Die Niederlage am 27. Spieltag beim SV Wehen-Wiesbaden war den Verantwortlichen des FC Viktoria dann wohl eine zu viel. Nach dem vorangegangenen 0:6 Debakel zuvor im Nachholspiel gegen Eintracht Braunschweig, übrigens vor den Augen von Investor Zeljko Karajica, waren sie erneut chancenlos. Wie viel Schuld daran dem Trainer angelastet werden kann, sei dahingestellt. Die äußeren Umstände spielten Benedetto Muzzicato und seiner Mannschaft nicht unbedingt in die Karten. Die Vorbereitung auf die Fortsetzung der Saison nach der kurzen Weihnachtspause wurde empfindlich gestört, wichtige Akteure fielen entweder verletzungsbedingt oder durch Quarantäne aus.
„In der aktuellen Situation möchte ich den Weg frei machen für jemanden, der einen neuen Drive und neue Anreize in das Team bringen kann. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein nur das Beste und hoffe, dass am Ende der Klassenerhalt steht. Den hätten sich die Jungs wirklich verdient. Sie und alle im Team um die Mannschaft herum leisten großartige Arbeit.“: so wird der Trainer in der Pressemitteilung zitiert.
Dass die zuletzt gezeigten Leistungen ein Krisengespräch notwendig machten, war klar, es schien ergebnisoffen. Sonst wäre wohl wenig später ein Nachfolger präsentiert worden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, schnellstmöglich einen Nachfolger zu präsentieren, der optimal zu uns passt. Bestenfalls soll der neue Trainer noch in der kommenden Woche übernehmen. Wir nehmen uns bei der Entscheidungsfindung aber die notwendige Zeit“, so Peer Jaekel zur Nachfolger-Suche bei den Himmelblauen. Bis auf Weiteres übernimmt das Trainerteam um David Pietrzyk und Roman Steinweg das Training.
Benedetto Muzzicato kann sich jetzt voll und ganz auf den für ihn am 28. Februar beginnenden Fußball-Lehrer Lehrgang konzentrieren. Am Tag vor dem Spiel in Wiesbaden wurde extra eine Pressemitteilung veröffentlicht.
Nach zwei von Corona geplagten Spielzeiten in der Regionalliga Nordost führte Muzzicato die Himmelblauen in der vergangenen Saison als Neuling in die 3. Liga. Aktuell ist der Stand, nach 25 Spieltagen – zwei Nachholspiele stehen noch aus – stehen insgesamt 27 Punkte und Platz 16 zu Buche. In den kommenden 13 Spielen muss sich Viktoria Berlin dem Abstiegskampf stellen.
Der neue Trainer soll hier einen neuen Impuls setzen und den Abwärtstrend stoppen.
Hans-Peter Becker
Foto: ® Hans-Peter Becker
