BBSC ohne sechs Spiel vier

Mit einem erfolgreichen Wochenende trotz widriger Bedingungen geht der BBSC in die Schlussphase der Liga. Einer Heimniederlage gegen den Tabellenfünften Emlichheim mit 1:3 (25,-24,-19,-16) am Samstagabend folgte am Sonntagnachmittag ein etwas unerwartet klarer 3:0 Sieg gegen den ETV Hamburg (18,22,17).

Die Berlinerinnen gingen ohne sechs Stammspielerinnen in den Doppelspieltag. Verletzungen und Corona hatten einträchtig dafür gesorgt, dass außerhalb des Mottos „Macht das Beste daraus“ nicht viel Spielraum bestand. Der Verein behalf sich mit drei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft: Alina Gottlebe-Fröhlich, Linda Bröske und Samantha Gneckow unterstützten das Zweitliga Team. Alina und Linda ist das Spielgeschehen in der 2. Bundesliga aus früheren Jahren durchaus gut bekannt, wenngleich die Zweitligaeinsätze Lindas noch im KSC-Trikot erfolgten. Der während der Spiele kaum zu verändernde Stammsechser definierte sich leicht über die vorhandenen einsatzfähigen Kräfte mit Vogel (Z), Grätz und Gottlebe-Fröhlich (AA), Lutz (Diagonal), Haferkamp und Bröske (MB) sowie Morgenroth (L).

Im Spiel gegen den SC Union Emlichheim entwickelte sich zunächst ein selten gesehenes Spiel mit außergewöhnlich vielen Ablegebällen durch den Berliner Angriff – zunächst sehr erfolgreich, doch gegen Ende des zweiten Satzes bekam die Emlichheimer Abwehr die Berliner Aktionen in Griff, stellte sich darauf ein und fischte die Angriffe gekonnt weg. Im gleichen Moment, in dem sich die Gäste-Abwehr auf die Berliner Angriffe eingestellt hatte, funktionierte dann auch die Annahme bei den Gästen und das nachfolgende Spiel über die Mittelblockerinnen bestens. Immer wieder wurden diese von der Zuspielerin mit kurzen Bällen in Szene gesetzt und punkteten zuverlässig. Das junge Team von der niederländischen Grenze überzeugte im folgenden mit einem kämpferisch starken, aber auch taktisch cleveren Spiel. Die Berlinerinnen bissen sich im dritten und vierten Satz an Block und Abwehrarbeit der Grafschafter die Zähne aus, während sie den Angriffen gerade über den Mittelblock trotz allem großartigen Einsatz wenig entgegenzusetzen hatten. Trainer Schröter analysierte: „Zwei Sätze konnten wir in diesem abwehrlastigen Vergleich die Mittelblockerinnen aus dem Spiel halten, dann setzte sich die Klasse der Gäste durch.“

Die MVP-Ehrungen des Samstags gingen an Paula Morgenroth (BBSC) sowie Ina Gosen (Emlichheim).

Nach dem kräftezehrenden Samstagspiel stellte sich die Frage, wie das Team nur 21 Stunden später gegen Hamburg auftreten kann. Ein völlig anderes Spiel eröffnete sich den Zuschauern gegen den ETV. Die Gäste – im Aufgebot auch noch durch Corona Fälle gekennzeichnet – fanden während des Spiels nie in den Rhythmus und die Sicherheit, die ihnen einen Spielerfolg gebracht hätte. Immer wieder individuelle Fehler und Unsicherheiten von Annahme bis Angriff brachten letztendlich den Spielvorteil auf die Berliner Seite. Bei den Aufschlägen schafft es der BBSC, die Annahme so unter Druck zu setzen, dass die Gäste eher über die besser zu verteidigenden Außenpositionen angreifen mussten. Die Berliner Abwehr hatte sich nach dem Samstagspiel auch im Zusammenspiel noch einmal deutlich stabilisiert und war besser abgestimmt, die Angriffe wurden über alle Positionen und immer wieder so druckvoll vorgetragen, dass Hamburg keine Antwort mehr fand.

