DEL Saison 2025/26
Playoff-Viertelfinale Spiel 2
27.03.2026 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:1 (1:1/1:0/0:0)
Serienstand (best of seven) 1:1
Was war das für ein Playoff-Auftakt für die Eisbären Berlin, das Spiel 1 in Straubing ging bereits nach 116 Sekunden verloren. Mehr Zeit benötigten die Straubinger nicht, um mit 3:0 in Führung zu gehen. Schlimmer gings es wohl nimmer, egal es war nur eine Niederlage und könnte deren Zahl auf drei begrenzt werden, wäre das Halbfinale möglich.
In Spiel 2 der Serie wollten die Eisbären die Sache wieder gerade biegen, die erlittene Schmach aus der Ausrüstung schütteln. Drei schnelle Tore gelangen den Eisbären nicht. Es blieb torlos bis zum ersten Powerbreak. Die Gäste aus Niederbayern versuchten den Spielaufbau der Eisbären früh zu stören.
Die schwarze Scheibe ist ein wundersamer Kobold. In der 14. Minute konnte Ty Ronning eine Vorlage von Jonas Müller aus kürzester Distanz verwerten und Henrik Haukeland war geschlagen. Es wandelte sich der Charakter des Spiels komplett. Es hagelte Strafen, je 14 Minuten für Beide. Faustkämpfe brachten Liam Kirk und Lean Bergmann für fünf Minuten auf die Strafbank, Straubings Justin Scott schaffte es sogar zweimal zu boxen und verpasste 10 Minuten vom Spiel. Eine Unachtsamkeit von Kai Wissmann bescherte den Tigers in der 18. Minute den Ausgleich. Stefan Loibl war der Profiteur. Mit zwei Riesenchancen verpassten die Eisbären die erneute Führung. Mit dem Unentschieden ging es in die erste Drittelpause. Alles war wieder offen.
Ein sehr schnelles Tor gelang den Eisbären zum Drittelbeginn. Die 21. Spielminute war noch nicht vollendet, da hämmerte Ronning die Scheibe mit gemessenen 129 km/h in die Maschen. Es war ein Powerplay Tor. Keine Chance der Abwehr für Haukeland, gut die Sicht verdeckt und flach an der Schlägerseite vorbei. Es wurde ein Schlagabtausch mit kleinen Vorteilen für die Eisbären. Beide Goalies konnten sich beweisen. Weitgehend schienen auch alle Handgreiflichkeiten geklärt worden zu sein, es wurde Eishockey gespielt und leider von den Eisbären Chancenwucher betrieben. Ein Powerplay für die Gäste, neun Minuten vor dem Drittelende, konnte erfolgreich verteidigt werden, ebenso die knappe Führung.
Vor dem regulären Schlussdrittel bestätigte die Torschussstatistik die Ausgeglichenheit des Mittelabschnitts. Für Beide wurden 17 zu 17 Torschüsse angegeben. Die Torschussstatistik schraubten beide weiter in die Höhe. Eine unschöne Szene ereignete sich in der 45. Minute, Straubings Marcel Brandt rammte Moritz Kretschmar in die Bande, er bekam nach Ansicht der Videobilder dafür eine Strafe von fünf Minuten. Da auch Adam Smith wegen eines Kampfes auf die Strafbank musste, hatten die Eisbären anschließend eine dreiminütige Überzahl. Leider schwächten sich die Eisbären während dieser Überzahl selbst, Andreas Eder leistete sich einen Stockschlag und das bedeutet zwei Minuten. Die Spannung stieg und noch hielt die knappe Führung der Eisbären. Knapp 40 Sekunden Unterzahl, dann waren auch die Eisbären wieder komplett.
Der Chancenwucher hielt an, entweder Tor drei für die Eisbären oder gar Overtime. Einen Vorcheck von Straubing gab es nicht mehr, es ging um den entscheidenden Fehler oder ein Scheibenglück. Das Verteidigen klappte gut bei den Eisbären nur vor dem Haukeland-Tor gehorchte die Scheibe nicht so recht. Während der Crunchtime war spannender als in einer ganzen Tatortstaffel zusammen. Als der Straubinger Trainer die Auszeit nahm, zeigte die Spieluhr eine Minute und 48 Sekunden an. Die Eisbären versuchten die Tigers in ihrem eigenen Drittel zu halten. Das leere Tor wurde verfehlt und bei 57 Sekunden effektiv ging es weiter, Bully vom Mittelkreis und wieder nicht den Puck im verwaisten Tor untergebracht. Es hielt keinen mehr auf den Sitzen. Die letzte Unterbrechung erfolgte knapp 3 Sekunden vor dem Ende. Die Spielzeit wurde nochmals etwas zurückgestellt, auf 5,2 Sekunden. Es kam die Erlösung, die knappe Führung hielt tatsächlich und alle kamen pünktlich nach Hause.
Den Bandencheck von Brandt wird nach ersten Aussagen von der DEL weiter untersucht. In den Playoffs geht es hart zur Sache, die erforderlichen Siege sollten mit fairen Mitteln erkämpft werden. Straubings Verteidiger Marcel Brandt sammelte in der Hauptrunde bei 51 Spielen insgesamt 53 Strafminuten.
Hans-Peter Becker
Foto: © Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße; Wolter) – Müller, Wissmann (C); Mik, Lancaster; Kretzschmar, Smith – Tiffels (A), Kirk, Pföderl; Veilleux (A), Eder, Ronning; Noebels, Vikingstad, Dea; Hördler, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin
Straubing Tigers: Haukeland (Bugl; Wieber) – Brandt, Leslie; Beaudin, Green; Klein, Merkley; Daschner – Hede, Madden, Halloran; Connolly, Leonhardt, Loibl; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer; Scott, Melnick, Seidl – Trainer: Craig Woodcroft
Tore
1:0 – 13:40 – Ronning (Müller, Wissmann) – EQ
1:1 – 17:21 – Loibl (Connolly, Klein) – EQ
2:1 – 20:57 – Ronning (Wissmann, Tiffels) – PP1
Strafen
Eisbären Berlin: 17 (11, 2, 4) Minuten – Straubing Tigers: 18 (11, 2, 5) Minuten
Schiedsrichter
Martin Frano, Jackson Kozari (Wayne Gerth, Kenneth Englisch)
Zuschauer
14.200
Fotogalerie von Stephan Wenske











