Eisbärensieg und Zuschauerrekord

Die Eisbären Berlin empfingen am 22. Spieltag der DEL die Adler aus Mannheim. Sie hatten etwas gut zu machen, die Hausherren der MB-Arena. Am 19. September ging das Spiel gegen den Rivalen aus der Quadrate-Stadt mit 0:3 verloren. Die Neuauflage stand unter einem anderen Stern. Der Corona-Virus hatte den Kader der Adler gewaltig dezimiert. Selbst Cheftrainer Pavel Gross konnte nur in der häuslichen Quarantäne zu schauen. Hinter Bande wurde er durch seinen Assistenz-Trainer Mike Pellegrims vertreten. Es traten 17 Spieler plus 2 Torhüter die Fahrt nach Berlin an. Das reichte für drei Spielreihen und je einen zusätzlichen Verteidiger und Stürmer. Die Eisbären boten 18 Spieler auf, vier komplette Sturmreihen.

Das Anfangsdrittel verlief torlos. Die Eisbären agierten etwas umständlich und Felix Brückmann im Mannheimer Tor ist schließlich keine Laufkundschaft. Dafür begann der Mittelabschnitt furios. Die Eisbären brachten einen Rest Powerplay aus dem 1. Drittel mit und nach 31 gespielten Sekunden stand es 1:0. Die Adler schlugen recht schnell zurück. In der 24. Minute besorgte Markus Eisenschmid den Ausgleich. Der Treffer im Powerplay. Für den nächsten Höhepunkt sorgte ein Faustkampf zwischen Lean Bergmann und Eisbär Simon Despres. Die Gewichtsklasse stimmte nicht ganz, als beide am Boden lagen, gingen die Schiedsrichter dazwischen. Die beiden Faustkämpfer sahen sich den herrlichen Treffer von Frans Nielsen von der Strafbank aus an. Es war eine hübsch anzusehende Einzelleistung des Dänen, der zwei Verteidiger ausspielte. In der 33. Minute setzte Zachary Boychuk noch einen drauf und erhöhte auf 3:1.

Im Schlussdrittel schwanden den Mannheimern zusehends die Kräfte, die Eisbären verpassten es allerdings den berühmten Sack endgültig zuzumachen. Sie trafen selbst das leere Tor nicht. Es blieb beim 3:1 vor 10.198 Zuschauern, es war nicht ausverkauft, aber erstmals fünfstellig in dieser Saison.

Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga mit einigen Neuerungen in der kommenden Spielzeit

Am 9. September startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die nunmehr 27. Spielzeit. 1994 war die Liga mit 18 Mannschaften gestartet, ein Auf- oder Abstieg war nicht vorgesehen. Lediglich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sollte über die Teilnahme an der Liga entscheiden. Eine sportliche Qualifikation für die DEL ist jetzt möglich. Der Meister DEL 2, der SC Bietigheim-Bissingen konnte neben der sportlichen auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisen und ergänzt das Teilnehmerfeld. Insgesamt sind es jetzt 15 Mannschaften, die den Deutschen Meistertitel ausspielen. Am Tabellenende wird spannend, es droht auf Platz 14 und 15 nach der Vorrunde der Abstieg. Wegen der Corona-Pandemie wurde in der vergangenen Saison auf den Abstieg verzichtet, so das mit 15 Mannschaften gespielt wird.

Ab der Saison 2022/23 wird dann wieder mit 14 Mannschaften gespielt werden. Das heißt, der Tabellenletzte wird die Liga verlassen müssen, während der Vorletzte hoffen darf drin zu bleiben, sollte aus der DEL 2 kein Team die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Aufstieg erfüllen können.

Bis zum 27. März 2022 werden 420 Spiele der Vorrunde ausgetragen. Es wird wieder im Freitag und Sonntag Rhythmus gespielt. Ein Spiel wird auf den Donnerstag vorgezogen. Magenta-Sport zeigt jedes Spiel, dafür ist ein Extra-Abo nötig, im Free-TV sind regelmäßig am Sonntag ab 17:00 Uhr ausgewählte Partien zu sehen. Ab dem 29. März 2022 beginnt die entscheidende Phase der Saison mit der 1. Playoff-Runde (Modus Best-of-Three). Ab dem Viertelfinale wird im Modus Best-of-Five um den Titel gekämpft. Die Finalserie startet am 26. oder 27. April und endet spätestens am 5. Mai. Auf Nachfrage, warum nicht wenigstens die Finalserie im Modus „best of seven“ ausgetragen wird, kam die Antwort, dass das Zeitgründen nicht möglich ist. Zumal die Vorrunde zweimal pausieren muss, wegen des Deutschland-Cups und der Olympischen Winterspiele.