Trainer Schröter sah das Spiel als „schönen Abschluss eines kräftezehrenden Wochenendes“ an und betonte, unter welch ungünstigen personellen Voraussetzungen das Team gespielt habe. „Für alle Mitwirkenden: Vier Sätze unter diesen Bedingungen geholt, das ist schon eine starke Leistung!“

Die MVP-Medaillen des Sonntags gingen an Antonia Lutz (Berlin) sowie Jana-Marie Meiser (ETV).

Für den BBSC geht es am kommenden Sonntag in Leverkusen in der Liga weiter, ehe am 9. April die Wildcats Stralsund in Berlin aufschlagen.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Samantha Gneckow, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Linda Bröske, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Der erhoffte Sturz des Hertha-Präsidenten

Heute ist am 21. März 2022 ein besonderer Tag für mich und Hertha BSC. Ich schlage gleich mehrere Zeitungen und Zeitschriften auf und lese in großen Lettern, dass es Herthas Präsidenten Werner Gegenbauer an den Kragen gehen soll. Es scheint eine Genugtuung für viele Menschen zu sein. Über meine Mutter steht nichts in den Gazetten. Es ist die Wiederkehr ihres Todestages vor 39 Jahren. Ich denke gern an sie zurück. Mit Hertha allerdings hatte ich bekanntermaßen so meine Sorgen, konnte mir nicht vorstellen, dass ein Journalist auf Lebenszeit von einem Verein suspendiert werden kann. Im Grunde hatte ich nichts Schlechtes getan, sondern nur seinen Präsidenten kritisiert und wie sich nun herausstellen könnte, völlig zu Recht.

Vereinsfreunde öffneten mir die Augen: „Du bist der Einzige, der bei Hertha noch seine Meinung offen sagen kann. Dir kann Gegenbauer existenziell nichts mehr anhaben!“ Aber, ich war zu schwach, um mich mit ihm erfolgreich anzulegen. Dennoch war ich in den letzten Jahren derjenige, der sich den Mund nicht verbieten ließ. Unter der Hand wurde geflüstert, der schwerreiche Präsident half so manch existenziell Bedrohten in schwierigen Situationen. Die Vorstellung, ich hätte finanzielle Überlebenshilfen bekommen, wäre es dann möglich gewesen gegen den Unterstützer und Förderer Fakten zu recherchieren und zu veröffentlichen? Abhängigkeiten werden aktuell zur Genüge diskutiert. Ich war zum Glück nicht abhängig.

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto Sportick

Ich hoffte jedoch, meine und die Zeit der Kritiker wird kommen. In meinen letzten Beiträgen wies ich immer wieder darauf hin, die Geschichte mit Lars Windhorst und Werner Gegenbauer kann auf Dauer nicht gutgehen. Mir war zugetragen worden, dass es in jeder Berliner Sportredaktion und selbst im Verein Hertha BSC Geschädigte mit Wut im Bauch gab, die nur auf den richtigen Moment gehofft haben. Sie schlossen mit sich selbst ein Stillhalteabkommen. Ich frage mich, kann Gegenbauer den anstehenden Machtkampf mit seinem Geld gewinnen. Er muss es doch gar nicht. Ab in die Schweiz, die Füße hochgelegt und den Lebensabend genießen. Von der Macht besessene Menschen können das wohl nicht.

Genau das ist der Punkt, den der Investor Lars Windhorst betont. Gegenbauer ginge es in erster Linie nicht um den Verein, sondern um seinen Machterhalt. Das hörte ich bereits früher aus dem Präsidium. Nur waren die Herren waren nicht im Besitz von 64,7 Prozent der Anteile an der Hertha BSC KGaA. Gegenbauer wurde im Herbst 2020 mit nur 54 Prozent der Stimmen als Vereinsboss knapp wiedergewählt. Zitiert sei hier Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter, dass auf der Mitgliederversammlung im Mai „sicher etwas passieren“ müsse. Die Fragen, die seitens des Investor Windhorst an Gegenbauer gestellt wurden, wo das Geld, die 375 Millionen Euro, in so kurzer Zeit geblieben ist, seien unbeantwortet geblieben. Dazu kurz und bündig Fredi Bobic: „Das Geld ist weg“!  

