Ein Auftaktsatz, der Hoffnung macht

Es braucht den Volleyballtempel! Die BR Volleys haben alles versucht, konnten aber im Hinspiel des CEV Champions League Viertelfinals bei Itas Trentino nichts Zählbares mitnehmen. Mit 0:3 (25:27, 19:25, 22:25) unterlagen die Berliner dem italienischen Tabellendritten und können nun nur noch über den “Golden Set“ die Überraschung schaffen. In sechs Tagen (16. Mrz um 18.30 Uhr) empfangen Kapitän Sergey Grankin & Co den Finalisten des Vorjahres zum Rückspiel und benötigen eine magische Europapokalnacht in der Max-Schmeling-Halle.

Nehemiah Mote, in den letzten Tagen gewissermaßen 24/7 unter den Fittichen der medizinischen Abteilung, meldete sich einsatzfähig für dieses mit Spannung erwartete erste Viertelfinale. So stand auch in der BLM Group Arena von Trento das BR Volleys Team auf dem Court, das in der Gruppenphase Zenit St. Petersburg zweimal schlug. Und der erste Punkt des Abends sollte direkt zeigen, wie es gehen kann: Taktischer Aufschlag Ruben Schott, starke Abwehr des Nationalspielers und erfolgreicher Angriff Benjamin Patch. Aber die selbstbewussten Gastgeber stoppten den guten Anfangsdrive der Männer aus der deutschen Hauptstadt per Block von Matey Kaziyski gegen Patch (2:5). Die Berliner spielten trotzdem lange einen klasse Auftaktsatz. Die Asse von Schott und Patch sorgten für den Ausgleich (11:11) und Sergey Grankin setzte gegen Kaziyski auch den ersten erfolgreichen Berliner Block (13:11, 18:16). Giulio Pinali, den Heimtrainer Angelo Lorenzetti überraschend im Diagonalangriff aufbot, wendete mit seinem Service das Blatt (18:20). Die BR Volleys blieben stabil, glichen aus und wehrten zwei Satzbälle kämpferisch ab (25:25). Der Deutsche Meister war drauf und dran, das Momentum zu kippen, doch Trentino sicherte sich nach einem weiteren Pinali-Aufschlag den an diesem Abend richtungsweisenden Durchgang (25:27).

Trentino blieb über die Mitte, vor allem durch den starken Ex-Berliner Srecko Lisinac, dominant und die Berliner verloren in Satz zwei früh ihren Rhythmus (4:7, 4:11). Mit den Einwechslungen von Samuel Tuia und Marek Sotola versuchte Cedric Enard dem entgegenzuwirken. Jeffrey Jendryk war in diesem Satz in allen Elementen der stärkste Berliner, doch auch er konnte per Block und Ass keine Wende herbeiführen (13:18). Trentino spielte in dieser Phase fehlerfrei und stellte verdient auf 0:2 (19:25). Zuspieler Grankin ging in Satz drei voran, erzielte früh zwei Punkte selbst und es keimte noch einmal Hoffnung auf (6:4). Die Italiener zeigten sich aber unbeeindruckt, wehrten besser ab und hatten in Linkshänder Alessandro Michieletto ihren kaum zu stoppenden Angreifer (12:14). Bis zum 21:21-Zwischenstand hielten die BR Volleys noch Kontakt, doch dann stand der Block gegen Patch (21:23). Der erfahrene Kaziyski verwandelte im Anschluss zweimal humorlos zum Matchgewinn für die Italiener (22:25).

Obwohl Trentino damit in eigener Arena Stärke demonstrierte, ist aus Sicht des Deutschen Meisters noch nichts verloren. Zwei gute Sätze der BR Volleys machen Hoffnung für das Rückspiel in der Max-Schmeling-Halle. Mit einem 3:0 oder 3:1-Heimsieg würde man den “Golden Set“ (Entscheidungssatz bis 15 Punkte) erzwingen und das ist nun das große Ziel für das Match vor heimischem Publikum am Mittwoch.