DEL Geschäftsführer Gernot Tripcke (links) und TV Experte Rick Goldmann während der DEL Pressekonferenz Foto: © Becker

Es darf wieder vor Zuschauern gespielt werden. Ein wichtiger Punkt, die Corona-Saison hat der DEL einen drastischen Umsatzrückgang beschert. Dass alle Vereine wirtschaftlich Überleben konnten, war auch der Solidarität der Spieler zu verdanken, die auf ein Teil ihrer Gehälter verzichteten. Wie viele Zuschauer in den Eishallen dabei sein können, ist aktuell vom Standort abhängig. Die Eisbären dürfen bisher ihre Arena zu 50 % auslasten, während der Neuling aus Bietigheim seine Halle voll ausnutzen kann. In München, im Bundesland Bayern sieht es dagegen ganz anders aus.

Vorgestellt wurde ein Werbespot, Eishockey-Profis werben für das Impfen. In kurzen Videoclips, die über die Social Media-Kanäle ausgespielt werden, positionieren sich Akteure wie Mathias Niederberger (Eisbären Berlin), Alex Barta (Düsseldorfer EG) und Colin Ugbekile (Kölner Haie) für eine Impfung. „Für mich war sehr schnell klar, dass ich mich impfen lasse. Letztlich muss und soll es jeder selbst entscheiden. Ich denke, es ist eine hervorragende Möglichkeit“, so Barta.

Hans-Peter Becker/DEL

Eisbären starten in die Playoffs

Am Dienstag, 20.04. geht es los. Zum ersten Viertelfinalspiel um die Deutsche Eishockeymeisterschaft empfangen die Eisbären Berlin die Iserlohn Roosters. Die Sauerländer, die zunächst schwer in die Saison kamen, sich steigerten, konnten erst am letzten Spieltag der Hauptrunde die Playoff-Teilnahme eintüten. Das Nachsehen hatte die Düsseldorfer EG, für den Traditionsverein ist die Saison zu Ende.

Vor den Playoffs stellt sich für jeden Teilnehmer die Frage, wie lange die Reise geht? Coronabedingt wird jede Serie lediglich im „best of three“ Modus ausgespielt. Diese Besonderheit gilt es zu beachten. Darauf wies besonders Eisbären-Trainer Serge Aubin hin. Eine Niederlage ist nur schwer zu korrigieren und so könnte es die eine oder andere Überraschung geben. Bei diesem Modus gewinnt nicht unbedingt das bessere Team. Insofern ist auch die Frage nach dem Favoriten schwer zu beantworten. Sicherlich sind die Teams aus Mannheim und München individuell am stärksten besetzt.

Zurück zum Duell der Eisbären. In der Hauptrunde konnten die Eisbären die Roosters dreimal schlagen. Daraus sollte aber keine Favoritenstellung für die Eisbären abgeleitet werden. Iserlohn stellt mit Joe Whitney den Top-Scorer und die beste „first line“ der Liga. Der Zweitplatzierte in dieser Wertung, Casey Bailey trägt ebenfalls das Trikot der Iserlohn Roosters.

Die „Special-Teams“ werden ein Faktor sein. „Wenn wir konzentriert bei der Sache sind, können unnötige Strafzeiten vermieden werden.“ In der Hauptrunde kassierten die Eisbären einige Strafen zu viel. Es waren 390 Strafminuten in 38 Spielen, der Wert der Iserlohner lag hier ähnlich im Mittelfeld der Liga. (406 Minuten in 37 Spielen).

Aufseiten des Viertelfinalkontrahenten wird sich ein Spieler besonders auf die Serie freuen. Jens Baxmann bestritt 860 DEL-Spiele für die Eisbären und erkämpfte alle 7 Meistertitel mit. 2019 wechselte er nach Iserlohn. Mit seinem neuen Team hat er genau wie seine ehemaligen Mannschaftskameraden von den Eisbären Berlin nur einen Plan A, zu gewinnen. Einen Plan B gibt es in den Playoffs nicht.

Die Serie beginnt am Dienstag, 20.04. in der MB-Arena, das Eröffnungsbully ist für 19:30 Uhr geplant. Leider, leider weiterhin ohne Zuschauer in der Halle.