Windhorst möchte auf die positiven Effekte eines Neustarts setzten. Für diesen “Neustart brauchen wir auch an der Spitze und deren Gefolgsmänner geeignete Kandidaten.“ Von einem neuen Boss macht Windhorst zudem weitere Finanzspritzen abhängig. Der Hertha-Präsident müsse gestürzt werden. Die Zusammenarbeit mit Werner Gegenbauer erklärt Lars Windhorst für sich selbst als beendet. In den entsprechenden Gremien wird er sich vertreten lassen.

Christian Zschiedrich

Eisbären gewinnen das Bärenduell

Die Siegesserie der Eisbären war unter Woche in Augsburg gerissen und seit dem 27. Februar hatte es kein Heimspiel mehr in der Arena gegeben. Vor 8.000 Zuschauern empfingen die Eisbären die Grizzlys aus Wolfsburg.

Beide Teams konnten mit vier Sturmreihen antreten und so hatten die Torhüter einiges zu tun. Bei den Eisbären stand wieder Mathias Niederberger im Tor, während bei den Gästen Chet Pickard den Vorzug bekam. Ihm unterlief in der 37. Minute ein Missgeschick, als er einen eher harmlosen Schuss von Johan Södergran durch die Schoner rutschen ließ. Zuvor waren die Eisbären bereits zweimal erfolgreich gewesen. In der 9. und der 35. Spielminute trafen Zachary Boychuk und Kevin Clark. Nach der 3:0 Führung konnten die Eisbären-Fans dann ihre Schmäh-Gesänge „und morgen wieder Frühschicht bei VW“ anbringen.

Im Schlussabschnitt bleiben die verstärkten Bemühungen der Gäste vergebens. Es wollte einfach nicht klappen mit einem Torerfolg. Entweder war es der glänzend aufgelegte Niederberger oder es fehlten die berühmten Zentimeter. Selbst fünf Überzahlspiele halfen nicht. Gut sechseinhalb Minuten vor dem Spielende nahm Gästetrainer Michael Stewart seinen Goalie vom Eis. Als Stadionsprecher Uwe Schumann den Beginn der letzten zwei Spielminuten verkündete, stand es noch immer 3:0 für die Eisbären.

Exakt 90 Sekunden vor der Schlusssirene gelang es den Grizzlys Niederberger zu überwinden. Der Torschütze war Tyler Gaudet. Der Wolfsburger lieferte sich wenig später einen Faustkampf mit Eisbärenverteidiger Ellis Morgan. Anschließend war es dann vollbracht und der 3:1 Heimsieg der Eisbären eingetütet.

Eisbärenverteidiger Jonas Müller absolvierter sein 400. DEL-Spiel und alle natürlich für die Eisbären und was passte besser dazu, als ein Heimsieg.

Hans-Peter Becker

Wasserfreunde – Nachholspiel in Schöneberg

Das vergangene Wochenende (12./13. März) hat zwar den 14. Spieltag der Hauptrunde der Achter-Gruppe A in Deutschlands höchster Wasserball-Liga erlebt, nach den vorsaisonalen Terminplänen deren letzter. Allerdings endet das obligate Vorspiel für die Playoffs und die Abstiegsrunden damit nicht wie üblich. Stattdessen wird es munter fortgesetzt, denn nach vielen Ausfällen, Nachholpartien und Verschiebungen kann nach dem vermeintlichen „Ende“ eben kein „Endstand“ (kein Hauptrundensieger etc.) vermeldet werden.

