Sportlich läuft schon länger nicht, jetzt sorgt auch noch die sportliche Führung für Unruhe. Der bei den Fans beliebte Ex-Profi Arne Friedrich ist von seinem Posten mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Einst wurde er von Jürgen Klinsmann als Performance-Manager geholt. Bereits damals habe ich mich gefragt, was soll das eigentlich sein. Seine Aufgabe unter dem neu geholten Manager Fredi Bobic blieb ebenso nebulös. Alles so weit und so schlecht.
Der Trainer darf bleiben (vorerst), wenn er – mal sehen, wie es in Gladbach ausgeht – nach weiteren Niederlagen nicht mehr zu halten sein sollte, ist auch Bobic beschädigt. Am 26. Spieltag treffen im Samstagabendspiel, die beiden Flop-Mannschaften der aktuellen Saison aufeinander. Gladbach hatte Champions-League Ambitionen und Hertha wollte wenigstens eine sorgenfreie Übergangssaison spielen. Daraus wurde nichts.
Mir blieb die Luft weg bei den folgenden Zeilen, nachzulesen im Fachmagazin Kicker: „Hertha BSC, das von Investor Lars Windhorst seit Sommer 2019 insgesamt 374 Millionen Euro erhalten hat, hatte auch durch die Corona-Pandemie in der Saison 2020/21 einen Fehlbetrag von 78 Millionen Euro erwirtschaftet. Im aktuellen Finanzreport wird das Halbjahresminus der Saison 2021/22 auf 28,2 Millionen Euro beziffert. Für die gesamte Saison wird mit einem Minus von 60,3 Millionen Euro kalkuliert. Die Verbindlichkeiten sanken zum 31. Dezember 2021 demnach von 99 auf 87 Millionen Euro.“
Der Investor hat bei der Hertha so richtig Geld zum Fenster herausgeworfen und sorgt sich wohl zurecht um die Zukunft des Vereins. Die nächste Mitgliederversammlung dürfte spannend werden.
Hans-Peter Becker