Hans-Peter Becker

Eisbären weiter heimstark

In der eigenen Halle sind sie eine Macht. Siebentes Heimspiel und sieben Siege, auch für die Düsseldorfer EG gab es nichts zu holen. Da stehen 21 Heimpunkte makellos in der Bilanz, dagegen stehen nur 5 Punkte, die bisher bei 6 Auftritten in der Fremde geholt wurden.

Am 15. Spieltag besiegten die Berliner die Düsseldorfer EG in der Mercedes-Benz Arena mit 4:2. Durch diesen Sieg bleiben die Eisbären auf Tabellenplatz 2 der Gruppe Nord. Den ersten Treffer des Spiels erzielte Eisbären-Stürmer Kris Foucault (10.), aber Jensen (16.) konnte im Powerplay für Düsseldorf ausgleichen. Im Mitteldrittel brachte Leo Pföderl (30.) die Gastgeber mit seinem siebten Tor im siebten Spiel in Folge wieder in Führung, die Foucault in der 45. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends weiter ausbaute. Nachdem Carey (53.) für die Gäste auf 2:3 verkürzte, nahm DEG-Trainer Kreis in den letzten Spielminuten den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis und Matt White (59./EN) traf ins leere Tor zum 4:2-Endstand.

Anlässlich des offiziellen Weltkrebstages am 4. Februar fand dieses Spiel im Rahmen der traditionellen Charity-Aktion Pink in the Rink statt, um mehr Aufmerksamkeit für den Kampf gegen die Krankheit Krebs zu erzeugen. Die Eisbären spielten in pinken Trikots und Stutzen, die sie auch bei ihren nächsten beiden Spielen bei den Krefeld Pinguinen (11. Februar, 19:30 Uhr) und den Iserlohn Roosters (12. Februar, 18:30 Uhr) tragen werden. Diese Sonderjerseys werden nach diesen Partien für den guten Zweck versteigert.

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Ich habe viel Positives heute gesehen. Im ersten Drittel ging es hin und her und keine Mannschaft konnte sich einen richtigen Vorteil erarbeiten. Wir haben anfangs deutlich zu viele Strafen genommen, aber unser Unterzahlspiel war sehr gut. Im Mitteldrittel wurde es dann deutlich besser. Wir haben einfacher gespielt und wir waren besser beim frühzeitigen Stören der Düsseldorfer. Auch nach dem Anschlusstreffer der DEG im Schlussdrittel sind wir ruhig geblieben und haben unser Spiel weitergespielt. Wir wachsen immer noch als Mannschaft und sind noch nicht dort, wo wir hinwollen. Aber wir sind auf einem guten Weg.“

Leo Pföderl (Stürmer Eisbären Berlin): „Im Großen und Ganzen war es ein verdienter Sieg. Die DEG hat wieder sehr diszipliniert gespielt und wir haben es uns anfangs mit zu vielen Strafen selbst zu schwergemacht. Ab dem zweiten Drittel haben wir meiner Meinung nach souverän gespielt und hätten die Partie eventuell schon früher entscheiden können. Es freut mich, dass ich zum siebten Mal in Folge getroffen habe. Das Selbstvertrauen ist gerade vorhanden und das Zusammenspiel in der Reihe mit Lukas Reichel und Marcel Noebels funktioniert super.“

Kris Foucault (Stürmer Eisbären Berlin): „Es war ein hartes Spiel, aber ein verdienter Sieg. Nach den beiden Spielen, die wir schon gegen Düsseldorf gespielt haben, wussten wir, dass es ein Kampf werden wird. Ich versuche jedes Mal, mein Bestes zu geben. Natürlich freut es mich, wenn ich regelmäßig punkte, aber der Teamerfolg ist wichtiger. Die Chemie innerhalb unserer Reihe mit Parker Tuomie und Mark Zengerle stimmt.“

DEL 15. Spieltag 03.02.2021 18:30 Uhr MB-Arena Berlin

Eisbären Berlin – Düsseldorfer EG 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) – Ramage (A), Müller; Wissmann (A), Hördler (C); McKiernan, Espeland; Mik – Fiore, Boychuk, White; Pföderl, Reichel, Noebels; Foucault, Zengerle, Tuomie; Labrie; Streu, Dietz – Trainer: Serge Aubin

Düsseldorfer EG: Pantkowski (Hane) – Jensen (A), Cumiskey; Nowak (A), Zanetti; Geitner – Alanov, Olimb, Fischbuch; Flaake, Barta, Kammerer; From, Carey, Karachun; Ehl, Eder, Jahnke – Trainer: Harold Kreis