Stimmen zum Spiel
Ruben Schott: „Wir haben zu Beginn im Aufschlag zu viele Fehler gemacht und auch mit den Aufschlägen, die im Feld landeten, nicht ausreichend Druck entfacht. Der Annahmeriegel von Trentino war aber auch gut. Aus der Abwehr hatten wir gegen Ende von Satz eins unsere Möglichkeiten. Da hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können. Nachdem unsere eingewechselten Spieler es im zweiten Satz noch gut gemacht haben, waren wir im dritten Durchgang wieder nah dran. Mit Blick auf das Rückspiel braucht es eine Steigerung im eigenen Aufschlag. Wir müssen noch mutiger agieren und dann wird das mit unseren Fans im Rücken noch ein heißes Rückspiel in Berlin.“

Cedric Enard: „Der erste Satz war der so wichtige Durchgang, um hier in dieses Viertelfinale zu kommen. Beide Mannschaften hatten es verdient, diesen zu gewinnen, aber wir haben unsere Chance verpasst. Diese Gelegenheit musst du auf dem Niveau unter den besten Acht Europas nutzen. Danach wurde es schwer, weil Trentino großen Druck aufgebaut hat. Heute steht ein 0:3 auf der Anzeigetafel, aber dieses Viertelfinale hat noch ein zweites Kapitel. Die ganz sicher besondere Atmosphäre in der Max-Schmeling-Halle wird unserer Mannschaft den nötigen Push für ein spannendes Rückspiel geben. Aber vorher haben wir ein wichtiges Playoff-Match am Sonntag gegen Giesen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Cody Kessel, Samuel Tuia

Topwerte
Jendryk 11 Punkte, 3 Blocks, 88 % Angriffsquote | Schott 10 Punkte, 2 Asse | Carle 9 Punkte
Christof Bernier

Viktoria Berlin hat einen neuen Trainer

Farat Toku (Mitte) ist neuer Cheftrainer von Viktoria Berlin. Fotocredit: Viktoria Berlin

Die Himmelblauen haben einen neuen Cheftrainer: Der 41-jährige Bochumer Farat Toku übernimmt ab sofort das Berliner Drittliga-Team und wird dabei von den Co-Trainern David Pietrzyk und Richard Krohn, Athletik-Trainer Roman Steinweg, Torwart-Trainer Marco Sejna und Physiotherapeut Javier Cordero unterstützt. In der 3. Liga stehen für Viktoria Berlin noch elf Spiele auf dem Programm. Hinzu kommt der Berliner Landespokal-Wettbewerb.

Rocco Teichmann, Sportdirektor der Himmelblauen, erklärt: „Im Rahmen unserer Suche konnten wir aus einer Vielzahl von Bewerbern und Empfehlungen einen kleinen Kandidatenkreis formen. Erstmals in der Geschichte von Viktoria Berlin mussten wir einen Trainer mit Pro Lizenz und der damit notwendigen Qualifikation für die 3. Liga finden. Farat passt mit seinem Temperament und seinen Qualitäten optimal zu uns.“

„Menschlich und fußballerisch lassen sich sehr viele Parallelen zu Viktoria Berlin ziehen. Ich stehe für vieles, wofür der Klub auch steht und habe das Gefühl, dass es zwischen uns passt. Wir wollen nun fleißig sein und in den kommenden Tagen und Wochen intensiv arbeiten, um unser Ziel, den Klassenerhalt, frühestmöglich zu erreichen. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung“, sagt Viktorias neuer Cheftrainer Farat Toku.

Peer Jaekel, Geschäftsführer von Viktoria Berlin, ergänzt: „Es ist uns gelungen, mit Farat Toku einen Trainer zu gewinnen, von dem wir uns kurz-, mittel- und langfristig die Weiterentwicklung der Mannschaft und jedes einzelnen Spielers sowie das Erreichen der sportlichen Ziele erhoffen. In vielen intensiven Gesprächen hat er uns mit seiner emotionalen und direkten Ansprache überzeugt.“

Farat Toku war von Januar 2015 bis Oktober 2019 Trainer des Regionalligisten SG Wattenscheid 09. Zwischenzeitlich übernahm er dort auch die Funktion des Sportlichen Leiters. Im März 2020 begann Toku den Lehrgang zum Fußball-Lehrer, den er im Mai 2021 erfolgreich abschloss.

Schafft er die Trendwende? Aktuell stehen die Himmelblauen nur knapp über dem Strich. Am Mittwoch, 2. März lieferten sie in Halle im Nachholspiel zwar eine gute kämpferische Leistung, unterlagen in der Schlussphase deutlich mit 1:4. Es fehlten im Angriff die berühmten Mittel. Es gelang zwar der Führungstreffer, mehr allerdings nicht.