Die aktuelle Bilanz lautet so: 1. Waspo Hannover 22:2 Punkte (12 von 14 Spielen), 2. Spandau 04 20:0 (10/14), 3. ASC Duisburg 18:8 (13/14), 4. SV Ludwigsburg 12:12 (12/14) – danach folgen White Sharks Hannover, SG Neukölln, SSV Esslingen und der OSC Potsdam. Allein die oben genannten Zahlen unterstreichen, wie groß das Reservoir der „Nachholspiele“ ist. Auch das Spitzenspiel zwischen Waspo und den noch minuspunktfreien Spandauern gehört dazu. Dieses Spiel ist bereits vor einiger Zeit auf den 5. April in Hannover terminiert worden. Erst danach wird feststehen, wer als Erster in die Meisterschaftsplayoffs geht.

Davor aber stehen noch eine Reihe weiterer Nachholpartien bei allen Teams auf dem Programm. Für Spandau geht es bereits am Dienstag weiter, wenn man in Schöneberg als Gast bei der SG Neukölln antritt, die mit 3:15 Punkten aus neun Spielen auf Liga-Platz 6 zwischen Himmel und Hölle (minimale Playoff-Chancen und reale Abstiegsgefahr) schwebt. Das Spandauer Team um Trainer Petar Kovacevic wird ohne seine Nationalspieler antreten, die am selben Tag das Weltliga Spiel Deutschland gegen Frankreich in Hamburg (Spielbeginn 18:00 Uhr in der Schwimmhalle Am Inselpark) bestreiten werden.

Spandau 04 kann zwar mit einem weiteren Sieg gegen den Ortsrivalen nun wieder die Liga-Spitze übernehmen – aber das ist nur eine Momentaufnahme. Denn die Hauptrunde ist zwar irgendwie beendet, aber sie geht irgendwie auch weiter …

Quelle: Wasserfreunde Spandau 04/Peter Röhle

Felix Magath findet Zustimmung in Berlin

Selbst jetzt wird mir immer noch und immer wieder nachgesagt, sehr kritisch zu sein. Dem Nachfolger von Tayfun Korkut und zu der Verpflichtung von Felix Magath bis Saisonende werde ich keine negative Silbe zu Papier bringen. Ich bin sogar überzeugt, Hertha braucht jetzt so einen Typen als Trainer wie Felix Magath. Es ist müßig, die Erfolge des ehemaligen Meistertrainers aufzuführen. Auch Korkuts Bilanz des Schreckens in 105 Tagen, die Niederlagenserie, nicht ein einziges Ergebnis sei genannt. Hier geht es auch nicht um immense Erfahrung in dem Job. Die hatte OTTO Rehhagel auch. Der arme Otto hatte sich am Ende seiner Karriere einen besseren Abgang in der Hauptstadt versprochen. Doch es war der Abstieg.

Meine Frau fragte mich belustigend, „warum nehmen die Dich nicht?“ Wenn es einer schafft, dann ist es Felix im Volksmund auch „Quälix“ genannt. Ja, der konnte schon Spieler quälen und auf Vordermann bringen. Lachend belehrte ich sie, „Felix könnte mit meinen 84 Jahren mein Sohn sein“. Das sollen 16-jährige in der Tat schon geschafft haben.

Felix, der 68jährige, so las ich im Internet, habe heute um 9.00 Uhr zu einem ersten lockeren Lauftraining geladen. Dazu verriet ein Foto wo? Am Fuße eines hohen Berges mit Schnee zum Gipfel! Ein Fan belehrte: „Zu human!“ Dem Anhang schwebt vielleicht von früher noch vor, dass Quälix harte Trainingseinheiten mit Medizinbällen der Mannschaft abverlangte. Er wird schon wissen, was er sich (!) und dem Team antut. Viel Zeit bleibt nicht.