Torfolge

1:0 – 09:08 – Foucault – EQ

1:1 – 15:06 – Jensen (Olimb) – PP1

2:1 – 29:29 – Pföderl (Noebels, Reichel) – EQ

3:1 – 44:43 – Foucault (Zengerle, Noebels) – EQ

3:2 – 52:03 – Carey (Karachun, From) – EQ

4:2 – 58:50 – White – EQ/EN

Strafen:

Eisbären Berlin: 8 (6, 2, 0) Minuten – Düsseldorfer EG: 4 (4, 0, 0) Minuten

Schiedsrichter: Rainer Köttstorfer, Marian Rohatsch (Maksim Cepik, Jonas Merten

Eisbären-Kapitän Andre Rankel beendet seine Karriere

„Als Preuße wolltest du nie ein Eisbär sein“, so wurde Andre Rankel in einem Interview zitiert. Die Eishockey-Preussen sind nur noch Erinnerung und Rankel, der dort seine Schritte als Eishockeyspieler machte, ist jetzt fast so etwas wie eine Eisbärenlegende. Nach seinem Wechsel 2003 von den Berlin Capitals absolvierte er 865 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga DEL und nur für die Eisbären. Geboren 1985 gehörte er bei den Eisbären zu dem goldenen 85er-Jahrgang. Im selber Jahr wurden seine späteren Mannschaftskameraden Frank Hördler, Florian Busch und Jens Baxmann geboren. Alle waren bereits 2005 am ersten Titelgewinn in der DEL beteiligt.

Andre Rankel mit dem Meisterpokal 2013 © Foto: Stephan Wenske

Am 30. November 2020 wurde offiziell, was bereits vermutet wurde. Andre Rankel muss seine Karriere beenden. Die 17 Jahre Profi-Eishockey haben ihre Spuren hinterlassen. Ausschlaggebend war eine Schulterverletzung, gern hätte er noch ein paar Jahre weitergemacht. Die Eisbären hatten zu einer coronabedingt, virtuellen Pressekonferenz eingeladen. In der Kabine der Eisbären hatten vor der Kamera, neben Rankel, auch der Geschäftsführer Peter John Lee und Des Squire, der die Moderation übernahm, Platz genommen. Man merkte es dem nun ehemaligen Mannschaftskapitän während seiner Ansprache an, dass ihm der Abschied schwerfiel.

Eishockey war bisher sein Leben und er wird diesem Sport weiter verbunden bleiben. Er will studieren und daneben ein Praktikum in der Organisation der Eisbären absolvieren. Seine Karriere kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Er hat insgesamt 517 Scorerpunkte in der Liga gesammelt und dabei 247 Tore erzielt. Sein Schlagschuss war gefürchtet. Für die Nationalmannschaft wurde 77 Mal nominiert. Er stand 2010 bei Olympia in Vancouver für Deutschland auf dem Eis.

Mit Beginn der Saison 2012/13 übernahm er von Stefan Ustorf das Kapitänsamt. Es klappte in diesem Jahr erneut mit dem Meistertitel, es war der Hattrick, nach den Meisterschaften 2011 und 2012. Das C auf dem Trikot wechselte von der Nummer 14 auf die 24. Zukünftig wird das Trikot mit der 24 zusammen der 14 unter dem Dach der MB-Arena hängen. Rankel bisherige Nummer ist nunmehr die insgesamt sechste, die auf Wettkampf-Trikots der Eisbären nicht mehr vergeben wird. Die Ehre eine gesperrte Nummer zu haben ist vor Rankel, den Eisbärenspielern Sven Felski (11), Stefan Ustorf (14), Mark David Beaufait (19), Denis Pederson (20) und Steve Walker (27) zuteil geworden. Jetzt wird diese Weise Andre Rankel geehrt.

Hans-Peter Becker

Die oberste Eishockeyliga will spielen

Während die DEL II bereits vier Spieltage absolviert hat, war die Entscheidung über den Beginn des Spielbetriebs in der höchstens lange Zeit offen. Eishockey nimmt in der Zuschauergunst nach dem Fußball den zweiten Platz ein. Genau dieser erwies sich in der Pandemie als Problem. Die Vereine der DEl decken ihren Etat zu 70 bis 75 Prozent aus den Käufen von Eintrittskarten und der Rest kommt von Sponsoren und dem Verkauf von TV-Rechten. Im Bundesligafußball ist fast genau umgekehrt.