Quelle: Viktoria Berlin

Wladimir Putin hat die ganze Welt gegen sich

Die Drohungen des russischen Präsidenten sind charakterlos schlimm – verhallen aber nach und nach mehr. Selbst im eigenen Land nimmt die Kritik in der Bevölkerung wegen des Aggressionskrieges zu. Es ist offensichtlich, wer den Krieg gegen die Brüder und Schwestern begonnen hat und wer der große Lügner und Aggressor ist. Zustimmung und Sympathie dagegen bei den Reden des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyi und dem Seelenheil bei den Aufrufen von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko gegen die Übermacht Putins und der Kampfbereitschaft der Ukrainer. Obwohl IOC-Präsident Thomas Bach unwissend und beschämend betonte, der Sport sei keine Politik, halten wir fest, was Thomas Bach und vor allem Putin mehr als zu denken geben sollte.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Auf eine Stellungnahme von Bach verzichten wir gern. Die Berliner haben vor der Siegessäule die Antwort bereits gegeben. Die UEFA wird als Folge der russischen Invasion in die Ukraine die Zusammenarbeit mit dem russischen Sponsor Gazprom sofort beenden. Bereits zuvor hatte Schalke 04 bekannt gegeben, nicht mehr mit dem schwergewichtigen Hauptsponsor zusammenzuarbeiten.

Die FIFA und UEFA schließen Russland von allen Wettbewerben aus. Zuvor hatte die UEFA St. Petersburg das Finale der diesjährigen Champions League entzogen. Die russische Nationalmannschaft wird nicht mehr an der Nations League teilnehmen können. Von der WM in Katar Ende des Jahres wird Russland ausgeschlossen.

Im Juli wird die Frauen-EM in England ausgetragen. Nicht dabei sein wird Russland. Garantiert kommen weitere Maßnahmen von Vereinen und Institutionen hinzu. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) fordert den Ausschluss der russischen und belarussischen Sportler, Funktionäre und Betreuer von allen internationalen Wettkämpfen. Einigen russischen Spitzenpolitikern werden die olympischen Orden aberkannt.

Christian Zschiedrich

BBSC ohne vier mit Satzgewinn in Borken

Skurios Volleys Borken – BBSC Berlin           3:1 (20, -23, 20, 23)

Mit einem Satzgewinn kehrten die BBSC Volleyballerinnen vom Auswärtsspiel beim aktuellen Tabellenführer der Liga, den Skurios Volleys Borken zurück.

Die Ausgangslage für die Berlinerinnen war unvorteilhaft: Für die 1.150km-Tour hin und zurück waren nicht nur Kummer-Zwillinge ausgefallen, auch die zweite Libera Paula Morgenroth und Mittelblockerin Antonia Heinze standen nicht zur Verfügung. Was tun ohne kurzfristig zu beschaffenden Libero-Ersatz? Isabelle Böttcher übernahm wieder die Verantwortung, und das mit einer guten Leistung.

Von Anfang an übernahm Borken die Initiative auf dem Feld und setzte die Berliner Abwehr unter Druck. Zunächst noch mit Anpassungschwierigkeiten nahm der BBSC schnell Fahrt auf und hielt mit dem Team an der niederländischen Grenze mit. „In diesem Spiel haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt als in den letzten Wochen“ freute sich Berlins Trainer Ole Schröter: Wir haben richtig guten Volleyball gespielt und sind mit dem Aufschlagsdruck von Borken ab dem zweiten Satz gut zurechtgekommen, das betraf dann auch auch die Aufschläge von Anika Brinkmann“ Das gelungene Block-Feldabwehr-Spiel der Gäste mit schnellen eigenen Angriffen wurde dann auch seitens der Borkener Trainer ausdrücklich gelobt.

Freilich konnte mit den Strapazen von Anfahrt zum Spiel und geringen Auswechselmöglichkeiten keine spürbare Entlastung geschaffen werden. Da fehlte dann logischerweise in einigen Momenten die letzte Konzentration. Das merkte man gerade in Satz drei und vier, als der BBSC-Abwehr ein paar Bälle in das Feld gefallen sind, wie es im zweiten Satz nicht passiert wäre.