Vielleicht hat Sebastian Hoeneß am kommenden Spieltag mit der TSG Hoffenheim Erbarmen mit seiner Hertha, aus der er hervorgegangen ist. Wenn auch nur aus der Reserve. Nach Hoffenheim folgen auswärts Leverkusen

Dem Ruf nach könnte man annehmen, Felix Magath sei ein Poltermensch. Das stimmt überhaupt nicht. Ich habe im menschlichen Umgang nur Gutes mit ihm erlebt. Sowohl in der Bereitschaft, auch nach einer Niederlage, ein Interview zu geben oder aber in Pressekonferenzen auf kritische Fragen sehr sachlich zu antworten.  

Die Spieler müssen in den verbleibenden acht Spielen noch laufen können. Nach Lage der Dinge wird plötzlich auch an der Qualität der Spieler gezweifelt. Dazu schreibt ein Fachblatt, es rumore hinter den Kulissen. Bezeichnend sei der Abgang von Arne Friedrich und der Name Lars Windhorst wird immer wieder genannt. Und Geld sei auch nicht mehr vorhanden. Wurden da nicht ein paar namhafte Spieler verkauft oder verliehen?

Christian Zschiedrich   

BR Volleys – Playoff-Auftakt nach Maß

Mit einem souveränen 3:0-Heimerfolg (25:17, 25:13, 25:19) sind die BR Volleys am Sonntag, 13. März in die Bundesliga-Playoffs 2022 gestartet. Die Berliner ließen gegen stark ersatzgeschwächte, aber tapfer kämpfende Helios Grizzlys Giesen zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Ausgang dieses ersten Spiels der „best of three“-Serie aufkommen. Am Samstag kann man damit in Hildesheim bereits das Halbfinal-Ticket buchen, doch zuvor wartet das Rückspiel in der K.o.-Phase der Champions League am Mittwoch (16. Mrz um 18.30 Uhr) gegen Itas Trentino in der Max-Schmeling-Halle.

Nachdem der Tabellensechste WWK Volleys Herrsching am Vorabend mit einem 3:2-Auswärtssieg beim VfB Friedrichshafen für die erste Überraschung dieser Playoffs sorgte (3:2), waren die BR Volleys gewarnt und wollten nicht ebenfalls auf dem falschen Fuß erwischt werden. 2.524 Zuschauer im Volleyballtempel sahen Georg Klein anstelle von Nehemiah Mote beginnen. Während der Australier vor dem Königsklassen-Match am Mittwoch noch einmal eine Pause bekam, sollten Sergey Grankin, Benjamin Patch, Timothée Carle, Ruben Schott, Jeffrey Jendryk und Libero Santiago Danani im Rhythmus bleiben.

Die BR Volleys also gewissermaßen in Topbesetzung, der Gegner aus Giesen hingegen stark dezimiert: Die Grizzlys konnten mit lediglich acht Spielern anreisen. Es fehlten unter anderem Diagonalangreifer Colito und Mittelblocker Seybering, sodass mit Max Bödder ein Spieler der zweiten Mannschaft in der Startaufstellung stand. So hatten die Gäste gegen konzentrierte Hauptstädter von Beginn an einen schweren Stand. Ruben Schott gab seinem Team mit einer Aufschlagserie direkt Sicherheit (6:1). Die Berliner spielten in der Folge einen souveränen Auftaktsatz, auch weil Ben Patch in der heimischen Arena wieder einen sehr guten Tag erwischte und sieben seiner acht Angriffe im ersten Durchgang in Punkte umwandelte (9:4, 16:9, 21:14). Schott benötigte zwei Anläufe, um den ersten Satzgewinn perfekt zu machen (25:17).