Die Entscheidung ist gefallen. Die PENNYDEL startet am 17. Dezember 2020 mit allen 14 Clubs in die Saison 2020/2021. Einige Clubs waren zwischenzeitlich finanziell ins trudeln geraten. Es wurde erwogen, die Liga notfalls mit weniger Teilnehmer zu starten. DEL- Geschäftsführer Gernot Tripcke: „Das war ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten und wahres Teamwork. Noch vor wenigen Wochen sah es nicht danach aus, dass es alle Clubs schaffen. Unser Ziel war immer, dass wir möglichst mit 14 Clubs starten wollen. Das ist uns gelungen. Von daher geht das Lob an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir jetzt mit voller Stärke in die neue Saison starten können. Alle Fans können sich auf Non-Stop Eishockey freuen.“

Der Modus ist angepasst worden. Dabei werden die 14 Clubs in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Eisbären spielen in der Gruppe Nord zusammen mit den Fischtown Pinguins Bremerhaven, Düsseldorfer EG, Kölner Haie, Iserlohn Roosters, Krefeld Pinguineund Grizzlys Wolfsburg. In der Gruppe Süd sind die Augsburger Panther, ERC Ingolstadt, Adler Mannheim, EHC Red Bull München,Nürnberg Ice Tigers, Straubing Tigers sowie die Schwenninger Wild Wings vertreten. In insgesamt 38 Partien pro Mannschaft (viermal gegen jeden Club der eigenen Gruppe sowie Hin-und Rückspiel gegen die Teams der anderen Gruppe) werden acht Playoff-Teilnehmer ermittelt. Die jeweils vier bestplatzierten Clubs jeder Gruppe tragen gruppenintern das Viertelfinale aus. Ab dem Halbfinale wird dann über Kreuz gespielt. SämtlichePlayoff-Partien werden im Best of 3 Modus ausgetragen.

Trotz der Reduzierung der Gesamtzahl der Spiele steht bis Anfang Mai 2021 ein straffes Programm auf dem Plan. Es wird fast an jedem Wochentag Eishockey gespielt werden. Ein Hauch von NHL wird durch Eishockey-Deutschland wehen.

Der finale Spielplan soll in nächster Zeit bekannt gegeben werden. Die Eisbären Berlin werden ihre Heimspiele auf jeden Fall in der MB-Arena am Ostbahnhof austragen. Die treuen Fans dürfen bis auf weiteres nur im TV zu sehen.

Hans-Peter Becker

Eisbären holen zwei Punkte gegen die Adler Mannheim

Es war ein großer Sporttag in und für Berlin, in der Schmeling-Halle spielten die Handball-Füchse, in Mannheim in der SAP-Arena kämpften die BR Volleys um den Pokal im Volleyball und in der MB-Arena spielten zu mittäglicher Stunde die Eisbären um Punkte in einer Neuauflage des DEL-Klassikers gegen die Adler Mannheim. Der erste Bully fiel bereits um 13:15 Uhr, weil die Halle am Abend weiter gebraucht wurde um das Finale im Basketball-Pokal der Männer, Alba hatte Heimrecht gegen Bamberg auszutragen.

© Foto: Stephan Wenske

Das Hockeyspiel begann mit einer Panne, die Datei mit der Eisbärenhymne von den Puhdys war wohl beschädigt oder blieb die CD hängen, jedenfalls kamen nur die ersten Takte aus den Lautsprechern. Bevor es losging, gab es eine Gedenkminute für den am 13. Februar verstorbenen Hans „Hanne“ Frenzel. Ein bewegender Moment für den Hallensprecher Uwe Schumann, war doch Hanne Frenzel sein Vorgänger in dieser Funktion. „Als Spieler bestritt er 104 Partien für Dynamo und 61 für die DDR-Nationalmannschaft, für die er an drei Weltmeisterschaften teilnahm. Er gewann vier DDR-Meistertitel und war langjähriges Mitglied des Kampfgerichts der Eisbären, zudem zeitweise auch Stadionsprecher.“ Er wurde 91 Jahre alt. Die Eisbären-Fans schickten ein extra lautes Dynamo unter das Hallendach. Sie werden ihn nicht vergessen.