Borken zeigte sich nicht nur wie immer als guter Gastgeber gegenüber den anreisenden Ligakonkurrenten, sondern auch leistungsmäßig eindeutig als Tabellenführer.  Die Heimmannschaft hat sehr gut gespielt, hat natürlich auch das Personal dafür. Wenngleich nicht nur die erfahrene Polin Zaneta Baran ausfiel, sondern sich auch die frühere Münsteranerin Johanna Müller-Scheffsky im ersten Satz verletzte, verfügt das Team über eine Vielzahl von guten Spielerinnen. Und Borken hat vor allem Anika Brinkmann – die international erfahrene langjährige Erstligaspielerin versenkte gefühlt 50 % aller Borkener Punkte auf dem Berliner Feld. Der BBSC vermochte es nicht, die 35-jährige zu kontrollieren, da sie die Angriffe mit beeindruckender Genauigkeit und immenser Schlaghärte führte.

Zum MVP des Abends wählten die Trainer Fabienne Coenders (Borken) sowie Roxana Vogel (Berlin).

Gute Besserung an die Verletzten und Kranken beider Teams – aufgrund des Pokalfinales gibt es zunächst eine durchaus benötigte zusätzliche Regenerationspause. Für den BBSC geht es erst mit dem Doppelspieltag am Samstag, den 19. März um 18:00 Uhr gegen Emlichheim und am 20. März um 15:00 Uhr gegen Hamburg weiter.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Leona Klamke,  Roxana Vogel, Anna Leweling, Annalena Grätz, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Quelle: Burkhard Kroll

Eisbären mit spätem Kantersieg

Zunächst feierte Neuzugang Dominik Book (aufgeboten in der 3. Sturmreihe) einen Traumeinstand, als er in der 1. Minute den ersten Treffer der Partie markierte. Dabei hatte er Glück, der als Vorlage gespielte Puck wurde vom Schlittschuh des Krefelders Dominik Tiffels unhaltbar abgefälscht. Frans Nielsen erhöhte in der 13. Minute auf 2:0 und das war dann auch der Zwischenstand zur ersten Drittelpause. Der sich tapfer wehrende Tabellenletzte aus Krefeld verkürzte zwischenzeitlich durch Arturs Kulda auf 1:2, noch vor der Drittelpause stellte Matt White den alten Vorsprung wieder her.

Im Schlussabschnitt wurde es dann standesgemäß, zweimal Zachary Boychuk und Simon Despres sorgten für die Treffer vor 4.000 zugelassenen Zuschauern in der MB-Arena am Berliner Ostbahnhof.

Neu-Eisbär Dominik Bokk fasste das Spiel so zusammen: „Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben. Im ersten Drittel haben wir sehr gut gespielt. Im Mitteldrittel hatten wir zu viele Turnover und sind von unserem Spiel abgekommen. So kam Krefeld noch einmal heran. Im Schlussabschnitt haben wir unser Spiel gespielt und den Erfolg sicher nach Hause gebracht. Ich habe ein paar Wechsel gebraucht, um in die Partie zu finden. Ich musste mich anfangs noch ein wenig auf der größeren Eisfläche zurechtfinden. Das Zusammenspiel mit Kevin Clark und Zach Boychuk hat aber von Beginn an gut funktioniert. Ich wurde von allen sehr gut aufgenommen und ich hoffe, dass wir noch viele Siege einfahren werden.“

Die Eisbären haben jetzt sieben Auswärtsspiele zu bestreiten. Das nächste Heimspiel bestreiten sie somit erst wieder am 18. März gegen die Grizzlys aus Wolfsburg.

Hans-Peter Becker

Freiburg gewinnt auch in Berlin

Die Gäste aus Freiburg hatten eine Anreise von etwa 800 km, das entspricht der Entfernung von Berlin nach Lwiw und dort ist Krieg. Darauf wies Stadionsprecher Ingo Müller in seiner Ansprache vor der Drittliga-Begegnung im Jahnsportpark hin. Es ist nicht so einfach, angesichts der Nachrichten aus der Ukraine zur Tagesordnung, zur Berichterstattung über ein Fußballspiel überzugehen.

Für das Spiel hatten sich die Himmelblauen einiges vorgenommen. Punkte sammeln, wo es nur geht, der Blick auf die Rückrundentabelle zeichnet ein düsteres Bild. Lediglich vier Punkte wurden in sieben Spielen geholt. Mit diesem Punkteschnitt steigt man ab. Im Stadion war auch der entlassene Trainer Benedetto Muzzicato und der sah zunächst einen engagierten Auftritt seiner ehemaligen Mannschaft. An der Seitenlinie stand als Interimscoach sein bisheriger Co-Trainer David Pietrzyk. Er übernahm die taktische Grundaufstellung von Muzzicato und setzte auf Offensive. In seiner Startformation standen alle drei Winterneuzugänge.

