Freiburg gewinnt auch in Berlin

Die Gäste aus Freiburg hatten eine Anreise von etwa 800 km, das entspricht der Entfernung von Berlin nach Lwiw und dort ist Krieg. Darauf wies Stadionsprecher Ingo Müller in seiner Ansprache vor der Drittliga-Begegnung im Jahnsportpark hin. Es ist nicht so einfach, angesichts der Nachrichten aus der Ukraine zur Tagesordnung, zur Berichterstattung über ein Fußballspiel überzugehen.

Für das Spiel hatten sich die Himmelblauen einiges vorgenommen. Punkte sammeln, wo es nur geht, der Blick auf die Rückrundentabelle zeichnet ein düsteres Bild. Lediglich vier Punkte wurden in sieben Spielen geholt. Mit diesem Punkteschnitt steigt man ab. Im Stadion war auch der entlassene Trainer Benedetto Muzzicato und der sah zunächst einen engagierten Auftritt seiner ehemaligen Mannschaft. An der Seitenlinie stand als Interimscoach sein bisheriger Co-Trainer David Pietrzyk. Er übernahm die taktische Grundaufstellung von Muzzicato und setzte auf Offensive. In seiner Startformation standen alle drei Winterneuzugänge.

Es schien, als könnten sie den Negativlauf brechen. Mit zunehmender Spieldauer schien der Führungstreffer für Viktoria nur eine Frage der Zeit zu sein. In der 30. Minute hätte er fallen müssen. Leider verfehlte der aufrückte Brooklyn Ezeh das leere Tor. Darauf er folgte ein Angriff, wo turbulent wurde im Freiburger Strafraum. Enes Küc dribbelte und Freiburgs Robert Wagner stellt sich zum Zweikampf, geht zu Boden und berührt dabei den Ball mit der Hand. Es gab hier keinen Strafstoß, den gab es allerdings im Gegenzug. Wieder war Wagner daran beteiligt, er wurde von Jakob Lewald zu Fall gebracht. Denn fälligen Foulelfer verwandelt Vincent Vermeij sicher. Julian Krahl, ja als Elfertöter bekannt, ahnt zwar richtige die Ecke, doch der Schuss ist gut platziert. Das war so richtig dumm gelaufen, der Gegentreffer fiel in einer Phase, als die Viktoria die Begegnung so richtig in den Griff zu bekommen schien und sich Hoffnung auf Punkte machen konnte.

In der zweiten Hälfte verflachte das Spiel, die Chancen wurden weniger, die Räume enger und die Fehlpässe nahmen zu. In der 56. Minute versenkte zu allem Überfluss Vermeji einen Eckball per Kopf im Gehäuse von Viktoria. Das war ein Wirkungstreffer. Am Ende gewinnen die Gäste aus dem Freiburger Nachwuchs mit 2:0. Tags zuvor hatten ihre Profi-Kollegen aus der Bundesliga Hertha BSC mit 3:0 versenkt und somit die Abstiegssorgen der Berliner in der jeweiligen Liga weiter vergrößert.

Hans-Peter Becker

Fußball 3. Liga 28. Spieltag

27.02.2022 13:00 Uhr Jahnsportpark Berlin

FC Viktoria 1889 Berlin – SC Freiburg U23 0:2(1:0)

Mannschaftsaufstellung Viktoria

Krahl – Kapp – Lewald – Pinckert (75. Hahn) – Makreckis (82. Yamada) – Jopek – Gambos – Ezeh – Küc (68. Hovi) – Falcao (68. Verkamp) – Ogbaidze (68. Seiffert)

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