© Fotos: Stephan Wenske

Wenn die Adler auf die Eisbären treffen, ein el clasico in der DEL, ist immer Hochspannung angesagt. So hielt das Spiel, was die Namen im Vorfeld versprachen. Die Adler hatten einen ausverkauften Gästeblock mitgebracht. Ganze drei Blöcke im Oberrang waren mit Fans aus der Quadrate-Stadt gefüllt. Die Halle war ausverkauft und das Spiel erwies sich dieser Tatsache würdig. Nach den regulären Spielzeit stand es 3:3 und beide hatten sich den Punkt redlich erkämpft. Die Gäste gingen in Führung, die Eisbären glichen aus, wieder Rückstand und das Spiel gedreht. Nach zwei gespielten Dritteln stand es 3:2 für Eisbären. Im Schlussabschnitt mussten die Eisbären den Ausgleich hinnehmen. Das Spiel hatte Playoff-Charakter es ging rauf und runter, es gab Riesenrettungstaten von beiden Goalies, entschärfte Alleingänge und Pucks die vom Gehäuse abprallten. Beide wollten die drei Punkte. Es ging in die Overtime und da hatten die Eisbären das bessere Ende für sich. Austin Ortega traf zum zweiten Mal in diesem Spiel und sicherte für die Eisbären den Zusatzpunkt.

Das Spiel endete exakt um 15:31 Uhr und sofort begann der Umbau für das Finale im Basketball-Pokal.

Hans-Peter Becker

DEL 45. Spieltag 16.02.2020 13:15 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 OT (1:1/2:1/0:1/1:0)

Torfolge

0:1 Rendulic 12:03 (Katic, Järvinen) PP1

1:1 Olver 13:13 (/)

1:2 Rendulic 23:56 (Hungerecker,Billins)

2:2 Labrie 27:16 (Wissmann,Lapierre)

3:2 Ortega 30:06 (Aubry,Hördler)

3:3 Plachta 50:41 (Lehtivuori,Stützle) PP1

4:3 Ortega 62:21 (Noebels,McKiernan) PP1

Strafminuten:

Berlin – 10

Mannheim – 8

Torschüsse:

Berlin – 40

Mannheim – 38

Zuschauer: 14.200 ausverkauft

Eisbären verlieren gegen Krefeld – eiskalt ausgekontert

Die Eisbären sind im Weihnachtstress. Vor dem Fest sind drei Heimspiele in Folge zu absolvieren. Das erste wurde am Dienstag, 17.12. gegen den Vorletzten der Tabelle aus Krefeld ausgetragen. Die Pinguine vom Niederrhein sind erst einmal froh, dass sie den Spielbetrieb finanziell absichern konnten. Die Eisbären mussten vor dem Spiel neue Spieler auf die Liste der Verletzten setzen. Nicht mitwirken konnten u.a. John Ramage, Leo Pförderl und Kapitän Andre Rankel.

Mit lediglich drei Reihen nahmen sie das Spiel in Angriff. Sie gingen in diesem Spiel sogar in Führung. Es war eine frühe Führung, nach drei Minuten durch Louis-Marc Aubry, doch groß beeindrucken ließen sich die Gäste davon nicht. Sie setzten die Eisbären unter Druck und die Tore fielen wie reife Früchte. Bis zur ersten Drittelpause zogen sie mit 3:1 davon. Im Mittelabschnitt reichte es immerhin für einen weiteren Treffer, in der 31. Minute schraubte Garrett Noonan den Zwischenstand auf 4:1 für die Krefeld Pinguine. Was am vorangegangenen Spieltag in Wolfsburg noch funktionierte, einen 1:4 Rückstand aufzuholen und sogar zwischenzeitlich in Führung zu gehen, gelang nicht mal ansatzweise. Trotz 41 Schüssen auf das vom Finnen Jussi Rynnäs gehütete Krefelder Tor gelang den Eisbären kein weiterer Treffer. Im Gegenteil, die Gäste vom Niederrhein trafen exakt eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit ins leere Eisbären. Ob es überhaupt nötig war, angesichts des klaren Spielstands in den Schlussminuten den Goalie vom Eis zu nehmen, begründete Serge Aubin damit, dass es zur Mentalität der Eisbären-Mannschaft gehört, kein Spiel verloren zu geben.

© Fotos: Hans-Peter Becker

Mit Pfiffen wurden die Eisbären in die Kabine verabschiedet. Immerhin hatten sich 9.823 Zuschauer in der MB-Arena am Ostbahnhof eingefunden und wurden enttäuscht. Grund zum Feiern hatten nur die handvoll Fans der Pinguine, die mit in die Hauptstadt gekommen waren. Nach dem Spiel sprach Eisbären-Verteidiger Frank Hördler davon, „dass es Krefeld extrem schlau gemacht hat, wir haben dann mehr Druck auf das Tor vom Gegner gemacht, sie haben uns eiskalt ausgekontert. Wir haben echt bescheuerte Tore bekommen, auf das Tor haben wir genug geschossen , aber leider keinen rein gekriegt. …Die Anzahl der Gegentore ist zu viel, daran müssen wir arbeiten.“ Das Tor der Eisbären hütete Sebastian Dahm, er verhinderte schlimmeres.