Das Bild blieb in Satz zwei ein ähnliches. Sergey Grankin & Co übernahmen früh die Kontrolle und diktierten mit sicherer Annahme und gutem Angriffsspiel das Geschehen (11:3). Der Leichtigkeit und Spielfreude gaben Grankins Zuspiel-Trick und das anschließend verschmitzte Grinsen Ausdruck (18:9). Giesen konnte ohne große Wechseloptionen den Lauf der Gastgeber nicht stoppen und so war der Gewinn von Durchgang zwei nur eine Frage der Zeit (25:13). Cedric Enard hatte bereits zum Ende des zweiten Satzes Marek Sotola ins Spiel gebracht, der dauerhaft auf der Platte blieb. Zwar hatten die Grizzlys um ihren Topscorer Stijn van Tilburg in Durchgang drei noch einmal mehr entgegenzusetzen (5:7), doch die BR Volleys beseitigten schnell aufkommende Fragezeichen. Der Tscheche Sotola war bester Punktesammler in diesem Durchgang und Außenangreifer Schott in allen Elementen weiterhin eine Bank (10:10, 14:11, 21:16). Nach eineinhalb Stunden Spielzeit verwandelte Klein den Matchball für die Berliner (25:19), die damit noch einen weiteren Sieg für den Halbfinaleinzug benötigen.

Stimmen zum Spiel
Marek Sotola: „Ich glaube, das war der Start, den wir uns erhofft hatten. Eine gute Leistung vor 2.500 Zuschauern gibt uns die nötige Sicherheit für die kommenden Spiele. Giesen war durch Corona und einige Ausfälle sichtbar geschwächt. Das zweite Spiel in deren Halle und vor vielen Fans wird am Samstag deutlich schwieriger. Jetzt fiebern wir aber alle dem Match am Mittwoch entgegen. Meine Familie und Freunde reisen extra aus Tschechien an, insgesamt neun Personen. Ich hoffe, wir können ihnen und uns ein großes Spiel bescheren.“

Georg Klein: „Giesen hat mit dem schmalen Aufgebot von nur acht Spielern das Möglichste getan. Aus unserer Sicht war wichtig, diesen Gegner konsequent unter Kontrolle zu halten. Das ist uns gut gelungen und deshalb können wir zufrieden sein. Ich konnte heute meinen Job machen und Nemo noch einmal eine Pause verschaffen, sodass er und wir als gesamtes Team am Mittwoch in bestmöglicher Verfassung gegen Trento antreten können.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Georg Klein und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Marek Sotola, Matthew West, Cody Kessel

Topwerte
Schott 13 Punkte, 2 Asse, 65 % Angriffsquote | Patch 10 Punkte, 77 % Angriffsquote | Jendryk 8 Punkte, 3 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Berliner Profifußball blieb sieglos

Gehen wir chronologisch vor. Das zurückliegende Fußballwochenende eröffnete Drittligist Viktoria am Freitagabend, 11. März, unter Flutlicht im Jahnsportpark mit dem Spiel gegen die 60er aus München. Vor der stattlichen Kulisse von 3.398 Zuschauern erwischten die Gäste den besseren Start und gingen bereits nach knapp drei Minuten in Führung. Es war ja die Heimspielpremiere für Farat Toku, den neuen Cheftrainer der Viktoria. Die Spielerbank wurde gewechselt und an der taktischen Ausrichtung gefeilt. Leider hatte das sehr frühe Gegentor den Matchplan schnell zu Makulatur werden lassen. Die Gäste schnuppern noch am möglichen Aufstieg. Sie nahmen verdient alle drei Punkte mit nach München. Viktorias Chancen auf den Klassenerhalt sind weiter intakt. Allerdings müssen dafür Siege her. Die nächste Gelegenheit bietet sich dafür bereits am Mittwoch, 16. März, wieder im Jahnsportpark, zu Gast ist der FSV Zwickau und sie sind ebenso abstiegsgefährdet.

Einen Tag später empfing in der Bundesliga der 1. FC Union den VfB Stuttgart und musste spät, erst in der Schlussminute den Ausgleich hinnehmen. „16.509 Teilnehmer im Stadion An der Alten Försterei“ vermeldete die offizielle Presseaussendung der Eisernen. Eine Hilfe für den Lokalrivalen aus Charlottenburg war es nicht, den im Abendspiel blieb Hertha in Gladbach ohne Punkte. Es kam wie es kommen musste, die Gesetze der Branche schlugen zu. Nach dem Schlusspfiff auf dem Bökelberg wusste Tayfun Korkut, dass er sich einen neuen Verein suchen muss.