Es schien, als könnten sie den Negativlauf brechen. Mit zunehmender Spieldauer schien der Führungstreffer für Viktoria nur eine Frage der Zeit zu sein. In der 30. Minute hätte er fallen müssen. Leider verfehlte der aufrückte Brooklyn Ezeh das leere Tor. Darauf er folgte ein Angriff, wo turbulent wurde im Freiburger Strafraum. Enes Küc dribbelte und Freiburgs Robert Wagner stellt sich zum Zweikampf, geht zu Boden und berührt dabei den Ball mit der Hand. Es gab hier keinen Strafstoß, den gab es allerdings im Gegenzug. Wieder war Wagner daran beteiligt, er wurde von Jakob Lewald zu Fall gebracht. Denn fälligen Foulelfer verwandelt Vincent Vermeij sicher. Julian Krahl, ja als Elfertöter bekannt, ahnt zwar richtige die Ecke, doch der Schuss ist gut platziert. Das war so richtig dumm gelaufen, der Gegentreffer fiel in einer Phase, als die Viktoria die Begegnung so richtig in den Griff zu bekommen schien und sich Hoffnung auf Punkte machen konnte.

In der zweiten Hälfte verflachte das Spiel, die Chancen wurden weniger, die Räume enger und die Fehlpässe nahmen zu. In der 56. Minute versenkte zu allem Überfluss Vermeji einen Eckball per Kopf im Gehäuse von Viktoria. Das war ein Wirkungstreffer. Am Ende gewinnen die Gäste aus dem Freiburger Nachwuchs mit 2:0. Tags zuvor hatten ihre Profi-Kollegen aus der Bundesliga Hertha BSC mit 3:0 versenkt und somit die Abstiegssorgen der Berliner in der jeweiligen Liga weiter vergrößert.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 28. Spieltag

27.02.2022 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – SC Freiburg U23 0:2(1:0)

Mannschaftsaufstellung Viktoria

Krahl – Kapp – Lewald – Pinckert (75. Hahn) – Makreckis (82. Yamada) – Jopek – Gambos – Ezeh – Küc (68. Hovi) – Falcao (68. Verkamp) – Ogbaidze (68. Seiffert)

BR Volleys – Heimserie gerissen

Dass die Fallhöhe nach einer euphorischen Champions-League-Woche hoch sein könnte, war den Berlin Recycling Volleys bewusst, dennoch schlugen sie am Mittwochabend unerwartet hart auf dem Bundesliga-Boden auf. Im fünften Spiel der Zwischenrunde verlor der Tabellenführer erstmals in dieser Saison ein Heimspiel und musste sich starken SWD powervolleys Düren mit 1:3 (22:25, 23:25, 30:28, 17:25) geschlagen geben. Die Hauptstädter und ihre 2.341 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle erlebten einen ziemlich gebrauchten Abend, an dem ein kurzes Aufbäumen in Satz drei längst nicht genügte, um den Rheinländern den Sieg streitig zu machen.

In diesem Duell zwischen dem Ersten und dem Zweiten der Volleyball Bundesliga vertraten auf beiden Seiten die Assistenten ihre Cheftrainer. Während Cedric Enard aufgrund eines möglichen Coronafalls im näheren Umfeld als Vorsichtmaßnahme dem Volleyballtempel fernblieb, konnte auch Rafal Murczkiewicz nicht nach Berlin reisen. Dürens Kapitän Tomas Kocian erging es gleich und so trat eine junge Dürener Mannschaft um Eric Burggräf, Erik Röhrs und Filip John in der Startformation zu diesem dritten Klassiker der Saison an.

Der Tabellenzweite aus Düren spielte von Beginn an unbedarft auf, während das BR Volleys Team sich unheimlich schwertat, den Fokus und die Einstellung zu dieser Begegnung zu finden. Zweieinhalb Sätze agierten die bis dahin in der Bundesliga ungeschlagenen Gastgeber pomadig. In Angriff und Aufschlag fehlten der Punch, in der Annahme waren Libero Santiago Danani und seine durchwechselnden Außenangreifer fahrig. So sicherten sich abwehrstarke Powervolleys, bei denen der eingewechselte Sebastian Gevert zwischenzeitlich kaum mehr zu stoppen war, verdient die ersten zwei Sätze (22:25, 23:25).