Hans-Peter Becker

DEL 28. Spieltag

17.12.2019 19:30 Uhr MB-Arena Berlin 9.823 Zuschauer

Eisbären Berlin vs. Krefeld Pinguine 1:5 (1:3,0:1,0:1)

Tore:

1:0 Aubry 02:55 (Braun, Olver)

1:1 Pietta 05:43 (Costello, Trivellato)

1:2 Schmitz 12:19 (Hodgman, Braun)

1:3 Bruggisser 17:33 (Pietta, Costello) PP 1

1:4 Noonan 30:05 (Hodgman, Braun)

1:5 Lagacé 59:00 (Welsh, Trivellato) EN

Strafminuten:

Berlin – 10

Krefeld – 14

9.823 Zuschauer

Eisbären verlieren erneut in der Verlängerung

Es war nicht der Abend der Eisbären. Es gelang ihnen zwar den ersten Treffer der Begegnung zu markieren, leider verloren sie anschließend komplett den Spielfaden. Nicht einmal zwei Minuten konnten sich die Eisbären an ihrer Führung erfreuen. Mit einem Doppelschlag drehten die stark aufspielenden Gäste die Partie noch im 1. Drittel. Fahrig und nervös, so wirkte der Auftritt der Eisbären in der ausverkauften heimischen Arena am Ostbahnhof über weite Strecken des Spiels.

© Foto: Hans-Peter Becker

Der Mittelabschnitt gehörte den Gästen, die ihren Vorsprung auf ein 4:1 ausbauten. Es sah nach der zweiten Heimniederlage in Folge aus. Die Kölner Haie hatten die Eisbären im Griff. Es deutete vor dem Schlussabschnitt so gar nichts auf einen Punktgewinn hin. Die letzten 20 regulären Spielminuten nahmen die Eisbären mit einem neuen Torwart in Angriff. Maximilian Franzreb kam für Sebastian Dahm, der keinen allzu guten Tag erwischt hatte. Beim Ausgleichstreffer der Haie konnte er einen Schuss von Alexander Oblinger nicht festhalten und ermöglichte Zachery Sill den Nachschuss.

Im Schlussdrittel retteten die Eisbären wenigstens einen Punkt. Es gelangen ihnen der Schlussphase des Spiels drei Treffer. Ihre Souveränität war den Gästen plötzlich abhanden gekommen. Ein Wechselfehler ermöglichte das 2:4 durch Darin Olver und die Eisbären waren zurück im Spiel. Die Partie ging in die Verlängerung, Nachsitzen für die Entscheidung. Den Zusatzpunkt holten sich die Gäste aus der Domstadt. Begünstigt durch einen Torwartfehler erzielte Lucas Dumont Tor Nummer 5 für die Kölner Haie.

Die bisher so heimstarken Eisbären konnten, wie zuletzt gegen Wolfsburg, nicht überzeugen. Die Anzahl der Gegentore gibt zu denken, es waren jeweils deren fünf. In der Pressekonferenz nach dem Spiel waren beide Trainer nicht zufrieden. Eisbären Trainer Serge Aubin sprach von Ausfall einiger Spieler, verletzungsbedingt waren sie nicht. Im Gegenteil, personell kann Aubin fast aus den Vollen schöpfen. Vom Stammpersonal fehlten mit Florian Busch, Vincent Hessler und Sean Backman lediglich drei Spieler. Es fehlte der Einsatz über die gesamten 60 Minuten. In der DEL reicht es eben nicht, nur zwei gute Drittel zu spielen.

Am Sonntag, 8.12. müssen die Eisbären beim Tabellenletzten, den Schwenninger Wild Wings antreten.