Während diese Zeilen geschrieben werden, stellt sich sein Nachfolger in einer Pressekonferenz vor. Otto Rehhagel ist jetzt wirklich zu alt und findet in Felix Magath hoffentlich nicht seinen Nachfolger. Er konnte damals den Abstieg, trotz Gerichtsprozess, nicht verhindern. „

Wie kam Bobic eigentlich auf Magath, den wenige auf dem Zettel hatten? „Mit diesem Gedanken habe ich schon länger gespielt. Das ist auch die Sorgfaltspflicht gegenüber dem Arbeitgeber, dass ich mir immer Gedanken machen muss, was könnte sein, wenn …“ Bobic müsse auch nicht „den typischen Reflexen folgen“, sondern auch der Intuition und seiner Erfahrung.“

Hertha ist ja noch nicht abgestiegen, trotzdem, wer ist in dieser Situation bereit das Amt zu übernehmen? Doch nur ein Trainer, der alles für sich schon erreicht hat, nicht mehr an seine berufliche Zukunft denken muss. Selbst wenn es nicht gelingen sollte, Hertha absteigen muss, Felix Magath bleibt Felix Magath. Da kann man nur gutes Gelingen wünschen. Es ist auch eine Maßnahme von Fredi Bobic , die passen muss, sonst ist sein Projekt gescheitert.

Hans-Peter Becker

Eisbären mit beeindruckender Siegesserie

Trotz Corona- und Verletztenmisere aktuell scheint es, als wären die Eisbären nicht zu stoppen. Ihre letzte Niederlage datiert vom 16. Januar, die Partie in Mannheim ging knapp mit 3:4 verloren. In der Neuauflage am Freitag, 11. März, gewannen sie mit 4:0. Tobias Ancicka im Tor der Eisbären bot eine starke Leistung und feierte seinen zweiten Shutout in dieser Saison.

Nur zwei Tage später siegten die Eisbären erneut. In einem hart umkämpften Spiel verließen sie in Schwenningen mit einem 3:2 Sieg das Eis. Es war Sieg Nummer sieben in Folge. Diese Serie wird wohl in der laufenden Spielzeit von keinem anderen Team mehr zu toppen sein. Die bisher längste Siegesserie in der DEL behaupten die Kölner Haie. In der Saison 1995/96 blieben sie in 15 Spielen nacheinander ungeschlagen.

Am Dienstag, 15. März, müssen die Eisbären erneut auswärts bei den Augsburger Panther ran. Mal sehen, ob die Siegesserie hält.

Bemühungen der Alten Dame

Am 25. Spieltag lieferte Hertha gegen Frankfurt eine desolate Leistung ab, nach dem Motto: Eine Mannschaft wird gesucht! Die Fans der Hertha verstehen die Welt nicht mehr und haben den dritten Abstieg vor Augen. Auf dem Relegationsplatz ist die Alte Dame bereits gelandet und in Gladbach geht es weiter dem Abgrund entgegen.

Im Vergleich der 1:4-Pleite von Hertha BSC sah ich mir die Partie des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach an. Auch wenn die 2:0 Führung der Gladbacher am Ende nicht reichte, das Spiel mit 2:3 verloren ging – ich war begeistert und das von beiden Mannschaften. Da wurde ja richtiger Fußball gespielt! Ein Angriff nach dem anderen, hüben und drüben. Die Leidenschaft übertrug sich auf Publikum. Der VFB (rückte bis auf einen Punkt an Hertha ran) war der um ein Tor Glücklichere gegen Gladbach.