In Durchgang drei waren die Dürener längst auf die Siegerstraße eingebogen (14:21, 17:23) und erarbeiteten sich drei erste Matchbälle (21:24), aber die BR Volleys bekamen noch einmal die Kurve und entlohnten die zahlreichen Besucher zumindest ein Stück weit für ihre Anreise. Alle drei Matchbälle wehrte man ab (24:24) und Marek Sotola schlug in der Folge zwei Asse zum vermeintlichen Satzgewinn. Doch der zweite Service wurde zur Verwunderung aller “Aus“ gegeben und es folgte die rote Karte gegen einen tobenden Kapitän Sergey Grankin (26:27). Aber man könnte sagen, zumindest waren nun Emotionen auf dem Court. Berlin zog zu diesem Zeitpunkt erneut den Kopf aus der Schlinge, denn ein sichtlich erzürnter Grankin verwertete schließlich selbst zum 1:2-Satzanschluss und brachte den Volleyballtempel doch noch zum Beben (30:28).

Wer nun eine komplette Trendwende vermutete, machte die Rechnung allerdings ohne die Mannschaft von Co-Trainer Björn-Arne Alber. Düren schüttelte sich kurz und machte in Satz vier unbeirrt weiter (4:9). Die Berliner hingegen verfielen schnell wieder in die bereits zuvor gesehenen Muster und fanden im Angriff nicht zu ihrem Spiel. Die hohe Fehlerquote nutzte der Gast konsequent aus (11:15, 14:22) und der starke Pole Marcin Ernastowicz verwandelte diesmal direkt den ersten der sieben weiteren Matchbälle zum Auswärtssieg (17:25). In einem aus Berliner Sicht tabellarisch bedeutungslosen Spiel setzte es somit gut zwei Wochen vor Playoff-Start einen Denkzettel, auf dem geschrieben steht, dass man sich auch auf nationaler Ebene weiter jeden Punkt und jeden Sieg hart erarbeiten muss.

Stimmen zum Spiel
Nehemiah Mote: „Es ist ein sehr enttäuschender Abend. Wir freuen uns auf jedes Heimspiel und die Auftritte vor unseren Fans sind Motivation genug. Heute konnten wir das nicht zeigen. Das tut uns leid. Düren war das klar bessere Team und hat sich diesen Erfolg verdient. In der Vergangenheit konnten wir uns auch bei Rückständen auf unsere Qualitäten verlassen und haben speziell zuhause Sätze noch gedreht. Sie haben uns heute gezeigt, dass das nie selbstverständlich ist. Wir müssen immer aktiv und aggressiv bleiben, wenn wir gewinnen wollen. Aber wir sind ein Team, das daraus lernt.“

Lucio Oro: „Das war ohne Frage kein gutes Spiel von uns. Dafür brauchen wir nicht auf die Zahlen auf dem Statistikbogen zu schauen. Das hat jeder in der Arena gesehen. Wir haben als Team schlecht aufgeschlagen und konnten uns im Angriff nicht durchsetzen. Düren war stärker im Aufschlag und hat besser Block-Abwehr gespielt, deshalb völlig verdienter Glückwunsch an die Gäste.“

BR Volleys Formation
Samuel Tuia und Ruben Schott (AA), Nehemiah Mote und Jeffrey Jendryk (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Santiago Danani (L) | Eingewechselt: Matthew West, Marek Sotola, Timothée Carle, Cody Kessel

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

BBSC mit doppeltem Verlust

BBSC Berlin – VC Olympia Berlin       1:3 (-16, -22, 22, -20)

Nicht nur eine klare Niederlage gegen den Lokalrivalen aus Hohenschönhausen kassierte der BBSC am Samstagabend, sondern auch den Verlust der Kapitänin Katharina Kummer nach Verletzung.

Zwar startete der BBSC mit einem 4:1 zu Beginn des Spiels, doch danach setzte der VC Olympia klare Maßstäbe. In der Abwehr waren die beiden Teams noch nicht so weit im Niveau auseinander, aber im Angriff offenbarten sich schon deutliche Unterschiede. Während die VCO Talente auch dank besserer physischer Voraussetzungen (Körpergröße!) und gesundem Selbstbewusstsein einen Ball nach dem anderen mit viel Schmackes auf BBSC-Seite versenkten, scheiterten die Gastgeberinnen immer wieder an Block und Feldabwehr auf VCO Seite. Ganz egal, ob die Köpenicker Angreiferinnnen die Angriffe scharf abschlossen oder die Bälle in die Lücken legten – der VC Olympia hatte eben häufig eine Antwort, war konzentriert und damit auch über das gesamte Spiel erfolgreich. Dabei war das Spiel der Gäste durchaus Teamwork – in einer Mannschaft fast ohne Schwachpunkte ragten die spätere MVP Celine Jebens und die Heins-Zwillinge neben Zuspielerin Pia Fernau heraus.