Hans-Peter Becker

DEL 24. Spieltag

06.12.2019 MB-Arena Berlin
Zuschauer: 14.200  (ausverkauft)

Eisbären Berlin vs. Kölner Haie 4:5 n.V. (1:2, 0:2, 3:0/0:1)

Tore:

1:0 McKiernan 06:38 (Ortega,Aubry)

1:1 Sill 08:00 (Oblinger,Dumont)

1:2 Ma. Müller 16:28 (Mo. Müller, Matsumoto)

1:3 Hanowski 30:42 (Matsumoto,Genoway) PP1

1:4 Bast 35:20 (Akeson)

2:4 Olver 52:20 (Sheppard,Lapierre)

3:4 Aubry 54:13 (Ortega,McKiernan)

4:4 Sheppard 56:38 (Müller)

4:5 Dumont 63:49 (Kindl,Bast) 

Strafminuten:

Berlin – 8

Köln – 14

Torschüsse:

Berlin – 37

Köln – 29


Erste Heimniederlage für die Eisbären

Es war, was die Leistung beider Teams auf dem Eis betraf, ein Spitzenspiel. Der äußere Rahmen stimmte sowieso. Zum ersten Mal in dieser Saison war die Halle am Ostbahnhof ausverkauft. Das letzte Heimspiel im Monat Oktober ist seit einigen Jahren der Ausklang der Spendenaktion Pink in the Rink. Es werden Spenden gesammelt für Organisationen, die sich um die Betreuung krebskranker Menschen kümmern. So der der Ehren Bully von einer Pflegerin vollzogen, die sich um unheilbar Kranke kümmert, hier speziell um einen Eisbären-Fan der im August verstorben ist. Das ist kein Kuschelthema, um so bemerkenswerter der Einsatz der Eisbären.

Die Eisbären erwischten gegen die ersatzgeschwächten Münchner den besseren Start. Es dauerte nur 14 Minuten, da stand es 2:0 für die Eisbären. Marcel Noebels und Leonard Pföderl waren die Torschützen. Beim 1:0 nutzten die Eisbären einen Abwehrfehler – Daryl Boyle wurde ein Pass durch die Hose gespielt – und das 2:0 fiel nach guter Vorarbeit von Mark Olver als Sitzhockeyeinlage von Pföderl. Der Anschlusstreffer für die Münchner fiel noch im Drittel. Die Eisbären konnten eine doppelte Unterzahl nicht verteidigen. Trevor Parkes besorgte den Treffer.

Im zweiten Drittel drehte das Team von Don Jackson das Spiel. Der Treffer zum 2:2 Ausgleich war eine Kombination der Sturmreihe um den Top-Scorer Mark Voakes. Solch einen Treffer fällt in der DEL nicht an jedem Spieltag, Präzision und Höchstgeschwindigkeit und es schlug ein im Tor der Eisbären. Von der Strafbank wollten sie möglichst wegbleiben, das Münchner Powerplay ist auch in dieser Saison gefürchtet, es war leider eine Strafzeit zu viel. In der 35. Minute musste James Sheppard auf die Sünderbank, ganze vier Sekunden verbrachte er dort. Viel mehr brauchten die Bayern nicht für den Überzahltreffer. Nur 45 Sekunden später konnten die Gäste nach waschen und stellten das Ergebnis auf 2:4 aus Eisbärensicht.

Im Schlussdrittel stemmten sich die Eisbären gegen die drohende Niederlage. Danny aus den Birken stand wie ein Turm in der Schlacht. Don Jackson lobte nach dem Spiel ausdrücklich seine Leistung. „Er war heute der Unterschied.“ Es keimte nochmals Hoffnung auf als Mark Olver, in dieser Saison der Spezialist für Alleingänge, den Münchner Goalie überwinden konnte. In den verbleibenden acht Minuten waren Chancen vorhanden, um wenigstens einen Punkt zu retten. Ein Power Play drei Minuten vor dem Ende, der Torhüter ging vom Eis. Leider vertendelte Jonas Müller den Puck und so machten die Münchner mit dem Treffer Nummer 5 den Deckel drauf. Die Eisbären spielten gut, es reichte gegen den Vize-Meister der letzten Saison nicht.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 15. Spieltag

EHC Eisbären Berlin vs Red Bull München 3:5 (2:1/0:3/1:1)

27.10.2019 MB Arena Berlin 14:00 Uhr ausverkauft

Torfolge
1:0 | 07:33 | Marcel Noebels 

2:0 | 13:37 | Leonhard Pföderl 

2:1 | 18:11 | Trevor Parkes 

2:2 | 25:28 | Mark Voakes 

2:3 | 34:08 | Yasin Ehliz 

2:4 | 35:23 | Trevor Parkes 

3:4 | 51:51 | Mark Olver

3:5 | 58:58 | Chris Bourque 

Zuschauer
14.200