigen Nummer 2 auf dem Trikot, spielte nach der Behandlungspause mit der 27 weiter – einen Schuss in Richtung Vehanen abgefeuert. Wieder Gleichstand, es war zum verrückt werden. Sie brachten den Sieg, die Eisbären. In der 57. Minute rettete Petri Vehanen mit einem Monstersafe gegen Ex-Eisbär Petr Pohl. Eine gute Minute später brachte Marcel Noebels den Puck im Tor unter. Die verbleibenden letzten zwei Spielminuten mussten die Eisbären in Unterzahl absolvieren. Daniel Fischbuch bekam ein Halten angekreidet. Ingolstadt nahm den Torwart vom Eis. 6 Ingolstädter schafften es glücklicherweise nicht mehr, erneut auszugleichen. Mit dem Sieg, verbunden mit 3 Punkten sicherten die Eisbären die Teilnahme an den Pre-Playoffs. Da Bremerhaven und Straubing verloren, kletterten die Eisbären auf Platz 8 der Tabelle. Mit einem Sieg nach 60 Minuten am letzten Spieltag über Iserlohn wäre Platz 8 und das Heimrecht, wenigstens in der 1. Runde, gesichert.

Hans-Peter Becker

 

Stimmen

Tommy Samuelsson (Trainer ERC Ingolstadt)

„Berlin hat verdient gewonnen. Wir haben ganz gut begonnen, aber Berlin hat die Tore geschossen. Im 2. Drittel war Vehanen besser, man hat gemerkt, dass Berlin unbedingt gewinnen wollte.“

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin)

„Kompliment an meine Mannschaft, nach dem 1:0 haben wir sehr gut gespielt, es war vielleicht unsere beste Phase der gesamten Saison. Am Sonntag geht es weiter, mit dem nächsten wichtigen Spiel.“

Spieldaten

Ort MB Arena Berlin

24.02.2017 19:30 Uhr

Zuschauer 13.726

Schiedsrichter Daniel Piechaczek, Stephan Bauer

Endstand 5:4

Drittelergebnisse 3:2/0:1/2:1

Strafminuten

Eisbären 27

Ingolstadt 4

 

Eisbären Berlin

Tor Vehanen, Petri – Cüpper, Marvin

1. Reihe Tallackson, Barry – Talbot, Julian – Noebels, Marcel – Müller, Jonas, – Roach, Alexander

2. Reihe Fischbuch, Daniel – Aubry, Louis-Marc – Busch, Florian – Braun, Constantin – Wissmann, Kai

3. Reihe Petersen, Nicolas – Olver, Darin – Linglet, Charles – Gervais, Bruno – Hördler, Frank

4. Reihe Machacek, Spencer – Wilson, Kyle – Braun, Laurin – Baxmann, Jens

Trainer Uwe Krupp

 

ERC Ingolstadt

Tor Eisenhut, Marco – Pielmeier, Timo

1. Reihe Jacques, Jean-Francois – Bulmer, Brett – Salcido, Brian Köppchen, Patrick

2. Reihe Svensson, Björn – Pielmeier, Thomas – Wagner, Fabio – Schütz, Simon

3. Reihe Laliberte, John – Buck, Brandon – Irmen, Danny – Mcnell, Patrick – Friesen, Dustin

4. Reihe Greilinger, Thomas – Taticek, Petr – Pohl, Petr – Schopper, Benedikt

Trainer Tommy Samuelson

Eisbären brauchen noch Punkte für pre-playoff Teilnahme

Die Eisbären Berlin hatten am vergangenen Montag erfreuliches zu verkünden. Der Partner aus Los Angeles, will helfen, dass die Eisbären wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Wäre es zu dieser Maßnahme gekommen, wenn die Eisbären 2 Spieltage vor dem Abschluss der Hauptrunde die Qualifikation für das playoff Viertelfinale bereits sicher gehabt hätten ? Es stehen noch 2 Heimspiele für die Eisbären an, am Freitag gegen Ingolstadt und am darauffolgenden Sonntag kommt Iserlohn in die Arena am Ostbahnhof. Für Iserlohn geht es – und das gilt genauso für Schwenningen und Krefeld – nur noch um die sprichwörtliche „goldene Ananas“. Für diese 3 Teams beginnt am Sonntag nach dem Spiel bereits die Sommerpause.

Während 6 Mannschaften die Plätze im Viertelfinale fest gebucht haben, müssen 3 Teams noch was tun, um an der Qualifikation, sprich pre-playoffs, teilnehmen zu können. Diese 3 Teams belegen in der Tabelle die Plätze 8 bis 10, Chancen ausrechnen darf sich zusätzlich Düsseldorf auf Platz 11. Ingolstadt steht unverrückbar auf Platz 7 und spielt auf jeden Fall in den pre-playoffs. Der Gegner könnte Eisbären Berlin heißen. Bei einem Sieg der Eisbären am 51. Spieltag über Ingolstadt in der regulären Spielzeit wäre die Qualifikation sicher und sollte es bei dem 10. Platz bleiben, wäre Ingolstadt der Gegner in den pre-playoffs. Die Düsseldorfer wären draußen und könnten sich eigentlich sofort dem Karneval widmen. 65 Punkte würden genügen für Platz 10, in den pre-playoffs gäbe es nur ein Heimrecht. Vorausgesetzt, die Eisbären holen sich die 6 Punkte, wäre mit Schützenhilfe Platz 8 im Bereich des möglichen. Das würde immerhin das erste Heimrecht bedeuten. Es ist spannend bis zum Schluss, sollten keine mehr hinzukommen und Düsseldorf 6 Punkte holen, wären die Eisbären draußen. An dieses Szenario denkt sicherlich niemand in Berlin, vielmehr besteht die Hoffnung, dass mit einem Sieg, verbunden mit 3 Punkten am Freitagabend alles geregelt ist. Vielleicht springt am Ende ja mehr als lediglich Platz 10 heraus.

Hans-Peter Becker