Der BBSC kämpfte durchgängig und mit hohem Einsatz, auch in wechselnden Besetzungen, denn Trainer Schröter hatte beginnend mit dem 2. Satz versucht, durch Wechsel Impulse zu geben. In der Stammformation gelang dann auch im 3. Satz der Satzgewinn – die gleiche Besetzung tat sich im 4. Satz allerdings deutlich schwerer. Beim Stand von 15:18 verletzte sich zudem Kapitänin Katharina Kummer in einer Aktion ohne Fremdeinwirkung am Knie und musste das Spielfeld voller Schmerzen verlassen. Geschockt gelang dem BBSC-Team nachfolgend kein einziger Punktgewinn aus eigenem Spiel mehr. Die 5 Mehrpunkte bis Spielende gingen allein auf das Konto von individuellen Fehlern des VCO.

An dieser Stelle sollen die besten Genesungswünsche an Kathi gehen – in der Hoffnung, dass die Verletzung nicht zu schwer ist und sie bald wieder Freude am Spiel mit der Mannschaft finden wird. Kathi Kummer wurde zudem nach Spielende mit der silbernen MVP Medaille ausgezeichnet. 

Trainer Schröter wird versuchen, im Trainingsbetrieb die Mannschaft wieder auf das zwischenzeitlich erreichte Niveau zu bringen. „Als wir mit unserer kompletten Mannschaft trainieren konnten, waren wir auch deutlich stabiler in unseren Aktionen, waren erfolgreicher. Das klappt aktuell überhaupt nicht, da sich Verletzungen mit Krankheiten und diese mit anderen Ausfällen abwechseln. So sind wir einfach nicht clever genug – diese Cleverness müssen wir uns zurück erarbeiten.“

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Leona Klamke, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Anna Leweling, Annalena Grätz, Samantha Gneckow, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Pflichtsieg gegen TVB Stuttgart – Füchse gewinnen 29:22

Nach dem Stress mit vier Spielen in einer Woche (Bundesliga und European League) hatten die Füchse diesmal etwas mehr Zeit zur Vorbereitung. Mannschafts-Kapitän Paul Drux hatte angekündigt, das Team wolle die Zeit zum „Aufladen der Akkus“ nutzen.

Zunächst schien es jedoch, als hätten die Berliner in der viertägigen Wettkampf-Pause ihren Rhythmus verloren. Viele technische Fehler, überhastete Abschlüsse, Ballverluste – in den ersten 20 Spielminuten konnten sich die Füchse keinen Vorsprung erarbeiten. Im Gegenteil, die Stuttgarter, die ihre letzten sechs Bundesliga-Spiele verloren hatten, nutzten ihre Konterchancen beherzt und hielten die Partie offen. Ungewöhnlich früh, nach 15 Minuten nahm Trainer Jaron Siewert deshalb seine erste Auszeit, um das Spiel seiner Mannschaft neu zu justieren. „Wir verlieren fünfmal durch ganz leichte und unnötige Fehler in der Vorwärtsbewegung den Ball. Das hat uns das Leben unnötig schwer gemacht“, analysierte der Coach im Nach-hinein. Eine Umstellung in der Deckung stabilisierte das Spiel der Füchse etwas. So konnten die Gastgeber mit einer 15:11-Führung in die Pause gehen.

Den Vorsatz, es in der zweiten Hälfte besser zu machen, konnten die Berliner zu-nächst jedoch nicht umsetzen. Wieder reihte sich im Aufbauspiel Fehler an Fehler. Da es die schwäbischen Gäste nicht besser machten, gelang jeder Mannschaft in den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel nur ein Tor – äußerst ungewöhnlich für ein Bundesliga-Handballspiel.

