Bemühungen der Alten Dame

Am 25. Spieltag lieferte Hertha gegen Frankfurt eine desolate Leistung ab, nach dem Motto: Eine Mannschaft wird gesucht! Die Fans der Hertha verstehen die Welt nicht mehr und haben den dritten Abstieg vor Augen. Auf dem Relegationsplatz ist die Alte Dame bereits gelandet und in Gladbach geht es weiter dem Abgrund entgegen.

Im Vergleich der 1:4-Pleite von Hertha BSC sah ich mir die Partie des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach an. Auch wenn die 2:0 Führung der Gladbacher am Ende nicht reichte, das Spiel mit 2:3 verloren ging – ich war begeistert und das von beiden Mannschaften. Da wurde ja richtiger Fußball gespielt! Ein Angriff nach dem anderen, hüben und drüben. Die Leidenschaft übertrug sich auf Publikum. Der VFB (rückte bis auf einen Punkt an Hertha ran) war der um ein Tor Glücklichere gegen Gladbach.

Kann Hertha das nachmachen? Theoretisch jedenfalls, da sollte in Gladbach mal eine Berliner Mannschaft auflaufen, konzentriert zur Sache gehen und bis zum Umfallen kämpfen. Wenn schon, dann mit wehenden Fahnen untergehen. Hertha sei wach geworden und habe den Ernst der Lage erkannt und begriffen. Gefordert ist in Fußballsprache: „Ihr Spieler müsst Gras fressen“. Allein darauf darf man gespannt sein.

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert © Foto Sportick

Ein Dampfer unter Schnellbooten sein! Das ist im Moment alles, was ich über den Gründungsdampfer Hertha schreiben will, denn die Alte Dame hat momentan ganz andere Sorgen. Erwähnt werden soll trotzdem, dass Hertha als Hauptstadtclub immer potente Unterstützer und Förderer hatte. Ein Beispiel ist der Berliner Unternehmer Christian Wolter. In den Zeiten als sein Sohn in der Hertha-Jugend spielte, war er ein großzügiger Sponsor für den Nachwuchs. Als er in den Vorstand gewählt wurde, setzten sich die Bemühungen fort. Er wollte dem Club helfen, zu Besserem, unterstützen und zu gestalten. Wie konnte er nur, fiel dabei in Ungnade, durfte es nicht und erlitt letztendlich abgestraft das gleiche Schicksal wie Jörg Thomas, der sich ebenso um die Amateure kümmerte.

Hertha BSC hätte in der Tat besser geführt werden müssen und ob die Strukturen im Managements passen darf bezweifelt werden. Die dauernden Trainerwechsel sind dem Club überhaupt nicht bekommen. Hertha BSC fabrizierte nicht nur auf dem Platz Eigentore. Ein Beispiel sei hier zum wiederholten Male angeführt, der Umgang und letztlich die Verbannung meiner Person. Über zwanzig Jahre hatte ich als Chefredakteur von TV Sport in Berlin Hertha BSC journalistisch begleitet.

Jetzt begehrt zudem der Millionen-Sponsor auf und Arne Friedrich hat von selbst das Weite gesucht. Irgendwie oder mit aller Macht der Klassenerhalt. Wir hätten gern in Berlin gern weiter zwei Bundesligaclubs auf Augenhöhe. Die Fans würden das Hauptstadtderby sehr vermissen.

Christian Zschiedrich

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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