Kann Hertha das nachmachen? Theoretisch jedenfalls, da sollte in Gladbach mal eine Berliner Mannschaft auflaufen, konzentriert zur Sache gehen und bis zum Umfallen kämpfen. Wenn schon, dann mit wehenden Fahnen untergehen. Hertha sei wach geworden und habe den Ernst der Lage erkannt und begriffen. Gefordert ist in Fußballsprache: „Ihr Spieler müsst Gras fressen“. Allein darauf darf man gespannt sein.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert © Foto Sportick

Ein Dampfer unter Schnellbooten sein! Das ist im Moment alles, was ich über den Gründungsdampfer Hertha schreiben will, denn die Alte Dame hat momentan ganz andere Sorgen. Erwähnt werden soll trotzdem, dass Hertha als Hauptstadtclub immer potente Unterstützer und Förderer hatte. Ein Beispiel ist der Berliner Unternehmer Christian Wolter. In den Zeiten als sein Sohn in der Hertha-Jugend spielte, war er ein großzügiger Sponsor für den Nachwuchs. Als er in den Vorstand gewählt wurde, setzten sich die Bemühungen fort. Er wollte dem Club helfen, zu Besserem, unterstützen und zu gestalten. Wie konnte er nur, fiel dabei in Ungnade, durfte es nicht und erlitt letztendlich abgestraft das gleiche Schicksal wie Jörg Thomas, der sich ebenso um die Amateure kümmerte.

Hertha BSC hätte in der Tat besser geführt werden müssen und ob die Strukturen im Managements passen darf bezweifelt werden. Die dauernden Trainerwechsel sind dem Club überhaupt nicht bekommen. Hertha BSC fabrizierte nicht nur auf dem Platz Eigentore. Ein Beispiel sei hier zum wiederholten Male angeführt, der Umgang und letztlich die Verbannung meiner Person. Über zwanzig Jahre hatte ich als Chefredakteur von TV Sport in Berlin Hertha BSC journalistisch begleitet.

Jetzt begehrt zudem der Millionen-Sponsor auf und Arne Friedrich hat von selbst das Weite gesucht. Irgendwie oder mit aller Macht der Klassenerhalt. Wir hätten gern in Berlin gern weiter zwei Bundesligaclubs auf Augenhöhe. Die Fans würden das Hauptstadtderby sehr vermissen.

Christian Zschiedrich

Hertha kommt nicht zur Ruhe

Sportlich läuft schon länger nicht, jetzt sorgt auch noch die sportliche Führung für Unruhe. Der bei den Fans beliebte Ex-Profi Arne Friedrich ist von seinem Posten mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Einst wurde er von Jürgen Klinsmann als Performance-Manager geholt. Bereits damals habe ich mich gefragt, was soll das eigentlich sein. Seine Aufgabe unter dem neu geholten Manager Fredi Bobic blieb ebenso nebulös. Alles so weit und so schlecht.

Der Trainer darf bleiben (vorerst), wenn er – mal sehen, wie es in Gladbach ausgeht – nach weiteren Niederlagen nicht mehr zu halten sein sollte, ist auch Bobic beschädigt. Am 26. Spieltag treffen im Samstagabendspiel, die beiden Flop-Mannschaften der aktuellen Saison aufeinander. Gladbach hatte Champions-League Ambitionen und Hertha wollte wenigstens eine sorgenfreie Übergangssaison spielen. Daraus wurde nichts.

Mir blieb die Luft weg bei den folgenden Zeilen, nachzulesen im Fachmagazin Kicker: „Hertha BSC, das von Investor Lars Windhorst seit Sommer 2019 insgesamt 374 Millionen Euro erhalten hat, hatte auch durch die Corona-Pandemie in der Saison 2020/21 einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro erwirtschaftet. Im aktuellen Finanzreport wird das Halbjahresminus der Saison 2021/22 auf 28,2 Millionen Euro beziffert. Für die gesamte Saison wird mit einem Minus von 60,3 Millionen Euro kalkuliert. Die Verbindlichkeiten sanken zum 31. Dezember 2021 demnach von 99 auf 87 Millionen Euro.“

Der Investor hat bei der Hertha so richtig Geld zum Fenster herausgeworfen und sorgt sich wohl zurecht um die Zukunft des Vereins. Die nächste Mitgliederversammlung dürfte spannend werden.

Hans-Peter Becker