Vor den 3350 Zuschauern (die maximal zugelassene Kapazität) erhöhten die Hausherren danach das Tempo und gewannen so Stück für Stück die Kontrolle über das Spiel. Daran hatte die von Viran Moros dirigierte Abwehr mit dem starken Torhüter Dejan Milosavljev (42 % gehaltene Bälle) ebenso ihren Anteil, wie Spielmacher Jakob Holm und Routinier Hans Lindberg. Erneut auffällig spielte der 18-jährige Max Beneke. Der Linkshänder warf vier Tore und verschaffte so Fabian Wiede auf der rechten Angriffsseite einige Erholungspausen. Dagegen blieb Lasse Andersen im linken Rückraum diesmal ohne Torerfolg.

Am Ende fiel der Sieg mit 29:22 deutlich aus. Die Füchse bleiben hinter Magdeburg (38:2), Kiel (34:8. Ein Spiel mehr) und Flensburg (32:8) Tabellen-Vierter (31:9). Für Sportvorstand Stefan Kretzschmar hatte der Erfolg dennoch einen Beigeschmack. „Wir lassen, glaube ich, zehn bis 15 hundertprozentige Chancen liegen. Wenn dir ein Gegner solche Chancen bietet, musst du sie auch nutzen.“

Die Anforderungen an die Berliner werden in den nächsten Wochen nicht geringer. Nach dem Europa-League-Spiel am Dienstag (22. Februar) gegen den spanischen Klub Bidasoa Irun geht es am nächsten Sonntag in der Bundesliga weiter, mit einem Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke.

Füchse Berlin: Milosavljev , Wiede 1, Holm 5, Lindberg 6/4, Langhoff 1, Beneke 4, Matthes 4, Koch 2, Marsenic 3, Drux 2

Herbert Schalling

Viktoria entlässt seinen Trainer

Die Niederlage am 27. Spieltag beim SV Wehen-Wiesbaden war den Verantwortlichen des FC Viktoria dann wohl eine zu viel. Nach dem vorangegangenen 0:6 Debakel zuvor im Nachholspiel gegen Eintracht Braunschweig, übrigens vor den Augen von Investor Zeljko Karajica, waren sie erneut chancenlos. Wie viel Schuld daran dem Trainer angelastet werden kann, sei dahingestellt. Die äußeren Umstände spielten Benedetto Muzzicato und seiner Mannschaft nicht unbedingt in die Karten. Die Vorbereitung auf die Fortsetzung der Saison nach der kurzen Weihnachtspause wurde empfindlich gestört, wichtige Akteure fielen entweder verletzungsbedingt oder durch Quarantäne aus.

„In der aktuellen Situation möchte ich den Weg frei machen für jemanden, der einen neuen Drive und neue Anreize in das Team bringen kann. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein nur das Beste und hoffe, dass am Ende der Klassenerhalt steht. Den hätten sich die Jungs wirklich verdient. Sie und alle im Team um die Mannschaft herum leisten großartige Arbeit.“: so wird der Trainer in der Pressemitteilung zitiert.

Dass die zuletzt gezeigten Leistungen ein Krisengespräch notwendig machten, war klar, es schien ergebnisoffen. Sonst wäre wohl wenig später ein Nachfolger präsentiert worden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, schnellstmöglich einen Nachfolger zu präsentieren, der optimal zu uns passt. Bestenfalls soll der neue Trainer noch in der kommenden Woche übernehmen. Wir nehmen uns bei der Entscheidungsfindung aber die notwendige Zeit“, so Peer Jaekel zur Nachfolger-Suche bei den Himmelblauen. Bis auf Weiteres übernimmt das Trainerteam um David Pietrzyk und Roman Steinweg das Training.

Benedetto Muzzicato kann sich jetzt voll und ganz auf den für ihn am 28. Februar beginnenden Fußball-Lehrer Lehrgang konzentrieren. Am Tag vor dem Spiel in Wiesbaden wurde extra eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Nach zwei von Corona geplagten Spielzeiten in der Regionalliga Nordost führte Muzzicato die Himmelblauen in der vergangenen Saison als Neuling in die 3. Liga. Aktuell ist der Stand, nach 25 Spieltagen – zwei Nachholspiele stehen noch aus – stehen insgesamt 27 Punkte und Platz 16 zu Buche. In den kommenden 13 Spielen muss sich Viktoria Berlin dem Abstiegskampf stellen.

Der neue Trainer soll hier einen neuen Impuls setzen und den Abwärtstrend stoppen.

Hans-Peter Becker

Foto: ® Hans-Peter Becker